Abhängen zu zweit

Takes two to chill

Zwei FaulenzerVor etwa zwei Jahren, hatte ich schon mal so ein Faulenzerpüppchen genäht. Jetzt habe ich beschlossen, daß Abhängen doch besser zu zweit geht und habe noch einen Kumpel gemacht. Diesmal aus den Resten vom Dessousstoff.

About two years ago I already made one of those slouching creatures. Now I decided that chilling is better done with a friend, so I made one. This times from the remnants of bra sewing.

Revue de Presse: Threads September 2018 (198)

Titel Threads Magazine Das Eintreffen des Novemberheftes erinnerte mich daran, daß ich euch das Septemberheft ja immer noch vorenthalten habe… Was besonders schade ist, weil mal wieder sehr spannende Themen drin sind. Okay… wenn mich die Themen nicht meistens interessieren würden, hätte ich das Abo nicht… Der Titel ist mal wieder farblich verhalten, aber der Umgang mit Kimonostoffen oder Nähtechniken für einen Luxusrock klingen spannend.

Die Autoren der Ausgabe dürfen sich der Frage stellen, was die herausfordenrste Nähtechnik war, mit der sie sich bisher auseinandergesetzt haben. Wenn ich für mich überlege… Definitionssache, oder? Die meisten Sachen sind ja zu bewältigen, ggf. macht es halt nur mehr Mühe und dauert länger. Andererseits tendiere ich dazu, die Probleme der Herstellung zu vergessen, wenn ich am Ende das Ergebnis habe. 😮

Das Vorwort der Editorin weist diesmal auf das Podcast hin. Das ist bei mir dann tatsächlich vergebene Liebesmühe, sobald ich lesen konnte, waren bei mir als Kind Hörspiele schon out. Auf die Ohren gibt es bei mir nur Musik, Text nervt mich einfach eher.

Die Leserbriefe haben eine angemessene Mischung aus Lob und Ergänzungen zu den Artikeln. Was ich nett finde ist, daß man sich nicht völlig auf die vorherige Ausgabe beschränkt, ein Leserbrief bezieht sich auf die Ausgabe 194. Ich bin also nicht die einzige, die nicht immer alles sofort liest und umsetzt.

Die Lesertips lösen mal wieder Probleme, die ich nicht habe. Warum die amerikanischen Näherinnen so obessiv nach Lösungen suchen, möglichst zu jedem Oberfaden die passende Unterfadenspule permanent aufgespult aufzuheben und das zu verwalten. Aufkleber für meine Unterfadenspulen drucken… da dauert die Verwaltung ja länger, als norfalls mal neu zu spulen. (Wobei ich den pragmatischen Ansatz habe: Wenn der Unterschied mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist, dann wird das am genähten Teil auch keiner sehen.

Beim Nähzubehör wird der Zusammenhang zum Thema auch etwas schwammig… Lesebrillen sind ja nicht Nähspezifisch… Was mir ganz gut gefällt ist der wasserlösliche Kleber, der wie ein Lipgloss aufgemacht ist, das könnte beim Auftragen an manchen Stellen helfen. Und obwohl ich keine Overlock habe, sieht der „Serger Seam Hook“ irgenwie praktisch aus.

Dem gewebten Pikee widmet sich das „Fabric Lab“. Ein Stoff, über den ich bislang wenig nachgedacht habe, zumal er nicht so oft erhältlich ist. Die Detail Aufnahmen in dem Artikel machen mir aber Lust, künftig im Stoffgeschäft genauer hinzusehen. Den gibt es offensichtlich mit sehr unterschiedlichen Strukturen und Strukturen… finde ich immer spannend.

„Embellishments“ zeigt, wie man aus Spitze auf Stoff grafische Muster bzw. Karomuster kreiert. Das sieht faszinierend aus, nur wie meist bei dem Thema fällt mir kein Anlass ein, bei dem ich das tragen würde. Wobei… Spitzenbänder auf eine transparente Tüllspitze appliziert gibt wirkliche einen faszinierenden Look.

„How did they do that“ befasst sich mit einem Abendkleid von 1965. Judith Neukam ist vor allem davon fasziniert, daß man das Kleid ohne verbleibenden Stoff aus einem Stück zuschneiden könnte („zero waste“). Ich finde spannender, daß es viele Elemente traditionell Asiatischer Kleidung aufnimmt, ohne die dafür typische Formlosigkeit zu haben. Und wie das „zum Armloch kann man reinschauen“ Problem elegant gelöst wird. Hoffentlich holt mein Gehirn das Wissen wieder hervor, falls ich mal auf dieses Problem stoßen sollte.

Die Pattern Reviews haben diesmal nichts, was mir nicht entweder schon selber aufgefallen wäre oder was mich nicht so interessiert.

Dafür hat der Artikel über die Geheimnisse eines (teuren) Designer Rocks meine volle Aufmerksamkeit. Wie immer ist die Überschrift ein wenig reißerisch, denn wennman genau nachliest, beziehen sich die Erkenntnisse auf genau einen Rock aus der RTW Kollektion von Yves Saint Laurent und manches davon ist einfach altmodische Schneidertechnik… aber sowohl die leichten Schnittveränderungen als auch die Nähtechniken sind auf jeden Rockschnitt anzuwenden.

Genauso spannend finde ich die Technik, mit der man Ärmel und Schulterbereich in einer Jacken füttern kan, die keine Belege hat. So was hat mich bislang erfolgreich davon abgehalten, solche Schnitte zu verwenden, auch wenn man da beide Stoffseiten gut zur Geltung bringen kann. DerTrick besteht darin, vorne eine Art „Bolero“ einzuarbeiten, was dann (fast) lose ist. Ob man den Rücken und die Ärmel dann komplett füttert, kann man sich auch selber überlegen, Bei Sommersachen kann man das sicher auch mit einem Halbfutter für den Rücke kombinieren.

Kimonostoffe haben oft wunderschöne Muster, aber sie liegen auch im Original von der Rolle sehr, sehr schmall. Susan Kahlje zaubert daraus eine Weste. Mit großen Photos wird gezeigt, wie sie Nähte zum zusammensetzen der Teile geschickt und unauffällig unterbringt und Techniken, wie man generell Stoff sparen. Letzteres ist auch nützlich, wenn der Stoff mal wieder knapp ist. Das meiste davon ist mir nicht neu, aber gerade bei solchen Sachen finde ich, daß ich aus Beispielen viel lernen kann und denn für eigene Probleme entsprechend abgewandelte Lösungen finden kann.

Nach all der Nähtechnik geht es mit Stilkunde weiter, welche Details an einer Jacke am Besten zu welchen Proportionen passen. Das ist natürlich alles nicht neu, aber ganz übersichtlich zusammengestellt. Illustriert ausschließlich mit Zeichnungen. Das hat den Vorteil, das man eben alles sehr deutlich und idealtypisch darstellen kann, dafür den Nachteil, dass der Übertrag auf das wirkliche Leben schwerer fallen kann.

Ausführlich befasst sich der anschließende Artikel mit einem der wichtigsten Werkzeuge… der Schere. Oder den Scheren. Sehr informativ und systematisch aufbereitet. Nur bei den Tips für Marken darf man im Kopf behalten, dass diese sich auf das beziehen, was auf dem amerikanischen Markt erhältlich ist. Das heißt nicht, daß es nicht noch andere gute Scheren gibt oder vielleicht sogar welche besser für die eigenen Zwecke geeignet sind, als die vorgestellten Modelle.

Völlig ungerührt lässt mich der Artikel, was man mit der Falteinheit (wie auch immer man das auf Deutsch nennt) der Cover machen kann. Weder habe ich eine Cover, noch brauche ich Gürtelschlaufen. Die Armbänder daraus als Zusatzidee könnten aber ein nettes Projekt geben, wenn man Kinder und Teenies mal einen Nachmittag beschäftigen will. Denn Perlen und Kram aufnähen macht man dann eh von Hand.

Bei „essential techniques“ geht es dann auch eher um die Ausrüstung der Nähmaschine, nämlich den Knopfannähfuß und wie man damit umgeht. Bei Knöpfen bleibe ich bei der Handtechnik.

Passend dazu jedoch der „Pattern Hack“, der einer weiten Hose vorne eine Kopfleiste die Beine runter verpasst. Bei der Menge der Knöpfe könnte man in der Tat schwach werden.

„Profiles in Sewing“ stellt Morgan und Matt Meredith vor, einem kleinen kanadtischen Unternehmen, das sich auf klassische Männerschnitte und ausführliche Anleitungen dazu spezialisiert hat. – Thread Theory heißt das Unternehmen. Für die, die Männerschnitte suchen.

