Shopping in Indien (Teil 3)

Shopping in India (Part 3)

Chilihändler JaipurWas tun jetzt aber diejenigen, die sagen „Handeln kann ich nicht, will ich nicht, trau ich mich nicht.“?

Nein, auch die müssen nicht ohne Souvenirs nach Hause fahren, es gibt auch Läden mit festgesetzten Preisen. Nur eben weniger.

So what about those who say „I can’t/ won’t/ don’t dare to bargain!“?

No, they do not have to go home without any souvenirs, there are shops that offer fixed prices, only the choice is smaller.

City Market BangaloreZunächst mal sind die Händler in Indien auch nicht doof, sondern stellen sich auf die Touristen ein. An Orten mit vielen Touristen gibt es also durchaus Läden, die mit „fixed price“ oder“fixed rate“ auf Schildern ankündigen, daß es bei ihnen feste Preise gibt. Manchmal sogar mit Preisschild.Gerade die üblichen Souvernirs und ortstypisches Kunsthandwerk findet man so durchaus.

First of all: shop owners in India aren’t stupid at all. They adapt. So at places with many tourists there are often shops that have signs „fixed price“ or „fixed rate“ and that offer shopping without bargaining. Sometimes they even have price tags… So the supply with typical souvenirs and local craft is often available without the hassle of bargaining.

Schuhgeschäft BangaloreDann gibt es in manchen modernen Städten auch richtige Shopping Malls und Supermärkte, wie wir sie auch kennen. (Bangalore gilt als besonders gute Einkaufsstadt.) Dort finden sich zum einen etliche internationale Marken, aber auch indische Designer Marken. Dabei ähnelt vieles dann auch den bei uns angebotenen Produkten, aber es gibt auch modernes Design mit traditionellen Techniken hergestellt.Fabindia ist ein Beispiel dafür.

Then there are cities where you find supermarkets and shopping malls, similar to what we are used to. (Bangalore is known to be a good shopping place.) You find there international brands, but also Indian design and brands. And some offer an updated design with traditional crafts. Fabindia is an example for that.

Mysore MarketEine andere fast immer gute und zuverlässige Adresse sind die staatlichen Souvernishops. Je nach Bundesstaat heißen sie unterschiedlich, sie sind aber im Reiseführer in der Regel verzeichnet. Dort kann man sich auch relativ sicher sein, daß man korrekte Angaben über die Produkte bekommt. Die Preise sind oft etwas über dem, was man auf dem freien Markt aushandeln kann, mir ist aber auch aufgefallen, daß zumindest bei den Textilien die Qualität oft erkennbar besser war. Zudem bekommen auch die Handwerker mehr von dem Geld. Das sind also Adressen, die ich immer gerne besuche.

Usually reliable are the state souvenir shops. Names differ from state to state, but all guide books will refer to them. Also you can be relatively sure, that the information you get about the products are (mostly) correct. Price is usually a little more than what you pay (after bargaining) at normal shops for similar products. But at least for textiles my observation is, that the quality of the craft and the artistic level is higher also. Plus more of the money arrives at the crafters. So those are adresses I usually like to go.

Coconut Water at Chamundi Hill Eine weitere Organisation die ich allen Stoff-Fans ans Herz legen möchte sind die Khadi-Läden. „Khadi“ bedeutet eigentlich „Baumwolle“, wobei es sich aber um handgesponnene und handgewobene Textilen handelt, die auch aus Seide oder Wolle sein können. Je nach dem, in welcher Gegend man ist haben die Läden unterschiedliche Produkte und auch unterschiedliche Techniken sind repräsentiert. Und es gibt nicht nur Saris, sondern auch viel Meterware… 🙂 Und auch hier sind die Preise fest, man muß und kann nicht handeln.

Another organisation I’d like to recommend are the Khadi-Stores. „Khadi“ means „cotton“ but what they carry is home made and can be also silk or wool. Usually you find regional products, so depending on where you are the cloth and the techniqes used to produce it will vary. And they have a lot of fabric by the yard… 🙂 Again here price are fixed you haven’t to bargain and you can’t.

 

 

Shopping in Indien (Teil 2)

Shopping in India (Part 2)

(Ja, da war doch noch was… ich habe es nicht vergessen…..) Stellt sich also die Frage, wie das so abläuft, wenn die Ware nicht frei zugänglich in Regalen liegt. (Meine Erfahrung bezieht sich hauptsächlich auf Textiles, ich denke aber, bei anderen Artikeln ist es letztlich ähnlich.)

Bazar in Indien(No, I didn’t forget… just took some more time…) So, you have no shelves where you can pick things yourself, you have not price tag… how to proceed? (My experience is mostly based on textile items, but I think it will be similar with other things.)

Zunächst braucht man eine ungefähre Vorstellung, was man überhaupt will. Sari, Schal, Kurta,… man kann auf Bazaren und in den Ladenstraßen natürlich an den Läden vorbei schlendern und schon mal so ungefähr gucken, was es so gibt und wo es einem vielleicht gefallen könnte. Allerdings muß man meist sehr schnell gucken, denn sobald man stehen bleibt wird man auch rasch angesprochen, besonderns an Orten mit vielen Touristen. Wenn man tatsächlich was kaufen will, ist das natürlich gut. Andernfalls eher lästig, aber man kann jederzeit weiter gehen.

First thing is that you need to know what you want. Saree, shawl, kurta,..? If you stroll through bazaar streets you can check what the shops have hanging outside and what might be to your liking. Usually you have to look fast, because as soon as you stop the shop owner might talk to you. That the more often the more tourists a place holds. If you xonsider to buy at that shop that is fine, if not… well you can always walk on. No obligation!

Bazar JaipurBevor man einen Laden betritt empfiehlt sich ein Blick auf den Boden. Oft ist das eine mit hellem oder weißen Stoff bedeckte Fläche oder Plattform auf der Leute herumsitzen oder -stehen. Diese Leute sind dann meist barfuß. In diesem Fall zieht man dann seine eigenen Schuhe auch aus. (Was man in Indien ohnehin im Haus generell macht.) Da findet sich auch fast immer irgendwo eine Matte, wo man sie hinstellen kann.

Before you enter a shop better have a look on the floor. If it is covered with white fabric or similar and people are sitting and standing on it then have a look at the feet of those people. If they are barefoot then take off your shoes or sandals before you enter (that is hardly ever wrong if you enter a house or a flat in India). Often there is a mat or something close to the entrance to leave your shoes on it.

