Silvester-Outfit 2025

Weil vor Weihnachten bekanntermaßen im Leben nichts zu tun ist, hatte ich dann Mitte Dezember die spontane Idee, ein Silvester-Outfit zu nähen.

Zum einen, weil sich da abzeichnete, dass der Feierort ein eher schlecht heizbares Wohnzimmer sein würde, zum anderen, weil mich zwei Stoffe aus meiner Trigema-Kiste (die ist transparent) schon länger angrinsten, ich immer was draus machen wollte… und das war eigentlich die Gelegenheit. Und die ganze Veranstaltung würde auch sehr leger sein, kein Grund, sich schick zu machen. Bequem passte besser.

Und… es wurde fertig! (Das Band in die Kapuze habe ich allerdings am 30.12. erst gekauft und am 31.12. eingezogen. Ich hatte eines, das gegangen wäre, wollte aber gucken, ob ich in Paris nicht noch eine bessere Option finde, was der Fall war. Und die „Stopper“ auf die Kordel habe ich tatsächlich erst einige Tage später gekauft und aufgefädelt. (Metallperlen von Tulipe in Paris.)

Was hier sehr geholfen hat war, dass ich Schnitte genommen habe, die ich schon mal genäht hatte. Und was auch noch geholfen hat war, dass ich das alles fast komplett mit Overlock und Cover genäht habe. Ich bleibe bei: nicht schöner, aber schneller. Und ein passendes Unterkleid aus Venezia Futterstoff hatte ich schon.

Die Stoffe sind beide aus einem Trigema-„Putzlappen“ Paket. Zwei völlig unterschiedliche Qualitäten, aber gleiche Farbe und gleiches Muster, nur in unterschiedlicher Mustergröße. Da war mir von vorneherein klar, dass das irgendein Outift werden muss, das zusammepasst.

Allerdings ist der kleingemusterte Stoff ein wenig dehnbarer, nicht sehr dicker Jersey, der mit dem großen Muster ein wirklich dicker Sweatshirt-Stoff mit extrem fluffiger aufgerauhter Rückseite. Ich glaube, so was hatte ich seit den 1980ern nicht mehr gesehen. Also nicht ideal, beides in ein Outfit zu verarbeiten. Aber für die Gelegenheit und als Zweiteiler… perfekt!

Für den Kleidschnitt habe ich tief gegraben.

Ich habe mir mal vor Jahrzehnten einen Vogue Schnitte (V7896) für ein Etuikleid gekauft. Ich kann nicht mehr sagen wann. Mein Blog findet eine braune Version von 2009, eine blaue Version von 2010 und eine weiße von 2013.

Lustigerweise hatte ich das Kleid aber nie so genäht, wie in der Anleitung gedacht, sondern hatte gleich bei der ersten Version Teilungsnähte draus gemacht. (Was mir aber erst beim Suchen nach den Bildern jetzt auffällt…)

Zum Glück hatte ich die Basis-Schnittanpassungen aber am ursprünglichen Kleid gemacht und der Rücken war auch schon mal so verwendet worden.

Und zumindest das weiße Kleid trage ich auch noch, auch wenn es im letzten Sommer schon grenzwertig spack saß. (Aber der Stoff ist stabil und französische Nähte sind es auch…)

Allerdings ergab ein Anhalten des Schnittvorderteils an meinen Körper, dass der Brutspunkt bei aller Liebe einfach viel zu hoch sitzt für meinen aktuellen Körper. (Und vermutlich auch für den vor zehn Jahren, aber da hatte das Kleid an der Stelle Teilungsnähte, das ist da etwas gnädiger.) Und ein bisschen mehr Weite darf es realisitischerweise auch haben.

Den Brustpunkt habe ich auf die brutale Weise tiefergelegt, Vorderteilschnitt oberhalb des Brustabnähers quer durchgeschnitten und 2cm eingefügt, den gleichen Betrag unterhalb wieder rausgefaltet. Da mich beim Anhalten gewisse Zweifel beschlichen, ob das reicht, habe ich den Brustabnäher einfach 2 cm kürzer genäht und auch den Längsabnäher deutlich weiter unten enden lassen. Eher so 5 cm. Da mein Stoff als Strickstoff da auch ohne große Dehnung gnädiger ist als Webstoff, reichte das. (Trotzdem… bei nächster Verwendung noch mal 2cm runter.)

Für mehr Weite ebenfalls quick and dirty: Die vordere Mitte wurde mit einem Zentimeter Abstand zum Stoffbruch angelegt (+ 2 cm). In der hinteren Mitte ist eigentlich eine gebogene Naht, die habe ich ebenfalls im Stoffbruch angelegt und 1cm Abstand an der engsten Stelle gelassen. Ich hatte zwei Stücke von dem Stoff, aber beide nicht gerade üppig. (Putzlappen halt…) Daher musste ich den Stoff zum einen quer verarbeiten, zum anderen beim Anlegen des Rückenteils (mit der eigentlich sehr gekurvten Mittelnaht) den Maschenlauf etwas ignorieren. Das war ein Spiel mit Stoffmenge und dem Musterverlauf am Saum.

Für die Ärmel war auch etwas wenig Stoff da, da habe ich einfach vorne noch mal je einen 2cm breiten Streifen (den dann IM Maschenlauf, nicht quer wie den Rest) angesetzt. Fällt bei dem Muster tatsächlich nicht auf. Obwohl ich es mit der Overlock angenäht und noch mal drübergecovert habe.

Beim Ausschnitt wollte ich einen V-Ausschnitt, den habe ich frei Schnauze geschnitten. (Die Ausschnitttiefe habe ich von der hellblauen Version übernommen. Dokumentation ist alles, dann weiß man auch nach über zehn Jahren noch, was man braucht.) Versäubert wurden der Ausschnitt mit einem Streifen aus dem gleichen Stoff. Nach innen gebügelt und festgesteppt. (Nein, ich wollte fertig werden und nicht erst lernen, wie man einen V-Ausschitt covert.)

Mit der Nähmaschine genäht habe ich die Abnäher und die Schulternaht (da bleibe ich dabei, ich mag die lieber flachgebügelt) sowie den Ausschnittbeleg. Die Ärmel habe ich mit der Nähmaschine vorgenäht, denn da es sich um einen Schnitt für Webstoff handelt, ist der Armausschnitt klein und die Armkugel hoch. Einhalten mit der Overlock wollte ich nicht probieren. Also erst mit der Nähmaschine genäht und dann mit der Overlock genau an der Naht entlang.

