Gardinen für Paris – Farbtupfer

bestickte StoffbahnenNachdem ich Dank der alten Burdabeilage eine ungefähre Vorstellung von der Größe meiner künftigen Gardinen hatte, schnitt ich sie erst mal grob zu.

(Nach einer Runde durch die Waschmaschine. Baumwolle mit Poly ist nicht anfällig fürs Einlaufen, aber letztlich… weiß ich“s doch lieber vorher. Bevor ich mir die Arbeit machen. Und dank Schonwaschgang und Kurzschleudern mit reduzierter Umdrehungszahl überstanden die Stoffmassen den Waschgang auch gut ohne dauerhafte Knitter oder Knicke.)

Dabei fiel mir dann auf, daß das Streifenmuster ja asymmetrisch ist (gut, das war mir vorher klar) und welche Konsequenzen das hat. Daß ich einen Rapport beachten mußte. Einfach ignorieren sähe jedenfalls doof aus.

Aber wie? einfach „weitermachen“ im Rapport? Das hätte allerdings tatsächlich Unmengen Stoff gebraucht und mich mit einer Menge schmalen, aber 280cm langen Stoffresten zurückgelassen. Unpraktisch, irgendwie. Gefallen hätte es mir außerdem nicht. Also entschied ich mich, die Gardinen gegengleich zuzuschneiden.

Aber irgendwie… sollte ja noch ein Tupfer Farbe in die Vorhänge. Nicht schreiend, nicht kitschig, aber noch so ein bißchen aufgepeppt.

Ich überlegte hin und her.

Stickerei? Zu Aufwendig. Sollte ja fertig werden. Außerdem eigentlich schon wieder zu viel.

Stoffmalfarbe? Nun, Malen kann ich nicht und Stempeln…? Welches Motiv? und wie? Kreuz und Quer? Oder eine Bordüre…? Ach nein… paßt nicht zu den Längsstreifen.

Zierstiche? Schon wieder zu schörkelig.

Satinstich? Eigentlich schon zu breit.

Gradstich? Sieht man ja gar nicht….

Die rettende Idee kam dann von Bärbel. (Ja, genau, die Bärbel

vom Blog nebenan) Kettstich wäre doch eine gute Idee. Ich hätte doch so eine moderne Nähmaschine, ob die das nicht könnte?

Nein, kann sie nicht.

Aber wofür hat der Mensch (Näh)Freunde? Ma-San hat eine Cover. Und eine Cover… kann Kettstich. Und Kettstich liegt schön oben auf dem Gewebe. Und Ma-San war bereit, mir ihre Maschine für ein paar Tage anzuvertrauen.

Bestickte GardinenKlang nach einer schnellen und einfachen Idee. Mettler Baumwollstickgarn in zwei Grün- und eine zarten Rosaton fand ich rasch bei Nähmaschinen Heinrichs in Aachen und Peterle versicherte mir auch, daß das auch gut in der Janome Cover läuft.

Also einfach Garn einfädeln und runterrattern. Langweilig, aber fix.

Oder so.

Denn der Kettstich… kommt aus dem Greifer, also von unten. Man muß also auf der linken Stoffseite nähen. Und sieht nicht so genau, was man da so näht. Und ich wollte die Stichreihen ja eng beieinander haben. Was weiter erschwert wird, wenn der Oberfaden so gut zum Stoff paßt, daß man ihn kaum sieht und außerdem die Markierung am Nähfuß doch nicht so ganz exakt zur Nadelposition paßt. (Vielleicht hätte ich meine Faulheit bezähmen sollen, und doch auf die mittlere Nadel umstellen… )

Stickerei DetailSo wurde aus dem „mal eben schnell und einfach“ eine sehr langweilige Woche mit Reihen über Reihen an der Cover…

Die Anordnung der Streifen und das „Muster“ ergaben sich außerdem aus der vorhandenen Garnmenge… Ich hatte von jeder Farbe zwei Röllchen und mit einem kommt man ungefähr 14 Reihen zu 240cm Länge weit. Oder so. (Glücklicherweise trennt sich Kettstich leicht, wenn das Garn dann doch auf den letzten 20 Zentimetern aufgibt. :o) )

Also sind die Abstände zwischen den Kettstichreihen halt nicht so gleichmäßig wie gewünscht, die Stichreihen auch nicht ganz so eng wie ursprünglich geplant… aber… ich habe meinen ganz dezenten Farbtupfer.

Der kein Tupfer ist, sondern ein Streifen… :o)

Gardinen für Paris – Feinplanung

Nachdem wir also ungefähr wußten, was wir wollten (diese Entscheidungsphase zog sich bereits über Wochen hin), konnten wir eines nicht mehr herausschieben: Den Stoffkauf.

Wir erinnern uns: Ich wollte so was Richtung grün, schilfgrün, dunkles olive vielleicht, aber auf keinen Fall stahlgrau. Mein Schatz wollte Stahlgrau und auf überhaupt keinen Fall grün. :o)

Also ging es diskutiernderweise auf zum Montmartre, wo sich die Stoffgeschäfte ballen. Mit ballenweise Stoffen.

Von denen natürlich keiner passte. Und schon gar nicht beiden. Den weisen Rat eines älteren Ladeninhabers, die Wohnungseinrichtung doch die Frau entscheiden zu lassen und dafür sonst seine Ruhe zu haben, schlug mein Herzblatt in den Wind.

