Revue de Presse: Burdastyle Oktober 2017

Titel Burdastyle Diesmal lacht vom Titel ein Teppich in Form einer Jacke entgegen. (Oder so.) Die gezeigte Jacke soll jedenfalls das „IT-Piece“ sein. Kleidung aus Gobelin und Co gab es in meiner Jugend schon mal. Und da ich Brüche mag, gefällt mir das natürlich.

Beim Editorial bekommen wir ein Bild vom Betriebsausflug. Mehr Leute, als ich so gedacht hätte.

„Trend“ gibt es diesmal nur einen, nämlich einen Loop-Schal. Allerdings ist diesmal eine Stickmaschine unabdingbar, damit es nicht nur ein Loopschal ist, sondern „trend“. Also uninteressant.

Bei „das will ich“ gibt es einen weiteren Klassiker: Knöpfe aus Fimo. Wobei die dank der Nudelmaschine (äh… Fimo Walze) doch dünner sind und professioneller aussehen, als ich das aus meiner Jugend so kenne. Obwohl mir die Ergebnisse gut gefallen, werde ich trotzdem nicht noch mit Basteln anfangen.

„Ladylike“ nennt sich das nächste Thema und verspricht Eleganz und Komfort. Der ärmellose Sack 101 mag bequem sein (wobei ich mir auch da nicht sicher bin, überschnittene Ärmel schränken die Bewegungsfreiheit der Arme auch gerne mal ein), „elegant“ liegt aber am anderen Ende der Skala. Aber gut, das Thema verspricht ja nicht, daß beides in einem Modell vereint wird. Zumindest nicht wörtlich.
Mantel Burdastyle
Was mir dann auf den zweiten Blick sehr gut gefällt ist der Hüllenmantel 102. Wie die Saumrundung auch an den Taschnepatten und den Gürtelenden aufgegriffen wird hat Pfiff. Dumm nur, das Hüllenmäntel so unpraktisch sind, weil sie nie wirklich dicht zu bekommen sind. Zumindest nicht an mir.
Kleid Burdastyle
Ganz auf meiner Linie liegt dann auch das schlichte Kleid 103A, das mit Abnähern noch mal auf Figur gebracht wird. Also würde, wenn das Model nicht zu mager für das Kleid wäre. Hoffe ich zumindest. Sonst sähe es eher gesamtdoof aus. So schlichte Teile müssen einfach wirklich passen.

Die Herbstliche Variante der Safarijacke kommt mit Blumenmuster. An sich keine so schlechte Idee. Die Bluse mit den Ärmelvolants 111A ist in Kurzgröße. Da mag ich ja weder das Losmuster noch die Proportion. An einer echten „petite“ Figur dürften die Volants doch recht dominierend wirken. Kellerfalten an spitzer Passe. Im Grunde ja eine klassische Form. aber hier sitzt/fällt das nicht gut. Ob es am Stoff oder am Model liegt? 112 ist dann „super easy“, nämlich ein Cape aus einem Rechteck. Bei Kleid 105 gefallen mir die vielen schrägen Teilungsnähte an der Zeichnung, an der Frau wirkt es weniger überzeugend. Da zaubert es keine verführerische Figur, sondern wirkt rundum unproportioniert.
Shirt Burdastyle
Besser klappt das bei Shirt 119A. Mit der asymmetrischen Raffung und dem Gürtelchen fällt das wirklich sehr schmeichelnd.

Kleid 104A beeindruckt mit Teilungsnähten, zumindest auf der Zeichnung. Genäht trägt gerade das Gürteteil irgendwie unschön auf. Zumindest aus Velourslederimitat.

Accessoires zum Stil sind dann Henkeltaschen. Die dummerweise unglaublich unpraktisch sind, weil man sie nicht über die Schulter hängen kann. Und was ich so mit mir runmschleppe, wird in der Hand ganz schnell ungemütlich. :-p

„Must Haves“ bietet die nächste Modestrecke. Wobei wir da schon mal lernen, daß bei Größe 44 spätestens Schluss ist, wer mehr braucht „muss“ dann gar nichts mehr haben. Die Titeljacke bleibt aber nach wie vor schön. Auf die Shorts kann ich verzichten. Hingegen bekommt die etwas wild gemusterte Hose 113 einen zweiten Blick von mir. Selten bei Hosen, aber das Falt(?)Detail am Tascheneingriff ist nicht schlecht. Aber nicht an einer Hose, die nach „zu kurz“ aussieht. Beschreibung behauptet ja „knöchellang“… wer das geschrieben hat, sollte noch mal einen Grundkurs in Anatomie machen. Bei Kleid 115 würde ich den bestickten Samt gerne nehmen, aber nicht das Kleid, das wie eine Mischung aus Nachthemd und Babykleid aussieht. Rock 107A scheint ein interessantes Faltendetail vorne zu haben. Da wo im Photo die Hand drüber ist. Wenn ich mich recht erinnere, war in einer der letzten (von mir noch nicht vorgestellten *hüstel*) Threadsausgaben die Anleitung, wie man genau so was konstruiert. Da zwar an einer Jacke… aber egal. Jacke 110B kennen wir vom Schnitt her schon. Und den Faltenrock gibt es noch mal inkurz. Wo er besser ausieht. Vielleicht liegt es aber auch am Stoff. Kleid 103B sitzt hier deutlich besser. Auch wenn man vom Schnitt dank des wilden Stoffes nichts erkennt. Aber warum soll man da Hosen drunter tragen? Wenn das Trend ist, will ich den nicht haben.

