Revue de Presse: Burdastyle September 2017

Titel BurdastyleGut, das Ding ist immer noch recht beta, aber es scheint wieder möglich zu sein, halbwegs reproduzierbar da zu landen, wo man landen will. Also gibt es wieder einen Besprechung. Der Titel diesmal sehr rosa. Habe ich persönlich ja nichts dagegen, die Farbe steht mir. Außerdem kam mein Exemplar in einer Plastiktüte und hatte ein Modell als Einzelschnitt aufgeklebt. Leider kann der Verlag hier mal wieder seine unterirdische technische Kompetenz beweisen. Wenn das Ding schon vorne auf den Titel geklebt ist, warum dann noch eine zusätzliche Plastiktüte? Bzw. warum kleben, wenn es eh eingetütet ist? Und außerdem ist der Kleber von seltener Qualität…. er lässt sich weder von der Plastikhülle des Schnittes noch vom Papier rückstandsfrei lösen. Irgendwie muß man ihn aber abpiddeln, weil er sonst an allem anderen klebt. Deswegen habe ich jetzt einen häßlich weißen Fleck auf meinem Titelbild, wo der Kleber einen Teil des Papiers mitgenommen hat. Echt jetzt… Aber um nicht nur die negativen Seiten zu erwähnen… der Modellüberblick ist jetzt auf der Heftrückseite. Das ist gut, vor allem für diejenigen, die das Heft nur bei Bedarf kaufen. Man kann die Modelle ganz schnell sehen ohne sich vom Verkaufspersonal anmotzen lassen zu müssen, weil blättern gefälligst erst nach dem Kauf zu erfolgen hätte.

Das Editorial verheißt dann viel Retro, ein neu aufgelegtes Titelmodell aus dem Jahr 1957 (dabei fällt auf, daß sich die Titelgestaltung mit dem weißen Hintergrund dem eigentlich wieder ziemlich angenähert hat) und außerdem Bonbonfarben, von den früheren 1960ern inspiriert.

Bei „trend“ wird diesmal zuerst gestickt, bunte Pailettenmotive auf eine Korbtasche. Das soll dann Ibizalook sein. Der Zusammenhang zu den Inspirationsmodellen ist allerdings schwach. Pailettenmotive auf Kleidund und Paillettenmotive auf einer Korbtasche sind irgendwie nicht der gleiche Look. Auch beim zweiten „trend“ darf genäht werden, aus einem Stück Stoff oder einem bunten Seidetuch wird ein sehr rückenfreies Neckholdertop. Das ist jetzt nicht mehr für die Semester, die lieber mit BH durch die Gegend laufen, aber vielleicht kann man der Enkelin so Omas Seidentuch schmackhaft machen. 😉 (Ja, das war bestimmt mal teuer, aber bevor es weggeworfen wird, weil es nicht mehr gefällt ist es doch besser, wenn es noch mal als Top getragen wird, oder?)

„das will ich“ kommt mit Bildanleitung daher und bringt einen Hai als Stiftetui. Die Idee finde ich nach wie vor lustig, auch wenn mir die Umsetzung vor einigen Jahren bei „Fait main“ besser gefallen hat als die quietschig bunte Burda Version mit Augen aus Pailetten. Andererseits… ich hätte da dieses Jahr einen Schulanfänger im Umfeld. Lästig jedoch, daß man die Schablone für den zuschnitt auf der Burda Seite runterladen muß. Wo die im Moment doch nicht so gut funktioniert. (Und warum hat der blaue Hai unmotivierte Zickzackstiche quer? Sollte da beim Nähen des Modells die Schere ausgerutscht sein? 😛 )