Wobei ich ehrlicherweise sagen muß, daß es auch nichts geholfen hätte, denn das grün, das ich haben wollte, das gab es trotz der vielen tausend verschiedenen Stoffe, die wir angeguckt haben, nicht. Und wenn, dann nicht in einem mir genehmen Muster. Große Muster in einem kleinen Zimmer sind ohnehin nicht günstig, kleine Fleur de Lys wollte ich auch nicht, Toile de Jouy ist gar nicht mein Ding, außerdem gibt es den nur sehr selten in grün und Blockstreifen, am besten aus glänzendem Taft… nö, auch nicht.

Streifen wären schon nett, aber eher schmale. Oder irgendwas „sachliches“, graphisches als Strukturmuster? Ja, nett. Aber bitte nicht in lila. Nein, das grün auch nicht….

GardinenstoffLetztlich konnten wir uns auf diesen steingrau (jedenfalls ein warmes grau, kein kaltes stahlgrau)- hellnatur gestreiften Stoff im Matratzenstil einigen. (Wobei ich gleich noch ein paar Hintergedanken hatte, daß ich dem zumindest einen kleinen Touch Farbe verpassen würde… 😉 )

Nachdem wir diese Stoffrolle gefunden hatten mußten wir uns nur noch eine Menge überlegen… schon wieder eine Entscheidung… Aber nur 30 Minuten später standen wir mit einem großen Stoffpaket wieder vor dem Laden und schleppten es zur Metro.

Ja, wie viel Material braucht man?

Beim gruschteln in meiner unübersichtlichen Sammlung fand ich doch glatt ein sehr hilfreiches Heftchen, das irgendwann (ich glaube in den 90ern) einer Burda einmal beilag und in dem Anleitungen für alle möglichen Vorhangtypen waren. Und das hatte ich, in dem Bewußtsein, daß ich über Gardinen sonst auch keine Bücher habe, offensichtlich aufgehoben.

Und da standen dann wirklich hilfreiche Hinweise: bodenlange Vorhänge enden 2,5 cm über dem Fußboden. Das ist doch schon mal ein guter Hinweis. Von der Breite her haben wir uns nach dem Studium der diversen Anleitungen entschieden, die Vorhänge jeweils 1,5 mal so breit wie die zu verdeckenden Fläche zu machen. Sie sollen schön fallen, aber nicht zu bauschig.

Die Schals am Fenster zur Straße sollen 40 cm breit fallen, also 60cm breit sein. Am anderen Fenster ist die Fensternische das Maß.

Und wenn Burda 4-5cm Saumbreite für ausreichend erachtet, dann waren die 10cm die ich sonst geplant hätte vielleicht doch übertrieben.

(Letztlich war es natürlich doch zu viel Stoff. Das Baumwoll-Poly-Gemisch ging nicht ein und wir hatten übersehen, daß das Muster quer läuft, nicht längs. bei 280 cm Stoffbreite und einem ca 2,40 m hohen Zimmer kein Problem. Nur eben viel Stoff. Andererseits hat der Stoff einen ungleichmäßigen Streifen, wodurch man auf den Musterrapport achten muß. Trotzdem, ganz am Ende waren es 1,20m zu viel.)

Ach ja, einen guten Monat nach dem Kauf sahen wir dann zufällig bei BHV genau den Stoff, den wir gewollt hätten. :o) Wieso bin ich den Trends nur immer voraus? 😀

Gardinen für Paris – Planung im Großen

Vorhänge nähen ist ja eigentlich ganz einfach… nur gerade Nähte, fertig. Im Prinzip.

Nur… wohin setzt man diese Nähte? Und noch schlimmer: wo setzt man die Schere an? Wie lange… wie breit? Und überhaupt… ???

Obwohl ich ja schon sehr lange nähe, Gardinen waren erst einmal dabei, für meine erste Studentenbude.

Danach hatten wir eigentlich immer Außenrollos und auf Lichtschlucker stehe ich nicht so und mein Mann noch weniger. Und als Allergikerin ist das mit den Staubfängern ja auch immer so eine Sache.

Doch jetzt haben wir dieses kleine Appartmentchen in Paris und das braucht Gardinen. Zum einen zur Verdunkelung nachts, zum anderen weil die Wohnung auch vermietet werden soll und auf die meisten Menschen Gardinen nun mal wohnlicher wirken. Und ich muß zugeben, in dieses Zimmer mit der Balkendecke… passen Gardinen nun mal. (Außerdem habe ich wohl mein Kindheitstrauma aus den 70ern überwunden… es gibt doch auch schöne Stoffe fürs Fenster.)

Vor das „ratzfatz“ Schneiden und Nähen haben die Götter also was Schlimmes gesetzt: Das Planen.

Abgründe tun sich auf. Gibt es so viele Möglichkeiten, den Stoff am Fenster zu befestigen? Ja was davon nehme ich? Wie lange sollen sie sein? Wie breit? Und… welcher Stoff?

Und dann will mein bester Ehemann von allen auch noch mitentscheiden!

Fenster zur StraßeAlso.. Fenster Nummer eins, zur Straße hin.

Die Decke hat sichtbare dunkle Balken, der Boden ein Kirschparkett und die Wände sind in einem zarten, warmen rosa. Ich wollte gerne etwas in Richtung schilfgrün dagegen setzen. Mein Mann wollte stahlgrau. :o) Immerhin waren wir uns einig, daß beide Fenster den gleichen Stoff bekommen sollten, damit der kleine Raum nicht unruhig wirkt.