Bazar JaipurWenn man ungefähr sagen kann, welche Farben oder Muster man sucht ist das gut, wenn nicht ist es aber nicht schlimm. Der Händler wird die Saris, Stolen, Stoffe,… vor einem ausbreiten in schneller Folge. Wenn man etwas genauer angucken will, dann muß man sich entsprechend bemerkbar machen. Was gar nicht in Frage kommt, das lehnt man gleich ab. So werden die Vorschläge auch passender. Wenn einem was besonders gut gefällt, dann kann man das auch gleich sagen. Wenn man genug gesehen hat, dann sagt man das auch. Meist liegt dann ein großer Haufen vor einem. In dem Fall nimmt der Verkäufer dann einen nach dem anderen wieder weg und man meldet sich, welche man eventuell behalten will. So wird Stück für Stück die Auswahl kleiner bis man am Ende bei dem oder den Stücken angekommen ist, die man gerne kaufen würde.

If you can tell what patterns or colors you are looking for that is great, if not, the vendor will choose what he thinks you might like. Often he will unfold one saree, shawl,… after the other, often quite quickly. If you want to check something longer you just tell him. If you know for sure you do not like something tell right away, that will help the vendor to make you more fitting offers. If you like something quite a lot tell him also. Usually you end up with a big heap of stuff in front of you. No problem, the second round will be taking away one after the other until you have finished your selection and know which piece or pieces you’d like to buy.

Dann kommt natürlich die Preisfrage. Was die Sachen für indische Verhältnisse „wert“ sind ist immer schwer zu sagen. Zumal das auch von Gegend zu Gegend abweicht. Letztendlich kann man sich nur auf das eigene Gespür verlassen. Ich überlege einfach pragmatisch, was es mir persönlich wert ist. Natürlich ist in Indien vieles billiger als bei uns, Andererseits gilt auch hier: wenn ein Preis zu gut ist, um wahr zu sein, dann ist er nicht wahr. Ein „Pashmina“ für 100 Rupien hat auch in Indien Kaschmir nicht mal aus der Ferne gesehen sondern ist aus Viscose oder Kunstfaser. Und für 600 – 1000 Rupien kann man eine schöne bestickte Wollstola bekommen, aber kein Kaschmir. Natürlich wissen die Händler, welche Begriffe „ziehen“, ob die Seide tatsächlich Seide ist… da muß ich mich auf meine eigenen Augen und Finger verlassen. Egal was der Händler mir versichert, ich bilde mir selber ein Urteil und überlege mir dann, was die Sachen mir wert sind. Das ist mein Preislimit. Da wir als Europäer deutlich reicher sind als der durchschnittliche Inder kann ich damit leben, oft mehr zu zahlen. Auf der anderen Seite sind Luxusgüter wie aufwendig gewebte Saris oder Goldstickerei in Indien nur einer sehr begüterten Minderheit vorbehalten und die ist oft wirklich reich. Auch für europäische Verhältnisse.

Next question is the price. What the „value“ under Indian conditions is ist often hard to tell. It also differs from region to region. At the end you can only relay on yourself. If a price is to good to be true then usually it isn’t true. A „pashmina shawl“ for 10 rupies hasn’t seen a cashmere goat from far and will be made of viscose or poly fiber. for 600 – 1000 rupies you can have a beautifully embroidered shawl of soft wool or a woll and silk blend, but not cashmere. The shop owners of course know, what tourists (and Indians) want to hear, so they will offer it as such. So no matter what the vendor tells me, my hands any my eyes will be my main reference. And then I make up my mind what it is worth for me. That will be my price limit. I can live with the fact that tourists often pay more than Indians, I have far more money than the average Indian. On the other side tourists often buy luxury goods like complicated silk weaves or gold embroidery that only very rich Indians can afford and those will have far more money than most of the tourists. 

Fischhändler JaipurJa und der Rest ist eigentlich ganz einfach…

Man fragt nach dem Preis. Wenn man mehrere Dinge hat, dann nicht pro Stück, sondern für das ganze „Paket“. Danach erst mal nix sagen, warten und freundlich lächeln bringt meist schon die ersten 7% – 10% Reduktion. Dann macht man ein freundliches Gegenangebot. Mutige Naturen bieten die Hälfte oder weniger, 30 Prozent unter dem Angebot kann man auf alle Fälle einsteigen. (Kommt auch drauf an, wo das Angebot des Verkäufers liegt.) Mehr muß nicht sein. Dabei geschieht alles in einer freundlichen Atmosphäre. Es ist klar, ich will es kaufen, er will es verkaufen, wir reden nur noch über den Preis. Keine Drohung „ich kaufe nicht wenn nicht…“, sondern im Grunde sind wir uns einig. Und so geht das dann ein paar Mal hin und her, bis man sich auf einen Preis geeinigt hat. Finde ich den Preis unangemessen hoch zeige ich das dadurch, das mein erstes Gegenangebot bei 10 Prozent von der geforderten Summe liegt. Entweder das Gespräch ist dann beendet, dann kommen wir eben nicht zusammen oder der Händler geht gewaltig runter. Wichtig ist, daß das erste eigene Angebot deutlich unter dem liegt, was man zu zahlen bereit ist. Denn treffen wird man sich irgendwo dazwischen. (20% – 25% unter dem ersten Händlerangebot sind eigentlich immer drin. Zumindest bei mir. Meine indische Freundin zahlt oft höhere Preise als ich, weil sie nicht gerne handelt. :o) )

The rest is easy…

You ask for the price. If you have several items you’ll ask the price for the whole „package“, not the single items. After the first offer you say nothing, just look friendly and expectantly. That often brings the first 7%-10% reduction. Then you make your couneroffer. It the first offer ist not completely unrealistic and far from your own limit you might offer 30 % less. If you are more courageous you offer 50%. All that happens in a friendly atmosphere. You are basically willing to buy the articles, you are just talking about the conditions. So it will go back and forth several times until the price is set. If I think the price is way to hight I will show it by only offering 10 % of the sum the vendors sets in his first attempt. Either we are finished there quickly, so we both did not loose time or the next offer will be better. Important thing is to offer less than what you are willing to pay, you need room to bargain. (I usually get at least 20% – 30% off the first offer. Often I pay less than my Indian friend, because she does not like bargaining. :o) )

 

Shopping in Indien (Teil 1)

Shopping in India (Part 1)

Ich habe ja in Indien auch diesmal so das eine oder andere gekauft und da das Einkaufen dort doch meist deutlich anders verläuft, als wir das aus Deutschland oder Europa so gewohnt sind, schreibe ich heute mal über meine Erfahrungen damit.

