Revue de Presse: Burdastyle Dezember 2015

Titel BurdastyleDiesmal ist der Titel hell, natürliche Winterromantik oder so. (Ich glaube, früher war das immer im Januar?) Weihnachtszeit soll aber auch Thema sein… das ist die eine Zeit im Jahr, wo ich der Deko-Orgie dann doch nicht ganz widerstehen kann…

Auch das Editorial läutet das Weihnachtsglöckchen. Festlich soll es sein und dafür soll die Kleidung sein. Klingt doch vielversprechend.

Bei den Kreativ-Trends geht es erst mal um eine große Tasche. Große Taschen sind gut, allerdings trage ich selten Hunde oder Yoga-Matten. Da wären Verschlüsse besser. Und für den Einkauf auf dem Markt ist der gute alte Cabas besser, Die schmalen Schals finde ich recht schmückend, aber wie man säumt weiß ich schon. Mosaike aus Perlen oder Plattstich erinnert mich doch eher an Karneval. Zumal dieses Jahr hier Indianerinnen en Vogue zu sein scheinen. (Zumindest in Köln.)

„Weich und wild“ nennt sich diesmal das alljährliche Winterweiß- und Naturfarbenthema. Erfreulicherweise wird grau statt beige zum Weiß versprochen, das gefällt mir. Mantel 104B hat einen interessanten Schnitt, aber aus dem völlig schlappsigen Stoff wirkt das gar nicht.

Kleid BurdastyleSehr gut gefällt mir das Boulekleid 104B. Zumal ich seit einigen Jahren weiß, daß Boule an mir auch gut aussieht. Und der Rückenausschnitt mit den tiefen Falten mag nicht praktisch sein… aber ein tolles Detail. Da hätte ich Lust, das in meiner Größe zu adaptieren.

Ob man für ein dreieckiges Tuch eine Anleitung braucht… nun ja. Das Label „Geschenk-Idee“ legt aber nahe, daß man versucht, dieses Thema in den Modeteil zu integrieren. Die Kombination aus Lederimitathose und der kurzen Bouclejacke ist ganz sicher nicht für mich, aber der Kontrast der Stoffe spricht mich trotzdem an. Toll für schlanke Frauen.

Rock BurdastyleSehr gut gefällt mir dann ebenfalls Rock 111 mit tiefer Kellerfalte. Erinnert beinahe an die derzeit angesagten Hosenröcke. Nur schöner. Und ohne die Nachteile des Hosenrocks. Den Schnitt kann man doch auch gut in größer nachbauen.

Weste 105… Weste halt. Dann eine Shoppertasche. Ach ja, Geschenk. Sehr spannend dann wieder das Kleid 110A in Langgröße. Wunderbare Falten, schöne Taillenbetonung… 20 Zentimeter wachsen und 20 kg abnehmen wäre dann jetzt wohl praktisch… Die Weste noch mal in Lang. Und ein Mantel der laut Text eine Boule-Form haben soll, aber wie ein zu kurz geratener Bademantel wirkt.

Das passende „Accessoire“ dazu sind dann Schuhe. Moonboots sehen auch in Kurz Scheiße aus (hatte ich als Kind aber mal, warm sind sie ja, zum Schlitten fahren gehen), die ganzen Ugg-Derivate fallen offensichtlich in die Kategorie „Softboots“ und sehen dieses Jahr bewährt doof aus. Die Schnürboots sind nicht spannend, aber tragbar, die Ankleboots mit Absatz können mich gerade eher nicht begeistern. Wirkt zu den gezeigten Absatzhöhen irgenwie… unproportioniert.

