Barbie in Seide

Für ein Barbiekleid hat der Rest von meinem Karokleid ja gerade noch so gereicht, aber mit Modifikationen.

Seidenkleid für BarbieDer Schnitt ist wieder aus dem alten Burda Sonderheft, es hätte aber ein historisches Kostüm sein sollen, mit Schutenhut.

Da mein Stoff schon sehr knapp war und ich überdies auch keine passende Spitzenborte hatte, wurde der Rock aber spürbar kürzer (statt eines Saumes mußte die Webekante herhalten), sämtliche Spitzenverzierung entfiel und überdies habe ich den leisen Verdacht, die Anleitung beim Hütchen nicht so ganz verstanden zu haben. Auf dem Bild im Heft sah das für mich doch etwas anders aus…

Aber egal, es ist ja zum Spielen und da ist jede Phantasie erlaubt. 😉

Verschluß und Saum, die Details zum Seidenkleid

Die Details vom „Karos machen schlank“ Kleid hatte ich ja noch versprochen. Inzwischen habe ich da auch noch ein paar Bilder gemacht.

Ich mache ja bei Kleidern oberhalb vom Reißverschluss immer noch ein Häkchen und eine Öse, damit es ganz bis oben schließt und da auch gut hält.

Verschluss mit DruckknopfDiesmal habe ich mich für einen Druckknopf entschieden. (Ich weiß nicht mehr, wo ich das gesehen habe, möglicherweise in einem alten Nähbuch oder einer alten Anleitung.)

ReißverschlussDas bot sich hier besonders an, weil ich den Ausschnitt ja mit einem Schrägstreifen besetzt habe. Diesen Streifen habe ich an einer Seite einfach etwas länger gemacht, habe dann den Ausschnitt nur bis zum Reißverschlussband abgesteppt und habe so eine kleine Lasche bekommen.

Von Hand einen kleinen Druckknopf aufgenäht… und schon ist der Ausschnitte auch oberhalb des Reißverschlusses genau auf Stoß geschlossen.

Und zumindest bei diesem Stoff ist es bequemer zu tragen und auch einfacher zu schließen, als meine bisherige Haken und Ösen-Lösung. Die Technik kommt sicher noch öfter zum Einsatz, zumindest wenn ich den Halsausschnitt auf diese Weise verarbeite.

SaumverarbeitungDa ich meine Saumzugabe nach außen geklappt hatte, mußte ich dann noch mal drüber nachdenken, wie ich das mit den Nahtzugaben des Kleides mache. Die sieht man dann natürlich.

Da ich die Seitennnähte mit französischen Nähten gemacht hatte, fand ich die schön genug, um sie auch außen zu zeigen.

Falls sich rausstellt, daß ich damit irgendwo hängen bleibe, kann ich die offene Seite auch noch absteppen, dann sieht es wie eine Kappnaht aus.

Schwieriger war die rückwärtige Mittelnaht. Die Nahtzugaben wollte ich mit einer Hongkong Versäuberung einfassen, mußte dazu aber eine andere Seide nehmen, die farblich natürlich nicht so gut passte. Außerdem sind die Nahtzugaben in der rückwärtigen Mitte etwas breiter.

Verarbeitung der Nahtzugabe bei nach außen gewendetem SaumIch habe dann die Naht ganz normal rechts auf rechts geschlossen, aber nur bis etwa 1,5cm oberhalb der späteren Saumlinie. Da mein Stoff schon sehr fransig ist, habe ich auf das Ende der Naht einen Tropfen Fray Check gegeben.

Als der trocken war, habe ich die Nahtzugabe senkrecht bis genau an diesen Punkt eingeschnitten und den Rest der Naht links auf links geschlossen. Also so, daß die Nahtzugaben auf der Saumzugabe und den 1,5cm drüber auf der rechten Seite waren,

Die Nahtzugaben der Saumzugabe habe ich mit der Zackenschere normal zurück geschnitten. Die Nahtzugabe im Kleid habe ich etwas schräg geschnitten und dann wie geplant mit dem Schrägstreifen aus Seide eingefasst. Zum Ende hin, habe ich dann einfach den Stoff etwas umgefaltet und beim zweiten Steppen der Einfassung mitgenäht. Mit etwas mehr Zeit, hätte ich das vermutlich von Hand umstochen, aber Zeit war grade nicht.

