Weihnachtlicher Lichterkampf

Wir alle wissen, das wichtigste an Weihnachten sind die Geschenke.

Printemps Paris

Denn diese Geschenke kaufen wir als brave Konsumenten und ermöglichen so den Geschäften Umsatz und zumindest teilweise auch Gewinn. (Was letztlich für die Geschäfte natürlich auch bitter nötig ist, denn sonst können die ihren Angestellten die Gehälter auch nicht zahlen. So weit so legitim.)

Und natürlich möchte es jedes Kaufhaus seinen Kunden so angenehm wie möglich machen, sein Geld auszugeben und gerade für „Luxusläden“ ist es eine gute Zeit, denn… Weihnachten ist nur einmal im Jahr, wer möchte sich und seinen Lieben da nicht mal ein wenig Luxus gönnen?

Weihnachtssterne

Dumm nur, wenn der nächste Laden mit vergleichbarem Angebot nicht in der nächsten Stadt oder der nächsten Straße steht, sondern schlicht und ergreifend nebenan.

Da muß man ein wenig mehr tun, um die Kunden von den eigenen Vorzügen zu überzeugen.

beleuchteter Baum

So entschloss man sich wohl bei Printemps, diese Jahr die Weihnachts- Dekoration mal wieder neu zu gestalten (nach zwei oder drei Jahren in Pink und Rot, ich glaube die asiatischen Lampions hatten sie wenigstens zwei Jahre… ) und dies auch mit großem Brimborium, Tanz, Musik, was weiß ich, einzuweihen.

Printemps, ParisSo war der Plan und so war es in der Presse angekündigt.

Für die zweite Novemberwoche. (Klar, das Zeug ist teuer, da will man auch etwas von haben.) Für Donnerstag, wenn ich mich recht erinnere.

Nur damit der Nachbar am Montag verkünden läßt, daß er sein weihnachtliches Lichterspiel schon am Dienstag an den Start gehen lässt. (Doch, wir sprechen immer noch über das erste Novemberdrittel.)

Und das ganze noch viel prächtiger, gleißender… mit mehr „Wumm“ eben.

Galeries Lafayette

Sogar eine richtige Lichtregie hat man sich geleistet, die Lampen leuchten auf, erlöschen wieder, bilden Muster auf der beinahe vollständig bedeckten Fassade.

Auf den ersten Blick scheint klar, wer hier gewonnen hat.

Lichterspiel an Galeries Lafayette

Allerdings… fairerweise muß man sagen, daß die Galeries Lafayette hier nur ihre Deko der Vorjahre aus dem Depot geholt haben.

Ein wenig neu angeordnet, freilich.

Aber das Bild… das kennen wir schon.

Da können auch keine Lichterspiele darüber hinwegtäuschen.

Die aber unbestritten auch ihren Reiz haben. Hat so was von… Kinowerbung? … Disko?

Letztlich… eine Frage von Geschmack und Stil.

(Derweil BHV mal anfängt, die ersten Lichterketten aufzuhängen und bei Bon Marche gerade mal die Lebkuchen in der Delikatessabteilung eingeräumt werden. Aber die… sind ja auch einige Arrondissements weiter. 😉 )

Backe, backe,…. jingle bells….

Der 1. Advent trifft mich ja jedes Jahr ganz überraschend. Eigentlich liebe ich Weihnachten. Und genau deswegen mag ich vor dem 1. Advent nicht davon wissen. Denn wenn das ganze Jahr Weihnachten ist, dann ist es nichts Besonderes mehr. Rentiergespanne und Spekulatius im September? *bäh* Mag ich nicht, blende ich aus, Geschäfte, die ihre Weihnachtsdeko zu früh raushängen meide ich. Und Advent und Weihnachten sind im Dezember. Punkt.

Doch am 1.Advent will ich meine ersten Weihnachtplätzchen genießen. Und zwar kein so gekauftes Zeugs (das kann ich die anderen elf Monate des Jahre auch haben), sondern selbst gebackene Plätzchen müssen her. (So gut wie meine, sind eh sonst keine. 😉 Zumindest keine, die man kaufen kann.)

Was dann auf keinen Fall passieren darf ist, daß der erste Advent schon im November ist. Denn dann müßte ich ja Mitte November, bei Regen und Sauwetter, schon die erste Backaktion planen, Zutaten einkaufen,… und rechtzeitig loslegen.

