Rock in schwarz-weiß

Nach einer langen eher blauen Phase konnte ich irgendwann im letzten Jahr einem Stoff bei Malhia Kent mal wieder nicht widerstehen und habe jetzt wieder mal einen schwarz-weißen Rock. (Wie ihr den Bildern entnehmen könnt, ist der Rock auch schon einie Monate lang fertig…)

Rock mit Gummizug und grafischem MusterIch hatte ja vor zwei Jahren schon mal einen eigentlich zu kleinen Stoffcoupon in einen Gummizugrock verwandelt. Und den mag ich so gerne, daß ich das gleiche Prinzip hier wieder verwendet habe. Obwohl der Stoff diesmal ausgereicht hätte.

RockDer Rock fält gerade wie ein Bleistiftrock ist durch die seitlichen Einsätze aber sehr bequem und ganz prima zum Fahrrad fahren.

RockAußerdem ist er schnell zu nähen und sieht dabei innen und außen sehr ordentlich aus. (Der Stoff fühlt sich ziemlich nach „Plastik“ an, aber dank Futter kommt er ja nicht auf die Haut.

Für die Seitenteile habe ich diesmal schwarzen Sweatshirtstoff aus einem Trigema „Putzlappenpaket“ genommen.

Bei meiner ersten Variaten war der Stoff für den Einsatz ja sehr dehnbar, dieser hier kaum, aber es reicht tatsächlich trotzden, um den Rock auch problemlos ohne Reißverschluss anziehen zu können.

Und die schwarzen Seitenteile folgen dem Klischee und machen tatsächlich schlank, ohne dass es krampfhaft gewollt aussieht. Das wird sicher nicht mein letzter Rock, nach diesem Prinzip. (Zumal ich mir diesmal auch ein Schnitteil erstellt habe, statt nur zu improvisieren.)

Fertig wurde der Rock schon zu Beginn des Frühjahrs, für den Sommer ist er vielleicht etwas warm, aber der nächste Herbst kommt bestimmt. (Außerdem habe ich keine farblich passenden Sommeroberteile dazu.)

Barbie in Seide

Für ein Barbiekleid hat der Rest von meinem Karokleid ja gerade noch so gereicht, aber mit Modifikationen.

Seidenkleid für BarbieDer Schnitt ist wieder aus dem alten Burda Sonderheft, es hätte aber ein historisches Kostüm sein sollen, mit Schutenhut.

Da mein Stoff schon sehr knapp war und ich überdies auch keine passende Spitzenborte hatte, wurde der Rock aber spürbar kürzer (statt eines Saumes mußte die Webekante herhalten), sämtliche Spitzenverzierung entfiel und überdies habe ich den leisen Verdacht, die Anleitung beim Hütchen nicht so ganz verstanden zu haben. Auf dem Bild im Heft sah das für mich doch etwas anders aus…

Aber egal, es ist ja zum Spielen und da ist jede Phantasie erlaubt. 😉

Wozu braucht man denn Boot-Topper?

Das fragte ich mich jedes Mal, wenn ich auf Ravelry solche Strickwerke sah.

Bis ich mit neuen und teuren Strumpfhosen da stand und der Wetterbericht meinen Plan, Ballerinen anzuziehen über den Haufen warf.

Meine schwarzen Stiefeletten haben nämlich die dumme Eigenschaft, mit dem oberen Rand Strumfphosen zu zerkratzen. Und schwarz und grau habe ich je ein Paar, das für diese Stiefeletten „reserviert“ ist, aber bei bunten Strumpfhosen will ich mir nicht in jeder Farbe gleich mehrere Farben anschaffe, für den Fall, daß ich mal Stiefeletten dazu anziehen will…

Boot-Topper aus Trigema JerseyZum Glück hatte ich auch passenden feingerippten Stoff in schwarz aus der Trigema-Putzlappen Bestellung zur Hand und habe mir kurzfristig… „Boot-Topper“ genäht. Also im Grunde Stulpen, die aber nicht am Bein bleiben, sondern über den Stiefelrand geklappt werden.

Da meine Stiefeletten hinten Laschen haben, habe ich sogar noch ein Knopfloch genäht.