Der Rest wurde mit der Overlock genäht und der Saum (5cm) sowie die Ärmelsäume (1,5cm) gecovert.

Da ich ja einiges an Weite zugegeben habe, brauche ich (wie geplant) auch den vorgesehenen Reißverschluss nicht.

Mit dem Kleid alleine bin ich schon mal zufrieden. Zum einen, weil es ein bequemes Jerseykleid ist, das aber (weil ich den Schnitt für Webstoffe verwendet habe) nicht irgendwie nach Sofa lümmeln aussieht, sondern sehr elegant fällt. Definitiv eine Variante zum Behalten.

Zum anderen weil der Stoff genial ist. Ich vermute eine Modal-Mischung oder eine gute Sport-Faser oder so was, denn der Stoff knittert genau null. Nicht beim Waschen, nicht beim Tragen, nicht im Koffer… das Kleid müfft aber auch nicht, wenn man es mehrere Tage trägt. Auch das auf Reisen genial. (Ja, hätte ich gerne mehr davon, aber so ist das bei diesen Stoffen, die kann man nicht nachkaufen.

Den Schnitt vom Oberteil kennt ihr schon. Das ist, ja, Simplicity S9384, der kurz vorher bei meinem Schlafanzug zum Einsatz kam. (Ich glaube, dieser cropped Hoodie war der Auslöser für das Outfit, der passte einfach perfekt zu dem großen Hahnentritt von dem dicken Sweat.)

Hier musste ich nur noch das Schnittteil für die Kapuze kopieren, der Rest war schon da, nur sowohl der Ärmel als auch das Teil selber kürzer als beim Schlafanzug.

Da ich die Falte vorne nicht hatte, gab es keinen Grund, das mittlere Vorderteil und das mittlere Rückenteil nicht im Stoffbruch zuzuschneiden. Sparte nicht nur zwei kurze Nähte, vor allem waren es zwei Teile weniger, die hinterher im Musterlauf passen mussten. Den bei dem großen Muster wäre es aufgefallen, wenn es an der Saumlinie nicht passt. Zum Glück war die Zuschneidearbeit im Ganzen überschaubar.

Hier kam die Nähmaschine nur für die Knopflöcher zum Einsatz. Die dazu dienen, das Zugband in die Kapuze einzuziehen. Den Rest durften, wie beim Schlafanzug die Overlock und die Cover (Saum und Kapuzensaum) erledigen.

Die Cover kam dann noch mal… kreativ zum Einsatz.

Als Ärmelbündchen hatte ich dieses silberne Glitzergummi bei Selfmade in Köln gefunden, genau die passenden Breite.

Allerdings wenn man das normal zusammen näht, hat man eine recht dicke Naht, die sich auch nicht gut auseinanderbügeln oder zur Seite bügeln lässt. Denn die Mischung aus Gummi und Lurexkram ist vergleichsweise steif.

Nicht schön, nicht bequem.

Also habe ich die Ärmelbündchen mit 1 cm Überlapp zugeschnitten, habe dann die später oben liegende Seite mit einer Kerze „versäubert“ (quasi den Kunststoff „verschweißt“), die Bandenden offenkantig aufeinandergelegt und einmal der Länge nach drübergecovert.

Die Fadenenden kann man dann schon auf der Rückseite in die Naht ziehen und hat eine saubere und flache Lösung.

Beim Annähen des Büdchens hatte ich allerdings das gleiche Problem.

Das Bündchen musste flach liegen, sinnvoll umknicken kann man das nicht.

Mit der Nähmaschine hätte ich das Bündchen jetzt gedehnt aufgenätht und damit den Ärmel eingehalten. Mit der Cover? Ich glaube nicht, dass das so einfach geht, weil beim gedehnt annähen zieht man ja unweigerlich irgendwie am Stoff und lässt die Maschine nicht mehr alleine transportieren.

Ich hatte aber intensiv das Gefühl, dass die Cover das nicht so mögen würde…

Also habe ich das Ärmelbündchen konventionell mit Faden gerafft, habe es dann von Hand geheftet (ja…) und konnte anschließend entspannt am Rand des Bündchens entlang covern.

Dafür das ich mit Overlock und Cover noch nicht so viel Erfahrung habe, ist das doch recht schön und sauber geworden.

Und es war pünktlich fertig, ich hatte es Silvester an und es war so schön warm wie gewünscht. (Mit der Wollstrumpfhose…) 🙂

(Und seither noch mehrfach… der Stoff des Kleides ist genial, er knittert null, nicht beim Rumlümmeln, nicht im Koffer, nicht nach dem Waschen, er müffelt aber auch nicht nach dem Tragen. Da es offiziell „Putzlappen“ waren, gab es natürlich keine Materialinformation. Ich tippe auf so was wie Baumwolle und Modal oder so. Das Kleid wird reichlich getragen werden, tippe ich mal…)

Test in Schwarz-Weiß (Vogue V1953)

Da offensichtlich aktuell Hochzeitssaison ist, folgte auf das Hochzeitsdirndl auch das nächste Hochzeitskleid. Die Vorlage ist hier V1953 hat allerdings einige Details, die ich an mir noch nicht genäht habe und ich will an dem Schnitt ein paar Sachen ändern, so dass hier mal wieder „Probekleid“ aufblinkte. Nach vielen Jahre mit nur schmalen Röcken kann ich allerdings ein luftiges Sommerkleid mit weitem Rock eh gut brauchen, also tauchte ich in meinen Stash und fand einen Stoff, den mir Buttinette als „Baumwoll-Batist“ verkauft hatte und den ich mal als „Beifang“ zum Erreichen irgendeiner Bestellgrenze mitbestellt hatte. Der Druck gefiel mir sehr gut.

(Das fast fertige Kleid war ja im Nadelblick schon mal zu sehen, aber jetzt gibt es auch noch ein angezogenes Photo.)

Es gäbe tatsächlich einige interessante Dinge zu zeigen, aber wegen der Zeitknappheit habe ich keine Photos gemacht. Fertig werden ist auch wichtig.