Einig waren wir uns auch schnell darin, daß die Schals nur links und rechts neben dem Fenster hängen sollten, denn die Elektroheizung darunter bläst heiß (wenn sie an ist) und es macht keinen Sinn, hinter zugezogenen Vorhängen zu heizen. Von der Gefahr, daß was anbrennt ganz zu schweigen. Und wie ich schon sagte: Da wir leider nicht dauerhaft in Paris wohnen können, ist eine Vermietung geplant und somit muß die Angelegenheit auch gegen „Fehlbedienung für Dummies“ geschützt sein. Denn man weiß ja nie… 😉 Die Verdunkelung soll über die Raffrollos geschehen. Siehe der „Kürzungsbericht“.

Da beide Fenster beinahe bis zur Decke gingen, machte es Sinn, die Höhe der Fenster zu betonen und bodenlange Gardinen zu planen. Zur schlanken Form der seitlichen Schals entschieden wir uns für Schlaufengardinen an einer nicht zu dicken Gardinenstange. (Neue Fragen: Wie lang und wie breit sind so Schlaufen??? Und wie viele und in welchen Abständen bringe ich sie an?)

Bei der Gardinenstange wollte mein Schatz Edelstahl und ich Holz. Nun, den Kompromiß Holz im Edelstahlhalter (auf dem Bild hängt er schon) finde ich sehr gelungen. Irgenwie edel, aber auch zurückhaltend.

Fenster zum HofEigentlich macht man ja (so denke ich) in einem kleinen Zimmer beide Vorhänge identisch an, damit es eben nicht „zusammengewürfelt“ wirkt.

Doch das zweite Fenster (noch unrenoviert) befindet sich in einer recht tiefen Fensternische. Eine Vorhangstange in die Nische hängen geht nicht, denn die Nische ist genau fensterbreit. Sie davor zu hängen wäre Schade, denn das würde im Raum Platz kosten. Den hat die Wohnung aber auch nicht wirklich zu verschenken.

Da Wohnung renovieren ohnehin dazu führt, daß man bis zu drei mal täglich einen Baumarkt aufsucht hatten wir aber viel Gelegenheit, alle möglichen Varianten zur Gardinenbefestigung zu besichtigen.

Die Entscheidung: ein Stahlseil wird in die Nische gespannt und daran wird mit kleinen Klammern der Vorhang befestigt. Diesmal breit genug, daß man ihn auch zuziehen kann und er eine Verdunklungsfunktion bekommt.

Also im Prinzip alles kein Problem.

Bis auf die Details.

Und einen von beiden Parteien „genehmigten“ Vorhangstoff zu finden…

Schnatter… blätter… futter… Nähbrunch

LesenIrgendwie „papierlastig“ war der Kölner Nähbrunch gestern. Die Nasen steckten in Zeitschriften aller Arten.

Zwar hat es Kölnquilter nach wie vor nicht geschafft, uns mit dem Patchworkvirus zu infizieren, aber das Thema „wearable Art“ scheint gerade in der Luft zu liegen und da sind allerlei Patchworktechniken gar wunderbare Basis.

LachenAuch der Einsatz von Heißluftpistolen wurde heftig diskutiert.

Absurd…? Oder lustig…? 😉

ZuhörenGlücklicherweise sind wir Frauen ja multitaskingfähig, daher können wir reden und blättern gleichzeitig.

Sonst hätte die Zeit nicht gereicht…

Essen

Und wenn man ganz genau hinsieht, dann kann man auch Leute erspähen, die das Brunchbuffet genutzt haben. (Haben wir natürlich alle… und diesmal waren wir wirklich viele.)

Einladung studierenUnd für alle, die Zeit haben, gibt es nächste Woche schon wieder ein Treffen. Der große Scherzkeks hatte nämlich Einladungen für die Eröffnung seines neuen Ladens in Aachen dabei. Und bis Samstag… ist es ja nicht mehr so lang.

Dringend Zeit also, den Anfahrtsplan zu studieren. 😉

PlastikPannenPark

Paris mit Kind heißt letztlich ganz klar eines: Paris mit Eurodisney. Und da die Reise ja ein Geschenk für unser Patenkind sein sollte (und somit in erster Linie ihm Freude bereiten) war dieser Besuch also unvermeidlich.

EurodisneyOkay, ich gebe zu… Freizeitparks stehen nicht gerade oben auf der Liste meiner Lieblingsbeschäftigungen. Von Disney mochte ich die Comics immer gerne, die neueren Sachen sprechen mich aber zum großen Teil nicht so sehr an.

Trotzem… ich war tatsächlich schon mal in Eurodisney. Vor langer Zeit 1998 hatten wir die Eintrittskarten geschenkt bekommen. Meine Erfahrungen dort waren… sagen wir… durchwachsen. (Ausführlicher Bericht von damals bei ciao.) Für ein „perfektes Freizeitvergnügen“ funktionierte damals jedenfalls erstaunlich wenig. :o)

Ob sich das geändert hat?

Immerhin, rein kamen wir diesmal alle drei problemlos. Allerdings hatten wir auch nicht die High-Tech Magnetkarten, sondern die (billigeren…) Papierkarten aus dem Vorverkauf. Doch die lächelnde Dame am Eingang hatte das sofort im Griff, scannte die Karten, drückte uns noch Kärtchen für die FastPass-Anmeldung in die Hand und wir konnten ungehindert durch ein funktionierendes Drehkreuz.