Die Stiefelstulpen haben sich seither tatsächlich gut bewährt und sind schon viel getragen worden. Nur die innere Seite ist mit 10cm (ungedehnt) wohl länger, als nötig. Aber der Stoff ist dünn, es stört also nicht, wenn es die Ferse gleich mitwärmt.

Aktueller Nadelblick in Rot Juni 2019

In gewisser Hinsicht bin ich mit dem Blog wieder da, wo ich meistens bin… ich habe einiges gemacht, aber noch nicht gebloggt… Es wird also irgendwann in nächster Zeit noch einiges hier zu sehen geben. Daß ich im Moment nur eine Farbe auf und unter der Nadel habe ist allerdings Zufall, die Projekte haben nichts miteinander zu tun.

Schnitteile für Kleid Butterick B5917Die Nähmaschine befasst sich im Moment ausschließlich mit dem Kleid Butterick B5917. Den Schnitt habe ich  mir damals wohl ziemlich direkt nach Erscheinen gekauft, 2013, sagt der Aufdruck. Der Stoff ist mir bei Malhia Kent nicht so viel später zugelaufen und irgendwo in einer Ecke meines Hirns oder auch Herzens hatte ich die beiden zusammensortier.

Nur war ich mir mit der Waschbarkeit des Stoffes mehr als unsicher (und ein nicht waschbares Sommerkleid ist unpraktisch), die Gelegenheit für ein derartiges Kleid hatte ich auch nicht.

Als dann die Gelegenheit inzwischen nahte, fasste ich mir ein Herz und warf den fragilen Stoffen auf Feinwäsche mir nur zartem Schleudern in die Maschine, was er gut überlebte. Zwar wahrnehmbar schmaler geworden, aber ich hatte ziemlich viel Länge. Für ein ärmelloses Kleid mehr als ausreichend. Sogar die Rüsche habe ich hinbekommen, so viel kann ich schon sagen, Der Stoff ist nämlich auch recht steif… bei den Abnähern war dann tatsächlich handheften auf der Nahtlinie angesagt. Wie man sieht, ist das Kleid aber auf einem guten Weg, das Futter auch schon zugeschnitten… nur ein Reißverschluss fehlt noch. Und es muß dann auch in spätestens vier Wochen fertig sein. (Ein Probekleid gab es auch, das hat seinen Tragetest als Sommerkleid schon erfolgreich hinter sich gebracht.)

Das die aktuellen Socken auch rot sind ist aber Zufall. Aus irgendeiner Tauschaktion (denke ich) habe ich mir Baby Alpaka Socks von fairAlpaka besorgt. Angeblich soll Alpaka ja besonders stabil sein. Bei Alpaka habe ich sonst die Erfahrung gemacht, dass es sehr wenig elastisch ist, mit der üblichen Polyamidbeimischung fühlt es sich beim Stricken aber schon mal gut an. Und für Socken unglaublich weich…

Da das meine ersten Alpaka-Socken werden, habe ich mich für stinos entschieden, wegen der besseren Vergleichbarkeit. Na gut, kleine Variante zum Bund hin…

Die erste Socke ist auch fast abgekettet. (Als mir das Garn letzten November zulief, hatte ich leider noch die Sommersocken auf der Nadel. Deswegen jetzt antizyklisch die Wintersocken im Sommer… )

Der Lace-Schal in braun ist fertig, der muß nur noch gespannt werden. Anfang Juli muß wohl das Gästebett eh raus, Dann könnte ich das danach dafür auch gleich noch nutzen… Mal gucken. Zumindest das Kleid sollte im August ja nicht mehr in dieser Sparte auftauchen. 😉 Sonst habe ich den Zeitplan vergeigt.

Verschluß und Saum, die Details zum Seidenkleid

Die Details vom „Karos machen schlank“ Kleid hatte ich ja noch versprochen. Inzwischen habe ich da auch noch ein paar Bilder gemacht.

Ich mache ja bei Kleidern oberhalb vom Reißverschluss immer noch ein Häkchen und eine Öse, damit es ganz bis oben schließt und da auch gut hält.

