Vogue V8972, Modell C (Kleid)

Pepitakleid

Gefühlt habe ich diesen Schnitt schon seit ewigen Zeiten, aber überraschenderweise gibt es ihn bei Vogue noch zu kaufen. Offensichtlich ein erfolgreicher Schnitt. Da es gleichzeitig ein „Vogue Easy Options“ und ein „Custom Fit“ (also Cups wahtlweise A, B, C, oder D) Schnitt ist, ist er wohl von Anfang an als „Longseller“ geplant.

SchnittMein Anlass war eine größere Feier, die dann letztlich die perfekte Ausrede lieferte, mir auch den passenden Stoff zu gönnen. Von Sacré Coupons in Paris ein Merino Pepita mit etwas Silberlurex. (Mit dem Pepita war dann die Handykamera auch heftig überfordert, wie man sieht. Es sind wirklich sehr kleine Karos.) Somit gleichzeitig festlich (ich hatte das Kleid dann u.a. auch Weihnachten, Silvester und auf einer anderen Feier an), durch den grundsätzlich „serösen“ Wollstoff aber auch bürotauglich. Zumindest so lange Lurex und Glitter gerade Trend für die Alltagsmode sind. Für die Qualität war der Stoff nicht sehr teuer, aber da es ein 3m Coupon war, war der Gesamtpreis auch zu hoch, um ihn zu versaubeuteln.

Die Feier war sicher die Ausrede, den Stoff zu kaufen (ich hatte ihn zuerst liegen lassen, bin dann aber einen Tag später noch mal hin,..), aber das Kleid hat es dann auch verdient, öfter als einen Tag getragen zu werden. Und eigentlich, wäre auch ein Probemodell nicht schlecht gewesen. Dazu reichte aber die Zeit nicht und da ich ja erst wenige Wochen vorher ein Kleid nach einem Butterick Schnitt genäht hatte, habe ich die dort durchgefährten Änderungen mehr oder weniger blind auch auf diesen Schnitt übertragen.

Eigentlich hat der Schnitt ja unterschiedliche Cup Größen, aber zum einen habe ich diesen Sommer beim BH Kauf festgestellt, daß D auch nicht reicht, zum anderen hat sich meine eigene Vorgehensweise mit FBA bewährt, weil die auch gleichzeitig mehr Platz am Bauch einräumt…

Ich habe den Schnitt in Größe 20 als Basis genommen. Als FBA habe ich im Oberteil auf jeder Seite 1,5 cm eingefügt, im Ganzen also 3 cm. Da der Schnitt aus sehr vielen Teilen besteht, sind Änderungen nicht ganz trivial. Damit das Miederteil und der Rock zum geänderten Oberteil passen, habe ich da die Schnittteile dann nicht direkt an den Stoffbruch gelegt, sondern mit 1,5 cm Abstand. (Und habe das auch auf meinen Schnittteilen so vermerkt, falls ich den Schnitt noch mal verwende.)

In der Länge habe ich oberhalb der Taille das Miederteil brutal um 3 cm gekürzt, mein Miederteil ist also deutlich schmaler, als die Vorlage, das passt aber gleichzeitig besser zu meinen Proportionen. Gleichzeitig habe ich aus dem Rückenteil darüber auch noch mal 3 cm Länge in der hinteren Mitte rausgenommen, zu den Seitennähte verlaufend. Das geht mit entsprechenden Markierungen, Konzentration und Erfahrung auch mit den schon angeschnittenen Nahtzugaben. Wer weniger Erfahrung damit hat, schneidet die Nahtzugaben am Schnittteil eventuell lieber erst mal ab und klebt hinterher wieder welche dran oder zeichnet sie auf dem Stoff an.