Die Leserfragen an die Experten fallen diesmal mit drei Seiten relativ ausführlich aus.

Zum Abschluss noch das nette Geschichtchen und die Nahaufnahme des Norman Norell Kleides aus dem 1960ern. Da bei Abendkleider eh alles erlaubt ist, könnte man das tatsächlich auch heute noch oder wieder tragen.

Sehr schöne Ausgabe… und die nächste liegt schon auf meinem Nachttisch, die wird es aber schwer haben, mitzuhalten. 😉

Revue de Presse: Burdastyle September 2018

Titel BurdastyleAls ich die Ausgabe aus dem Regal gepflückt habe, hatte es immer noch afrikanische Temperaturen. Das Titelbild erzeugte also einen spontanen Schweißausbruch. Aber daß das Wetter auch Ende August noch so ist, daß man keine Lust auf den Modeherbst hat, war nicht abzusehen. Blau als Farbe ist in meinen Augen aber schon mal gut. Die versprochenen Couture Details auch. Und Klassiker fürs Büro in meiner Größe klingt auch ausbaufähig.

Das Editorial erinnert uns an den burda-style Talent Award und verspricht künftig zwei Nähschulen, eine für Anfänger, eine für Fortgeschrittene. Da sich die von Burde jeweils empfohlenen Techniken in den letzten Jahrzehnte nicht verändert haben finde ich das jetzt weniger spannend… aber gut.

Als ersten „trend“ bekommen wir Gummismok. Ein Stoffschlauch wird zum Top. Nun ja. Geduldsspiel für Anfänger mit geduldiger Nähmaschine. (Gummi auf der Unterfadenspule sollte möglich sein, aber nicht alle Maschinen mögen das. Der nächste Trend sind „Schals“ (ich würde eher sagen zu Kurz geratene Haarbändchen), die man sich jetzt an Taschen knoten soll. Gut, man kann dafür gemusterte Reste von Seide (vermutlich auch dünnem Polyester oder Batist) verbraten…. aber wäre es nicht stilvoller, gleich ein echtes Einstecktuch zu falten und zu knoten? Ach so, das wäre kein Nähprojekt…

„Das will ich“ ist dann das auf dem Titel versprochene Mäppchen in Form eines Donuts. Ich wüßte zwar gerade nicht, wozu ich das brauche und mit der vielen Wattierung ist es auch eher unpraktisch… aber niedlich ist es schon. Für Leute, die gerne ein wenig dekoriern macht das sicher auch Spaß, die zu nähen.

„In voller Blüte“ ist dann das erste Modethema. Dafür, daß ich Blumen eigentlich mag, habe ich dann doch erstaunlich wenige im Kleiderschrank. Ich glaube, ein Sommerkleid. Herbst und Winter denke ich immer, dass das nett wäre… aber dann kommt es dochnie dazu. Mal gucken. Kleid 118 mit Faltenrock, Knopfleiste und Manschetteärmeln ist für mich der Inbegriff des Omakleides. Ja, soziale Prägung und so… aber nicht, bevor ich 80 bin. Modell 113A ist dann schlichter geschnitten, hat aber mit Schluppe,Taillenband und Kellerfalte im Rock dann doch ein paar Details. Ich mag keine Schluppe, kann aber nicht umhin festzustellen, daß der Schnitt generell für gemusterte Stoffe angemessen ist. Nicht ganz platt, aber auch nicht zu viele Details, die im Stoff dann verschwinden. Wie es sitzt kann man natürlich nicht beurteilen, weil das Model…. mitsamt Kleid auf den Stuhl drapiert ist. In Langgröße gibt es dann einen doppelreihigen Blazer. Ich nehme an, ein Basisschnitt. Auch hier verhindert die Pose sehr effizient, daß man was erkennt. Kleid 111 stört das große Muster auch nicht sehr, um Grunde etwas Nachthemdig, aber mit Tunnelzug in der Taille. Wenn man eine gute Figur hat, ist das sicher schnell genäht und sieht gut aus. Wickelbluse 120 fällt unter „ja, auch nett“. Allerdings gibt es hier Taschenuhren statt Blüten im Print. Also selbstgestelltes Thema verfehlt, Burda. (Oder die Redaktion geht davon aus, daß das Gedächtnis der durchschnittlichen Leserin nicht für mehr als vier Bildseiten reicht…) Kleid 101 ist dann ganz ohne Alles… Wirklich nur ein Minimum an Nähten. Da es aus Paillettenstoff genäht wird, passt es aber immerhn zum Stoff. Modell 105 ist eine Jacke. Weder Blüten noch interessant. Super Easy ist dann die Samthose 103A. Gummizug in der Talle bei Samt muß man mögen. Bluse 119 dazu… die Ärmel sind unproportioniert. Vorne nicht weit genug, um als weite Ärmel durchzugehen, aber auch nicht schmal. Sondern eher wie… drei Größen zu groß. Muß wohl Mode sein.
Rock Burdastyle
Begeistert bin ich dann vom Bleistiftrock 110A. Der ist schlicht und lässt den Stoff gut zur Geltung kommen, mit der auffälligen Ziergürtelschlaufe vorne gibt es aber noch einen Extrahingucker. Leider nur bis Größe 44, aber das wäre ein Detail, daß ich mühelos an meinen Standardbleistiftrock „anbauen“ könnte.

Zum Abschluss noch ein schlichter Bademantel… äh Hüllenmantel mit breitem Kragen. Auch eher was für schlanke Frauen, aber relativ schnell genäht. Zum Abschluss gibt es dann noch einige Detailaufnahmen, unter anderem vom Blazer, der auch mal geschlossen und im Stehen gezeigt wird. (Und sie verraten uns, dass sie die Bilder auf Mallorca gemacht haben.)

Das passende Accessoire zur Modestrecke sind diesmal Samtschuhe. Das jederzeit gerne, die waren ja letztes Jahr schon zu sehen. Nur noch keine passenden gefunden.

Zum Legestyle darf diesmal die Samthose mit Gummibund antreten. Also eine Abendveranstaltung, auf der man mit Badlatschen aus Fell kommen darf will ich nicht besuchen. Die Schuhe sind leider so monströs häßlich, daß ich weiterblättern muß, ohne mir den Rest anzugucken.

„Königlich“ nennt sich die nächste Modestrecke und soll mit couturigen Details und edlen Sotffen überzeugen. Dafür bin ich ja immer zu haben. Bluse 112 mit den Schluppen an den Ärmeln muß ich trotzdem nicht haben.
Kleid Burdastyle
Dafür ist Kleid 116 eine reine Freude für mich. Ich mag Kelchkragen, die Teilungsnähte bringen es wunderbar auf Figur und in dem hellen Unistoff zeigen sie eine gewisse Struktur, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Das dürfte jetzt gerne auch in Größe 46 noch drin sein. Wobei die schräge Falte am Ausschnitt mich zu der Überlegung bringt, ob Kelchkleider da generell schwer anzupassen sind, man sich drin nicht bewegen darf oder ob nur dieses Exemplar nicht so gut sitzt?

121A ist dann ein Wickelshirt mit sehr weich drapiert fallender Front. Da weiß ich schon… bei mir klafft das dann. Dazwischen haben wir ein Mädchenkleid (Gr104-130) das mit den Falten im Rock und den großen Knöpfen auf der Front ziemlich 60er Retro daher kommt. Allerdings ist es als Trägerkleid gemacht. Also doch ein wenig aufgefrischt. Dann gibt es das Schluppenkleid 113 B noch mal in hellrosa (hm… königlich fad?) und ein Plüschmäntelchen für die Prinzessin. Die Kostümjacke vom Titel gehört auch in diesen Teil. Ohne die Schluppe wäre die gar nicht so schlecht. Für Kurzgröße gibt es mit Kleid 107A wider ein Modell aus der Schnittreihe „schlicht und brav“. Auch hier ist der Schnitt an sich nicht schlecht und bietet viele Möglichkeiten, aber gerade wenn man zierlich ist muß man bei solchen Formen m.E. sehr aufpassen, daß es am Ende nicht kindlich wirkt. Zumindest für den Beruf will man ja in erster Linie ernst genommen werden und da müssen kleine Frauen oft ohnehin schon kämpfen. Den Bleistiftrock gibt es dann noch mal als 110B in uni, auch da sieht er gut aus. Das schwarte Oberteil sieht in der Zeichnung nach Clown aus, am Modell selber erkennt man nichts. Für kleine Mädchen gibt es dann noch einen Faltenrock, der auf einen Gummi gesteppt ist. (Nicht das schlechteste für Kinder.) Daß man einen Polyesterstoff nehmen soll, damit die Falten besser halten gilt aber nur, wenn man den Stoff in die Plissieranstalt trägt. Mit dem schlichten Dampfbügeleisen, wie vorgeschlagen, bügelt man sich einen Wolf und je nach Stoff ziemlich vergebens. Falten einbügeln ist Strafarbeit. (Und wie man das ohne Heften hinbekommt, ohne dass sie der Stoff dann doch zwischendrin wieder verdröselt und derzieht… das wäre mal ein Video wert…)

Die erste Nähschule befasst sich dann mit der Jacke vom Titel. Ob das jetzt die Nähschule für Anfänger oder für Fortgeschrittene ist verraten sie nicht. Ich würde bei einer Jacke ja eher auf Fortgeschrittene tippen… aber ist das auch für einen Anfänger ersichtlich? Andererseits… daß man die Oberweite messen soll, um die passende Größe zu finden jetzt jetzt auch kein Tipp für Fortgeschrittene, oder?