Verschluss mit DruckknopfDiesmal habe ich mich für einen Druckknopf entschieden. (Ich weiß nicht mehr, wo ich das gesehen habe, möglicherweise in einem alten Nähbuch oder einer alten Anleitung.)

ReißverschlussDas bot sich hier besonders an, weil ich den Ausschnitt ja mit einem Schrägstreifen besetzt habe. Diesen Streifen habe ich an einer Seite einfach etwas länger gemacht, habe dann den Ausschnitt nur bis zum Reißverschlussband abgesteppt und habe so eine kleine Lasche bekommen.

Von Hand einen kleinen Druckknopf aufgenäht… und schon ist der Ausschnitte auch oberhalb des Reißverschlusses genau auf Stoß geschlossen.

Und zumindest bei diesem Stoff ist es bequemer zu tragen und auch einfacher zu schließen, als meine bisherige Haken und Ösen-Lösung. Die Technik kommt sicher noch öfter zum Einsatz, zumindest wenn ich den Halsausschnitt auf diese Weise verarbeite.

SaumverarbeitungDa ich meine Saumzugabe nach außen geklappt hatte, mußte ich dann noch mal drüber nachdenken, wie ich das mit den Nahtzugaben des Kleides mache. Die sieht man dann natürlich.

Da ich die Seitennnähte mit französischen Nähten gemacht hatte, fand ich die schön genug, um sie auch außen zu zeigen.

Falls sich rausstellt, daß ich damit irgendwo hängen bleibe, kann ich die offene Seite auch noch absteppen, dann sieht es wie eine Kappnaht aus.

Schwieriger war die rückwärtige Mittelnaht. Die Nahtzugaben wollte ich mit einer Hongkong Versäuberung einfassen, mußte dazu aber eine andere Seide nehmen, die farblich natürlich nicht so gut passte. Außerdem sind die Nahtzugaben in der rückwärtigen Mitte etwas breiter.

Verarbeitung der Nahtzugabe bei nach außen gewendetem SaumIch habe dann die Naht ganz normal rechts auf rechts geschlossen, aber nur bis etwa 1,5cm oberhalb der späteren Saumlinie. Da mein Stoff schon sehr fransig ist, habe ich auf das Ende der Naht einen Tropfen Fray Check gegeben.

Als der trocken war, habe ich die Nahtzugabe senkrecht bis genau an diesen Punkt eingeschnitten und den Rest der Naht links auf links geschlossen. Also so, daß die Nahtzugaben auf der Saumzugabe und den 1,5cm drüber auf der rechten Seite waren,

Die Nahtzugaben der Saumzugabe habe ich mit der Zackenschere normal zurück geschnitten. Die Nahtzugabe im Kleid habe ich etwas schräg geschnitten und dann wie geplant mit dem Schrägstreifen aus Seide eingefasst. Zum Ende hin, habe ich dann einfach den Stoff etwas umgefaltet und beim zweiten Steppen der Einfassung mitgenäht. Mit etwas mehr Zeit, hätte ich das vermutlich von Hand umstochen, aber Zeit war grade nicht.

Man sieht auch, daß schon nach einmaligem tragen der Stoff da etwas ausfranst. Da schadet dann auch ein Tropfen Fray Check nicht. Allerdings bliebe es auch erst mal ohne sichtbare Folgen, wenn es an der Naht ein kleines Loch gäbe.

Sauzugaben nach außen gewendetDenn von der Außenseite des Kleides ist ja die Saumzugabe darüber gefaltet. 😉

Da sieht man also nichts.

Außer einem ordentlichen Farbstreifen. 🙂

Mir selber gefällt auch diese Lösung gut. Die Saumzugabe nach außen zu wenden ist ja bei Stoffen mit mehr als einer „schönen“ Seite oft eine attraktive Alternative. Ich denke da nur viel zu selten dran.

