Handarbeit meint mit der Hand

BangaloreWas für unsere westlichen Augen in Indien ebenfalls ungewohnt war, ist das Ausmaß in dem Dinge von Hand erledigt werden. Oder zumindest mit Werkzeugen und Methoden, die uns reichlich antiquiert erscheinen.

So lief ich etwa in Bangalore an einem Nähmaschinenladen vorbei. Vorne zum Fenster hin standen einige elektrisch betriebene Maschinen, ich glaube sogar ein oder zwei einfache Computermaschinen waren dabei. Doch das Gros des Verkaufsraumes machten… Tretnähmaschinen aus. Nagelneu (so sahen sie zumindes aus), schwarz glänzend im gußeisernen Tisch… zum Treten.

What also was quite unusual to our western eye in India was hwo many things are really done by hand. Or at least with methods or tools that seem quite outdated to us.

In Bangalore I passed a sewing machine center. Towards the window there were sewing machines as I would expect them. Okay, most of them were mechanical, simpler models, I think one or two were computerized ones. But this was just a small part of the shop. The big amount of machines… were treadle machines. Brand new (at least they looked like that) black and shiny in their iron tables… working perfectly well without electricity.

Dabei ist es nicht so, daß es in Bangalore keine Elektrizität gäbe. Gut, sie fällt gelegentlich aus. Und Hotelzimmer in Indien scheinen standardmäßig mit Kerze und Streichhölzern ausgerüstet zu sein, was nicht der besseren Romantik dienen soll… Aber generell… es gibt Strom.

Doch was mit diesen Maschinen geleistet wird ist erstaunlich! Die dekorative Dachbespannung der Autorikschas in Bangalore hatte ich ja schon erwähnt. Die Tretnähmaschien nähen und Quilten ungerührt alles: Plane, Kunstleder,…

In Delhi ein einem besseren Wohnviertel konnten wir einen weiteren Vorteil der Tretnähmaschinen beobachten: Sie sind überall einsetzbar. Reisenähmaschinen sozusagen. In dem Hof eines Wohnhauses wurde eine Polstergarnitur neu aufgepolstert und mit Stoff bezogen. Der Stoff wurde vor Ort auf Maß an das Sofa angepaßt. Und mit der Tretnähmaschine genäht. Handwerker die ins Haus kommen, kein mühsames Wegbringen der Möbel. Hat auch was.

Bangalore, of course, has electricity. Okay, sometimes ist just fails for a moment or a little longer. And hotelrooms in India seem to have matches and a candle as a standard. And I’m quite sure that is not to create a romantic atmosphere… But in general… they have electricity.

What can be created on those simple machines is just amazing! I’ve told you about the pieced an quilted rooftops of the autorikshaws in Bangalore. Treadle machines sew and quilt just anything… tarpaulin… no problem.

FahrradrikschaIn Delhi we watched men repairing a couch in the courtyard of a residentail building. Another advantage of a treadle machine: It works anywhere. So the craftsmen evidently came to their customer, brought his stuff down to the courtyard, where it got new upholstery and a new cover was sewn to measure. In situ on the treadle. Not so bad, having people coming to you and doing the job instead of having to bring a heavy couch to a shop…

Überhaupt gibt es eigentlich für alles einen Dienstleister der kommt und es erledigt. Selber bügeln? Wozu, man bringt es der Büglerin (mit Kohlebügeleisen). Selbst Schneider haben nicht unbedingt ein eigenes Bügeleisen, der Ladenbote bringt das Teil zum Bügeln halt mal schnell nach Nebenan.

Ein ganz banaler Grund dafür ist, daß Elektrogeräte schlicht und ergreifend teurer sind als jemanden zu bezahlen, der die Arbeit macht. Unsere Freunde haben eine Waschmaschine, was schon ein gewisser Luxus ist, auch ein Bügeleisen (elektrisch…), aber Staubsauger oder Geschirrspülmaschine… wozu? Morgens kommt eine Frau die abspült und die Wohnung wischt, abends eine andere die kocht. (Unsere Freunde haben eine ähnliche Ausbildung wie wir und so wohl auch einen vergleichbaren Lebensstandard für indische Verhältnisse. Eine Putzfrau die jeden Tag kommt wäre für mich nicht finanzierbar, von einem Koch ganz zu schweigen. Dafür kostet eine Spülmaschine nicht die Welt.)