I did buy some stuff in India and since shopping there works quite differently from what we are used from Europe I’m writing a bit over my experience in India.

Laden in UdaipurWas man zunächst mal vergessen kann sind Läden, in die man hineingeht und wo an jedem Teil ein Preisschild hängt. (Zu den Ausnahmen komme ich nachher.) Preise sind zu erfragen und eine „Kontrolle“ ob jeder Kunde den gleichen Preis gesagt bekommt gibt es nicht. (Gehen wir eher mal davon aus, daß das nicht so ist.) Auch sollte man den Gedanken an ein Textilkennzeichnungsgesetz fahren lassen, die meisten Sachen habe gar kein Label. Und wenn sie eines haben, dann steht nicht unbedingt Information darauf und wenn welche darauf steht, dann stimmt sie nicht unbedingt. Mündliche Angaben des Verkäufers sind genauso zuverlässig. Manchmal stimmt es, manchmal nicht.

If you think a shop is a place where items have price tags: forget this. (Scroll down for reading about the exceptions.) You have to ask the price and there is no „control“ that every customer will get the same price. (Better assume this is not the case.) Also forget the idea that items have tags that inform you about material, content… Most things don’t have any tag at all. And if they have one it doesn’t mean it does contain any information. And if it does contain information don’t assume it will be correct.They are as correct as the oral information the vendor or shop owner will give you. Sometimes they are, sometimes not.

Meine persönliche Folgerung daraus: Ich kaufe nur Dinge, bei denen ich selber eine gewisse Warenkunde habe. Denn mein Wissen ist das einzige, auf das ich mich verlassen kann. Womit auch schon mal klar wäre, daß meine Erfahrung sich vor allem auf Textilien bezieht. Zwar ist Jaipur ein wichtiger Ort für Edelsteinhandel und vermutlich kann man alle Arten an Edelsteinen und Halbedelsteinen ganz toll dort einkaufen. Aber ich kenne mich damit gar nicht aus und kann weder die Qualität der Ware einschätzen noch, ob der Preis auch nur im Geringsten reel ist.

Laden in UdaipurMy personal consequence: I only buy things I know a bit about. Because my knowledge is the only reliable one in that situation. So my experience is mostly about buying textile stuff. Jaipur for example is a very important place in selling gemstones, but my knowledge in that field is less than limited. I can neither rate the quality of a gemstone nor can I guess if the price is anything real or not. So.. no gemstones for me.

Das indische Geschäftsleben beruht sehr stark auf persönlichen Empfehlungen und Beziehungen. (Und nicht nur das Geschäftsleben…) Das gilt generell, nicht nur für Touristen. Das ist generell nicht mal schlecht, denn zunächst wird niemand Dinge oder Händler empfehlen, die er selber nicht gut und zuverlässig findet, denn er steht mit seinem Wort dafür ein. Als Tourist hat man aber das Problem, daß man eben in der Regel keine persönlichen Beziehungen hat. Mangel an Empfehlungen hat man keinen. Jeder Taxi- und Rikshafahrer, jeder Hotelmanager, jeder Busfahrer und überhaupt jeder den man trifft ist bereit, einem damit auszuhelfen. Oft auch ungefragt…. Gerade in Touristenzentren verdinen etliche Leute ihr Geld damit, Kunden auf der Straße anzusprechen und in ein bestimmtes Geschäft zu bringen. Wo sie natürlich am Umsatz beteiligt werden. (Der dem Preis für den Kunden aufgeschlagen wird.)

Indian business life relays a lot on recommendations and relations. (Actually… not only business life.) That is not only true for tourists but for everyone and is not the worst system you can have. Because your recommendations make your image and so people are interested only to recommend places the other part will be happy with. But as a tourist you are not part of the local society and you have no trusted social relations. You will receive recommendations anyhow, every taxi or rickshaw driver will have some, every hotel manager or bus driver… basically everyone you will meet will be happy to recommend something or someone. Especially in places with a lot of tourists there are a lot of people making money with that. They walk in the streets and try to lure tourists in a specific shop where they will receive a certain percentage of the volume of sales the customer will make. (This percentage will be simply added to the price the customer pays in the end.)

Händler in UdaipurWenn man etwas bestimmtes sucht, was nicht so einfach zu finden ist, dann muß es kein Nachteil sein, etwa an der Hotelrezeption zu fragen. Die Empfehlungen können durchaus gut und ihr Geld wert sein. Auch Restaurantempfehlungen vom Mietwagenfahrer bescheren in der Regel keine Bauchschmerzen (denn wenn der den Hotelgast mit Durchfall wieder abliefert, wird ihm das Hotel keine Gäste mehr schicken). Aber man sollte sich dennoch immer auf seine eigenen Augen, Hände, Nase,… verlassen und seine Wahl danach treffen. Wo es nur darum geht, in einen von 20 mit identischer Ware bestückten Souvenirshops geschleppt zu werden kann man hingegen eher davon ausgehen, daß man nichts besseres erhält als beim Nachbarn, sondern nur den Schlepper zusätzlich bezahlt. Da ist ein energisches „Nein“ und Weitergehen sinnvoller. Aber selbst wenn man einen Laden betritt… Nie vergessen: Es gibt keine Verpflichtung, die Ware zu kaufen, wenn dir nichts gefällt, dann geh einfach wieder! Egal wie frustriert der Blick ist, den der Händler aufsetzt. Der weiß, daß das zum Geschäft gehört. Genau wie sein trauriger Blick. 😉

If you look for something special that is not so easy to find it is not the worst idea to ask at the hotel or your driver. The recommendations can be good and worth it. Also if your car driver will recommend a restaurant it normally will not make you sick (because if the driver brings vomiting guests back to the hotel, the hotel won’t send him customers again). But at the very end trust your eyes, your hands, your nose,… and your knowledge best! And if it is just the question to choose one of the 20 souvenir shops in a row which will all sell the same merchandise you can be quite sure that they are all alike and you do not need someone on the street to lure you into one. Say „no“ and ignore him and go on. And even if you enter a shop… never forget: If you don’t see anything to your liking, just leave. No matter how sad the shop owner will look. He knows it’s part of the business. Which includes his sad look….

Sarishop in UdaipurGenerell wirkt das Verhalten der Ladenbesitzer für unsere deutschen Gewohneheiten immer etwas aufdringlich. Wenn man etwas genauer hinsieht, gibt es aber deutliche Unterschiede.

Comparing to what we are used in Germany the behavior of Indian shop owners feels always a bit pushy or obtrusive, but if you look a bit closer there are quite distinctive differences.