Neben meinen üblichen Figuränderungen habe ich vor allem den Reißverschluss von der hinteren Mitte in die Seite verlegt. Das zieht dann einen Rattenschwanz von Änderungen nach sich, insbesondere kann man das Oberteil nicht mehr wenden, wie in der Anleitung vorgesehen und man hat in der Seitennaht einen Reißverschluss UND eine Tasche.

Aufgrund der im Feierkleid verwendeten eher transparenten Stoffe wollte ich außerdem keine Nahtzugabe oberhalb der Taillenlinie im Rücktenteil und vorne sichtbar haben, habe die Nahtzugabe also zwischen Rock und Futterrock eingeschlossen.

Da ich das Kleid ins Büro tragen will, habe ich auf den Tülleinsatz in der vorderen Mitte noch Spitze appliziert (von Hand), dafür kam gleich was von der Spitze vom letzten Stoffstöbern in Paris zum Einsatz.

Die hinteren Mitte ohne Reißverschluss und ohne Naht zu nähen ist schon mal kein Nachteil. Kann man beides im Stoffbruch zuschneiden, geht schneller.

Die Armausschnitte habe ich hier dann von Futter und Oberstoff von Hand gegengenäht, am Feierkleid werde ich da einen Schrägstreifen aus einem der Seidenstoffe zum Verstürzen nehmen. Und vielleicht ein bisschen Gummi mit einarbeiten, wobei die Armausschnitte nicht unangemessen aufklaffen.

Den Schlitz habe ich vorne auch weggelassen, weit genug ist das Kleid (und wäre es auch in der langen Version). Den wird es aber geben, jedoch nicht ganz so hoch. Ich möchte auch im Sitzen meine Unterhose nicht zeigen.

Die Sache mit dem Reißverschluss und der Nahttasche war eine andere Geschichte. Ich habe mich zwar erinnert, dass das in Threads mal beschrieben war und sogar den Artikel dazu gefunden, aber so ganz eindeutig war er für mich nicht in allen Details. Ich habe aber eine für mich sinnvolle Lösung gefunden und bin da auch sehr froh. Ich hatte das Kleid auch schon im Büro an und eine Tasche für Handy und eine für Schlüssel sind einfach alltagstauglicher als keine. Das Festkleid wird allerdings keine bekommen, einmal aus Zeitgründen (besser ohne Tasche fertig als nicht fertig), aber auch, weil die in den Fludderstoffen eh nicht mehr als ein Taschentuch tragen könnten. Und das kann man sich auch in den BH stopfen. Im Notfall.

Den Gürtel werde ich noch mal machen der ist zu kurz. Ich hatte vergessen, dass ich die Taille etwas weiter gemacht habe, dann muss der Gürtel auch weiter werden. Aktuell hält ihn eine Sicherheitsnadel geschlossen. Aber das wird dann für den nächsten Sommer.

Ich bin jetzt immerhin gut gerüstet für das Festkleid, an dem ich mit den drei Lagen Seidenstoff auch nicht viel trennen sollte,

(Was den Stoff betrifft; Aus meiner Sicht weder Baumwolle, noch Batist. Ein Stoff, der sich nach dem Waschen bretthart anfasst und dann trocken weich ist, ist typischerweise Viscose. Und Batist kenne ich auch nicht so dicht gewebt, dass man einen Fingerhut braucht, um Stecknadeln durch den Stoff zu treiben und drei Microtexnadeln dran platt näht. Aber dass man nicht alles glauben darf, was dran steht, ist ja keine neue Erkenntnis.)

Das Kleid trägt sich jedenfalls gut, brachte einige Komplimente und ist bei Hitze angenehm. Den Einsatz fürs Büro zu entschärfen war eine sehr gute Idee. Und auch wenn es keinen schlanken Po macht… ich mag es und es fühlt sich gut an. 🙂

(Und inzwischen wurde auch das Hochzeitsgastkleid fertig. Pünktlich, aber nicht zu früh…)

Nachthemd-Klon in schwarz (Burda 10/2008, Modell 115)

Das im Juni-Überblick angedeutete Nachthemd wurde tatsächlich zügig fertig. Und zwar sogar noch vor dem kalendarischen Sommerbeginn. Eigentlich war es da ja schon zu warm dafür, aber ich musste es dann doch ein paar Nächte „Probetragen“, ob es sich mit dem Trigema-Jersey genauso bewährt, wie aus dem vorherigen Material. Wo insbesondere das Rockteil viel elastischer war.

Also in Kurzform, der Schnitt war ein Kleid aus dem Burda Modemagazin 10/2008. Ich fand das Kleid schön, einen Ausschnitt, der jenseits jeglicher BH-Linie geht (das war im Heft schon ersichtlich) aber nicht alltagspraktisch, so dass ich mir 2009 ein Nachthemd nach dem Schnitt genäht hatte.

Da der Schnitt schon fertig war, musste ich diesmal nur den Stoff zuschneiden, was schneller ging.

Damals hatte ich das Rockteil 10cm verlängert, weil das Bild im Heft einen extremen Minirock zeigte.

Mit dem Effekt, dass mir das Nachthemd dann eigentlich etwas zu lang war… Burda und Bilder… deswegen habe ich diesmal wieder 5cm in der Rocklänge rausgenommen.

Was ich am ersten Exemplar auch gelernt hatte war, dass die Behauptung, die Ausschnittkanten müsse man gar nicht festnähen, die blieben so, nicht stimmt. Also nicht so, wie ich es für ein Nachthemd akzeptabel gefunden hätte. Für ein Kleid schon dreimal nicht.

Damals hatte ich sie dann von Hand angenäht, weil es erst beim Tragen und Waschen aufgefallen war. Diesmal war ich schlauer und für ein Nachthemd konnte ich mich auch mal mit einem Zierstich anfreunden. Zumal die 9mm breiten Zierstiche doch deutlich besser für Erwachsenenkleidung taugen. Als Oberfaden habe ich ein Stickgarn genommen (Gütermann, was halt in Schwarz so da war), Unterfaden normales Nähgarn.

Damit es auf beiden Seiten passt, habe ich den Stich gespiegelt. Ein paar nette Eigenschaften haben so Computermaschinen dann halt schon.