Unter dem Motto „Alles Zucker“ kommen die Bonbonfarben. Diesmal als gemischte Modestrecke für Plusgrößen und die anderen Größen. Guter Ansatz. Jetzt muß es dann eigentlich nur noch die Schnitte in allen Größen geben… 😮 Mantel 127 gefällt mir als Zeichnung gut, das fertige Exemplar sieht so sehr nach Bademantel aus, daß ich mich frage, warum man sich die Mühe mit der Passe machen sollte? Kurzjacke 16 kombiniert ein wenig Biker Feeling mit einem arg hohen Kragen mit runden Ecken und großen Knöpfen. Ergebnis überzeugt mich nicht. Kleid 125 ist wieder so ein „weiß nicht“. Die Passe gefällt mir auf der Zeichnung, das Modell wirkt, als hätte es eine Boule Form, die es laut Zeichung aber nicht hat. dafür wirken die Ärmel etwas zu eng, der Rest zu weit. Die Idee mit Kellerfalte und Passe köntne gut sein, an den Proportionen müßte man aber noch arbeiten- Volant an Bluse 117B hängt wie eine traurige Serviette, muß nicht sein. über die Hose kann man dank Pose mal wieder nichts sagen. Shirt 124 ist dann wieder so ein überdimensionierter Sack. Ich fürchte allmählich, ich habe da mal wieder einen Trend verpasst. Kurzjacke 119B hat sehr viel Retroflair. Zumindest soweit man das sehen kann, Stoff und Roller geben sich ja große Mühe, das zu verstecken. Raglanpulli 102 mit V-Ausschnitt scheint mal ein richtiger Grundschnitt zu sein. Selten bei Burda. Wie immer kann man aber nur raten, das Bild zeigt viel, aber nicht den Pulii. 126 ist dann das Kleid mit Kellerfalte als Tunika. Die über der Brust arg zu eng aussieht.
Kleider Burdastyle
Die beiden Kleider gefallen mir dann aber beide sehr gut. 116B ist der aufgeklebte Extra Schnitt. Zum Glück ein schlichtes Modell, das durch die gekreuzten Bänder vorne lebt. Das kann man wieder gut in jeden Grundschnitt reinbasteln, falls die eigene Größe nicht dabei ist. Und die vielen Teilungsnähte, Abnäher und Falten von Modell 116B bringen Form und Leben in ein schlichtes Uni Modell.

Rock Burdastyle
Verrückterweise gefällt mir auch der Rock 115A mit den verspielten Rüschen gut. Rüschen sind nicht so meine Welt, aber hier ist das so raffiniert eingesetzt, daß es witzig wirkt. Und auch in jeder Größe nachzunähen, weil man es an einen anderen Basisschnitt annähen kann.

Anschließend die Kurzjacke noch mal von hinten, drei unterschiedliche Knöpfe auf den Riegel. Soll wohl kreativ sein. Kleid 120 ist irgendwie nett, aber das war es dann auch schon.

Beauty zum Thema ist „vegan“. Einfach überblättern.

Die „nähschule“ präsentiert dann die Anleitung zum aufgeklebten Einzelschnitt. Das ist dann angemessen, denn wenn der Schnitt schon (hoffentlich) anfängertauglich und ohne viele verwirrende Linien daher kommt, sollte die Anleitung dazu passen.

„Ladylike“ sind dann die „inspirationen“. Also haben wir mal wieder Tweed, brauntöne und Knöpfe aus Leder und Holz. Ein typisches Herbstthema. Glücklicherweise vergesse ich das dann meist genauso schnell wieder, also kann ich nicht sagen, ob sie das letztes Jahr vielleicht sogar mal ausgelassen hatten. Modisch im Grunde praktisch, weil man die teuren Stoffe dann wenigstens lange tragen kann. Warum jetzt unbedingt Prinzessin Di als Aufhänger herhalten muß… Naja, wird derzeit ja generell vielerorts in der Presse gehypet. Hat irgendwer sein Material gut verkauft, was?

Passend dazu dann der „Brit Chic“, also Tweed und Co. (Diese Dauerbrenner der Modethemen haben immerhin den Vorteil, daß man genähte Sachen echt lange tragen kann und wenn es gar nicht mehr geht ggf. den teuren Stoff noch mal umarbeiten…) Diesmal werden auch die Herren bedacht, es gibt eine Weste. Aus Tweed und mit Schalkragen. 114 ein schmaler Rock, daß er eine asymmetrische Falte hat, kann man mal wieder nur dem Text entnehmen. Schade, irgendwie. 115 B ist dann der Rock mit den Rüschenteilen. Aus Tweed wirken die wieder ganz anders, abera uch nicht schlecht. Bei der weiten Kurzjacke 119A vermisse ich es ausnahmsweise mal, weniger von der Jacke und mehr vom Styling zu sehen. Ich habe mit der Schnittform nämlich so  meine Probleme und die relativ kurzen Ärmel machen es nicht besser. Am Ende erinnert mich so was dann immer an ein koreanischens Hanbok. In Langgröße gibt es köeid 110B, mit Schluppe und zwei Reihen Rüschen auf dem Rock. Hier tut es mir gerade ausgesprochen nicht leid, daß das nicht meine Größe ist.
Bluse Burdastyle
Überraschend gut gefällt mir Bluse 104A. Der Schnitt ist eigentich sehr schlicht, der geraffte hohe Kragen eigentlich ein biederes Element, dazu die Schleifenbänder an den Ärmeln… Aber aus dem dezent gestreiften Stoff wirkt das dann neu und frisch. Auch die Farben, die zumindest in der Zeitschrift nach angenehmem Schokoladenbraun mit etwas türkis aussehen. Das macht mir richtig Lust, es nachzunähen. (Bis zu dem Moment, wo ich drüber nachdenke, wie ich da die FBA eingearbeitet bekomme…)

