Revue de Presse: Burdastyle Juli 2018

Titel Burdastyle Die Besprechung der Juliausgabe gibt es wieder im bewährten Last Minute (oder etwas drüber…) Style… Jetzt wo der Sommer endlich da ist, wirkt das Titelmodell mit den langen Ärmeln ja schon fast wieder herbstlich… aber gut, das kann man in der Heftplanung nicht voraussehen. Mit der zum Rock geschnittenen Gardine soll es jedenfalls in die „großen Ferien“ gehen. (Wo wir alle besonders gerne lange Tellerröcke aus Baumwolle mitnehmen, weil bekanntermaßen Koffer unendlich groß sind und es nichts schöneres gibt, als auch Bügeleisen und Bügelbrett mit in den Urlaub zu nehmen. . Ach ja, ich bin einfach zu realistisch in meiner Weltsicht…)

Das Editorial klärt mich dann aber auf, daß es darum geht, den Urlaub zu verlängern. Naja, so gesehen… ganz nett finde ich, dßa es mal wieder ein Bild einer Leserin mit einem Burdamodell gibt. Ich weiß, daß das Internet inzwischen voll ist, mit realistischen Bildern. aber wann habe ich die Zeit, das alles abzusurfen? Von daher mag ich so was ganz altmodisch im Heft gerne.)

„trend“ sind Jacken mit freien Schultern. Ja, sollte man dann wohl jetzt im Sommer tragen, bevor es im Herbst zu kalt dafür wird. Jedenfalls gibt es die Photanleitung, wie man das aus einem Blazer selber nachmachen kann. Leider ist der gewählte Blazer wohl mehr oder weniger ohne Einlage verarbeitet, jedenfalls wirkt das fertige Modell eher wie eine Bluse. Aber die Bilder der Modelle, die als Vorlage dienten zeigen das Potential der Idee. An einem echten Blazer wirkt der Kontrast zwischen dem durchaus substantiellen Kleidungsstück und den zarten Schultern tatsächlich sehr interessant. (Praxistauglich lassen wir mal beiseite…) Der zweite Trend sind dann Strass und Glitzerverzierungen. Okay, daß man die selber aufbringen kann ist jetzt nicht so revolutionär, aber da sieht das Ergebnis tatsächlich recht professionell aus.

„Das will ich“ bringt uns das gute alte Kunstharzgießen wieder. (Ich glaube, das war so ein Trend, der dann in den 1980ern aus der Mode kam, weil so wirklich ungiftig und gesund ist das wohl nicht.) Jedenfalls gibt es da jetzt auch Neonfarben dafür und Rayer hat das gute alte Resin in Raysin umbenannt und es ist wieder alles ganz neu und toll. (Warum man zum Abkleben der Formen teures Washi Tape nehmen soll, statt des billigen Kreppbands aus dem Baumarkt… kann uns wohl auch nur die Marketingabteilung erklären. :-p )

Die nächste Bastelidee (war das nicht mal eine Nähzeitschrift?) nennt sich „Spielplatz“. Hier dürfen Fingerpuppen aus Filz gebastelt werden. Also auch genäht… aber wahlweise auch geklebt, schlägt die Anleitung vor. Nun gut. Was man dem Thema zu Gute halten kann ist, daß es nicht ständig auftaucht. Das wäre dann aber schon der positive Aspekt, der mir dazu einfällt.

Anschließend gibt es endlic ein Modell zum Nähen, das „Retro-Modell“, der weite Rock vom Titel. Original aus dem Jahr 1958, de weite verdankt er vielen, vielen Falten. Was im Grunde nicht schlecht ist, wenn man den Trend mitmachen will. Nur das mit der Schleife auf dem Bauch… aber gut, Styling kann man ignorieren.

„Retro-Delight“ heißt dann aber auch die erste Modestrecke. Kleid 118 ist in Kurzgröße und als schlichtes A-Linien Kleid attraktiv. Besonders schön die seitlichen Einsätze, die allerdings in dem Stoff von der Sorte „Omas Gardine“ verschwinden. Und, wenn man den Rapport ungünstig erwischt, dann fürchterlich aussehen können. (Der Stoff heißt übrigens „Fantasiegewebe“. Da hat sich der Hersteller/Verkäufer aber mal wieder so richtig Mühe gegeben.) 109B ist dann ein Hosenrock, der den Namen verdient. Er sieht durchweg wie ein Rock aus… Bluse 117 mit den angeschnittenen Ärmeln dürfte für gemusterte Stopffe gut geeignet sein, weil sie kaum Nähte hat. Zumindest auf der Zeichnung. Auf dem Photo sind die angesetzten Teile der Ärmel keineswegs nur eine Blende, sondern durchaus substantiell… Hm. Dafür sieht man bei der 7/8 Hose 120A die Naht der Zeichnung im kleingemusterten Stoff so gut wie gar nicht. Jerseytop 119 hat geschlitze und geknotete Ärmel, das passt ja zum aktuellen Trend. Kleid 113A hat ebenfalls einen netten Schnitt, aber die Stoffkombination aus Tischdecke (oben) und Sessel (unten) reißt mich gerade nicht. Dafür bringt das Bild des Bikinis eine Überraschung. Das Model… hat einen normalen Bauch. Nicht eingefallen… sondern schlank, aber normal. Geht doch! Top 116 knotet die Träger auf den Schultern. Auch nett und im Trend. Aber nicht aufregend. Rock 114A mit der tiefen Kellerfalte liegt ganz auf meiner „Alltagskleidungs“linie. Kniefrei und weit ist super zum Radfahren. Nur ein paar Größen zu klein… Alles in allem nette Modelle. So für den Urlaub oder so. Aber mehr nicht.