Danach kann ich beauty wieder fix überblättern.

Der Designerschnitt lässt das Oktoberfest ahnen… es gibt nämlich in Dirndl vom Label „AMSEL“. Die Diskussion, ob das jetzt „Tracht“ ist oder nicht lassen wir mal weg, aber das Modell ist doch relativ traditionell, bedeckt die Knie und hat aber mit dem Schößchen und den kontrastierenden Bindebändern der Schürze so kleine Elemente, die es hervorheben und dezent modisieren. Auch darüber, ob ein Dirndl modisch sein darf kann man streiten, aber ich mag so was, denn so bleibt die klassische Schnittform letztlich lebendig und ist nicht nur ein Museumsstück. Das recht ausführliche Interview mit der Designerin finde ich auch interessant. (Obgleich ich die vielen „das habe ich nur für mich entworfen und dann haben mich alle Freunde gefragt, ob sie auch eines haben können“ Stories dann doch eher ins Reich der schönen Legenden einordne.)

Weiter geht es dann mit einem ebenfalls sehr langlebigen und klassischen Modethema… Black & White. Shirt 121B in Wickeloptik kommt auch mit kleinem Muster gut zur Geltung, es ist interessant zu sehen, wie es bei der gestreckten Pose des Models völlig anders wirkt. Shirt 102 fällt unter „halt ein Shirt“ und Hose 106B unter „halt eine Hose“. Zugegeben, in genau diesem Stoff wirken die Teilungsnähte vorne recht interessant. Am kastigen Sweatshirt 108 ist auch mehr der Stoff interessant, wobei die technische Zeichung noch ein paar Abnäher oder Falten in den Ärmeln verrät, die das Bild aber wirklich exzellent versteckt.
Kleid Burdastyle
Sehr gut gefällt mir diese Variante des Kurzgrößenkleides (107B). Der eher niedlich, kindliche Schnitt wird durch den schwarz-weißen Stoff gut ausbalanciert und die Mustergröße passt gut zu einer zierlichen Proportion. Vorausgesetzt natürlich, man bekommt dann einen vergleichbaren Stoff….

Modell 109A nennt sich Jacke, ich sehe da ja eine Weste, die bißchen überschnittenen Schultern reichen noch nicht, um eine Jacke draus zu machen. Vermutlich gerade sehr in… aber nichts, was ich freiwillig tragen würde. „Super easy“ ist dann Gummzughose 103B. Halt eine Gummizughose. Bequem sicher, aber das mit dem „gut angezogen“… naja… Modell 104 nennt sich Parka, ich sehe da eher einen Kurzmantel. Der trotz seiner extrem sportlichen Grundform mit den Quersteppungen am Saum recht elegant daher kommt. Das sind die kleinen Kontraste und Brüche, die ich mag.

Die nächste Nähschule wendet sich dann explizit an „Einsteiger“ und präsentiert das Sweatshirt mit den Ärmelfalten. Hier bekommt man sie wenigstens etwas zu sehen. Der Schnitt ist zwar deutlich einfacher, aber dafür fällt die Anleitung dann entsprechend kürzer aus. Ob das dann anfängerfreundlich ist?

Dafür bleibt aber mehr Platz für Werbung… äh ein Gewinnspiel, das was mit der Serie Babylon Berlin zu tun hat. Wobei der Preis in keinem erkennbaren Zusammenhang zur Serie steht und die Serien in keinem Zusammenhang zum Burdaheft….

Statt „accessoires“ gibt es „inspiration“. In schwarz und weiß. Scheint aber inhaltlich das gleiche zu sein, nur eine andere Überschrift.

Und wenn man nicht aufpasst, bekommt man gleichen Design dann auch noch die Beautyseite untergemogelt…

„French chic“ ist dann das Motto der Plus Strecke. Die Verwandlung eines Trenchcoats in ein Etuikleid ist ja schon seit einiger Zeit bei diversen Designern zu sehen und Burda macht da auch mit. Das Kleid scheint aber schmaler geschnitten zu sein, als ein Mantel. Die Idee gefällt mir jedenfalls, auch wenn man in Dunkelblau auf den Bildern mal wieder nichts erkennt. Dann gibt es eine Cabanjacke, die auf alle Fälle recht französisch ist. Mit dem Chic weiß ich gerade nicht recht. Eher romantisch dann Kleid 123 mit schwingendem Rock. Bisschen brav… ob die in Fältchen gelegten Armkugeln das besser oder schlechter machen ist schwer zu sagen. Da hängen wieder mal Haare davor. (Ob die Photographen eine Extraprämie dafür bekommen, die entscheidenden Schnittdetails zu verdecken?) Shirt 126B hat zwar eine Falte auf der Schulter, aber Bindegürtel hin oder her bleibt es ein überweites Shirt. Und die weiten Ärmelsäume haben keine schöne Proportion. Pulli 125 ist auch ganz schlicht, zumindest für die Bilder lässt sich der Kragen aber seeehr attraktiv drapieren. 🙂 Shirt 126A gibt es dann noch mal in gestreift, ruft bei mir aber nicht viel mehr Begeisterung hervor. Hose 125 mit den Riegeln am Bund sieht auf der Zeichnung vielversprechend aus (Hosen müssen ja viel tun, um meine Aufmerksamkeit zu bekommen), auf dem Photo ist hingegen in absaufendem Dunkelblau… wenn man ganz genau hinsieht, erkennt man einen Katzenbart… aber das ist alles.

Als „must-have“ der Saison wird uns denn der Trenchcoat vorgestellt. Wobei der doch immer Saison hat.

Dann gibt es die Beauty-Seite, die was mit Pflanzen zu tun hat. Diesmal Cranberry.

„Wie geht eigentlich“ zeigt uns dann das Handnähen von Augenknopflöchern, Ah, das ist der Bezug zum Couture-Thema… ob das jetzt aber für Profis wie behauptet eine „Herausforderung“ ist? Na ich hoffe nicht.

„Die brauche ich“ sind diesmal Knöpfe. Gut, Kleidung ohne Knöpfe ist in unserem Kulturkreis wirklich nicht so praktisch. Wie üblich ist das Ausmaß an tatsächlicher Information beschränkt, ber wer ganz neu im Thema nähen ist, lernt vielleicht ein paar nützliche Begriffe. Unter „gängige Materialien“ finden wir dann alle möglichen Exoten, nur das häufigste Material, nämlich Kunststoff nicht… (Und Holzknöpfe besonders gerne an Kinderkleidung… mit dem Hinweis, sie beim Waschen zu schützen… auf die Idee kommt wohl auch vor allem jemand der entweder keine Kinder hat oder jemanden bezahlt, der sich um die Kleidung der Kinder kümmert… 😉 )

Nett ist der Nachbericht über die Ausscheidung zum Burda Style Talent. Immerhin sind auch mal Bilder dabei, die groß genug ist, um ein bisschen was zu erkennen… Die „letzte gute Idee“ ist dann diesmal ein Samtschleifchen für die Haare. Habe ich schon ein paar Mal gesehen und frage mich immer, warum Leute freiwillig so was tragen, was so langweilig und bieder aussieht? Aber gut.

Okay, der Titel hat diesmal ja mehr Erwartung gewecht, aber ein paar nette Teile sind im Heft. Und… die nächste Ausgabe erscheint erst nächste Woche, da bin ich ja glatt schnell… 😉

Bilder sind als Zitate zu verstehen, die Rechte liegen beim Burda-Verlag.

Mini-Bikini

Mini Bikini

Barbi im rosa BikiniJa ne, nicht für mich… früher kamen Barbie Puppen ja mit Badeanzug im Auslieferungszustand. Heute muß man das selber nähen. Ein elendes Gepfriemel… aber jetzt kann Barbie an den Strand. (Stoff ist der Rest von meinen BHs, der Schnitt aus einem alten Burda Puppenmode Heft.)

