Revue de Presse: Burdastyle April 2010

Alle Frühjahrshefte und so wenig Zeit, also noch eine Review die etwas veraltet ist… immerhin der Monat stimmt noch. Das Heft hatte ich ja auf der h&h von Burda geschenkt bekommen und konnte dort auch einige Modelle „in echt“ in Augenschein nehmen. (Was durchaus überraschend war.)

Der Titel hat ein buntes Kleid mit Wasser im Hintergrund, also das typische Heft zur Einstimmung auf den Sommerurlaub. (Auch wenn dieser für die meisten noch ein wenig hin sein dürfte.)

Kleid BurdaAls nächstes fische ich mir den Wollwaschmittel Wohlfühl-Look des Monats vom Beiblatt. Das kleine Schwarze sieht aber wirklich gut aus… auf dem Photo ist die Raffung zwar nicht so gut zu erkennen, aber es gibt ja die Schemazeichnung. (Irgendwie kommt mir der Schnitt ja bekannt vor… war der schon mal in einem Heft?) Und den Schnitt gibt es als Download und das sogar kostenlos, darüber kann man auf keinen Fall meckern. Nur würde ich es doch eher aus Seide nähen und nicht aus Polyester, dann ist es wirklich edel.

Das Editorial befasst sich diesmal mit Afrika. (Nach der Fußball WM flaut das Interesse dann allerorten wieder ab, kennen wir ja…) Und zwar weniger modisch, sondern mit Werbung für ein Hilfsprojekt. Und ganz unten versteckt im Postscriptum kommt dann auch noch relevante Information, nämlich daß es statt zwei Schnittbögen wieder nur einer ist. Naja, früher kam Burda auch mit einem aus und der war überdies kleiner… werden die Linien halt wieder dichter…

Der „kreativ-trend“ beginnt mit Gürteltaschen. Für Kleinkram nicht unpraktisch, weil man die Hände frei behält. Auch gut zum Radfahren. Und wirklich witzig ist der aus den Handschuhen, auch wenn nicht viel hineingehen dürfte. Im Sitl der 80er geht es weiter, Plastik-Applikationen. Erinnert mich sehr an diese Nagelspiele für Kinder. Oder den Mengenlehreunterricht in der Grundschule… kann mich gerade nicht begeistern. Und die Designs der Bastelvorschläge sind doch eher trivial. Trend 3 mit den Seidenschals ist dann wieder eher was für mich und die Bildanleitung zur Herstellung eines Rollsaumes von Hand ist wenigstens nützlich.

Dann rückt die Fußball-WM in den Vordergrund (kann man dem denn gar nicht entkommen?) Fußbälle nähen und an Burda schicken, dafür bekommt ein Hilfsprojekt Spenden. Das wäre ja beinahe ein paar Stoffreste wert. (Und man kann eine Coverlock von Pfaff gewinnen…)

Endlich die erste Modestrecke, leider für den Strand. Da ich Strandurlaub schon langweilig finde zweifle ich mal sehr, daß mich die Mode dafür begeistern wird. Aber immerhin ist mal wieder für Herren was dabei und die Kids dürfen wohl auch beim Partnerlook mittun. Das Polokleid ist schon mal so fad wie Strandurlaub. Bluse und Hemdblusenkleid nur marginal besser. Ein Herrenhemd in Gr. 48-56 ist dabei, die Hose im Cargo-Stil kommt auf der nächsten Seite. Für Kinder gibt es Jerseykleid, Poloshirt, Rock, Shorts und Jacke im Jeansstil in Gr. 98-122. Die Kindersachen sind definitiv alltagstauglich und tragbar, dafür halt nicht sehr spannend. Sehen aus wie gekauft, wer das also mag… Nur der Damencardigan 117 B gefällt mir ganz gut. Tragbar für alle Lebenslagen und dennoch bequem.

Die Accessoire-Seite dazu ist übrigens auch schön bunt. Das war es dann aber auch schon.

Bluse BurdastyleAh, „Viva la Diva“ klingt doch schon mehr nach meinem Geschmack. Bluse 115 hat mir der Quetschfalte auf dem Ärmel ein sehr interessantes Detail (was man sich auch leicht auf jeden anderen klassischen Hemdblusenschnitt übertragen kann.) Ich frage mich nur gerade, wie sich das so bügelt… (Sigrid aus den Niederlanden hat sie übrigens schon genäht, in einer interessanten Variante mit großen Tupfen.) Das Titelkleid 112 B sieht wenig spektakulär aus. Frau fragt sich, ob das Model so flach ist ober ob das am Kleid liegt?

Kleid BurdastyleKleid 127 bringt die Figur jedenfalls um Klassen besser zur Geltung! Nur die Fältchen am Einsatz genau auf dem Brustpunkt… das Kleid sollte man wohl extrem exakt verarbeiten. – Wobei das bei dem vorgeschlagenen Elastik-Satin ein Problem sein könnte, Elastikstoffe lassen sich ja meist nicht so sauber nähen.. Aber das Kleid an sich… sensationell.