Kleid von hintenAuch der Oberarm kam mir nach den Maßangaben sehr eng vor, also habe ich da den Ärmel aufgespreizt und auf Höhe der Markierung für den Oberarmumfang 4cm erweitert. Ebenfalls verlaufend, so dass sich weder die Ansatznaht der Armkugel geändert hat noch die Saumweite. Das wäre, vom fertigen Kleid aus betrachtet, auch mit weniger oder ganz ohne gegangen, aber so habe ich auf jeden Fall bequeme Ärmel, in denen ich mich bewegen kann.

Was ich nicht gemacht habe, mir aber mal angewöhnen sollte zu tun: die 3 cm Länge, die ich nur im Rücken rausnehme, über dem Po im Rockteil wieder zugeben. Da brauche ich sie nämlich wieder und der Saum ist dann bei gemusterten Stoffen immer schief…

Zusätzlich habe ich dann von der Taille zur Hüfte auf Größe 22 erweitert. Da bin ich wohl etwas steil rausgefahren, denn das Kleid beutelt da etwas. Zum Glück ist der Stoff weich genug, dass das nicht so auffällt. Theoretisch will ich das mal noch ändern, aber festlegen, dass ich das tatsächlich tue will ich mich dann auch nicht.

Bei der Verarbeitung gab es wieder eine oder zwei Stellen (ich glaube, vor allem an Quernähten), wo die Nahtstrecken zwar gestimmt haben, die Passzeichen aber nicht. Den Zettel, wo ich mir das notiert habe, finde ich natürlich nicht mehr. Und überhaupt hatte ich diesen Artikel ja direkt nach Fertigstellung des Kleides schreiben wollen, nicht erst Monate später…

Da mir die Verarbeitung des Futters bei dem oben verlinkten Butterick Kleid so gut gefallen hat, habe ich das hier genauso gemacht. Also erst Oberteil am Ausschnitt mit Futter verstürzen, Miederteil und Rockteil zusammen nähen und dann zwischen Futter und Oberstoff des Oberteiles zwischenfassen. Beim Reißverschlussschlitz zuerst ein paar Zentimeter getrennt nähen, damit man das hinterher gegeneinander einschlagen kann. Ärmel und Futterärmel werden am Saum verstürzt, dann wird der Ärmel eingesetzt, dabei durch Futter und Oberstoff genäht und am Ende der Futterärmel von Hand gegen genäht. Von Hand wird auch das Futter am Saum und am Schlitz angenäht.

Beim Reißverschluss wollte ich diesmal einen sichtbar aufnähen, bei Stoff und Stil in Köln fand ich einen eigentlich teilbaren aus Metall mit einem silbernen Reißverschlussband. Oben am Halsausschnitt habe ich wieder ein kleines Tab aus Futterstoff mit Druckknopf genäht. Gefällt mir besser, als die Lösung mit Haken und Öse. (Futterstoff war wieder mein bewährtes Venezia, wo ich nicht mehr weiß, wo ich es gekauft habe. Ich hatte beim letzten Kauf in schwarz gleich 10m bestellt.)

Da ich nicht ausschließen will, auch mal mit dem Kleid Rad zu fahren, habe ich den Schlitz noch mit einer Fliege von Hand gesichert. Die wäre mit dickerem und weicherem Garn vermutlich schöner geworden, Andererseits verschwimmen auf dem Pepita die Konturen eh optisch.

Mit dem Ergebnis bin ich extrem zufrieden, ich habe mich auf den Feiern wohl gefühl, durch den „korrekten“ Stoff und die schwarzen Absteppungen werde ich es aber auch problemlos ins Büro tragen können. Ich kann mir auch vorstellen, mal noch eine der Varianten mit kurzen Ärmeln oder ärmellos für den Sommer zu nähen. Die Varianten mit dem weiten Rock gefallen mir allerdings nicht so gut, die wirken auf mich schnell etwas truschig. Aber die würden mir vermutlich auch nicht gut stehen.

