Dann ist es wohl mal wieder soweit…

Seems to be about time…

Weihnachtsbaum 2018 in den Galeries LafayetteDie Galeries Lafayette in Paris haben ihren Weihnachtsbaum schon aufgestellt. Oder besser aufgehängt… Baum ist es auch keiner. Aber immerhin mit Grün als Grundfarbe und viel Neon.

The christmas tree at the Galeries Lafayette is up. Well, strictly spoken it is not a tree, but at least this year green is the basic color. The rest is very flashy.

Die Außenbeleuchtung hing noch nicht, in den Fenstern treiben dieses Jahr bunte Phantasiemonster ihr Unwesen. So weit ganz nett. Nebenan bei Printemps sind wieder zwei Kinder auf der Suche nach dem Weihnachtsmann. Ich glaube… das waren die letztes Jahr auch schon. Auch da nur einige Fenster sehenswert, im Großen und Ganzen aber auch eher uninspiriert. Im BHV ist wohl Mary Poppins das Thema, da habe ich aber noch nicht geguckt.

The lights on the fassade are not up yet, in the shopwindows they have colorful phantastic monsters playing around. Somewhat nice. Printemps next door has two children searching for Santa Claus. I think… that’s what they had last year also? Some windows are worth watching, but as a whole… not very inspiring. BHV seems the have the topic of Mary Poppins. But I haven’t checked yet.

Revue de Presse: Threads November 2018 (199)

Titel Threads Magazine 199Mal wieder der Versuch, das Heft zu besprechen, bevor der Monat vorbei ist… Der Titel stimmt auf die kältere Jahreszeit ein, die Themen scheinen eher in Richtung Design zu gehen als in Richtung Technik. Na mal gucken.

Die Autoren der Ausgabe dürfen sich diesmal der Frage stellen, ob sie mehr Zeit dafür verwenden, zu experimentieren oder dafür, ihre Fähigkeiten zu perfektionieren. Bei mir sicher ersteres, denn so einfach Üben ist meine Sache nicht. Ich mache immer genau das, was ich für ein Projekt brauche. Das geht dann nicht immer schnell. Und so lange mein Stoff stabil genug ist, trenne ich eher, als eine Technik vorher nur zu testen. Okay… dafür nähe ich auch mal ein komplettes Kleidungsstück zum Testen.

Das Editorial versucht diesmal den Bogen zu schlagen, inwieweit die Zeit zum Nähen eine Investition ist, die sich auch auszahlt.

Bei den Leserbriefen ist diesen Monat nichts Bemerkenswertes dabei, ebensowenig wie bei den Lesertipps.

Auch die notions („tools for smarter sewing“) fallen diesen Monat eher unter Dinge, die Probleme lösen, die ich nicht habe. Nur das Buch über das Couturhaus Worth würde ich nehmen.

Das „Fabric Lab“ befasst sich mit dem Unterschied zwischen „dupioni“ und „shantung“ der auch nach dem Lesen des Artikels nicht so arg trennscharf zu sein scheint. (Und einer der Fälle, wo ich wohl mal ein deutsches Textillexikon bräuchte um rauszufinden, ob wir im Deutschen da auch zwei unterschiedliche Begriffe verwenden. – Stoffbezeichungen zu übersetzen macht es ja nicht immer einfacher.)
(Storno… ich habe da ja Alfons Hofer, Stoffe 1… der sagt, Shantung ist aus Tussahseide, nicht aus Maulbeerseide, Doupion ist aus Maulbeerseide, aber aus Doppelkokons oder missgestalteten Kokons gewonnen wird, die auch nicht so gleichmäßig im Durchmesser sind. Ich würde nicht meine Hand ins Feuer legen, daß das jeder Stoffhändler so beschriftet, aber das klingt doch nach einer Definition, mit der ich was anfangen kann. Hat aber mit der aus Threads wenig gemeinsam.)

Nach der weichen Seide geht es im nächsten Thema härter zu… Perlen. Kleine Applikationen oder auch Accessoires selber sticken. Meister der Kunst wird man durch den kurzen Artikel sicher nicht, aber um mal selber rumzuprobieren reicht es. Vermutlich hilft da eh nur üben zur Meisterschaft.

„How did they sew that?“ zeigt uns einen interessanten Ärmelabschluss. Den kann man sich als ungewöhnliches Detail auf alle Fälle mal merken.

Die „Pattern Reviews“. Auf den wenigen Zeilen kann man natürlich nicht viel von einem Schnitt tatsächlich besprechen, aber es ist immer nett um zu gucken, ob es noch interessante Schnitthersteller gibt, die mir bislang entgangen sind. Das „Agathe Pencil Dress“ von „Named Clohing“ sieht trotz der gerade angesetzten Ärmel gar nicht so formlos aus. Zumindest nicht auf der Puppe, getragen wäre da sicher auch spannend. Sonst sticht mir nichts ins Auge.

