Revue de Presse: Burda Modemagazin Januar 2007

Irgendwo im Zuge meiner Weihnachtseinkäufe war sie mir im Verlauf der Woche schon in die Hände gefallen. Mal kurz durchgeblättert und leicht gelangweilt beiseite gelegt. Jetzt über die Feiertage ist Zeit für einen zweiten Blick.

Das Titelbild gewinnt dadurch schon mal nicht. Warme Töne, aber eher fad und ohne echtes Highlight. Nun gut, da muß? wohl die türkise Druckfarbe für den Schriftzug „modemagazin“ helfen. Um zu lesen, was das Heft verheißt muß ich genauer hinsehen. Die elegant-dünne weiße Schrift hebt sich mal wieder kaum vom unruhigen Hintergrund ab. Faschingskostüme… nichts für mich… Lange Größe und Kurzgrößen… auch nicht. (Hoppla, Kurzgröße bis 26… klingt nach „petite plus“ Ob da noch Raum für die „normalen“ Plusgrößen bleibt…?) Ah ja und die Kombination aus Leder, Jeans und Karos ist „richtig lässig“. Soll heißen, die Mode im Januar ist langweilig, also ziehen wir den Langzeitdauerbrenner (oder -gähner) aus der (Klamotten)Kiste? :o)

Das Editorial schlägt einen weitgehend inhaltsleeren, aber „launigen“ (oder was man in den 60ern halt darunter verstand) Bogen von Frisuren zur Kleidung in Kurz- oder Langgrößen. Nun ja, irgendwie müssen die Zeilen ja gefüllt werden, wenn der Gehalt nicht über das hinausgeht, was das Inhaltsverzeichnis ohnehin schon verrät. (Ich habe so dunkel Erinnerungen, daß das noch anders war, als ich weiland die Burdas meine Oma durchgeblättert habe und Aenne Burda das Editorial verfaßt hatte. Oder sind das nur verklärende Erinnerungen?)

blätterblätter Wo geht es denn endlich los? Ah hier.. sehr schöne Idee mit der Raffung an dem Shirt! Allerdings… so auf den zweiten Blick… die Paßform scheint darunter zu leiden, oder? Staut unter dem Arm… Naja, eh wieder nur für die schlanke Frau. (Dabei würde der Ausschnitt bestimmt mit etwas „Inhalt“ auch nicht schlecht aussehen… ) Oh, der Mantel darf bis Größe 46 genäht werden. A-Linie mit Raglan, raffiniert! schnell in Anleitungsteil vorblätter Ach… vorne Raglan, hinten normaler Ärmel… raffitükisch, wirklich. Kann mir mal jemand den Mantel nähen? Mir fehlt die Zeit… :o) Da schau her, Bluse und Rock, auch bis 46… ein Weihnachtswunder?

börks Wenn dir was nicht gefällt, dann mach „ne Schleife drauf? Nö, hilft dem Kleid auch nicht. Rosa Burberry-Karo wird definitiv nicht besser dadurch. Dabei liebe ich Shift-Kleider, mal die Zeichnung näher studieren… seltsam… das Photo sieht aus wie ein recht grader U-Boot Ausschnitt, der auf der Zeichnung ist weit aber rund. Diese Querabnäher im Hüftbereich wozu mögen die wohl dienen? Müßte man mal probieren. Aber mit anderem Stoff…

Rosa, alles sehr rosa… na hoppla, was ist das denn an der Jacke? Reißverschlusstaschen absteppen ist in der Tat für Fortgeschrittene. Ist die geschlängelte Form der Ziersteppung einem Glühwein zu viel zu verdanken… oder dem klassischen „Mist, wie steppe ich denn jetzt so eng an dem Zipperteil vorbei?!?“ 😉 Vorher denken hilft, sage ich da nur. (Ich hab“s nämlich auch ausprobiert…. 😀 )

Bluse mit Plastroneinsatz… immer noch oder schon wieder? Wird durch Wiederholung nicht schöner und das Gruselkaro verfolgt mich… Auch die Jacke des Hosenanzugs… zugeknöpft sieht es einfach aus wie eine Mischung aus Zwangsjacke und Babylatz und nur weil man Streifen auch schräg annähen kann muß man das doch noch lange nicht tun, oder? Na gut, die Detailaufnahmen zeigen das aufgeklappte Revers… schon besser so. Sagt mal… der Hosenbund…. ist der zu eng? Oder warum spannt der Stoff da so? Oder ist das, um zu verdecken, daß Unter- und Übertritt nicht exakt treffen…??? Dafür ist die abgesteppte Rundung am rosa Rock beneidenswert exakt gesteppt.

