Revue de Presse: Burdastyle November 2012

Titel Burdastyle So langsam gewöhne ich mich ja an die Erscheinungsweise. Und daß es ausgerechnet zum Erscheinen des Novemberhefts noch mal 24°C draußen hat konnte ja auch keiner ahnen. Ansonsten hat das Titelmodell Anklänge an einen Höhlenbär und die Farbgestaltung der Schrift (die auf meinem Heft deutlich von der Abbildung im Netz abweicht und neon-orange mit grau ist) läßt mich mal wieder vermuten, daß da irgendwo jemand arbeiten muß, der farbenblind ist. 😮

Das Editorial lobt dann die Inspiration aus der Natur. Und Frau erkennt, daß aus dem „Naturschauspiel“ auf dem Titel im Netz bis zum Druck „Naturschönheit“ geworden ist. Und da heißt es, das Web wäre besonders aktuell. Bei Burda hinkt es hingegen dem Druck nach…

Die kreativtrends basteln diesmal mit Panzerkette, mit gestepptem Leder und mit Cut outs. Vom Stil her habe ich für Cut-Outs und Panzerketten durchaus was übrig, aber die Bastelvorschläge können mich nicht wirklich überzeugen. Und Leder, das wie eine Steppjacke aussieht ist wohl nicht mein Stil…

„Aus alt mach neu“ erzeugt bei mir nur den Wunsch nach einer Mülltonne. Grunge war nie schön und bei der Jeansumarbeitung verhilft auch kein Chiffon zu auch nur einem Hauch Sexyness.

Das übliche November Nebelthema (sanfte oder „gräuliche“ Farben) nennt sich „natural Beauty und fängt mit dem Höhlenbär vom Titel an. Nicht viel ansprechender die Embryotunika daneben. (Das Batikmuster auf dem Bauch erinnert doch sehr an eine frühe Ultraschallaufnahme beim Frauenarzt….) Die Kurzarmjacke sieht auf dem Schnit ganz brauchbar aus (gut, grade, Raglan, kann man nicht viel falsch machen), aber was macht man mit einer kurzärmeligen Plüschjacke? Die großen Größen werden mit einer Paillettenweste gequält. Hose aus Matelassé.. gut, der Schnitt ist ein Basisschnitt für eine schmale Hose. Die Schuhe dazu hingegen grauenhaft. Und auch Bluse 108A sieht aus, wie im Dreck gewälzt. Dabei war der Stoff sicher teuer. Okay, das Chiffonkleid 101 erwärmt mein Herz zumindest ein wenig… aber auch da ist der Stoff… besser nicht so genau hingucken. Der Glockenrock aus Jersey ist noch das beste aus dieser Modestrecke, macht aber selbst dem Model eine Figur wie eine peruanische Bäuerin in Tracht.

Daß man die Accessoires dazu nicht anzuschauen braucht, weil sie beim Erscheinen des Heftes eh nicht mehr erhältlich sind habe ich inzwischen auch gelernt…

„Auf der Lauer“ heißt die Kinderstrecke und es werden „wilde Mädels“ versprochen. Die Farben sind jedenfalls erst mal genauso tot, wie bei der vorherigen Modestrecke. Aber die kann man ja ändern. (Größen sind diesmal 128 – 152). Hmtja… das „Spiel von glänzenden und matten Stoffen“ kann mich leider nicht begesitern. Nett sieht der Mantel 148 mit dem schrägen Verschluß zumindest auf der Zeichnung aus, auf dem Bild kommt er weniger gut rüber. Sehr trendy alles, auch die weite Hosenform mit den tiefen Falten an der Taille, sehr Streetstyle,… Kleid, Poncho. Shirt, alles dabei. Nur.. begeistern kann es mich grade einfach nicht.

„Jewel Colors“ für Damen sprechen mich immerhin farblich schon mal deutlich mehr an.