Die „Fall Looks“ sind ja immer eher ein Überblick über den amerikanischen Markt und nicht unbeschränkt auf Europa oder Deutschland zu übertragen, aber für Anregungen schadet es nicht. Aus dem Mantel oder der Jacke einen Hingucker („Statement jacket“) zu machen ist eine gute Idee, denn gerade in der kalten Jahreszeit ist das der stärkste Eindruck, den man hinterlässt. Material von Malhia Kent für einen Kurzmantel hätte ich schon seit… ich fürchte eher 2016 hier liegen. Das wird aber den Winter nichts mehr. Steppjäckchen sieht man hier auch allen orten, ebenso wie Plüschkrägen. Schleifen muß ich nicht so haben, Lagenlook steht mir nicht besonders und übergroße Oberteile zu schmalen Hosen ist kein sonderlich spannender Trend. Mit Asymmetrien kannich mich shcon eher anfreunden, Color Blocking zeigen die amerikanischen Schnitthersteller ja derzeit deutlich, ich muß doch mal gezielt gucken, ob der Trend auch bei uns in den Läden hängt. Die Stoffe haben Muster, die nicht zu übersehen sind, das wird sicher kein Trend, der sich bei uns auf der Straße durchsetzt. Ich habe mich allerdings von Lurex schon verführen lassen, ebenso vom Karomuster. Nur daß ich das erst für den nächsten Herbst nähe. Und die Farben… dürfte man hier in den Läden wenig sehen. Auf der Straße noch weniger. Der Deutsche bleibt gerne bei Schwarz und vielleicht noch Dunkelblau. (Und falls mal eine farbige Jacke dabei ist, dann in den Farben der Outdoorbekleidung…)

Mit den Nahtzugaben befasst sich der Artikel von Laurel Hoffmann. Mit der spannenden Erkenntnis, daß man statt einer Nahtzugabe für alle Nähte an unterschiedlichen Stellen im Kleidungsstück unterschiedliche Nahtzugaben verwenden kann (und in der Industrie auch tut) und sich die doch schon so an den Schnitt anzeichnen soll. So hat Burda das ja früher gemacht, als sie sich vor allem mit dem deutschen Markt rumschlagen mußten und die Näherin hier die amerikanischen Schnitte noch nicht kannte… 😉 (Ich persönlich mag die gleichbreiten Nahtzugaben lieber, aber ich verstehe vollkommen, warum die Industrie das anders macht. Ich nähe nur so gar nicht industriell, daher andere Präferenzen.)

„The armhole squared“ zeigt eine interessante Ärmelvariante, die oben eine runde Armkugel hat, unten aber wie ein Kimonoärmel direkt ins Vorderteil übergeht. Leider befasst sich der Artikel nicht damit, wie man diesen Ärmel konstruiert, sondern die „Erfinderin“ zeigt, was man mit dem Jackenschnitt, den sie nach den Prinzip kontsruiert hat alles machen kann. Also… eher sehr ausführliche Werbung für diesen Schnitt. (Oder eine Anregung, mal rumzutüfteln, wie man das hinbekommen könnte.) Von der Passform her bringt das vermutlich keinen nennenswerten Vorteil, aber gerade bei plakativ gemusterten Stoffen vielleicht die eine oder andere Designmöglichkeit.

Um so spannender dann das „Custorms Pattern Tryout“. Eine Testerin probiert drei Online Services für Maßschnitte aus. (Bootstrap, Lekala und Sew Fitography) Als Fazit kann man schon mal sagen, daß auch diese Schnitte nicht auf Anhieb ein perfektes Teil ergeben und daß die Anpassung nach Photo kein besseres Ergebnis erbringt, als das altmodische Eingeben von Körpermaßen. (Eher… das schlechteste, dafür mit dem meisten Aufwand.) Auch bei der Photomethode muß man sich also in den „Messvorgang“ erst mal einfuchsen und den üben.

Wie man aus Stoffen mit zwei „schönen“ Seiten Kleidungsstücke zum Wenden macht detailliert der Artikel danach. Gut, solche Stoffe landen bei mir eher selten (weil ich sie selten sehe) und man kann bei dem Thema natürlich keine „gilt für alle“ Anleitungen entwerfen… aber sehr viele Anstöße für Designmöglichkeiten. Leider muß man da auch bei Saumzugaben und Nahtzugaben sehr exakt arbeiten, damit das hinterher von beiden Seiten gut aussieht. Das ist jetzt nicht gerade meine Kernkompetenz…

Sehr gut gefällt mir auch der Artikel, wei drei Frauen (mit unterschiedlicher Figur und unterschiedlichem Geschmack) aus dem gleichen (Wardrobe) Schnitt drei unterschiedliche Garderoben kreieren. Die Körpergröße und verwendete Schnittgröße dazu zu verraten gefällt mir noch besser. Dann kann man das alles besser einordnen. Der Artikel ist ganz nach meinem Geschmack. 🙂

Bei den „Essential Techniques“ wird von Hand gearbeitet, nämlich der „Catchstitch“, der ganz klar ein Hexenstich ist. (Ja, weiß ich alles schon, was man damit machen kann… aber es ist eine essentielle Technik, die man kennen darf.)

Bei den Fragen an die Experten geht es einmal um die Strichrichtung von Samt… kann man machen wie man will, mit oder gegen den Strich hat beides Vor- und Nachteile…. Die Frage, wie man die Größenangaben im Onlineshop bei Knöpfen interpretiert klingt kompliziert. Wie gut, dass ich Knöpfe in der Regel vor Ort und nach Anfassen kaufen kann.

Dann noch die Geschichte und das Detaillphoto eines historischen Kleidugnsstücks. Diesmal ein Kleid von 1951, das man heute auch tragen könnte. Die Exaktheit mit der die Nähte sich treffen ist faszinieren. (Und das bei Wolljersey.)

Dann kann ich mir das nächtes Heft vornehmen, das kam nämlich gestern… 😉

 

Aus dem Blogarchiv

Knitting, sewing and fashion-related posts from long ago

Da im Moment bei mir extrem wenig Textiles passiert… wenigstens der Blick zurück.