Weiter geht es mit der Freizeit Mode: Lederjacke, Karohemd und Jeans vor einem Country-Ambiente in Szene gesetzt. Sehr innovativ. Interessant ist immerhin die Zackenborte die zwischen gesetzt ist. (Ob sie mir gefällt… da muß ich erst mal nachdenken, aber interessant.) Die gibt es so zu kaufen? in Anleitungsteil „spicken“ geh Hm… mit der Zackenschere zuschneiden… aber… aus was? Wie das Leder sieht es nicht aus… grübel doch, es ist das Leder… scheußliches gelb. Gibt es das auch in rot? Aber Geschmackssache, schon gut.

Die rosa Jacke mit der geeierten Ziersteppung diesmal in Jeansblau. Und auch das mit dem Absteppen hat hier besser geklappt… 😀 Die Bluse hingegen wird in orangenem Vichy auch nicht besser… gähn ich mag immer noch keine Plastronblusen. Das Shirt mit dem Schultersmok… wirft diesmal unschöne Falten auf der Schulter… der bewußt schiefe Hosenverschluss ist wohl anfängerfreundlich. (Der Rest der Hose mit den vielen Ziersteppungen wohl eher weniger.) Pulli im Mustermix gestrickt. Nett. Ich könnte mal wieder in meinen alten nicoles stöbern…

blätterblätter

Die Stylingvorschläge landen diesmal wieder im Heft, nicht im Web. Daß die Lederjacke im Mittelpunkt steht war abzusehen. Nüjä… Pulli und Lederjacke wäre jetzt nicht mein Stil für die Cocktailbar. Und wenn ich eine Tochter hätte, ließe ich sie ganz sicher nicht im „Young Fashion“ Stil losziehen. Bordsteinschwalbe läßt grüßen, was?

Best Basics, diesmal lila und grün. Nun gut, die Farben kann man ja ignorieren. Den BH unter der Chiffonbluse nicht. (Ein Modell ohne durchgehendes Unterbrustband für die Fachfrau…) Doch, im Januar finde ich „Basisstücke“ aus durchsichtigem Chiffon auch wahnsinnig nützlich. Und frage mich mal wieder, für welche Berufsgruppen und/ oder welches Klima hier entworfen wird… (Der Schnitt mit den Aufspringenden Abnähern gefällt mir hingegen. Aber ich glaube, ich bastle mir doch erst mal den ottobre-Blusenschnitt passend für mich zurecht, bevor ich mich an weitere Blusen mache… ) Und auch auf Veloursleder klappt die Taschenabsteppung der bekannten Jacke…. Die gefalteten Taschen auf der Kostümjacke sind auch ein interessantes Detail. Von dem ich nur wieder nicht weiß, ob es schön ist… das unentschlossene Heft scheint auf meine Stimmung abzufärben… blätter

Leserinnen entwerfen. Hm. Der Zeichnung sind diesmal nicht allzuviele Schnittdetails zu entnehmen… Trotzdem scheint mir, daß Burda einen kurvigen Mantel mit extravagentem Stehkragen, Posamentenverschlüssen und betont gekräuselt eingesezten Ärmeln zu einem „wir peppen unseren Standardmantelschnitt mit einem Spantekragen auf und tun so, als würden die Bindebänder das auf Figur bringen“ Modell umgemodelt haben. Aber das ist vermutlich der Unterschied zwischen „Couture“ und „Konfektion“. Wenn ihr mich fragt… mehr Couture bitte, Konfektion gibts anderswo schon genug. Aber mich fragt ja keiner… 😉

Kurzgröße… nun gut, brauche ich nicht. Ist auch gut so, denn weder die Puffärmel noch die Rüschen am Tascheneingriff können mich begeistern. Allerdings… die tauchen in letzter Zeit immer wieder auf. Könnte glatt sein, daß die wiederkommen. In der Hinsicht hat die Burdaredaktion das Näschen ja immer sehr gut hart am Modewind… (Immerhin, sind leichter zu nähen und geben weniger Paßformprobleme als schmal eingesetzte Ärmel.)

Wer ist Tina Gattermann? Nie gehört. Aber das Abendkleid ist sensationell! Sexy, rasant, gleichzeitig elegant und stilvoll. Hier gefältelt, dort gerafft und trotzdem schmal und gar nicht rüschig… Den Schnitt bitte einmal in Plusgröße… 😉 Und dankbar wie selten bin ich diesmal über den Artikel, der die Designerin vorstellt. Damit ich weiß, wo ich hingegen kann, falls ich mal reich und schlank sein sollte… :o)

Auch in Langgröße gibt es einen Hosenanzug. Nicht gerade innovativ, aber angesichts des Mangels an Schnitten in der Größenskalierung sind wandelbare Basisschnitte wohl nützlicher. (Hat die Hose vorne einen Katzenbart oder sieht das nur so aus?)