Karos machen schlank

Manchmal schadet es ja nichts, Vorurteile auf den Prüfstand zu stellen… 😉

Das Kleid habe ich mir in einer „mehrere Nächte und Nebel“ Aktion recht kurzfristig vor der h&h noch genäht. Und es wurde sogar fertig. Deswegen auch die Bilder vom Messegelände, (Diesmal mit dem Scherzkeks hinter der Kamera.) Da es noch recht kühl war, habe ich nicht nur die blickdichten Strümpfe aus dem Schrank geholt, sondern auch die Lange Helene Stulpen. Die hier praktischerweise auch dazu passen.

Er jetzt auch gerne so einen Stoff hätte… sorry, den gibt es so nicht, der war eine Einmalproduktion.

Also hier die Story… Auf der h&h laufen einem ja immer wieder spannende Firmen über den Weg, die man nicht kennt, weil sie nicht für den Endkunden produzieren. Und die Sachen an Orten herstellen, von denen man nicht gedacht hätte, dass es sie an dem Ort gäbe. Dazu gehört eine noch produziernde Jacquard-Weberei ein Krefeld. Ja, gibt es, die Firma Schaefer und te Neues hat ihre Webstühle bis heute in Krefeld stehen und produziert darauf auch. Um ihre Muster in verschiedenen Farbvarianten zu zeigen, gibt es nicht (nur) die üblichen Laschen, sondern auch große Musterstücke, wo sich dann Muster und Farben in Längs- bzw. Querreihen abwechseln und die Bestellnummern gleich mit eingewebt sind. Das sieht natürlich ziemlich cool aus, woraufhin nicht nur ich sondern auch etliche andere Messebesucher vor einigen Jahren am Stand standen und die Mustertücher gerne gekauft hätten. Woraufhin ich den netten Herrn anflaxte, er könnte ja für das nächste Jahr so was als Tücher machen und am Stand verkaufen.

Nun ja, verkauft wurden sie nicht, aber letztes Jahr gab es dann tatsächlich je einen Ballen Musterstoff am Stand und davon ist mir dann tatsächlich ein voller Mustersatz davon… äh…. zugelaufen. :o)

Kette Viscose, Schuß Seide… wunderbarer Stoff, den ich eingentlich nur handrollieren wollte und als Tuch tragen. Tücher gehen bei mir ja immer.

Nur… lag er fast ein Jahr neben der Nähmaschine auf einem Stoffstapel und das Rollieren passierte nie. Bis mir kurz vor der h&h 2019 klar wurde… der Stoff will kein Tuch werden, sondern ein Kleid!

Das war dann ein wenig herausfordernd. Denn… ich hatte nur ungefähr 1,60m davon, das mit einem Karomuster und ich wollte ein Kleid, das den Stoff gut zur Geltung bringt. Und schnell zu nähen ist, denn ich wollte es bei der h&h dann tatsächlich auch am Stand der Seidenweberei „vorführen“ um Danke zu sagen. Viele Nähte sollte es also nicht haben.

Bei der Suche nach einem Schnitt wurde ich dann tatsächlich im eigenen Fundus fündig, wenn man bei V8846 den Kragen weg lässt, den Ausschnitt vertieft und den Überwurf am Rücke weg lässt… kommt genau das raus, was ich wollte. Vorne nur Brustabnäher, hinten Abnäher und Mittelnaht und da ich den Schnitt schon zwei Mal genäht habe, war er schon angepasst.

Das nächste Wunder war, daß die Schnitteile auf den Stoff passten, allerdings nur quer. In der Höhe hatte ich dadurch tatsächlich etwas Spielraum und habe mir den Stoff dann in den verschiedenen Richtungen an den Körper und ans Gesicht gehalten, und geguckt, was ich wo haben wollte.

Das  blau sollte ans Gesicht, dadurch ist praktischerweise das dunkle grün genau über mein „dickes Ende“ gerutscht, so daß das Kleid trotz der Querverteilung der Farben nicht aufträgt. Und, was man im Bild weniger gut erkennt, als in echt, die Musterstreifen laufen längs und bringen dadurch dann doch wieder einen Längseffekt.

Nur das schöne türkis, das hätte ich unten beinahe aufgeben müssen (Länger sieht nicht gut aus an mir.) Bis mir einfiel, daß der Seidenjacquard ja zwei „schöne“ Seiten hat und ich deswegen den Saum einfach nach außen klappen konnte.