Ich schaue immer darauf, ob der Ladenbesitzer auf meine Wünsche eingeht. Wenn ich sage, mich interessiert rot, zeigt er mir dan vor allem rot oder wirft er mir alles vor die Nase? Wenn ich eine Tunika suche, bekomme ich Schals vorgeführt? Einem Kunden, der eine Tunika gekauft hat noch zwei oder drei Schals unter die Nase zu halten ist für indische Verhältnisse okay, auch daß der Verkäufer darauf hinweist, welche Produkte sie noch haben ist alles im Rahmen und nicht unseriös. Wenn ich aber klar sage, daß ich keinen Schal will und es nimmt kein Ende… dann wird es aufdringlich. Sprich ich gucke auch drauf, wann er mit seinen Angeboten aufhört.Im Zweifelsfall hat jeder Laden eine Tür und da kann man einfach wieder rausgehen, wenn es zu aufdringlich wird.

What I do is to check if the vendor or shop owner does listen to me. If I say I want red, will he show me red or will he mostly show me blue? If I tell I’m interested in a kurta or tunic, will he first show me is shawls or scarfs? For India it is okay to show the customer who bought a kurta also two or three dupattas (especially if they match), it’s also okay to mention other products they have. That is still within the „normal“ behavior of a reputable show owner or vendor. But if I say clearly „No, I don’t want any scarf‘ and it doesn’t stop… then it’s beyond the limit. So I check how long it takes until he stops offering things. And don’t forget: There is always the door. You can leave.

Einkaufsstraße in UdaipurWenn man etwas kaufen will, gibt es zwei Aspekte, auf die man achten sollte: Die Qualität der Artikel und natürlich den Preis.

If you want to buy something, there are two important aspects: the quality and the price.

Aber wenn ich mir angucke, wie lang der Text schon wieder geworden ist, dann schreibe ich das lieber an einem anderen Tag fertig. Sonst kann das endgültig keiner mehr lesen… 😉

But if I check how long the text already is I better finish that on another day. This is already very long and any more would be too long to read, wouldn’t it? 😉

Handwerker in Indien (Teil 3)

Indian crafters (part 3)

WeberDa ich so begeistert war, gibt es noch ein paar Bilder… Als ich die Banarasi Seide gekauft habe, konnte ich auch einen Blick auf die Weber werfen. Hier entsteht ein relativ einfaches Stück, denn sie arbeiten nur zu zweit. Wenn ein Stück gewebt ist, wird es mit einem Tuch abgedeckt, damit es nicht versehentlich schmutzig wird.

Since I was so thrilled about all those crafters here are some more pictures. When I purchased the Banarasi silk I could also visit their weavers. This must be a relatively simple piece because only two men were working on it. After some length is finished it is covered with the white fabric to protect it from getting dirty.

WebstuhlDer Webstuhl ist quasi „modern“, denn er hat Lochkarten. Für mich sieht das aber alles sehr kompiziert aus und die Arbeit geht nur in kleinen Schritten voran. Und das liegt nicht nur daran, daß der Seidenfaden so dünn ist.

The loom is nearly „modern“ it works with punch cards. It still looks complicated to me. And the work is done by hand and very slow. That is not only due to the fine silk threads that are used.

Ein Vorteil, wenn man direkt in der Fabrik einkauft und auch die Produktionsstätten besichtigen darf ist, daß man auch einen kleinen Eindruck davon bekommt, wie die Handwerker behandelt werden. Auch haben wir an diesem Ort keine Kinder arbeiten sehen. (Was keine Garantie ist, daß dort keine arbeiten. Aber immerhin nicht während wir dort waren.)

One advantage if you buy directly at a factory is that you can get at least a little impression how the crafters are treated. (If you are allowed to visit. Which is normally the case.) And we did see no child laborers there. Again no guarantee that they have none. But not while we visited.

SchleiferDa Jaipur ein Edelsteinzentrum ist, kann man dort auch Steinschleifern bei der Arbeit zusehen.

Jaipur is a center of gemstones , so you can see those crafters also working.

In dem Bereich werden definitiv Kinder eingesetzt (in das Viertel „verirren“ sich vermutlich nicht so viel Touristen), da haben wir aber unsere Kamera mal lieber nicht drauf gehalten….Da wo wir gerne photographieren durften gab es aber keine Kinder an der Schleifmaschine. (Und zur Ehrenrettung: Die mit Kindern waren in der Minderzahl, die meisten Handwerker waren Erwachsene!)

In that field we saw a lot of children working. (I think there are not many tourist who come to the working quarter.) We decided it safer not to take pictures of those places…. But we were allowed to take pictures at other places and there were no children working. (And to make that clear: The places that had children working were a minority, most places had only adult workers!)

Kordeln flechtenEin weiteres Faszinosum für mich ist immer wieder, wie wenig Aufwand es braucht, um schöne Dinge herstellen zu können. Ein Metallhaken, ein Quadratmeter Platz auf dem Bürgersteig und schon entstehen schöne Zierkordeln. (Welchem Zweck sie genau dienen dürft ihr mich aber nicht fragen….)

Another fascinating thing is how few you need to create beautiful things. A metal hook, one square meter on the pavement and beautiful twine/braid (?) is created. (Please don’t ask me what they are used for. I don’t know….)

PostermalerUnd wenn bei uns ein Geschäft eine neue Werbung an die Wand bringen will, dann braucht es einen Grafiker, ein Computerprogramm und eine Druckmaschine. Und jemanden, der das dann auch noch an die Wand klebt.

In Indien genügt ein Mann mit etwas Farbe und einem feinen Pinsel… Wenig Technik kann sehr effizient sein.

If here a business wants to advertise they need a specialist for graphic design, a computer program and a printing machine. And someone who will glue it to the wall.

In India you only need one man with some paint and a fine paint brush… Low tech can be so efficient.

Handwerker in Indien (Teil 2)

Indian crafters (part 2)

Reifen schnitzenAber handgemacht werden in Indien noch ganz andere Sachen…

But handmade extents to other things also in India…

Runderneuerte Reifen? Aber natürlich, ist das Profil abgefahren wird liebevoll ein frisches hineingeschnitzt. Der Größe nach dürften das LKW Reifen sein… „Sicherheit im Straßenverkehr“ definiert sich in Indien ein wenig anders…

No profile on old tires? No problem, a new one gets handcarved into the old tire. Regarding the size those might be truck tires… „Road Security“ in India has different standards…

Kochgeschirr in IndienDer Einfallsreichtum in Indien beeindruckt mich auch immer. Man erkennt doch deutlich, daß es die Kreativität fördert, wenn man nicht unbegrenzt Rohstoffe zur Verfügung hat.