Ein schöner Schnitt für kurvige Frauen, das Anpassen ist zwar nicht trivial, aber andererseits hat man durch die vielen Einzelteile und Teilungsnähte auch viele „Stellschrauben“. 🙂

 

Kaninchen in Rot-Gold

Kaninchen in Rot und GoldBei der Resteverwertung habe ich ja immer viel Spaß, daher wurde der Rot-goldene Stoff auch noch ein einfaches Kaninchen nach einer Anleitung von Aranzi Aronzo.

Da der Stoff extrem ausfranst, war es nicht ganz einfach, vor dem Nähen versäubern wäre nicht schlecht gewesen… aber ich habe es hinbekommen. (Mund und Augen sind aus Fleece, der bunte Stoff kommt von Malhia Kent.)

Nadelstatistik 2019

Mein privater Rückblick… gefühlt habe ich dieses Jahr relativ viel genäht und kaum gestrickt. In Zahlen schlägt sich das nur teilweise nieder.

Genäht (und gebloggt, weil wie jedes Jahr sind ein paar Sachen fertig, aber noch nicht im Blog erschienen) habe ich nur 16 Teile. Das sind 11 weniger als letztes Jahr. Allerdings habe ich diesmal keine Weihnachtsssäckchen genäht (die immer „Masse“ machen) und es waren mehrere Kleidungsstücke, teilweise auch recht aufwändige.

Die Schnitte, die ich am häufigsten verwendet habe kamen von Burda, das waren sechs Schnitte. Was auch genau der Anzahl der genähten Barbie Teile entspricht. Danach kommen drei Schnitte aus dem Buch von Aranzo Aronzi, also wieder Kleinkram. Je zwei Schnitte kamen von Meine Nähmode und Butterick, wobei das jeweils der gleiche Schnitt war, zwei Mal genäht und auch zwei selbst erstellte Schnitte. Und noch ein Schnitt von Vogue.

Gestrickt habe ich genau vier paar Socken nach meiner eigenen Anleitung. Also… wirklich langweilig.

Neue Anleitungen habe ich nicht geschrieben, damit bleibt die „Hackensocke“ dort meine beliebteste Anleitung mit 1512 Herzchen. Inzwischen wurden sie 51 mal nachgestrickt und setzen sich auch da an Platz 1 der Statistik.

Das letzte Teil, das ich 2019 tatsächlich 2019 fertig gestellt habe, war ein Barbiekleid (Überraschung…), das letzte „echte“ Kleidungsstück eine Jacke nach einem Vogue Schnitt. Die wurde im Oktober für eine Feier schon fertig. Schnittbesprechung fehlt noch…

Das letzte fertig gestrickte Werk war ein Paar Socken für unsere Obdachlosenaktion. Oder DAS Paar Socken. Mehr habe ich nicht geschafft.

Aktuell sind wieder Socken auf den Nadeln, die sollte men Bruder zu Weihnachten bekommen, da war dann aber klar, daß die nicht fertig wurden und er mußte mit einem anderen Geschenk vorlieb nehmen. Und unter der Nähmaschine liegt wieder ein niedliches Tierchen nach Aranzi Aronzo. 🙂

Mal gucken, was dieses Jahr nähtechnisch so bringt.

Typisch Vorweihnachtszeit…

… ist bei mir ja auch das mit Sorte und Jahr besticken der Marmeladenglas-Deckel.

Deckel von MarmeladengläsernWeil in der Adventszeit brauche ich meine Küchenablage zum Plätzchen ausrollen, da muß vorher endgültig alles weg, was ich nicht brauche.

Und Marmeladenvorräte brauche ich dann nicht. (Und dass man besser nie etwas unbeschriftet wo hin stellt, weil man ja noch weiß was es ist… die Lektion habe ich auch schon gelernt.) – Dieses Jahr übrigens Himbeermarmelade, einen Teil davon mit Rosmarin.

Als Stoff diente pinkfarbenes Futter, das ich in einen kleinen Handstickrahmen eingespannt habe. Dann geht das auch ohne weitere Unterlage zu besticken, mit der Freihandfunktion der Nähmaschine.

