Revue de Presse: Burdastyle Juni 2013

Titel Burdastyle Das ist mal wieder so ein Titel mit einer seltsamen Farbgebung… 50er Jahre Pastell-Eiscreme Farben? Naja, Frisch ist er zugegebenermaßen.

Das Editorial weist diesmal auf einige Nähevents von Burda in München hin. In der Hinsicht ist der aktuelle Redaktionsstandort natürlich von Vorteil, einfach mehr Leute vor Ort…

Aber erst mal auf zum fröhlichen Basteln, auch „kreativ-trend“ genannt. Volants als Trend mag ich, die Colorblock Variante mit der bunten Abseite gefällt mir auch in der Burdavariante gut. Das T-Shirt geschnibble weniger. Großformatige Früchjte verwurstet Burda zu Accessoires. Die Idee finde ich nicht mal schlecht (so als Gag für den Sommer), die Umsetzungen reißen mich leider nicht. Und mit Sprühfarbe und Schablonen arbeiten… nun gut, gerade nicht super neu, oder? Auch wenn die „Drehschablone“ in der zweifarbigen Anwendung so ganz raffiniert ist.

„Aus alt macht neu“ hat so was von 70er und Ibiza, aber an einer sehr jungen Frau oder eher einem Teenager sieht so ein Spitzeneinsatz in der Jeans Shorts sicher attraktiv aus. (Zumindest bis zur ersten Wäsche, wenn die weiße Spitze dann auch blau ist…)

Kleid Burdastyle Die erste Modestrecke nennt sich „Love Story“ und soll irgend einen Bezug zu Romy Schneider haben. Gut, irgendeinen Text muß man sich ja immer aus den Fingern saugen.

Kleid 102 ist allerdings aus meiner Sicht ein Volltreffer. Dezent elegant, nicht übertrieben. Leider nur in Kurzgröße…

Für Shirt 113 muß man die technische Zeichnung angucken um überhaupt zu erkenne, daß es etwas anders ist, als ein beliebiges T-Shirt. Es hat doch glatt Teilungsnähte… Auch die Kombination aus Trapezrock 121 und Bluse 119 gefällt mir in ihrer schlichten Eleganz. Allerdings wollen die abstehenden Tascheneingriffe nicht so recht dazu passen. Hat mal wieder jemand im Rücken die Wäscheklammern zu eng gesetzt= chaneloide Bouclejacke zu sehr kurzen Shorts… jein. Crêpe de Chine Bluse 122 ist doch eher brav und langweilig, da kann mich das Styling auch nicht überzeugen. Und das One Shoulder Dress ist auch so ein „ich weiß nicht“. Ich mag ja Asymmetrien, aber das sieht zumindest in der Bewegung etwas seltsam aus. Oder liegt es am Stoff?

Kleid BurdastyleDafür gefällt mir das schlichte Shiftkleid wieder sehr gut. Und die Zierstiche von Hand sind wieder genau so ein Detail, wie ich es mag.

Auf den ersten Blick gefällt mir auch die Marlenehose. Auf den zweiten dann etwas weniger, denn die aufgesetzten Taschen lassen sie wirken, als sei sie verkehrt herum angezogen.

Nicht überraschen schließt die Modestrecke dann mit einigen Bilder von Romy Schneider und einigen Zeilen, die sie als Stilikone beschreiben. Und… wie praktisch, natürlich gibt es da auch einen Bildband zum Thema zu bewerben.

„Auf den Punkt“ geht es weiter. Das soll wohl auch die Street-Style Strecke sein mit „echten Menschen“ statt Models. Über Das geraffte Top 101A kann man nicht viel sagen, weil das Bild nur etwas zeigt, was eher nach unfreiwillig hochgerutschten Stoffmassen  aussieht. Bluse 118 mit dem kleinen Stehkragen hat einen gut brauchbaren Basisschnitt mit kleinen Brustabnähern. Könnte man sicher auch eine leichte Jacke danach nähen.

Top Burdastyle Sehr gut gefällt mir Top 108 mit dem Doppelträger. Das ist auch was, was man sich relativ einfach aus einem vorhandenen Schnitt basteln kann, falls man nicht ins vorgegebene Größenspektrum paßt. Nur für den BH muß man sich dann eine Lösung überlegen… (Die Clutch gefällt mir übrigens auch, auch wenn die gut versteckt wird…)

Auch nicht schlecht der Tellerrock mit Godets. Wenn ich mit 16 schon gewußt hätte, daß man Tellerröcke dadurch noch weiter machen kann, dann wäre das mein Konzept gewesen! Das Hemdblusenkleid ist eben ein solchiges, wie ich dazu stehe ist ja bekannt. Wenig überzeugend auch Doppelkleid 128. Keine Form und Gummi in der Taille… sieht aus wie für 5,99 der Doppelpack aus dem Textildiscounter. Den Look muß ich dann nicht selber nähen. Pünktchen Shorts sind auch wieder was, wo ich erst mal drüber nachdenken muß. Hat halt immer viel von Schlafanzug. Hingegen gefällt mir das Shiftkleid auch mit Punkten. (Aber wenn man die Teilungsnähte schon akzentuiert, sollte der Brustpuntk auch passen… )