Man sieht auch, daß schon nach einmaligem tragen der Stoff da etwas ausfranst. Da schadet dann auch ein Tropfen Fray Check nicht. Allerdings bliebe es auch erst mal ohne sichtbare Folgen, wenn es an der Naht ein kleines Loch gäbe.

Sauzugaben nach außen gewendetDenn von der Außenseite des Kleides ist ja die Saumzugabe darüber gefaltet. 😉

Da sieht man also nichts.

Außer einem ordentlichen Farbstreifen. 🙂

Mir selber gefällt auch diese Lösung gut. Die Saumzugabe nach außen zu wenden ist ja bei Stoffen mit mehr als einer „schönen“ Seite oft eine attraktive Alternative. Ich denke da nur viel zu selten dran.

Fluffig und flauschig

Fluffy and soft

gestrickte Mohair Tunika in Rot und BraunIm Entstehen habt ihr diese Tunika ja schon oft gesehen, aber jetzt gibt es endlich auch fertige Tragebilder. Wobei gestrickt war sie für meine Verhältnisse ja fast schnell (also deutlich kürzer als ein Jahr…), das Photo machen hat dann aber noch mal so lange gedauert.

You’ve already seen this tunic in statu nascendi, but now finally pictures of the finished garment. Knitting was relatively fast (means it took me less than a year….), taking the picture took even longer.

Das Garn ist ein Mohair-Seide Gemisch von Les Fermes Mohair de France. Das ist eine Kooperation von Haltern von Mohairziegen in Frankreich, die ihre Wolle zusammengenommen zum Spinnen und Färben geben und dann eine entsprechende Menge Garn zurück bekommen. So kann mit Maschinen gearbeitet werden und „normales“ Garn zu einem angemessenen Preis verkauft werden. Vermarktet wird das Garn nur von den jeweiligen Produzenten der Wolle, entweder im Hofverkauf oder auch auf Märkten und Messen. Ich hatte mir da vor über zehn Jahren im Urlaub sechs Knäuel gekauft. Mehr ging nicht, da sie nur Bargeld nahmen und ich nicht mehr dabei hatte. Außerdem wollte ich ein Tuch stricken, dafür hätte es gereicht.

The yarn is a mohair Silk blend by Les Fermes Mohair de France. This is a cooperation of farms who have mohair goats. They collect the fiber from all farms and give it to companies to process it (spinning and dyeing). Then each farm gets a certain amount of yarn back, depending on the amount of fiber they had added. So the processing can be done in an industrial way and allows a „normal“ yarn for a still affordable price. You can only buy it from the producing farms, either directly on the farm or sometimes on markets or fairs. I got myself six skeins while on holiday more than ten years ago. I could not buy more, because they only took cash and that was all I had. Besides I planned to make a shawl and it would have been enough for that.

Je länger das Garn aber bei mir lag, desto klarer wurde mir, daß das Garn ein Oberteil werden will. Ein eher weites. Und dafür waren sechs Knäuel zu 25g dann etwas wenig. Zumal in meiner Größe.

The longer the yarn stayed with me the clearer it became that it wanted to become a top. With a flared hem. And for that six skeins, 25g each were not enough. Especially not in my size.

Stricktunika von allen SeitenÜber die Jahre legte ich das Garn immer mal von links nach rechts, überlegte, ob ich durch die Verwendung von Lochmuster es ausreichend „strecken“ könnte… und strickte andere Projekte. Bis ich das erste Mal bei Aiguille en Fête in  Paris war und mich vorher durch das Ausstellerverzeichnis gearbeitet hatte. Da gab es nämlich einen Anbieter für das Garn und ich fand ein farblich dazu passendes. (Die gleiche Farbe wollte ich gar nicht versuchen, denn nach zehn Jahren ist die Färbung sicher nicht identisch.) Außerdem hat das Garn inzwischen Namen, diese Mischung in der Stärke heißt „Diva“.