„Weihnachten mischt irgendwie Deko mit Erwachsenen und Kinderkleidung. Nun gut. Das muß dann wohl die im Editorial versprochene Festlichkeit sein. Ach nein, die Deko kommt doch weiter hinten, das wird nur schon mal ein wenig vorweggenommen. Kleid 120C erinnert an Bullerbü. Nachthemd mit Rüschen, geht so was von nicht. Kurzjacke 101 hat nicht nur seltsame Proportionen und eine seltsame Form, sondern auch ganz üble Nähte. Und das Abnäherende… keine Lust zum Ausbügeln oder was? Der rosa Mädchenmantel (Gr. 104 – 128) ist recht niedlich, aber für echte Kinder-Winterabenteuer vielleicht ein wenig halsfern. Das Kinderhemdblusenkleid wird sicherheitshalber nur auf dem Bügel gezeigt, wo man dank dunklem Stoff reichlich wenig erkennt. Die Damenversion daneben sieht jedenfalls wieder wie ein Nachthemd aus. Daß das Rückenteil deutlich länger ist, trägt dazu bei. Für Jungs gibt es einen Overall. Also irgendwie scheint sich Burda unter Weihnachten einen gemütlichen Lümmeltag auf dem Sofa vorzustellen? Schlaghose und Leoshirt mit Jabots ist im Vergleich dafür beinahe schon angezogen. Wie das Mädchenkleid in Leo aussieht kann man in der sitzenden Position nicht so gut erkennen, aber Ärmellos für Kinder an Weihnachten?  Heizkosten sind da kein Thema, oder? Ganz nett ist dann doch noch das Kleid in Kurzgröße. Für Jungs dann noch mal Hoodie und eine gestrickte Mütze.  Mit Kleid 122A kommt endlich ein wenig festliche Stimmung auf. Vor allem die Zeichnung ist durchaus vielversprechend. Bei der Stoffwahl bin ich mir nicht ganz sicher. Für Männer dann eine Steppjacke, für Jungs eine Jacke im Holzfällerstil. Das hat mir Weihnachten gleich was zu tun? Ah ja, dann ein Duffelcoat für Damen, noch eine Knabenweste und wieder ein Kinderoverall 129B. Der nach einem Blick auf die Zeichnung doch nicht nur ein Sack mit Beinen zu sein scheint. Aber im Stoff sehe ich irgendwie keine Entsprechung der Linien vorne auf den Beinen? Weder Nähte noch Bügelfalten. Hm…. Dann ein Rüschenshirt für Mändchen. Eigentlich süß, aber zu der sportlichen Hose wirkt es wieder so, als sei es ein Kleid, dem was fehle.

Kleid BurdastyleAh, endlich! Mit dem duftigen Kleid 122B stellt sich auch bei mir Festtagstimmung ein. Na bitte, geht doch!

Ah ja, das dunkelblaue Nachthemd gibt es auch als Longbluse 121A. Aus Seide sicherlich ein wenig festlich… aber nicht aufregend. Dann noch mal das Rüschenshirt für Mädchen. Etwas wenigen Rüschen und schon sieht es besser aus. Maxirock zum Maxipulli wird auch mit Gitzer nicht aufregender.

Rock BurdastyleWobei der Rock 124 mit der Wickelfalte und der Passe durchaus attraktiv aussieht. Hier ist es wirklich schade, dieses Detail unter einem Pulli zu verstecken. (Die Wickelbluse 124 ist übrigens auch sehr schön….)

Grauenhaft hingegen Das Kleid 120B mit der Gardinenschabracke unten… zu Karneval oder für ein sehr kleines Kind vielleicht… wer denkt sich so was aus?

Danach gibt es einen bunten Produktreigen, der uns anregen soll, Geschenke zu kaufen. Nichts sonderlich interessantes dabei.

Danach dann die Deko. Das einzige Dekothema im Jahr, das mein Interesse hat. mal sehen… Wimpelketten über Kiefernzapfen… irgenwas mit großen Buchsagteben, eher nein. Aufschablonierte Spitze auf Packpapier, nett, aber nicht neu. Ne, irgendwie muß ich das alles nicht haben.