Da das Kleid schnell gehen sollte, gibt es kein Futter,sondern ich habe die hintere Mittelnaht eingefasst, die anderen Nähte als breite französische Nähte gearbeitet (Stoff franst wie zu erwarten schnell und heftig aus) und trage es mit Unterkleid.

Da das Material auch knapp war, habe ich Ausschnitt und Ärmelkanten mit Schrägstreifen aus dem Stoff einbesetzt und am Ausschnitt das auch gleich für eine Alternative zum Häkchen über dem Reißverschluss benutzt. Das zeige ich bei gelegenheit aber noch gesondert. Auch, was ich mit den Nahtzugaben beim nach Außen gewendeten Saum gemacht habe, Wenn ich die Bilder dazu wieder finde…

Das Kleid gefällt mir jedenfall super gut, es trägt sich sehr angenehm, trotz Seide knittert es nicht sehr stark und ich denke, das wird auf die nächsten Flusskreuzfahrt mit Mama fürs „Kapitäns-Dinner“ mitfahren. Und auch sonst getragen werden.

 

Aufgeräumter Nadelblick April 2019

Das Photo der Rosentunika spare ich euch, die Träger sind jetzt zwar endlich adjustiert, aber noch nicht angenäht, auf der Puppe sieht man da aber keinen Unterschied.

Barbie Kleid, zugeschnittenDafür gibt es wieder Kleinteile zu sehen… diesmal bekommt Barbie edlen Seidenjacquard, Und wie erfahrene Leser wissen, bevor Barbie was bekommt, bekommt vorher jemand anderer was, meist ich. Ich hatte tatsächlich einen Nähanfall, so daß ich in einer guten Woche ein Kleid genäht habe. Ganz frisch. Bilder gibt es auch schon, ich muß dann nur mal dazu kommen, sie zu bloggen… Aber wird schon. Irgendwann.

(Und den Nähanfall habe ich mit sehr viel Schlafmangel bezahlt… das auch noch kurz vor der Zeitumstellung.)

Auch Socken wurden reichtlich fertig. Lace TuchDeswegen ist mein letztes Jahr begonnener Lace-Schal tatsächlich das einzige Strickprojekt im Moment. Ich will den fertig haben, bevor ich was Neues anfange. Dafür schaut es auch ganz gut aus, ich bin im 17 Rapport von 20 und habe auch das letzte Knäuel Garn wieder gefunden. Denn das werde ich noch brauchen.

Das wird dann auch mein letztes Projekt auch „Victorian Lace Today“ sein, da habe ich jetzt alle gestrickt, die mir wirklich gut gefallen haben. Mal sehen, womit es weiter geht. 🙂

Meine Nähmode, 3/2018, Modell 38 (Bluse) (= Simplicity 8296)

Schulterfreie Tunika in hellblau

Das Modell hatte mir ja im Heft sofort gut gefallen und vor meinem geistigen Auge sah ich auch einen weißen Baumwollbatsit mit Lochstickereibordüre, der seit Jahren in meiner Kiste lagert. Weiß ist ja auch wieder Sommertrend. Zum Glück habe ich mir erst mal im Urlaub eine weiße Tunika gekauft, denn bis ich zu diesem Schnitt kam, war es schon eher Frühherbst.

Außerdem stellte ich dann fest, daß ich den weißen Stoff wohl doch mal verschenkt hatte… fand aber einen anderen Lieblingsstoff mit Lochstickerei und weiß… hatte ich ja schon gekauft. Der war aber wieder so Lieblingsstoff, daß erst mal ein Probeteil her mußte. Ein eisblauer Ausbrenner Voile, den ich auch vor mehr als zehn Jahren mal bei einer Tauschaktion bekommen hatte. Also konnte ich dann doch loslegen.

Nach Vergleich meiner Körpermaße mit der Maßtabelle und den fertigmaßen habe ich mich für die Größe 44/46 entschieden. Eigentlich hätte mein Hüftmaß 48 gebraucht, aber zum einen ist das Modell weit, zum anderen kommt durch die FBA ja auch noch mal Weite rein, die ohne Abnäher auch nicht rausgenommen werden kann.