Das hat natürlich den Vorteil, daß es so für viele Menschen Arbeit gibt. Andererseits werden diese für ihre Arbeit oft sehr schlecht bezahlt. Ein sehr zweischneidiges Schwert also.

In general for any service you need you will find someone coming to your house and doing it for you. Ironing? What for? You bring it to a press shop (that might well work with a coal heated tool). Even tailors do not automatically have a flat iron, but then they have someone to carry things to the iron guy and back.

One simple reason for that is, that electric houshold tools often are more expensive than hiring someone. Our friends have a washing machine (which is a kind of „luxury“) and also an electric iron. But neither vacuum cleaner or dish washer. What for? Every morning a woman comes and cleans the appartment, every evening another one comes and does the cooking. (Our frinds have about the same education as my husband and me and also a comparable life style. But for me a cleansing woman every day is far out of our financial range, notto talk about a cool. On the other hand the dishwasher didn’t cost a fortune…)

Bangalore

The advantage is, of course, that it gives jobs to many people. On the other hand most people are not really well pais for their work. So there are positive and not so positive aspects…

Und so werden diese Frauen und Männer die auf dem Markt in Bangalore in mühevoller Kleinarbeit hunderte von Blüten zu ketten fädeln gewiß nicht gut bezahlt, kosten die Blumenketten doch fertig kaum Geld.

So I’m sure these men and women who are transforming hundreds of blossoms to guirlandes are not well paid. The arranged flowers do not cost a lot when they are sold.

So ist es nicht sehr verwunderlich, daß Handarbeiten und selber machen einen deutlich geringeren Stellenwert haben als in Deutschland. Sei es eine Arbeit am Haus, sei es ein besticktes Kleidungsstück, es kostet fertig so wenig, daß es sich aus finanziellen Gründen nicht lohnt. Oder auch das Werkzeug (etwa eine Nähmaschine) so teuer ist, wie viele, viele Kleidung.

Obwohl Bangalore und Delhi viele „moderne“, westliche Gesichter haben, habe ich zum Beispiel nirgendwo Handarbeitsgeschäfte gesehen oder Bastelbedarf, wie es ihn bei uns in jedem Kaufhaus gibt. Nähzubehör gibt es dann eben nur im Viertel der Schneider…. der Fachhandel für Profis, sozusagen.

Webstuhl Under these conditions it’s maybe not a big surprise, that doing crafts at home or do it yourself is less popular than in Germany. It’s just cheaper to have it made. The tools you would need are more expensive that paying the specialist who also knows how to do the work.

Even though Bangalore and Delhi have a lot of „modern“, „western“ parts I haven’t seen any shops for homesewers or knitters. I found one shop for notions, in the part of the city where the tailors work. Kind of shop for professional supply…

Auf der anderen Seite wird das traditionelle Handwerk zumindest teilweise noch geschätzt. Und ich fand es schon faszinierend, was für wunderschöne Saris und Stoffe man auf so einem schlichten Webstuhl (aufgenommen in einem Museumsdorf) herstellen kann.

Allerdings gewinnt auch in Indien westliche Kleidung und Mode immer mehr Bedeutung, so daß das alte Handwerk immer mehr in Bedrängnis gerät. Was in Indien noch prekärer ist als in Europa, denn gerade auf dem Land sind die Menschen durch das Kastensystem oft auch an ihren Beruf gebunden und haben keine Alternative.

On the other hand traditional crafts still have some value. I was faszinated what complicated patterns can be woven on such a relativly simple loom. (This picture comes from a museum…)

But also in India western style clothing and fashion become more and more popular. That must be a very difficult situation for traditional craftsmen. And what makes things worse is, that on the countryside people feel their cast connected with their profession and therefor do not realy hava great alternatives what to make their living of.

Ich hoffe sie finden einen Weg, ihre Handwerkskunst in die Zukunft weiter zu tragen und zu entwickeln, es wäre einfach schade, wenn das verloren ginge.