No, not for me… when I was a kid Barbie came with a bathing suit as the basic equippement. No longer, so I needed to sew one that myself. Pieces are really, really small to get them under the sewing machine. But I succeeded, so Barbie is ready for the beach. (Fabric is a remnant from my bra sewing, the pattern from an old Burda doll fashion issue.)

Wiedersehen mit der Vergangenheit

Greetings from the past

Manchmal holt einen die Vergangenheit ja ganz unverhofft ein… vor sehr langer Zeit wurde meine Schwiegermutter schwer krank und konnte das Haus kaum mehr verlassen und besonders nicht mehr verreisen. Das nahm ich damals zum Anlass, ihr eine Decke und zwei Kissen zu nähen.

Sometimes you have an unexpected meeting with your past… very long ago my mother in law got very sick, could hardly leave the house and she could not travel any longer. That’s when I made her a quilt and two cushions.

Leider verstarb sie nur wenige Jahre später, die Kissen blieben auf dem Sofa, bis sie nach vielen Jahren verschlissen waren und weggeworfen wurden. Die Decke hingegen landete irgendwann im Schrank. Inzwischen war auch mein Schwiegervater verstorben und so landete die Decke sehr unverhofft wieder bei mir. Und ich habe die Gelegenheit genutzt, sie auch zu photographieren und kann sie hier zeigen.

Sadly she died only a few years later. The cushions remained on the sofa until they were shredded after many years of use and got discarded. The quilt on the other hand had been stored away. Meanwhile my father in law had passed away also and I was very surprised to get the quilt back. So I finally used the opportunity to take pictures and show it here.

Motivquilt "Senanque"Man sieht, daß ich weder damals noch heute echte Ahnung vom Quilten hatte, ich wollte etwas erreichen, das habe ich einfach umgesetzt ohne mich um irgendwelche Regeln zu kümmern.

You see that neither then nor today I had/have a real knowledge of the Art of Quilting. I had an idea what I wanted to make and just went ahead without knowing any rules how to do things.

Als Motiv hatte ich mir ein Bild der Abtei von Sénanque vorgenommen, ein Ort, den meine Schwiegermutter kannte und mochte. Das Bild habe ich auf die altmotische Art mit einem darübergelegten Karo auf Packpapier auf Originalgröße vergrößert und die Schnittteile dann ausgeschnitten.

Sinxe my MIL had liked Sénanque I choose a picture of that place. I used the old fashioned technique to draw a grid to bring it on the original size and then cut pieces of fabric in the shapes I needed.

Ich wollte eine auch taktil interessante Decke, die unterschiedliche Strukturen hat. Daher ist das Gebäude aus Feincord und die Landschaft dahinter aus einem Bouclé. Geld war damals auch ein Thema, also mußte farblich passende Stoffe gefunden werden, die im Budget lagen. Das lila Lavendelfeld und der Himmel sind aus Dupionseide, für den Ginster im Vordergrund wurde es Baumwolle. Rahmen und Rückseite sind aus einem Baumwoll-Polyestergemisch, eigentlich ein Dekostoff, der deswegen aber schön breit lag. Vlies weiß ich nicht mehr… das, das zu haben war.

I wanted also a tactile interest, different structures. So for the buildings I used corduroy and a Bouclé for the landscape behind. Money was a issue then also, so I had to see which fabrics would match color and pricepoint. Lavender and sky were made from dupioni silk, the yellow fabric is a simple cotton fabric. Border and backing were a poly-cotton blend that was a decorators fabric and therefor extra large. Batting I don’t remember… what was available at the local shops I guess.

Motivquilt SenanqueGequiltet habe ich teilweise freihand, teilweise unter Zuhilfenahme des Transports der Maschine.

Quilting was done partially with lowered feed dogs or with the normal machine transport.

Was man auf dem Bild gnädigerweise nicht sieht: Die Freihandteile haben recht unregelmäßige Stiche, teilweise war unten auch ein bisschen Fadensalat (von der Existenz von Quiltnadeln hatte ich noch nichts gehört..) und von den Falten, die auch immer wieder reingenäht sind reden wir mal nicht. (War auch nicht so einfach gewesen, das Teil durch die Maschine zu bekommen….)

What the picture does luckily not show: the free quilting has very irregular stitches, there are also skipped stitches and and not so nice thread „nests“. (What did I know then about the existence of quilting needles…) Not to talk about fabric folds that are not supposed to be there. (Hadn’t been easy to force the big thing unter my sewing machine either…)

Aber… die Decke durfte einige Jahre Freude bereiten und wird irgendwann auch bei mir wieder einen Platz finden. Auf einem Sofa, nicht an der Wand. Denn sie war immer zum Benutzen gedacht.

But the quilt made someone happy for a few years and it will find a place with me in the future. On a sofa, not on the wall. Because I made it to use it.

(Die große Decke zu photographieren war übrigens auch nicht einfach… ich habe sie vom Balkon gehängt, habe dann gewartet, bis die Sonne weit genug untergegangen war, um nicht mehr direkt auf den Quilt zu scheinen, aber noch genug Licht für ein Photo war (=gleichmäßige Ausleuchtung) und bin dann im Garten auf eine Leiter gestiegen, damit ich nicht schräg von unten nach oben photographieren mußte. Damit es nicht die klassische Weitwinkelverzerrung gibt (schräge Seitenlinien) bin ich weit genug weg, um ein leichtes Tele benutzen zu können. Aufwendig… aber hat funktioniert.)

(Taking pictures of a big quilt hasn’t been easy also…. I hang it from the balcony, waited then until the sun was low enough not to shine directly on the quilt, but with still enough light available to take the picture (=consistent light). Then I stepped up a ladder in the garden because I did not want to take the picture from the frog perspective. To avoid the oblique lines of a wide angled lens I took the ladder away from the balcony, so I could use a zoom lense. A bit complicated… but worked.)

Revue de Presse: Burdastyle August 2018

Titel Burdastyle Da ich die Juliausgabe ja gerade erst aus der Hand gelegt hatte, traf mich die Existenz einer Augustausgabe am Kiosk dann irgendwie unvorbereitet… huch, schon? Andererseits aber natürlich logisch, zumal das Septemberheft dann schon am 8. August erschienen ist… Aso mal wieder mit solider Verspätung. Okay, der Titel ist schon sehr herbstlich, dieses Jahr passt das ja nun mal gar nicht zum aktuellen Wetter…

Das Editorial bereitet uns dann auf eine Art „Rentrée“ Ausgabe vor: Beginn Schuljahr, zurück ins Büro… Nur das das in Deutschland aufgrund der versetzten Ferien nicht so gut funktioniert wie in Frankreich.

Unter „inspiration“ werden erst mal die Herbsttrends vorgestellt. Das mit den 70er Jahren kann mich ja nach wie vor nicht so begeistern. „English Rose“ schon eher, Blumen, Samt und traditionelle Muster. Vor allem Kontraste mit den traditionellen Stoffen mag ich ja. Wenn man die Bilder bei „Feine Couture“ anschaut kommt man nicht wirklich auf einen Nenner, der Text dazu auch nicht. Aber das Stickwort „Royals“ kommt vor. „Gentle Women“ hat dann gewisse Überschneidungen zur English Rose, denn auch hier gibt es Florales mit klassischen Mustern. Besonders die Stickereien und Drucke auf klassisches Karo gefallen mir extrem gut. Bei „Color Code“ knallt es farbig, da hätte man natürlich auch „80s“ drüber schreiben können… Wobei kräftige Farben dürfen es bei mir auch mal sein. „East Folk“ ist dann der aktuelle Name für Ethno- und Hippie… mit kleiner Richtung. Aber alles in allem… nichts Neues, oder?

Das erste „trend“ Bastelprojekt ist dann eine große Tasche aus einem kleinen IKEA Teppich. Was man bei so was nur nicht vergessen sollte… Das Grundmaterial ist meist schon relativ schwer. Dann hat man eine große Tasche, überlegt sich aber, wie viel Gewicht man da noch reinpacken will… :o) Beim zweiten „trend“ wird dann mit Kordel und aufgenähten Tunnels an beliebiger Stelle gerafft. Warum nicht, allerdings muß man da immer sehr genau gucken, wo das gut aussieht und wo nicht.

