Paris-Shopping 26/01

Spontan, aber lange nötig könnte diesmal die Überschrift sein.

(Die Farben wie immer, wenn grün vorkommt, schwierig für digitale Sensoren. Die Seide links im Bild ist irgendwo zwischen petrol und blau, je nach Lichteinfall. Der Wax-Stoff oben rechts hat ein leuchtendes grün und ebenso kräftiges blau und der Baumwollstoff unten rechts ist schlichtweg weiß.)

Okay, zwischen meinem letzten Paristrip 2025 und dem ersten Paristrip 2026 lag diesmal wenig Zeit, so dass man das in Deutschland eher als kurze Zwischenepisode sehen könnte. Und als ich losfuhr, standen die Pariser Stoffläden auch gar nicht auf meinem Plan. Für meine nächsten Projekte hatte ich aktuell alles, Vorräte waren auch keine aufzufüllen,

Bis mir nach ein paar Tagen in Paris dann doch was einfiel… denn seit etwa fünf Jahren (oder länger) hole ich an einem kalten Wintertag meinen richtig warmen grauen Wollmantel aus dem Schrank, öffne den Reißverschluss, denke „Mist, das zerschlissene Seidenfutter muß ausgetauscht werden“… und vergesse das dann wieder. Oder denke zumindest nie dran, wenn ich die Gelegenheit hätte, Seide zu kaufen. Bis zum nächsten Jahr, wo ich an einem der ersten kalten Wintertage den richtig warmen grauen Wollmantel aus dem Schrank hole…

Als ich diesmal in Paris war, war es eigentlich schon wieder eher frühlingshaft, aber die Woche vorher hatte ich noch einige Zeit bei eindeutigen Wintertemperaturen an einigen Bahnhöfen verbracht. Möglicherweise hat das mein Gehirn dann doch mal zum richtigen Zeitpunkt getriggert. Die langlebigere Lösung wäre es natürlich gewesen, das Seidenfutter gegen Venezia oder eine andere Kunstfaser auszutauschen. Allerdings trägt in diesem Mantel die Seide durchaus zur Isolation bei, so dass ich bei Seide bleiben wollte.

Bei Sacré Coupon (in deren Restpostenladen) fand ich dann eine Seide in Köperbindung in einer Farbe zwischen petrol und blau, was gut in den grauen Mantel passt. nur 90cm breit, dafür 4m lang der Coupon. Der Mantel ist lang und ausgestellt… also zwei Coupons. Einen zweiten Coupon hatte er nicht, aber eine Rolle, von der mir der Verkäufer 8m runtergemessen hat. Da die Farbe schön ist und dann nicht mehr so sehr viel auf der Rolle war fragte ich, was ich bezahle, wenn ich den ganzen Rest nehme. beim Nachmessen des Restes stellte sich dann raus, das der am Rand auch noch verschmutzt war… so dass ich einen sehr guten Preis bekam. (So gut, dass es verschmerzbar ist, dass die Flecken nicht ganz rausgingen. Bzw. das was am Ende des Stücks kommt ist offensichtlich eine Verfärbung. Die aber auch interessant aussieht. Für ein ärmelloses Top wird es auf alle Fälle noch reichen, vielleicht auch für mehr. Erst mal den Mantel neu füttern lassen. Ja, Änderungsschneiderei. Das liegen Mantel und Futter auch schon. Denn wenn ich das mache, ist es nächsten Winter wieder nicht gemacht.)

Bei der Déballage St. Pierre bin ich natürlich auch durchgeschlendert und wollte in deren Restpostenabteilung dem Wax mit dem leuchtenden Grün nicht widerstehen. Mal gucken, was es wird und wann. Aber Wax hat eine eigene Kiste und in der ist noch jede Menge Platz.

Der weiße Stoff wird an meine Nichte gehen, die einfarbigen Stoff möchte, sich aber für keine Farbe entscheiden kann… Das gibt doch viel Freiheit für eine Sammlung. Die aber nicht bei mir rumliegt… (Ein günstiger Coupon aus der Déballage St Pierre, simple weiße Baumwolle. Sollte sich einfach nähen lassen.)

Mal gucken, ob mir beim nächsten Paris-Besuch wieder was einfällt, was ich brauche. Aktuell würde ich ja sagen nein… aber diesmal ist der Abstand zwischen den Besuchen doch deutlich länger.

Aranzi Aronzo zum letzten

Durch das Buch mit den Figuren von Aranzi Aronzo habe ich mich jetzt einmal durchgenäht…

So gibt es hier aus der gestreiften Hemdenpopeline noch mal eine Tasse.

