Alles im Rahmen

Mit spontanen Geschenken und Lockdown ist das ja so eine Sache… Schnell kaufen geht nicht, “mal eben bestellen” hat letztlich doch einen gewissen Vorlauf, also muß man mit dem arbeiten, was man so hat. (Ja, jetzt könnte man wieder kaufen gehen, aber als ich das Geschenk brauchte noch nicht.)

Nur die Stickdatei bei Urban Threads konnte ich spontan bestellen. Als ich die zufälllig sah, fiel mir nämlich gleich eine Person ein, zu der sie passt. Da nur wenige Farben vorkommen, kann man die zum einen relativ frei anpassen. Zum anderen hatte ich auch genug Stickgarn in der passenden Farbrichtung da. Mein Basisstoff ist hellblau, weil der da war. (Seide-Leinen mit etwas Struktur von einem Kleid.)

Einen quadratischen “Ribba” Rahmen von IKEA hatte ich auch nicht. Da habe ich vor zwei Jahren oder so für ein anderes Geschenk mal ein paar gekauft, weil ich das auch im Laden noch nicht entscheiden konnte.

Jetzt mußte die Stickerei nur noch in den Rahmen. Das sieht netter aus, wenn man sie spannt, etwa über eine Styroporplatte oder Hplz mit irgendeiner Polsterung drüber. Baumärkte haben allerdings zu. Also mußte das Passepartout des Rahmens her halten. Das ist zum Glück eine halbwegs feste Pappe, nur hat sie ein großes Loch in der Mitte. Aber dafür kommt ja die Polsterung.

Also das gestickte Bild mit der Stickerei nach unten auf die Arbeitsfläche, darauf kommt ein Stück Volumenvlies, das genau die Größe des Passepartouts hat und das Passpartout zuoberst. Zur Befestigung ist eigentlich ein Tacker hilfreich. Aber da ich nur das Passepartout als Unterlagen hatte, wären die Tackernadeln bis zur sichtbaren Seite durchgegangen. Also habe ich mich auf eine alte Technik besonnen: Spannen durch Nähfäden.

Die Seiten umfalten, erst mal mit Stoffclipsen temporär befestigen und dann die jeweils gegenüber liegenden Seiten mit langen Spannstichen verbinden. Dabei so fest anziehen, dass die Spannung passt. (Auch hier: Meine Unterlage ist nicht extrem stabil, also nicht zu fest spannen. Vorteil der Technik von Hand: Man kann die Spannung sehr gut kontrollieren.)

Schönheitspreis gewinnt das nicht, aber das ist ja egal. Hauptsache hält.

Die Ecken werden dann als ungefähr Briefecken eingefaltet.

Mein Stoff ist relativ steif und dick, auch hier gilt, hauptsache hält, schön muß es nicht sein.

Als Nähgarn habe ich auch absichtlich ein etwas dickeres genommen, damit es die Spannung gut hält.

Und da mein Stoff schon relativ leicht ausfranst, habe ich absichtilich die Stiche relativ weit von der Schnittkante weg gesetzt. Ich hatte rundum 4cm Rand vorgesehen, das passte auch gut.

Kontrollblick von rechts…

Die Stickerei ist in der Mitte, wo sie hingehört.

Die Polsterung gibt dem Bild noch etwas Tiefe.

Was ich ganz gerne mag, WENN ich schon mal ein Stickbild rahme.

Was ja eigentlich beides nicht so mein Stil ist. Aber keine Regel ohne Ausnahme.

Und bei Geschenken geht es ja ohnehin nicht um mich.

Anschließend kommt die ganze Packung mit der schönen Seite nach unten in den Rahmen.

Bei den einfachen IKEA Rahmen ist die Rückwand ja nur mit so billigen Biegezungen aus Metall befestigt. Die muß man wirklich ganz aufbiegen und hoch stellen, damit das Päckchen gut in den Rahmen passt.

Dann die Rückwand auflegen, noch mal kontrollieren, ob der Aufhänger auch wirklich oben ist (oder wenn man einen Rahmen mit Aufsteller hat unten), denn ein seitlich oder auf dem Kopf stehendes Bild sieht nicht so gut aus. Und die Laschen vertragen nicht sooo viele Biegevorgänge.