Dem Faltenrock widmet sich dann auch die Nähschule. Ich frage mich gerade… wenn der doch so eine schöne geformte Passe hat… warum bekommt der noch einen geraden Bund verpasst? Da ist die halbe Funktionalität der Passe doch schon wieder weg. Schade drum.

Über die Beautyseite kann ich dann wieder hinweggähnen.

„Mix & Match“ geht es weiter. Karo und Punk… wer denkt jetzt nicht an Vivienne? Für Langgrößen gibt es so eine Art „Kilt“ der nicht sehr punkig aussieht, aber mit dem Volant auch nicht lanwelig ist. Jacke 118B ist das Titelmodell in so was bunt tweedigem. Vermutlich nicht schlecht, aber man erkennt vor allem den Stoff. Und ein bißchen was vom Kragen, der da wohl noch eine unerwartete Falte hat. Kleid 104B diesmal nicht aus Kunstleder, sondern aus Karo. Hm, auch hier trägt der „Gürtel“ vorne unschön auf. Shirt 119B ist diesmal so toll abgelichtet, daß man Gürtel und Fältchen gar nicht sieht. Dafür die Spitzenärmel. Unpraktisch, wenn es kalt ist, aber sieht gut aus. Und super, falls man noch einen Rest Spitzenstoff hat. Rock 107B hat wieder das Faltenteil, aber man erkennt es erneut so gut wie nicht.
Rock Burdastyle
Den Minirock 106 würde ich zwar selber nicht anziehen (oder doch?), aber hier kommen die Falten gut zur Geltung und mit der zusätzlichen Rüsche wird es ein echter Hingucker für mutige Trägerinnen.

Bei Bluse 116 wird uns versprochen, daß sie auf den zweiten Blick weniger brav sein soll als auf den ersten. Aber nur wegen dem Druckmuster. Welches ich jetzt aber auch eher doof finde. Und Volantbluse 111B in Kurzgröße bekommt auch mit dem Karomuster keine besseren Proportionen.

„Inspiration“ zeigt dann diverse Accessoires und mehr oder weniger unmotivierte Werbung (Stoffmalfarben sind ja so was von themenspezifisch…), aber wer es noch nicht gemerkt hat, erfährt hier dann, daß Vivienne Westwood den Stil geprägt hat.

Der Designerschnitte kommt vom Label „Mykke Hofmann“, wobei der Schnitt selber viel von Bademantel hat, aber durch das Color Blocking ergibt sich ein interessantes Ergebnis. Und wieder ein Label kennen gelernt, das ich noch nicht kannte.

Beim „Legestyle“ steht dann wieder die Titeljacke im Vordergrund. Die lässt sich zweifelsohne gut kombinieren, die Vorschläge sind aber auch etwas vorhersagbar… Jeans für „casual“ und Lederrock für den Abend. Die knallrote Hose für den Businessstyle ist vielleicht etwas gewagt. „PR-Termin“ dürfte bei den meisten von uns nicht das typische „Geschäft“ sein. Nette Idee, dass immerhin zwei der Kombiteile nach einem Burdaschnitt gearbeitet sind. (Und unten im Eck noch eine kleine Werbung für die Dior Ausstellung in Paris. Da war ich aber schon. 😉 )

Die Plus-Größen dürfen diesmal sportlich aussehen, „Athleisure“ ist das Motto. Nicht so ganz meines. Parka 125 ist so lang, daß man nicht reicht weiß, ob er nicht ein Mantel sein will und mir ganz sicher zu formlos und sackig. Auch „Shirt“ (angesichts der Größe und des Materials würde ich das ja als Pullunder bezeichnen) 127 begeistert mich nicht. Daß die Querteilungsnaht im Vorterteil noch doch direkt über den Busen zu verlaufen scheint macht es nicht besser. Bei Kleid 126 erschließt sich mir nicht, worin die Sportlichkeit besteht, dafür sieht es gut aus. Denke ich, denn der große Schal in ausnehmend häßlicher Farbkombionation (so ein Senf angehaucktes Ocker mit Neongelb) verdeckt die interessanten Teile. „Trackpants“ 121 taugen eher als Vorlage für eine Sporthose. Shirt 123 hat dann interessante Paspeln, die den Raglan Schnitt akzentuieren. Das kann ich mir jetzt doch eher vorstellen. Dann gibt es einen Blazer, der „lässig“ sein soll, aber durch den übertrieben tief gezogenen Kragen und die arg überschnittenen Schultern (in Kombination mit einer reichlich hochen Armkugel) wirkt das Gesamtwerk dann dich eher wie „passt nicht“.
Kleid Burdastyle
Das Shirt gibt es dann mit Modellnummer 124 noch mal als Kleid. So sieht das mit dem Color Blocking auch gut aus und die großen Taschen sind ein weiterer schöner Akzent. Und wenn man nicht (so wie ich) die Burdaschnitte erst sehr mühsam an die eigene Figur anpassen muß, dprfte das trotzdem relaiv schnell genäht sein.

