Tasche zum Kostüm: Das Design

Ungefähr die Form und Größe der Tasche zu wissen ist natürlich erst die halbe Miete. Der nächste Schritt ist, das Design zumindest ungefähr festzulegen.

Material für TascheIch suche mir dazu erst mal zusammen, was ich an Material so habe: Da ist ein großes Reststück von meinem Kostüm. (Gerade bei größeren Größen bleiben ja immer zwischen den Teilen beim Zuschnitt recht große Stücke übrig) Auch Futterstoff ist noch da. Dann habe ich auch noch einen farblich passenden „Spinnacker“ (auch vom BBG) gefunden. Dazu Ripsband in türkis (das hatte ich auf der Hose von dem Spinnacker verwendet, ein Rest Gummikordel, Stickgarn in drei türkis-Tönen, zwei Gum-tec Druckknöpfe. Unbedingt verwenden will ich den Knopf. Drei davon sind schon am Kostüm, also soll der vierte und letzte an die Tasche.

Nach einigem Drehen, Wenden, Stoffteile befummeln,… kristallisiert sich der Gedanke heraus, daß der Umschlag der Tasche asymmetrisch werden soll und mit dem Knopf geschlossen. Außerdem kann man die Gummikordel genau durch die Annähöse des Knopfes fädeln… mal sehen, was aus diesem Ansatz wird.


Entwurf der Tasche Als nächstes nehme ich mir ein Blatt Papier und einen Bleistift und kritzle damit so lange rum, bis mir die Form gefällt. Auch erste Ideen für die Dekoration des Umschlags kommen schon mit drauf. Zur Umsetzung habe ich da auch schon ein paar Gedanken, aber mit dem Muster bin ich noch nicht so glücklich. Aber das kann ich später noch ändern… (Ich glaube, ich muß erst mal noch ein paar Bilder von Entwürfen von Hector Guimard ansehen… das war auch die Inspiration für die Stickerei auf dem Kostüm, deswegen sollte die Tasche auch in die Richtung gehen.

Jetzt kann auch schon das Schnitteil für die Umschlagklappe erstellt werden. (Die anderen Teile habe ich schon.) Für Taschen nehme ich gerne Packpapier, weil ich die Schnitteile meist öfter verwende. Außerdem passiert der halbe Entwurf bei mir immer erst auf dem Papier.

Zuerst wird also ein Rechteck aufs Papier gezeichnet, mit den Maximalausmaßen des Umschlags. Die Rundungen und die genaue Form kommen dann nach Augenmaß und frei Hand. Am Schluß noch eine Nahtzugabe anzeichnen (bei Taschen nehme ich 1cm, denn es kommt noch ein Futter rein und dann sollten die NZG nicht zu breit sein) und das Schnitteil auschneiden.

Die Tasche zum Kostüm: Der Bauplan

Da ich noch jede Menge Stoff in Türkis habe und außerdem gerne Taschen nähe, wird mein Kostüm also auch noch eine passende Tasche bekommen.

Die Grundform ist schon mal klar, er soll eine Umschlagtasche mit Schulterriemen werden. Diese Form ist für mich ideal: Ich trage fast immer Lesestoff mit mir herum, möchte aber nicht, daß das Papier total zerknittert wird. Andererseits brauche ich genug Platz für spontane Einkäufe aus der „Mist, Butter muß ich auch noch kaufen und wo ich schon mal hier bin, nehme ich Milch und Käse auch noch mit“-Kategorie. Ein sicherer Platz für Geldbeutel und Schlüssel sollte drin sein und die Tasche muß sich gut öffnen lassen, damit ich auch in der Hektik der Kassenschlange meinen Krempel noch zügig finde. Somit ist die einfach Umschlagtasche eigentlich meine Lieblingsform. Zudem kann man den Umschlag variable gestalten und je nach Lust und Laune dekorieren.

