Erwachsene… ein Weihnachtsmärchen

Es war einmal ein kleines Mädchen. Dieses kleine Mädchen war vor Weihnachten immer ganz fürchterlich neugierig und gespannt, was es wohl geschenkt bekommen würde. Die Spannung, was wohl auf dem Gabentisch liegen würde machte sie tagelang ganz zappelig und hibbelig.

Doch die Mama und die Oma sagte, das mußt du aushalten, das mußt du lernen. So schlimm ist das Warten doch nicht. Wenn du mal groß bist, dann ist das auch gar nicht mehr so schwer, dann kannst du das auch gut aushalten.

Und so war das kleine Mädchen neidisch auf die Erwachsenen, die ganz ruhig auf ihre Weihnachtsgeschenke warten können und nicht vorher so aufgeregt und hibbelig sein müssen.

Als das kleine Mädchen größer wurde merkte es auch, daß das Warten einfacher wurde, die Spannung nicht mehr so groß war. Das mag daran gelegen haben, daß die Geschenke vorhersehbarer waren, geplanter. Alles war gut.

Bis gestern. Denn gestern kam der Nähmaschinenhändler meines Vertrauens vorbei und drückt mir ein Päckchen in die Hand. Und jetzt liegt hinter mir ein zugeklebtes Päckchen von dem ich weiß, daß Nähfüße drin sind, aber ich weiß nicht welche! (Sagte ich schon? Meine Brüder und andere männliche Verwandten bekommen Wunschlisten mit Bestellnummern und Bezugsquellennachweis. Funktioniert bei Männern am besten. 😉 )

Und ich sitze kribbelig, hibbelig und bibbernd vor Spannung auf dem Sofa und kanns nicht aushalten. Und muß doch… 😉

Gefühlte Zeit

Mein Schatz brachte mich heute Morgen drauf… „die gefühlte Länge einer 4-Tage-Woche ist um mehr als 20 Prozent kürzer als die einer 5-Tage-Woche“. Womit wir dann eigentlich bei Einstein wären: Zeit ist relativ. 😮

Und vor Weihnachten gilt das ganz besonders. Als ich ein Kind war, verging die Zeit vor Weihnachten langsam. Besonders am Heiligen Abend.

Also eigentlich erst nach der Kirche. Vor der Kirche war die Zeit immer viel zu kurz. Wir sind eine Langschläferfamilie und der Familiengottesdienst war immer schon recht zeitig, weil ja um 16.00 Uhr schon der nächste Gottesdienst stattfand. Und da ich immer beim Krippenspiel dabei war, mußte ich natürlich eine Stunde vor dem Gottesdienst schon da sein. Und das war für mich so was wie „kurz nach dem Frühstück“ ;). Zwei und später drei Kinder pünktlich „aufgeputzt“ zu haben war nicht einfach…

Danach waren mein Bruder und ich bei unserer Oma und guckten im Fernsehen „Wir warten aufs Christkind“. Da zoooog sich die Zeit…. Dabei war unser Christkind ohnehin schon recht zeitig, es kam, wenn es dunkel war. Und das ist am 24 Dezember ja nicht gerade spät. Im Nachhinein betrachtet kann der Zeitabstand zwischen dem Familiengottesdienst und der Bescherung nicht so lange gewesen sein… Aber damals…. wie lange war das! Kaum auszuhalten, nicht zu ertragen… Und doch mußten und konnten wir es jedes Jahr aushalten. 🙂

Und wie habe ich als Kind die Erwachsenen beneidet! Schließlich kamen die von der Arbeit nach Hause und mußten nicht mal mehr Hausaufgaben machen. Die hatten danach nichts mehr zu tun, hatten frei. (Dachte ich…)

Und heute, heute rennt die Zeit, die Adventszeit ist viel zu kurz. Plätzchen backen, Geschenke aussuchen, Wohnung dekorieren (kann man ja weglassen… 😀 ), Adventskranz schmücken (und zwar vor dem 1. Advent!), Weihnachtsbaum kaufen, Weihnachtsbaum schmücken, Festessen kochen, Nachtisch bereiten…. und zum Gottesdienst (der viel später ist) pünktlich in der Kirche sein und das auch noch halbwegs nett aussehend.

Hektik gehört wohl auch zu Weihnachten, vielleicht, damit wir die Ruhe danach um so mehr genießen können. 😉

Häßlich + häßlich = …

… naja, vielleicht nicht schön, aber doch zumindest angenehm anzusehen.