Blouson Burdastyle Und auch wenn er mir von der Form her gar nicht stehen würde gefällt mir Blouson 117 sehr gut. Der derzeit unvermeidliche Trench-Trend ist hier schön variiert.

Das Hemdenartig lose Kleid 113 kann mich dann wieder weniger begeistern. Sieht einfach wieder arg nach Strandkaftan aus. Wobei… wenn man die Technische Zeichnung anguckt, dann hat es doch einen ausgearbeiteten Kragen. Geht aber in dem Gardinenstoff leider unter.  Die Schößchenbluse 120… also ob ich wirklich abstehende, steife Kellerfalten vor dem Bauch haben will? Sieht zum einen schwanger aus, zum anderen lustlos verarbeitet. Ist das Absicht, daß sich der Saumbruch munter in der Gegend herum wellt und auch die Faltenbrüche nicht recht wissen, ob sie welche sein wollen? Außerdem sieht die Oberarmpartie so aus, als würde sie schon bei kleineren Bewegungen spannen….

Mantel Burdastyle Sehr, sehr gut gefällt mir hingegen der Trenchcoat mit der Lederpaspel.Das betont alle Trench-Elemente ohne aber nach „zu viel“ auszusehen.

Auch das Wickelkleid 116 in Kurzgröße ist recht nett. Schluppenblusen hingegen mag ich immer noch nicht. Aber ich werde mich wohl dran gewöhnen müssen… wobei, jetzt wo Tschibo die ersten Pullis mit Schlüppchen verkauft besteht ja die Chance, daß der Trend bald wieder vorbei geht… :o) ) Bulli 128 ist als „leicht“ kategorisiert und sonst nicht weiter bemerkenswert. Und am Hosenanzug gefällt mir die Jacke mit ihrer Reversform durchaus. Aber die Hose in hochwasser geht einfach gar nicht dazu. Egal ob das gerade „in“ ist, aussehen tut es wie „oh, die ist mir eingegangen“. Dann doch lieber das smaragdgrüne Kleid 122.

Die Make-Up Seite schafft es diesmal wieder, mich zum Hingucken zu bekommen. Der Lippentrend für den Herbst ist Rubin… na da kann ich mich glatt mit anfreunden. 🙂

Auf „Kuschelkurs“ geht es weiter. Ic bin mir grade nicht sicher… Homewear oder nicht? Der Strickponcho sieht mehr nach „Draußenwear“ aus (es sei denn, man hat ein Haus ohne Heizung), das ärmellose Top nach drinnen. Und nach Sommer. Leute, wenn ihr im Winter daheim halb nackt abhängt, dürft ihr euch aber doch nicht wundern, wenn die Heizkosten ins astronomische steigen. Einen LEdermini würde ich jetzt auch nicht unbedingt tragen, um Zuhause herumzulümmeln, auch nicht mit der besten Freundin. Und Longweste und Kurzarm-pulli dazu… auch Kleid 136B sieht eher nach einem Tag am Strand aus, als nach November. Ach immerhin, ein Cachecoeur (in Kurzgröße) und eine Jerseyhose dürfen lang sein.  Die ungefütterte Lederjacke 104B sieht durchaus nett aus, aber nur mit einem ärmellosen Seidentop drunter möchte ich im November auch nicht die vorgeschlagenen Brötchen damit holen. Und wie gut, daß der Text verrät, daß da noch ein Top drunter ist, zu sehen ist es bei geschlossener Jacke nämlich nicht wirklich. Dann noch ein Mohair-Pulli. Der hat auch lange Ärmel. Fazit hierfür: Die Schnitte sind sehr schicht, die Teile an sich auch nicht häßlich, aber aufregend ist anders. Geeigent für November (so man nicht in Californien wohnt) auch. Aber eine Menge schneller und anfängertauglicher Schnitte.

Die Beautyseite darf wieder überblättert werden, ein Wollmützchen auf einer Cremedose reicht da nicht, um mein Interesse zu wecken.