I really do hope Indian craftsmen find a way to bring their expertise and art to the futur. It would be a pity if that was lost.

Schellack ArmreifAbsolut fasziniert war ich auch von diesem Künstler, der aus Schellack Armreife herstellte.

Der Schellack in verschiedenen Farben wurde auf diese Keule geschmiert, dann immer wieder ins Feuer gehalten, gezogen, länger gezogen, wieder ins Feuer gehalten, gedreht,… gezogen… und am Ende verknotet.

Abgekühlt war er hart.

Und der auf dem Bild in schwarz und gold ist jetzt meiner. *g*

Soch auch diese Vorführung gab es (nur noch?) Im Museumsdorf.

I was absolutely fascinated by this artist who made bangles from shellac.

He smeared shellac in different colours on this kind of „club“, then he held it in the fire. He rolled it, pulled it, rolled it again, reheated, rolled it,… and in the end he made a knot.

After it had cooled down it was hard.

And the bangle in the picture in black with gold is mine now. *g*

But also this happend (only?) in the museum.

Kokosseil drehenOb Touristen alleine das traditionelle Handwerk retten können? Es steht zu befürchten, daß dies nicht reicht.

Auch wenn man sich vielerorts große Mühe gibt und einem als Besucher wirklich interessante Programme geboten werden.

Die letzten beiden Bilder sind aus Kerala und zeigen ländliches Handwerk. Aufgenommen habe ich sie auf einer Bootstour mit Führung in den Backwaters, einem Netz natürlicher Kanäle, das das Land durchzieht und in dem Gewürze, Kokosnüsse, Banane und allerhand anderes angebaut wird.

Diese Gegend zeichnet sich dadurch aus, daß man die Resourcen schon immer möglichst komplett genutzt hat. Sehr ökologisch nach unseren heutigen Standards…

So werden die Kokosfasern zu Seilen gedreht.

If tourism alone can save the traditional crafts? I’m not so sure.

But at many places they offer a lot of interesting excursions and guided visits für tourists.

The last pictures were taken on a backwater tour in Kerala and show rural crafts. The Backwaters are a landscape where a lot of small waterways go into the land. It’s quite fertile so they grow a lot of spice, coconuts, banana,… and other delicious things there.

Bananenmatte flechten

According to our modern standards this is quite an „eco“ region, because they traditionally use more or less all things they produce. So the coconuts are not only sold to bei eaten, no, the coir is made into ropes.

And the leaves of wild ananas make mats.

The hand is not blurry because I moved the camera, but the woman moved her hands so quickly, that one could hardly see how she was doing it.

But the mats feel nice under naked feed and can be fold surprisingly small. So one ended in our luggage and will make our terrace more comfortable in summer. :o)

Und die Blätter der wilden Ananas werden zu Matten geflochten.

Die Hand ist übrigens nicht deswegen verwackelt, weil ich mit der Kamera rumgewackelt hätte, nein, die Frau hat so faszinierend schnell geflochten, daß man kaum zusehen konnte wie sie es macht.

Aber so eine Matte fühlt sich unter nackten Füßen sehr nett an und man kann sie überraschend klein zusammenfalten. Also landete eine in unserem Koffer und wird im Sommer unsere Terrasse etwas komfortabler machen. :o)

Immer wieder das gleiche…

… ich finde doch einfach immer eine Möglichkeit, meine Projekte etwas komplizierter zu gestalten…

Ein Shirt für den Motivationsmonat sollte ja nicht so kompliziert sein und daher schnell zu nähen.

Perlen am AusschnittJetzt ist der Monat zu zwei Dritteln vorbei und ich bin natürlich noch nicht fertig.

Ist mir doch noch eine gute Idee gekommen, wie ich mir etwas mehr Arbeit machen könnte…

It’s always the same… sewing a top for the „Motivation of the Month“ shouldn’t be complicated and therefor quick to do.

The month is 2/3 over and I’m not finished yet. What happened?

I had a great idea, what I could do to make things more complicated…

Mein Stoff ist ja sehr weich und flutschig und mir war klar, daß es nicht reichen würde, den Besatz auf der Nahtzugaben festzusteppen.