Schnitteile für UmschlagtascheZuerst braucht man natürlich einen Plan, für so eine Tasche. Mein Schema sieht folgendermaßen aus:

Man braucht also ein Vorderteil und ein Rückenteil für die Tasche, die Länge ist a, die Höhe der Tasche b. Das Teil braucht man zwei Mal, logisch. Dann einen Taschenboden, der muß genauso lang wie die Tasche selber sein (also wieder a) und so breit, wie die Tasche tief sein soll, hier c genannt. Dazu zwei Seitenteile, die genauso breit sein müssen wie der Boden (c) und so hoch wie die Tasche (b).

Das Umschlagteil kann man je nach Geschmack gestalten. Es muß natürlich wieder so breit wie die Tasche sein (also a), denn sonst regnets rein ;-), aber wie weit der Umschlag über das Vorderteil der Tasche reichen soll ist Geschmackssache. Mindestens so breit wie c, sonst geht es ja nicht drüber (oder die Tasche bekommt eine andere Form…) und nicht länger als c+b, sonst ist der Überschlag länger als die Tasche. (Es sei denn, man will das so… *g*)

Und natürlich braucht die Tasche einen Schulterriemen um sie zu tragen. Da der an den Seitenteilen befestigt wird, darf er nicht breiter sein als c. Wie breit und wie lang man ihn haben will, probiert man am besten aus. Wie es halt bequem ist. Da der Träger erst zum Schluss angenäht wird, kann man das auch gut machen, nachdem die eigentliche Tasche fertig ist.

Ich nähe meine Taschen immer mindestens DinA4 groß (weil Lesestoff oft dieses Format hat und ich auch mal einen Brief zur Post nehmen will), man kann die Tasche aber natürlich auch klein nähen, etwa für Kinder oder sogar als Gürteltasche.

Meine bewährten Maße (Verwendungszweck siehe oben… 😉 ) sind:

a=36cm

b=29cm

c=8cm

Der Rest entscheidet sich dann spontan…

Mein Sommerkostüm ist fertig!

Wie, früh dran?

Naja, äh.. nicht wirklich… wir sprechen vom Sommerkostüm für den Sommer 2005. :o)

türkises SommerkostümAngefangen hatte ich ja zeitig, im Mai 2005 mit dem schönen, türkisen Baumwoll-Leinen von Scherzkeks Stoffe. (Erwähnte ich schon, daß ich es farbig mag…?) Und eigentlich ging es zuerst auch ganz zügig voran, die Schnitte aus der Patrones mußten ein bißchen (Jacke) bzw. gewaltig (Rock) vergrößert werden, Ideen für die Ton in Ton Stickerei auf den Rockteil und dem Kragen hatte ich auch und nach einer annehmbaren Anzahl von Fehlversuchen wurde sie auch so, wie ich sie wollte.

Nur irgendwie… ich wollte ein Teilfutter in Jacke und Rock, damit das Kostüm auch an heißen Sommertagen zur Arbeit (keine Klimaanlage…) tragbar ist und das hatte ich so noch nie gemacht. (Und ganz ohne Futter wie der Schnitt es vorsah gefiel es mir auch nicht.) Alleine die Überlegungen, wie ich das im Detail machen könnte und will… und dann mußten natürlich die Nahtzugaben besonders versäubert werden. Einfach nur einkänteln… nein, das kann jeder und überhaupt… so schön sieht das doch nicht aus, oder?

Also wurden es eine Art Hong-Kong-Einfassungen (nur breiter, als man das gewöhnlich macht). Gemeinerweise muß man natürlich auch die Saumzugaben auf eine gleichmäßige Länge zurückschneiden, wenn diese nicht unter einem gnädigen Futter verschwinden….