Die „nähschule“ widmet sich dann dem Top mit den geknoteten Ärmeln. Die Schlaufen zum Knoten werden gedoppelt, sehr saubere Verarbeitung.

Die Retro-Bluse mit den überschnittenen Ärmeln darf dann auch für den „Legestyle“ herhalten. Man kann sie tatsächlich zu vielem kombinieren (was jetzt bei einer schlichten Bluse auch nicht so überraschend ist…) Nur den Abendstyle finde ich jetzt auch eher Casual. Bis auf die Schuhe, aber die reißen das auch nicht raus.

Beauty ist Sonnenschutz und überblättert…

Dann gibt es „inspiration“ (= Werbung, weitgehend ohne Zusammenang) zm Thema „Fernweh“ Also alles, was man auch nur lose mit irgendeiner Form von Exotik assoziieren kann. Egal ob Palemblätter auf dem Badeanzug oder Paillettenapplikationen.

Ah, die nächste Modestrecke ist „gute Reise“… also sozusagen Accessoires vor dem Hauptthema. Bluse mit Schluppe… das Kleid mit den enormen Volantärmeln 110 fände ich zwar fürs Reisen eher unpraktisch, aber die Proportionen passen immerhin zur Langgröße.nichtsagendes Kleid mit Vokuhilasaum, dann noch mal Hosenrock, jetzt als 109A… dann, Superinnvativ, Kleid 106A, wo das Oberteil aus zwei beliebig zu knotenden Bahnen besteht. (wie, ihr habt das auch schon x-mal in den letzten Jahren bei anderen Anbietern gesehen?) Pumphose, Rock mit breitem Gummibund… Wickelbluse… Im Moment langweilt mich die Modestrecke ja ungefähr so, wie sonst die Werbung. Overall 101 mit der asymmetrischen Schulter ist irgendwie nett.

Und schon wieder Beauty. Zum Glück nur eine Seite, die überblättert sich schneller.

„Blaupause“ ist das nächste Motto. Farblich ja auf meiner Linie… hier wirkt der Hosenrock 108 wieder ganz gut, Bluse 105 könnte nett sein, aber dunkelblauer Stoff und vor den Bauch gehaltene Hände verdecken alles. Bluse 112… Gürtel und geraffte Blenden wirken bemüht, mehr aber nicht. Dann wieder das Kleid mit dem zu wickelnden Oberteil. Trapezrock 114B ist eher ein Basisteil, aber kann natürlich mit Stoff entsprechend wirken. Das ist gar nicht so schlecht.
Kleid Burdastyle
Kleid 113B ist endlich mal ein Modell, das mir gut gefällt. Schlicht udn mit einer schlmeichelnden Rockform, aber durch die kleine Raffung am Ausschnitt und den raffinierten Stofftausch (glänzende Seite – matte Seite) nicht langweilig. Je nach Styling passt das sowohl ins Büro, als auch ins Theater oder Restaurant.

Rock 103B bleibt langweilig und die Nahtkräusel in dem glänzenden Stoff gehen schon gleich gar nicht. Dann wirkt es endgültig wie der Gummizugrock aus der Grabbelkiste. Hose 120B hat eine seltsame Form und mit Pantoffeln ja echt nicht gerade passend fürs Büro gestyled. Egal wie die Pantoffeln vorne aussehen.

„Beach Boys“ ist dann das Motto der Kindermodelle (Größe 110 – 134). Da Hoodies, Tanktops und Shorts in dem Alter noch ausgesprochen Unisex sind, kann man die natürlich auch für Mädchen nähen.
Kinderhose Burdastyle
Ein geglückter Hingucker ist sicher Hose 130. Kindgerecht mit Gummizug, dazu stylish mit der schrägen Knopfleiste. Natürlich die Frage, wie stylisch Kinder sein müssen oder sollen… aber so dürften sie auch. Und werden sich vermutlich nicht dran stören. (Wenn kleine Jungs schon lernen, daß auch sie ein Recht auf interessante Kleidung haben, werden vielleicht auch mal Männer draus. die sich interessant anziehen… :-p Man kann ja mal hoffen…)

