Revue de Presse: OTTOBRE design Woman 2/2006

Der Name ottobre war mir ja schon länger ein Begriff, aber da ich nicht so viel für Kinder nähe, hatte ich mir nie eine gekauft. Da fiel mir am Bahnhofskiosk unverhofft diese ottobre „woman“ auf mit dem überaus verheißungsvollen Untertitel „Größe 34-52“. Ich ließ das Heft rasch (ich wollte ja zum Zug) über den Daumen laufen, überzeugte mich an drei beliebigen Beispielen, daß nicht nur ein Alibimodell in Größe XL vorhanden war und ging zur Kasse.

Wo ich angesichts der 6,90 EUR für das recht dünne Heft erst einmal kräftig schluckte. Aber die klare, sachliche Aufmachung des Heftes gefiel mir und in großen Größen gibt es ja nicht so viele Schnitthefte. Und ein Einzelschnitt kostet ja auch Geld.

Das Editorial belehrte mich dann erst mal, daß es sich um das erste Damenheft des Verlages handelt. Ziel ist es, so steht es da, eine Grundgarderobe für den Alltag zu bieten.

Und das ist, um es kurz zu machen, auch rundum gelungen.

Zwei Shirts (eines in verschiedenen Ärmellängen und Ausschnitvarianten), drei Blusen, ein Blazer und eine Hose (jeweils in verschiedenen Varianten was Details wie Taschen oder die Hosenlänge betrifft), ein Rock in vier Varianten, dazu eine Strickjacke (leider nur bis größe 48) und ein Trenchcoat. Damit kommt Frau locker über den Sommer. Und je nach Farb- und Materialwahl passen die Basics ins Büro genauso gut wie auf den Spielplatz.

Taschenschnitte kann man sich noch zusätzlich (wenn ich das richtig verstehe) von der Webseite runterladen.

Und obwohl die Redaktion festliche Mode auf ein anderes Heft verschieben will, ist auch alles für den großen Auftritt vorhanden. Denn einen Hosenanzug kann ich genauso aus Samt, Brokat nähen, den Rock aus Seide, den Trench aus edlem Mettallic-gewebe.

Besonders angetan hat es mir persönlich die Strickjacke 18. Ob ich einen passenden Stoff finde? Und ob das wirklich funktioniert, daß man das Satinbändchen einfach durch die Maschen zieht? So grob gestrickt sieht der Stoff gar nicht aus…

Shirt-Schnitt habe ich an sich einen passenden, ob ich da experimentieren werde? Wohl eher nicht. Die Blazertaschen von Modell 15 gefallen mir auch sehr gut, auch der Rockschnitt 10. Aber ohne den dämlich blickenden Hund. :o)

Bei der Wickelbluse habe ich auch große Zweifel bezüglich der Alltagstauglichkeit. Die wird nur von einem dünnen Bändchen gehalten, wenn ich die Anleitung richtig interpretiere… na, ich weiß nicht…

Gefallen hat mir übrigens auch die Aufmachung: Statt magerer Models sieht man gutaussehende Frauen mit verschiedenen Figuren, schlankere (ohne mager zu sein) und molligere. Jüngere und ältere. Die Posen auf den Bilder wirken zwar teilweise etwas hölzern und sind wenig innovativ. Aber – helas! – man erkennt die Kleidungsstücke! Und das ist mir eigentlich wichtiger.

Ich werde mich also mal an der Strickjacke versuchen und wenn das Experiment glückt, nächstes Jahr wieder nach einer Ottobre Woman Ausschau halten. Denn wenn ich die Abomöglichkeiten richtig interpretiere, dann ist kein zweites Heft in diesem Jahr geplant.

Ein Gedanke zu „Revue de Presse: OTTOBRE design Woman 2/2006

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