Die „Best Sites“ ist der nächste Shoppingratgeber. Weil wir ja alleine den ganzen Kram bei etsy und dawanda nicht finden…

„Leichter nähen“ = „Wie geht das eigentlich… Vögel filzen?“. Äh ja. Da kommen zwar Nadeln dabei vor, aber nicht wirklich zum Nähen…

Bei Best of Styling nimmt sich Frau Bily die weiße Longbluse vor. Da die Bluse ja eher langweilig ist, kann man sie natürlich variable stylen. Warum Frau Bily jedoch ins Kino eine ipad Hülle mitnehmen muß, weiß ich nicht. Da sollte doch genug Bildschirm sein…

„Liebe zum Detail“ ist wohl vor allem Schwarz und grau. Mal sehen, ob das die Schnitte tatsächlich gut zur Geltung bringt. Der Boulemantel 102 aus Walkloden sieht tatsächlich mal nach Boule aus. Schon besser so.

Kleid BurdastyleDas wunderbare Kleid in Langgröße (hier als Modell 110B) Kommt so tatsächlich sehr gut zur Geltung.

Auch Rock 115B mit Schlitz und in Maxilänge ist auf eine angezogene Art sexy. Wobei das Lurexshirt dazu… hat dann ein bißchen was von gestrenger Gouvernante aus einem Erotikfilm. :o) Oversized Pulli 118A hingegen… Muß das so aussehen oder wäre ein weicher fallender Stoff da passender? Bei Top 109A findet sich das attraktive Rückendekolleté des Boulekleides vom Anfang wieder. Warum das Photo das nicht zeigt, ist mal wieder ein Geheimnis von Burda. Kleid 119 ist so ein Teil, das man tragen können muß. Das Rechteck mit Armlöchern kann, wie im Bild dramatisch aussehen, man muß sich aber entsprechend bewegen können und gewisse Einschränkungen (von wegen ins Essen hängen und so) in Kauf nehmen wollen. Also eher was für Stehparties.

Jacke Burdastyle Der Jacke im Bikerstil kann ich natürlich ohnehin nicht widerstehen… sieht einfach toll aus. Die Hose dazu ist nicht spannend, aber okay.

Die Longweste hingegen… egal wie sie das Ding nennen, einfach nur grauenhaft.

Die Make-Up Tips werden wie immer fix überblättert.

Die Modelle der Leserinnen stehen auch im Zeichen von Abend- und Cocktailkleidern. Was ja immer schön ist. Wobei mir besonders ein Modell auffällt, daß ich im Heft ziemliche schlecht sitzend und doof fand, was hier aber heiß umgesetzt ist.

Die Plus-Mode steht im Zeichen des kleinen Schwarzen. Nicht daß ich davon viele bräuchte, aber ein Thema, das ich ja immer liebe.

Kleid BurdastyleKleid 132 ist dann gleich ein Lieblingsteil. So soll Mode in Plus-Größe aussehen.

Auch Mantel 130 ist nicht schlecht. Vielleicht ein bißchen brav mit dem flachen Kragen. Midikleid 133 ist etwas weniger aufregend, aber auch nicht schlecht, mit dem attraktiven Ausschnitt.

Kleid Burdastyle131B würde ich mir hingegen sofort nähen (wenn ich die Zeit hätte). Wiener Nähte plus diverse Abnäher ermöglichen eine perfekte Anpassung an die Kurven. Dazu hochgeschlossen und mit langen Ärmeln… frau muß ja nicht unbedingt frieren. 😉

Okay, 134 mit dem Cupcake-Rockteil geht gar nicht. 131A dann noch mal mit kurzen Ärmeln, nett, aber die Variante mit den langen Ärmeln ist schöner.

Wieder Beauty, irgendwas mit Kakao… ne, konsumiere ich lieber oral. 🙂

„Warenkunde“ nennt sich dann die Staubsaugerwerbung. Nun ja…

„Pflegetipps“ befassen sich diesmal mit der Bügelsohle. Trotz der vielen Produktphotos sind da erstaunlicherweise tatsächlich einige brauchbare Sachen dabei.

„Aus alt mach neu“ verwandelt ein Hemd in eine Tablett-Tasche oder eine Mappe für einen Notizblock. Letzter Variante gefällt mir besser, zumal eine Stiftetasche mit Reißverschluss eingearbeitet ist. Da fällt dann wenigstens nichts raus.