Den Teller habe ich gleich mit zwei Lagen Volumenvlies verstürzt, statt zu stopfen und die Augen und den Mund habe ich mit der Maschine auf den Stoff genäht und gestickt bevor ich die Tasse zusammen genäht habe.

Nachdem der Stoff sowohl das Dirndlmieder gefüttert hat als auch eine Tunika für den Pyjama ergeben hat, ist er damit wirklich ziemlich weg. Hier reichen die Reststücke nicht mal mehr für ein Barbieteil…

Damit ist auch Schluss mit dieser Art der Restverwertung, ein paar von den fertigen Sachen habe ich verschenkt, aber es sind auch noch genug da. Jetzt muss ich mir mal überlegen, was ich damit mache…

Paris-Shopping 25/04

Wie bei meiner Vorstellung des Silvester-Outfits schon erwähnt, ich war dann tatsächlich auf den letzten Drücker (30.12.2025) in Paris noch mal im Stoff-Viertel am Montmartre, weil ich noch einen Kordel für den Hoodie brauchte.

Dafür bin ich dann erstmal zu Mercerie Discount Mes Folles De Soeurs gestapft und fand einige Optionen. Im Grunde war ich mir schon relativ sicher, dass die Gummikordel in Schwarz mit Silber am besten passen würde, aber sicherheitshalber gingen noch zwei andere graue Bänder unterschiedlicher Machart (das eine ist wie ein Schnürsenkel, das andere ein genähter Schlauch) mit. Da ich vorher Zuhause gesucht hatte wußte ich, dass ich mit Grau nicht gut ausgestattet bin. Und preislich war das durchaus freundlich.

Und weil ich schon gerade da war und weil ich das auch in den letzten Wochen Zuhause tatsächlich vermisst hatte… noch zwei Spitzenbänder. (Das eine nochmal extra reduziert.) Die nutze ich ja gerne für allerlei Saumversäuberungen. Und schwarz hätte ich tatsächlich gerne gehabt, hatte aber nicht mehr.

In der Déballage St Pierre war ich auch noch, bzw. bin dran vorbei gegangen. Meine Nichte hatte Weihnachten ja gemeint, sie bräuchte vielleicht mal so Uni-Stoff (bisher hat sie nur Koalas…), konnte das aber farblich nicht eingrenzen. Der Jeans machte einen guten (festen) Eindruck und war auf 50% reduziert. Dann durfte da noch ein Coupon mit. Der wird nicht bei mir rumliegen…

Silvester-Outfit 2025

Weil vor Weihnachten bekanntermaßen im Leben nichts zu tun ist, hatte ich dann Mitte Dezember die spontane Idee, ein Silvester-Outfit zu nähen.

Zum einen, weil sich da abzeichnete, dass der Feierort ein eher schlecht heizbares Wohnzimmer sein würde, zum anderen, weil mich zwei Stoffe aus meiner Trigema-Kiste (die ist transparent) schon länger angrinsten, ich immer was draus machen wollte… und das war eigentlich die Gelegenheit. Und die ganze Veranstaltung würde auch sehr leger sein, kein Grund, sich schick zu machen. Bequem passte besser.

Und… es wurde fertig! (Das Band in die Kapuze habe ich allerdings am 30.12. erst gekauft und am 31.12. eingezogen. Ich hatte eines, das gegangen wäre, wollte aber gucken, ob ich in Paris nicht noch eine bessere Option finde, was der Fall war. Und die „Stopper“ auf die Kordel habe ich tatsächlich erst einige Tage später gekauft und aufgefädelt. (Metallperlen von Tulipe in Paris.)

Was hier sehr geholfen hat war, dass ich Schnitte genommen habe, die ich schon mal genäht hatte. Und was auch noch geholfen hat war, dass ich das alles fast komplett mit Overlock und Cover genäht habe. Ich bleibe bei: nicht schöner, aber schneller. Und ein passendes Unterkleid aus Venezia Futterstoff hatte ich schon.

Die Stoffe sind beide aus einem Trigema-„Putzlappen“ Paket. Zwei völlig unterschiedliche Qualitäten, aber gleiche Farbe und gleiches Muster, nur in unterschiedlicher Mustergröße. Da war mir von vorneherein klar, dass das irgendein Outift werden muss, das zusammepasst.

Allerdings ist der kleingemusterte Stoff ein wenig dehnbarer, nicht sehr dicker Jersey, der mit dem großen Muster ein wirklich dicker Sweatshirt-Stoff mit extrem fluffiger aufgerauhter Rückseite. Ich glaube, so was hatte ich seit den 1980ern nicht mehr gesehen. Also nicht ideal, beides in ein Outfit zu verarbeiten. Aber für die Gelegenheit und als Zweiteiler… perfekt!