Meine Straßenbahn führt an einer Häuserzeile vorbei, gerade Blocks, drei, vier Stockwerke hoch, kleine Betonbalkone, quadratische Fenster, alles gleichmäßig, langweilig. Die Fassade in jenen „praktischen“ Farben gehalten, die nicht verschmutzen, weil sie vom ersten Tag an grau, angeschmutzt und elend aussehen. Im Sommer verdecken einige Bäume und Büsche den Blick und gestalten mit ihren grünen Blättern die Umgebung etwas freundlicher. Den Rest des Jahres ist es nur häßlich.

(Ich glaube, daß häßliche Wetter heute inspiriert mich zu diesen Gedanken. 😉 )

Auf den Wühltischen der Diskounter und „Sonderpostenmärkte“ findet man sie: Gebilde, manchmal gestanztes Sperrholz, manchmal Plastik, mit groben Formen, bestückt mit elektrischen Lampen. so wie sie sind Karrikaturen, verzerrte Nachbildungen handwerklicher Kunst, die einst viel Zeit und Können in die Anfertigung fein detaillierter Schwibbögen fließen ließ und die mit warmem Kerzenlicht die Adventszeit im Erzgebirge erfüllten.

Doch wenn in der Adventszeit abends aus jedem Fenster dieser Wohnblocks ein billiges Schwibbogenimitat sein elektrisches Licht in die Dunkelheit schickt, so daß das ganze Gebäude von innen her von einem Glanz und von Wärme erfüllt zu sein scheint… dann schaue ich gerne aus der Straßenbahn hinüber. Und freue mich und danke im Stillen den Menschen hinter diesen Fenstern, die mir diesen Anblick bereiten.

Warum schenken wir eigentlich Weihnachten?

Die Frage habe ich mir als Kind schon gestellt. Natürlich, die (populär)theologische Erklärung, daß wir uns gegenseitig was schenken, weil Gott uns seinen Sohn geschenkt hat, die kenne ich. Dabei hätte ich dann eigentlich den Drei-Königstag viel logischer gefunden. Oder meinetwegen auch Nikolaus. Aber warum am Heiligen Abend?

Vor einigen Jahren waren indische Freunde bei uns über Weihnachten zu Besuch und haben mich mit derartigen Fragen gelöchert. Danach habe ich viel Zeit in der Bibliothek verbracht… 😀 Und war im Jahr drauf auf die Fragen besser vorbereitet, denn ich hatte mir auch ein paar Notizen gemacht. 🙂

Von den Römern ist bekannt, daß sie zu Neujahr Geschenke austauschte. Die Geschenke galten als Gunstbeweise und wurden „strenae“ genannt, nach der Göttin Strenua, die dafür zuständig war, Geschäfte und Unternehmungen zu unterstützen. Sozusagen schenken, um die Göttin gnädig zu stimmen und gleichzeitig schenken, um andere gnädig zu stimmen.

Ein sehr pragmatischer Ansatz, der sich in Europa teilweise bis ins 19. Jahrhundert hielt: Jeder bekommt Geschenke von niedrigstehenden und beschenkt den jeweils höhergestellten. Zu Ungunsten derer ganz unten und zu Gunsten derer ganz oben, gar nicht so, wie wir uns Weihnachtliches Schenken vorstellen.

Auswüchse führten auch zu „Schenkordnungen“ in denen es verboten wurde, Beamte, Amtmänner, Richter oder Kantoren zu beschenken. (Was durch Geschenkaustausch unter den jeweiligen Ehefrauen gelegentlich unterlaufen wurde…)

Andererseits kannten die Christen schon bald Geschenke aus Barmherzigkeit, die, zuerst an Neujahr, später irgendwann in der Zeit zwischen dem Nikolaustag und dem Dreikönigstag, an Bedürftige gegeben wurden. Mit der Zeit dehnte sich dies auch auf Kinder, Gesinde oder Freunde aus. Und so mancher Dienstbote ließ sich im Anstellungsvertrag dieses Geschenk auch zusichern. (Was man vor allem daher weiß, weil es wiederum Verbote gegen diese Sitte gab. *g*)

Bleibt immer noch die Frage… warum ausgerechnet am Heiligen Abend?