Over the year the yarn was put from side to side, I wondered if I could „stretch“ it enough using lace pattern… and knitted other projects. Until I went for the first time to Aiguille an Fête a few years ago. I had checked the exihibitors list before and so I had seen that someone was offering that „brand“. So I choose a complementary color. (I had not even tried the same color, it would never have been identical after all those years.) I also found out the yarn has now a name, „Diva“.

Gestrickt habe ich dann nach der „Raglan von oben“ Technik aus dem alten Buch von Barbara Walker. Man fängt oben an und strickt dann in Runden. Der V-Ausschnitt hat vorne ein Lace-Muster und zum Saum und den Ärmelsäumen gibt es dann auch einen Farbübergang zu dem brauen Garn. Außerdem gibt es noch einige Lochmusterreihen und Einsätze längs, die aber nicht so viel Garn gespart haben, wie ich gedacht hatte. Im Ganzen brauchte ich dann etwa 7,75 Knäuel, die Tunika wiegt also weniger als 200g.

I did not use a real pattern, I used Barbara Walker’s instructions for a raglan sweater, starting from the neck band and knitting downwards in the round. The V-neckline has a lace pattern and I also made lace insets lenghtwise to safe yarn. In the end I think these did not really safe yarn. After the brown neckband the sweater is red, with gradually mixing it brown and ending with brown hem and sleeve hems. All in all I needed less than 8 skeins, so the whole tunic weights less than 200g!

Ich mag das Ergebnis sehr, nur habe ich dummerweise zwischen dem Beginn des Strickens und der Fertigstellung ungeplant 10 kg abgenommen, so daß der V-Ausschnitt dann extrem tief war. Ich habe erst mal ein paar Zentimeter zusammen genäht, wenn ich mir die Bilder aber so ansehe, habe ich immer noch die Tendenz, das Teil nach hinten zu ziehen. Da werde ich also vorne noch mal sechs Zentimeter schließen…

I like the result a lot. Just… while knitting it I lost (not planned) 10 kg, so the deep V-neck became a too deep V-neck. So I’ve sewn it closed over several rows. While watching the pictures I have to admit that I still have a tendency to pull the top to the back to control the neckline. So I guess I should add a few more stitches to the front neckline…

Sonst trägt sie sich aber prima, wie ich seit kurzem weiß. Denn… ich mußte mir erst mal eine braune Hose nähen… Braun ist eine Farbe, die ich nicht immer im Schrank habe. Ab Herbst werde ich Oberteil und Hose aber hoffentlich oft tragen. 🙂

Otherwise it wears great. I only found out recently, because before I could wear it I had to sew a pair of brown pants. Brown is a color I do not always have included in my wardrobe. But in autumn I will wear both pieces a lot. 🙂

(Und ja, es WAR windig, als ich die Bilder gemacht habe. Und meine Haare hatten gerade einen Tag mit viel Eigenleben…)

(And yes, it WAS windy when I took the pics. And my hair had decided to live a life on it’s own on that day anyway…)

Auch ganz schön aufwändig…

Quite some work again….

Barbie Kleid Auch dieses Kleid für Barbie nach dem Burda-Schnitt war wieder ganz schön aufwändig. Und Abnäher nähen im Kleinformat ist auch nicht einfach. Den Charme entfaltet es beinahe am Besten von hinten.

This dress for Barbie after the Burda pattern was quite some work again. And sewing mini darts isn’t that easy either. I think it looks nearly best from the rear view. 

Der Stoff ist der weiße Seidencrêpe von dem Unterkleid, als Borte hätte man eigentlich goldenes Paillettenband nehmen, aber da ich noch eine farblich passende Borte von Kafka bei der Hand hatte, wurde es ein ganz anderer Look. Statt Klettband (ich hatte kein weißes da und steif ist es überdies) habe ich drei kleine Druckknöpfe von Koh-i-Noor aufgenäht.

barbie1405 Fabric is the white silk crêpe from my silk slip. Instead of using golden braid as the instructions tell I took a woven band from Kafka. So the look is quite different. For the closure I did not use velcro (I didn’t have white one also it is quite stiff) I’ve sewn tiny snaps from Koh-i-Noor.