„Unter Palmen“ ist dann endlich die erste Modestrecke, die uns Schnitte für den Urlaubskoffer verspricht. (Warum das dann mit einerKorb- Handtasche in Ananasform kombiniert wird, die voluminös ist und garantiert nicht sinnvoll in einem Urlaubskoffer verstaut werden kann, sind dann wieder die Details, über die man besser nicht nachdenkt…) Jacke 111B in Langgröße gefällt mir sehr gut, interessante Falten, modischer Ärmel, schöner Ausschnitt… leider ist im größflächigen Druckmuster nichts davon übrig. Das schulterfreie Top in Kurzgröße ist hingegen eher langweilig. Auffallend sind vor allem die kleinen Fältchen unter dem Arm, die in der Zeichnung  nicht vorkommen…. Schlampig genäht oder sinnvoll genäht, damit nicht der Busen durch einen unproportioniert riesigen Armausschnitt raus kommt?) Hose 106B nenne ich immer noch Schlafanzughose, aber heute nennt man das ja stylisch… Shirt 118B mit den schräg verlaufenden Nähten hat eine interessante Zeichnung und ein Photo, das nichts davon zeigt. „Super easy“ ist die Fledermausjacke 119. Auch hier zeigt das Photo so gut wie nichts, die Zeichnung gefällt mir. Denn durch die Falten auf der Schulter bekommt diese an sich formlose Jacke etwas Form und vermutlich einen schöneren Fall. Bei dem langen Schlauchrock 121 mit Schlitz glaube ich sofort, daß er schnell genäht ist. allerdings sieht er auch so aus. Bei Kleid 101 dominiert wieder der bunte Leoprint. Wobei es außer für die Raglanärmel keine nennenswerten Nähte hat, was bei großen Prints ja wieder gut ist.
Shirt Burdastyle
Wirklich gut anfreunden kann ich mich aber mit dem Jerseyshirt 115. die gerafften Ärmel sind ein echtes Hinguckerdetail und dürften im Alltag tatsächlich nicht so sehr im Weg sein. Man braucht allerdings einen sehr dünnen und weichen Jersey.

Als „Accessoire“ gibt es natürlich passend dazu… Koffer. Klar, ich kaufe ja meinen Koffer jedes Jahr in Trendfarbe neu. Ihr nicht? Und natürlich ist das Design das Auswahlkriterium Nummer eins… :-p (Ich habe meinen miestgenutztne Koffer von Stratic gerade zur Reparatur gebracht. Ich hoffe, das lässt sich richten. Das Nachfolgemodell gibt es nämlich nur noch mit vier Rollen… was für meine Anwendung unglaublich unpraktisch ist. Und ich will den Koffer nach wie vor mit möglichst wenig Eigengewicht…)

In der „nähschule“ gibt es Shirt 118 mit dem schrägen Wickeleffekt. Da fällt dann doch mal auf, daß ein Teil der Anleitung einfach Standard ist und nicht direkt auf den Stoff abgestimmt. Makrierungen mit Kopierrädchen übertragen ist bei Viscosejersey nicht immer der sicherste Weg, zur nicht verzogenen Nahtlinie. Vorsichtig formuliert. Am Ende wird die Anleitung dann noch mit ein bisschen Werbung für Stoffgeschäften garniert. Natürlich keines davon der Originalstoff, aber man muß die Sponsoren wohl bei Laune halten.

Das bunte Leokleid darf dann beim „Legestyle“ ran. Die Abendkombi ist okay, Casual wenn schreiende Farben mag… aber Business? Aber gut, Geschäfte in der Modebranche haben vermutlich andere Regeln als der Rest der Welt…

„Beauty“ bewirbt dann Nagellack. Ich kann mich ja dunkel erinnern, dass der irgendwann in den späten 1980ern mal ganz out und „böse“ war, wegen der unvermeidlichen und nicht gerade gesundheitsfördernden Lösemittel. Die sind immer noch drin, aber das Thema ist seit geraumer Zeit völlig vergessen. (Ich kenne Leute, die nur mit naturgefärbten Ökoklamotten rumlaufen… und Nagellack tragen… :-P)

„Zarte Töne“ ist das Motto der nächsten Modestrecke. Gemeint ist Mauve und Violett. Jacke 111A in Langgröße käme in dem Unistoff vermutlich besser zur Geltung… aber in sitzender Pose halt doch wieder nicht so gut. Einerseits schade, andererseits muß ich mich dann nicht ärgern, dass das Größenspektrum für mich so gar nicht stimmt. Der leicht Boule-förmige Mantel 117 sieht auch interessant aus. (Das ist Mauve? Sieht ja ziemlich blau aus. andererseits schreibe ich gerade bei Kerzenlicht auf dem Balkon… ich glaube, ich brauche noch eine Kerze… Und obwohl ich Hemdblusenkleider explizit nicht mag, ist die Variaten 110B mit den Wickeleffekt und den Falten im Rock verlockend. Zumindest der Zeichnung nach. Der gemusterte Stoff ist auch interessant, aber die Schnittdetails sind dann natürlich ziemlich weg. Kleid 112 in Kurzgröße ist mit den Drapierungen über der Hüfte dann was für sehr schlanke Frauen. Die Gestaltung der Schulter-Ausschnittpartie darf von den Haaren des Models verdeckt werden. 103B ist eine kragenlose Bluse mit etwas unproportioniert weiten Manschetten. Hm… nein, ich denke nicht. 102B eine weite Raglanbluse, die im Schnitt auch nicht anziehend wirkt. Am Modell dann doch, denn der Stoff ist so leicht, daß die Körperkonturen gut sichtbar bleiben. Dann kann auch ein weites Schlapseteil Appeal bekommen. So der Körper drunter dazu passt. Kleid 116 erinnert mich an die 70er. Und es hat eigentlich alle netten Details: V-Ausschnitt, Trompetenärmel, Rock mit Saumweite und Wickeleffekt… trotzdem reißt es mich nicht? 107 fällt für mich unter „Hose halt“. Nur überrascht es mich, weil das Bild eine sehr enge Hose zeigt, nach der Zeichnung hätte ich sie zwar schmal vermutet, aber nicht so eng. Kledi 114 ist Shirt 115 in lang. Leider überzeugen mich die Ärmel hier jetzt nicht.

Beauty wird wieder überblättert. Diesmal hat es was mit Lavendel zu tun, völlig überraschendes Thema.., zur Jahreszeit.

„Forever cool“ soll dann wieder was mit den 1970ern zu tun haben. Bluse 102A ist der Schnitt mit den unproportioniert tiefen Raglanärmeln, diesmal mit… Bündchen vorne? Ach nein, das ist nur Styling. Hose 106A hat die angesagten weiten Beine. Aber nicht übertrieben. Dazu ein Bindegürtel… so sieht der Pyjamastil dann doch überraschend angezogen aus. 110 B wieder das Hemdblusenkleid mit Wickeleffekt. Was einfarbig gleich viel besser zur Geltung kommt. Bei Modell 109 hat der 70er Retro so richtig zugeschlagen… Der Kleiderrock läßt grüßen. Das sieht für mich immer etwas nach Kostümfest aus, mag aber daran liegen, daß ich das nie so wirklich mochte. Rock 104 ist ein netter Standardschnitt für einen kurzen, leicht ausgestellten Rock. Wenn man die Cargotaschen weg lässt… Ob mir die an dem Rock gefallen kann ich nicht recht entscheiden.
Shirt Burdastyle
Wickelshirt 118A kommt in dem gestreiften Stoff hervorragend zur Geltung, da hält das Modell, was die Zeichnung verspricht.

Selbst der Hose kann ich in gewissen Umfang was abgewinnen. Die Streifen am Saum greifen das Shirt gut auf. Nur solltem an bei der Hosenlänge lange Beine und schmale Fesseln haben. Jack 120 ist ein BLuson mit großem Kragen und so einer Art Schluppe. Ich muß zugeben, dass die Zusammenstellung originell ist. für mich hat er allerdings alles, was ich persönlich nicht mag… Bluse 103A dann in leuchtendem Gelb. endlich weiß ich, an was der Schnitt mich erinnert… ein Malerkittel. . Nein, wird auch durch das halb drinnen halb draußen Styling nicht besser.
Weste Burdastyle
Weste 105 gehört als Abwandlung der klassischen Dandyweste zu den wenigen akzeptablen Formen. Was mir an der wirklich gut gefällt ist der Rücken. Hier könnte man einen „besonderen“ Stoff (von dem man mal nur eine kleine Menge gekauft hat, weil so teuer…) sehr schön einsetzen. Die Idee sollte ich mir merken. Vielleicht brauche ich dann doch mal wieder eine Weste…

„Must Have“ ist die Überschrift, unter der man uns mehr oder weniger sinnvolle Produkte zum Thema „Denim“ untermogeln will. Dass das wieder Modethema sein soll, ist auch schon zu mir vorgedrungen, aber die Darstellung… Bei quasi gleicher Materialmischung mit Elasthan und Kunstfaser) ist der Stoff einmal „klassisch robust“ und ein andermal flexibel. Das ist nicht Werbung, das ist einfach schlecht und flaches Gelaber.