Das Kleid vom Extraschnitt dann noch mal im Hahnentritt… geht so. Und eine kurze Tweenjacke, die in den Details irgendwo zwischen Trenchcoat und Fliegerjacke liegt. Eine sehr interessante Zeichnung und dazu ein Photo von einem Heuballen… (okay, den Stoff erkennt man auch noch.) Volantbluse in großkariert hat was von Kindergartenkittel, die 7/8 Hose, die wie rausgewachsen wirkt mach das nicht besser. Dann doch lieber Blazer 118, der die Schößchen in pfiffige Falten gelegt hat. Oder gilt das dann nicht mehr als Schößchen, wenn es am Saum keine Weite mehr bringt? Egal, das sieht gut aus.

Kosmetik für Herren… kann man auch überblättern.

Die „Legestyles“ widmen sich diesmal auch den Herren, nämlich der Weste. Offensichtlich gibt es noch ein Modell ohne Kragen. Business, Holzfällerstil und Oktoberfest. Oktoberfest ist je nicht so meine Baustelle, die anderen beiden Styles gehen aber in Ordnung. In sich stimmig, keine seltsamen Stilybrüche drin und auch keine zum Event völlig unpassenden Schuhe. Ah, hat auch Herr Voulgaris selber gemacht, nicht die Praktikantin. Meckern ist ja lustiger, aber hier geht das gerade nicht, der Herr versteht, was er tut.

Kleid Burdastyle
Dem Retromodell vom September 1957 kann ich mich auch nicht entziehen. Durch die weich fallenden Schulterfalten und den dicken, sichtbaren Reißverschluss hat man das Modell etwas modernisiert und hier nicht zum schlechteren. Die Eleganz ist noch da (ebenso wie Teilungsnähte UND Abnäher, die eine gute Formung erlauben), aber es wirkt weder wie eine Kostümierung noch wie aus dem Second Hand Store. Schön. (Und jetzt bitte wenigstens bis Größe 46… daß beim 42 Schluss ist wäre hier mein einziger Kritikpunkt.)

Mit Oliven geht es weiter… aber leider nicht die Rezeptseiten, sondern Kosmetik.

„Neue Liebe“ nennt sich die nächste Modestrecke. Soll 90s flair haben, mich erinnert es ja eher an die 70er… aber gut. Flatterromantik, Rüschen und Blümchen. Bluse 104A in großem Orientprint gefällt mir weniger als die andere Variante. Soweit man das aus dem Bild sehen kann. Kleid 110A in Langgröße hat immer noch alles, was mit nicht gefällt. Querrüschen und noch eine Schluppe dazu. Kleid 111 hat dann eine nicht völlig uninteressante Zeichnung, auf dem Bild erkennt man aber von den Teilungsähten am Oberteil gar nichts und vom Rock auch nur wenig. Pullover 101 scheint mal wiedr ein Basischnitt zu sein,. Pulli mit V-Ausschnitt und Raglanärmeln. Nur am Handgelenk scheinen mir die Ärmel ein bisschen arg weit zu sein, aber das sind einfachere Änderungen. Pfiffig ist dann tatsächlich das Pelerinschen mit dem Kuschelkragen. Erinnert mich an das, was ich  mir vor einigen Jahren schon gestrickt habe. :o) In Kurzgröße dann Wickelkleid 113. Ob das deswegen über einer Jeans getragen wird, weil es bis zur Taille aufklafft? Oder soll das so? „Slipdress“ nennt Burda einen extrem unvorteilhaften Hänger aus drei Stufen. *yurks* Shirt 109 mit einer freien Schulter sieht so weit gut aus, auf der Zeichnung. Das Bild zeigt vor allem die Haare des Models. Faltenrock 103 fällt dann auch unter Basisstück, die (Kunst)Lederjacke mit Schulterpasse ist gerade Trend. Auch hier muß man sich leider vor allem mit der Zeichnung zufrieden geben. Ah ja, 108 gibt das halb Schulterfreie Shirt als Kleid. Nicht so schlecht, denke ich. Soweit man das bei dem wilden Druck erkennen kann. Das Detail sollte auch an ein anderes Kleid hinbastelbar sein, falls man nicht in den 34-42 Größenbereich fällt.