Blazer und Hose auch nett, Schluppenbluse… *bäh*, Rock niedlich… Der Taftmantel 124 sieht auf den ersten Blick auch gut aus. Auf den zweiten bin ich mir weniger sicher, denn das Licht und Schattenspiel sieht zwar gut aus, aber verdeckt auch die Sitz. Und ob die Ärmelform wirklich so schön ist…?

Ein Blick auf den Maßschnitt… Wickelbluse und schlichte Hose. Ah ja.

Der Beauty-Teil scheint noch zum „Diva“ Thema zu gehören. Nagellack in allen Rotschattierungen und ebenso die Lippenstifte. Aufgereiht wie Orgelpfeifen.

„Wahre Klasse“ ist das Motto der nächsten Schnitte. Schlicht und mit natürlichen Stoffen. Das waren auch die Sachen, die auf der h&h ganz real zu sehen waren. Für mich mit einem sehr überraschenden Fazit. Die Strecke im Heft gefällt mir durchweg nicht. Am Rock 111B (Langgröße) ist die Schleife übertrieben groß und lächerlich (und der Saum kräuselt… nehmt Alterfil und das Bügeleisen, dann passiert das nicht), die Bluse hängt wie von der traurigen Gestalt, Kleid 109 ist ein Sack und der Einsatz in Hose 107 sieht aus wie ein Aufklappfeld zum Windelwechseln.

Kleid BurdastyleReal an der jungen Dame am Stand sah Kleid 109 hingegen zwar relaxed aus, hatte aber keine Ähnlichkeit mehr mit einem Jutesack sondern gefiehl mir, der Einsatz an der Hose
fiel gar nicht so sehr auf, die Bluse und der Rock waren stimmig… bis auf das Kleid nicht wirklich mein Geschmack, aber absolut tragbar, wenn man diesen fadfarbigen Stil mag. (Was bei mir mal wieder die Frage aufwirft, warum sie dann ausgerechnet Bilder für das Heft auswählen, die den Teilen gar nicht gerecht werden?)

(Sehenswert übrigens aauch der Trench mit den extraweiten Ärmeln und auch das Kleid in Kurzgröße. Wobei das wieder ein bißchen ein Nachthemdkandidat ist, wenn die Stoffqualität nicht sehr genau stimmt.)

Die Accessoires in „Eco-Eleganz“ sagen mir immerhin, daß ich meinen Strohhut im Sommer weiter tragen darf. Was ich aber ohnehin tue, gegen die Sonne…

Die ebenfalls „natürlichen“ Pflegeprodukte wurden zwischen Moos und Felsen gelegt. Zumindest zum Teil aber eindeutig von Photoshop. (Und nur knapp an PhotoshopDisasters vorbei…)

Die Nähschule zeigt diesmal, wie man eine klassische Five-Pocket Jeans näht, die Taschen um genau zu sein. Ich weiß zwar, wie das geht, aber zumindest Bild 5 ist etwas kryptisch…

Danach geht es wieder nach Afrika, midisch gesehen. Die Sachen wirken wohl vor allem durch die Stoffe. Beziehungweise deren Muster, denn Seidebatist ist jetzt kein typischer Afrikastoff. Bluse 101 in Bluson-optik kann mich erwartungsgemäß auch nicht begeistern. Beim Kleid 104 weiß man nicht… Sack aus Seide oder schlecht photographiert? Kleid 108 gefällt mir, was nicht überraschend ist, denn es ist Kleid 109 mit kurzen Ärmeln. Nur hier besser abgebildet. Auch die anderen Schnitte sind schon an anderer Stelle im Heft. Der Rock mit der großen Schleife gefällt mir so bunt übrigens in der Variante besser.

Als Accessoire darf an dann eine Tasche nähen. Wobei das Muster aus überlappenden Stoffschuppen mich einfach mehr an alemanisches Fasnet erinnert, als an Afrika… Und das aus Bast gehäkelte Collier… ich würde es ja eher als Sabberlatz bezeichnen…. Ist Bast abwaschbar?

Warum das im Editorial schon erwähnten Hilfsprojekt jetzt unter „Community“ im Heft steht ist mir ja nicht klar, aber zumindest schadet es nicht. Und Afrika ist ja derzeit allenthalben Thema. Bis nach der Fußball WM…

Ah… Wohnaccessoires diesmal auch aus Afrikastoffen. Da reißt mich diesmal ausgesprochen nichts vom Hocker.

Die Plusmode kommt auch in Erdtönen. Also an den Safaristil gewöhne ich mich ja allmählich, zumal er mit Jacke 139 und Rock 140 doch eher chick als schlammtauglich daher kommt. Shirt 144 wäre hingegen wieder eher ein Anwärter für ein Nachthemd. Popelinehose 143A wäre eine geeignete Sommerhose für mich, dünner Stoff und fast lang. Die Kombi mit dem Hemd hingegen ist eher altbacken.