Ich verstehe auch durchaus, warum Burda an der Stelle gar keine Naht vorgesehen hat. Denn oben geht der Ausschnitt direkt in Kräusel an der Schulternaht über, man muss sich also überlegen, wo man mit der Steppung anfangen will. Mir gefällt meine Lösung aber gut.

Für Saum und Ärmelsäume durfte es dann wieder der praktische und bewährte Wabenstich sein. Der ist schön elastisch. Da kann keine Zwillingsnaht mit.

Stoff waren „Putzlappen“ von Trigema aus einer Sammelbestellung im Forum. Nicht so einfach, genug identisches schwarz für so ein vergleichsweise großes Projekt im Vorrat zu finden, aber ich hatte genug vom Single Jersey.

Also wieder ein ansehnliches Nachthemd im Schrank, was sich gut trägt. Und zurück zu den „ernsthaften“ Nähprojekten.

Wilde Rokoko Prinzessin

Ist bei mir natürlich wieder Barbie, aber das dürfte klar sein, oder?

Vom Material her ist der Wax-Stoff für Puppenkleidung natürlich ideal, franst nicht stark aus, ist nicht zu dick… Das Muster… wild halt.

Da ich nach dem Zufallsprinzip einfach das nächste Modell aus dem alte Burda Barbie-Heft nehme, landete der Stoff hier bei einer Prinzessinenrobe.

Wie meistens bei meinen Barbiesachen musste ich etwas improvisieren. So gibt es bei meiner Variante keine schwarzen Spitzenrüschen, weil ich dafür keinen passenden Stoff hatte. Stattdessen gab es einen Kantenabschluss mit Paspelband. Ein bisschen Spitze für die Ärmel habe ich noch gefunden.

Und statt Perlenband habe ich Paillettenband aufgenäht. Von Hand. Was absolut nicht lustig war. Immerhin war die Strecke kurz, sollte ich so was mal ernsthaft an einem Kleidungsstück für mich verwenden, brauche ich eine andere Technik.

Aber die wilde Prinzessin im Afrika-Style gefällt mir. Langsam füllt sich der Karton mit Barbiekleidung wieder. Ein paar Modelle aus der Zeitschrift habe ich noch nicht genäht, aber viele sind es nicht mehr…

Sommerbarbie

Eigentlich war der Plan ja, nur noch die ungenähte Schnitte aus dem Burda Barbie Heft zu nähen. Und für Jersey ist da keiner mehr dabei.

Aber da letztes Jahr der Barbiekarton doch ziemlich geleert wurde, der Reststoff (Ja, das Barbiekleid ist mal wieder schneller gepostet als das eigentliche Shirt) und die Spitze so hübsch nebeneinander lagen… habe ich dann ein fixes Sommerkleid nach meinem eigenen Schnitt genäht. Passend zur Spitzenborte unten, gibt es oben am Ausschnitt dann auch noch etwas Zierstich.

Das ging mal wirklich schnell.

Shirt wird Kleid

Anfang Dezember hatte ich ja den Stoff schon gezeigt und das Kleid wurde tatsächlich pünktlich vor Weihnachten fertig. Und getragen. Ebenso wie Silvester und ins Büro… (Das Bild lässt wie oft zu Wünschen übrig, denn natürlich habe ich nicht dran gedacht, eines zu machen. Aber da ich es Weihnachten an hatte, ist es natürlich auf den „Testaufnahmen“ für das traditionelle „Familienbaumbild“. Halt Test…

Den Schafstoff hatte ich 2019 (denke ich) sehr spontan mitbestellt, damals schon mit dem Gedanken „Weihnachten“.

Dann ging ich dieses Jahr auf Schnittsuche, ich wollte die Schafe am Saum in Szene setzen und weil der Stoff ja eigentlich eher kindlich ist (ja doch…) einen „erwachsenen“ Schnitt und nicht nur ein grades T-Shirt Kleid. Also die Kombination aus „nicht viele Längsnähte, damit die Schafe nicht durchteilt werden“ und „der weiblichen Figur folgend“. Quadratur des Kreises, wie immer. Und natürlich fand ich dafür weder in meinem Fundus noch bei den bewährten Schnittherstellern das Passende. („Bewährter Schnitthersteller“ war ebenfalls gesetzt, denn das Kleid sollte auch noch halbwegs fix zu nähen sein, eine Runde Probekleid war nicht vorgesehen.)

Als ich dann ein vergessenes Sommershirt in die Waschmaschine stopfte, erinnerte ich mich dran, dass der Schnitt ja auch eine Version mit langen Ärmeln hatte. Und das Shirt (nach FBA) eigentlich gut passte. Ein weibliches Wickeloberteil, das aber direkt unter der Brust in einer Quernaht eingefangen wird und daher auch nicht klafft. Vogue V8558. Da ein Kleid draus zu machen, sollte nicht so schwer sein.

Das obere Vorderteil und die Ausschnittblende habe ich behalten, die Ärmel ebenfalls. Da die Schafe am Saum landen sollen, ich also nicht über den Saum korrigieren kann, sondern die Länge auf Anhieb sitzen muß, habe ich mir das Rückenteil des Shirts noch mal angeguckt, was ich damals gemacht hatte. Daraufhin mit meinem Wissen von heute noch etwas mehr Länge in der hinteren Mitte oberhalb der Taille rausgenommen und die gleiche Länge in der hinteren Mitte über dem Po wieder zugefügt. Die Länge der Seitennähte bleibt gleich. (Bis ich verstanden habe, dass ich diese Änderung brauche, hat es einige Jahre und gemusterte Stoffe gebraucht, wo mir dann bewusst wurde, dass das Muster am Saum schief wird. Bei Uni-Stoffen gleich man das halt am Saum aus und gut ist…)

Das Rückenteil hat eine geschwungene Naht, ich habe stattdessen vom Hals aus gerade nach unten gezeichnet (also Mitte im Stoffbruch) und dann den größten Teil der Mehrweite mit zwei Längsabnähern wieder auf Figur gebracht. Da das Shirt um die Hüften mehr anliegt, als ich das bei einem Kleid wollte, habe ich noch 2cm Weite an der Seitennaht zugefügt.