Im Grunde genommen ganz einfach… nach der Reformation im 16. Jahrhundert wollten die protestantischen Christen Geschenke nicht vom (katholischen) Nikolaus im Bischofsgewand bringen lassen. Also brachte in protestantischen Familien das Christkind die Geschenke und das kam an Weihnachten. Zuerst am 25 Dezember, später verschob sich in Deutschland die Weihnachtsfeier nach vorne, auf den Nachmittag/ Abend des 24. Dezembers.

Und diese Sitte setzte sich langsam durch. Größere Verbreitung erlangte sie im 19. Jahrhundert, als die Feier des Weihnachtsfestes immer stärker romantisch und säkular gefeiert wurde. Und dazu gehörte dann das Bild der Familie mit Gabentisch und Weihnachtsbaum

Aber noch im 20. Jahrhundert war in manchen katholischen Gegenden Europas der Dreikönigstag oder auch der 6. Dezember der Tag, an dem es Geschenke gab. Erst nach dem 2. Weltkrieg setzte sich der 24. oder 25. Dezember als Tag für die Bescherung in Europa weitgehend durch.

(Spannend, was man aus Büchern so lernen kann… 😉 )

Blitzdeko fürs Küchenfenster

ch gestehen, obwohl ich Weihnachten liebe und da sogar eine Portion Kitsch vertragen kann, bin ich, was Adventsdeko betrifft, nicht so der Held.

Adventliches Küchenfenster

Dummerweise liegt mein Küchenfenster direkt neben der Einfahrt zur Tiefgarage wo alle Nachbarn (mit ihren schön geschmückten Fenstern… :o) ) auch ziemlich jeden Tag vorbeilaufen. Außerdem ist die Aussicht auf den kahlen Vorgarten im Sommer eh nicht so prickelnd. 😉

Ideen hätte ich schon, aber wann umsetzen? Aufwendig darf es also nicht sein. Diese beleuchteten Figuren sind zwar schnell aufgehängt, aber so wirklich meine Sache nicht. Besonders tagsüber und unbeleuchtet finde ich sie recht grauselig. Außerdem widerstrebt es mir, noch mehr Sachen anzuschaffen, die den größte Teil des Jahres herumliegen und Platz „fressen“. Am besten im Keller, in den Kisten unter anderen Kisten, wo auch der andere Adventsschmuck liegt, bei dem nie jemand Zeit hat, sie wirklich rechtzeitig rauszuholen… 😀

Doch gestern Abend kam mir die spontane Idee, für die ich alle Sachen da hatte und die den Rest des Jahres nicht herumliegen. Meine Ausstechförmchen mit den schönen, weihnachtlichen Formen habe ich auf rotes Satinband geknotet. Und die Bänder dann einfach mit einem breiten Klebstreifen (transparentes Packband) an den Fensterrahmen geklebt. So kann ich das Fenster auch jederzeit öffnen (in der Küche ja nicht unpraktisch…. ) und es geht hinterher mühelos wieder ab. Außerdem hatte ich noch so eine kleine, rote Lichterkette, die ich (mit breitem Tesafilm) oben quer geklebt habe.

Wenige Minuten, null Kosten und das Fenster ist nicht mehr so kahl. 🙂

Advent heißt Ankunft

Heute bekam ich die erste Weihnachtskarte des Jahres. Auch wenn ich das ganze Jahr über fast nur per Email kommuniziere, zu Weihnachten freue ich mich über die bunten Papierstücke, sogar ein bißchen Kitsch darf es zu der Jahreszeit sein. Und natürlich verschicke ich selber auch so einige davon.

Überraschend früh kam die Karte dieses Jahr, von Irene. Und sie hat mich gleichzeig gefreut, weil ich ja so gerne Karten bekomme, aber auch ein wenig traurig gemacht. Irene ist Winzerin in Südfrankreich und hat auch Gästezimmer, wo wir dieses Jahr wieder einen schönen Urlaub verbringen durften. Für sie ist es dieses Jahr das erste Weihnachten ohne ihren Mann, der im Frühjahr, noch keine 50 Jahre alt, an Krebs gestorben ist. Auch wir konnten im Sommer diese Nachricht kaum fassen, denn er war ein so starker und fröhlicher Mensch, der unheimlich viel Lebensfreude ausstrahlte.

So schweifen meine Gedanken zu anderen lieben Menschen, die nicht mehr leben, meine Patin, die letztes Jahr in der Adventszeit starb, ebenfalls an Krebs und kaum über 50. Und meine Schwiegermutter, die vor zwei Jahren kurz vor Weihnachten zu Grabe getragen wurde.