Die Schuhe zum Modethema sind dann mehr oder weniger grobe Stifelettentreter. Passt dann immerhin schon mal zum Herbst.

Da Schulbeginn ist, gibt es mal wieder Kleidung für etwas größere Kinder, 140-164, Ein Kleid mit runder Schulterpasse (nicht doch zu sehr Nachthemd?), ein kurzer Rock mit Knopfleiste, ein Mantel und eine Jklassische Jeansjacke (bis auf die Farbe), letztere drte auch für Jungs geeignet sein, wenn man die Knopfleiste anpasst. Und wenn man genau hinschaut, gibt es auch noch eine Jogginghose mit Kniesteppung. Damit werden dann wohl die Jungs abgehandelt.

„Die brauche ich!“ sind diesmal Kindernähmaschinen. Mit den üblichen Verdächtigen… dievon Elna, Janome, Carina und AEG sehen sich schon recht ähnich, siend es auch in der Presiklasse. Von Brother gibt es die „Little Angel“, warum die jetzt als „auch für Erwachsene“ angepriesen wird und die anderen nicht, ist dem Text nicht zu entnehmen. Außerdem noch ein batteriebetriebenes Modell für gut 30 EUR von einer Firma „Speelgoed“. Das dürfte dann doch auch mehr Spielzeug sein.

Essen und Deko laufen unter dem Motto „süß und vegan“. Das mit dem vegan muß ja nicht sein, die Rezepte sind jetzt auch nicht so, daß sie ein dringendes Bedürfnis bei mir wecken, sie nachzumachen. Viel Trockenfrüchte und so… Genäht werden dau dann Geschenksäckchen (Wissenzuwachs besteht dann darin, daß es inzwischen auch Spanschachtelteckel im Bastelbedarf zu kaufen gibt, man muß also nicht die Camembertdosen sammeln. Okay, die sind meist aus Pappe. Und riechen hinterher auch noch nach Käse…) sowie Geschentüten. Nun ja.

„Wie geht eigentlich?“ Zeigt eine Technik, Abnäher zu verlegen. Das ist auf alle Fälle ein lobenswerter Ansatz.

Altelierbesuch kommt dannmal wieder aus München, diesmal wird das Label „Noh Nee“ vorgestellt, das aus afrikanscihen Stoffen Dirndl näht. Puristen werden vermutlich schaudern, aber ich mag so was. So wachsen Kulturen zusammen. (Das die Wax Prints nicht aus Afrika kommen, sondern aus den Niederlanden hätte ich den beiden Damen aber vorher sagen können. *gg*)

Exotisch geht es auch bei „green fashion“ weiter, diesmal um Stoffe, die in Indien auf traditionalle Weise gedruckt werden, bei fairer Behandlung der Handwerker. Solche stoffe mag ich ja, das wird diese Seite doch mal interessant. Zumal man sich auf zwei Seiten einem Thema widmet, statt nur werbung für X Produkte nebeneinander zu pflanzen.

Daß es einen Wettbewrb „Burdastyle Talent“ gibt, hatte ich ja so am Rande mitbekommen. Auch dem widmet man sich mit zwei Bildseiten. Immerhin erkennt man auf den Bildern mal ein bisschen was von Interesse, aber auf dem Aufmacher Bild sind die Kandidatinnen doch weider arg malerisch drapiert. Mehr von den preisgekrönten Outfits wäre doch interessanter gwesen, oder?

Die „letzte gute Idee“ sind diesmal Babymutzen aus Jersey. Brauche ich zwar gerade nicht, aber als Geschenk sicher pratkisch. Und mit den Öhrchen auch ganz süß.

– Juhuu! Ich habe die Besprechung geschafft, bevor das neue Heft raus kommt. Dafür liegen jetzt schon zwei Threads bei mir herum…

Bilder sind als Zitate zu verstehen, die Rechte dafür liegen beim Verlag.