Von außen Absteppen wollte ich auch nicht… also habe ich mir überlegt, ich könnte ja noch ein paar schwarze Perlen auf das schwarze Shirt nähen und damit auch gleichzeitig die Besätze befestigen.

Ich bin ja nicht gerede Meisterin der Perle, aber das hier ist noch komplizierter als befürchtet. Es geht schon mal damit los, daß man auf dem schwarzen Stoff die Linie nicht wirklich anzeichen kann. Weiß ist die einzige Farbe die man sieht, aber Kreide hält nicht lange genug, wenn man das Teil ständig in die Hand nehmen muß. Also habe ich mit dem Kreiderädchen und dem Handmaß vorgezeichnet und die Linie dann mit dem hellblauen Faden nachgenäht.

Die Perlen sind waschbare Perlen von Gütermann (waschbar ist wichtig, ein Shirt muß die Waschmaschine aushalten). Diese sind offensichtlich nicht aus Glas, sondern aus Kunststoff und dadurch haben sie so gut wie kein Gewicht. Und ich vermute daß es daran liegt, sie „legen“ sich nicht in Form. Ich habe es schon ein paar Mal aufgetrennt, gleichmäßiger als so wird es nicht. 🙁

Ich werde es jetzt mal so fertig machen und dann gucken, wie es aussieht, wenn ich es trage. Und ob mir noch eine bessere Idee kommt, was ich damit machen könnte. (Oder ich hinter das Geheimnis komme, wie man diese Perlen gleichmäßig auf einem Strickstoff befestigen kann…

My fabric ist ultra soft so it was clear that I would have to do something to prevent tha facoings from showing. Just understitching as the instructions say qould not do it. Also I didn’t want a decorative row of stitching from the right side. So I decided that some black beads would look nice on the otherwise plain top and would attatch the facings.

I am not a master beader, but this was worse than expected. First problem is, that the possibilities to mark the fabric are more than limited. White is the only visible colour, but any chalk does not resist multiple touches while beading. So I marked it with a roller chalk tool from Prym and thread traced the line with blue sewing thread.

The beads are from Guetermann, they have some that can be machine washed. (Which was important, a thing that will often be washed has to go to the washing machine without further thinking.) And those beads are evidently made from plastic not from glas and therefore they have practically no weight. I think it’s due to that, that I’m not able to get them really regulary. They have not enough weight to pull themselves into the right position. I’ve ripped it severals times, but it doesn’t get better than this.

Well… I’ll finish it like that and see how it will look when it’s worn. And I will wear it until I come up with a better idea. (Or lern the secret, how to get those beads even on a knit fabric…)

Salwar und Churidar

So, meine kleine Serie über indische Klamotten neigt sich dem Ende zu… zum Kameez fehlen nur noch die Beinkleider.

Da gibt es tatsächlich nicht allzuviele Varianten, entweder Salwar (Shalwar) oder Churidar. Was davon gerade „in“ ist ändet sich allerdings auch alle paar Jahre oder unterschiedet sich nach den Regionen.

Salwar bestehen aus eine etwa hüftbreiten Passe, an die die Beine dann mehr oder weniger gekräuselt angesetzt sind. Am Körper hält das Ganze mit einem Bindeband in der Taille. Die weiten Beine werden zum Knöchel hin schmaler, sind aber in der Regel noch weit genug, um über den Fuß/ Schuh zu fallen.

Sie sind aus relativ geraden Teilen zusammengenäht, wobei je nach Stoffbreite und Körperform auch mal in Form eines Zwickels zwischen den Beinen gestückelt wird. Da Kameez immer wenigstens knapp knielang ist sieht man den Schrittbereich ja nie. Anne hat im Burdamode-Forum kürzlich zwei Anleitungen verlinkt, wo man recht gut sieht, wie sie geschnitten sind.

I’m about to end my writing about indian clothing… what is still missing are the pants that go with kameez.

There is not too much variation, either Salwar or Churidar. What you wear depends on local costumes and on fashion.