November 2005:

November 2006:

November 2007:

November 2008:

November 2009:

November 2010: Verstrickter Monat. (Full of knitting)

November 2011: Fleißiger Monat (Busy Month)

November 2012: Häkellastig

November 2013: Vor allem gestrickt (Und viele Zeitschriften, aber die Besprechungen interessieren nach ein paar Jahren keinen mehr, da die Hefte nicht mehr erhältlich sind.)

November 2014: Stricken und shoppen

November 2015: Wenig und wenn, dann Socken…

November 2016: Shoppen in bunt und nähen in grau

Der jährliche Stick-Schreib…

The yearly embroidered writing…

Bestickte Deckel für KonfitüreUnd wieder meine jährliche Stickübung… diesmal gab es auf dem Markt günstig französische Aprikosen und ich habe ein paar Gläschen Aprikosenmarmelade gekocht. Und natürlich die Stoffdeckel bestickt.

My yearly exercise in embroidery… this year there were french apricots available on my grocery market, so I made some abricot confiture. With the usual written embroidery for the lid.

Frischer Nadelblick: Oktober 2018

Fresh from the needles: October 2018

Ein bisschen hat sich ja getan über die letzten zwei Monate, aber wirklich überragend sind die Fortschritte nicht.

A bit has changed over the last two month, but not great progress.

Schnittmuster und ProbestoffBei der Besprechung der „Meine Nähmode“ im Juli hatte ich ja schon angekündigt, die off Shoulder Tunika nähen zu wollen. War ja noch Sommer. Und ich hätte den perfekten Stoff dafür in der Kiste. Nun ja, bis ich mit dem diversen Kleinkram durch war und auch den Stapel Stopfwäsche erledigt hatte, war kein Sommer mehr. Aber kommt ja wieder. Und bei der Durchsuchung meiner Stofftruhe stellte ich fest, daß ich den weißen Stoff mit der Lochstickereibordüre offensichtlich doch mal abgegeben hatte. Lag ja schon mehr als zehn Jahre bei mir herum. Dafür fand ich einen anderen Stoff mit ähnlicher Bordüre. Der war aber mit Rosenmuster im Druck und war ein echter Streichelstoff. Bei dem bitte nichts schief gehen soll. Also… vor der Tunika ein Probeteil. Ich hoffe, der Ausbrenner Voile, den ich auch gefunden habe gibt das von der Menge her. Aber das Schnittmuster ist auskopiert, die Veränderungen am Schnitt sind durchgeführt, als nächstes wird der Zuschnitt kommen.)

When writing the magazine review about the „Meine Nähmode“ in July I had already announced I wanted to sew the off shoulder tunic. Especially since I was sure to own the perfect white fabric for that purpose. And right now, because it was still summer. Well… until the „just that little project before“ and the darning stack had been worked through summer was over. And when searching through my fabrics I realized that evidently I had let go that fabric, since I had never found a use for it in over ten years. But there was another fabric also with an eyelet embroidery side. But that was not a simple white one but with printed roses and the kind of a fabric I really do not want to mess up because I love it a lot. So… the one of a kind tunic will need a test garment before. I found this blue-grey voile which should be fine, if I can squeeze all my pattern pieces out of it. But I did copy the pattern, made all alterations and the next step will be cutting the fabric. Whenever. 

(Der BH ist noch nicht fertig. Ich vergesse immer die Tauchgänge im Lack.)

(The bra has not been finished. I keep forgetting to dip the wires.)

brauner gestrickter Lace Schal, halbfertigDer Lace Schal ist gerade etwas mehr als halb fertig. 11 Rapporte von 20. Allerdings geht das Muster inzwischen relativ leicht von der Hand.

My lace scarf is just a bit more than halfway done, 11 repeats of 20. But the pattern does no longer require too much attention.

Tipsy Toe Socken, noch nicht fertig gestricktWeiter bin ich mit den „Tipsy Toe“ Socken. Hier bin ich beim zweiten Bein. Das ist allerdings auch dringend nötig. Nicht weil ich die Socken so dringend brauchen würde (mit Baumwolle sind die auch erst nächstes Jahr wieder dran), aber gerade bei meinem aktuellen Stricktempo sollte ich bald mit den Weihnachtssocken für meinen Bruder anfangen. Zumal sich der was kompliziertes gewünscht hat…

More progress on my „Tipsy Toe“ Socks. I’ve started the second leg. On the other hand… her I should hurry a bit. Not because I need the socks so urgently (sock wool with cotton means they will be needed next summer), but I should start my brothers christmas socks. Especially since I am a very slow knitter at the moment and he required something complicated….

FachbuchWenig Trost bietet im Moment auch meine Nachttischlektüre. Anstrengend zu lesen und gleichzeitig klärt der Kommentar nicht so viele Fragen so konkret wie ich mir das so gewünscht hätte…

Not really fun either my nightstand book. Hard to read and its a comment on some changes that does not answer as many questions as I had hoped for and not with the precision I had liked…

Aus dem Blogarchiv

From the archives:

Oktober 2006: immer noch die Bluse (October 2006, still fiddling around with the blouse)

Oktober 2007: Challengenachbereitung und Parisshopping (October 2007: Doing the aftermath of the Challenge and shopping in Paris)

Oktober 2008: Hobbyschneiderin Treffen, Socken aus Resten und Jersey nähen ohne Overlock

Oktober 2009: Hobbyschneiderin-Treffen, eine Challenge und ein bißchen Stricken.

Oktober 2010: wieder viel gestrickt.

Oktober 2011: Dies und das, aber nichts Bedeutendes.

Oktober 2012: Ein großes und viele kleine Projekte.

