Revue de Presse: Threads January 2017 (188)

Titel Threads 188Diesmal hat die Wirklichkeit mich überholt… das nächste Heft liegt auch schon bei mir, aber die Januarausgabe will ich euch trotzdem nicht vorenthalten. Schon die all over Stickerei auf dem Titelkleid ist mehr als einen Blick wert. Ich mag ja Dekoration, die sich von den Nähten nicht aufhalten lässt.

Die Autoren der Ausgabe werden diesmal gefragt, welches ihr schwierigstes Nähprojekt war und wie sie es bewältigt haben. Für mich könnte ich die Frage wohl nicht beantworten. Sobald ein Teil fertig ist, vergesse ich die Probleme ganz schnell. Bis zum nächsten Mal, natürlich…

Das Editorial ist diesmal mehr in eigener Sache, wobei ich das als „Dauerleserin“ durchaus nett finde, wenn auch mal erzählt wird, welche Redaktionsmitglieder gehen oder kommen. (Aber systematisch macht das Threads ja auch nicht.) Die Lesertips bekommen diesmal nur eine knappe Seite, dafür ist der „Best Tip“ nicht so schlecht. Eine Paste aus Stärke, um Markierungen auf dunklen Stoffen anzubringen. Wäscht sich nämlich aus. (Laut Anleitung reicht auch bürsten und ein feuchtes Tuch. So lange sich die Paste nicht einsaugt, könnte das tatsächlich funktionieren.)

Anschließend geht es um das Titelkleid, „Embellishments“ sind das Thema. Akzente setzen mit Metallicgarn. Mit guten Tips, wie man die Zierstiche an Metallicstickgarn anpasst fängt es an, aber uuach das aufnähen dickerer Fäden mit der Maschine oder das Einarbeiten von Hand kommen vor. Vermutlich liegt es daran, daß ich mit Handsticken nicht so viel Erfahrung habe, aber die Technik, wie man bei doppeltem Faden ihn so in der Nadel verankert, daß er nicht so leicht reisst, kenne ich noch nicht. Mal sehen, ob ich das Wissen auch mal verwenden kann.

Dekorativ geht es im nächsten Artikel weiter. Um die schöne Plazierung von Streifenmustern, wenn es um die Ecke geht. (Angeregt vom Vintage Modell auf der Heftrückseite.) Auf die Idee, dass die Streifen schlichtweg aus dem Stoff ausgeschnitten und dann quasi als Borte aufgenäht werden war ich in der Tat noch nicht gekommen. Je nach Stoff kann das wirklich unsichtbar funktionieren.

Dann die „Pattern Reviews“. Diesmal ist nichts dabei, was mich wirklich fesselt. Die Bluse von Deer and Doe ist recht interessant. Aber wozu tragen, wenn man nicht die Figur für Röhrenhosen hat?

Auführlich geht es dann um den Austausch eines Jackenfutters. Da ich das schon mal gemacht habe weiß ich, daß der Artikel gut ist… Wenn ich den vorher gekannt hätte, wäre es hilfreich gewesen.

Spannend dann ebenfalls das Thema, wie man unterschiedliche gemusterte Stoffe kombiniert. Das gefällt mir im Ergebnis nicht immer, aber die „Grundregeln“, die der Artikel vorstellt sind schon sehr hilfreich. Und dürften in vielen Fällen den Unterschied zwischen einem gewollten und geplanten Eindruck und einem „sieht auch nach Resteverwertung aus“ ausmachen.

Die britische Designerin Terry Fox war mir bislang kein Begriff, aber Bilder von opulenten Brautroben gehen immer… dabei bleibt es aber nicht, neben einem Interview (Das, glaube ich, einen durchaus realistischen Einblick in den Berufsalltag gibt.) gibt es einen Bildanleitung für eine Pattentasche. Denn die Designerin bietet auch Kurse an und versteht offensichtlich ihr Handwerk.

Um Passform bzw. die Bewegungs- und Designzugabe geht es im Artikel von Joi Mahon. Sie teilt dazu den Oberkörper in vier Quadranten, erklärt den Zusammenhang zwischen Körpermaß und Kleidungsstück und macht Vorschläge für sinnvolle Bewgungszugaben und Designzugaben. Eine Bluse in drei unterschiedlichen Passformklassen rundet den Artikel anschaulich ab.

Besonderes Augenfutter, auf das ich mich jedes Jahr freue, sind die Ergebnisse des „Made with Wool“ Wettbewerbs. Der Rock mit eingestrickter Skyline am Saum…und das war der „Junior Handwork Winner“. Aber auch die Modelle der Erwachsenen sind natürlich mehr als sehenswert.

Ausführlich befasst sich der nächste Artikel mit dem Kapperfuß und dem Rollsaumfuß. Die funktionieren ja bei mir leider auch nur nach dem Zufallsprinzip… Aber beim nächsten Mal lege ich mir den Artikel daneben.

Da die Januarausgabe ja weit vor Weihnachten gekommen war, gibt es natürlich einen „Gift Guide“. Immerhin ist die Bandbreite der Vorschläge sehr breit.

Sachlicher dann wieder bei „Essential Techniques“, ums Zwischenfutter (interlining) geht es. Den hätte ich auch gerne vor einigen Jahren schon gehabt. Inzwischen habe ich das ja inzwischen größtenteils selber rausgefunden… 😉

Warum der Artikel danach unter „Sewing Saves“ steht erschließt sich mir nicht so ganz, aber er zeigt Möglichkeiten, wie man dicken Nähfaden (typischerweise für Möbelstoffe eingesetzt) verwenden kann. Worauf der Artikel allerdings nicht eingeht ist, daß nicht alle Maschinen so dicke Fäden verarbeiten und noch weniger gleichzeitig  auf Ober- und Unterfaden. Gerade bei den moderneren Maschinen.

Die erste Leserfrage sucht diesmal Quellen für Schnitte in Teenagergrößen. Ein nicht ganz seltenes Problem. Unbekannte Quellen kennt Threads wohl auch nicht, aber Vorschläge, wie man Schnitte ändert. Interessant auch, wie man Wollstoffe für die Verarbeitung vorbereitet. Wobei ich bezweifle, daß ich das jemals so gründlich machen werden. Bisher ging es auch anders gut. Und dann noch die Anleitung, wie man Hosenbeine (fertiger) Hosen kürzt, wenn die Hüften ungleich sind.

Das Nähgeschichtchen widmet sich Mamas großem Tischtuch.

Und zum Abschluss noch die Nahaufnahme auf eine Jacke aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Das Kleindungsstück an sich ist nicht so spannend, wie sauber die Streifen an der Ecke zusammenstoßen schon.

Das war der Januar, die März-Ausgabe liegt natürlich auch schon hier…

Ein Gedanke zu „Revue de Presse: Threads January 2017 (188)

  1. Hört sich interessant an. Futter austauschen wäre eine Lösung für den ungetragenen weil zu großen Blazer, der schon seit Ewigkeiten bei mir wohnt und jeglicher Räumaktion trotzt. Ein Steppfutter wäre die Lösung.
    Danke für Deine Rezessionen.
    LG
    Martina

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