Dazwischen kamen dann auch andere Sachen… ein Kleid für Nachbars Töchterlein, die auf eine Hochzeit eingeladen waren und die festlichen Kaufkleider für Kleinkinder zu rüschig fanden (Ich nähe ja gerne Babykleider…), der Urlaub, mit dem üblichen *oops* ich brauche ja noch… (Hosen, T-Shirt,…) Und im Urlaub war die Nähmaschine natürlich nicht mit dabei, da war ich viel zu beschäftigt mit Radfahren, besichtigen, Wein probieren, gut essen,… 😉

Ab und an stichelte ich am Kostüm weiter (Futter von Hand einstaffieren, anders wäre es doch langweilig… *g*), der Kongress in Aachen stand plötzlich vor der Tür und ich mußte meinen Kurs vorbereiten… (von Kleinigkeiten wie „Arbeiten“ oder „Haushalt“ mal ganz abgesehen…)

Aber… es ist fertig. (Und die türkise Sonnenbrille habe ich schließlich auch erst zu Weihnachten bekommen, von meiner lieben Mama. Erstaunlich, wie schwierig eine Sonnenbrille in dieser Farbe zu finden ist. Also hätte ich es ja im Sommer eh nicht anziehen können, selbst wenn es fertig gewesen wäre… 😉 Und ich konnte gleich einige der Knöpfe, die über diesen Tauschring zu mir gefunden hatten einarbeiten.

Einer von den Knöpfen ist noch übrig. Zusammen mit den Stoffresten wird da wohl noch eine Tasche draus… mal sehen. Immerhin könnte die ja bis zum Sommer fertig werden.

Schließlich brauche ich noch einen Hosenanzug zur Kommunion meines Patenkindes und bei der Design-Challenge ist Ostern Abgabeschluss.

*schluck*

Der schönste Platz…

… zum Nähen ist natürlich nicht immer an der Theke. 😉 Was also braucht ein perfekter Nähplatz?

Zuerst natürlich Platz, zum Zuschneiden, zum Sachen auslegen und testen, für die Maschinen… dann auch eine vernünftige Nähmaschine, eine Overlock schadet zumindest nicht. Und… am allerbesten sollten Stoffe, Zubehör, Schnitte, Reißverschlüsse, Knöpfe,… in unbegrenzter Menge und großer Auswahl griffbereit liegen.

Bei mir Zuhause sieht das allerdings nicht so aus: Zuschneiden auf dem Fußboden, Zubehör muß rausgegruschtelt werden, Stoffe aus den Untiefen meiner Truhen gefummelt und wieder reingeräumt und natürlich ist nie ein Knopf in der passenden Farbe und Größe da.

Aber ich habe ja meine Freundin in Aachen, die dort ein Stoffgeschäft hat. 😀 Eine Stoffhändlerin als Freundin heißt nun nicht, daß ich alle ihre Stoffe mal eben kostenlos probenähen dürfte.. 😉 aber sie hat einen Kursraum für Nähkurse, Zuschneidetisch, Nähmaschinen, Overlock,… Und genau da, im Scherzkeks-Stoffe Laden, habe ich heute einen schönen UND produktiven Tag verbracht.

Und gekaufte Stoffe, die verarbeitet Zuhause eintreffen verstoßen auch nicht gegen mein „die Truhe ist voll Stoffkauf Verbot“. Ein Shirt ist ein Shirt, kein Stoff. 🙂

Flickarbeiten

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die ungeliebten Flick- und Reparaturarbeiten?

Richtig: Sofort. Oder nie. (Und wer hat jetzt keinen Korb, keine Ecke, kein Fach aus dem Teile entgegengrinsen, die inzwischen nicht mehr passen, hoffnungslos altmodisch sind oder an denen der Zahn der Zeit derart genagt hat, daß sie jetzt nicht mehr reparabel sind?)

Deswegen habe ich heute beim Bettwäschewechseln die beiden Knöpfe, die gerade auf dem Weg waren, stiften zu gehen sofort mit ein paar Handstichen wieder eingefangen. (Maschinenangenähte Knöpfe lösen sich ja immer irgendwann. Die Frage ist nicht „ob“ sondern nur „wann“. 😉 ) Bevor ich die Bezüge in den Wäschesammler gesteckt habe.