Schön bunt ist der vorgestellte Quilt. Aus einem Buch, das offensichtlich auch eher eine Werbeaktion für eine Stoffkollektion ist. Aber… schön bunt und die Stoffe kommen gut zur Geltung. (Und auf den zweiten Blick… die Machart sollte man auch für einen Restequilt verwenden können… sieht nicht sehr kompliziert aus.)

Die „Nähschule“ widmet sich dem Kleid mit der Vorhang-Schabracke. Sicher ein interessantes Detail in der Herstellung… aber am Vorhang besser aufgehoben.

Mit Fayencen befasst sich der Atelierbesuch. Das ist jetzt stilistisch nicht ganz mein Geschmack, aber technisch faszinierend.

Dann noch der „Stoff des Monats“, Paillettenstoff. Nun gut.

Doch diesmal gibt es noch eine Beilage, auch Burda befasst sich mit der Näh-Soap „Geschickt eingefädelt“. Und auch Burda hat Originalschnitte. Sagen sie. (Irgendwie hat da gerade jeder „Originalschnitte“…) Vier Kleider gibt es, davon kommen mir zumindest drei recht bekannt vor. Und die Webseite zeigt statt der vier Schnitte fünf… nun ja. Schnittrecycling, nicht war?

Fazit: Diesmal sind alleine die Schnitte der Plusstrecke das Heft wert. Zumindest für mich. 🙂

Bilder sind als Zitate zu verstehen, die Rechte liegen natürlich beim Verlag.

Nähen geht gerade nicht…

Sewing not possible….

PaketeDenn diese Pakete stehen vor der Nähmaschine.

Because all those parcels are in front of my sewing machine.

Unsere Socken für Obdachlose Aktion war recht erfolgreich und viele Strickerinnen haben ihre Socken schon an mich geschickt.

Our socks for the homeless campaign was quite successful and many knitters have already sent their socks to me.

Jetzt stehen die Pakete alle vor meiner Nähmaschine. Ich hoffe, ich komme am Wochenende dazu, möglichst viele davon in einen Rollkoffer umzupacken. Damit ich wieder an die Nähmaschine komme. 🙂

Now I have all those parcels in front of my sewing machine. I hope I get to pack them into a big bag on wheels. So I can get back to sewing. 🙂

Socken für Obdachlose V

Socks for Homeless V

RingelsockenMein fünftes Paar für unsere Obdachlosenaktion. Ich hätte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, daß ich mehr als zwei oder drei Paare schaffen würde.

That is my fifth pair for our Socks for Homeless campaign. I am quite surprised, because I had never thought I could do more than three pairs.

Diesmal habe ich Reste bunt gemixt, angeregt durch dieses Video. Durch diese Technik werden die Ringel spiralig gestrickt und man hat nur an Anfang und am Ende einen Ansatz und man kann eigentlich alle Garne so mixen.

This time I mixed my remnants wild. I’ve found this video that shows how to make fine stripes without a visibla change between the rows. They go spiral like and you can basically mix all colors that way.

Bei mir waren es Reste von Crelando „Anika“ (in zwei Farben), Lana Grossa „Meilenweit 50 Cotton Uni“, ONline „Supersocke 100“, Wollmeise „80/20“ und Regia „4fädig Tweed“. Da die Regia nicht so durchlauffest ist habe ich die nur im Schaft eingesetzt. Spitze, Ferse und das Bünchen habe ich einfarbig gestrickt. Und zwei der Reste sind jetzt aufgebraucht.

So I used leftovers from Crelando „Anika“ (in two colors), Lana Grossa „Meilenweit 50 Cotton Solid“, ONline „Supersocke 100“, Wollmeise „80/20“ and Regia „4fädig Tweed“. Since I know that this Regia is not so stabile when used on the sole I only used it on the leg. I used only one yarn for toe, heel and cuff. Two of the leftovers are used up now.

Revue de Presse: Threads November 2015 (181)

threads181Die aktuelle Threads fand sich während meines Urlaubs ein und so landete sie auf dem „sobald ich Zeit habe“ Stapel. und wir wissen alle, wie das so ist, mit der Zeit…. Jetzt nehme ich sie mir endlich.