Für den Kleidschnitt habe ich tief gegraben.

Ich habe mir mal vor Jahrzehnten einen Vogue Schnitte (V7896) für ein Etuikleid gekauft. Ich kann nicht mehr sagen wann. Mein Blog findet eine braune Version von 2009, eine blaue Version von 2010 und eine weiße von 2013.

Lustigerweise hatte ich das Kleid aber nie so genäht, wie in der Anleitung gedacht, sondern hatte gleich bei der ersten Version Teilungsnähte draus gemacht. (Was mir aber erst beim Suchen nach den Bildern jetzt auffällt…)

Zum Glück hatte ich die Basis-Schnittanpassungen aber am ursprünglichen Kleid gemacht und der Rücken war auch schon mal so verwendet worden.

Und zumindest das weiße Kleid trage ich auch noch, auch wenn es im letzten Sommer schon grenzwertig spack saß. (Aber der Stoff ist stabil und französische Nähte sind es auch…)

Allerdings ergab ein Anhalten des Schnittvorderteils an meinen Körper, dass der Brutspunkt bei aller Liebe einfach viel zu hoch sitzt für meinen aktuellen Körper. (Und vermutlich auch für den vor zehn Jahren, aber da hatte das Kleid an der Stelle Teilungsnähte, das ist da etwas gnädiger.) Und ein bisschen mehr Weite darf es realisitischerweise auch haben.

Den Brustpunkt habe ich auf die brutale Weise tiefergelegt, Vorderteilschnitt oberhalb des Brustabnähers quer durchgeschnitten und 2cm eingefügt, den gleichen Betrag unterhalb wieder rausgefaltet. Da mich beim Anhalten gewisse Zweifel beschlichen, ob das reicht, habe ich den Brustabnäher einfach 2 cm kürzer genäht und auch den Längsabnäher deutlich weiter unten enden lassen. Eher so 5 cm. Da mein Stoff als Strickstoff da auch ohne große Dehnung gnädiger ist als Webstoff, reichte das. (Trotzdem… bei nächster Verwendung noch mal 2cm runter.)

Für mehr Weite ebenfalls quick and dirty: Die vordere Mitte wurde mit einem Zentimeter Abstand zum Stoffbruch angelegt (+ 2 cm). In der hinteren Mitte ist eigentlich eine gebogene Naht, die habe ich ebenfalls im Stoffbruch angelegt und 1cm Abstand an der engsten Stelle gelassen. Ich hatte zwei Stücke von dem Stoff, aber beide nicht gerade üppig. (Putzlappen halt…) Daher musste ich den Stoff zum einen quer verarbeiten, zum anderen beim Anlegen des Rückenteils (mit der eigentlich sehr gekurvten Mittelnaht) den Maschenlauf etwas ignorieren. Das war ein Spiel mit Stoffmenge und dem Musterverlauf am Saum.

Für die Ärmel war auch etwas wenig Stoff da, da habe ich einfach vorne noch mal je einen 2cm breiten Streifen (den dann IM Maschenlauf, nicht quer wie den Rest) angesetzt. Fällt bei dem Muster tatsächlich nicht auf. Obwohl ich es mit der Overlock angenäht und noch mal drübergecovert habe.

Beim Ausschnitt wollte ich einen V-Ausschnitt, den habe ich frei Schnauze geschnitten. (Die Ausschnitttiefe habe ich von der hellblauen Version übernommen. Dokumentation ist alles, dann weiß man auch nach über zehn Jahren noch, was man braucht.) Versäubert wurden der Ausschnitt mit einem Streifen aus dem gleichen Stoff. Nach innen gebügelt und festgesteppt. (Nein, ich wollte fertig werden und nicht erst lernen, wie man einen V-Ausschitt covert.)

Mit der Nähmaschine genäht habe ich die Abnäher und die Schulternaht (da bleibe ich dabei, ich mag die lieber flachgebügelt) sowie den Ausschnittbeleg. Die Ärmel habe ich mit der Nähmaschine vorgenäht, denn da es sich um einen Schnitt für Webstoff handelt, ist der Armausschnitt klein und die Armkugel hoch. Einhalten mit der Overlock wollte ich nicht probieren. Also erst mit der Nähmaschine genäht und dann mit der Overlock genau an der Naht entlang.

Der Rest wurde mit der Overlock genäht und der Saum (5cm) sowie die Ärmelsäume (1,5cm) gecovert.

Da ich ja einiges an Weite zugegeben habe, brauche ich (wie geplant) auch den vorgesehenen Reißverschluss nicht.