Was die Anleitung betrifft muß ich hier feststellen, daß sie einen an den kritischen Stellen etwas alleine läßt. Der Übergang von Borte zur Rückendrapierung ist unklar und besonders, wie und wo man die Borte vorne annähen soll. Denn das Band ist gerade und legt sich nicht gerade gut um Kurven.

Regarding the instructions I have to say that they leave out the really complicated things. Especially how the back draping and the trim will come together and where exactely the trim is supposed to be sewn. Because it is a woven trim and will not go around the curves well.

 

Vogue V9015, Modell C (Unterkleid)

Schnitt VogueThe English version is on Pattern Review.

Ich habe zwar einen bewährten Schnitt für Unterkleider, aber das hintert ja nicht, noch eine weitere Variante auszuprobieren. Diese hier ist etwas figurnäher, als der Burda-Schnitt den ich bislang benutze, also einen Versuch wert.

Ich wollte ein schlichtes Unterkleid, habe mich also für Version C entschieden und die Spitze deutlich dezenter gestaltet.

Nach Maßtabelle und Erfahrungswerten habe ich mich für Größe 20 entschieden, zur Hüfte dann auf 24 rausgezogen. Oberhalb der Taille habe ich 2cm Länge rausgenommen und im Vorderteil 5cm mehr Weite (also 2,5cm auf jeder Seite) als FBA eingefügt und einen passenden Brustabnäher dazu konstruiert. Da das Vorderteil nicht im Bruch geschnitten wird, sondern als ein komplettes Schnitteil vor liegt war das etwas lästig, weil ich die FBA für jede Seite extra machen mußte. Die Teile werden im schrägen Fadenlauf geschnitten, da hätte ich mir möglicherweise die Änderungen sparen können, aber schöner ist es dann doch, wenn es ganz passt und nicht nur größtenteils.

Nachthemd nach Vogue Dann habe ich den Schnitt erst mal als Nachthemd geteste. In Abweichung von der Anleitung habe ich die vordere Kante mit einem Streifen Schrägband aus dem Oberstoff (alter Bettbezug aus Baumwolle) verstürzt, hinten und an den Seiten mit Falzgummi eingefasst. (10% Dehnung am Rückenteil, 20% an den Seitenteilen). Die Träger habe ich aus dem Schnitt übernommen, aber mit BH-Ringen dazwischen angenäht.

Die Nähte habe ich alle als französische Nähte gearbeitet, in Abweichung von der Anleitung.

(Wobei die Anleitung völlig klar ist und die vorgeschlagene Nahtvariante auch eine stabile und flache Naht ergibt.)

Die Passform des Nachthemds war in Ordnung, nur die Träger waren deutlich zu lang. Dank der Ringe konnte ich das aber mit einmal auftrennen und neu fädeln beheben.

Unterkleid Vogue 9015Danach habe ich den Schnitt genauso noch mal aus einem mitteldicken Seidencrêpe genäht. Also ein Unterkleid auch für den Winter.

(Ich entschuldige mich für die miese Bildqualität, aber wenn ich drauf warte, daß „gutes Tageslicht“ und „ich habe Zeit“ gleichzeitig auftreten, dann passiert das dieses Jahr wohl nicht mehr. Und nächstes Jahr habe ich vergessen, was ich gemacht habe.)

Der Stoff fällt natürlich deutlich schöner… Gearbeitet habe ich fast wie beim Nachthemd, nur für den Ausschnitt vorne hatte ich noch eine passende cremefarbene elastische Spitze, die ich mit 10 Prozent Dehnung aufgenäht habe. Und den Stoff darunter weggeschnitten. (Das entspricht auch der Anleitung, nur ist meine Spitze viel schmnaler.) Für die Träger habe ich BH Träger verwendet, die ich verstellbar mit Ringen und Schiebern gearbeitet habe.

Der Schnitt braucht durch den Schrägschnitt relativ viel Stoff, fällt aber toll und schmal, so daß er sicher sowohl als Unterkleid als auch als Nachthemd das eine oder andere Mal Verwendung finden wird.