Oktober 2013: Mein erster aktuelle Nadelblick

Oktober 2014: Sehr viel Kleinzeug

Oktober 2015: Stricken und Häkeln

Oktober 2016: Shirtlastig

Abhängen zu zweit

Takes two to chill

Zwei FaulenzerVor etwa zwei Jahren, hatte ich schon mal so ein Faulenzerpüppchen genäht. Jetzt habe ich beschlossen, daß Abhängen doch besser zu zweit geht und habe noch einen Kumpel gemacht. Diesmal aus den Resten vom Dessousstoff.

About two years ago I already made one of those slouching creatures. Now I decided that chilling is better done with a friend, so I made one. This times from the remnants of bra sewing.

Revue de Presse: Threads September 2018 (198)

Titel Threads Magazine Das Eintreffen des Novemberheftes erinnerte mich daran, daß ich euch das Septemberheft ja immer noch vorenthalten habe… Was besonders schade ist, weil mal wieder sehr spannende Themen drin sind. Okay… wenn mich die Themen nicht meistens interessieren würden, hätte ich das Abo nicht… Der Titel ist mal wieder farblich verhalten, aber der Umgang mit Kimonostoffen oder Nähtechniken für einen Luxusrock klingen spannend.

Die Autoren der Ausgabe dürfen sich der Frage stellen, was die herausfordenrste Nähtechnik war, mit der sie sich bisher auseinandergesetzt haben. Wenn ich für mich überlege… Definitionssache, oder? Die meisten Sachen sind ja zu bewältigen, ggf. macht es halt nur mehr Mühe und dauert länger. Andererseits tendiere ich dazu, die Probleme der Herstellung zu vergessen, wenn ich am Ende das Ergebnis habe. 😮

Das Vorwort der Editorin weist diesmal auf das Podcast hin. Das ist bei mir dann tatsächlich vergebene Liebesmühe, sobald ich lesen konnte, waren bei mir als Kind Hörspiele schon out. Auf die Ohren gibt es bei mir nur Musik, Text nervt mich einfach eher.

Die Leserbriefe haben eine angemessene Mischung aus Lob und Ergänzungen zu den Artikeln. Was ich nett finde ist, daß man sich nicht völlig auf die vorherige Ausgabe beschränkt, ein Leserbrief bezieht sich auf die Ausgabe 194. Ich bin also nicht die einzige, die nicht immer alles sofort liest und umsetzt.

Die Lesertips lösen mal wieder Probleme, die ich nicht habe. Warum die amerikanischen Näherinnen so obessiv nach Lösungen suchen, möglichst zu jedem Oberfaden die passende Unterfadenspule permanent aufgespult aufzuheben und das zu verwalten. Aufkleber für meine Unterfadenspulen drucken… da dauert die Verwaltung ja länger, als norfalls mal neu zu spulen. (Wobei ich den pragmatischen Ansatz habe: Wenn der Unterschied mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist, dann wird das am genähten Teil auch keiner sehen.

Beim Nähzubehör wird der Zusammenhang zum Thema auch etwas schwammig… Lesebrillen sind ja nicht Nähspezifisch… Was mir ganz gut gefällt ist der wasserlösliche Kleber, der wie ein Lipgloss aufgemacht ist, das könnte beim Auftragen an manchen Stellen helfen. Und obwohl ich keine Overlock habe, sieht der „Serger Seam Hook“ irgenwie praktisch aus.

Dem gewebten Pikee widmet sich das „Fabric Lab“. Ein Stoff, über den ich bislang wenig nachgedacht habe, zumal er nicht so oft erhältlich ist. Die Detail Aufnahmen in dem Artikel machen mir aber Lust, künftig im Stoffgeschäft genauer hinzusehen. Den gibt es offensichtlich mit sehr unterschiedlichen Strukturen und Strukturen… finde ich immer spannend.

„Embellishments“ zeigt, wie man aus Spitze auf Stoff grafische Muster bzw. Karomuster kreiert. Das sieht faszinierend aus, nur wie meist bei dem Thema fällt mir kein Anlass ein, bei dem ich das tragen würde. Wobei… Spitzenbänder auf eine transparente Tüllspitze appliziert gibt wirkliche einen faszinierenden Look.

„How did they do that“ befasst sich mit einem Abendkleid von 1965. Judith Neukam ist vor allem davon fasziniert, daß man das Kleid ohne verbleibenden Stoff aus einem Stück zuschneiden könnte („zero waste“). Ich finde spannender, daß es viele Elemente traditionell Asiatischer Kleidung aufnimmt, ohne die dafür typische Formlosigkeit zu haben. Und wie das „zum Armloch kann man reinschauen“ Problem elegant gelöst wird. Hoffentlich holt mein Gehirn das Wissen wieder hervor, falls ich mal auf dieses Problem stoßen sollte.

Die Pattern Reviews haben diesmal nichts, was mir nicht entweder schon selber aufgefallen wäre oder was mich nicht so interessiert.

Dafür hat der Artikel über die Geheimnisse eines (teuren) Designer Rocks meine volle Aufmerksamkeit. Wie immer ist die Überschrift ein wenig reißerisch, denn wennman genau nachliest, beziehen sich die Erkenntnisse auf genau einen Rock aus der RTW Kollektion von Yves Saint Laurent und manches davon ist einfach altmodische Schneidertechnik… aber sowohl die leichten Schnittveränderungen als auch die Nähtechniken sind auf jeden Rockschnitt anzuwenden.