Wahlweise ultrafeminin oder männlich soll die nächste Modestrecke sein. Spiel der Gegensätze. Ins Auge fällt allerdings zuerst mal das, was gleich ist: Glänzende Stoffe, so daß man sich in einen frühen Science-Fiction Film versetzt fühlt. Außerdem machen die Hochglanzstoffe jedes Paßformdefizit gnadenlos sichtbar. Sogar welche, die vielleicht gar nicht da sind. So ist Kleid 121 über der Brust zu eng, der Brustpunkt des Kleides ist zu hoch und im Rücken scheint es zu lang zu sein. Außerdem steht es steif um die Trägerin herum… och nö. Und ob ich den Anzug in Silberglanz haben muß? Kann mir jemand einen Anlaß nenne, zu dem man so was anziehen kann?? Zum Glück ist die nächste Gegneüberstellung in Schwarz-weiß ruhiger. Die Wikelbluse 114 in Kurzgröße hat eine sehr schöne Kragenlösung. Dafür wirkt das Styling der weiten Hose mit der Weste eher japanisch als irgendwie von Männerkleidung angehaucht. Ganz nett ist dann auch die Tunikabluse 131 mit dem Jabot, aber soll die nun die männliche oder die weibliche Seite verkörpern?

Mantel Burdastyle Doch es gibt einen Lichtblick, der Mantel 119 gefällt mir richtig gut. Die schlichte Form, die nicht von Knöpfen unterbrochen wird und die Kombination aus Stehkragen und Revers, alles weich fallend… doch, das ist genehmig. 🙂

Der steife Überrock 125 hingegen kann mich wieder weniger begeistern. Das Mantelkleid könnte nett sein. So genau kann man es in der Pose auf dem Photo aber nicht erkennen….

Die Accessoires sind ein unsortiertes gemischtes Allerlei in silber, schwarz und weiß. Und mit Verlaub, diese Pailletten Slipper gehen gar nicht. Sorry, Jimmy Choo…

Die „Best Sites“ scheinen diesmal vor und nach dem Vintage Modell verteilt zu sein.

Kleid Burdastyle Hier bin ich mir nicht sicher, ob es ein Etuikleid ist und das geblümte Original zeigt sicher deutlich mehr Selbstbewußtsein als „Farbe trau ich mich nicht“ schwarz, aber schön ist es trotzdem. (Wer es haben will: schnell sicher, das ist nämlich der Downloadschnitt von Perwoll gesponsort. Und daher nur etwa einen Monat kostenlos zu haben.)

Bei „best of styling“ wird noch mal der silberne Anzug präsentiert. Also in einzelteilen ist er ja vielleicht etwas erträglicher, aber außer zum Rockkonzert kann ich mir das silber nach wie vor nicht vorstellen. Sieht einfach… billig aus. (Immer wieder überrascht, wie viel Geld man für so einen Look ausgeben kann. 😮 )

Leider verrät die Sparte „neues vom Catwalk“, daß diese „Glam Anzüge“ wohl tatsächlich gerade Trend sind. Wobei die gezeigten wenigstens nicht auch noch silver sind… aber da bleibe ich dann doch lieber bie grafischen Mustern auf Kleidern oder Kuschelponchos. 🙂

Die Nähschule für Einsteiger zeigt diesmal die Jerseyhose. Gut gefällt mir der Tip, sich bei der Größenwahl nach dem Hüftumfang zu richten (für die erfahrene Näherin klar, aber darum geht es ja nicht.) Ein kleiner Hinweis auf Jerseynadeln hingegen wäre vielleicht auch nicht ganz ungeschickt…

„News“ wäre nach wie vor besser mit „Vermischtes“ betitelt, aber mit Origami (oder sagen wir „Falten“ ganz generell) gibt es diesmal offensichtlich ein Thema. Der Teebeutel gefällt mir wirklich gut und auch das „Röntgenorigami“ ist leicht abgefahren und spannend.