„Casual Friday“ ist dann das Motto für die Plusgrößen. Jerseymodelle, die bürotauglich sind. Das ist keine grundsätzlich schlechte Idee. Hose 122A mit den auffälligen und gepaspelten Teilungsnähten sieht auf der Zeichnung auch erst mal gut aus. Bis man die Falten am Hosenbein sieht… das ist bei Jersey wohl doch nicht so leicht in den Griff zu bekommen, vor allem bei leichtem Jersey. Kleid 124 hat mit diesen enorm weiten Ämeln auf jeden Fall ein auffälliges Detail. Das allerdings Fragen zur Alltagstauglichkeit aufwirft? Und auf den zweiten Blick auch zur Gesamterscheinung. Denn die Kleidform scheint etwas Boule zu sein und weit zu weit? (Andererseits… das könnte man mit einem Nachthemd testen… dazu sollte es auf alle Fälle taugen.)
Kleid Burdastyle
Kleid 125 mit den schrägen Teilungsnähten im Vorderteil ist hingegen ganz mein Fall. Dann auch kein Jersey, sondern Krepp mit Elasthan. Allerdings… da eine FBA einzubauen dürfte eine heftige Herausvorderung sein.

Maxirock 126 mit Passe und Schlitz ist nicht völlig unattraktiv, aber auch nicht spannend. Kann aber ein Basisschnitt werden, wenn man das mag, weil man die Form auf jede beliebigen Länge kürzen kann. Wobei in dem grau melierten Jersey sieht es schon sehr nach Freizeitklamotte aus. Blazer 127 wird als „perfekt sitzend“ versprochen, überzeugt aber zumindest auf den zweiten Blick doch nicht. Irgendwie beutelt der Stoff nach unten. Ist halt schwierig, bei Jersey. Bluse 123A ist dann trotz Brustabnäher eher formlos als lässig. Seide hin oder her. Und mit Schultern, die für meinen Geschmack defintiv zu überschnitten sind. Ach so, deswegen wirkt es so formlos… Das ganze dann noch mal in grün, aber auch nicht wesentlich bsser. An Hose 122B fallen dann keine Falten mehr auf, dank des wild gemusterten Stoffs aber auch sonst keine Details mehr. Da kann man sich die Mühe sparen.

Anschließend wieder beauty… ach nein, stopp. Das heißt „das will ich“ und natürlich geht es um den Kosmetibeutel mit zusätzlichen Außentaschen), dem sich der anschließende Bildernähkurs widmet. Kann mir mal einer erklären, was an diesen Beuteln praktisch ist? Sie schließen oben nicht dicht und aus den Außentaschen fällt doch auch alles raus, wenn man den Beutel nicht sehr senkrecht trägt? Gut, er ist einfach zu nähen, aber das ist irgendwie auch kein Kritrium…

Und weil wir schon bei Bildern sind, gibt es auch die Anleitung, wie man einen Nahtreißverschluss einnäht. Gezeichnet, nicht photographiert. Das ist jetzt nichts neues… aber weder falsch noch themenfremd. Man wird ja für die kleinen Dinge dankbar.

Kindermode gibt es auch in diesem Heft wieder, „endlich Schule“ ist das Thema. Die Größen 116 – 140 werden abgedeckt. (Ob es doch mal wieder ein eigenständiges Kinderheft gibt, wenn das Thema jetzt so regelmäßig im Monatsheft ist?) Schnitte für Parka und Sweatshirt sind natürlich unversell verwendbar, auch für die Sweathose. Aber… ein süßes Einhorndesign all over oder ein niedliches Fuchsgesicht auf dem Trägerrock? Ich glaube, wir hätten uns gegen so was verwahrt… das ist doch für Kindergartenkinder, nicht für ein „großes“ Schulkind. Aber gut. Geschmackssache. Außerdem gibt es einen kleinen Rucksack zu nähen, eine Schultüte zu basteln und nette Schlampermäppchen in Stiftform. 7

„Die brauche ich“ präsentiert uns dann diverse Stecknadeln (und Stoffclips). Leider wie üblich vor allem an den Verkaufsbezeichnungen orientiert und nur ansatzweise an den tatsächlichen Unterschieden. Aber wer noch nie was davon gehört hat, dass es unterschiedliche Nadeln gibt… der lernt noch was dazu.

Das Thema der „sweets“ (und der Deko) ist Kokos. Kugeln, ein Drink… Sommerlich halt alles. Wobei mir die Makrameeaufhängung für Kokosschalen eigentlich ganz gut gefällt. Da müsste man dann nur im Winter mal eine Schale aufheben und wirklich gründlich sauber machen. Und die Kokoskugeln sehen sehr vegan aus, das ist gut, manchmal brauche ich ja so was…

Der „Atelierbesuch“ zeigt diesmal nicht viel Atelier und ist auch handwerklich nicht sonderlich spannend, aber immerhin dient es einem guten Zweck. Zumindest sagt das Label das über sich. Und wir können es ja glauben. Spricht in dem Fall zumindest nichts dagegen.

Die „letzte gute Idee“ ist dann ein Smiley als Taschenanhänger. Groß und nutzlos… na gut… nicht so meines.

Und jetzt stürze ich mich mal aufs nächste Heft, das ist ja auch schon erschienen… vielleicht schaffe ich es dann mal wieder pünktlich

(Bilder sind als Zitate zu verstehen, die Rechte liegen beim Verlag.)

Revue de Presse: Meine Nähmode 3/2018

Titel Meine NähmodeDa die Schnitte in der „Meine Nähmode“ ja tendentiell eher banaler werden, überlege ich mir inzwischen ja vor dem Kauf, ob ich sie mitnehme. (Und wenn schon „easy“ drauf steht, wie bei einer anderen Ausgabe in dem Jahr, dann schon mal ganz sicher nicht.) Diesmal hatte ich aber einen konkreten Nähplan, wo sie gut reinpasste…

Aber erst mal die Zusammenfassung, Das Heft verspricht die Größen 34 bis 54, mit allen Varianten sind es 9 Modelle in Größe 34 (genau hingesehen ein Overall, eine Tunika/Kleid und ein Rock mit Abwandlungen), in Größe 54 finden sich vier Modelle, die auf den zweiten Blick ein Modell in vier Varianten ist. Für die „Randgrößen“ gilt also nach wie vor, genau hinsehen. Dafür beginnt eines der Modelle schon in Größe 32.

Irgendwelchen Kram wie Editorial oder Trendschauen spart man sich diesmal wieder, stattdessen geht es gleich mit Schnitten los. „Sommer Hippie“ ist ein weites und tief ausgeschnittenes Spaghetti-Top, wahlweise als Kleid. Sehr hübsch ist dann aber das Spitzenbustier mit Ringerrücken, das man dazu nähen kann. Das bleibt sichtbar, ist attraktiv und löst zumindest für einen Teil der Trägerinnen das BH-Problem. (Wenn man so was mit mitteldickem Powernet in hautfarben unterlegt, löst es das BH Problem vermutlich sogar noch für ein paar mehr Leute.

Tob aus meine Nähmode„Easy“ sind dann drei Tops, die einen schönen Überblick über die aktuelle Mode geben. Bauchfrei, one-shoulder und, mein Favorit, der Wickeleffekt. Wobei mir diese kleinen Halsbündchen immer sehr gut gefallen.

Voluminöser unterhalb der Brust sind dann die Tuniken auf der nächsten Seite. Auch sehr nett.

Wieder „easy“ ein kurzes Kleidchen ohne Abnäher, dafür mit Cut Outs an den Schultern. Das wäre sogar bis Größe 48 drin… aber ich kann ja eh nicht schnell.

Aus einer bodenlangen Tunika mit hohen Seitenschlitzen wird wahlweise auch eine Variante in Kleidlänge, ein Oberteil… und ein Vokuhila-Modell, das ganz sicher keiner übersehen kann. Die Schnitte sind zwar primitiv, aber im Trend liegt das alles.

Anschließend der Overall vom Titel, wahlweise mit bedeckten Schultern undkurzen Beinen oder freien Schultern und langen Beinen. Ich finde das ja immer attraktiver, als nur nackte Haut an allen ecken. Was man im Bedruckten Stott des Titels gar nicht sieht… auch hier hat das Vorderteil einen Wickeleffekt.

Langweilig ist dann die nächste „easy“ Variante einer Tunika. Da bestehen die Unterschiede dann wirklich nur darin, wo man die Borten aufnäht oder wie der Stoff gemustert ist. Aber bis Größe 50… wer so was also noch für die Grundschnittsammlung braucht.

