Das erste Ergebnis habe ich beim Schlafanzug ja schon gezeigt. Da ich den Schnitt das erste Mal verwendet habe, auch ein paar Worte dazu.
Gekauft habe ich mir den Schnitt, um mal etwas schönere Oberteile für den Sport zu bekommen. Die gekauften sind nutzbar, aber halt weder auf große Oberweite ausgelegt, noch auf breite Hüften. Oder Säcke. (Und wenn dein Sport „Tanzen“ ist, siehst du dich auch ständig im Spiegel…) Dieser Schnitt hat vorne Wiener Nähte (und hinten entsprechend geformte Teilungsnähte) die dann in bequeme Raglanärmel hinein laufen. Und damit es unten am Saum nicht so langweilig wird, sind noch Falten in die Teilungsnähte gearbeitet sowie eine Falte in der vorderen Mitte.
Was ich an den amerikanischen Schnitten generell gerne mag ist, dass man oft einen Baukasten bekommt. Das Shirt gibt es in drei Lägen, in zwei Ärmelvarianten und wahlweise mit Kapuze oder mit Abschlussbündchen. Und alles beliebig kombinierbar. Da ich eh einen Schlafanzug brauchte, war das ideal, um den Schnitt zu testen.
Ich habe mich für die mittlere Länge, den längeren und weiteren Ärmel sowie die Variante ohne Kapuze entschieden. Im Bett weder nötig noch praktisch.
Ich habe mich für Größe 20 entschieden und weil die Fertigmaße an der Hüfte ausreichend waren, habe ich da auch nicht wie meistens erweitert. Was mir an der Maßtabelle positiv auffällit ist, dass auch angegeben wird, dass die Hüfte 23 cm unterhalb der Taille gemessen wird. Da kann man auch besser sehen, ob man eventuelle Mehrweite tatsächlich an der Hüftlinie des Kleidungsstückes braucht, oder ob die eigene Anatomie den maximalen Umfang woanders hinsetzt.
Dazu brauchte ich natürlich eine FBA, wie immer ausgerechnet nach der Maßtabelle. Meine Oberweite liegt 5cm über dem Tabellenwert für Größe 20, also kommen an jeder Seite 2,5cm Mehrweite dazu. (Und am mittleren Vorderteil auch die entsprechende Mehrlänge, die sich draus ergibt.) Nicht ganz so optimal ist, dass kein Brustpunkt angegeben ist (andererseits läge der genau auf der Naht), aber die Höhe der Brustlinie hilft ausreichend weiter. Und nein, ich orientiere mich nicht an den Fertigmaßen und „passt schon rein“, sondern mache auch bei elastischen Stoffen eine FBA, weil der Stoff einfach besser fällt. (Bei sehr weiten Shirts, also wenn ich 20 cm Designzugabe auf der Brustlinie habe mache ich die FBA eventuell etwas kleiner. Weil man bei solchen Schnitten meistens keine so stark gebotenen Nähte haben will.)
Die andere „übliche“ Änderung war, dass 3cm Länge oberhalb der Taille rausgenommen habe. Die zusätzliche Kürzung in der hinteren Mitte habe ich diesmal weggelassen, der Schnitt ist nicht so eng und auch nicht so lang, dass das nötig wäre.
Die Raglanärmel haben keine Abnäher auf der Schulter, daher habe ich auf meine übliche leichte Kürzung der Schulternaht verzichtet.
Als Stoff hatte ich einen gemusterten Baumwolljersey mit Elasthan (ein Maß für die nötige Dehnbarkeit des Stoffes ist auch auf der Schnittmustertüte), der nach der Bestellung doch etwas weniger ansprechend war als auf der Webseite. Die Bündchen habe ich aus einem etwas gerippten Jersey aus meiner Trigema-Kiste gemacht. (Aus dem ich auch die Schlafanzughose genäht habe.
Bei der Anleitung habe ich mich weitgehend dran gehalten, außer dass ich alles mit der Overlock genäht habe. Ich habe schon rausgefunden, dass Overlocknähte sich von selber bevorzugt in eine Richtung legen und habe das bei der Nahtrichtung so gemacht, dass sich die Falten dann freiwillig in die richtige Richtung legen. (Die Originalanleitung sieht vor, dass man die Nahtzugaben der Teilungsnähte auseinanderbügelt. Den Punkt, wo die angeschnittenen Faltenzugaben sich treffen zu treffen war mit der Overlock auch nicht so einfach, aber da die Falten zur Seite gelegt werden, war das egal.
Die Falten werden von rechts festgesteppt, das habe ich mit der Nähmaschine gemacht, auch die Bündchen zum Ring schließen war ein Job für die Nähmaschine, denn die Nähte brauchen keine Dehnbarkeit, sollen aber flach liegen.
Den Saum habe ich brutal gecovert. Das funktionierte gut, allerdings muss man die Faltenbrüche dann etwa kräftiger flach bügeln. Für ein Shirt für „schön“ könnte man sich da noch was hübscheres überlege .
Sonst funktionierte an der Anleitung aber alles. Abgesehen davon, dass ich am Ärmel vorne und hinten eine Passmarke hatte, am Oberteil aber nur an einer Stelle. Ich habe nicht überprüft, ob ich das beim Kopieren übersehen habe, aber genau das gleiche Problem hatte ich schon bei einem anderen Schnitt mit Raglan von Simplicity…
Mit dem Ergebnis bin ich so zufrieden, dass es schon eine weitere Version in „cropped“ und mit Kapuze gibt. (Bilder kommen noch.) Aus flauschigem Sweat-Stoff, der weniger elastisch ist, als die Anleitung angibt. Passt aber trotzdem.
Den Saum finde ich ein wenig zu kurz zu Leggings, da werde ich bei der nächsten Version (dann hoffentlich für den Sport) am Saum die 3cm zugeben, die ich oben rausgenommen habe.Vielleicht auch fünf oder sieben…
Die Ärmelbündchen könnten aus einem etwas festeren Stoff sein, aber für den Schlafanzug ist es okay.
Mit der Falte in der vorderen Mitte bin ich mir noch nicht ganz sicher. Die Falten werden jeweils zu den Seiten gelegt, aber an der vorderen Mitte wird es dadurch unsymmetrisch. Ich bin noch am Überlegen, ob ich die Falte weglasse oder einen zusätzlichen Faltenboden für eine Kellerfalte zufüge, damit es symmetrisch ist. Und dann vielleicht hinten auch noch eine Kellerfalte und… noch ein bisschen länger?
Mal sehen…