Dann endlich die Plus Größen. Elegant und sexy sollen sie sein. Was mir als erstes auffällt ist die Stoffwahl: Auch hier eher steife Stoffe, nicht das, was man üblicherweise für die „runden“ Größen so findet.

Kleid Burdastyle Und… zumindest das Kleid 146 sieht sogar gut aus. An der Paßform des Oberteils muß man vielleicht noch etwas feilen, aber das hätte Frau dann ja selber in der Hand. Bei der weiten Jacke dazu bin ich mir dann nicht ganz so sicher… zumindest für Birnenfigur wohl nicht so recht. (Und natürlich denke ich gleich an den roten Stoff, den ich vom letzten Parisbesuch mitgebracht habe…)

Bei dem Longshirt 141 weiß ich nicht recht… das sieht aus, als wüe es nicht, was es werden soll… Das Kostüm daneben… doch, auch recht hübsch. Und aus anderem Stoff sicher auch arbeitstauglich. (Zumindest ich habe da ja deutlich mehr davon als von festlichen Klamotten.) Bei Kleid 143 gefällt mir die technische Zeichnung auch, ich bin mir nur nicht sicher, ob es aus dem falschen Stoff ist, dem Model einfach nicht gut paßt oder doch in der Praxis nicht so schön ist wie in der Theorie? Mantel 139 hat einen interessanten Ansatz mit der Weste drüber, aber keiner, der mir persönlich gefällt.

Mantel Burdastyle Dafür gefällt mir Mantel 140 mit der eingeknöpften Fellweste um so besser! Irgendwie alles recht retro, sehe ich das richtig?

Tunika 142 ist dann wieder so ein Teil… die grade Form mit den eher schlichten Details gefällt mir. Aber das müßte ich auch nähen, um zu sehen, ob es mir stehen könnte??

Die Warenkunde befaßt sich diesmal mit Verschlüssen. Worunter man diverse Druckknöpfe, Haken und Klettband versteht. Sagen wir… wer gar keine Ahnung hat, ist hinterher etwas klüger. 😮 Wobei es vielleicht informativer gewesen wäre, die nähfreien Druckknöpfe auch mal im „rohen“ Zustand zu zeigen, statt eingeschlagen. Denn der Hauptunterschied zeigt sich ja da.

Zwei Seiten füllt man wieder mit Bildern aus dem Internet. Aber die Bilder mit Burda-Projekten schauen sich im Heft angenehmer an als auf der Webseite. Finde ich zumindest…

Basteln mit Kids sind gefilzte Eicheln, die Photos vom Filzvorgang eher lustlos klein…

Bei der Deko wird es dann schon weihnachtlich, gleichzeitig quietschbunt. „Candy LAnd“ ist nicht so ganz mein Thema… wobei der Filzelch und die Bäumchen einen gewissen Charme haben. Vielleicht in etwas anderen Farben?

Auch wenn ich nicht handsticke finde ich entsprechende Läden in Frankreich oft sehr nett. Rue Faidherbes in Paris war ich schon länger nicht mehr (da sind aber ein paar nette Lokale und auch Läden…) die Vorstellung von „La Croix & La Manière wären schon mal ein guter Vorwand, wieder mal in diese Richtung zu tigern… 🙂

Dann so eine Art „Schnellquilt“ mit gestickten Stoffen. Guit, wenn man die selber bestickt dauert es, aber so ist das sicher nicht gemeint. Das Buch, aus dem er kommt werde ich jedenfalls eher nicht kaufen.

Ach, schon durch. Der Stoff des Monats ist mal wieder bunt bedruckt. Ja, nett, aber halt… noch einer von der Sorte…

(Die Bilder sind als Zitate zu verstehen, die Rechte liegen selbstverständlich bei Burda.)

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