 

 

Nochmal Freunde…

Friends again…

Stoff FreundeAuch Rosie Rabbit hat einen Freund oder eine Freundin genäht bekommen. Diesmal aus Resten meines Nachthemds. Die Haare haben dann gleich noch die Reste der Mütze verbraucht. Die zwar fertig ist, die ich aber noch nicht photographiert habe…

Now my Rosie Rabbit got a sewn friend also. This time from the remnants of my nightshirt. The hairs used up the remnatns of the wool from the hat I’ve finished some time ago. But have not photographed yet…

Die Anleitung ist wieder von Aranzi Aronzo und ich habe das Gesicht wieder mit der Maschine vorher aufappliziert.

The pattern is from Aranzi Aronzo and I’ve machine appliqued the face before assembling the pieces.

Vogue V8846, Modell A (Kleid)

(You’ll find the english version on Pattern Review.)

Schnitt Vogue V8846Als dieser Schnitt, ich denke 2012, bei Vogue erschien war für mich sofort klar, daß ich den haben muß. Vor allem die Version A hatte es mir angetan, speziell, aber nicht völlig abgedreht.

Letztes Jahr lief mir dann in Paris ein auffällig bedruckter Seidensatin über den Weg, bei dem für mich sofort klar war, daß der zu dem Schnitt perfekt passt. Version A, mit einem glatten Rücken. Die Varianten mit den Falten finde ich auch nicht so schön.

Und dieses Jahr gab es eine Feier, für die das Kleid perfekt war, also nach nur zwei Jahren ist der Schnitt genäht. Was für mich ja ziemlich schnell ist. Allerdings nicht schnell genug, Vogue hat den Schnitt schon wieder aus dem Angebot genommen. 🙁 Offensichtlich wird meine Liebe zu dem Schnitt nicht geteilt, ich habe auch sonst im Netz keine Besprechung gefunden (auch nicht auf Pattern Review). Nur einen Blogbeitrag, der sich „Review“ nennt, aber letztlich nicht über „guckt mal, was für ein hübsches Kleid ich mir genäht habe“ hinausgeht. (Was für einen Blogbeitrag völlig okay ist, nur halt keine Review…)

Kleid VogueDer Schnitt enthält schon unterschiedliche Vorderteile für die Körbchengrößen A, B, C, und D. (Wobei A und B das gleiche Schnittteil sind, wer also hofft, damit eine Verkleinerung im Schnitt zu umgehen, dem wird das nicht recht weiterhelfen.) Ich habe als Basis Größe 20 genommen mit dem C Körbchen und dann zur Hüfte auf Größe 22 erweitert. Im Oberkörper habe ich 1,5 cm rundum gekürzt. Außerdem das Rückenteile um weitere 1,5cm in der hinteren Mitte, zu den Seiten auslaufend. Den Überwurf nicht, denn schräg kürzen paßt nicht zu den angeschnittenen Belegen. Und der Überwurf ist, (wenn ich den Schnitt richtig interpretiert habe…) ohnehin etwas länger als der Kleidrücken. Das Rockteil habe ich dafür um 5cm verlängert, das Kleid ist ohnehin recht kurz für meine Verhältnisse und das hätte ich lieber etwas länger als kürzer. (Was es ja durch die Kürzung im Oberkörper wird.) Wobei zu lang auch nicht geht, denn das Kleid hat keinen Schlitz und je kürzer, desto mehr Beinweite.

Kleid Vouge von vorneDanach habe ich den Schnitt erst mal aus Baumwolle genäht. Das war dann etwas eng an Taille und Hüfte, was ich über die Nahtzugabe noch ausreichend ausgleichen konnte. Danach habe ich den Schnitt aber im Vorderteil zur Hüfte hin zu jeder Seite um 2cm erweitert. (Das schien mir hier passender, so wie die Seitennaht aussah.) An der Brust ist okay, aber schon sehr körpernah. Daher frage ich mich, ob ich beim nächsten Mal tatsächlich das D-Körbchen versuchen sollte? Naja, nicht bei dem.