Der Titel ist eher sommerlich bunt, aber die Themen sind vielversprechend: Auffällige Drucke passend zusammen nähen (mühsam, vielleicht geht es einfacher?), Messung und Paßform sowie das Versäubern der Ärmeleinsatznaht. Die Modevorschau auf den Herbst… naja, sehe ich selber, was es gibt.

Die Frage an die Autoren ist, wann sie am produktivsten sind. Bei mir wäre das… wenn ich mal keine Ablenkung hätte. Oder so. Jedenfalls eher nachts als morgens. Theoretisch.

Das Editorial beschäftigt sich mit Änderungen in der Redaktion. Was mir natürlich völlig entgangen ist, weil mir, ganz ehrlich, das Produkt doch deutlich wichtiger ist als die Personen dahinter. Und Wechsel ist doch normal im Leben.

Ähnlich belanglos die Leserbriefe…

„Tips“ dann ein Seitchen. Das mit dem Bügeln der Schnittmusterbögen mache ich auch. Die Nadelkissen aus gerollten Stoffstreifen sind sehr süß. Ob zwechmäßig müßte man ausprobieren…

Notions… eine Nähmaschine und ein Dienstleister, der Knöpfe und Gürtelschnallen bezieht. Nun ja. auch nicht aufregend.

Wie man bestickte Knöpfe macht ist hingegen interessanter. Erst mal einspannen, dann besticken. Das klingt doch sinnvoll. Wobei solche Knöpfe vermutlich doch mehr Zierschmuck als Nutzen sind, oder?

 

„How did they sew that“ ist diesmal relativ banal. Vor allem das Aufnähen der Perlen. Der Interessantere Teil ist m.E. eh die Anordnung der kleinen Einzelelemente, die das Gesamtmuster ergeben.

Bastelige Resteverwertung ist aus meiner Sicht der Blätter-Halsschmuck. Ich gebe zu, daß das derzeit en vogue zu sein scheint, aber mich zieht es nicht sehr an. Außerdem ist das mehr eine Klebe- als eine Nähaufgabe. Aber gut, wer drauf steht und viele (Patchwork) Stoffreste hat, kann sich austoben.

Bei der „Pattern Review“ fällt mir als erstes ein Kleid von Vogue ins Auge, das mir auch auf deren Webseite schon aufgefallen war. Und, das ist die Überraschung, ein Rock von Burda. Ein Pseudo-Wickelrock, sehr attraktiv und leicht aus meinem Standard-Schnitt zu entwicklen. Das Butterick-Top daneben sieht auch nicht schlecht aus. Aber so schmal dürfte zumindest mit langen Ärmeln eher unbequem sein?

Mit dem passend zusammen nähen großer Musterrapporte befasst sich der nächste Artikel. Eingeleitet von einigen Zuschneidetips werden dann drei Methoden vorgestellt, von denen ich erst eine kannte. Nämlich das Heften im Bruch von Rechts. Die Variante mit der doppelseitig klebenden Bügelauflage ist ja für feine Stoffe nicht mein Favorit (die Einlage bleibt ja drin und dauerhaftes Kleben ist nicht ganz mein Ding), aber für gerade Nähte in festeren Stoffen könnte das eine freundlich schnelle Methode sein. (Und wenn man stattdessen Wondertape  nimmt, könnte man es sogar wieder auswaschen…) Die Technik mit dem Maschinenblindstich ist dann auch weniger attraktiv für mich, weil ich dazu den Maschinenblindstich eben erst üben müßte.

Blicke in historische Kleidungsstücke. Ja, immer gerne! Mit Erklärung, großen Bildern und ausführlich. Zum einen kann man sich da für eher abseitige Projekte oder selber ausgedachte Sachen die eine oder andere Technik abschauen, zum anderen ist es immer wieder interessant, wie das mit dem „Sein“ und dem „Schein“ ist.

Faltenröcke Säumen… nun ja, das ist kein so neues Thema, aber wer das noch nicht kennt, findet hier die ausführliche Bildanleitung.

„Essential Measuring Points“ zeigt, wo die Messpunkte am Körper auf dem Schnitt zu finden sind. Das habe ich ja inzwischen in vielen mühsamen Jahren auch (weitgehend) rausgefunden aber so ist es einfacher.