Was noch nie geklappt hat.

Aber ich lerne. Langsam vielleicht, aber ich lerne. Und, oh Wunder! Ich backe. Heute. Rchtzeitig.

Die Honigleckerli sind schon fertig und kühlen aus. Ein Experimentalrezept. Das heißt, ich habe es noch nie gebacken und mit Honigteigen habe ich auch nur wenig Erfahrung. Und ob sie geglückt sind, kann man erst in drei Wochen sagen, denn so lange müssen sie in einer Dose ruhen. Wenn sie mal ausgekühlt sind und der Guß getrocknet ist.

Eigentlich hatte ich dieses ja als schnelles Rezept geplant, denn auf dem heutigen Backplan stehen noch Makronenschnitten (auch noch nie getestet), Haselnußmakronen und, der dickste Brocken, Vanillekipferl. (Die auf Grund ihrer großen Beliebtheit in größerer Menge hergestellt werden müssen. Um die 17 Bleche zu je etwa 80 Kipferl. Ich glaube, ich rechne mir das jetzt lieber nicht aus… ).

Teig zusammenkneten, als Platte aufs Blech legen, hinterher in Rauten schneiden, Guß drüber, fertig.

Wie lange es dauert, Orangeat und Zitronat fein zu wiegen hatte ich allerdings vergessen. Oder verdrängt… Apropos… warum gibt es in Deutschland eigentlich kein Zitronat? Nein, ich meine nicht das grüne Zeug, auf dem Citronat drauf steht, das aber mitnichten aus Zitronenschale, sondern aus „Zedratfrucht“ hergestellt ist. Manchmal auch verschämt mit „Sukkade“ untertitelt. Und das leider überhaupt nicht nach Zitronat aus Zitronenschale schmeckt sondern eher… naja… *bäh* Es ist auf Dauer doch mühsam, das entweder über Schweizer Freunde besorgen zu lassen oder in Frankreich auf irgendeinem Markt danach zu stöbern. (Und da das Zeug auch bei längerer Lagerung die Tendenz hat, auszutrocknen, kann man auch nur begrenzt Vorräte anlegen.)

Das mit den mit Haut geriebenen Mandeln klappte auch nicht ganz. Der Rest der einen Tüte war okay, aber die andere hatte schon Bewohner… Na gut, müssen die letzten 50g halt geschält gemahlene Mandeln herhalten… Teig wollte aus der Krümelmenge allerdings erst mal keiner werden. Nicht mit den Händen, nicht mit dem guten Krups. Bevor der heißlief, habe ich dann doch einfach mal Wasser zugekippt. Letztlich ein halbes kleines Glas, bevor aus den Krümeln unter viel Mühe ein Teig wurde. Der ließ sich dann wenigstens auch ausrollen… immerhin.

Bei der Frage nach der Backzeit ließ mich das Kochbuch dann wieder alleine. „Je nach Teigstärke“. Danke. Aber so ein ungefährer Hinweis, liebes Bayerisches Kochbuch, wäre schon nett. „Probeplätzchen“ als Methode ist ja nicht verkehrt, aber zum einen wenig praktikabel, wenn man den ganzen Teig als eine Platte backen soll und zum anderen… die Zeit der Holzkohleherde ist vorbei. Elektroherde (zumindest die in Deutschland gängigen Marken und Modelle) können ihre Temperatur doch ganz gut regulieren und 180°C ist auch bei jedem Herd weitgehend die gleiche Temperatur. Also wären zumindest ungefähre Zeitangaben doch zeitgemäß. Ach ja, wie groß die Rauten hinterher sein sollen wäre auch nicht schlecht. Natürlich kann man das machen, wie man mag. Aber so ein Hinweis, wie es gedacht ist, der wäre nicht schlecht. Zumal ihr ja auch angebt, wie viele es hinterher sein sollen. Und ich tu mir da immer so ganz schwer, vorher abzuschätzen, wie ich schneiden muß, daß hinterher die gewünschte Stückzahl rauskommt…

Aber… die ersten sind fertig, der 1. Advent wird nicht gebäcklos sein. Mal sehen, ob ich mich zu den weiteren Sorten motivieren kann. 😉