Und… siehe da, diesmal gab es auch Plänchen vom Park, sogar in verschiedenen Sprachen: Französisch, Englisch,… auch Deutsch war dabei. (Unser Patenkind ist erst neuneinhalb, die deutsche Variante also die sinnvollste.) Und um uns erst mal einen Überblick zu verschaffen benutzen wir das Bähnchen, das mit echten Dampflocks um den Park herumführt. (Gleichzeitig umgeht man so die unzählichen Souvenirshops in der „Main Street“… gg) Ein bißchen schade, daß man von der Bahn aus so wenig vom Park selber sieht, sondern lieber durch Tunnel mit irgendwelchen Dioramen geschickt wird. Aber… irgendwo müssen sie die Technik ja verstecken.

Und das hübsch pinke Plastikschloß im Zentrum des Parks ist auch von überallher gut zu sehen…

Jedenfalls… es funktionierte alles.

Diesneyland ParisUnd wir hatten in der Bahn genug Zeit, den Plan zu studieren und die Ausstiegsstation festzulegen. Die Herren wollten in die Achterbahn (ich glaube, es war die „Tempel des Schreckens“ oder so Achterbahn im „Adventureland“) und schon mal mit Fastpass vorbuchen. Vom letzten Besuch wußten wir ja… Schlange stehen kann dauern.

Doch, oh Wunder, auch die Fastpass-Strategie (welche darin besteht, daß man sich bei einer Attraktion einbucht und dann eine Zeit genannt bekommt, zu der man wiederkommen kann und dann ohne Wartezeit rein kann) scheint zu funktionieren. Denn auch ohne Voranmeldung liegt die Wartezeit nur bei fünf Minuten.

Also die angekündigte Wartezeit.

Denn kaum sind die beiden Richtung Warteschlange verschwunden und ich habe mir einen bequemen Platz für mich und die Rücksäcke gesucht ertönt auch schon eine mehrsprachige Lautsprecherdurchsage: Der Betrieb würde kurz unterbrochen, man solle Geduld haben, es ginge gleich weiter.

Daraufhin strömten erst mal alle Franzosen zum Eingang wieder raus, denn die wissen, was es bedeutet, wenn es „gleich weiter“ geht…

Naja, meine beiden hielten durch und kamen dann etliche Zeit später mit leicht weichen Knien zurück.

Disneyland ParisAnschließend ging es erstaunlich reibungslos weiter… die Space-Tour finde ich immer noch eine tolle Illusion (auch wenn die Sitze inzwischen etwas abgeschabt sind; aber eigentlich wird es dadurch nur noch authentischer), „Liebling, ich habe das Publikum geschrumpft“ sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen und Herumklettern im „Baumhaus“ oder dem „Piratenunterschlupf“ mit Schwimmbrücke und Hägebrücke sorgt für ein wenig Bewegung.

Auch das „Phantom Manor“ ist viel gruseliger, wenn keine Wartungsmechaniker in Blaumann und mit Werkzeugkasten durch die Anlage wuseln. :o)

Irgenwann man späteren Nachmittag entschlossen sich die beiden Jungs, daß ihr Magen und Gleichgewichtssystem wieder stabil genug für eine weitere Achterbahn seien. Also auf nach Frontierland. Doch die Fastpass Plätze waren alle vergeben (ungefähr fünf Stunden vor Schließung des Parks… wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Fahrgeschäfte alle bis in die Nacht hinein geöffnet haben) und es hieß 40 Minuten Wartezeit.

Die Entscheidung unseres Patenkindes war klar: „40 Minuten warten für drei Minuten fahren? Nö.“ (Kluges Kind… hat schon ein gutes Gefühl für Preis-Leistungsverhältnis. Am Eiffelturm wartete er nämlich ohne zu Murren eineinhalb Stunden.)

Also ging es stattdessen auf den Raddampfer. (Auch beeindruckend, richtiges Schaufelrad zum Antrieb.) Der fährt obendrein um die Insel mit der verschmähten Achterbahn herum.

Und so konnten wir die Ansagen „Wegen einer Störung müssen wir den Betrieb unterbrechen.“ Mehrfach sehr gut hören.

Und den Servicetechniker einsam auf der weiten Bahn gut von allen Seiten beobachten. :o)

(Ne, keine Ahnung, wann die wieder lief. Wir haben nicht gewartet… )

Fazit: Was Illusionen betrifft kann Disney wohl kaum einer was vormachen. Aber man sollte sich nicht der Illusion hingeben, daß die Wirklichkeit den Wünschen der Macher so leicht folgt wie der Zeichenstift. :o)

Revue de Presse: Burda Plus Fashion H/W 2006

Gestern war ich Material für den Kurs, den ich beim Kongress der Hobbyschneiderin in Aachen geben werde kaufen. Beim Bezahlen an der Kasse erspähte ich die neue Burda Plus, also wanderte die auch gleich in meine Tasche. Bißchen fade, das Cover, so in grau und zartlila, aber gut…

Wird auch beim Wiederherausholen aus der Tasche nicht besser. „Lady-Look“ in Grau und Rose soll das wohl darstellen. Vielleicht kommen die Farben auf dem rauhen Papier auch nicht so zur Geltung. Der Griff ist jedenfalls „billig“. Aber es kommt ja auch auf den Inhalt an. blätter

Die Inhaltsübersicht… keineOffenbarung. Schöner Jackenstoff da unten links… fade der Rest. Zumindest auf den ersten Blick.