Bei ihrer Beerdigung erinnerte uns der Priester daran, daß Advent die Zeit der Ankunft ist. Und daß sie ihren persönlichen Advent erlebt hat, die Ankunft am Ziel ihrer und unserer Hoffnungen.

Eigentlich ein schöner Gedanke, in dieser Zeit der Erwartung, die nicht nur für das Warten auf Geschenke und einen romantischen Abend steht, sondern auch für die Erwartung eines größeren Ziels.

Eindringlingsalarm

Morgens gehe ich in Dämmerung durch eine Straße. Und dort sind sie.

Fassadenkletterer. Manche auf Leitern, anderen an einem dicken Tau, wieder andere schwingen an Lichtergirlanden. Auf Dächern sind sie, an Balkonen oder vor dem Fenster. Ganz Kühne schwingen ein Bein über die Balkonbrüstung. Rote Jacken tragen sie, Mützen mit Pelzbesatz. Manche klein und aus Plastik, leuchtend gar. Die meisten lebensgroß und aus Stoffe.

Ja wer spricht denn noch von dem Weihnachtsmann/ Nikolaus/ Perlzmärtel/ Santa Claus/ Pere Noel? In Horden treten sie auf, und sehen in dieser Häufung nicht so aus, als wollten sie etwas da lassen. Eher wie Spitzbuben, die die Dunkelheit für ihre Zwecke nutzen.

Ganz ehrlich… als Bande, machen sie mir beinahe Angst.

Ein Glück, daß bei uns das Christkind die Geschenke bringt. 😉

Backe, Backe, Päckchen packe

Ich frage mich jedes Jahr, wer am meisten profitiert, die Empfänger der Plätzchen oder die Post. 😉 Mit dem Backen bin ich jedenfalls fertig. So schnell war ich glaube ich noch nie. Und die diversen Sorten Buttergebäck, Kekse, Haselnussmakronen, Makronenschnitten, Kokosmakronen, Vanillekipferl, Honigschnitten, Lebkuchen, Anistaler,…. warten in freundlichen Dosen auf das verschenkt werden.

In den letzten zwei Jahren hatte ich vor Weihnachten nicht die rechte Lust zum Backen und habe daher nur für unseren kleinen Eigenbedarf gebacken. Doch wie hätte ich den traurigen, enttäuschten Briefen und Karten widerstehen können, die fragten, wo denn dieses Jahr die leckeren Plätzchenpäckchen geblieben wären. 😉 Und da ich gerne schenke, habe ich dieses Jahr wieder die Ärmel hochgekrempelt und die üblichen Mengen gebacken, die meinem Mann schon wieder den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Aber die Abnehmer sind da, das Gebäck muß nur dahin.

Da ich aber in meinem Leben schon viel umgezogen bin, sind unsere Freunde nicht nur über Deutschland verteilt, sondern einige der Päckchen werden auch bis Frankreich reisen. Und die Post freut sich. Schade, daß es keinen verbilligten Tarif für Päckchen im Zehnerpack gibt. 😉 Dann gehe ich jetzt mal im Keller gucken, ob ich übers Jahr genug passende Kartons gesammelt habe….

Immerhin, Arbeitskollegen und Nachbarn bekommen es auf dem direkten Weg. 🙂

Backe, backe,…. jingle bells….

Der 1. Advent trifft mich ja jedes Jahr ganz überraschend. Eigentlich liebe ich Weihnachten. Und genau deswegen mag ich vor dem 1. Advent nicht davon wissen. Denn wenn das ganze Jahr Weihnachten ist, dann ist es nichts Besonderes mehr. Rentiergespanne und Spekulatius im September? *bäh* Mag ich nicht, blende ich aus, Geschäfte, die ihre Weihnachtsdeko zu früh raushängen meide ich. Und Advent und Weihnachten sind im Dezember. Punkt.

Doch am 1.Advent will ich meine ersten Weihnachtplätzchen genießen. Und zwar kein so gekauftes Zeugs (das kann ich die anderen elf Monate des Jahre auch haben), sondern selbst gebackene Plätzchen müssen her. (So gut wie meine, sind eh sonst keine. 😉 Zumindest keine, die man kaufen kann.)

