Handwerker in Indien (Teil 1)

Indian crafters (part 1)

Schneider in IndienUnd damit ihr nicht glaubt, ich hätte euch Bilder von einem Museum für Nähmaschinen gezeigt, gibt es hier auch noch einige Aufnahmen von  den Maschinen in Aktion.

To make sure you do not think I presented you pics of a museum for sewing machines here the proof that those machines get used.

Schneider gibt es tatsächlich an jeder Ecke und meist arbeiten sie sogar vor ihrem Laden. Wände sind bei dem Klima in vielen Gegenden Indiens nicht so wichtig und das meiste Licht bekommt man schließlich draußen. Und da die Maschinen keinen Strom brauchen, kann man sie auch da hin stellen, wo es am bequemsten ist. (Und muß sie ins Licht stellen, denn ohne Strom kein Nählicht….)

Schneider IndienFinding a tailor in India is no problem, there is one at nearly every corner and most of them work outside in front of their shop. Since the climate in India is warm to hot most of the year in many regions the importance of walls for a shop are largely overrated from an Indian point of view. Best light is outside and the sun is for free. The machines don’t need electricity so you have the freedom to put them wherever it is most comfortable for you. (Also you have to bring them to the daylight. No electricity means also no light bulb on the sewing machine…)

Bajaj VerdeckAber nicht nur Menschen brauchen Kleider, auch motorisierte Gefährte wollen angemessen „gekleidet“ werden. Also wird hier an einer Autorikscha (kurz „auto“ oder für Touristen auch „tuktuk“ genannt) sorgfältig Maß genommen für ein neues Verdeck.

Not only humans need clothes, also motorized vehicles want to be „dressed“ well. So here measurements are carefully taken from an autorickshaw (also called „auto“ or for tourists „tuktuk“) for a new top.

Speziell in Bangalore werden diese Innen dann auch mit aufwendig gequilteter Dekoration versehen. Ich dachte, ich ich hätte das nach meinem letzten Indienurlaub schon gezeigt, aber ich finde kein Bild hier. Muß daran liegen, daß es sich schlecht photofraphieren läßt, den sehr groß ist der Innenraum eines „autos“ nicht und man kann nicht wirklich zurücktreten, um es aufs Bild zu bekommen…

Autoschneider BangaloreEspecially in Bangalore those tops are often heavily quilted on the inside. I’d thought I’d already shown a picture after my last holiday in India, but evidently I hadn’t. Might be because it is not easy to take a picture of. The autos are not very lager so you can’t step back to take a pic…

Aber jedenfalls sitzen auch hier die „Autoschneider“ in Bereitschaft um loszulegen…

Also there „cartailors“ are sitting in wait to start as soon as the measurements are established…

Nähmaschinenhändler in Indien

Sewing machine dealers in India

NähmaschinenWeiter geht es mit den Berichten aus Indien: In Jaipur liefen wir durch ein Viertel, in dem ein Händler für Nähmaschinen neben dem anderen stand. Also nutzte ich die Gelegenheit für ein wenig Markforschung.

Some more news from India: In Jaipur we walked through a quarter with many sewing machine dealers. So I did a bit of market research.

Zunächst mal stehen die Regale mit vielen Maschinen voll. Jeder renomierte Maschinenhändler ist vertreten: Bajaj, Dharti, Geminy, Godrej, Krishna, Kumar, Kusum, Poonam, Samrat, Singer, Tarang, Usha, Videocon,…  – Wie, nie gehört?

Gut, den Namen „Bajaj“ lernt man in Indien schnell, denn so heißt auch ein sehr verbreiteter Hersteller der dreirädrigen Autorikschas. Usha stellt Ventilatoren her, daher sieht man den Namen auch noch öfter und von Singer haben wird dann doch alle schon mal was gehört. Aber wie man sieht… es gibt noch viel mehr. 🙂

Nähmaschinen First of all they have racks full of sewing machines. All renowned brands can be found: Bajaj, Dharti, Geminy, Godrej, Krishna, Kumar, Kusum, Poonam, Samrat, Singer, Tarang, Usha, Videocon,…  you name it, they have it. – What? never heard of?

Well, „Bajaj“ becomes familiar quickly because under this name also the three-wheeler autos are produced, Usha makes fans, so that you see fairly often also and Singer we know… but there is more on the market.

Das geschulte Auge erkennt natürlich die technischen Unterschiede der verschiedenen Modelle: Sie können alle geradeaus nähen, sie haben eine Handkurbel und… äh… es gibt sie in verschiedenen Farben. Sehr wichtig. (Es gibt tatsächliche „Schnellnäher“, die haben eine andere Übersetzung an der Kurbel.)