„Grau setzt Trends“ vom Modelabel Rio. Grauer Glencheck… muß nicht sein. Die Hose… och, Elastikstoff und Gummizug. :o) Übertreibts mal nicht… Der Blazer hat eine Querteilungsnaht. Interessant. Sieht entweder genial oder komplett bescheuert aus. Leider zeigt kein Bild die Jacke in geschlossenem Zustand, so daß ich nur raten kann. Oh, die Bluse ist nicht schlecht… sehr konservativ- businesstauglich und trotzdem nicht ganz langweilig. Natürlich, den Schnitt gibt es nicht. 🙁 Die Hemdjacke dürfte schnell genäht sein, aber das wäre dann auch der einzige Vorzug. Rock 404… Kurven und Abnäher… schon eher interessant. Aha, wieder nur für querelastische Stoffe. Gut, dann nicht. Das Twin-Set ist leider auch nur „Deko“. Abgeschlossen wird dieser Teil durch die obligatorische Vorstellung der Firma Rio. Wäre interessanter, wenn nicht jedesmal das gleiche drinstehen würde… :o) Mode für die Frau ab 40, ja das erklärt einiges. Wobei… meiner Mutter wäre das mit 60 noch zu langweilig und die lebt sogar in Oberfranken…

Olsen zeigt einen sehr schönen Wirktüll. Sagte ich schon, daß ich Rosen nie widerstehen kann? 😉 (Haben die einen Fabrikverkauf, wo man den Stoff bekommen kann?) Shirt 406 ist eigentlich ganz nett, mit den beiden Lagen. gut, Simplicity hat so etwas als Tunikaschnitt schon seit Jahren im Programm. Ich habe ihn auch im März schon genäht. Und er hatte sogar Abnäher. Der hier leider nicht. Und wenn ich mir die Ärmel so ansehe… könnte es sein, daß die Armausschnitte etwas sehr tief sind? Und das Shirt dann schnell unschön hochrutscht, wenn man die Arme hebt? Dann noch eine Hose mit schrägen Hüftpassentaschen… auch aus querelastischem Stoff… wodurch unterscheidet sich diese jetzt gleich von der auf den Seiten vorher? 411, Jerseyjacke mit Schalkragen… die könnte in der Tat genau das Teil sein, was mir zu der Khaliah Ali-Tunika und Hose noch fehlt…

Schnittübersicht… 412 hat einen netten Stehkragen. Mal sehen…

Dann noch mal das Shirt von Olsen. Tja, wie das wohl sitzt? Bei einem im Sessel hingeflätzten Model, das noch dazu eine voluminöse Strickjacke drüber trägt ist außer dem Stoff wirklich nichts zu erkennen. 🙁

Immerhin, die Vorstellung der Firma Olsen kenne ich noch nicht auswendig. Mal was neues. Interessant, daß diese eine „Normalkollektion“ bis Gr 48 haben. Vermutlich wieder eines der Dinge, die der Handel leider nicht ins Angebot nimmt.

Edel mit Taft und Samt geht es bei der Lange-Kollektion zu. Die Vorstellung wurde sehr kurz gehalten. Sehr gut, ich glaube, die Firma war auch schon mehrfach dran. Doch, die Jackenschnitte gefallen mir. Die Stoffe auch, aber auch die Schnitte. Nur… die Armausschnitte sehen wieder recht tief aus? Leider hebt keines der Models die Arme, so daß man mal sehen könnte… Naja, Alltagstauglichkeit war wohl noch nie ein Kriterium. (Genauso wenig wie Models, die auch „Plus“ sind, nicht nur „nicht magersüchtig“.)

Burda Maßschnitt…. jetzt auch in Plus, offensichtlich. Eine gute Idee. Blazer und Hose sind auch durchaus nett. Leider traue ich mir das richtige Maßnehmen nicht zu. Da lasse ich das dann doch mal lieber.

Am Ende noch… hey, das Model hat ja Hüften! Unglaublich… „Viva la Diva“, ein Abendkleid von Anna Scholz. Netter Schnitt. Gut so ein ähnlicher war vor zwei Jahren oder so mal als Sommerkleid in der Burda. Allerdings nicht in großer Größe… Die Stickerei gefällt mir auch nicht so besonders…. aber der Schnitt… der ist ausbaubar. Als Abendkleid oder als Sommerkleid. Für den nächsten Sommer.

Ach, schon vorbei, das Heft?

Schade.

Ich hatte gehofft, der spannende Teil käme noch. 🙁

Burda 10/2004, Modell 143 (Herrenshirt)

Ab und an bekommt mein Herzblatt auch mal „obendrüber“ was von meinen Nähkünsten ab. Da seine Figur weniger vom „Konfektionsstandard“ abweicht (und er in der Hinsicht außerdem weniger mäkelig ist als ich…) ist das im allgemeinen weniger schwierig.

Meist trägt er ja sowohl beruflich als auch privat Hemden. (Welchselbige ich nicht selber nähe… meine Mutter schenkt ihm zum Geburtstag und zu Weihnachten je ein Hemd von Müller Maßhemden, so hat sie ein Geschenk und er ein neues Hemd ohne so lästige Dinge wie „anprobieren“ oder „aussuchen“. Und da meine Mutter in der Nähe einer Filiale des Betriebes wohnt, findet sie sogar fast immer einen schönen Stoff in der „Schnäppchenecke“ :-D. Und da die Hemden von guter Qualität und somit langlebig sind reichte das in den letzten Jahren für die „Arbeitshemden“.) Doch ab und an gibt es Anlässe, wo ein Shirt oder ein dünner Pulli zur Anzughose oder auch unter dem Jacket angesagt wäre. Ein klarer Fall für die Nähmaschine.