Genauso spannend finde ich die Technik, mit der man Ärmel und Schulterbereich in einer Jacken füttern kan, die keine Belege hat. So was hat mich bislang erfolgreich davon abgehalten, solche Schnitte zu verwenden, auch wenn man da beide Stoffseiten gut zur Geltung bringen kann. DerTrick besteht darin, vorne eine Art „Bolero“ einzuarbeiten, was dann (fast) lose ist. Ob man den Rücken und die Ärmel dann komplett füttert, kann man sich auch selber überlegen, Bei Sommersachen kann man das sicher auch mit einem Halbfutter für den Rücke kombinieren.

Kimonostoffe haben oft wunderschöne Muster, aber sie liegen auch im Original von der Rolle sehr, sehr schmall. Susan Kahlje zaubert daraus eine Weste. Mit großen Photos wird gezeigt, wie sie Nähte zum zusammensetzen der Teile geschickt und unauffällig unterbringt und Techniken, wie man generell Stoff sparen. Letzteres ist auch nützlich, wenn der Stoff mal wieder knapp ist. Das meiste davon ist mir nicht neu, aber gerade bei solchen Sachen finde ich, daß ich aus Beispielen viel lernen kann und denn für eigene Probleme entsprechend abgewandelte Lösungen finden kann.

Nach all der Nähtechnik geht es mit Stilkunde weiter, welche Details an einer Jacke am Besten zu welchen Proportionen passen. Das ist natürlich alles nicht neu, aber ganz übersichtlich zusammengestellt. Illustriert ausschließlich mit Zeichnungen. Das hat den Vorteil, das man eben alles sehr deutlich und idealtypisch darstellen kann, dafür den Nachteil, dass der Übertrag auf das wirkliche Leben schwerer fallen kann.

Ausführlich befasst sich der anschließende Artikel mit einem der wichtigsten Werkzeuge… der Schere. Oder den Scheren. Sehr informativ und systematisch aufbereitet. Nur bei den Tips für Marken darf man im Kopf behalten, dass diese sich auf das beziehen, was auf dem amerikanischen Markt erhältlich ist. Das heißt nicht, daß es nicht noch andere gute Scheren gibt oder vielleicht sogar welche besser für die eigenen Zwecke geeignet sind, als die vorgestellten Modelle.

Völlig ungerührt lässt mich der Artikel, was man mit der Falteinheit (wie auch immer man das auf Deutsch nennt) der Cover machen kann. Weder habe ich eine Cover, noch brauche ich Gürtelschlaufen. Die Armbänder daraus als Zusatzidee könnten aber ein nettes Projekt geben, wenn man Kinder und Teenies mal einen Nachmittag beschäftigen will. Denn Perlen und Kram aufnähen macht man dann eh von Hand.

Bei „essential techniques“ geht es dann auch eher um die Ausrüstung der Nähmaschine, nämlich den Knopfannähfuß und wie man damit umgeht. Bei Knöpfen bleibe ich bei der Handtechnik.

Passend dazu jedoch der „Pattern Hack“, der einer weiten Hose vorne eine Kopfleiste die Beine runter verpasst. Bei der Menge der Knöpfe könnte man in der Tat schwach werden.

„Profiles in Sewing“ stellt Morgan und Matt Meredith vor, einem kleinen kanadtischen Unternehmen, das sich auf klassische Männerschnitte und ausführliche Anleitungen dazu spezialisiert hat. – Thread Theory heißt das Unternehmen. Für die, die Männerschnitte suchen.

Die Leserfragen an die Experten fallen diesmal mit drei Seiten relativ ausführlich aus.

Zum Abschluss noch das nette Geschichtchen und die Nahaufnahme des Norman Norell Kleides aus dem 1960ern. Da bei Abendkleider eh alles erlaubt ist, könnte man das tatsächlich auch heute noch oder wieder tragen.

Sehr schöne Ausgabe… und die nächste liegt schon auf meinem Nachttisch, die wird es aber schwer haben, mitzuhalten. 😉

Kuschelspitze

Warm Lace

Handstulpen in Naturweiß im Durchbruchmuster gestricktLuftiges Muster, dicke Wolle…. da mußten ein paar Reste weg. Nachdem ich nach dem Barbiekleid immer noch von dem „Merino Kid“ von Shibui Knits übrig hatte, jetzt aber nicht mehr viel, suchte ich eine Anleitung mit viel Löchern. Das wurden dann die Green Gauntlets von Mags Williamson. Sicherheitshalber hatte ich schon mal das Garn ausgemessen und die Mitte markiert, so war klar, wo es nicht mehr reichte. Da waren die Stulpen aber so kurz, daß sie gerade mal als Pulswärmer durchgegangen wären. Ein Blick in die Resteschublade zeigte einen weiteren Minirest, „Del Cerro“ von Aslan Trends. Dicker, aber die Farbe passte halbwegs. Das habe ich dann auch bis auf den letzten Zentimeter verstrickt. Nicht so lang wie die Anleitung das vorsieht, aber geht gerade so als Handstulpen durch. Und sehen recht süß aus.

Airy pattern, thick wool… using up remnants was the goal. After knitting the dress vor Barbie there was still some yarn left from „Merino Kid“ by Shibui Knits. But not much. So I was looking for a lacy pattern and found Green Gauntlets by Mags Williamson. I had measured and marked the halfway point of my yarn in advance, so when I reached that the gauntlets were so short they could barely be counted as wristlets. So I found another small remnant, „Del Cerro“ by Aslan Trends. Much thicker, but the color did suficiently fit. And I used that to the last centimeter. The gauntlets are still a good deal shorter than the instructions call for, but they do cover the hands. And look quite cute.