I am always amazed by the creativity in India. Having less resources available evidently helps to produce interesting results.

Das Bild zeigt ein Kochgeschirr und ich finde das Gerstenkornblech das in den Topf mit verschweißt wurde sieht wirklich attraktiv aus.

The pic shows a cooking set and the patterned metal sheet that has been used to make the pot creates and attractive design.

PuppenAber bevor ihr es langweilig wird… hier kommt wieder was Textiles.

Before you get bored… here is more textile stuff.

Diese Puppenausstellung hat (so sagte er zumindest) ein einziger Mann geschaffen. (Er sitzt auch im Hintergrund des Bildes.) Das war einfach unglaublich, so viele Puppen in prächtigen Gewändern, Elefanten, Pferde, Dromedare… eine höfische Szene wie aus einem Märchen aus tausend und einer Nacht.

Puppenpferd im DetailAll those dolls were made by one man. (He is visible in the background of the picture.) It was so unbelievable… so many dolls in richely decorated clothes, elephants, horses, dromedars,.. a court scene like in stories from 1001 nights.

Dieser Detailreichtum… Bänder, Perlen, Pompoms… wunderschön, oder? (Leider paßt es weder ins Fluggepäck noch in die Wohnung. Sonst hätte ich so einen Elephanten mitgenommen…)

All those details… braids, beads, pompoms… so beautiful, isn’t it? (It neither fitted the luggage nor my appartment, elseway I’d taken one of the elephants with me…)

Handwerker in Indien (Teil 1)

Indian crafters (part 1)

Schneider in IndienUnd damit ihr nicht glaubt, ich hätte euch Bilder von einem Museum für Nähmaschinen gezeigt, gibt es hier auch noch einige Aufnahmen von  den Maschinen in Aktion.

To make sure you do not think I presented you pics of a museum for sewing machines here the proof that those machines get used.

Schneider gibt es tatsächlich an jeder Ecke und meist arbeiten sie sogar vor ihrem Laden. Wände sind bei dem Klima in vielen Gegenden Indiens nicht so wichtig und das meiste Licht bekommt man schließlich draußen. Und da die Maschinen keinen Strom brauchen, kann man sie auch da hin stellen, wo es am bequemsten ist. (Und muß sie ins Licht stellen, denn ohne Strom kein Nählicht….)

Schneider IndienFinding a tailor in India is no problem, there is one at nearly every corner and most of them work outside in front of their shop. Since the climate in India is warm to hot most of the year in many regions the importance of walls for a shop are largely overrated from an Indian point of view. Best light is outside and the sun is for free. The machines don’t need electricity so you have the freedom to put them wherever it is most comfortable for you. (Also you have to bring them to the daylight. No electricity means also no light bulb on the sewing machine…)

Bajaj VerdeckAber nicht nur Menschen brauchen Kleider, auch motorisierte Gefährte wollen angemessen „gekleidet“ werden. Also wird hier an einer Autorikscha (kurz „auto“ oder für Touristen auch „tuktuk“ genannt) sorgfältig Maß genommen für ein neues Verdeck.

Not only humans need clothes, also motorized vehicles want to be „dressed“ well. So here measurements are carefully taken from an autorickshaw (also called „auto“ or for tourists „tuktuk“) for a new top.

Speziell in Bangalore werden diese Innen dann auch mit aufwendig gequilteter Dekoration versehen. Ich dachte, ich ich hätte das nach meinem letzten Indienurlaub schon gezeigt, aber ich finde kein Bild hier. Muß daran liegen, daß es sich schlecht photofraphieren läßt, den sehr groß ist der Innenraum eines „autos“ nicht und man kann nicht wirklich zurücktreten, um es aufs Bild zu bekommen…

Autoschneider BangaloreEspecially in Bangalore those tops are often heavily quilted on the inside. I’d thought I’d already shown a picture after my last holiday in India, but evidently I hadn’t. Might be because it is not easy to take a picture of. The autos are not very lager so you can’t step back to take a pic…

Aber jedenfalls sitzen auch hier die „Autoschneider“ in Bereitschaft um loszulegen…

Also there „cartailors“ are sitting in wait to start as soon as the measurements are established…

Nähmaschinenhändler in Indien

Sewing machine dealers in India

NähmaschinenWeiter geht es mit den Berichten aus Indien: In Jaipur liefen wir durch ein Viertel, in dem ein Händler für Nähmaschinen neben dem anderen stand. Also nutzte ich die Gelegenheit für ein wenig Markforschung.

Some more news from India: In Jaipur we walked through a quarter with many sewing machine dealers. So I did a bit of market research.

Zunächst mal stehen die Regale mit vielen Maschinen voll. Jeder renomierte Maschinenhändler ist vertreten: Bajaj, Dharti, Geminy, Godrej, Krishna, Kumar, Kusum, Poonam, Samrat, Singer, Tarang, Usha, Videocon,…  – Wie, nie gehört?

Gut, den Namen „Bajaj“ lernt man in Indien schnell, denn so heißt auch ein sehr verbreiteter Hersteller der dreirädrigen Autorikschas. Usha stellt Ventilatoren her, daher sieht man den Namen auch noch öfter und von Singer haben wird dann doch alle schon mal was gehört. Aber wie man sieht… es gibt noch viel mehr. 🙂

Nähmaschinen First of all they have racks full of sewing machines. All renowned brands can be found: Bajaj, Dharti, Geminy, Godrej, Krishna, Kumar, Kusum, Poonam, Samrat, Singer, Tarang, Usha, Videocon,…  you name it, they have it. – What? never heard of?

Well, „Bajaj“ becomes familiar quickly because under this name also the three-wheeler autos are produced, Usha makes fans, so that you see fairly often also and Singer we know… but there is more on the market.

Das geschulte Auge erkennt natürlich die technischen Unterschiede der verschiedenen Modelle: Sie können alle geradeaus nähen, sie haben eine Handkurbel und… äh… es gibt sie in verschiedenen Farben. Sehr wichtig. (Es gibt tatsächliche „Schnellnäher“, die haben eine andere Übersetzung an der Kurbel.)

NähmaschinenThe trained eye easily spots the technical differences: They all do straight stitch and have an hand crank and… you can have different colors. Important feature. (There are indeed „fast sewing“ machines with a different gear ratio on the hand crank.)