Die eher von der Mode geprägten „Sewing Inspirations“ sehe ich wie meist hier mit gemischten Gefühlen, denn nicht alle der US Modetrends zeigen sich in Deutschland genauso. Die Farbpalette wird von Pantone übernommen (kann ich selber nachgucken…). „Must have“ Hosen sind entweder weit und fließend oder zumindest am Saum weit. Im Winter habe ich allerdings wärmere Stoffe lieber. (Okay, so wie der Herbst sich im Moment anlässt, ist das nicht so wichtig.) Kurze und „boxy“ Blusen bleiben meinem Schrank sicher fern. Das sieht nicht. Kleider dann lieber schmal am Körper als mit abstehendem Rock. Besonders letzteren Trend dürfte man in der Form wohl bestenfalls an Karneval sehen. Und über Mäntel aus luxuriösen Stoffen können wir reden… Jacken kurz oder Maskulin. Hm, das mit dem Oversized männlich lasse ich besser. Bei den Stoff Trends gefallen mir die grob gewobenen oder gestrickten am Besten. Wobei eher klassische Wollstoffe ja immer gehen.

Danach soll uns die Angst vor japanischen Schnittmusterbüchern genommen werden. Die ja mit ihren grafischen Darstellungen tatsächlich auch ohne Japanisch-Kenntnisse halbwegs zu entziffern sind. Weitere Hilfestellung bietet der Artikel. (Nicht für mich… die Schnitte sind alle zu klein. 😮 )

Sandra Betzina zeigt anschließend Techniken, wie man die Armansatznaht versäubert, wenn ein Kleidungsstück nicht gefüttert ist. Schrägband und französische Naht sind da auch meine Standardlösungen. Kappnaht hatte ich auch schon. Daß man bei einer flachen Armkugel und eimen von beiden Seiten ansehnlichen Stoff die Nahtzugabe auch nach außen nehmen kann ist eine gute Idee.

„Sewing Saves“ schlägt vor, versehentliche Schnitte im fast fertigen Kleidungsstück (wem ist das nicht schon passiert…..) sichtbar zu stopfen und als absichtliche Dekoration zu deklarieren. Was in manchen Stoffen sicher funktioniert.

Für die Modelle der Leserinnen kann ich mich diesmal auch begeistern. Sowohl das Kleid aus bestickter Seide als auch der gepaspelte Mantel kann ich mir (in der passenden Größe) in meinem Kleiderschrank gut vorstellen. Das Minikleid weniger, aber der Stoff und das Kleid faszinieren mich dennoch.

Die Frage an die Experten dreht sich diesmal um den Brustabnäher. Wo der hin soll weiß ich inzwischen, aber die Unterscheidung in „seitlich flach“ und „seitlich rund“ klingt sinnvoll für das Ultra-fine-tuning.

Dann noch die Nähgeschichte und das historische Stück auf der Rückseite. Beides fällt diesmal unter „nett“.

Vermutlich trudelt in den nächsten Tagen dann die neue Ausgabe ein, nachdem diese hier schon so lange liegt…

Burda 6785, Modell C (Kleid)

The English version is on Pattern Review.

Bild von SchnitttüteDie Erfahrung nach einem Burda Einzelschnitt zu nähen hatte ich ja schon lange nicht mehr. Da mir die Heftschnitte nur so solala passen und (noch wichtiger) die Burda Webseite so unübersichtlich ist, daß das Suchen nach einem bestimmten Schnitt so zeitaufwendig und mühsam ist, daß ich da nur guche, wenn ich woanders nichts gefunden habe (also bisher nie), hatte ich seit sicher 20 Jahren keinen Einzelschnitt von Burda mehr.

Auf der h&h in diesem Jahr bekam ich aber einen Plus-Schnitt als Werbegeschenk und da die in Arbeit befindliche Jacke und der blaue Rock noch ein, zwei Oberteile bekommen sollen nahm ich das gerne an. Der Wasserfall-Ausschnitt und die Raffungen gefielen mir nämlich auf Anieb, daß der Schnitt „super easy“ ist schreckte mich gar nicht, denn mal ein Teil das schnell fertig wird, wäre ja auch ganz nett.