Das Kopieren des Schnittmusters war in bewährter Weise eine Freude… die Linien auf dem Schnittmusterbogen laufen ineinander, auch solche, die identisch in Farbe und Form sind, aber zu völlig unterschiedlichen Teilen gehören, rot wurde offensichtlich über schwarz gedruckt… oft muß man den Linien in beiden Richtungen folgen (wenn man mal einen Ausgangspunkt gefunden hat), um die passende Kontur zu finden.

An Fehlern mangelt es ebenfalls nicht. Saumlinie für Modell 39&39, alles klar. Beim Kopieren des Ärmels bemerkte ich dann, das es offensichtlich auch für das Vorderteil ein Passzeichen gibt, das ich aber nicht mit kopiert hatte. Eine genauere Inspektion verriet auch schnell warum… in den beiden größeren Größen ist es vorhanden, in meiner nicht. Ärmel gibt es der Beschriftung nach auch nur für zwei der vier Modelle (36-39), die anderen beiden muß man aus der Zeichnung erraten. Das geht, aber „nähleicht“, wie der Hefttitel verspricht ist das sicher nicht. Wobei sich die Markierungen an der Kante des Ärmelsschnitteils dann wohl tatsächlich nur auf eine Version beziehen… Das ist alles eher für ausgefuchste Näherinnen.

Kurzum… das Heft liefert viel Schnitt für wenig Geld, aber es ist auch unübersehbar, dass es ein Billigprodukt ist.

An Schnittveränderungen gab es zunächst mal meine üblichen figurbedingten. Am Voderteil im ganzen 6 cm per FBA eingefügt (der Abnäher liegt ja nicht ganz klassisch, daher habe ich die FBA nicht durch erweiterung des vorhanden Abnähers gemacht, sondern bin klassisch in den Armausschnitt rein. Das erweiterte dann aber den vorhandenen Abnäher einfach nach oben, so daß ich den nicht mehr verlegen mußte, sondern ihm nur eine neue Mittellinie verpassen. Rundum habe ich oberhalb der Taille noch 2cm Länge rausgenommen und am Rückenteil noch mal keilförmig, knapp 2cm an der hinteren Mitte verlaufen zu den Seitenlinie. (Die hintere Mitte bekommt dadurch einen Knick den ich aber ignoriere, sondern das Teil dann wieder ganz normal im Bruch anliege. Bei mir ist das Problem ja nicht Hohlkreuz, sondern nur kurzer Rücken mit auslandendem Po. Das ist ähnlich, aber eben nicht ganz das Gleiche.)

Die Ärmel habe ich weit zugeschnitten, also fast gerade nach unten und um die Länge der Rüsche direkt verlängert. Da soll dann ja ein Gummi rein, statt eines angesetzten Teils.

Der Zuschnitt war dann die nächste Herausforderung. Mein Stoff ist ein leichter Ausbrenner, der in sich sehr schön stabil und fadengerade war, nur leider war er extrem schief zugeschnitten, so etwa 30 cm Versatz über die Breite. Und von der Menge her knapp. Ich konnte aber tatsächlich Vorder- und Rückenteil untereinander im Bruch zuschneiden und die beiden Ärmel einlagig zugeschnitten daneben. Sogar für die Träger und die vordere obere Kante hat es noch gereicht. (Dann war aber wirklich Ende des Stoffes, der Rest gibt nicht mal mehr ein Barbiekleid.)

Ähnlich „erfreulich“ geht es mit der Anleitung weiter. Die Zeichnung zeigt, daß die Abnäher ganz offensichtlich genäht werden (was jeder erfahrenen Näherin klar ist), die Anleitung übergeht diesen Schritt ganz generös. Die obere Kante des Vorderteils wird mit Vlieseline bebügeln, was sinnvoll ist, die Träger aber nicht. Da ich die Träger aber deswegen will, damit ich nicht versehentlich im Freien stehe, fand ich es sinnvoller, sie auch zu bebügeln, damit sie nicht ausleiern. Ich habe mich angesichts des dünnen und transparenten Stoffs in beiden Fällen für hautfarbene G785 entschieden.