Mein Stoff war zwar nicht fludderig, aber doch eher fein, daher habe ich Vorderteil und Rückenteil dann mit einem Seidencrêpe unterlegt. (Den Überwurf nicht.) Dafür lasse ich das Futter weg und trage ein separates Unterkleid. Die Armbelege des Überwurfes habe ich mit G785 verstärkt, den Stehkragen mit zwei Lagen Seidenorganza. Damit es fest wird, aber trotzdem schön in Form liegt habe ich den Organza einmal im Fadenlauf und einmal im Schrägfadenlauf zugeschnitten.

Kleid Vogue(Über die Verarbeitung wird es bei Gelegenheit noch einen eigenen Artikel auf Hobbyschneiderin24 geben, daher fasse ich mich hier etwas kürzer.)

Da ich nicht gefüttert habe, mußte ich die Verarbeitung etwas verändern. Außerdem habe ich den Reißverschluss bis in den Kragen hochgezogen, statt ihn mit Haken zu schließen.

Kleid VogueDadurch mußte ich die Konstruktion deutlich verändern: Erst die Schulternähte schließen, dann den Kragen aufnähen, dann den Naht-Reißverschluss (endlos, sehr praktisch, denn wenn man bis in den Kragen hoch geht sind die normalen 70cm überraschend kurz) einähen und zwar ohne den Überwurf festzunähen. Für die Armausschnitte habe ich aus dem Oberstoff ca 3cm breite Belege genäht. Danach dann die rückwärtige Mittelnaht, getrennt für Überwurf und Rückenteil. Und am Ende die Seitennähte.

Für ein sauberes Innenleben habe ich teilweise Kappnähte gemacht, entweder mit der Maschine festgesteppt, wo ohnehin der Überwurf drüber war oder von Hand am Unterlegstoff festgenäht. Die anderen Nahtzugaben habe ich mit Schrägband aus Seidenpongé eingefasst. (Der Unterlegstoff war mir schon zu dick dafür.)

Kleid Vogue InnenlebenEtwas unsicher war ich mir dann am Überwurf. Sollte der wirklich länger sein, als das Rückenteil? Ich habe dann einfach mal beides gesteckt und beschlossen, daß mir so ein weich fallender Saum doch gut gefällt. Und ich denke, die Überweite ist wahrscheinlich auch nütlich, wenn es um die Bewegungsmöglichkeiten geht?

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Das Kleid gefällt mir und trägt sich toll. Ich mag es ja durchaus außergewöhnlich… Und obwohl es etwas kürzer ist, als ich meine Kleider sonst so trage fühle ich mich wohl darin.

Die Anleitung wäre in Ordnung gewesen, auch wenn ich sie nicht weitgehend ignoriert hätte. :o)

Allerdings ist das Schnittmuster als „easy“ gekennzeichnet. Was im Prinzip auch hin kommt. Nur… wenn man, wie empfohlen, Seide verwendet, dann ist es nicht ganz so einfach. Die Belege von Hand unsichtbar von Links anzunähen (am Überwurf, wo keine Unterlage ist) fand ich mehr als herausfordernd. Da war das 150er AlterfilS extrem nützlich (feiner hätte auch nicht geschadet) und meine extra feinen John James Nadeln ebenfalls.

Noch mal werde ich das Kleid nicht nähen, das ist definitiv was für ein Einzelstück. Den Schnitt ohne den Überwurf hingegen… der kann gerne noch mal das eine oder andere Sommerkleid werden…

Clog-Socke

Clog Sock

Socken für ClogsEs gibt ja keine Schuhe, die nicht einen Ort finden, wo sie meine Füße blutig reiben können. Bei den schwedischen Holzclogs (die sonst recht bequem sind) ist es auf dem Fußrücken. Vermutlich läuft sich das mal noch weicher. Wenn ich sie denn tragen könnte…

There is probably no shoe on this world which does not find a spot on my feet where it can scratch the skin off. With this sweedish clogs it’s on the back of my feet. (Otherwise they are quite comfy.) I guess the leather will get softer with wearing, if I could wear them…

Also habe ich einen Rest Wetterhoff Silvia genommen und habe ein luftiges Fußschonerchen improvisiert. Das Lacegarn aus Seide und Wolle zieht sich nicht sehr zusammen, daher sitzen sie etwas locker, aber im Schuh klemmen sie dann gut. (Langer Tragetest steht noch aus…)

So I took some remnant of Wetterhoff Silvia and improvised those airy little footlings. The silk-wool blend lace yarn does not pull together well, so they are a bit loose. But inside the clog they are kept on. (The long wearing test hasn’t been done yet…)

Dekadenz-Clutch

Clutch of Decadence

ClutchDie Clutch aus der Threads läßt mich ja nicht los. Diesmal brauchte ich allerdings tatsächlich eine weitere kleine Tasche.