Was dann auf keinen Fall passieren darf ist, daß der erste Advent schon im November ist. Denn dann müßte ich ja Mitte November, bei Regen und Sauwetter, schon die erste Backaktion planen, Zutaten einkaufen,… und rechtzeitig loslegen.

Was noch nie geklappt hat.

Aber ich lerne. Langsam vielleicht, aber ich lerne. Und, oh Wunder! Ich backe. Heute. Rchtzeitig.

Die Honigleckerli sind schon fertig und kühlen aus. Ein Experimentalrezept. Das heißt, ich habe es noch nie gebacken und mit Honigteigen habe ich auch nur wenig Erfahrung. Und ob sie geglückt sind, kann man erst in drei Wochen sagen, denn so lange müssen sie in einer Dose ruhen. Wenn sie mal ausgekühlt sind und der Guß getrocknet ist.

Eigentlich hatte ich dieses ja als schnelles Rezept geplant, denn auf dem heutigen Backplan stehen noch Makronenschnitten (auch noch nie getestet), Haselnußmakronen und, der dickste Brocken, Vanillekipferl. (Die auf Grund ihrer großen Beliebtheit in größerer Menge hergestellt werden müssen. Um die 17 Bleche zu je etwa 80 Kipferl. Ich glaube, ich rechne mir das jetzt lieber nicht aus… ).

Teig zusammenkneten, als Platte aufs Blech legen, hinterher in Rauten schneiden, Guß drüber, fertig.

Wie lange es dauert, Orangeat und Zitronat fein zu wiegen hatte ich allerdings vergessen. Oder verdrängt… Apropos… warum gibt es in Deutschland eigentlich kein Zitronat? Nein, ich meine nicht das grüne Zeug, auf dem Citronat drauf steht, das aber mitnichten aus Zitronenschale, sondern aus „Zedratfrucht“ hergestellt ist. Manchmal auch verschämt mit „Sukkade“ untertitelt. Und das leider überhaupt nicht nach Zitronat aus Zitronenschale schmeckt sondern eher… naja… *bäh* Es ist auf Dauer doch mühsam, das entweder über Schweizer Freunde besorgen zu lassen oder in Frankreich auf irgendeinem Markt danach zu stöbern. (Und da das Zeug auch bei längerer Lagerung die Tendenz hat, auszutrocknen, kann man auch nur begrenzt Vorräte anlegen.)

Das mit den mit Haut geriebenen Mandeln klappte auch nicht ganz. Der Rest der einen Tüte war okay, aber die andere hatte schon Bewohner… Na gut, müssen die letzten 50g halt geschält gemahlene Mandeln herhalten… Teig wollte aus der Krümelmenge allerdings erst mal keiner werden. Nicht mit den Händen, nicht mit dem guten Krups. Bevor der heißlief, habe ich dann doch einfach mal Wasser zugekippt. Letztlich ein halbes kleines Glas, bevor aus den Krümeln unter viel Mühe ein Teig wurde. Der ließ sich dann wenigstens auch ausrollen… immerhin.

Bei der Frage nach der Backzeit ließ mich das Kochbuch dann wieder alleine. „Je nach Teigstärke“. Danke. Aber so ein ungefährer Hinweis, liebes Bayerisches Kochbuch, wäre schon nett. „Probeplätzchen“ als Methode ist ja nicht verkehrt, aber zum einen wenig praktikabel, wenn man den ganzen Teig als eine Platte backen soll und zum anderen… die Zeit der Holzkohleherde ist vorbei. Elektroherde (zumindest die in Deutschland gängigen Marken und Modelle) können ihre Temperatur doch ganz gut regulieren und 180°C ist auch bei jedem Herd weitgehend die gleiche Temperatur. Also wären zumindest ungefähre Zeitangaben doch zeitgemäß. Ach ja, wie groß die Rauten hinterher sein sollen wäre auch nicht schlecht. Natürlich kann man das machen, wie man mag. Aber so ein Hinweis, wie es gedacht ist, der wäre nicht schlecht. Zumal ihr ja auch angebt, wie viele es hinterher sein sollen. Und ich tu mir da immer so ganz schwer, vorher abzuschätzen, wie ich schneiden muß, daß hinterher die gewünschte Stückzahl rauskommt…

Aber… die ersten sind fertig, der 1. Advent wird nicht gebäcklos sein. Mal sehen, ob ich mich zu den weiteren Sorten motivieren kann. 😉