Salwar are wide pants, they consist basically of a kind of a wide yoke with a drawstring to keep it on the waist. The wide legs are usally gathered on that large „waistband“. The legs are tapered on teh bottom but still large enough to cover the foot/shoe losely.

The pieces are not much curved, cut quite straight. The leg pieces can be one large piece each or pieced between the legs. As kameez goes at least to the knees this part will never be visible. There is also a very interesting wikipedia article about it.

Die andere Variante sind Churidar.

Diese sind länger als das Bein und ab dem Knie eng, so daß sie in Falten um die Waden liegen. Damit das funktioniert, werden sie gewöhnlich schräg zum Fadenlauf geschnitten.

Beide Formen sind aber offensichtlich schnell zu nähen, denn die Schneider haben oft Schilder an ihren Läden wo sie „eine Stunde“ als Fertigungszeit für ein Salwar Kameez  Ensemble angeben. Auf Tretmaschinen.

The other pants are Churidar.

Those are longer than the legs and very tight from the knee downward, so they lay in folds on the ankle. They need of course a certain stretch, so they are cut on the bias. Also here wikipedia hat an interesting article in English.

But whatever one chooses… it must be very quick to sew, because tailors offer to sew a complete Salwar Kameez in one hour. On treadle machines.

Mehrgrößenschnitt vergrößern (Teil 2)

Nachdem Frau mhs so sehnlich darauf wartet, geht es nun weiter…

Schnitt gradierenNachdem man alle wichtigen Punkte markiert hat, muß man sie jetzt nur noch verbinden und hat das neue Schnitteil.

Äh ja, richtig… die Punkte liegen doch arg weit auseinander, wie soll das denn sauber gehen? Ich nehme an, wenn man ein passendes Kurvenlineal hat, könnte das sogar reichen, aber ich habe keines, ich male mir noch mehr Hilfspunkte. Das ist nicht schwer, an verschiedenen Stellen messe ich den Abstand zwischen Größe 44 und Größe 46 und mache außerhalb der Größe 46 einen Punkt. Die Hilfspunkte mache ich so alle 2 – 5 cm, je nach dem, wie ich denke es zu brauchen.

Wer mal an eine gebogene Linie das Lineal anlegt, der merkt schnell, je nach dem, wie man das Lineal dreht, ändert sich der Abstand. Deswegen benutze ich ein Geodreieck, das ich jeweils so anlege, daß die Längslinien auf dem Dreieck möglichst lange auf der roten Linie verläuft. Je nach Krümmung der Kurve können das mehrere Zentimeter sein oder nur ein halber. (Ich entschuldige mich für das Photo… ich hatte meine Kamera vergessen und Frau mhs hat mir ihre geliehen, die prima ist, mit der ich aber nicht so gut umgehen kann. :-/ Die schwarzen Punkte zeigen, wo die Längslinie des Geodreiecks verläuft.)

As Frau mhs urgently wants to see the rest,, here it is….

After the new edges and marks are identified you just have to connect them to get your new pattern.

All right… those points are quite far from each other, so it’s not easy to do this maintaining the correct shape. So I’m drawing more dots around my pattern, every 2 -5 cm (1-2 inch). The method is the same: measuring the difference between size 44 and 46 and make a dot on the other side of size 46 in the same distance.

When you measure along a curved line you’ll find out quickly that depending on the angle you measure the distance, the distance will not be the same. To get a „true“ distance I’m using a transparent gridded ruler (if you have a quilter’s grid, that’s perfect). I put it that way, that the vertical grid line on the ruler runs on my 46 size line for the longest distance possible. On a very curvy part this can be only 0,5cm or so, if the curve is flatter it can be up to several centimeters. (I really apologize for the phots. I had forgotten my camera and Frau mhs lent me hers. It’s a good camera, only I know not well how to handle it. :-/ The black dots show the vertical grid line that runs on the red line of the original pattern.)

SchnittlinienDa wo die Linie zwischen zwei Ecken gerade ist kann man natürlich einfach das Lineal an die neuen Ecken anlegen und die Linie mit dem Lineal ziehen.