Oktober 2004 fand ich in der Burda endlich einen passenden Schnitt: Körpernah und schmal genug, um unter den Anzug zu passen, aber nicht so eng, um nach Chippendale-Boys auszusehen… :-D. Es handelt sich um einen Raglan-Schnitt mit einem Abnäher auf den Ärmeln zur besseren Formung der Schultern. Der Schnitt ist mit zwei Punkten gekennzeichnet, die Schwierigkeitsstufe ist vermutlich auf den Reißverschluss in der einen vorderen Naht sowie den mit Druckknopf geschlossenen Kragen zurückzuführen. Beide Elemente machen aber eben den wenig auftragenden Schnitt möglich.

Herrenshirt nach BurdaAls Stoff wollte ich etwas, was nicht langweilig einfarbig ist, aber natürlich auch nicht quietschebunt. Ein bißchen Struktur wäre schön. Und nicht schwarz oder grau, aber schon eher gedeckt.

Tja… das dauerte dann einige Monate und viele Stoffgeschäfte. Fündig wurde ich letztlich mal wieder in Aachen bei Scherzkeks-Stoffe: Ein leichter Sweat, die glatte Seite in einem warmen Steingrau, die linke Seite (Struktur!) gemischt mit „mandarin“, zusammen ergab das einen warmen Sandton. (Den das Bild nicht wirklich gut wiedergibt… ) Passend zum braunen Anzug und nicht ganz langweilig. (Ich habe also die linke Stoffseite nach außen verarbeitet, was problemlos ging, weil der Stoff auch nicht angerauht war.) Ich überlege nur immer noch, ob ich den Stoff Januar 2005 gekauft habe oder Januar 2006… Fertig bin ich jedenfalls jetzt erst…

Den Schnitt vom Schnittbogen auf Folie durchzupausen war nicht schwierig. Laut Maßtabelle habe ich Größe 52 verwendet, das war bisher bei Burda auch sonst die richtige Größe. Was ich allerdings vergessen hatte (wie ich später beim Nähen merkte), waren die Reißverschlussbelege an Vorderteil und Ärmel. Die sind nur für die kleinste Größe eingezeichnet und wenn man eine andere Größe rauskopiert, übersieht man die schon mal, weil sich die Linien nirgendwo mehr kreuzen. Mir hätte es geholfen, wenn sie in der Schnittübersicht als einzelne Teile gezeichnet gewesen wären, dann hätte ich sie wohl nicht so leicht übersehen.

Genäht habe ich weitgehend nach der Burda-Anleitung und da mich Silvia an ihr Maschinchen ließ, habe ich mit der Overlock genäht. (Außer den nahtverdeckten Reißverschluss… den habe ich natürlich normal eingenäht, mit dem entsprechenden Nähfuß.)

Was ich nicht verstanden habe war, wie der Reißverschlussbeleg gearbeitet werden soll. Also habe ich den Beleg unten zusammengenäht und danach eingeschlagen von Hand auf das Reißverschlussband.

Beim Kragen bin ich in so weit abgewichen, daß ich keine Vlieseline aufgebügelt habe, sondern ein festes Stück Stoff an den Stellen, wo der Druckknopf eingeschlagen wird, eingeheftet habe. Bügeleisen war gerade keines zur Hand…

Dann hatte der Kragen noch ein Paßzeichen, von dem ich nicht wußte, wo es hin soll, aber ein gerades Stoffstück an einen Ausschnitt nähen schaffe ich auch so noch. Die Krageninnenkante habe ich von Hand eingeschlagen angenäht, hier geht aus der Anleitung nicht hervor, wie es gedacht ist. Da ich aber keine sichtbare Naht außen haben wollte, blieb mir da ohnehin keine Wahl.

Weiterhin habe ich die Säume nicht mit Zwillingsnadel genäht, sondern die Kanten mit der Ovi versäubert und die Säume danach mit den Dreifach-Geradstich meiner Maschine festgenäht. Das ist mein Standardverfahren für Shirts und gefällt mir in der Regel besser.

Als alles fertig war, kam die spannende Stunde der Wahrheit… die Anprobe. Wie schon gesagt, bei meinem Mann paßte Burda bislang leidlich gut und gerade ein Shirt ist ja nicht so „paßformsensibel“. Was mich allerdings schon mißbrauisch machte war, daß das Shirt (trotzdem die Seitennähte gleich lang waren) vorne etwas kürzer ist als hinten. Man kann das hinziehen, aber ganz optimal ist es nicht. Und der Effekt trat erst auf, nachdem der Kragen dran war…?

So war ich nicht mehr ganz überrascht, daß bei der Anprobe die Schulter-Kragenpartie nicht wirklich schön sitzt. Man kann es tragen, nicht „schlimmer“ als gekauft… aber irgendwie suboptimal. Und die Ärmel… sind schlappe 6cm zu lang. Daß ich Ärmel manchmal etwas kürzen muß, bin ich gewohnt… aber 6cm sind ein neuer Rekord. (Praktischerweise muß ich so aber wenigstens den Saum nicht auftrennen, sondern kann ihn einfach abschneiden. Dann sind es genau 6cm weniger… ). Unangenehm auch, daß die Reißverschlußbelege im Inneren recht lose rumschlabbern. Da mein Schatzi nicht so der Typ für stundenlanges zurechtrücken ist, muß ich da wohl auch noch mit ein paar (Hand)Fixierstichen ran.

Fazit: Ich bin von dem Schnitt etwas enttäuscht. Ich hatte mir einen Basisschnitt erhofft, nach dem ich noch mehr Shirts nähen könnte. Das ist er so auf keinen Fall. Mal sehen, ob ich versuche, ihn anzupassen oder ob ich lieber nach einem anderen Schnitt Ausschau halten.