Seit die Kleinanzeigen so schön kompakt vor und nach dem Nähjournal stehen gucke ich übrigens noch öfter rein. Eine gute Idee der Plazierung finde ich, denn der Bereich „Textilien/ Nähzubehör“ verrät immer wieder interessante Bezugsquellen.

Das Nähjournal… die Schnittübersicht bringt keine Überraschungen…

Workshop Leder. Den lese ich mal aufmerksam durch. Wie alles zu dem Thema seit Jahren. Denn ich wollte mir doch schon immer mal ein Kleid aus weichem Leder nähen. Praktische Erfahrung habe ich mit dem Material aber nur sehr wenig, bislang waren es dann doch immer Imitate… träum

Das Leserforum… Tips zur Schuhreinigung, Vorstellung einer Reisegeldbörse… hat jettz mit Mode oder Nähen eher am Rande zu tun. Die Vorstellung von Stoffgeschäften ist nett, nur würde mich doch mal interessieren, wonach es sich richtet, welche Geschäfte vorgestellt werden… zahlen die dafür? Burda bekommt doch sicher jeden Monat viele Vorschläge und daß aus der Redaktion jemand z.B. nach Leipzig fährt, um zu überprüfen, ob das alles stimmt… kann ich mir auch nicht vorstellen… rätsel

Jetzt kommt wieder der „Blätter-Teil“… Kosmetik blätter, Typberatung? Ach so, daß ist, was im Editorial angekündigt wurde… Naja, nicht alle sehen danach jünger aus, egal was der Text behauptet. (Müssen sie aber auch nicht, oder? Man darf doc in jedem Alter gut aussehen!), noch mehr Kosmetik… gähn, Medizin blätter, Wellness blätter

Stopp! Es wird wieder eine Lieblingsmodell-Gewinnerin vorgestellt. Diesmal sogar jemand mit einer echten Figur. 😀 Wirklich schade, daß man die Gewinnerin nicht in ihrem Maßmodell sehen kann.

Dann noch mal die Lieblingsmodelle zusammengefasst…. ne, diesmal ist da keines dabei, was ich haben wollte…

Karneval… der Mittelaltertrend ist angekommen… Wallende Ärmel für Mutter und Tochter, Tunika-artiges für Vater und Sohn. Die „Zurichtung“ durch Make-Up und Perücke hingegen… eher Grusel als Prinzessinenfeeling. Die „Vampirfamilie“ (gleiche Schnitte, andere Stoffe) ist hingegen geglückt, scheint der Maskenbildnerin besser zu liegen… 😀 Dann gibt es noch Cowboy und Indianer in Kindergrößen… auch eher Dauerbrenner als spannend. Nun gut, ich bin ja eh eher Karnevalsflüchtling…

Endlich die Plusgrößen… doch… wie schon befürchtet… diesmal ALLE in Kurzgröße. 🙁 Interessant wäre allerdings, wie die Modelle in Gr 52kurz wirklich aussehen… An den schlanken Models wirken die großen Knöpfe jedenfalls schon mal unproportioniert und zu groß. Und Röcke mit geschlitztem Saum und Rüschen am Unterrock… kann ja ganz nett aussehen. Oder doch nur truschig…? (Jedenfalls man kann es mühelos wieder abtrennen, wenn der Trend wieder vorbei ist. Das ist auf alle Fälle praktisch.)

Die Reportage befasst sich mit den Nähkursen im Club von Burda. Vielleicht sollte ich mal einen buchen, um mir die ganzen netten, aber leider nicht gut passenden Schnitte mal anpassen zu lassen. 😀 Andererseits… auf Pfaffmaschinen nähen… da wäre bei mir die Entspannung wohl schnell flöten…

Noch besteht Hoffnung für dieses Heft… nach der ganzen Langeweile.. vielleicht wartet der Kreativteil mit einem Knaller auf? Jeans ist das Motto. blätter, guck, blätter Hm. Wände blau streichen, blau gestreifte Schüsseln kaufen,… seit wann ist kaufen kreativ? Und wenn ich Tips zum Malern will, kaufe ich mir eine Zeitschrift über Heimwerken…

Bleibt also nur die Vorschau aufs nächste Heft… und die Hoffnung, daß das wieder spannender wird.

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