Aber man muß auf alle Fälle sicher sein, daß dieursprüngliche Linie gerade ist! Am besten man legt sein Lineal zum Testen an, denn viele Linien, die auf den ersten Blick gerade aussehen, sind dann doch gebogen. Und das würde die Paßform beeinträchtigen.

Where the original pattern has straight lines you can of course just connect your new edges with the ruler.

But make sure, that what looks straight also is straight! That’s easily done trying to align the ruler to the original line. Very often a contour that seems to be straight at first sight is a slighly curvy one an making it straight would spoil the fit.
neues SchnitteilJa, dann einfach noch die Hilfspunkte verbinden und das neue Schnitteil ist fertig.

Man sollte es beschriften, auch mit der neuen Größe.

So that’s it. just connecting all the edges, marks, dots… and the new pattern is ready.

Be sure to write the new size on it and any other relevant information.

Mit dieser Methode kann man Schnitte natürlich nicht nur größer, sondern auch kleiner machen.

Trotzdem hat sie ihre Grenzen: Im Prinzip kann man damit beliebig viele Größen nach oben oder nach unten gehen. In der Praxis ist gutes Gradieren dann doch komplizierter und je mehr Größen man damit verändert, desto ungenauer wird es.

Aber man bekommt trotzdem fast immer eine gute Grundlage für ein Probeteil. Und an dem paßt man dann den Rest an.

Mein Probestück paßte schon ganz gut, ich mußte an der vorderen Mitte (pro Schnitteil) noch 0,7cm zugeben, die Schultern um 1,5 cm schmaler machen und den Ausschnitt habe ich um 3cm erhöht. Das Mittelstück meines BHs muß ich nicht dringend vorzeigen.

fertiges Schnitteil mit NZGJa und so sieht das fertige Schnitteil aus, ich habe noch 1,5 cm Nahtzugabe zugefügt und ausgeschnitten.

With this method you can not only size up, but also size down.

Theoretically you can use this method to size up or down as many sizes as you wish. Practically it has limits. Real grading is something different and more complicated. And the more sizes you make a pattern larger or smaller, the less likely it will fit exactly.

But you can be quite sure to have a good basis to sew a muslin. (You always should of an altered pattern!) the rest of the fit can be done on the muslin then.

My muslin did fit quite well for a first try, I added 0,7cm to the front middle seam, decreased the shoulder seams by 1,5 cm and raised the decollte by 3cm. I don’t like to show my bra…

The last picture shows the new pattern ready to use. I’ve added 1,5cm for the seams and I’ve cut it out, of course.

RE und ICE

Leverkusen – Düsseldorf Hbf (RE) – Fahrplan 7.45 – 8.00 – Realzeit  7.47 – 8.03 (3 Minuten Verspätung)

(Faszinierend ist, daß für diesen Zug seit dem Fahrplanwechsel verschiende Abfahrtszeiten angegeben werden, je nach dem ob man auf dem  Aushangfahrplan guckt, dem kleinen verteilten, am Automaten oder im Netz…  aber es pendelt sich immer mehr auf 7.45 statt 7.46 ein… )
Düsseldorf Hbf – Köln Hbf (ICE) – Fahrplan 19.27 – 19.49 – Realzeit 19.29 – 19.49

Mehrgrößenschnitt vergrößern (Teil 1)

ShirtDiese Shirt aus der Burda vom August letzten Jahres habe ich mir für den Motivationsmonat vorgenommen.

Der Haken an der Sache: es ist in Größe 38-46 im Heft und das ist ungefähr eine Größe zu wenig.

Glücklicherweise handelt es sich aber im Heft um Mehrgrößenschnitte, die man vergleichsweise einfach vergrößern kann. Die Versuchung ist natürlich da, einfach mit einem Zentimeter Abstand um die Kontur des Schnitteiles herumzuzeichnen. Bei ganz simplen Schnitten bekommt man damit sogar eine brauchbare Annäherung, aber wenn noch Teilungsnähte dazu kommen (die bei Burda in der Regel auch funktional und nicht nur dekorativ sind) oder die Formen etwas komplizierter sind, dann funktioniert das nicht mehr so gut.

Aber es gibt ja auch einen besseren Weg, der die Proportionen der Teile erhält.

