Kamel durchs Nadelöhr oder die Kordel durch die Glasperle

Camel through the eye of a needle or stringing a glass bead on a soft cord

Also ich die Sashiko Pinselrollen genäht habe, hatte ich mir als Verschluss ja Kordel mit Glasperlen gedacht. Ich hatte schöne, große rote Glasperlen und eine schwarze Kordel. Und der Durchmesser der Kordel paßte an sich auch zum Loch in der Perle. Aber mehr auch nicht. Sprich sie mit einer Nadel durchziehen funktionierte nicht. Auch mit einer Fadenschlinge ging nichts. Die Kordel paßt einfach genau durchs Loch, doppelt gelegt… keine Chance. Einfach durchfädeln ging auch nicht, denn dazu war sie zu weich und zerfaserte. Mit Tesa verstärkt war es schon wieder zu dick….

When I made the sashiko brush case I wanted cord an big glass beads for a closure. I had beautiful red glass beads and blackcord, exactely the size of the how in the bead. But not any larger. So I could not use a needle to pull the cord through. Neither using the trick to make asling from fine thread and use that to pull the cord through. Also the cord was to soft and to fraying to push it. Stiffening with some tape made it to thick again…

Loch vergrößernAber ich bin ja mindestens so stur wie eine Glasperle hart…

But I am as stubborn as a glass bead is hard…

Zunächst einmal habe ich mich dran gemacht, das Loch zu vergrößern. Nein, nicht mit dem Bohrer. (Ich hatte keinen passenden, sonst wäre das auch eine Option gewesen…) Ich habe erst mal das Bohrloch gründlich sabuer gemacht. Mit dickem Faden und dann mit der Interdentalbürste und Wasser. Das war schon mal ziemlich effizient.

First I made the hole in the bead larger. No, not by drilling. (I didn’t have a fitting drill, elseway that would have been an option, too…) But I cleaned the hole, it was still filed with „glass dust“ from the original drilling. First I pulled a thicker knitting yarn through it several times and then I used an interdental brush and water. That was very efficient.

Jetzt mußte mein Kordelende einerseits fest zusammengehalten werden und gleichzeitig brauchte ich „Griffe“ um es durch zu ziehen.

Now I had to keep the end of my cord firmly togehter and I needed a kind of a „handle“ to pull it through.

Und das einzige das dazu nötig war, war stabiles Nähgarn, in meinem Fall AlterfilS. Ich habe eine Fadenschlinge durch das Ende genäht, dann das Kordelende ganz fest mit Schlingstich umnäht und dann noch eine zweite Fadenschlinge durchgenäht, damit ich die Kordel gerade durchziehen kann und sie sich nicht schräg stellt und verkantet.

All I finally needed was a good polyester sewing thread. (AlterfilS in my case.) I sewed a thread loop to the end of my cord. Then I stitched the end tight and fray free with dense feston or buttonhole stitches. Then I added a second loop, so the cord would glide really stright through the bead and will not tilt or twist inside.

Das war ein wenig Aufwand… aber ich habe gewonnen und die Perle kam auf die Kordel. Und das ist es doch, was zählt, oder?

Okay, that was a bit of work… but I won and the bead was strung on the cord finally. And that’s what counts, isn’t it?

5 Gedanken zu „Kamel durchs Nadelöhr oder die Kordel durch die Glasperle

  1. huhuuu nowak,

    wenn Du das nächste Mal eine Kordel durch eine Glasperle stecken willst, kannst Du mal folgendes probieren:

    Kordel mit der Schere vorne leicht anschrägen und dann mit Kleber (Uhu) zwischen den Fingern hin und her drehen bis sich eine stabile Spitze bildet. Damit gehst Du dann durch die Glasperle – und normalerweise funktioniert das dann auch.

    Viel Erfolg 🙂
    grandma

    • *lach* Das war einer der ersten vergeblichen Versuche.

      Die Kordel war aus (vermute ich) Viscose, superweich und schneller ausfransend, als man gucken kann. Man konnte zwar eine Art Spitze formen (mit sehr viel Kleber….) aber die Kordel war zu weich, um sie durch die (dummerweise auch noch relativ lange) Perle schieben zu können. Die Kordel staute sich nur, wurde dadurch natürlich wieder dicker…. und paßte dann erst recht nicht mehr durch.

      Im Grunde genommen eine doofe Kombi aus Kordel und Perle, aber die Perlen paßten farblich so gut und schwarze Kordel hatte ich nur die da…

      Also Kopf durch die Wand oder Kamel durch Nadelöhr… 😉

  2. Tja, Marion, was soll ich sagen – ich habe eine ganze Kette gefädelt – und zwar ziemlich genau so wie Du. Nähgarn durchgezogen durch die Kordel. Kordel fixiert – allerdings nicht mit Kleber sondern mit wasserfestem Holzleim – Nähgarn durch eine Nadel und los ging’s.
    Jetzt habe ich noch eine Kette hier, die ist aktuell mit Metallstäben, aber die hängen sich immer in meine Kalamottis, da werde ich den Rest der Kordel verbrauchen und sie neu fädeln. Die Konstruktion ist noch dran an der Kordel, verbaucht habe ich das andere Ende …

  3. Achja, dazu kann ich auch etwas beitragen. Ich hatte letztes WE das Misvergnügen dickes Band (Lederstreifen) durch unwillige Perlen zu bringen.
    Anschrägen ist schon mal gut. Mein Faden war Beadalon WildFire und unter Anwendung physikalischer Gesetze was Kraftverstärkung (Faden doppelt und zweimal um die Zange wickelt etc) angeht, hat es dann auch geklappt. Was mit nicht geglückt ist, und wo ich mich frage wie das wohl zustande zu bringen ist, war die Tatsache, dass es dem Hersteller irgendwie geglückt ist dieses doch 2,5 mm breite Lederband (flach) durch eine 6mm Perle zu ziehen. Dabei mir scheiterte es bereits an dem Versuch das Band auch nur ansatzweise in das Bohrloch zu bringen. Da half auch kein Dickkopf mehr.

    • Ja, Leder ist noch mal was anderes.

      Und wie die das im Original machen frage ich mich auch oft. Vielleicht gleich beim Loch bohren mit durchschießen oder so?

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