Die Nagellackpräsentation der Beauty-Seite kann ich mal wieder locker überblättern…

„Strandschönheit“ begrüht hingegen mit edlen Roben. Also wenn, dann bestenfalls Hochzeit am Strand oder so. Das Kleid in Kurzgröße sieht in Lang jedenfalls auch sehr gut aus. Die Raffungen kommen an Kleid 101B deutlich besser zur Geltung als am Shirt.
Kleid BurdastyleNoch besser gefallen mir jedoch die Raffungen an Kleid 110, die raffiniert verteilt sind.

Gar nicht gut zur Geltung kommt Jerseykleid 109. Die Trägerlösung ist beinahe wie bei dem gepunkteten Top oben, aber eben nur beinahe und der breite Querriegel ober alle vier Trägerteile sieht völlig dämlich aus. Und zudem wirkt der Lurexjersey auf dem Bild eher wie ein schmutzig grauer Sweatshirt-Stoff.
Kleid BurdastyleUnbestritten roter Teppich reif ist dann die Corsagenrobe 107 für Langgröße.

Das one shoulder Dress überzeugt mich hingegen auch in dieser Länge und aus diesem Stoff nicht. Liegt wohl doch am Schnitt…

Accessoires gibt es dann passend zum Meeresthema. Wobei ich mich den hochhackigen Sandalen nicht entziehen kann… gut, am Strand kann man sie eh nur in der Hand tragen. Wobei… eigentlich eher ein Vorteil, bequem sehen sie nicht aus. Irritiert bin ich nur vom Text: „Slingpumps“??? Weder das eine, noch das andere.

„Neues vom Catwalk“ beweist uns dann wie sehr die aktuellen Modelle Burda inspirieren. Tellerrock mag man oder nicht, falsch machen kann man da nicht viel. was unter „Mermaid“ Kleid gezeigt wird ist natürlich allesamt attraktiv, aber bei Abendroben ih eher klassischen Formen kann man nicht viel falsch machen. Der One Shoulder Trend der Catwalk Modelle ist größtenteils nicht so schlecht. Macht sich wohl ohne Ärmel einfach besser. Die Zipperkleider sind mal ein Trend, mit dem auch sportliche Frauen sich an Kleider wagen können. Nur das Model von Sportmax sieht mehr wie eine Kittelschürze aus. Die Mustershorts sind auch nicht so schlimm, wenn das Stoffmuster nicht so viel von Pyjama hat. Und Shiftdress… na gut, dem kann ich eh nie widerstehen… :o)

„Surfer Girl“ ist dann auch die nächste Modestrecke. Auf den ersten Blick auch so ein 1980er Revival. Übergroße Netzhemden und Neon. Gut, für den Strand… die nächste Frage ist natürlich, warum man sich ein Top nähen soll, das aussieht, wie vom Neoprenanzug, wenn es die Funktionalität nicht hat? Beim Styling des Kleids 125 mit dem „Patronengürtel“ über der Schulter fragen wir uns, ob der Stylist zu viel Lara Croft gespielt hat. Und gleichzeitig alte Bond Filme mit Ursula Andress gesehen… Das asymmetrische Schnittmuster darf wieder als Top und diesmal mit einem Träger auf der anderen Seite. Der auf meinem Bild grün ist, laut Text aber angeblich gelb. Photoshopdeasaster der anderen Art… Dann wieder der Feudel mit Gummizug in der Taille, aus Netz auch nicht besser. Das Minikleid 115 sieht als technische Zeichnung durchaus interessant aus. Angezogen aber etwas bla… hängt lustlos rum und man weiß nicht, ob es zu weit ist oder so sein soll. Noch mehr 80er Reminiszenz beim transparenten Blousond und dem Jerseyröckchen. Shirt114 und Radlerhose 126 könnte man hingegen vielleicht als Vorlage für echte Funktionskleidung nehmen? Und das Tanktop 160 ist vermutlich auf der Höhe der Mode, aber ich hätte es fast versehentlich überblättert. Überzeugt nicht. Irgendwie.

Auch die bunte Beauty-Seite darf großzügig überblättert werden.

Das „modelexikon“ befaßt sich mit dem Buchstaben „D“, nicht überraschend. Und wie meist nicht sehr aussagekräftig.

Als „dream team“ dürfen dann Mütter mit ihren Töchtern ran. Und auch diese Modestrecke bestätigt mich in meiner Ansicht, daß ein Schnitt entweder an der Mutter oder an der Tochter gut aussehen kann. Bei dieser Strecke gewinnt die Tochter (Gr. 104 – 128), an Mutter sieht es leider durchweg lächerlich aus. Es sei denn, die Mutter ist nicht älter als 16, aber die Kombination ist auch nicht ideal. Die eher kittelig niedlichen Mädchenkleider haben zwar was antiquiertes, sind aber dafür entsprechend kindgerecht.  Immerhin fällt die Stoffsuche leicht, die Muster werden nämlich selber aufgedruckt bzw. gefärbt.