Und wieder Beauty zum Überblättern…

Nach London führt der Atelierbesuch. Sehr bunte Drucke auf Seide. Mir ein bißchen zu Hippie-Bunt und zu figürlich, aber wenn man genau hinsieht sind schon einige originelle Umsetzungen dabei.

„die brauche ich“ sind diesmal Bügeleisen und Dampfstationen. Diesmal mache ich mir nicht die Mühe, das Markentinggelaber zu lesen. (Ich meine… wenn bei einem neuen Produkt „lange Lebensdauer“ versprochen wird… dann wissen wir, daß das eben noch keiner wissen kann. Also sinnfreies Gelaber.)

„Wie süß“ ist (ach wie originell…) die Baby und Kleindkindstrecke betitelt. Gr. 68-92 und ganz klar Mädchenlastig. Denn es gibt Bluse, Trägerrock und Mäntelchen.
Kindermantel Burdastyle
Wobei das Mäntelchen 130 in der etwas altodischen Form ganz allerliebst ist. Zu dem Pelzkragen gibt es hinten noch eine Hellerfalte mit einem Riegel darüber. Nur daß sich die Kragenecken vorne etwas aufzuwölben scheinen… hoffen wir mal, daß das nur daran liegt, daß der Mantel ohne Kind darin gezeigt wird und nicht an einem Konstruktionsfehler. (Oder an schlechtem Bügeln, das kann ja auch jeder selber besser machen.)

Zusätzlich gibt es noch Wickeltasche, Fußsack und eine armlose Puppe. Und mit Bildanleitung einen „Organizer“, der aus meiner Sicht ja nicht viel mehr als eine leicht aufgemotzte Einkaufstasche ist.

Und schon wieder Beauty, diesmla mit „Vetiver“ oder Süßgras. Ich sehe schon, das Thema ist weitgehend durch, es kommen Pflanzen, die ich nicht kenne.

„Sweets“ bringen Äpfel. Man darf damit drucken, aber sie auch essen. Diese Apfelrosen sehen toll aus. Den Teil kann man sicher auch mit ganz normalem Mehl machen (hier wird glutenfreies Mehl verwendet), das will ich mal ausprobieren. Wräre nur toll, wenn sie schreiben würden, wie dick man den Teig ausrollen soll…

„Green Fashion“ bleibt auch diesem Monat bei einer Firma. „Vatter“ stellt GOTS zertifizierte Unterwäsche aus Biobaumwolle, die auch nicht mit schädlichen Chemikalien gefärbt wird (okay, das ist ja generell für Europa verboten…) die außerdem „sexy“ sein soll. Warum sie als Bild mal lieber nur Babybodies zeigen müssen wir uns jetzt selber überleben.

„Wie geht eigentlich?“ zeigt uns verlängern und verkürzen im Verlauf. Was in den Bildern nur angedeutet wird, im Text gar nicht erwähnt ist, daß so bei schrägem Verlauf von Seitennähten die Teile auch weiter oder enger werden. Beim Rocksaum ist das meist nur Geschmackssache (bei größeren Veränderungen kann das aber den Stil deutlich ändern), beim Ärmel kann das aber die Passform ändern. Eventuell kommt man am Handgelenk dann nicht mit der passenden Weite raus. Wäre vielleicht ein Sätzchen wert gewesen. Platz genug hätte die Seite noch.

Die nächste Werbeseite nennt sich „Pflegetips“ und preis allerhand Wasch(zusatz)mittelchen an. Von „Superteuer-superbio“ bis zu Produkten, wo man nicht so genau wissen will, wie sie den versprochenen Effekt herstellen. Für die DIY Fraktion gibt es dann aber ein Rezept zum selber machen. Kernseife, Soda und Natron werden Waschpulver. (Ich schätze, unsere Großmütter und Urgroßmütter, die noch ohne praktisches Waschpulver auskommen mußten, würden den Kopf schütteln…)

Bei der „letzten guten Idee“ basteln wir dann ein Katzenspielzeug am Stab. Äh… das fällt aber in die Kategorie „Katzenvideos gehen immer“, nur daß man auf Papier halt ohne Video auskommen muß.

Und hey… das nächste Heft erscheint erst nächsten Monat! Nicht morgen. Oder gestern.

(Bilder sind als Zitate zu verstehen, die Rechte liegen natürlich beim Verlag.)

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