Noch ein Punkt abgehakt.

Pracht in Pink und Rot

Natürlich wieder im Kleinformat….

Barbiekleid in Rot und PinkDiesmal habe ich einen historisch angehauchten Barbie-Schnitt (immer noch die gleiche Burda Sonderausgabe für Barbie) mit modernen Stoffen kombiniert.

Kleid von HintenStatt weißem Unterrock und weißen Ärmeln habe ich den pinken Futterstoff genommen, mit dem ich auch mein Kleid aus dem roten Stoff gefüttert habe.

Ich finde, durch die Stoffkombination wirkt das Kleid sehr stark und ist definitiv eine „große Robe“ für einen Ball oder so, aber wirkt trotz der vielen Details gar nicht mehr so historisch.

(Dafür mag ich übrigens meine Experimente im Kleinformat. Nein, so ein Kleid werde ich mir nicht nähen, aber ich kann sehen, wie die Farbkombination wirkt.)

Die Raffungen im unteren Rock sahen ja auf dem Bild im Heft eindrucksvoller aus, aber den Angaben nach (und auch der Endlänge nach) war es nicht mehr als das. Und ich habe gelernt, wie man bei so einem mehrteiligen Rock das Problem der Öffnungen löst… Die Anfertigung war für so ein kleines Kleid aber sehr aufwendig.

Der untere Rock war im Original aus Taft, mein Futterstoff ist deutlich weicher. Daher steht er weniger schön, der Oberstoff ist schwerer. Aber es wird ja alles als Spielzeug enden…

Superspäter Nadelblick

Puppenschnitt auf Folie kopierenDa ich am Wochenende wieder unterwegs war, diesmal noch später. Aber es gibt auch nicht so viel zu sehen.

Da ich meine „großen“ Projekte fertig habe, amüsiere ich mich ein wenig mit Resteverwertung. Auf dem Bild sieht man aber, was passiert, wenn man Telefonate nutzt, um einen Barbieschnitt zu kopieren. Telefonat zu Ende, kopieren nicht… dann liegt das halt zwei Wochen so herum.

fast fertige SockenUnd da die Socken aus unserer „Socken für Obdachlose“ Aktion übermorgen zur Diakonie sollen, muß ich meine zweite Socke morgen auch noch fertig stricken.

Zum Glück ist es nur noch eine Runde und dann das Bündchen. Das klingt realistisch. Auch ohne Nachtschicht.

Das Abwiegen der Wolle zur gleichmäßigen Farbverteilung ist mir diesmal allerdings nicht gut gelungen. Ich habe eine „neue“ gebrauchte Briefwaage, da muß ich mal im Auge behalten, ob es an der Waage liegt oder ich einfach nicht aufgepasst habe.

Aber sie werden Füße wärmen und das ist die Hauptsache.

Blümchen-Poney

hellblaues Stoffpony mit BlümchenDas „wilde“ Poney bekam jetzt noch einen zart gemusterten Cousin. Hellblau-weiß kariert mit weißen Blümchen. Den Stoff von dem Sommerkleid habt ihr ja schon ein paar Mal gesehen.

Mit dem bunten Filz konnte eine Nähfreundin aushelfen.

Das Nähen ging diesmal etwas schneller, der Stoff franst weniger aus, das Modell ist etwas größer und ich hatte richtigen Filz und genug davon, so daß ich auch die Ohren und den Schwanz nur zuschneiden mußte und direkt verwenden konnte.

(Almählich ist mein Kistchen für diese Figuren voll, ich werde wohl mal wieder Abnehmer suchen müssen…)

Butterick B5971, Modell A und B (Kleid)

rotes KleidDiesmal gibt es vom fertigen Kleid leider nur ein originales Partybild…. für alles andere hat die Zeit nicht gereicht.