NähmaschinenThe trained eye easily spots the technical differences: They all do straight stitch and have an hand crank and… you can have different colors. Important feature. (There are indeed „fast sewing“ machines with a different gear ratio on the hand crank.)

Ich habe dann auch mal gefragt, was so eine Maschine kostet: Je nach Ausstattung 1500 – 2500 indische Rupien. Zum Vergleich: der Mindestlohn liegt bei 100 Rupien pro Tag, wobei es natürlich jede Menge Leute, die schlechter bezahlt werden. In Rajasthan liegt der Mindestlohn für unqualifizierte Tätigkeiten bei 3500 Rupien im Monat, was zum Beispiel auch einer unserer Fahrer dort bekommt. Da das schon nicht die unqualifizierteste aller Arbeiten ist, kann man sich dann so leicht denken, was andere verdienen….

My curiosity had me ask, what those machines do cost: between 1500 and 2500 rupies. The minimum wage in India is 100 rupies/day and of course there are plenty of people who earn less. In Rajasthan the minimum wage is 3500 rupies/month for nonqualified workers. Reallity is that this is what one of our drivers earned and driving a car is not the most unqualified job possible. So you can guess, what others earn…

Vorteil der einfachen Bauweise ist natürlich die Flexibilität. Je nach Kundenwunsch kann die gleiche Maschine in einen Holzkasten als transportable Maschine gesetzt werden oder fest in einen Tisch eingebaut. Auf Fußantrieb umrüsten geht ebenfalls und wir konnten an einer Stelle beobachten, wie ein Industriemotor angebaut wurde.

NähmaschinenAdvantage of the simple technique of those machines is the flexibility. The dealer can create nearly everything the customer wants: set into a wooden box to make a transportable machine, fixed in a table, changing it to a treadle machine and at one place we could even see how they attached an industrial style motor.

Tja… und dann habe ich doch noch was gefunden, was unserem Bild einer Nähmaschine ähnlicher sieht. Eingewickelt in Plastikfolie und zusätzlich unter einer Kuststoffhaube: Eine elektrische Nähmaschine. Usha by… Janome. 🙂 Die kann dann auch Zickzack. (Wer sich mal einen Überblick verschaffen will, was für Typen in Indien so erhältlich sind, Usha hat eine Webseite.)

And then finally… I’ve found something that looks like what we are used from a sewing machine. Wrapped in plastic under a plastic display cover: an electrical sewing machine. From Usha by… Janome. 🙂 This one can do zigzag stitch also. (If you want to check what kind of sewing machines the Indian market offers: Usha has a website.)

Kurzwarenshopping in Paris: I.E.E.S

Neben dem Montmartre gibt es für Näher(innen) noch einen zweiten Anziehungspunkt, das Sentier. Hier wird nicht nur zugeschnitten, genäht und produziert, hier gibt es auch jede Menge Läden, die die Betriebe mit Zubehör versorgen. Viele davon verkaufen auch nur an Profis in größeren Mengen, aber nicht alle.

(Store review in English is on Pattern Review)

LadenfrontUnd über diesen Laden bin ich bei meinem letzten Parisbesuch gestolpert. Das Schaufester versprach viel von allem und der Laden hat es gehalten.

Besonders beeindruckt hat mich die Reißverschlußauswahl in vielen Farben und allen Längen. Angefangen dabei, daß die Meterware in etlichen Farben existiert, aber auch alles andere ist ein bunter Farbregenbogen in allen Längen.

Und die Preise sind unschlagbar: Der Standardkunststoff-RV kostet 0,30 EUR bis 25 cm Länge und 1 EUR für die längeren. Nahtreißverschlüsse 0,60 EUR für die kurzen und 1,20 EUR für die längeren oder teilbare Reißverschlüsse für 2,30 EUR bis 85 cm Länge. (Markenware gibt es dafür natürlich nicht, aber das muß nicht immer schlecht sein. Ausprobiert habe ich das allerdings nicht, ich brauchte grade keinen Reißverschluss und auf Vorrat kaufen funktioniert bei mir eh nicht, ich kaufe dann immer die, die ich doch nicht brauche..)

Nähgarn gibt es die großen Rollen für 1,50 EUR – 2,00 EUR von Coats oder Amann und NoName Overlockkonen kosten 1,50 EUR.

Danben gibt es auch Einlagen, Futter, Steppfutter, Scheren, Schneiderkreide, Ersatzteile und Zubehör für Nähmaschinen,… und vermutlich noch eine Menge anderer Sachen, die nicht sichtbar sind, aber aus einer der unzähligen Schubladen hervorgekramt werden können.

Adresse: 8, rue de l’Echiquier, 75010 Paris (Métro Strasbourg-St. Denis)

Feste Öffnungszeiten sind keine angeschlagen, vermutlich von Montag bis Freitag.