„Leichter Drucken“ ist dann auch das nächste Motto. Tips und Tricks wie man gernell am besten auf Stoff druckt sucht man vergebens, aber es gibt einige Beispiele, welche Gegenstände man so als „Druckstock“  benutzen kann.

„Best of Styling“ nimmt sich diesmal eines Sternbedruckten Rocks aus der Mutter-Tochter Strecke an. Da ich den Rock schon wenig „erwachsenenschön“ finde, ist das natürlich schwierig. Das Urlaubsoutfit geht noch als „geschmackssache“ durch, das Business Outfit hingegen ist wohl eher etwas für Leute, die nicht wirklich ernst genommen werden wollen. Und beim Abendoutfit wird der Rock zu großen Teilen unter einer langen Jacke versteckt. Die Schuhe kann ich mir hingegen absolut nicht dazu vorstellen.

Auch die „Nähschule fur Einsteiger“ benutzt ein Kleid aus der Mutter-Tochter Strecke. Von der Geschmacksfrage mal abgesehen bietet der verwendete Baumwollbatist zumindest keine größeren Gemeinheiten beim Nähen. – Das Kleid nach dem Nähen zu bedrucken ist hingegen eher was für Menschen, die den Nervenkitzel lieben. Denn da kann einiges schief gehen und an einem fertig genähten Kleid ist das extra ärgerlich…

Das Vintage Modell kann mich diesmal weniger begeistern. Diese seltsamen Hosen-Westen Kombinationen aus Frottee werden aus Leinen nicht deutlich besser.

Dann endlich der für mich interessante Teil, die Plus Mode steht unter dem Motto „Für alle Fälle“ und soll einen vom Büro bis ins Restaurant am Abend begleiten. Der Ansatz ist zumindest bei mir sehr realitätsnah. Aha, was wie eine Kreuzung aus Kellerfalte und Wickelrock aussieht nennt sich „Scherenfalte“ (oder hat sich Burda das nur ausgedacht?) Aus einem weniger knitterigen Stoff ist das glatt mal ein Ansatz, den ich mir merken werde. Kombinationen aus Tunika und Hose trage ich auch gerne, aber da brauche ich keine neuen Schnitte mehr. Kleid 141 ist nicht schlecht, aber nicht für meine Figur. Mehr für „gleichmäßige“ Frauen, nicht für welche mit dem „dicken Ende“. *gg* Kleid 138 ist auf den ersten Blick atemberaubend. Auf den zweiten wird deutlich, daß der Mantel von Marina Rinaldi der eigentliche Hingucker ist. Aber so was kann man sich ja auch selber nähen. Die Kleider gibt es dann noch mal gekürzt als Bluse, beide Nett, aber nichts davon aufregend. Auf der anderen Seite… fürs Büro sind es nette Teile, mit kleinen Details und nicht langweilig. Hingegen die Zum Kleid verlängerte Tunika hat trotz der schönen Farbe viel von einem Sack. (Und den Saum hätte man wenigstens schön nähen können, wenn schon mit der Maschine genäht.)

Weitere Kaufvorschläge werden als „news“ getarnt. Eine Ausstellung im Fashion Museum in Hasselt… noch bis Februar 2014. Mal sehen, ob ich meinem Liebsten einen Ausflug nach Belgien unterjubeln kann. Textile Architektur würde mich auch interessieren, aber Augsburg liegt gar nicht am Weg… (Dafür kenne ich den Stoff aus Glyzienen schon, der war in der Futuro Textiles Ausstellung in Paris dabei. 🙂 )

Das Deko-Thema kann mich erst recht nicht fesseln. Balkonien ruft im Moment nämlich gar nicht. Und der Stil in neonbuntem krampfhaft DIYigem auch nicht.

Die „Best Sites“ werden wieder großzügig überblättert, eh nur Shopping.

Dann doch lieber den „Atelierbesuch“. Porzellan wie gefaltete Pappe ist beeindruckend, auch wenn es nicht mein Stil ist.

Die Teile in der Patchwork/Quiltabteilung werden immer größer… diesmal ein Sitzkissen. Aus Stoffstücken die eher keine Reste mehr sind.

„Ordnen und Organisieren“ weckt Reminiszenzen an die Grundschulzeit. Wir basteln ein Utensilo aus Klorollen. Oder anderen Papprollen… *gg*

Und dann gibt es noch einen Stoff des Monats. Wieder mal bunte Drucke… allmählich sehe ich mich ja doch satt dran…

Fazit: Einige sehr schöne Kleider, wenn auch nicht für mich. Das inspirirendste im Plus Größen Bereich war hingegend der Kaufmantel…

Die Bilder sind wie immer als Zitate zu verstehen, die Rechte liegen selbstverständlich beim Verlag.)