Schnitt Butterick B5917Wie meist bei mir ist der Schnitt mehr als gut abgelagert, 2013 habe ich ihn beim Erscheinen gekauft. Doch irgendwie ergab sie nie die Gelegenheit, so ein Kleid auch zu nähen. Einige Jahre später lief mir bei Malhia Kent ein roter Stoff mit Gold zu, den mein geistiges Auge eigentlich gleich mit diesem Schnitt vereinte.

Nur… zum einen brauche ich selten goldene Glitzerkleider, zum anderen sah der Stoff nicht wirklich so aus, als ob man ihn waschen könnte. Und Materialangaben gibt es auf dem Wühltisch von Malhia Kent ja nicht.

Und ein ärmelloses Kleid, das man nicht waschen kann? Keine gute Idee. Zumal die Reinigung ohne Materialangaben auch nicht risikolos ist. Also blieben Schnitt und Stoff im Lager.

Nun brachte dieser Sommer aber eine Feier, wo ich genau so ein Kleid hätte tragen können. Nachdem ich den Stoff nicht anderweitig verwendet hatte, wusch ich erst mal ein kleines Stück von dem Stoff, was der überlebte. Daraufhin nahm ich meinen Mut zusammen, stopfte ihn in einen Wäschsack und warf ihn im Wollwaschgang auf kalt und mit 600 Umdrehungen Schonschleudern in die Waschmaschine… etwas kleiner, aber keine Schäden.

Allerdings lose gewebt, also kein Stoff, den man öfter anfassen sollte als nötig. Und ein Schnitt, der wirklich gut sitzen sollte. Also besser erst mal ein Probekleid. Da ich eh noch ein Sommerkleid brauchen konnte entschied ich mich für die Version A mit den Ärmelchen. Aber ohne die Rüsche. Wühlen im Vorratslager fand einen festen Baumwollstoff in einem winzigen hellblau-weißen Karo mit aufgedruckten Blümchen. Von Hüco-Stoffe in Berlin für ein Sommerkleid gekauft. Da ich schon sehr lange nicht mehr in Berlin war, dürfte das schon so zehn Jahre her sein…

helblaues SommerkleidAls erstes eine Runde Schnittänderungen. Wie üblich habe ich die Größe 20 als Ausgangspunkt genommen. Auf jeder Seite 2cm mit einer FBA eingefügt und den dadurch entstandenen Abnäher dann in die Kräusel unter der Brust verlegt.

Da ich auch unterhalb der Brust etwas breiter bin, als vorgesehen, habe ich da ebenfalls zugegeben, einfach indem ich das Rockteil mit Abstand zum Stoffbruch gelegt habe. Was an Hüftweite dann noch fehlte, kam an der Seitennaht dazu, wo ich zwischen Taille und Hüfte auf Größe 22 gegangen bin.

Der Oberkörper muß bei mir auch immer gekürzt werden, das Rockteil geht ja bis über die Taille, also habe ich oberhalb der Taille 2 cm rundum rausgenommen und im Rücken des Oberteils noch mal 2cm an der hinteren Mitte, schräg verlaufend zur Seitennaht.

Die Ärmel sind auch etwas grenzwertig am Oberam, da genügte es aber, die Nahtzugabe etwas zu reduzieren.

Die Schnittteile passten auch nach der Veränderungen gut aneinander, allerdings waren einige Passzeichen am Schnitt einfach falsch. Da die Teile passten, habe ich die Passzeichen dann halt ignoriert.

In der Verarbeitung bin ich deutlich abgewichen. Im Schnitt wird nur das Oberteil gefüttert, ich wollte aber auch den Rock füttern. Außerdem mag ich es, wenn das Rockfutter in der Taille noch mal mit dem Rock verbunden ist, dann rutscht das alles nicht so rum und ich finde, gerade bei engen Sachen trägt sich das besser. Um das zu erreichen, habe ich das Oberteil am Ausschnitt mit dem Futter verstürzt, dann zur hinteren Mitte auf etwa 10 cm Rock und Oberteil von Futter und Oberstoff getrennt zusammen genäht und für den Rest sozusagen das Oberteil (mit Futter als eine Lage) zwischen Oberstoffrock und Futterrock „gesandwiched“. So bleibt das Futter, wo es ist, ich hatte aber noch genug Spielraum, den Reißverschluss nur auf den Oberstoff zu nähen und hinterher das Futter eingeschlagen von Hand auf das Reißverschlussband zu nähen. Dann sieht das hinterher von innen alles sauber aus.