Dann die Laschen wieder zurückbiegen.

Und schon ist ein schönes Stück Deko fürs Home Office (oder woanders) fertig. Ohne Einkaufen zu gehen und mit geringem Finanzeinsatz. (Die Kosten für den Kreditkarteneinsatz im Ausland beim Kauf des Stickmusters und das Porto für den Versand an den Empfänger waren das teuerste.)

Inzwischen ist es auch angekommen und der Beschenkte hat sich gefreut. 🙂

Schwüler Nadelblick: Juni 2021

Nachdem der Mai irgendwie so wie März und kalt war, gehen wir jetzt übergangslos zu unglaublich feucht und schwül über… Ein paar Fortschritte gab es aber über die letzten zwei Monate.

Der Schnitt von April wurde nicht nur zum Probekleid (was von der Passform her dann überraschen gut aussah), sondern auch zum Kleid. Also fast. Ich muß noch die Nahtzugaben von den Säumen (Ärmel und Rock) fertig einfassen und dann die Säume nähen. Das könnte eventuell am Wochenende sogar klappen.

(Blöderweise habe ich aber seit dem Probeteil im April noch ein paar Corona-Kilos draufgelegt, so dass es jetzt sehr knackig sitzt. Aber wenn wir nicht wieder Ausgeh- und Kontaktverbot bekommen, sollten die auch wieder runter zu bekommen sein. Hoffe ich.)

Auch neue Socken haben es auf die Nadeln geschafft.

Unsere diesjährige Aktion für die Weihnachtsfeier der Wohnungslosen der Diakonie in Köln sieht ja wieder Socke vor und ich habe immerhin eine schon fertig. Bis auf das Abketten.

(Ich hoffe, dass ich dieses Jahr mehr als ein Paar schaffe… das war vor zwei Jahren alles von mir. Aber das Jahr ist ja erst halb vorbei…)

Das Hexispiel liegt jetzt zwar schon seit einigen Wochen wieder gut verpackt in seiner Box und da ich erst mal wieder was fertig nähen muß, um neue Reste für die Hexis zu bekommen, wird es da auch noch eine Weile bleiben.

(Stoffe als Reisesouvenirs, die ebenfalls “erlaubt” sind, fallen im Moment ja auch nicht an.)

Aber vorher gab es noch einen sichtbaren Fortschritt. Die zweite Spielrunde ist damit offizell beendet und ich finde, man sieht allmählich schon, dass es mal eine richtige Decke werden wird.

Die Kiste mit den Hexis ist allerdings ziemlich leer. Irgendwie sind die so unterschiedlichen Mengen an Hexagons im Laufe der Verarbeitung auf fast identische Mengen von mehreren Stoffen geschrumpft. Ein wenig unterwartet. Oder auch nicht. Naja, dass es so krass würde schon unerwartet. (Meine “Spielregeln” sehen grundsätzlich vor, dass sich das etwas angleichen kann. Aber so sehr, dass von drei Stoffen (von aktuell acht) genau gleich viele Hexis da sind… das war doch nicht geplant.)

Zum Lesen bin ich bei dem schlechten Wetter aber dann immerhn gekommen.

Aktuell gerade mal keine Belletristik, sondern die Autobiographie von Barak Obama. (Nachdem ich letztes Jahr schon die von seiner Frau gelesen habe.)

Angesichts des heftigen Peisunterschieds zwischen der englischen und der euschen Ausgabe, habe ich mich fürs Original entschieden.

Die meisten Autobiographien von Politikern oder anderen Berühmtheiten werden ja von Ghostwirtern geschrieben und lesen sich daher im Ton und in den Formuliereungen sehr ähnlich. Das hier fällt das positiv auf. Könnte also sein, dass es tatsächlich selber geschrieben ist. (Ob das Kapitel zum Thema Pandemien allerdings ursprünglich schon drin war oder kurzfristig ergänzt wurde…?)

Gut, jetzt sind alle Leserinnen und der Leser wieder auf dem aktuellen Stand. 😉

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