Raffrollo kürzen – Teil 2

Mehrlänge abmessenJetzt brauche ich viel Platz, ich lasse den Raffrollo nämlich auf seine volle Länge (in dem Fall 210 cm) heraus und lege ihn gestreckt auf den Boden.

Nachdem ich die neue Länge mal abgemessen und mit einer Stecknadel markiert habe (Kleiner Tip: Da die meisten Maßbänder nur 150cm lang sind, stecke ich bei 150 cm eine Stecknadel. Muß ich später noch mal nachmessen, muß ich nur ab dieser Markierung neu messen, was deutlich einfacher und schneller geht.)

Damit die „Beschwerungsleiste“ wieder befestigt werden kann brauche ich einen neuen Stofftunnel. In meinem Fall bietet es sich an, die schon vorhandene Stofffalte zu nutzen. Ich die Breite des ursprünglichen Tunnels (in dem Fall 4,2cm), lege dann den Stoff an der Querfalte zusammen (auf dem Bild liegt die rechte Stoffseite oben) und messe 4,2cm mit dem Handmaß ab. Da kommen Stecknadeln rein. (Man kann es auch heften, es geht aber bei dem relativ steifen Stoff ebensogut ohne.)

neuen Tunnel faltenJetzt habe ich also einen 4,2cm breit abgesteckten „Kniff“. Und den klappe ich einfach nach oben.

Die „scharfe“ Bügelkante die der Stoff da schon hatte liegt also sichbar auf der rechten Stoffseite. Ich hoffe, man kann es in dem „Querschnitt“ auf

dem Bild erkennen: links auf dem Bild ist Richtung oben am Rollo, rechts ist Richtung unten. Die rechte Stoffseite zeigt nach oben, die linke liegt auf dem Bügelbrett. Nach rechts auf dem Bild erkennt man, wie sich ein „Säckchen“ auf der Rückseite des Rollos formt. Der spätere Tunnel für die Holzleiste.

knappkantig absteppenDann muß ich nur noch von der rechten Stoffseite aus die Falte knappkantig feststeppen.

Für diesen Schritt kann man auch das Rollo getrost wieder „hochziehen“, also klein machen. Das ist einfacher zu handhaben als 2 Meter Stoffbahn links von der Nadel.

Wer einen Kantensteppfuß hat, kann sich die Arbeit noch mal erleichtern, einfach die Falte an der Führung entlang laufen lassen und die Nadelposition um eine oder zwei Stellen nach rechts versetzen. Anschließend einmal drüberbügeln, damit der Tunnel so flach wie möglich ist.

Jetzt wird es richtig ernst. Bis hierher war alles korrigierbar, aber nun muß die Schere zum Einsatz kommen. Ich messe endgültig die fertige Länge. (Nach dem Nähen des Tunnels, denn falls ich da etwas schlampig messe oder arbeite, dann wirkt sich das nicht negativ auf die Gesamtlänge aus.) Plus 2 cm für den Saum. Die Linie zeichne ich im rechten Winkel zur Seitenkante mit Hilfe eines großen Geodreiecks an, überprüfe durch gegen Winkelmessung an der anderen Seitenkante, ob es wirklich gerade ist.

Da ich dabei merke, daß die Seitennähte nicht ganz gerade sind, korrigiere ich den Rest nach Augemaß. Ein 50cm langes Lineal ist bei den 50 cm breiten Vorhängen hilfreich. Dann anzeichnen und abschneiden.

Saum umbügelnBeim Umbügeln des Saumes ist das Handmaß wieder eine große Hilfe. Den Stoff mit der rechten Seite aufs Bügelbrett legen und die Kante so nach oben umklappen, daß sie genau auf die 2 cm-Markierung des Handmaßes trifft. Dann festhalten, das Handmaß entfernen (das ist wichtig, denn das Handmaß ist aus Kunststoff und nicht hitzefest…) und vorsichtig punktuell bügeln. (Vorsichtig, um die Finger nicht mit zu bügeln, denen bekommt das nicht gut. g)

Das Handmaß eine Handbreit entfernt wieder anlegen, Stoffkante 2cm breit umlegen, bügeln,… etc. Am Ende einmal über den ganzen Saum bügeln.

Wer nicht gerne mit dem Bügeleisen in der Nähe der eigenen Finger rumhantiert, der kann natürlich auch zuerst einen 2cm breiten Saum feststecken und dann bügeln. Da muß man allerdings darauf achten, daß man keine Abdrücke der Nadelköpfe einbügelt. Und natürlich nur Glaskopf oder Stahlkopfstecknadeln verwenden!

Ich fange nicht direkt an der Seitennaht an, sondern ein Stück zur Mitte hin und arbeite mich dann von dort aus zu den beiden Seiten hin. Denn durch die Stofflagen der Säume der seitlichen Rollokanten legen sich diese etwas anders als die einfache Stofflage des übrigen Stoffes und es ist einfacher, die Kanten als letztes dem restlichen Saum anzupassen als umgekehrt.

Saum umbügelnDann wird der Saum ein zweites Mal eingeschlagen, so daß die Schnittkante zwischen den Stofflagen liegt und nicht ausfransen kann.

Auch da kann man sich mit den Fingern Stück für Stück vorarbeiten und gleich mit dem Bügeleisen fixieren.

Saum absteppenUnd dann ist es schon fast geschafft. Der Saum wird von der linken Seite her gesteppt (also auf einen farblich passenden Unterfaden achten, denn der liegt hinterher sichtbar auf der rechten Seite des Raffrollos), wobei der Kantenfuß wieder gute Dienste leistet.

