Revue de Presse: fait main N° 421 (Février 2017)

Titel Fait MainDiesmal war ich quasi pünktlich zum Erstverkaufstag in Paris und somit habe ich mir nicht nur das Heft geschnappt, sondern es gibt auch eine halbwegs zeitnahe Besprechung. (Zum Nähen komme ich ja immer noch nicht…) Das Titelmodell ist zwar als Gesamterscheinung nett, aber nicht sonderlich spannend. (Und die Farben sind mehr grün, das mag meine Kamera offensichtlich auch nicht wirklich wiedergeben…)

Das Edotorial erzählt uns ein wenig was vom Valentinstag, den Zusammenhang zum Inhalt muß man sich wohl selber herstellen. Naja, ich lese ja das Heft, da kann ich mir das Vorwort eigentlich sparen, das ist nur ein ausformuliertes Inhaltsverzeichnis.

Bei den Buchvorschlägen zieht mich dann wie immer das mit dem wenigsten Nutzwert an… „L’Art Textile“ von Catherine Tourel. Auf jeden Fall immer spannend. Und ein Buch über weben, auch hier wohl eher dekorativ und ohne große Ausrüstung durchzuziehen.

„Wir lieben“ ist die Überschrift der Produktvorstellungen, die dann viel mit Herzchen und rot sind, Valentinstag halt… Wobei, Kaffeetassen, die man mit Kreide beschreiben kann könnten auch nützlich sein. Keine Verwechslungen mehr und nie mehr versehentlich am Kaffee mit Zucker genippt…

Der Beautyteil interessiert mich dann genauso wenig wie bei Burda,

Doch dann kommen endlich die Schnitte. Eine hochgeschlossene Bluse (Stehkragenrüsche) mit Rock im leichten Ethnodesign soll die Weiblichkeit in den Vordergrund stellen. Der Rock ist nett, aber die Bluse ist mir dann doch zu truschig, rüschig.

Kombi aus Fait MainDafür gefällt mir der lange Cardigan (ich würde das ja schon eher Mantel nennen…) über Rock und Oberteil vom Titel gut. Die Schnittteile sind zwar alle schlicht bis langweilig, aber in der Kombination und mit den Stoffen kommt dabei was alltagstaugliches raus, was dann doch besser aussieht, als die ewige Jeans.

Die Strickjacke danach ist irgendwo zwischen ausgbrochenem Musterbuch und Hippie, aber auf den zweiten Blick muß ich zugeben, daß die Jacke mit den Schlaufen-Fransen zwischendrin und am Rand doch ein verflixt trendiges Teil ist.

„News“ nennen sich dann die nächsten Produktvorstellungen. Schimmelentferner, Neoprenkleber bis buntes Klebeband… die Zusammenstellung bleibt faszinierend.

Vintage ist auch in disem Heft angekommen, ein Kleid mit geknöpftem Oberteil und leicht schwingendem Rock sowie eine Kombination aus Rock und im Ausschnitt gerafften Streifentop. Letztere Kombination wird wohl vor allem durch das Haarband „Vintage“. Das Top würde mir gefallen, wenn es nicht im Ausschnittbereich so schlecht sitzen würde. Und zwar auf allen Photos…

Mit schönem Vorlauf für die zeitliche Planung widmet sich der nächste Artikel Camille Claudel bzw. dem ihr gewidmenten Museum, dass in Nogent-sur-Seine Ende März eröffnet wird. Das wäre auch mal einen Besuch wert.

Die vom Sport inspirierte Mode zeigt ein Sweatshirt-Kleid und einen Sportanzug. Insbesondere beim letzterem sehe ich keinen Grund, so was außerhalb sportlicher Aktivität zu tragen, nach Mode sieht daran gar nichts aus. Aber er geht bis Größe XXL und da wird Sportkleidung zum Kaufen dann eh Mangelware. Also nicht schön, aber nützlich.

Pulli Fait MainDann zeigt sich mal wieder, daß das Heft für mich im Moment eher ein Strickheft ist. Denn wo mir die genähten Modelle bislang noch mäßige Begeisterung entlockten, mag ich den Pulli im All-Over Lochmuster sehr gerne. Das wäre dann vielleicht doch mal eine Abwechslung von den ganzen Lace-Tüchern… mit Nadel 3,5mm auch nicht zu grob. Nur Strickgarn aus 100 Prozent Acryl geht gar nicht. Aber das kann man ändern. (Und die Schnittzeichung dazu zeigt, daß es eine Taille und eine Armkugel gibt! Na bitte, geht doch…)

Wie der Titel schon ankündigt gibt es dann auch ein paar Karnevalsmodelle für Kinder, Prinzessin, Ritter und ein Pferd zum Reinsteigen. Wobei mir am besten gefällt, daß der Ritter hier ganz eindeutig ein Mädchen ist und sein darf.