„Ethno-Summer“ bringt zwei Neckholderkleider, die ihre Form wohl auch nur diesem Strick um den Hals verdanken. Ethno ist…? Ach so, der Stoff und die Borte, die irgendwas mit Indianern zu tun haben sollen. Na dann….

Zum Gähnen langweilig der Stufenrock, aber gut… für so was brauchte man früher ja keinen Schnitt, nur Lineal und Schere… aber gut.

Eleganz verspricht das Shiftkleid mit den Ärmelvariationen. Es hat schon mal Brustabnäher, aber die genähte Version am Model wirkt schon eher sackig. (Was mich an meine eigene Erfahrung mit so einem Modell aus der Meine Nähmode erinnert.) Da sollte man den Schnitt vorher genau testen, vor allem, falls man einen guten Stoff nehmen will. (Andererseits sind solche Kleider, wenn mal angepasst, schnell zu nähen und wirken je nach Stoff immer unterschiedlich.

Tunika Meine NähmodeJa und dann kommen wir zum Kaufanlass… mir gefallen nämlich die Tuniken mit Lockstickerei, die man derzeit viel sieht. Und ich habe seit unendlichen Zeiten, einen weißen Stoff mit Lochstickerei in meiner Kiste. Da bietet sich dieser Schnitt als Basis doch an, oder? (In der Version mit den Schulterträgern.) Weil…. wenn nicht diesen Sommer, wann dann? (Genau, frühestens nächste. Ihr kennt ja meine Nähgschwindigkeit, Zeit habe ich im Moment auch nicht viel und bevor ich das Projekt angehe, muß ich erst den Dessoustoff fertig verarbeiten – BH fertig stellen, Barbiemodell nähen, niedliches Tierchen nähen – und meinen inzwischen wieder gewachsenen Stopfwäschestapel angehen. Bis dann ist der Sommer sicher vorbei. Aber sind wir optimistisch, daß der Trend bleibt UND der nächste Sommer wieder heiß wird…

Das „easy“ Vokuhila-Top mit der A-Linie ist auch im Trend. Eigentlich eher langweilig, aber mit dem transparenten Einsatz hat es doch einen überraschenden Hingucker.

Kombination aus Meine NähmodeSchon ein wenig herbstlich mutet bei den aktuellen Temperaturen ja die nächste Kombination an. Die gefältl mir aber mit den schrägen Säumen und besonders mit der kleinen Schnalle an der Seite ausgesprochen gut. Schlicht, aber nicht ganz langweilig…

Dann gibt es auch noch eine Kombination unter dem Motto „70er Jahre Schwung“. Das Top davon hat ein nettes Faltendetail an der Schulter, aber so ganz dringend erinnert mich das nicht an die 70er. Aber gut, da war ich auch noch klein…

Zum Abschluss dann noch „Havana Nights“, das schulterfreie Kleid mit Carmenrüsche.

Und der Verweis, daß die Herbstausgabe angeblich schon seit mehr als zwei Wochen erhältlich ist. Nun ja, hatte sich zu meinem Supermarkt wohl noch nicht rumgesprochen…

Bilder sind als Zitate zu verstehen, die Rechte liegen beim Verlag.)

Revue de Presse: Threads July 2018 (197)

Titel Threads MagazineDa es mit dem Nähen oder gar Fertigstellen im Moment ja immer noch mau aussieht, kann ich mich mal der aktuellen Threads zuwenden. Der Titel ist ja vom Bild her meist wenig aussagekräftig, aber die Überschriften versprechen einiges. „Challenge Winners“ mag ich ja immer. Paspelknopflöcher sind auch ein interessantes Thema und Schnittanpassung eh. Also mal gucken.

Aber erst mal die Frage an die Autoren der Ausgabe, was für sie die Hauptkennzeichen eines gut genähten Kleidungsstückes sind. Äh… gute Verarbeitung, jeweils passend zu Schnitt und Material? Einig sind sich die Antworten diesmal in einem Punkt: gut ausgebügelt ist wichtig. Da kann ich nicht widersprechen.

Das Editorial erzählt was davon, daß sie eine Nähgemeinschaft für Leute sein wollen, die sich nicht unbedingt persönlich sehen und kennen müssen. Nicht so falsch, auch wenn eine Zeitschrift immer etwas einseitige Kommunikation ist.

Dann die Leserbriefe…. diesmal der eine oder andere interessante Aspekt und nicht nur unreflektiertes Lob.

Die „tips“ lösen hingegen mal wieder Probleme, die ich nicht habe. Oder sind Varianten, die ich schon so oder so ähnlich kenne.

Genauso geht es mir mit der Produktvorstellung unter „notions“. Aber immerhin haben die Sachen alles was mit Nähen zu tun, der Rest ist meist Geschmackssache.

Das „fabric lab“ wendet sich dem thema „crinkled cloth“ zu. Das ist aus meiner Sicht wieder ein weniger systematischer und offener Ansatz, weil das eine ganze Menge unterschiedlicher Sachen bedeuten kann. Hilft einem aber weiter, wennm an im Stoffgeschäft davor steht. (Mehr oder weniger, weil man natürlich nicht immer die Information bekommt, ob der Effekt eingewebt oder nachträglich zugefügt ist.)

„Embellishments“ ist ja generell nicht so mein Thema, aber die Amis sind da wohl etwas obsessiv, wenn es darum geht, Kanten noch irgendeine Deko zu verpassen. Andererseits ist Techniken kennen nie schlecht, manchmal braucht man sie dann doch.

„How did they do that?“ ist diesmal der handrollierte Saum. Den würde ich ja unter „Basistechniken“ verorten, aber gut. Immerhin drei verschiedene Technien, ihn zu nähen. Da ich das demnächst auch mal wieder vor habe, könnte ich ja mal testen…

Die „pattern reviews“… ein Herrenhemd gibt sie die Ehre und das Teil, was ich gerne genäht sehen würde (von Style Arc) ist nicht dabei.

Dann kommt endlich das Augenfutter, die Knit Fabric Challenge. Drei verschiedene Strickstoffe/Jersey mußten verwendet werden und ein Outfit kreiert, das entweder zum Ausgehen oder für einen formalen beruflichen Kontext funktioniert. Mein Favorit ist „a touch of red“, weil das drei Stoffe und Stickerei tatsächlich so kombiniert, daß nichts daon absichtsvoll aussieht, sondern einfach nur stimmig und korrekt angezogen.

Sehr ausführlich und mit vielen Bildern die Methode für Paspelknopflöcher. Sie kommt mir ja ziemlich aufwendig vor… aber könnte zumindest bei Stoffen, die halbwegs gut die Form halten funktionieren. Vielleicht probiere ich das aus Neugier mal aus.

Dann das ewige Thema, wie man an verstürzten Kanten die Naht nicht auf der Oberseite hat. Dass das, wie die Autorin schreibt, in Nähbüchern so wenig behandelt wird, kann ich jetzt nicht sagen, aber vermutlich hat sie andere Bücher als ich. Und beim Saum hat sie noch eine Variante, die ich noch nicht kannte.

Auch nicht wahnsinig innovativ, wie man einen Reißverschluss von beiden Seiten „schön“ bekommt, wenn das Kleidungsstück kein Futter hat. Nach außen kippen und Borte drüber nähen. Äh ja… das war ich ja noch nie drauf gekommen. (Und das Design muß zu einer Borte außen drauf passen…)

Ein Beispiel für wirklich gute Werbung ist dann aber „Fitting Revelations“ was man aus den Falten an gekaufter Kleidung über die eigenen Figurebesonderheiten ablesen kann. Natürlich gibt es das als wesentlich ausführlicheres Buch (mal gucken, ob ich dem widerstehen kann…), aber auch der Artikel hat viele aussagekräftige Photos und Erklärungen. Man lernt aus dem Artikel schon was… das macht doch mehr Lust auf ein Buch, als nur ein paar trockene Versprechungen, oder?

Noch mehr Augenfutter dann im Artikel über Parson-Meares, die Kostüme herstellen, vor allem für Broadway Shows. Sie verraten sogar ein paar ihrer Techniken… sehr beeindruckend und schön anzusehen.

„Essential techniques“ sind nein, nicht der Rollsaum, sondern Rollschneider. Ja… gibt halt unterschiedliche. Am besten gefällt mir ja der Satz, daß sie die Schere nicht ersetzen…

Das Thema „Pattern Hack“ finde ich ja nach wie vor generell gut. Die komische Klappe am Rücken, die diesmal gezeigt wird, ist aber nicht so mein Geschmack.