 

Revue de Presse: Burdastyle September 2018

Titel BurdastyleAls ich die Ausgabe aus dem Regal gepflückt habe, hatte es immer noch afrikanische Temperaturen. Das Titelbild erzeugte also einen spontanen Schweißausbruch. Aber daß das Wetter auch Ende August noch so ist, daß man keine Lust auf den Modeherbst hat, war nicht abzusehen. Blau als Farbe ist in meinen Augen aber schon mal gut. Die versprochenen Couture Details auch. Und Klassiker fürs Büro in meiner Größe klingt auch ausbaufähig.

Das Editorial erinnert uns an den burda-style Talent Award und verspricht künftig zwei Nähschulen, eine für Anfänger, eine für Fortgeschrittene. Da sich die von Burde jeweils empfohlenen Techniken in den letzten Jahrzehnte nicht verändert haben finde ich das jetzt weniger spannend… aber gut.

Als ersten „trend“ bekommen wir Gummismok. Ein Stoffschlauch wird zum Top. Nun ja. Geduldsspiel für Anfänger mit geduldiger Nähmaschine. (Gummi auf der Unterfadenspule sollte möglich sein, aber nicht alle Maschinen mögen das. Der nächste Trend sind „Schals“ (ich würde eher sagen zu Kurz geratene Haarbändchen), die man sich jetzt an Taschen knoten soll. Gut, man kann dafür gemusterte Reste von Seide (vermutlich auch dünnem Polyester oder Batist) verbraten…. aber wäre es nicht stilvoller, gleich ein echtes Einstecktuch zu falten und zu knoten? Ach so, das wäre kein Nähprojekt…

„Das will ich“ ist dann das auf dem Titel versprochene Mäppchen in Form eines Donuts. Ich wüßte zwar gerade nicht, wozu ich das brauche und mit der vielen Wattierung ist es auch eher unpraktisch… aber niedlich ist es schon. Für Leute, die gerne ein wenig dekoriern macht das sicher auch Spaß, die zu nähen.

„In voller Blüte“ ist dann das erste Modethema. Dafür, daß ich Blumen eigentlich mag, habe ich dann doch erstaunlich wenige im Kleiderschrank. Ich glaube, ein Sommerkleid. Herbst und Winter denke ich immer, dass das nett wäre… aber dann kommt es dochnie dazu. Mal gucken. Kleid 118 mit Faltenrock, Knopfleiste und Manschetteärmeln ist für mich der Inbegriff des Omakleides. Ja, soziale Prägung und so… aber nicht, bevor ich 80 bin. Modell 113A ist dann schlichter geschnitten, hat aber mit Schluppe,Taillenband und Kellerfalte im Rock dann doch ein paar Details. Ich mag keine Schluppe, kann aber nicht umhin festzustellen, daß der Schnitt generell für gemusterte Stoffe angemessen ist. Nicht ganz platt, aber auch nicht zu viele Details, die im Stoff dann verschwinden. Wie es sitzt kann man natürlich nicht beurteilen, weil das Model…. mitsamt Kleid auf den Stuhl drapiert ist. In Langgröße gibt es dann einen doppelreihigen Blazer. Ich nehme an, ein Basisschnitt. Auch hier verhindert die Pose sehr effizient, daß man was erkennt. Kleid 111 stört das große Muster auch nicht sehr, um Grunde etwas Nachthemdig, aber mit Tunnelzug in der Taille. Wenn man eine gute Figur hat, ist das sicher schnell genäht und sieht gut aus. Wickelbluse 120 fällt unter „ja, auch nett“. Allerdings gibt es hier Taschenuhren statt Blüten im Print. Also selbstgestelltes Thema verfehlt, Burda. (Oder die Redaktion geht davon aus, daß das Gedächtnis der durchschnittlichen Leserin nicht für mehr als vier Bildseiten reicht…) Kleid 101 ist dann ganz ohne Alles… Wirklich nur ein Minimum an Nähten. Da es aus Paillettenstoff genäht wird, passt es aber immerhn zum Stoff. Modell 105 ist eine Jacke. Weder Blüten noch interessant. Super Easy ist dann die Samthose 103A. Gummizug in der Talle bei Samt muß man mögen. Bluse 119 dazu… die Ärmel sind unproportioniert. Vorne nicht weit genug, um als weite Ärmel durchzugehen, aber auch nicht schmal. Sondern eher wie… drei Größen zu groß. Muß wohl Mode sein.
Rock Burdastyle
Begeistert bin ich dann vom Bleistiftrock 110A. Der ist schlicht und lässt den Stoff gut zur Geltung kommen, mit der auffälligen Ziergürtelschlaufe vorne gibt es aber noch einen Extrahingucker. Leider nur bis Größe 44, aber das wäre ein Detail, daß ich mühelos an meinen Standardbleistiftrock „anbauen“ könnte.

Zum Abschluss noch ein schlichter Bademantel… äh Hüllenmantel mit breitem Kragen. Auch eher was für schlanke Frauen, aber relativ schnell genäht. Zum Abschluss gibt es dann noch einige Detailaufnahmen, unter anderem vom Blazer, der auch mal geschlossen und im Stehen gezeigt wird. (Und sie verraten uns, dass sie die Bilder auf Mallorca gemacht haben.)

Das passende Accessoire zur Modestrecke sind diesmal Samtschuhe. Das jederzeit gerne, die waren ja letztes Jahr schon zu sehen. Nur noch keine passenden gefunden.