Auch das untere Vorderteil wurde nicht nur verlängert (ich habe mir die Wunschlänge von fertigen Kleidern abgeguckt), sondern bekam über den Stoffbruch in der vorderen Mitte noch 5cm Weite dazu. Die habe ich dann einfach durch eine leichte Kräuselung eingehalten. Und zwar so, dass am Rockteil da gekräuselt ist, wo das Oberteil zwischen den beiden Kräuselungen glatt ist. Das finde ich eine sehr geglückte Lösung.

Zugeschnitten wurde abgesehen von einem Ärmel und dem oberen Teil des Vorderteils quer. Die Schafe sind nämlich eine Randbordüre… Da half dann nur hoffen, dass das auch gut fällt. Der Stoff ist ein Single Jersey mit viel Elasthan. (Und ja, hat funktioniert…)

Etwas herausvordernd war der Zuschnitt dann nicht nur, weil die Schafe an Voderteil und Rückenteil auf gleicher Höhe landen mußten, sondern auch, weil die Schafsbordüre beidseitig auf dem Stoff war. So viel gepunkteter Stoff war dann in der Mitte gar nicht da… Aber es ging auf, zumal ich den zweiten Ärmel eh schon mit Schafen geplant hatte. Anders wäre es allerdings auch nicht gegangen.

Den Rocksaum habe ich dann entgegen allen guten Vorsätzen, mal „schnell“ zu arbeiten doch von Hand genäht. Die Schafe durchzunähen brachte ich einfach nicht übers Herz…

Fazit: Ich bin mit dem Kleid extrem zufrieden. Es sieht gut aus und es trägt sich gut. Gefüttert ist es nicht, aber ich habe noch ein schwarzes Unterkleid aus Futterstoff, das drunter passt. Und den Ausschnitt auch fürs Büro noch ein kleines bisschen entschärft. (Abgesehen davon, dass das Unterkleid ein klitzekleinesbisschen spack sitzt… *hust*).

Ich glaube, der Schnitt wird eine Weile „Standardschnitt“ für Jerseykleider. Wobei bei der nächsten Version sollte ich das obere Vorderteil und die Ausschnittblende noch einen Zentimeter länger machen… Der Brustpunkt ist nicht mehr ganz da, wo er mal war, als ich das Shirt zum ersten Mal genäht habe… (Und nachdem ich meinen eigenen Text von damals gelesen habe… am der Brust wollte ich da auch schon nachbessern. Beim nächsten Mal…)

Fait main 03/2020, Modell 15 (Kleid)

(Nein, beim Friseur war ich immer noch nicht… aber ein neues Kleid habe ich mir genäht.)

Bei einem meiner wenigen Parisbesuche im letzten Jahr hatte ich mal wieder eine Fait main ergattert und fand auch spontan mehrere Modelle, die ich mir für mich sehr gut vorstellen konnte. und die sogar in meiner Größe im Heft waren. (Das passiert mir bei Zeitschriften ja selten.)

Dann erkannte eine Kölner Nähfreundin allerdings die Modelle als „Knip“ Modelle.

Meine Liebe kühlte spontan auf einstellige Grade ab, denn von Knip hatte ich 2013 einmal ein Modell genäht, was so katastrophal nicht passend ausfiel, dass nicht nur das Probemodell als Schlafanzug endete, sondern ich gar nicht mehr versucht habe, den Schnitt anzupassen.

Andererseits hätte mir der Schnitt laut Maßtabelle mit vergleichsweise wenig Änderungen passen müssen und ich hatte den perfekten Stoff von Malhia Kent in ausreichender Menge in meiner Kiste. (Zudem einen vergleichsweise voluminösen Stoff, den aufzubrauchen Platz schaffen würden.) Also holte ich im April die Reste der häßlichen Bettwäsche aus der Kiste und machte mich mutig an ein Probekleid.

Gerade im Bereich des Oberteils ist der Schnitt mit den angeschnittenen Ärmeln ja unterkompliziert, was die Hoffnung nährte, dass es klappen könnte. Und durch die Falten im Roch und dessen schmale Form, ist das Kleid lässig, ohne ein Sack zu werden. Was mir sehr gut gefällt, weil es eigenltich für alle Gelegenheiten passt.

Nachdem ich mir die Maßtabelle und meine eigenen Maße so angesehen hatte, entschied ich mich für ein Oberteil in Größe 48 ohne FBA. Der Schnitt ist schon für C-Körbchen konstruiert und da es keine Ärmel gibt, könnte der Rest reichen, Rücken ist etwas schmaler, vorne dafür etwas mehr… Das Vorderteil habe ich gelassen, wie es war, im Rückenteil habe ich im oberen Rückendrittel um 1,5cm gekürzt. Die Knip-Schnitte sind für etwas längere Frauen konstruiert und mein Oberkörper ist eh schon kurz.

Dass das nicht reichen würde, war mir klar, aber der Schnitt enthält keine Informationen zur Taillenlinien, nur dass die Ansatznaht Oberteil-Rock nicht auf der natürlichen Taille sitzt, das war klar. Das würde mir das Probeteil verraten müssen.

Da meine Taillenweite leider nicht Größe 48 entspricht, habe ich da außerdem am Oberteil an jeder Seite jedes Schnitteils knapp einen Zentimeter zugegeben. (Also im Ganzen etwas weniger als 4cm.)

Beim Rockteil sagte meine Hüftweite, dass ich das besser in Größe 50 nehme. Da vorne Falte gelegt sind und es hinten Abnäher gibt, wollte ich die Rockweite darüber ggf. ans Oberteil anpassen. Das war aber gar nicht nötig, meine freihändige Zugabe ergab in der Ansatznaht genau die Rockweite.

Das Probeteil ergab dann nicht ganz überraschend, dass das Kleid im Oberkörper noch viiiel zu lang ist. Allerdings staute es sich unterhalb der Ansatznaht von Rock und Oberteil, weswegen ich noch 4cm Länge rundum rausgenommen habe, Knapp unterhalb der Ansatznaht des Rockes im Rockteil.

Von der Weite habe ich über der Hüfte nach mal 2cm zugegeben, weil eng ja, aber aufsperren sollten die Falten ja nicht.