Ich habe dann auch mal gefragt, was so eine Maschine kostet: Je nach Ausstattung 1500 – 2500 indische Rupien. Zum Vergleich: der Mindestlohn liegt bei 100 Rupien pro Tag, wobei es natürlich jede Menge Leute, die schlechter bezahlt werden. In Rajasthan liegt der Mindestlohn für unqualifizierte Tätigkeiten bei 3500 Rupien im Monat, was zum Beispiel auch einer unserer Fahrer dort bekommt. Da das schon nicht die unqualifizierteste aller Arbeiten ist, kann man sich dann so leicht denken, was andere verdienen….

My curiosity had me ask, what those machines do cost: between 1500 and 2500 rupies. The minimum wage in India is 100 rupies/day and of course there are plenty of people who earn less. In Rajasthan the minimum wage is 3500 rupies/month for nonqualified workers. Reallity is that this is what one of our drivers earned and driving a car is not the most unqualified job possible. So you can guess, what others earn…

Vorteil der einfachen Bauweise ist natürlich die Flexibilität. Je nach Kundenwunsch kann die gleiche Maschine in einen Holzkasten als transportable Maschine gesetzt werden oder fest in einen Tisch eingebaut. Auf Fußantrieb umrüsten geht ebenfalls und wir konnten an einer Stelle beobachten, wie ein Industriemotor angebaut wurde.

NähmaschinenAdvantage of the simple technique of those machines is the flexibility. The dealer can create nearly everything the customer wants: set into a wooden box to make a transportable machine, fixed in a table, changing it to a treadle machine and at one place we could even see how they attached an industrial style motor.

Tja… und dann habe ich doch noch was gefunden, was unserem Bild einer Nähmaschine ähnlicher sieht. Eingewickelt in Plastikfolie und zusätzlich unter einer Kuststoffhaube: Eine elektrische Nähmaschine. Usha by… Janome. 🙂 Die kann dann auch Zickzack. (Wer sich mal einen Überblick verschaffen will, was für Typen in Indien so erhältlich sind, Usha hat eine Webseite.)

And then finally… I’ve found something that looks like what we are used from a sewing machine. Wrapped in plastic under a plastic display cover: an electrical sewing machine. From Usha by… Janome. 🙂 This one can do zigzag stitch also. (If you want to check what kind of sewing machines the Indian market offers: Usha has a website.)

Textile Mitbringsel aus Indien, Teil 1

Textile Stuff from India, part 1

So, jetzt aber endlich… Beim Photographieren und Sichten ist mir erst klar geworden, wie viel ich gekauft habe… deswegen werde ich euere Neugier in mehreren Portionen befriedigen.

Now finally… While I was taking the pictures it dawned to me, how many things I did buy… so I’ll show it in several posts.

Bandhani DupattasEine traditionelle Technik in Rajasthan ist „Bandhani“, was wir auch als Knotenbatik oder Neudeutsch „tie dye“ kennen. Also abbinden und dann färben. (Zur Erinnerung: Ein Klick aufs Bild bring eine größere Variante.)

One of the traditional techniques in Rajasthan is „Bandhani“ also known as tie-dye. (Just to remind you: if you click on a picture you’ll get a bigger version.)

Dabei kann das Muster ganz einfache Punkte wie auf der roten Dupatta haben oder auch Muster darstellen wie auf den beiden anderen. Oder auch mehrfarbig gearbeitet werden. (Wobei diese drei Schals alle eher einfache Bandhani Varianten zeigen. Je dichter die Knoten gesetzt sind und je kleiner die Punkte sind, desto wertvoller ist die Arbeit. Und natürlich geht das ganze mit richtig vielen Farben und ist dann besonders wertvoll.)

The pattern can be simple dots like on the red dupatta or it can create a bigger pattern like on the other two. And of course you can work it with more than one color. (These three shawls are all quite simple Bandhani versions. The smaller the dots are and the closer they are placed together the more valuable the cloth. Also it can be done with multiple colors and then the cloth gets really valuable.)

Khadi SchalEher ungewöhnlich ist es, diese Technik an dicken, festen Wollstolen anzuwenden.Zusammen mit einem Webmuster an den Enden.

Quite unusal is the use of the technique with a thick and strong woolen shawl. Combined with a woven pattern at the ends of the shawl.

Dieses Stück stammt aus einem Khadi-Laden in Jaipur, handgesponnen und handgewoben, vermutlich aus einer einfachen, strapazierfähigen Wolle, denn es ist etwas steif im Griff und ein wenig kratzig. Eine sehr interessante Textur und spannend im Griff.  Aber um sich auf dem Sofa einzuwickeln oder es über den Wintermantel zu legen, ist es perfekt. Und so groß, daß es auch als kleine Sofadecke taugt.

This unique piece is from a Khadi shop in Jaipur, so it is homespun and handwoven, probably from some „simple“ and stabile wool, because it is a bit rough and scratchy. And so interesting to touch and feel. And perfect to wrap me in winter on the sofa or over my coat. And so big, it might be enough to cover me for a short afternoon nap.

Tagesdecke in BlockprintDie nächste typische Technik ist Blockprint mit Holzmodeln. Es war nicht ganz einfach, etwas zu finden, was nicht mit Elephanten bedruckt war… aber das hier fand ich dann sehr schön.

(Ich habe nicht grundsätzlich was gegen Elephanten, aber die Muster waren irgendwie alle gleich. Und das war anders. 🙂 )

Another typical technique is block print with wooden blocks. It was not so easy to find something that did not mostly feature elephants… but that I did like a lot.

(It’s not that I don’t like elephants in general, but somehow all pattern were the same. And this was different… 🙂 )

Blockprint im DetailHier noch eine Nahaufnahme. Was man hier vielleicht ansatzweise erkennt: Das rote Muster ist über eines in zwei Naturtönen gedruckt.

Here a close-up, maybe you can guess that it’s two prints. The red pattern is printed over another pattern in natural tones.

Das ganze ist eine riesige Tagesdecke, die ich gerne quilten würde, um eine waschbare Gästedecke zu bekommen. Da ich keine Quilterin vor dem Herrn bin, wird das ein spannendes Projekt, das Ding ist riesig, von daher muß ich wohl von Hand quilten. Was komplettes Neuland für mich ist….