Zum Legestyle darf diesmal die Samthose mit Gummibund antreten. Also eine Abendveranstaltung, auf der man mit Badlatschen aus Fell kommen darf will ich nicht besuchen. Die Schuhe sind leider so monströs häßlich, daß ich weiterblättern muß, ohne mir den Rest anzugucken.

„Königlich“ nennt sich die nächste Modestrecke und soll mit couturigen Details und edlen Sotffen überzeugen. Dafür bin ich ja immer zu haben. Bluse 112 mit den Schluppen an den Ärmeln muß ich trotzdem nicht haben.
Kleid Burdastyle
Dafür ist Kleid 116 eine reine Freude für mich. Ich mag Kelchkragen, die Teilungsnähte bringen es wunderbar auf Figur und in dem hellen Unistoff zeigen sie eine gewisse Struktur, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Das dürfte jetzt gerne auch in Größe 46 noch drin sein. Wobei die schräge Falte am Ausschnitt mich zu der Überlegung bringt, ob Kelchkleider da generell schwer anzupassen sind, man sich drin nicht bewegen darf oder ob nur dieses Exemplar nicht so gut sitzt?

121A ist dann ein Wickelshirt mit sehr weich drapiert fallender Front. Da weiß ich schon… bei mir klafft das dann. Dazwischen haben wir ein Mädchenkleid (Gr104-130) das mit den Falten im Rock und den großen Knöpfen auf der Front ziemlich 60er Retro daher kommt. Allerdings ist es als Trägerkleid gemacht. Also doch ein wenig aufgefrischt. Dann gibt es das Schluppenkleid 113 B noch mal in hellrosa (hm… königlich fad?) und ein Plüschmäntelchen für die Prinzessin. Die Kostümjacke vom Titel gehört auch in diesen Teil. Ohne die Schluppe wäre die gar nicht so schlecht. Für Kurzgröße gibt es mit Kleid 107A wider ein Modell aus der Schnittreihe „schlicht und brav“. Auch hier ist der Schnitt an sich nicht schlecht und bietet viele Möglichkeiten, aber gerade wenn man zierlich ist muß man bei solchen Formen m.E. sehr aufpassen, daß es am Ende nicht kindlich wirkt. Zumindest für den Beruf will man ja in erster Linie ernst genommen werden und da müssen kleine Frauen oft ohnehin schon kämpfen. Den Bleistiftrock gibt es dann noch mal als 110B in uni, auch da sieht er gut aus. Das schwarte Oberteil sieht in der Zeichnung nach Clown aus, am Modell selber erkennt man nichts. Für kleine Mädchen gibt es dann noch einen Faltenrock, der auf einen Gummi gesteppt ist. (Nicht das schlechteste für Kinder.) Daß man einen Polyesterstoff nehmen soll, damit die Falten besser halten gilt aber nur, wenn man den Stoff in die Plissieranstalt trägt. Mit dem schlichten Dampfbügeleisen, wie vorgeschlagen, bügelt man sich einen Wolf und je nach Stoff ziemlich vergebens. Falten einbügeln ist Strafarbeit. (Und wie man das ohne Heften hinbekommt, ohne dass sie der Stoff dann doch zwischendrin wieder verdröselt und derzieht… das wäre mal ein Video wert…)

Die erste Nähschule befasst sich dann mit der Jacke vom Titel. Ob das jetzt die Nähschule für Anfänger oder für Fortgeschrittene ist verraten sie nicht. Ich würde bei einer Jacke ja eher auf Fortgeschrittene tippen… aber ist das auch für einen Anfänger ersichtlich? Andererseits… daß man die Oberweite messen soll, um die passende Größe zu finden jetzt jetzt auch kein Tipp für Fortgeschrittene, oder?

Danach kann ich beauty wieder fix überblättern.

Der Designerschnitt lässt das Oktoberfest ahnen… es gibt nämlich in Dirndl vom Label „AMSEL“. Die Diskussion, ob das jetzt „Tracht“ ist oder nicht lassen wir mal weg, aber das Modell ist doch relativ traditionell, bedeckt die Knie und hat aber mit dem Schößchen und den kontrastierenden Bindebändern der Schürze so kleine Elemente, die es hervorheben und dezent modisieren. Auch darüber, ob ein Dirndl modisch sein darf kann man streiten, aber ich mag so was, denn so bleibt die klassische Schnittform letztlich lebendig und ist nicht nur ein Museumsstück. Das recht ausführliche Interview mit der Designerin finde ich auch interessant. (Obgleich ich die vielen „das habe ich nur für mich entworfen und dann haben mich alle Freunde gefragt, ob sie auch eines haben können“ Stories dann doch eher ins Reich der schönen Legenden einordne.)

Weiter geht es dann mit einem ebenfalls sehr langlebigen und klassischen Modethema… Black & White. Shirt 121B in Wickeloptik kommt auch mit kleinem Muster gut zur Geltung, es ist interessant zu sehen, wie es bei der gestreckten Pose des Models völlig anders wirkt. Shirt 102 fällt unter „halt ein Shirt“ und Hose 106B unter „halt eine Hose“. Zugegeben, in genau diesem Stoff wirken die Teilungsnähte vorne recht interessant. Am kastigen Sweatshirt 108 ist auch mehr der Stoff interessant, wobei die technische Zeichung noch ein paar Abnäher oder Falten in den Ärmeln verrät, die das Bild aber wirklich exzellent versteckt.
Kleid Burdastyle
Sehr gut gefällt mir diese Variante des Kurzgrößenkleides (107B). Der eher niedlich, kindliche Schnitt wird durch den schwarz-weißen Stoff gut ausbalanciert und die Mustergröße passt gut zu einer zierlichen Proportion. Vorausgesetzt natürlich, man bekommt dann einen vergleichbaren Stoff….