(Wie ich den Ärmel gemacht habe,habe ich ja schon hier und hier gezeigt.)

Am Schlitz und am Saum habe ich das Futter auch von Hand angenäht. Und da ich Ausschnitt und Ärmelsaum abgesteppt hatte, habe ich den Saum auch einfach mit der Maschine genäht.

Sommerkleid von allen SeitenMit dem Ergebnis war ich dann weitgehend zufrieden (für ein Sommerkleid auf alle Fälle zufrieden genug, um es zu tragen.)

Allerdings war der Rücken offensichtlich immer noch zu lang. (Was vorne doof aussieht, lag am BH… das war so ein Lümmel-BH kurz vor Materialversagen… und der kleine Knick über dem Po ist ein nicht gut ausgebügelter Reißverschluß. Das gab sich, nach dem ersten hinsetzen.)

Also habe ich noch mal einen Zentimeter oberhalb der Taille am Rock rausgenommen sowie einen weiteren Zentimeter im Rückenteil, verlaufend zur Seitennaht. Vom roten Kleid habe ich kein Bild von hinten, aber da passt es. (6cm im Rücken rausnehmen ist eine Hausnummer… irgendwann denke ich auch mal dran, zwei bis drei davon genau über dem Po wieder einzufügen, damit meine Rocksäume gerade werden… )

Genäht habe ich ansonsten fast genauso, nur dass es keine Ärmel gab und stattdessen die Rüsche im Ausschnitt. Da mein roter Stoff relativ steif ist, war ich mir nicht sicher,ob ich den so stark zusammenraffen könnte, wie in der Anleitung (für deutlich weicheren Stoff) vorgesehen, aber dank des sehr reißfesten Fadens von Alterfil und vorsichtiger Behandlung beim Ziehen. ging auch das. (Alternativ hatte ich schon überlegt, Fältchen zu legen.)

Was ich leider nicht mehr genau weiß ist, wie ich es geschafft habe, den Armausschnitt und den Halsausschnitt zu verstürzen? Nicht über die Schulternaht, das ist sicher (das wäre wegen der Rüsche nicht gegangen. Die Seitennähte habe ich zum Schluß gemacht, das weiß ich noch. Falls ich das Kleid noch mal genau so nähen sollte, muß ich neu denken. 😛

Da mein roter Stoff quasi gar nicht durch Bügeln zu fixieren ist, habe ich auch wieder Ausschnitt und Armausschnitt abgesteppt, insbesondere auch entlang der Rüsche, die so in ihre Lage gezwungen wird.

Mit meinem Ergebnis bin ich jedenfalls sehr zufrieden. Ob ich das Partykleid noch mal anziehen kann steht in den Sternen, aber das Sommerkleid wurde diesen Sommer mehrfach getragen. Ob ich noch eine dritter Variante brauche, weiß ich allerdings nicht. Ich habe ja noch so viele andere Schnitte… Und die Version mit den längeren Ärmeln und dem weiteren Rock gefällt mir ausgesprochen nicht. die hat so was truschiges. (Lange Ärmel und schmaler Rock? Hm… müßte ich die Ärmel aber massiv weiter machen… )

 

Trägerlose Rosen

schulterfreie Bluse mit RosenmusterDas Bild ist diesmal besonders schlecht, aber anders als Selfie vor dem Spiegel ging leider nicht und es war relativ klar, dass ich die Bluse vermutlich dieses Jahr zum letzten Mal tragen würde. Und bis nächstes Jahr habe ich es dann vergessen…