Und… dann habe ich sogar dran gedacht, den Zentimeter, den ich nur im Rückteil oben rausgenommen habe, über dem Po (und auch nur im Rückenteil) wieder einzufügen. Die Gesamtlänge stimmt bei mir nämlich eigentlich, nur die Verteilung nicht. Sonst muß ich das immer über den Rocksaum ausgleiche, was aber bei Streifen und anderen grafischen Mustern eher blöd ist. Und ich sage mir schon seit Jahren, dass ich das bei der nächsten Anpassung endlich mal mache, um es wieder zu vergessen, wenn es dran ist.

Was ich auch noch geändert habe, war der Rückenausschnitt. Das Ende des Reißverschlusses habe ich eineinhalb Zentimeter höher gelegt (der Ausschnitt wird dadurch kleiner), damit es bitte oberhalb der BH-Linie endet. Ich finde tiefe Rückenausschnitte ja toll, aber ohne BH geht es bei mir nicht und einen sichtbaren BH finde ich einfach nicht so schön.

Und damit bin ich dann an den Zuschnitt meines Stoffs gegangen.

Mir war schon nach Auswahl des Schnittes klar, dass ich den Stoff teilweise längst und teilweise quer verarbeiten wollte. Wobei durch die Art des Musters letztlich nicht eindeutig ist, ob man die Quer- oder die Längslinien dominanter wahr nimmt. Was ich jetzt wieder interessant finde… Jedenfalls stand ich erst mal vor dem Spiegel und habe den Stoff an meinem Körper hin und her geschoben und drapiert, bis ich die Verteilung hatte, die ich wollte. Von der Menge her hatte ich zum Glück reichlich, so dass ich das alles nach meinen Musterwünschen auflegen konnte.

(Und unter halbwegs unflätigen Flüchen, denn ich mußte den Stoff aufeinander heften, um doppellagig zuschneiden zu können. Der Stoff war vom Tisch mit den Resten und Probewebungen und hat teilweise massive Spannfäden auf der Rückseite (Oder vielleicht wäre das die Vorderseite gewesen? Könnte auch spannend aussehen…), die sich nicht so ganz glatt bügeln lassen. (Am fertigen Kleid geht es, da sind die Teile kleiner, an der Meterware habe ich es nicht geschafft.) Außerdem ist der Stoff sehr weich und wobbelt munter in alle Richtungen. Und wenn man nahe an den Kanten mit den Spannfäden schneidet, hat man teilweise auch jede Menge Fadenreste rumfliegen.)

Weil mein Stoff relativ dick und in sich wenigs stabil war, habe ich für die Belege eine alten Damasttischdecke genommen, die mir auch schon als Einlage das eine oder andere mal gute Dienste geleistet hatte. (Dass sie Flecken hat, fiel mir erst nach dem Zuschnit auf, aber gut… auch da sieht es keiner.) Verstärkt noch mal mit Gewebeinlage.

Beim Nähen habe ich mich weitgehend an die Anleitung gehalten. Änderungen waren vor allem meinem Stoff geschuldet.

Da der grob gewebt und dementsprechend ausfransend ist, wollte ich eine Nahtzugaben zurückschneiden, die andere drüberfalten und das dann von Rechts abstellen. Also so eine Art Pseudo-Kappnaht auf der linken Seite. An der Ansatznaht von Oberteil und Rock habe ich das gemacht, aber schnell gemerkt, dass das bei meinem Stoff eine doofe Idee war oder deutlich mehr als 1,5 cm Nahtzugabe erfordert hätte. Diese Naht habe ich dann von rechts zweimal abgesteppt, um alles zu erwischen und zu fixieren, die anderen Naht- und Saumzugaben habe ich mit Schrägband eingefasst. Ich hatte da für ein anderes Projekt mal unglaublich viel geschnitten und habe Jahre davon gezehrt. Jetzt ist es aufgebraucht. Und ich brauchte noch etwas von gekauftem weißen Schrägband, das ich glücklicherweise auch noch im Haus hatte. Als ich genäht habe, waren die Läden ja noch zu oder nur per Termin zu besuchen.

Gefüttert habe ich das Kleid nicht, ich trage es mit gesondertem Unterkleid, das habe ich ja schon.

Als Reißverschluss hatte ich noch einen Naht-RV in passender Länge in weiß da. Auch hier… manchmal gut, dass ich mich nicht entscheiden kann und dann mehrere Sachen kaufe. So war noch was da.

Am Hals wird das Kleid mit einem kleinen Knopf und einer Schlinge geschlossen. Ich entschied mich für ein kleines, weitgehend kugelförmiges Knöpfchen. Als Schlinge schlägt die Zeitschrift Gummi vor. Was ich ganz sicher nicht tun werden, denn Gummikordel ist zwar erst mal praktischer, weil die Größe der Schlinge nur irgendwie kleiner als der Knopf sei muß, wenn man normale Kordel nimmt, muß sie genau passen. Aber ich hatte noch nie ein Projekt, wo dauerhaft Zug auf der Gummikordel ist und sie nicht schneller ausgeleiert ist, als der Rest unansehnlich geworden wäre. Und den zurückgeschnittenen Beleg wieder abtrennen, um eine neuen Kordel reinzunähen… ach nö, lieber einmal Baumwollkordel und die dafür passend. (Und ich hatte welche da… )

Am Rockschlitz durfte dann die Stickmaschine mal wieder zum Einsatz kommen.

Eigentlich wollte ich stilgemäß eine Fliege sticken, da fand ich aber keine passende. Und wer will schon eine Fliege haben, wenn er einen Totenkopf haben kann? 😉

(Wie meistens… Urban Threads das Stickmuster.)

Zum Sticken habe ich den kleinsten Stickrahmen genommen, habe wasserlösliches Klebevlies eingespannt, den Rockteil drauf geklebt und noch eine Lage Soluvlies aufgelegt, weil mein Stoff eher grob gewebt ist. Hat gut fuktioniert. (Wenn man genau hinschaut, sind die Augen des Totenkopfs nicht schwaz, sondern dunkelblau. Passt besser zur Farbe des Kleides.