Genäht habe ich aber zuerst das Kleid. Ich brauchte noch ein Nachthemd und hatte einen Viscose-Elastic Jersey da, den ich mal ganz billig, ich glaube in Belgien, gekauft hatte.

Als Größe habe ich mir nach der Maßtabelle (und sonstigen Burda-Erfahrungen) die 48 ausgesucht, zur Hüfte hin dann auf 52 auslaufen. (Immer wieder nervig: die Maßtabelle befindet sich nicht auf der Anleitung, sondern auf dem Schnitt. Bevor man also Stoff kaufen kann, muß man erst mal den Schnittbogen auffalten, die Maßtabelle suchen und dann alles wieder einpacken.) Dann habe ich den Oberkörper vorne und hinten oberhalb der Taille um 1,5 cm gekürzt. Im Rücken dann noch mal keilförmig weitere 2cm in der rückwärtigen Mitte, zu den Seitennähten auslaufend.

Die folgende FBA war dann nicht so sehr „easy“, weil der Beleg für den Wasserfall nämlich direkt an das Vorderteil angeschnitten ist und mitgeändert werden muß. Hier habe ich zunächst nur die vordere Mitte und das Ende des Beleges eingezeichnet, sonst reichlich Folie überstehen lassen. Nach der FBA habe ich dann die Folie an der Umbruchlinie gefaltet und (Abnäher vorher zustecken!) die Form der Armausschnitte und Seitennähte vom veränderten Vorderteil durchgepaust.

Im Rücken hatte ich durch meine keilförmige Veränderung erst mal keine gerade rückwärtige Mitte mehr. Diese Veränderung, vermutlich nach Kenneth D. King,  bog das wieder gerade.

Die Ärmel habe ich in Größe 48 genommen, am Oberarm aber auf Größe 50 erweitert. Das gibt am Schnitt eine komische Kurve, die stört am fertigen Modell aber nicht. Das basiert auf meiner Erfahrung mit den Heftschnitten der letzten Jahre, das Burda auch bei Plus Größen eher mit Ärmchen als mit Armen kalkuliert. (Und von Kaufkleidung abgeleitet habe ich eher keine sonderlich dicken Oberarme…..)

Kleid nach Burda 6785 von vorneMit den Schnittveränderungen war die Hauptarbeit aber tatsächlich getan.

Das Zusammennähen ging nach Anleitung und zügig. Ich habe für die Konstruktionsnähte den Overlockstich meiner Nähmaschine genommen und den Rückenbeleg sowie die Säume anleitungsgemäß mit der Zwillingsnadel genäht. Letzteres habe ich schon ewig nicht mehr gemacht, weil nach meiner Erfahrung die Säume dann tatsächlich so dehnbar nicht sind. Das hat sich inzwischen auch bestätigt, für den Saum zumindest eines Nachthemdes war das nicht dehnbar genug, wenn es wieder aus der Wäsche kommt, werde ich das mit einem wirklich elastischen Stich (Federstich könnte nett sein) nachnähen. Für ein normales Kleid könnte es reichen, zumindest so lange man keine zu großen Schritte macht…

Was jedoch nicht funktionierte war die Raffung der Seiten mit 3mm breitem Gummi. Ich weiß nicht, was für einen 3mm breiten Gummi Burda da nutzt, ich hatte drei da, die waren allesamt zu schwach den Stoff zu raffen, sondern passten sich andersherum dem Stoff an. Ein 5mm breiter und weniger weicher Gummi von Gold Zack war für den Effekt nötig.

Etwas nervig fand ich, daß der rechteckige Rückenbeleg als Schnitteil angegeben war. Vermaßt wäre der mit Rollschneider und Patchworklineal schneller zugeschnitten gewesen. Hier scheint Burda die Unsitte diverse amerikanischer Schnittmuster zu übernehmen. (Mein Verbesserungsvorschlag wäre, einfach zusätzlich zum Ausschneideschnitteil von solchen Teilen die Maße anzugeben, dann kann jeder das machen, wie er mag.