It’s a huge bedspread and my intention is to quilt it to make a washable blanket for our guests. I am not a quilter, so this will be a thrilling project. Also the cloth is huge, so I will have to do the quilting by hand. Which is completely new to me…

Da wird es also vermutlich noch den einen oder anderen ratlosen Blogeintrag von mir geben. :o)

So there will be some or other helpless post about that topic. :o)

Winkewinke kitschkitsch

Sonnenuntergang Bolgatty IslandZum Abschluss meiner Indien Berichterstattung gibt es jetzt einfach Bilder. (Ein Klick vergrößert das jeweilige Bild.)

Kitschige Bilder.

Ich habe ohnehin eine Schwäche für Sonnenuntergänge, aber das Farbspiel am indischen Himmel war besonders eindrucksvoll. Ob das an der Nähe zum Äquator liegt? Keine Ahnung…

Sonnenuntergan Borgatty IslandDie ersten beiden Bilder  wurden auf Bolgatty Island in Kochi aufgenommen.

To end my indian stories there will be just pictures.

Kind of… kitschy pictures…

I do love sunsets in general, but the indian ones were still special. The colours even more impressive than what I’m used to.

Is that due to the fact, that we were close to the equator? I don’t know. But I’m loving it…

The first two pictures were taken on Bolgatty Island, in Kochi.

Sonnenuntergang BelurDas dritte zeigt den Tempel in Belur.

Number three is the famous temple of Belur.

Sonnenuntergang Mamallapuram

Nummer vier an der indischen Ostküste, in Mamallapuram.

The fourth picture was taken at the east coast of India, on the shores of Mamallapuram.

Sonnenuntergang DelhiUnd die letzten beiden stammen aus Delhi, aufgenommen in dem Garten um Humayun’s Tomb.

*seufz*

Sonnenuntergang DelhiAnd the last two pictures were taken in the garden aroung Humayun’s Tomb in Delhi.

*sigh*

Handarbeit meint mit der Hand

BangaloreWas für unsere westlichen Augen in Indien ebenfalls ungewohnt war, ist das Ausmaß in dem Dinge von Hand erledigt werden. Oder zumindest mit Werkzeugen und Methoden, die uns reichlich antiquiert erscheinen.

So lief ich etwa in Bangalore an einem Nähmaschinenladen vorbei. Vorne zum Fenster hin standen einige elektrisch betriebene Maschinen, ich glaube sogar ein oder zwei einfache Computermaschinen waren dabei. Doch das Gros des Verkaufsraumes machten… Tretnähmaschinen aus. Nagelneu (so sahen sie zumindes aus), schwarz glänzend im gußeisernen Tisch… zum Treten.

What also was quite unusual to our western eye in India was hwo many things are really done by hand. Or at least with methods or tools that seem quite outdated to us.

In Bangalore I passed a sewing machine center. Towards the window there were sewing machines as I would expect them. Okay, most of them were mechanical, simpler models, I think one or two were computerized ones. But this was just a small part of the shop. The big amount of machines… were treadle machines. Brand new (at least they looked like that) black and shiny in their iron tables… working perfectly well without electricity.

Dabei ist es nicht so, daß es in Bangalore keine Elektrizität gäbe. Gut, sie fällt gelegentlich aus. Und Hotelzimmer in Indien scheinen standardmäßig mit Kerze und Streichhölzern ausgerüstet zu sein, was nicht der besseren Romantik dienen soll… Aber generell… es gibt Strom.

Doch was mit diesen Maschinen geleistet wird ist erstaunlich! Die dekorative Dachbespannung der Autorikschas in Bangalore hatte ich ja schon erwähnt. Die Tretnähmaschien nähen und Quilten ungerührt alles: Plane, Kunstleder,…

In Delhi ein einem besseren Wohnviertel konnten wir einen weiteren Vorteil der Tretnähmaschinen beobachten: Sie sind überall einsetzbar. Reisenähmaschinen sozusagen. In dem Hof eines Wohnhauses wurde eine Polstergarnitur neu aufgepolstert und mit Stoff bezogen. Der Stoff wurde vor Ort auf Maß an das Sofa angepaßt. Und mit der Tretnähmaschine genäht. Handwerker die ins Haus kommen, kein mühsames Wegbringen der Möbel. Hat auch was.

Bangalore, of course, has electricity. Okay, sometimes ist just fails for a moment or a little longer. And hotelrooms in India seem to have matches and a candle as a standard. And I’m quite sure that is not to create a romantic atmosphere… But in general… they have electricity.

What can be created on those simple machines is just amazing! I’ve told you about the pieced an quilted rooftops of the autorikshaws in Bangalore. Treadle machines sew and quilt just anything… tarpaulin… no problem.

FahrradrikschaIn Delhi we watched men repairing a couch in the courtyard of a residentail building. Another advantage of a treadle machine: It works anywhere. So the craftsmen evidently came to their customer, brought his stuff down to the courtyard, where it got new upholstery and a new cover was sewn to measure. In situ on the treadle. Not so bad, having people coming to you and doing the job instead of having to bring a heavy couch to a shop…

Überhaupt gibt es eigentlich für alles einen Dienstleister der kommt und es erledigt. Selber bügeln? Wozu, man bringt es der Büglerin (mit Kohlebügeleisen). Selbst Schneider haben nicht unbedingt ein eigenes Bügeleisen, der Ladenbote bringt das Teil zum Bügeln halt mal schnell nach Nebenan.

Ein ganz banaler Grund dafür ist, daß Elektrogeräte schlicht und ergreifend teurer sind als jemanden zu bezahlen, der die Arbeit macht. Unsere Freunde haben eine Waschmaschine, was schon ein gewisser Luxus ist, auch ein Bügeleisen (elektrisch…), aber Staubsauger oder Geschirrspülmaschine… wozu? Morgens kommt eine Frau die abspült und die Wohnung wischt, abends eine andere die kocht. (Unsere Freunde haben eine ähnliche Ausbildung wie wir und so wohl auch einen vergleichbaren Lebensstandard für indische Verhältnisse. Eine Putzfrau die jeden Tag kommt wäre für mich nicht finanzierbar, von einem Koch ganz zu schweigen. Dafür kostet eine Spülmaschine nicht die Welt.)

Das hat natürlich den Vorteil, daß es so für viele Menschen Arbeit gibt. Andererseits werden diese für ihre Arbeit oft sehr schlecht bezahlt. Ein sehr zweischneidiges Schwert also.

In general for any service you need you will find someone coming to your house and doing it for you. Ironing? What for? You bring it to a press shop (that might well work with a coal heated tool). Even tailors do not automatically have a flat iron, but then they have someone to carry things to the iron guy and back.