Auch Reparaturen sind nicht so mein Liebling… „Sewing Saves“ zeigt den Austausch von Manteltaschen. Zum Glück habe ich selten Probleme mit ausgerissenen Taschen.

Ja und dann haben wir schon wieder unser nettes Nähgeschichtchen und die „Up Close“ Nahaufnahme. Das Kledi sit von 1935, könnte aber mit den Volants und den Blumemuster auch fast aus der aktuellen Kollektion sein. Nur die ausgearbeitet Vorderseite verrät die Zeit. (Es sei denn, es wäre aktuell als „vintage inspired“ gemacht…)

In Summe für mich wieder ein paar ganz tolle Themen…

Wann kommt das nächste Heft? 😉

Noch mal Körbchen in rosa… ;-)

More cups in pink…

Rosa BH mit durchgehendem UnterbrustbandNicht sehr spannend, aber in meiner Schublade nötig… der nächste BH aus dem rosa Material. Diesmal mit durchgendem Unterbrustband, ohne Bügel und mit nur noch etwas Spitze für das Mittelteil.

Not very thrilling but necessary… the next bra from the pink material. This time without wires. Not much lace left, so it was only enough for an accent in the middle part.

Die Körbchen sind mit Stoff gedoppelt (Stoff habe ich auch genug), ein Unterkörbchen mit Laminat, das andere mit Power Net und den Rücken mit Power Net. (Hier gab es schon ein Bild aus der Bearbeitung.) Also alles nicht sehr spannend…

The cups are two layers of fabric (there I have a large amount), one under cup has power net, the other one a bit of padding, the back is doubled with power net, also. (You’ve already seen it here when it was not finished yet.) As I said, plain boring…

Revue de Presse: Threads May 2018 (196)

Titel Threads MagazineDa die Juliausgabe der Threads inzwischen hier liegt, ist es ein guter Zeitpunkt, sich mal mit der Mai-Ausgabe zu befassen…. Hosen die passen werden versprochen, ein Thema, das immer geht. Und das gezeigte Top aus einem Stoff mit Lochstickerei lässt auf Tips zu diesem Trendthema hoffen.

Die Autoren der Ausgabe bekommen diesmal die Frage, wer ihr bester Mentor war, was das Nähen betrifft. Solche Fragen finde ich für mich immer schwierig… was heißt schon „bester“? Ich nehme von vielen Leuten was mit. (Besonders prägend war natürlich meine Oma… aber das ist ohnehin eine spezielle Kategorie.)

Mit der Hosenfrage befasst sich diesmal das Editorial besonders ausfühlich. Na mal sehen…

Dann die Leserbriefe… wobei ich mich diesmal mit einem Satz sehr stark identifizieren kann… eine Leserin schätzt besonders, das Threads so viele unterschiedliche Techniken zum gleichen Thema zeigt. Das geht mir wirklich genau so.

Der „Best Tip“ ist diesmal explizit nichts für mich… über Klebeband drübernähen habe ich schon gemacht, ich finde es aber immer extrem lästig, das wieder völlig unter den Nähten rauszupfriemeln. Auch der Rest löst keine Probleme, die ich habe.

Von den „notion“ finde ich das Buch am Interessantesten. Von Natalie Chanin, über Stiche von Hand… (mache ich ja nicht oft, fasziniert mich aber trotzdem.)

Das „fabric lab“ befasst sich diesmal mit dem Thema Lochstickerei. Da es diese Stoffe aus sehr unterschiedlichen Materialien und in verschiedenen Designs gibt, kann man natürlich keine so lexikalisch systematischeBeschreibung hinbekommen wie für manch anderen Stoff. Aber es gibt nützliche Grundlagentips, auch zur Verarbeitung.

„Embellishments“ sind ja generell nicht so mein Thema und warum ich Zickzackborte jetzt auch noch miteinander verweben sollte… Aber gut, wer weiß, vielleicht kommt noch mal ein Projekt, wo ich dann denke, daß es da toll hin passt. Sind ja alles nur Techniken, welches Design das dann wird, entscheidet die Umsetzung.

Um so genauer interessiert mich das „how did they do that?“ Hier geht es und rund eingesetzte Stoffstreifen an einem Oberteil. Gerade uni ist das ein tolles Detail und genau nach meinem Geschmack. Das sollte ich für die nächste schlichte Jacke mal im Blick behalten.

Dann kommen die „Pattern Reviews“. Die Firma „Paprika Patterns“ kenne ich nicht, aber der „Jade“ Rock gefällt mir gut. Leider nur in den niedlichen Größen 1-10… also die Firma gleich wieder aus meinem Gedächtnis streichen…

Louise Cutting beschreibt, wie man eine Knopfleiste (die mitten im Kleidungsstück beginnt) und auch Schlitze verarbeitet. Solche Themen sind immer dann wichtig, wenn man entweder schon immer Probleme damit hatte oder vielleicht auch bei einem bestimmten Projekt die gewohnte Technik nicht so gut funktioniert. Dann ist es gut, noch eine andere Technik zur Verfügung zu haben.

Was jetzt Details an einer Jeans sind, die sie „Prämium“ machen, da kann man sicher drüber streiten. Aber die Feinheiten bei der Webart sind spannend, die erklären mir nämlich endlich die Unterschiede, die mir schon aufgefallen waren.

Um die Anpassung von Hosen geht es dann im Detail im Artikel von Judith Neukam. Gerade für Körper mit etwas mehr Kurven an der einen oder anderen Stelle ist die Idee einer senkrechten Teilungsnaht gar nicht so schlecht. Wir haben uns zwar dran gewöhnt, daß Hosen so etwas nicht haben, aber warum sollten hier andere Regeln gelten als für Oberteile? Je mehr Teilungsnähte, desto besser kann man es an die Figur anpassen…

Wie man ein Schößchen konstruiert ist jetzt aus meiner Sicht nicht so spannend, denn das ist pure Geometrie, aber die Desingvarianten mit den Falten und dem Überschlag sind interessant.

Passend zum aktuellen Modethema der „Statement Sleeves“ gibt es dann auch eine Anleitung, aus einem normalen Ärmel verschiedene auffällige Varianten zu konstruieren. Auch das ist nicht wirklich schwierig und wenn es einem nicht gefällt, trennt man den Ärmel wieder raus und näht doch einen normalen an. Also durchaus als Anfängerprojekt in Schnittveränderung geeignet. (Vor allem, wenn man schon einen gut passenden Oberteilschnitt hat… Ärmel verändern ist einfacher, als einen Schnitt neu anpassen.)

Ausführlich dann die Modetrends für den Frühling. Die Farben kommen wohl wie immer von der Pantone Vorhersage und ich sehe die in Deutschland nicht immer so. Batikeffekte und große Blumenmuster sicht man hier aber auch, Karis vielleicht nicht so viel. Streifen… na gut, die sieht man eigentlich immer, oder? Und bei den Schnittrends? Freie Schultern sind auch  nicht so neu, die sieht man jetzt allmählich auch hier. Von Kopf bis Fuß in Jeans muß ich persönlich jetzt nicht mehr haben, aber wenn ich das sehe weiß ich immerhin, da hat sich nicht jemand immer noch nicht von den 1980er verabschiedet, sondern das ist ganz neu. Die Schößchen sehe ich in Deutschland hingegen deutlich weniger, als die Schnittmuster aus Amerika vermuten lassen. Die mögen wir hier wohl nicht so.

Bei den „essential techniques“ geht es darum, einen Reißverschluss gerade einzusetzen. DasProblem habe ich ja mehr oder weniger gelöst, da ich fast nur noch Nahtreißverschlüsse verwende….

„Pattern Hack“ befasst sich auch mit Ärmeln. Aber eine ganz einfach veränderung, Ösen und Schleifen durch, die den Ärmel dann zusammen halten. Das ist doch ganz nett…

„Sewing Saves“ zeigt eine Reparatur an einem Chiffon-Rock. Nach dem Motto Flucht nach vorne wird eine dekorative Stickerei aufgebracht. Was grundsätzlich eine Option ist und hier auch gar nicht so schlecht aussieht, bei mir aber in der Regel nicht funktioniert. Weil… wenn ich einen schlichten Rock habe und den aufmotze… erfüllt er seine Funktion als schlichter Rock nicht mehr und bleibt in der Regel im Schrank. (Und muß vor allem durch einen anderen schlichten Rock ersetzt werden…)

Am Ende gibt es wieder ein Nähgeschichtchen und ein Blich auf das historische Kleidungsstück. Das so historisch nicht ist, von 1995… Aber wie gesagt… das ist wirklich ein tolles Detail. Ich hoffe, ich kann das mal verwenden.

So… dann mal in die neueste Ausgabe reingucken… die ja auch schon da ist… 😉