Den Simplicity Schnitt aus der „Meine Nähmode hatte ich ja hier schon vorgestellt. Das war aber nur das Probeteil, bevor ich meinen deutlich mehr als zehn Jahre gehüteten Baumwollstoff mit dem Rosendruck angeschnitten habe. (Vermutlich ein Batist mit noch kleinen eingewebten Pünktchen.) Die Lochstickerei entlang der Kante fällt auf dem Bild nur wenig auf, im Natura erkennt man sie aber besser.

Den Schnitt habe ich genauso wie beim Probeteil genäht, mit einer Änderung… keine Träger.

Das Probeteil hatte ich schon einige Male angehabt und habe jedes Mal festgestellt, was ich ja eigentlich schon wußte… entweder ein Teil paßt mit Trägern (dann hängt es an den selbigen) oder es passt ohne Träger, dann fallen die Träger regelmäßig von den Schultern, sobald man sich bewegt.

Deswegen hing diese Bluse auch monatelang im Zustand „nur noch die Träger annähen“ auf der Puppe. Weil… mit Trägern gefiel mir einfach nicht.

Bis ich tief Luft holte, mich ins Kölner Wäschehaus begab und für unglaublich viel Geld einen trägerlosen BH kaufte. Der passt und hält. (Dabei mal ein Update über meine BH Größe bekam, was auch erklärt, daß in den letzten Jahren zwischendrin ausprobierten BH Schnitte alle nicht so toll paßten. Mein Körper hat das Fett offensichtlich sehr weiblich angelegt, so daß ich von einem C-Körbchen im Alphabet ziemlich weit entfernt bin. Damit habe ich jetzt die Größe, von der ich schon immer die Bügel hatte. Und kann damit auch mal wieder einen BH kaufen. Yeah!) Okay, ein MeditationsBH ist es nicht, der sitzt schon stramm und entspanntes Atmen… na nicht so. Aber das erweitert mein modisches Spektrum schon enorm.

Jetzt trage ich die Bluse ohne Träger, wie sie passt und gut aussieht… und jetzt erst mal auf den nächsten Sommer wartet. (Und vom blauen Exemplar habe ich die Träger auch abgetrennt.)

Barbie in zartblau

Barbiekleid in blauDen Stoff habt ihr schon gesehen, das fertige Teil noch nicht, weil mir für die Schnittkritik bisher die Zeit fehlt. Bis ich das mal schreibe, habe ich vermutlich die Hälfte vergessen… Aber gut, im Moment nähe ich halt mehr und schreibe weniger.

Der Stoff gab jedenfalls nicht nur ein schönes Sommerkleid, sondern auch ein Kleid für Barbie. Den Stoff habe ich schon ewig, vor mehr als zehn Jahren in Berlin bei Hüco-Stoffe gekauft.(Brauchte ich nicht, war aber günstig und gefiel mir gut.) Durch einen ähnlichen Stoff, den eine Freundin vom Stoffmarkt mitgebracht hatte wurde ich dran erinnert und da ich gerade ein tragbares Probekleid brauchte, kam er endlich zum Einsatz.

Und macht sich mit dem kleinen Muster auch an Barbie sehr gut. Der Schnitt kommt immer noch aus dem alten Sonderheft von Burda, eigentlich hätte an einigen Stellen Spitze eingearbeitet werden sollen. So schmale hatte ich nicht, nur in der Taille habe ich die Bogenkante eine Spitze eingearbeitet (der Rest ist dann endlich aufgebraucht), dafür gab es an den Kanten noch einfache Verzierungen mit Satinstich und Maschinenstickgarn.

Und damit das Photographieren einfacher wird, habe ich mir für wirklich kleines Geld einen Puppenständer gekauft. Also nicht einen… ich habe jetzt zehn oder so… kleiner kam das nicht aus China.