One simple reason for that is, that electric houshold tools often are more expensive than hiring someone. Our friends have a washing machine (which is a kind of „luxury“) and also an electric iron. But neither vacuum cleaner or dish washer. What for? Every morning a woman comes and cleans the appartment, every evening another one comes and does the cooking. (Our frinds have about the same education as my husband and me and also a comparable life style. But for me a cleansing woman every day is far out of our financial range, notto talk about a cool. On the other hand the dishwasher didn’t cost a fortune…)

Bangalore

The advantage is, of course, that it gives jobs to many people. On the other hand most people are not really well pais for their work. So there are positive and not so positive aspects…

Und so werden diese Frauen und Männer die auf dem Markt in Bangalore in mühevoller Kleinarbeit hunderte von Blüten zu ketten fädeln gewiß nicht gut bezahlt, kosten die Blumenketten doch fertig kaum Geld.

So I’m sure these men and women who are transforming hundreds of blossoms to guirlandes are not well paid. The arranged flowers do not cost a lot when they are sold.

So ist es nicht sehr verwunderlich, daß Handarbeiten und selber machen einen deutlich geringeren Stellenwert haben als in Deutschland. Sei es eine Arbeit am Haus, sei es ein besticktes Kleidungsstück, es kostet fertig so wenig, daß es sich aus finanziellen Gründen nicht lohnt. Oder auch das Werkzeug (etwa eine Nähmaschine) so teuer ist, wie viele, viele Kleidung.

Obwohl Bangalore und Delhi viele „moderne“, westliche Gesichter haben, habe ich zum Beispiel nirgendwo Handarbeitsgeschäfte gesehen oder Bastelbedarf, wie es ihn bei uns in jedem Kaufhaus gibt. Nähzubehör gibt es dann eben nur im Viertel der Schneider…. der Fachhandel für Profis, sozusagen.

Webstuhl Under these conditions it’s maybe not a big surprise, that doing crafts at home or do it yourself is less popular than in Germany. It’s just cheaper to have it made. The tools you would need are more expensive that paying the specialist who also knows how to do the work.

Even though Bangalore and Delhi have a lot of „modern“, „western“ parts I haven’t seen any shops for homesewers or knitters. I found one shop for notions, in the part of the city where the tailors work. Kind of shop for professional supply…

Auf der anderen Seite wird das traditionelle Handwerk zumindest teilweise noch geschätzt. Und ich fand es schon faszinierend, was für wunderschöne Saris und Stoffe man auf so einem schlichten Webstuhl (aufgenommen in einem Museumsdorf) herstellen kann.

Allerdings gewinnt auch in Indien westliche Kleidung und Mode immer mehr Bedeutung, so daß das alte Handwerk immer mehr in Bedrängnis gerät. Was in Indien noch prekärer ist als in Europa, denn gerade auf dem Land sind die Menschen durch das Kastensystem oft auch an ihren Beruf gebunden und haben keine Alternative.

On the other hand traditional crafts still have some value. I was faszinated what complicated patterns can be woven on such a relativly simple loom. (This picture comes from a museum…)

But also in India western style clothing and fashion become more and more popular. That must be a very difficult situation for traditional craftsmen. And what makes things worse is, that on the countryside people feel their cast connected with their profession and therefor do not realy hava great alternatives what to make their living of.

Ich hoffe sie finden einen Weg, ihre Handwerkskunst in die Zukunft weiter zu tragen und zu entwickeln, es wäre einfach schade, wenn das verloren ginge.

I really do hope Indian craftsmen find a way to bring their expertise and art to the futur. It would be a pity if that was lost.

Schellack ArmreifAbsolut fasziniert war ich auch von diesem Künstler, der aus Schellack Armreife herstellte.

Der Schellack in verschiedenen Farben wurde auf diese Keule geschmiert, dann immer wieder ins Feuer gehalten, gezogen, länger gezogen, wieder ins Feuer gehalten, gedreht,… gezogen… und am Ende verknotet.

Abgekühlt war er hart.

Und der auf dem Bild in schwarz und gold ist jetzt meiner. *g*

Soch auch diese Vorführung gab es (nur noch?) Im Museumsdorf.

I was absolutely fascinated by this artist who made bangles from shellac.

He smeared shellac in different colours on this kind of „club“, then he held it in the fire. He rolled it, pulled it, rolled it again, reheated, rolled it,… and in the end he made a knot.

After it had cooled down it was hard.

And the bangle in the picture in black with gold is mine now. *g*

But also this happend (only?) in the museum.

Kokosseil drehenOb Touristen alleine das traditionelle Handwerk retten können? Es steht zu befürchten, daß dies nicht reicht.

Auch wenn man sich vielerorts große Mühe gibt und einem als Besucher wirklich interessante Programme geboten werden.

Die letzten beiden Bilder sind aus Kerala und zeigen ländliches Handwerk. Aufgenommen habe ich sie auf einer Bootstour mit Führung in den Backwaters, einem Netz natürlicher Kanäle, das das Land durchzieht und in dem Gewürze, Kokosnüsse, Banane und allerhand anderes angebaut wird.

Diese Gegend zeichnet sich dadurch aus, daß man die Resourcen schon immer möglichst komplett genutzt hat. Sehr ökologisch nach unseren heutigen Standards…

So werden die Kokosfasern zu Seilen gedreht.

If tourism alone can save the traditional crafts? I’m not so sure.

But at many places they offer a lot of interesting excursions and guided visits für tourists.

The last pictures were taken on a backwater tour in Kerala and show rural crafts. The Backwaters are a landscape where a lot of small waterways go into the land. It’s quite fertile so they grow a lot of spice, coconuts, banana,… and other delicious things there.

Bananenmatte flechten

According to our modern standards this is quite an „eco“ region, because they traditionally use more or less all things they produce. So the coconuts are not only sold to bei eaten, no, the coir is made into ropes.

And the leaves of wild ananas make mats.

The hand is not blurry because I moved the camera, but the woman moved her hands so quickly, that one could hardly see how she was doing it.

But the mats feel nice under naked feed and can be fold surprisingly small. So one ended in our luggage and will make our terrace more comfortable in summer. :o)

Und die Blätter der wilden Ananas werden zu Matten geflochten.

Die Hand ist übrigens nicht deswegen verwackelt, weil ich mit der Kamera rumgewackelt hätte, nein, die Frau hat so faszinierend schnell geflochten, daß man kaum zusehen konnte wie sie es macht.

Aber so eine Matte fühlt sich unter nackten Füßen sehr nett an und man kann sie überraschend klein zusammenfalten. Also landete eine in unserem Koffer und wird im Sommer unsere Terrasse etwas komfortabler machen. :o)