Kleid BurdastyleDas Jerseykleid 145 mit der tiefen Falte vorne hingegen wäre wirklich ein idealer Kandidat für ein Urlaubskleid. Bequem, schick und koffertauglich. Mal sehen, ob ich das vor dem nächsen Urlaub schaffe. Was noch? Hose mit knielanger Tunika. Ach ja… *gähn*

„Mode-Power“ ist wohl ein bißchen Verlagseigenwerbung. Wenn der Burda Verlag schon teuere Prominente zu Feiern einläd, dann muß sich das auch lohnen und die Bilder müssen ordentlich vermarktet werden. Dummerweise sind die Bildchen nur so winzig, daß man den „Style“ der Teilnehmer des „Mode Cocktail“ nicht erkennt. Andererseits auch egal, weil die meisten der Photographierten kennt man ja auch nicht….

Der Downloadschnitt (wobei ja inzwischen andere Heftschnitte auch einzeln im Download erhältnlich sind…) ist diemal von Eva Longoria als „Sexy Housewife“ inspiriert. Also ganz ehrlich… es gibt einen Grund, warum der Downloadschnitt besser nur als Zeichnung abgebildet ist. Dieser Schlauch mit Gummizug hat nämlich nicht die geringste Ähnlichkeit mit den Kleidern der Schauspielerin. Früher nannte man so was „Strandkleid“…

Die Linkliste… Foldpaper finde ich recht amüsant, was man doch alles aus Papier falten kann. Culturelable bietet einiges aus vor allem britischen Museumsshops, wobei die Idee, so was zu bündeln durchaus nett ist, aber das „internatiponale“ Angebot das burda anpreist liegt noch nicht vor. (Insbesondere das versprochene Vitra Design Museum ist erst „coming soon“, leicht schlampig bei der Recherche…). Polyvore… na gut, aus dem Alter für Anziehpüppchen bin ich raus und Stilgeschenk ist eine Ansammlung von Nutzlosigkeiten für Leute, wo einem nichts rechtes als Geschenk einfallen will. (Wobei manches durchaus nett ist… ) Gut gefallen mir dann aber noch die Afrika-Stoffe von Vlisco. Sehr schöne Muster, die Drucke wirken auf den Bildern wirklich sauber und die Preise sind im üblichen Rahmen. Nett auch craftycrafty.tv mit etlichen Anleitungen. Wenn man allerdings andere Portale schon kennt merkt man auch, daß so viel nicht neu ist.

Dann gibt es wieder ein einfaches Patchworkprojekt. Diesmal ein Tischläufer, sicher schnell zu machen aber ebenso langweilig.

Der „aus 1 mach 4“ Stil ist diesmal die Weste. Westen mag ich ja nicht so, aber das „Vernissage“ Styling ist gar nicht so übel. Ich hätte noch einen Rest Wollstoff der sonst für nichts reicht… sollte ich doch mal? (Aber ich hatte schon Westen, ich trage sie dann ja doch wieder nicht.)

Korbflechten ls Bastelvorschlag. Ob das wirklich so einfach geht, wie es in den Bildern aussieht? Und dann gleich so gleichmäßig wird…? (Bei mir bestimmt nicht.) Und was mache ich hinterher mit einem Korb ohne Boden?

„Kreative Welt“, ein buntes Potpourri an Meldungen und Veranstaltungstips. Letzter nicht in meiner Region. Die Geschiche vom Lachsleder ist nicht neu, aber die Schmetterlinge aus alten Landkarten sind witzig. (Wenn man auf Deko steht.)

Burda trifft IKEA-Hacker (oder so) und raus kommt eine Malm Kommode als Nähplatz und Aufbewahrung für den Kreativkram. Wer auch immer mit einem Kommödchen für Nähen, Stricken, Malen, Sticken, Basteln… auskommt. Andererseits…. es ist alles gelb in der Kommode, vielleicht ist die Idee, für jede Farbe eine eigene Kommode zu gestalten? Das muß es sein…. 🙂

Der „Atelierbesuch“ steht auch im Recycling-Trend. Die Kleider aus alten Tüchern und Tischdecken sind witzig, nur anziehen würde ich sie nicht. Und Taschen aus Reissäcken ist nun auch nicht neu… aber nett. (Doch wir machen das doch alles lieber selber, statt es zu kaufen. *gg*)

Die Vorschau aufs nächste Heft kann ich mir sparen, denn das liegt schon hier… Der Stoff des Monats noch, bunt mit etwas naiven Motiven, wie alle derzeit. Und jetzt gehe ich mir dann gleich mal die Mai-Ausgabe zu Gemüte führen…

Ein Gedanke zu „Revue de Presse: Burdastyle April 2010

  1. Hallo,

    ich habe hier schon oft über Paris von dir gelesen. Kannst du mir mal eine Mail schreiben wenn ihr eure Wohnung noch vermietet?

    Viele Grüße
    Susan

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