Zum Glück ist das Modell im Ganzen nicht schwierig zu nähen und war letztlich auch eine relativ einfach Nähaufgabe. Bei der Verarbeitung im Detail habe ich mich eh nicht an die Anleitung gehalten, denn ich wollte mal ausprobieren, ob man so ein Teil nur mit geradem Steppstich nähen kann. Quasi wie auf einer alten Gradstichmaschine. Die Antwort ist: Man kann. Ich habe einfach überall rechts-links-Nähte (aka Französische Nähte) gemacht, nur etwas breiter, als man das typischerweise machen würde. Das sieht dann von innen und außen gut aus, denn mein Stoff ist ja semi-transparent, da scheint das etwas durch.

Für die Ärmel habe ich leichten Gummi in der Länge zugeschnitte, wie der ungekräuselte Ärmel an der Stelle hätte haben sollen und habe das überlappend zum Ring geschlossen. (An der Stelle habe ich ein bisschen gemogelt und den Gradstichfuß kurz abgenommen… es wäre vermutlich auch mit Gradstich gegangen, aber die Schnittkanten mit umschließen fand ich jetzt auch nicht falsch.) Das ergab bei meinem leichten Gummi (der durch seine zartgrüne Farbe aber von rechts ziemlich unsichtbar war) zu wenig Kräuselung, also abtrennen, fünf Zentimeter rausschneiden, noch mal aufnähen… passt. 🙂 Und ja, auch den Gummi habe ich mit Steppstich aufgenäht. Der Gummi wird auf die Weite des Oberstoffes gedehnt, der Oberstoff ist nicht dehnbar, also kann der Gummi auch später nicht weiter dehnen als das und ich habe entlang jeder Gumminkante einfach gesteppt. Mit eher langer Stichlänge, damit der Fadeneintrag den Gummi nicht ausdehnt. (Hier hatte ich vorher allerdings in der Mitte des Gummis von Hand geheftet, um die Mehrweite am bereits rund genähten Ärmel gleichmäßig zu verteilen.)

Die Länge des Schultergummis habe ich auch durch einziehen, feststecken und dann anziehen bestimmt. Meiner mußte deutlich kürzer werden, als die Anleitung vorgesehen hatte. (Abgeschnitten wird der Gummi dann immer erst zum Schluß. Ich kaufe meist so 5m und wenn die aufgebraucht sind wieder 5m. Dann habe ich weniger Verschnitt.)

hellblaue Tunika, schulterfrei, vorder- und RückansichtAn den Säumen gab es dann einen feinen Saum genäht, wie man das ohne den Säumerfuß macht, habe ich hier schon mal beschrieben.

Trotz des Winters hat das Werk den Tragetest an Sylvester auch schon bestanden. In zwischen habe ich die Träger vorne noch von Hand oben an der Ausschnittkante angenäht. Das gefiel mir so noch nicht ganz so gut.

Im Ganzen hat der Schnitt aber die Probe bestanden und wie ihr ja schon im aktuellen Nadelblick gesehen habt… auch die zweite Version ist schon fast fertig. Den enormen Abnäher durch die FBA könnte man auch aufschneiden, aber bei dem dünnen Stoff geht es auch so.

Bei leichtem Stoff würde er wohl auch problemlos ohne die Träger halten, aber da mein Körper ohne BH-Träger nicht hält… sind die Träger gut, um andere Träger zu verdecken. Im Winter sogar die eines Unterhemds mit Spaghettiträgern.

Barbie mit Hut

Barbie mit langem Kleid und HutWenn auch die Tunika noch nicht fertig ist, geht es immerhin mit der Resteverwertung voran. Aus den Einzelteilen vom Anfang des Monats wurde ein fertiges Kleid mit Hut. (Wieder aus dem alten Burda Sonderheft für Barbies.)

Das Kleid war so schnell genäht wie es aussieht. (Nur mußte ich an der oberen Kante mal wieder einen Gummi einziehen, weil die zu weit war. Kann aber auch beim Umbügeln passiert sein.) Die Ärmel näht man mit ein paar Handstichen an.