Das war die heldenhafte Tat zum neuen Jahr. :o)

Jetzt geht’s rund!

Gestern war es so weit, ich durfte meine neuen Nähfüßchen endlich auspacken! Zwei Nähfüße, einen Markierfuß und einen Kräuselfuß, sowie (das genialste Teil überhaupt!) eine Kreisstickeinrichtung.

NähfußtestMein Schatz konnte mich gestern gerade noch so von der Maschine fernhalten, aber heute nach dem Frühstück habe ich losgelegt…. Kreisen, Bögen, Schlangenlinien,…. Wuschel und Fransen, blitzschnell gesmokt…. und was man alles mit der Kreiseinrichtung noch alles benutzen kann…. was gar nicht in der Anleitung steht…

Ich glaube, mir sind da gerade noch ein paar Nähfüße eingefallen, die ich auch noch im Kreis schicken könnte… 🙂

Kölner Adventsnähbrunch

NähbrunchBesondere Tage sind für mich immer die, an denen ich mich mit anderen Nähbegeisterten treffe. Schließlich ist Nähen nicht gerade ein Hobby, das man typischerweise in der Gruppe ausübt. 😉 Und deswegen freue ich mich immer, wenn sich viele Näherinnen der Region zum Kölnscher Nähbrunch zusammenfinden.

FrühstückWas mich dabei auch immer fasziniert ist, daß, obwohl wir alle in der Vorweihnachtszeit besonders viel zu tun haben, der Brunch im Advent derjenige ist, zu dem besonders viele kommen. Irgendwie gelingt es, die Zeit freizuschaufeln.

Und einige bringen dann auch gleich die Familie mit, um sich den bewährten Cafe Duddel-Brunch schmecken zu lassen.

Zeitschriften lesenDas Problem ist ja immer das gleiche: Erst essen oder erst gucken? Und wie mache ich beides gleichzeitig? Und wer hat die vielen fürchterlich interessanten Zeitschriften mitgebracht?

NeugierUnd wohin gucke ich zuerst?

BabyZumal ja außer Büchern, Stoffen („Kann mir einer sagen, was für ein Material das ist? Ich hab“s letztes Jahr gewonnen und kenne mich mit so was nicht aus…“) und Zeitschriften auch noch sehr frischen Hobbyschneiderin-Nachwuchs zu begucken gab. 😉

Zeitschrift lesenUnd etliche der Zeitschriften einen zweiten, scharfen Blick erforderten.

NähbrunchDaneben wechselten auch so einige Kurzwarenpakete den Besitzer, denn gewichtelt haben wir auch. Aber nur mit „übrigen“ Kurzwaren. Denn was der eine zu viel hat, kann beim anderen ja vielleicht noch Verwendung finden. Oder wird nächstes Jahr weitergewichtelt. Wir haben es immerhin erfolgreich geschafft, daß niemand mit seinem eigenen Päckchen nach Hause gehen mußte. :o) Außerdem gab es von scherzkeks-stoffe.de (Noch mal Danke an Silvia!) noch eine Wundertüte mit Aufnähern, die geplündert werden durfte (und wurde).

Spiralschal stricken Das Spiralschalvirus verbreitete sich übrigens auch auf diesem Inkubationskanal erfolgreich weiter. 😀 Aber so ein Brunch ist ja auch zu praktisch, um nebenher die Nadeln klappern zu lassen. Die ungewöhnliche Norwegermütze, die auch genadelt wurde habe ich mal lieber nicht photographiert, denn die soll ein Weihnachtsgeschenk werden und ich will ja niemandem die Überraschung verderben. 😉

(Ich fürchte, ich habe es schon wieder nicht geschafft, alle aufs Bild zu bringen… 🙁 ) Und da nach dem Treffen schon wieder vor dem Treffen ist, kann ich mich jetzt wieder wochenlang auf den nächsten Nähbrunch freuen. 🙂