Kleid Burda 6785, RückseiteSpannend war für mich der Blick auf die Rückseite und das aus zwei Gründen. Zum eine… Raffungen über dem Po? Das Kleid ist bei Burde sicherheitshalber auch nur von vorne gezeigt. Und Po… habe ich nun mal jede Menge. Besonders hinten. Der zweite Grund war meine Begradigung der rückwärtigen Mitte, wie fällt das praktisch aus?

Zwischendrin hatte ich dann auch mal Zweifel, ob diese Kürzung im Rücken überhaupt nötig war, wenn der Stoff doch eh gerafft wird?

Das Bild zeigt mir aber, daß die Kürzung auf alle Fälle sinnvoll war, denn die Fältchen, die sich vorne noch halbwegs gefällig verteilen, landen natürlich alle nicht auf, sondern über dem Po. (Oder ich hätte sie sorgfältiger festzuppeln müssen.)

Von vorne gefallen mir der Wasserfall und die Raffungen aber ganz gut. (Als ich mein Herzblatt zu schnellen Photos überreden konnte, hatte ich gerade den suboptimalsten BH an… das sicht mit anderen besser aus.)

Gut gefällt mir auch, daß der Vorderteilbeleg serh weit ins Vorderteil hineinreicht und so für Stabilität und je nach Stoff auch Blickdichtheit sorgt. Weil er angeschnitten ist hat man da auch keine Naht und er legt sich recht gefällig. Nachteil davon ist, daß das Schnitteil sehr lang ist und dadurch der Stoffverbrauch hoch ist. Außerdem muß man die Schnitteile des Vorderteils stückeln, das passte nicht im Ganzen auf den Schnittmusterbogen.

Werde ich das noch mal nähen? Ja, ich denke das wird ein Shirt werden. (Wenn die Querelastizität des Shirt Stoffes passt…) Als Kleid ist das über dem Po ja nicht so ideal, bei einem (kürzeren) Shirt sollte das aber anders aussehen. Außerdem werde ich das Rückenteil noch mal um 2cm kürzen, und das Vorderteil beim Annähen dann entsprechend dehnen. So daß ich hinten einfach weniger Stoff als vorne habe.

Fazit: Ein schnell genähtes Kleid mit netten Details. Verwunderlich, daß das bisher noch keiner (im Netz) genäht hat. Auf Pattern Review war nichts zu finden, in der Burdastyle Community auch nicht. (Wobei man da nicht mal nach Schnittnummern sortieren kann… ich frage mich wirklich, ob es da eine Abteilung gibt, die sich bewußt darum bemüht, alles so nutzlos wie möglich zu gestalten?) Lediglich einen Blogeintrag fand ich zum Shirt. Die Bloggerin redet wohl nicht gerne, zeigt aber den Herstellungsprozess in vielen Bildern. Falls das jemand mal braucht… 😉

 

Socken für Obdachlose IV

Socks for Homeless IV

SockenAuch ein viertes Paar Socken für unsere Aktion Socken für Obdachlose habe ich fertig bekommen. Diesmal aus einem einfarbigen Sockengarn „Anika“ von Crelando (Lidl). Da das fürchterlich langweilig war, habe ich eine kleine Bordüre aus linken und rechten Maschen gemacht, von der man aber nicht viel erkennt. Naja, das Stricken war weniger langweilig…

I managed a forth pair of socks for our Socken für Obdachlose knitting. This time a boring uni sock woll „Anika“ by Crelando. It was so boring, that I added a little border from knit and purl stitches. You can’t really see the pattern, but knitting ist was less boring at least…

Aus dem Blogarchiv

Knitting, sewing and fashion-related posts from long ago

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November 2010: Verstrickter Monat. (Full of knitting)

November 2011: Fleißiger Monat (Busy Month)

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November 2013: Vor allem gestrickt (Und viele Zeitschriften, aber die Besprechungen interessieren nach ein paar Jahren keinen mehr, da die Hefte nicht mehr erhältlich sind.)