Mit dem Ergebnis bin ich diesmal sehr zufrieden, ein vielseitiges Kleid, egal ob ins Büro, ins Café oder zur Gartenparty. Suboptimal ist nur, dass ich meine Corona-Kilos erst kurz vor Ostern angebaut habe. Als ich das Probeteil angepasst habe, waren es noch gut 2kg weniger. Mal gucken, ob ich die wieder los werde. Dann passt es noch en bisschen besser…

(Der Dank für die meisten Bilder geht diesmal an Frau mhs… das ist doch angenehmer als mit Stativ und Funkauslöser…)

Zauberkleid

Auf dem Rückweg aus dem Urlaub wollte mein Bruder noch ins Outlet Village. Lag am Weg. Er brauchte Schuhe und Hosen, ich Hosen. (Und Schuhe gehen immer…)

So waren wir bei Brax dann länger mit Anprobieren beschäftigt. (Eine der Marken, wo mir die Hosen passen. Und ich muß ja nicht zwanghaft alles selber nähen. Zumal durch die Kombination aus Outlet, Schlussverkauf und Corona-Extrarabatte weil die Lager leer werden müssen es finanziell dann auch extrem attraktiv wurde.) Die beiden Kinder meines Bruders haben sich auch gut unterhalten. Und wollten anprobieren. Und haben sie auch. (Das Personal im Laden blieb durchweg freundlich, mein Bruder und ich gingen auch mit größeren Tüten raus…. aber ich glaube, die waren trotzdem froh, als wir draußen waren…) Zumindest der Große. Der konnte sich dann die kleinste Herrengröße noch schönreden und bekam auch ein T-Shirt. (Eher Knielang… aber da kann er ja noch reinwachsen.)

SchalNur für eine zierliche Fünfjährige gab es beim besten Willen nichts.

Bis der Blick der Kleinen kurz vor der Kasse auf einen Schal mit Flamingos in einer Sonderangebotskiste fiel… Da der Preis der gleiche war, wie für das T-Shirt des Bruders (und sich beiden Kinder angemessen gut bekommen hatten) durfte sie ihn haben.

Und ich versprach, während ihr Papa Zuhause die Pizza holen würde, würden mein Einhorn und ich zaubern und ich würde ein Kleid draus nähen.

Noch vor dem Einsteigen ins Auto war der Designplan schon geklärt, die obere Kante würde nach außen geklappt, so dass die Fransenkante sichtbar bleibt. Da wird ein Tunnel genäht und ein Gummi kommt rein.

Und dann noch eine Naht an der kurzen Seite… Eventuell noch Träger, finde ich bestimmt noch was.

Kindrkleid aus SchalUnd so haben wir das dann auch gemacht. Da der Stoff eher fragil ist und ich ihn nicht versäubern wollte, habe ich die Naht im Rücken so gemacht, dass die umlaufende und eher dekorative Versäuberung innen landet. Damit hat es dann 5cm Nahtzugabe, was reichen sollte.

Träger bekam es dann keine, weil eigentlich hätte die kleine Prinzessin es noch lieber als Rock gehabt, was aber beim besten Willen noch nicht geht, dafür muß sie mindestens noch 10 cm wachsen. Dann schleift es nur noch auf dem Boden… Aber falls es so lange überlebt, kann sie es dann auch als Rock tragen.

Und sie war hinterher davon überzeugt, dass mein Einhorn zaubern kann und Papas Nähmaschine das bestimmt nicht könnte…. ich habe sie darüber mal nicht aufgeklärt. 😉

Beim Photo war es dann schon dunkel, denn die Pizza wollte vorher gegessen werden. Und die Kinder sollten danach eigentlich ins Bett. Also schnell mal eben geknipst. Aber das Kleid war ja auch schnell mal eben genäht.

Domino

Nach  meinem eigenen Kleid, kam natürlich auch Madame Barbie zum Zuge…

Barbie in schwarz-weißDa ich jahreszeitbedingt das Bild im Dunkeln machen musste, bringt der Blitz natürlich das Lurex im schwarz-weißen Stoff gut zur Geltung.

Der Schnitt ist wieder aus der alten Burda Barbie Sonderausgabe, allerdings natürlich aus ganz anderen Stoffen und in anderen Farben. Aber Wollstoff hin oder her, das sieht doch wirklich nach Abendkleid aus. Schwarzen Chiffon hatte ich zum Glück noch ein Restchen. Wobei das Material in so klein eine gewisse Herausforderung darstellt.

Wobei ich bei der Verarbeitung das eine oder andere Mal von der Anleitung abgewichen bin, weil das Ergebnis aus meiner Sicht sonst ziemlich schlampig gewesen wäre.

Und obwohl das Heft so aus den 1980ern oder frühen 1990ern ist… das Kleid könnte man „in groß“ so heute doch wieder problemlos tragen, oder? (Ja, Barbie ist Barbie, aber ich finde es interessant, dass die Barbiemode durchaus auch die jeweiligen Zeitströmungen widerspiegelt.)

Vogue V8972, Modell C (Kleid)

Pepitakleid

Gefühlt habe ich diesen Schnitt schon seit ewigen Zeiten, aber überraschenderweise gibt es ihn bei Vogue noch zu kaufen. Offensichtlich ein erfolgreicher Schnitt. Da es gleichzeitig ein „Vogue Easy Options“ und ein „Custom Fit“ (also Cups wahtlweise A, B, C, oder D) Schnitt ist, ist er wohl von Anfang an als „Longseller“ geplant.

SchnittMein Anlass war eine größere Feier, die dann letztlich die perfekte Ausrede lieferte, mir auch den passenden Stoff zu gönnen. Von Sacré Coupons in Paris ein Merino Pepita mit etwas Silberlurex. (Mit dem Pepita war dann die Handykamera auch heftig überfordert, wie man sieht. Es sind wirklich sehr kleine Karos.) Somit gleichzeitig festlich (ich hatte das Kleid dann u.a. auch Weihnachten, Silvester und auf einer anderen Feier an), durch den grundsätzlich „serösen“ Wollstoff aber auch bürotauglich. Zumindest so lange Lurex und Glitter gerade Trend für die Alltagsmode sind. Für die Qualität war der Stoff nicht sehr teuer, aber da es ein 3m Coupon war, war der Gesamtpreis auch zu hoch, um ihn zu versaubeuteln.