Modell 109A nennt sich Jacke, ich sehe da ja eine Weste, die bißchen überschnittenen Schultern reichen noch nicht, um eine Jacke draus zu machen. Vermutlich gerade sehr in… aber nichts, was ich freiwillig tragen würde. „Super easy“ ist dann Gummzughose 103B. Halt eine Gummizughose. Bequem sicher, aber das mit dem „gut angezogen“… naja… Modell 104 nennt sich Parka, ich sehe da eher einen Kurzmantel. Der trotz seiner extrem sportlichen Grundform mit den Quersteppungen am Saum recht elegant daher kommt. Das sind die kleinen Kontraste und Brüche, die ich mag.

Die nächste Nähschule wendet sich dann explizit an „Einsteiger“ und präsentiert das Sweatshirt mit den Ärmelfalten. Hier bekommt man sie wenigstens etwas zu sehen. Der Schnitt ist zwar deutlich einfacher, aber dafür fällt die Anleitung dann entsprechend kürzer aus. Ob das dann anfängerfreundlich ist?

Dafür bleibt aber mehr Platz für Werbung… äh ein Gewinnspiel, das was mit der Serie Babylon Berlin zu tun hat. Wobei der Preis in keinem erkennbaren Zusammenhang zur Serie steht und die Serien in keinem Zusammenhang zum Burdaheft….

Statt „accessoires“ gibt es „inspiration“. In schwarz und weiß. Scheint aber inhaltlich das gleiche zu sein, nur eine andere Überschrift.

Und wenn man nicht aufpasst, bekommt man gleichen Design dann auch noch die Beautyseite untergemogelt…

„French chic“ ist dann das Motto der Plus Strecke. Die Verwandlung eines Trenchcoats in ein Etuikleid ist ja schon seit einiger Zeit bei diversen Designern zu sehen und Burda macht da auch mit. Das Kleid scheint aber schmaler geschnitten zu sein, als ein Mantel. Die Idee gefällt mir jedenfalls, auch wenn man in Dunkelblau auf den Bildern mal wieder nichts erkennt. Dann gibt es eine Cabanjacke, die auf alle Fälle recht französisch ist. Mit dem Chic weiß ich gerade nicht recht. Eher romantisch dann Kleid 123 mit schwingendem Rock. Bisschen brav… ob die in Fältchen gelegten Armkugeln das besser oder schlechter machen ist schwer zu sagen. Da hängen wieder mal Haare davor. (Ob die Photographen eine Extraprämie dafür bekommen, die entscheidenden Schnittdetails zu verdecken?) Shirt 126B hat zwar eine Falte auf der Schulter, aber Bindegürtel hin oder her bleibt es ein überweites Shirt. Und die weiten Ärmelsäume haben keine schöne Proportion. Pulli 125 ist auch ganz schlicht, zumindest für die Bilder lässt sich der Kragen aber seeehr attraktiv drapieren. 🙂 Shirt 126A gibt es dann noch mal in gestreift, ruft bei mir aber nicht viel mehr Begeisterung hervor. Hose 125 mit den Riegeln am Bund sieht auf der Zeichnung vielversprechend aus (Hosen müssen ja viel tun, um meine Aufmerksamkeit zu bekommen), auf dem Photo ist hingegen in absaufendem Dunkelblau… wenn man ganz genau hinsieht, erkennt man einen Katzenbart… aber das ist alles.

Als „must-have“ der Saison wird uns denn der Trenchcoat vorgestellt. Wobei der doch immer Saison hat.

Dann gibt es die Beauty-Seite, die was mit Pflanzen zu tun hat. Diesmal Cranberry.

„Wie geht eigentlich“ zeigt uns dann das Handnähen von Augenknopflöchern, Ah, das ist der Bezug zum Couture-Thema… ob das jetzt aber für Profis wie behauptet eine „Herausforderung“ ist? Na ich hoffe nicht.

„Die brauche ich“ sind diesmal Knöpfe. Gut, Kleidung ohne Knöpfe ist in unserem Kulturkreis wirklich nicht so praktisch. Wie üblich ist das Ausmaß an tatsächlicher Information beschränkt, ber wer ganz neu im Thema nähen ist, lernt vielleicht ein paar nützliche Begriffe. Unter „gängige Materialien“ finden wir dann alle möglichen Exoten, nur das häufigste Material, nämlich Kunststoff nicht… (Und Holzknöpfe besonders gerne an Kinderkleidung… mit dem Hinweis, sie beim Waschen zu schützen… auf die Idee kommt wohl auch vor allem jemand der entweder keine Kinder hat oder jemanden bezahlt, der sich um die Kleidung der Kinder kümmert… 😉 )

Nett ist der Nachbericht über die Ausscheidung zum Burda Style Talent. Immerhin sind auch mal Bilder dabei, die groß genug ist, um ein bisschen was zu erkennen… Die „letzte gute Idee“ ist dann diesmal ein Samtschleifchen für die Haare. Habe ich schon ein paar Mal gesehen und frage mich immer, warum Leute freiwillig so was tragen, was so langweilig und bieder aussieht? Aber gut.

Okay, der Titel hat diesmal ja mehr Erwartung gewecht, aber ein paar nette Teile sind im Heft. Und… die nächste Ausgabe erscheint erst nächste Woche, da bin ich ja glatt schnell… 😉

Bilder sind als Zitate zu verstehen, die Rechte liegen beim Burda-Verlag.