This Top from the BWOF 08/2007 is my „Motivation of the Month“ in February. The problem is: the size range is from 38-46 (German sizing) and that means it’s one size to small for me.

Schnittbogen mit FolieIch zeige das Verfahren am Beispiel eines Teiles, des oberen Vorderteils.

Das ist das gebogene Teil mit roter Kontur.

Zuerst lege ich Folie auf den Schnittbogen und stecke sie an verschiedenen Stellen fest.

Luckily the BWOF patterns are multisized, so it’s not too difficult to size them up.

How I’m doing it I’ll show for one piece, the upper front. That is the red, curved contour. (The pattern sheet looks disturbing if you see it for the first time, but one gets used to it.)

I start with putting some plastic foil over it and fix it with pins. (I prefere rather thik plastic foil over tracing paper, because you can see through mor easily. But that is a matter of taste.

First thought might be to extend the contour by 1 cm or something to get the next size. This might even work for very simple patterns, but on more complicated ones or if there are functional seamlines (in BWOF patterns most seams are not mereley decorative, but also functional) the result is usually not very good.

Hilfslinien festlegenMit einem Lineal ziehe ich dann Linien, an jeder Ecke, an jedem Paßzeichen.

Jede Linie verbindet jeweils alle Größen einer Ecke bzw. eines Paßzeichens. (Die durchgezogene, etwas dickere rote Linie ist die Kontur für Größe 46.) Dieses Teil hat vier Ecken und zweiPaßzeichen, wobei ein Paßzeichen für alle Größen identisch ist.

Ich habe mit der Bildbearbeitung noch schwarze Punkte auf die jweiligen Stellen gesetzt. Die Punkte sind nicht ganz auf einer Linie, aber mit dem Touchpad ist das Zielen nicht so einfach. (o: Meine Linien sind gerade, wenn auch dünn. Letzteres ist wichtig, denn sie sollen ja exakt sein. Außerdem wird die Linie über die größte Größe hinaus verlängert.

Im using a ruler to connect all sizes for each edge and each mark of the pattern piece. The thick red line is the contour für size 46 and I extend my lines som centimeters beyond the largest size.

This piece has four edges and two marks. One mark is the same for all sizes, so there is nothing to connect.

I’ve added the black dots later on the computer. They are not perfectly aligned, but with my touchpad this is not so easy. (o: The lines are straight, you can trust me. And they are thin, because a certain precision is needed.

Neue Punkte bestimmenDann nehme ich mein Geodreieck und messe. Wieder für jeden Punkt bzw. für jede Linie einzeln.

Ich messe den Abstand zwischen der zweitgrößten Größe und der größten Größe (hier zwischen Größe 44 und 46) und markiere auf meiner Linie (blau gestrichelt) den gleichen Betrag in die andere Richtung.

Auf dem Bild sind es 0,5cm zwischen der Ecke der gestrichelten Linie (Gr. 44) und der Ecke der durchgezogenen Linie (Gr. 46). Im Abstand von 0,5cm zur durchgezogenen Ecke markiere ich auf meiner Hilfslinie (blau gestrichelt) einen neuen Punkt.

Es ist nötig wirklich für jeden Punkt neu zu messen, denn die Abständen werden nicht rundherum die gleichen sein!

(Ich bin mir auch bewußt, daß ich damit keine „echte“ Größe 48 bekomme, denn beim Übergang auf die „Plusgrößen“ ändert sich die Gradierung und der Abstand zwischen Größe 46 und 48 wäre eigentlich größer als zwischen 44 und 46. Aber da mir die „normale“ Größe 48 von den Proportionen her ohnehin nicht gut paßt, ist das so eine gute Lösung.)

With my ruler I’m measuring the distance between the largest size and the second largest size, that means between size 46 (red line) and size 44 (red dottet line). This distance I’m adding on my blue line to mark the new edge. (The picture shows an edge of the pattern.)

On the picture it’s 0,5cm from size 44 to size 46, so I’ll mark my new edge another 0,5cm beyond the red line on my blue line I’ve marked before.

The measures have to be taken for each edge and mark separately, because there will not be the same distance all over the piece!