Die Feier war sicher die Ausrede, den Stoff zu kaufen (ich hatte ihn zuerst liegen lassen, bin dann aber einen Tag später noch mal hin,..), aber das Kleid hat es dann auch verdient, öfter als einen Tag getragen zu werden. Und eigentlich, wäre auch ein Probemodell nicht schlecht gewesen. Dazu reichte aber die Zeit nicht und da ich ja erst wenige Wochen vorher ein Kleid nach einem Butterick Schnitt genäht hatte, habe ich die dort durchgefährten Änderungen mehr oder weniger blind auch auf diesen Schnitt übertragen.

Eigentlich hat der Schnitt ja unterschiedliche Cup Größen, aber zum einen habe ich diesen Sommer beim BH Kauf festgestellt, daß D auch nicht reicht, zum anderen hat sich meine eigene Vorgehensweise mit FBA bewährt, weil die auch gleichzeitig mehr Platz am Bauch einräumt…

Ich habe den Schnitt in Größe 20 als Basis genommen. Als FBA habe ich im Oberteil auf jeder Seite 1,5 cm eingefügt, im Ganzen also 3 cm. Da der Schnitt aus sehr vielen Teilen besteht, sind Änderungen nicht ganz trivial. Damit das Miederteil und der Rock zum geänderten Oberteil passen, habe ich da die Schnittteile dann nicht direkt an den Stoffbruch gelegt, sondern mit 1,5 cm Abstand. (Und habe das auch auf meinen Schnittteilen so vermerkt, falls ich den Schnitt noch mal verwende.)

In der Länge habe ich oberhalb der Taille das Miederteil brutal um 3 cm gekürzt, mein Miederteil ist also deutlich schmaler, als die Vorlage, das passt aber gleichzeitig besser zu meinen Proportionen. Gleichzeitig habe ich aus dem Rückenteil darüber auch noch mal 3 cm Länge in der hinteren Mitte rausgenommen, zu den Seitennähte verlaufend. Das geht mit entsprechenden Markierungen, Konzentration und Erfahrung auch mit den schon angeschnittenen Nahtzugaben. Wer weniger Erfahrung damit hat, schneidet die Nahtzugaben am Schnittteil eventuell lieber erst mal ab und klebt hinterher wieder welche dran oder zeichnet sie auf dem Stoff an.

Kleid von hintenAuch der Oberarm kam mir nach den Maßangaben sehr eng vor, also habe ich da den Ärmel aufgespreizt und auf Höhe der Markierung für den Oberarmumfang 4cm erweitert. Ebenfalls verlaufend, so dass sich weder die Ansatznaht der Armkugel geändert hat noch die Saumweite. Das wäre, vom fertigen Kleid aus betrachtet, auch mit weniger oder ganz ohne gegangen, aber so habe ich auf jeden Fall bequeme Ärmel, in denen ich mich bewegen kann.

Was ich nicht gemacht habe, mir aber mal angewöhnen sollte zu tun: die 3 cm Länge, die ich nur im Rücken rausnehme, über dem Po im Rockteil wieder zugeben. Da brauche ich sie nämlich wieder und der Saum ist dann bei gemusterten Stoffen immer schief…

Zusätzlich habe ich dann von der Taille zur Hüfte auf Größe 22 erweitert. Da bin ich wohl etwas steil rausgefahren, denn das Kleid beutelt da etwas. Zum Glück ist der Stoff weich genug, dass das nicht so auffällt. Theoretisch will ich das mal noch ändern, aber festlegen, dass ich das tatsächlich tue will ich mich dann auch nicht.

Bei der Verarbeitung gab es wieder eine oder zwei Stellen (ich glaube, vor allem an Quernähten), wo die Nahtstrecken zwar gestimmt haben, die Passzeichen aber nicht. Den Zettel, wo ich mir das notiert habe, finde ich natürlich nicht mehr. Und überhaupt hatte ich diesen Artikel ja direkt nach Fertigstellung des Kleides schreiben wollen, nicht erst Monate später…

Da mir die Verarbeitung des Futters bei dem oben verlinkten Butterick Kleid so gut gefallen hat, habe ich das hier genauso gemacht. Also erst Oberteil am Ausschnitt mit Futter verstürzen, Miederteil und Rockteil zusammen nähen und dann zwischen Futter und Oberstoff des Oberteiles zwischenfassen. Beim Reißverschlussschlitz zuerst ein paar Zentimeter getrennt nähen, damit man das hinterher gegeneinander einschlagen kann. Ärmel und Futterärmel werden am Saum verstürzt, dann wird der Ärmel eingesetzt, dabei durch Futter und Oberstoff genäht und am Ende der Futterärmel von Hand gegen genäht. Von Hand wird auch das Futter am Saum und am Schlitz angenäht.

Beim Reißverschluss wollte ich diesmal einen sichtbar aufnähen, bei Stoff und Stil in Köln fand ich einen eigentlich teilbaren aus Metall mit einem silbernen Reißverschlussband. Oben am Halsausschnitt habe ich wieder ein kleines Tab aus Futterstoff mit Druckknopf genäht. Gefällt mir besser, als die Lösung mit Haken und Öse. (Futterstoff war wieder mein bewährtes Venezia, wo ich nicht mehr weiß, wo ich es gekauft habe. Ich hatte beim letzten Kauf in schwarz gleich 10m bestellt.)

Da ich nicht ausschließen will, auch mal mit dem Kleid Rad zu fahren, habe ich den Schlitz noch mit einer Fliege von Hand gesichert. Die wäre mit dickerem und weicherem Garn vermutlich schöner geworden, Andererseits verschwimmen auf dem Pepita die Konturen eh optisch.

Mit dem Ergebnis bin ich extrem zufrieden, ich habe mich auf den Feiern wohl gefühl, durch den „korrekten“ Stoff und die schwarzen Absteppungen werde ich es aber auch problemlos ins Büro tragen können. Ich kann mir auch vorstellen, mal noch eine der Varianten mit kurzen Ärmeln oder ärmellos für den Sommer zu nähen. Die Varianten mit dem weiten Rock gefallen mir allerdings nicht so gut, die wirken auf mich schnell etwas truschig. Aber die würden mir vermutlich auch nicht gut stehen.

Ein schöner Schnitt für kurvige Frauen, das Anpassen ist zwar nicht trivial, aber andererseits hat man durch die vielen Einzelteile und Teilungsnähte auch viele „Stellschrauben“. 🙂