I can’t get over this clutch after Threads Magazine. But this time I really needed the bag.

Zur Hochzeit meines Bruders hatte ich mir ja ein dunkelblaues Kleid genäht. Und mich damals schon mit einer improvisierten Tasche durchgemogelt. Das war bei der Hochzeit nicht so schlimm, weil die in einem Privathaus statt fand, wir ein Auto im Hof stehen hatten und auch nicht so viele Leute da waren. Ich konnte also meine (Wert)Sachen auch woanders sicher unterbringen. Diesmal ging es aber zum Ball anlässlich des 350jährigen Jubiläums meiner alten Schule und da brauchte ich eine verschließbare Tasche. Dunkelblau ist immer noch eine doofe Farbe, so habe ich wieder keine gefunden. (Oder sie waren mit silber und Strass, was aber nicht zu meinen Sandalen und meinem Schmuck gepaßt hätte.) Davon, daß ich nicht bereit bin dreistellige Euronenbeträge für einen Abend auszugeben mal ganz zu schweigen.

For my brothers wedding I had sewn myself navy dress. And had not been able to find a matching purse, small bag or whatever, so I had to do with something quickly improvised. That was not too bad for the wedding, there were only few people around, it took place in a private house and we had the car next to the house. So it was no problem to store (valuable) items somewhere else. But now I was heading for a ball for the occasion of the 350th anniversary of my old school. So I needed something with a closure. Navy still is a difficult color, so I couldn’t find a matching purse or clutch. (Or they were blue or navy with silver and rhinestone, which would not have matched my golden sandals.) Not to talk about the fact that I am not willing to spend more than 100 EUR for one night out!

Clutch mit FutterAlso habe ich mir bei Marché St. Pierre in Paris in der Abteilung für hochwertige Deko Stoffe einen Rest bestickter Seide aus der Kiste gefischt. Als Reißverschluss habe ich bewußt einen groben (eigentlich teilbaren) Zipper mit dicken Messingzähnen genommen. Und weil ich sonst kein passendes Futter da hatte, habe ich die Tasche einfach mit einer anderen bestickten Seide (nämlich von der Kimonojacke) gefüttert. Etwas dekadent… aber ist ja eine Abendtasche…

So I picked some embroidered decorators silk from the remnants bin at Marché St. Pierre in Paris. For the zipper I chose heavy metallic teeth as a contrast. And then I could not find a matching lining in my stash. And finally ended up with another ebrodered silk… (from this kimono jacket). Kind of decadent… but it’s for an elegant occasion…

Jetzt muß ich mir nur noch überlegen, was ich mit der restlichen Seide mache. Bei Dekostoffen ist 1,90m nämlich ein Rest…

Now I have to find a use for the rest of the fabric. Since it was decorators fabric 1.90m was a remnant…

 

Winterblüten

Winter Blossoms

Häkelblüte im SchneeVermutlich kommen euch die Blümchen nach der Anleitung Scrap Flower Daisy von ravelry allmählich zu den Ohren raus, aber sie sind einfach so enorm praktisch, um Reste zu vernichten.

Probably you are very fed of all my Scrap Flower Daisies, but they are so versatile to finish up the last scraps of yarn.

Diesmal waren es die letzten Meter von der „Drachenwolle“ aus dem Wunderknäuel. Mit einer 3er Häkelnadel gearbeitet. Garn erfolgreich aufgebraucht… (Und als wir im Dezember mal den einen Tag Schnee hatten schnell geknipst.)

This time it were the last meters of „Drachenwolle“ from the „Wunderknäuel“ Swap. Worked with a 3mm hook. Yarn used up… (To take the picture I’ve profited from that one day with snow in December.)