Der Hut ist eine andere Liga… alles von Hand (Unterbau aus Schabrackeneinlage und H250), der Unterbau nicht so leicht von Nadeln zu durchstoßen und wie man dann den Stoff drauf befestigen soll, ist auch nicht so evident. An dem Punkt hätte ich mir dann doch das eine oder andere Mal die ausführliche Fotoanleitung gewünscht. So ist das mehr experimentelles Basteln. Aber es hält irgendwie. Nur das mit den „gleichmäßigen“ Falten am Hut… so klein bekomme ich das nicht nach Augenmaß hin. Das hätte ich vorher markieren müssen. Aber für einen Barbiehut habe ich beschlossen, dass es doch herzlich egal ist.

Eigentlich hätte man an verschiedenen Stellen noch kleine Stoffröschen aufnähen sollen… darauf habe ich aber großzügig verzichtet. Der Stoff hat eh genug Rosen.

Aktueller Nadelblick Februar 2019

Ich hatte es ja angekündigt… ich habe was genäht. (Dafür lasse ich das zweisprachige Bloggen wieder, ich glaube, es liest keiner mehr mit, der kein Deutsch kann, die Zeit kann ich mir sparen.)

Off Shoulder Tunika mit RosenmusterIm Oktober hatte ich ja Schnitt und Stoff für ein Probeteil gezeigt, die Probe war erfolgreich, so daß ich (Jahreszeit egal, Frühling wird irgendwann wieder) auch den schönen Rosenstoff mit der gestickten Bordüre verarbeitet habe. Auch diese Tunika ist fast fertig, nur die Träger sind nur gesteckt. Hier muß wieder der Kompromiss zwischen meinem unsymmetrischen Körper und „so genäht sieht es dann aber auf dem Bügel fürchterlich schief aus“ gefunden werden, wozu ich dann kundige Hilfe einer bewährten Nähfreundin brauche. Halten würde das Teil vermutlich auch ohne die Träger, aber die Träger verstecken den BH. Weswegen die Position auch so wichtig ist…

zugeschnittenes BarbiekleidAus den relativ üppigen Resten (da ich am Saum und an den Ärmeln die Stickereibordüre haben wollte, habe ich alle Teile quer zugeschnitten, was bei 140cm Stoffbreite dann aber doch einen relativ breiten Reststreifen ergibt) bekommt Barbie wieder ein Kleid. Diesmal mit Hut. Der Stoff ist schon zugeschnitten, für die Hutteile habe ich erst beide Lagen Vliseline aufeinandergebügelt und schneide dann zu.

Stricktechnisch liegen sowohl der Lace-Schal als auch meine eigenen Sommersocken immer noch unverändert in der Ecke, aktueller Zustand also immer noch wie hier.

grauen Socken mit gelbem PonyDie Weihnachtssocken für meinen Bruder wurden, wie befürchtet, nicht fertig. Immerhin bekam er eine zum Anfassen, dann nahm ich das wieder mit, um die zweite spiegelverkehrt hinzubekommen. Das ist inzwischen auf einem guten Weg, wie man sieht.

Bis zu seinem Geburtstag ist es allerdings weniger als ein Monat… vielleicht werden sie wenigstens da fertig, aber für die Geburtstagssocken sehe ich schwarz. (Aber gut, mein Geburtstagsgeschenk von ihm kam auch sechs Monate verspätet…) Jedenfalls sind es noch neun Musterreihen. Was ich aber gelernt habe: Einstrickmuster mit drei Farben an Socken sind keine gute Idee. Wenn er noch mal mit so einer Idee um die Ecke kommt, dann wird aufgestickt.

Und lesen? Ja… äh… ich versuche meines Zeitschriftenstapels Herr zu werden. (Ich sage nicht, daß ich da keinen habe…)

Jedenfalls ist das Blog noch nicht ganz tot und ein bisschen komme ich auch noch zum Handarbeiten.

(Und gutes Neues Jahr! Heute ist chinesisches Neujahr, wir haben jetzt das Jahr des Schweines begonnen. 🙂 )