(And I know that I’m here not exactely sizing up one size, because somewhere in the region of 44/46/48 the grading changes to the „plus sizes“. That means the distance from 46 to 48 would be bigger than from 44 to 46. But as a „plus size 48“ doesn’T have good proportions for me, this solution is a good one.)

Shirt, Stimmung und Motivation: schwarz

Das Thema dieses Monats sind ja Shirts.

Und da ich über Karneval auch schön Zeit hatte (endlich stört einen mal keiner…) wollte ich diesen Motivationsmonat sozusagen gleich zum Monatsanfang abhaken.

February is „Month of Motivation“ for shirts. And as I had a lot of time on the weekend of carneval (it’s a big issue here, so everybody joins in and those who don’t can have a great and quiet time, because nobody will disturb them) I wanted to do the shirt in the beginning of the month, to have it done.

Ich habe also letzten Freitag bei Frau mhs den Schnitt herauskopiert, vergrößert und aus ihrem Jerseyvorrat ein Probeteil genäht. Über das Wochenende habe ich noch einmal Anpassungen an dem Schnitt gemacht und am Rosenmontag mich mit Silvia in ihrem Laden eingekuschelt und mein Shirt zugeschnitten. Trotz des ultraweichen, dünnen Viscose Jerseys lief das auch gut. Immer schön abschnittweise den Stoff im Maschenlauf in den Bruch gelegt und einm zwei Teile zugeschnitten, dann neu gefaltet.

So last Friday I went to Frau mhs, copied my pattern from the BWOF issue, sized it up, got some knit from here to make a testgarment. The weekend I made some more adjustments on the pattern and on monday I went to Silvia and we locked ourselves in in her shop and I cut my shirt. This went surprisingly well, even though my fabric is an ultrathin, ultrasoft viscose knit. I did not cut all pieces at once, but I did fold a part of the fabric, making sure I’m doing it exactely along the direction of the tinytinytiny stitches, cut one or two pieces, refolded,… and so on.

Nur… der Jersey ist ja rund gestrickt. Deswegen kann man ihn entweder im Maschenlauf falten oder die obere und untere Schnittkante können genau aufeinander liegen. Und wenn man ihn im Maschenlauf zuschneidet, dann liegen die Schnittkanten nicht genau aufeinander. Tja… beim Zuschneiden der Ärmel war die untere Stofflage die kürzere. Leider fehlten gut drei Zentimeter an der Armkugel. *grr*

Only.. the knit fabric was knit in rounds, so, when you make your fold according to the stitches („grain“ is probabely not the word, because it’s not woven?), the two layers of fabric will not match at the upper and lower end. One layer will be shorter than the other. Well… the shorter one was the lower one, so one of my sleeves was about three centimeters to short at the sleevecap.

Na gut, Strafe für Faulheit, man könnte ja auch einlagig zuschneiden. Was ich mit dem zweiten Ärmel dann auch getan habe. Ich habe sogar des Schnittmuster extra gedreht, damit es spiegelverkehrt wird.

Okay, instant punishment for lazyness, one could have cut it as single layers. What I did with the second sleeve. I even remembered to flip the pattern, to have two different sleeves.

Heute wollte ich dann die Ärmel einnähen und säumen, damit das Shirt endlich fertig wird.

Today I had planned to finish the shirt. Just sewing in the sleeves and hemming it.

Tja, ich hatte nicht nur das Schnitteil gedreht, sondern leider auch den Stoff. Macht zwei rechte Ärmel und keinen linken.

Well… I did flip the pattern… but I had evidently also turned the fabric. Makes two right sleeves and zero left sleeves…

Meine Stimmung ist gerade so schwarz wie das Shirt.

So my mood is about as black as the shirt.

(Ja, ich habe noch genug Stoff für einen dritten Ärmel. Allerdings bleibt mir dann ein Rest, der ewig in der Truhe versauern wird, weil er genau nicht mehr für ein zweites Shirt reicht. ): )

(Luckily there is enough fabric left for a second sleeve. I had intended to cut and sew two shirts from that fabric. So I will end up with a piece of fabric that will be just not enough to make a second one. )-: )