Dann wieder der Hinweis auf eine Ausstellung, im Allier. Da werden diverse Bühnenkostüme von Popstars ausgestellt. Das kann sicher auch interessant sein. Besonders die Kostüme von Jean-Paul Gaultier für Madonne…

Die nächste Strickanleitung ist dann für Leute, die noch diesen Winter fertig werden wollen… grade Teile, kurzer Pulli und mit Nadelstärke 12 und 15… Diese groben Looks sehen auf Bildern ja oft sogar nett aus, wenn sie richtig gestylt sind. Im Leben aber unpraktisch, weil zu warm für geheizte Räume und zu luftdurchlässig um draußen damit umherzulaufen.

Rollkragenpulli mit Trägerrock… äh… nein, besonders der Trägerrock sieht aus wie Schuluniform für Grundschüler. Mag Trend sein, aber der geht an mir unbeachtet vorbei.

Dafür kann ich mich im Artikel über Dufy (bzw. eine Ausstellung über ihn) versenken. Daß er auch Textildesign machte ist mir ja nicht neu. Aber Évian ist dann doch ein wenig weit vom Schuß…

Die Blusmode ist dann wieder sehr Basic… Hose mit elastischem Bund, irgendso ein Teil, das nicht weiß, ob es Jacke oder Hemd sein will und eine Tunikabluse. Na gut, die ist ganz nett. mit einer Knopfleiste im oberen bereich, die auch Anlass für einen kleinen Bilderworkshop zum Thema ist. (Und dem kleingemusterten Stoff geht sie hingegen am fertigen Teil eh völlig unter. Und da die Tunika ohnehin einen tiefen V-Ausschnitt hat, bin ich mir relativ sicher, daß die Knopfleiste auch keinerlei Funktion hat.) Und dann noch eine weitere langweilige gerade geschnittene Jacke. Wobei ich vermutlich meine Stoffe effizienter aufbrauchen würde, wenn ich mehr solche Sachen nähen würde.

Um Skandale, die die Mode machte, geht es in einer Ausstellung im Musée desArts Décoratifs in Paris. Der dritte Teil der Ausstellung klingt ja doch ein wenig interessant… mal überlegen, ob mir das Eintrittsgeld und Warteschlange wert ist. Die Ausstellung läuft ja noch bis April.

Strickjacke aus Fait MainDann noch mal klares „Daumen hoch“ für die Strickjacke. Das Rippenmuster betont die gerade Form, der Schalkragen (mit gestricktem Beleg!) und die Armkugeln zeigen aber deutlich, daß das absicht nicht. und nicht nur, weil jemand keine Kurven konstruieren könnte. 😉 Leider Größe S…. das mag ich echt nicht umrechnen.

Danach kommen dann die Accessoire Näherinnen auf ihre Kosten. Ein großer Shopper und eine kleine Reißverschlusstasche. Auch wieder eher schnelle Projekte.

An einem Kinderjäckchen wird erkennbar, dass Effektgarne doch noch nicht ganz out sind. Hier gibt das Flammé-Garn ja sogar einen reizenden Wölkchen Effekt, der zu einem kleinen Mädchen passt. Aber ob das in den anderen Größen auch so gut aufgeht?

Dann eine Runde „Shopping Mode“. Produktplazierungen hat.

Und noch mal ein Pulli aus großen Nadeln und Farbverlaufsgarn. Wobei das hier durch die Fallmaschen noch mal einen eigenen Effekt bekommt. Trotzdem nicht so das, was ich dringend haben wollte.

Zum Abschluss widment sich ein relativ ausführlicher Artikel Skandinavischen Textiltraditionen bzw ihrem Erscheinen auf Aiguille en Fête. (Und nicht unbedingt so sehr traditionellen Traditionen.) Skandinavien ist nämlich Thema bei Aiguille en Fête dieses Jahr. Die schaffe ich aber nicht auch noch. Ich hoffe, dafür wieder die Creativa… So zur Abwechslung. Den Artikel sollte ich besser nicht lesen, sonst ärgere ich mich nur. 😮 Naja, man kann nicht immer überall sein…

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