Mit dem Kleid alleine bin ich schon mal zufrieden. Zum einen, weil es ein bequemes Jerseykleid ist, das aber (weil ich den Schnitt für Webstoffe verwendet habe) nicht irgendwie nach Sofa lümmeln aussieht, sondern sehr elegant fällt. Definitiv eine Variante zum Behalten.

Zum anderen weil der Stoff genial ist. Ich vermute eine Modal-Mischung oder eine gute Sport-Faser oder so was, denn der Stoff knittert genau null. Nicht beim Waschen, nicht beim Tragen, nicht im Koffer… das Kleid müfft aber auch nicht, wenn man es mehrere Tage trägt. Auch das auf Reisen genial. (Ja, hätte ich gerne mehr davon, aber so ist das bei diesen Stoffen, die kann man nicht nachkaufen.

Den Schnitt vom Oberteil kennt ihr schon. Das ist, ja, Simplicity S9384, der kurz vorher bei meinem Schlafanzug zum Einsatz kam. (Ich glaube, dieser cropped Hoodie war der Auslöser für das Outfit, der passte einfach perfekt zu dem großen Hahnentritt von dem dicken Sweat.)

Hier musste ich nur noch das Schnittteil für die Kapuze kopieren, der Rest war schon da, nur sowohl der Ärmel als auch das Teil selber kürzer als beim Schlafanzug.

Da ich die Falte vorne nicht hatte, gab es keinen Grund, das mittlere Vorderteil und das mittlere Rückenteil nicht im Stoffbruch zuzuschneiden. Sparte nicht nur zwei kurze Nähte, vor allem waren es zwei Teile weniger, die hinterher im Musterlauf passen mussten. Den bei dem großen Muster wäre es aufgefallen, wenn es an der Saumlinie nicht passt. Zum Glück war die Zuschneidearbeit im Ganzen überschaubar.

Hier kam die Nähmaschine nur für die Knopflöcher zum Einsatz. Die dazu dienen, das Zugband in die Kapuze einzuziehen. Den Rest durften, wie beim Schlafanzug die Overlock und die Cover (Saum und Kapuzensaum) erledigen.

Die Cover kam dann noch mal… kreativ zum Einsatz.

Als Ärmelbündchen hatte ich dieses silberne Glitzergummi bei Selfmade in Köln gefunden, genau die passenden Breite.

Allerdings wenn man das normal zusammen näht, hat man eine recht dicke Naht, die sich auch nicht gut auseinanderbügeln oder zur Seite bügeln lässt. Denn die Mischung aus Gummi und Lurexkram ist vergleichsweise steif.

Nicht schön, nicht bequem.

Also habe ich die Ärmelbündchen mit 1 cm Überlapp zugeschnitten, habe dann die später oben liegende Seite mit einer Kerze „versäubert“ (quasi den Kunststoff „verschweißt“), die Bandenden offenkantig aufeinandergelegt und einmal der Länge nach drübergecovert.

Die Fadenenden kann man dann schon auf der Rückseite in die Naht ziehen und hat eine saubere und flache Lösung.

Beim Annähen des Büdchens hatte ich allerdings das gleiche Problem.

Das Bündchen musste flach liegen, sinnvoll umknicken kann man das nicht.

Mit der Nähmaschine hätte ich das Bündchen jetzt gedehnt aufgenätht und damit den Ärmel eingehalten. Mit der Cover? Ich glaube nicht, dass das so einfach geht, weil beim gedehnt annähen zieht man ja unweigerlich irgendwie am Stoff und lässt die Maschine nicht mehr alleine transportieren.

Ich hatte aber intensiv das Gefühl, dass die Cover das nicht so mögen würde…

Also habe ich das Ärmelbündchen konventionell mit Faden gerafft, habe es dann von Hand geheftet (ja…) und konnte anschließend entspannt am Rand des Bündchens entlang covern.

Dafür das ich mit Overlock und Cover noch nicht so viel Erfahrung habe, ist das doch recht schön und sauber geworden.

Und es war pünktlich fertig, ich hatte es Silvester an und es war so schön warm wie gewünscht. (Mit der Wollstrumpfhose…) 🙂

(Und seither noch mehrfach… der Stoff des Kleides ist genial, er knittert null, nicht beim Rumlümmeln, nicht im Koffer, nicht nach dem Waschen, er müffelt aber auch nicht nach dem Tragen. Da es offiziell „Putzlappen“ waren, gab es natürlich keine Materialinformation. Ich tippe auf so was wie Baumwolle und Modal oder so. Das Kleid wird reichlich getragen werden, tippe ich mal…)

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