Dann wieder Beauty, dem Pfirsich als „Wirkstoff“ gewidment. Da sagt meine Erfahrung ja, daß diese Produkte in erster Linie eines tun: nach künstlichem Pfirsicharoma riechen. Was man auch nur verwechseln kann, wenn man noch nie einen echten und reifen Pfirsich gerochen hat…

„So Hot“ soll dann die Plus-Größen Modestrecke sein. Von Mexio inspiriert oder so. Kleid 122A ist vermutlich Hitzetauglich (wenn man dann lange Ärmel mag), aber schlappsig hängend und mit den vielen Borten am Ärmel hat es ein ausgesprochenes Bademantelfeeling. Auch die „Gaucho-Hose“ 121 A kann nicht überzeugen. die Länge ist eh schon nicht wahnsinnig günstig (Vor allem, wenn man keine Mörderwedges drunter tragen will), die Ringel aus Borte machen das aber nicht besser. Kleid 124 verspricht „raffinierte Faltendetails“ an der Schulter des T-Shirt Kleides. Auf dem Photo bleibt aber nur ein weicher T-Shirt Sack davon übrig. Vermutlich ist es schnell zu nähen, aber es bleibt die Frage, warum man es nähen wollen sollte? Bei Modell 126 dachte ich erst… ach ja, nettes Kleid. Ist aber ein Hosenanzug. Das sind ja die Modelle, wo ich mich immer frage, warum ich einen unpraktischen Hosenanzug (zumindest sobald man aufs Klo muß) tragen soll, wenn er eh wie ein Kleid aussieht? Die Falten an der Schulter gibt es dann noch mal an Shirt 125, wo sie wieder nicht sonderlich attraktiv aussehen. Also wohl eher eine nur in der Theorie gute Idee. Dafür ist die Hose 121B diesmal längsgestreift. Etwas besser. Folklore kommt angelbich durch bunte Steine auf. Wo auch immer die sein sollen, so wirklich sehen tut man von denen nichts. Tunikakleid 123 hat eine doppelte U-förmige Passe im Vorderteil die schon sehr nach Sabberlatz aussieht. Das ist jetzt auch nciht so meines. Dann noch mal Kleid 122B, diesmal aus Stoff mit Batikmuster. Etwas besser als der Bademantel, auch mehr ein Überwurf für den Strand über den Badeanzug.

Als passendes Accessoire dazu gibt es Ohrringe, bevorzugt aus Quasten. Die dinger sind zwar in der Regel nicht teuer, sehen aber letztlich meist auch nach Bastelprojekt aus.

„Die brauche ich“ sind dann Reisebügeleisen. Like… not. Und die abgedruckten „Wnformationen“ stammen garantiert aus dem Herstellerprojekt, sind also weitgehend frei von Information.

„Sweets“ des Monats sind Wassermelonen. Wobei die Bastelvorschläge bestenfalls grob die Farben aufgreifen. Das mit dden Wassermelonen-Cupcakes hätte ich interessant gefunden… aber da ist kein bisschen Wassermelone drin, nur die Farbe. Der Rest ist dann Zucker mit weißer Kuvertüre. Das ist jetzt nicht sonderlich „erfrischend“ im Sommer. Das mit dem Sorbet oder der „Limonade“ könnte man aber mal ausprobieren.

„Wie geht eigentlich?“ erklärt diesen Monat das Einreihen von Schnittteilen. Die übliche Burdaerklärung halt, nur mit mehr Bildern. Für Anfänger aber sicher hilfreich.

„Pflegetips“ bewerben natürlich sogenannten „Reiseprodukte“ oder was der Hersteller oder Burda dafür halten. Toller Tip: mehr Pflegeprodukte und weniger Kleidung mit in den Urlaub nehmen, um Gepäck zu sparen. Klar, da spezielle Wasser nix wiegt, sind flüssige Produkte besonderes gewichtsparend. (Und mal ganz ehrlich… ein verschwitztes Kleidungsstick mit „Erfrischer“ besprüht riecht letztlich wie ein verschwitztes Kleidungsstück, das man überparfümiert hat…)

Der „Atelierbesuch“ nimmt uns diesmal wieder zu einer großen Firma mit, Mephisto Schuhe in Frankreich. Auch wenn die von Hand nähen… sicher im industriellen Maßstab. Da sollte es doch noch interessantere Ateliers geben?

Die „letzte gute Idee“ ist dann so langwelig und abgedroschen wie das ganze Heft: Eine Hülle für den Reisepass. Dient vermutlich vor allem dazu, ein Produkt aus dem Hause Rico zu bewerben, das man für  nichts sinnvolles einsetzen kann…

Okay, dieses Heft… Schwamm drüber, mit dem nächsten kann es eigentlich nur besser werden.

(Bilder sind als Zitate zu verstehen. Die Rechte liegen beim Burda-Verlag.)