Anschließend die anfänglich entfernte Holzleiste wieder in den neuen Tunnel stecken, fertig! Ein Schnitt, zwei Nähte, ganz einfach eben. 🙂

Anonyme Ansichtskarten

Nachdem jetzt auch das letzte Bundesland in die Ferien gegangen ist herrscht Hochsaison. Und sie trudeln ein, die bunten Karten aus aller Welt, mit mehr oder weniger aufregenden Botschaften.

„Das Wetter ist toll.“

„Der Strand ist sauber.“

„Der Wein schmeckt super.“

„Gestern wurde unser Auto aufgebrochen, aber wir bleiben trotzdem.“

„Viele Grüße aus dem Urlaub sendet Susanne/ Sabine/ Andrea/ Christine….“

Ja. Und jetzt? Dummerweise sind das alles häufige Vornamen. Ich kenne mehr als eine Trägerin gleichen Namens. So enthält mein Adressbuch mindestens fünf Susannen, sieben Sabinen und acht Andreas.

Steigerbar ist dies noch durch Unterschriften wie Tina (Christina? Martina?), Andi (Andreas oder Andrea?) oder Chris (Christian? Christine? Christoph? Christiane?).

Manchmal kann man ja zwei oder mehr Unterschriften entziffern und so man über die aktuellen Familienverhältnisse auf dem laufenden ist, aus der Kombination den richtigen Absender erschließen. (Susanne mit Ehemann und drei Kindern… ja, klar!)

Andere sind ihrem Urlaubsressort sehr treu. (Karte von Sabine aus diesem spanischen Dorf… aber sicher doch!)

Früher hatte ich oft noch Briefe, mit deren Hilfe ich einen Schriftvergleich durchführen konnte. Aber im Zeitalter von Email und Forenkommunikation kenne ich die Handschrift der meisten meiner Freunde und Bekannten gar nicht mehr. Und schon gar nicht so gut, daß ich aus den meist auf dem Schoß, einem Felsen am Berg oder dem winzigen Tisch im Strandcafe gekrakelten Glyphen auf den Absender schließen könnte.

Also meine lieben Freunde, wenn ich mich nicht für euere Karte bedanke… dann konnte ich sie nicht zuordnen. :o)

Raffrollo kürzen – Teil 1

Eigentlich hasse ich ändern. Auftrennen, neu nähen, ausmessen…. und am Ende hätte man es in der gleichen Zeit auch ganz neu nähen können.

Andererseits… es gab bei Leroy Merlin ein fast zu unserem Fenster passendes Raffrollo. Die Breite stimmte, die Farbe stimmte, nur die Länge stimmte nicht. Und der Wellenrand am unteren Ende störte. Mit so was hab“ ich“s nicht so. (Das gleiche Modell gab es auch ohne den Wellenrand, aber nicht in diesem frischen Apfelgrün.) Der Preis stimmte auch, sehr sogar.

RaffrolloUnd Raffrollo nähen… macht ebenfalls jede Menge Arbeit, inklusive Holzstangen passend sägen. (Ich hab schon mal so was genäht, daher weiß ich das so genau.) Also habe ich mich diesmal für das Ändern entschieden.

Und es war eine gute Entscheidung, denn sie Sache war mit einem Schnitt und zwei Nähten erledigt. Schnell, einfach und auch von wenig erfahrenen Näherinnen zu bewältigen. Ich habe mich entschlossen, die Raffrollos von unten zu kürzen, da ich den Wellenrand ohnehin loswerden wollte, bot sich das an. Es geht natürlich auch von oben her, das ist etwas aufwendiger.

Raffrollo, MechanikHier die Rückseite des Rollos. Den oberen Teil der Mechanik mit der Führung für die Zugbänder habe ich in Ruhe gelassen. Wichtig ist der untere Teil.

RaffrolloIn einem Tunnel liegt eine schmale Holzleiste, die als Gewicht dient, damit das Rollo sich auch schön nach unten schließt. Die muß zwar später wieder rein, aber als erstes ziehe ich sie raus. Ich habe Glück, denn die Tunnels sind an den Seiten offen, so daß ich nichts auftrennen muß.

RaffrolloAnschließend muß ich etwas „trennen“, nämlich die Knoten, mit denen das Rolloseil an der untersten Öse befestigt ist.

Bevor sich der Rollo ganz ausfädeln kann knote ich das Seil in der jeweils darüberliegenden Öse wieder an. Kürzen des Seiles spare ich mir, denn länger als das Raffrollo am ende ist, kann die Schnur auch nicht nachgeben.

Danach kann ich den „ausgeknoteten“ Teil der Gardine aufklappen. In meinem Fall war der Rollo nur um gut 30cm zu kürzen, da genügte es eine „Faltung“ abzuschneiden. Will man mehr kürzen, muß man ggf. mehrere „Faltungen“ lösen und das Seil weiter oben wieder anknüpfen.

Knoten am RolloWer (wie ich) wenig Ahnung von Seemansknoten oder anderen stabilen Knüpftechniken hat ist übrigens gut beraten, die vorhandenen Knoten vor dem aufknüpfen genau zu betrachten, damit das wieder anknoten genauso stabil erfolgt.

Eine Standardtechnik scheint es allerdings nicht zu geben, denn die vier Knoten, die ich geöffnet habe, waren auf dreierlei verschiedene Arten gebunden. gg Grundkenntnisse in Makramee helfen auch beim neu verknoten. Und ich habe noch mit einem Tröpfchen Fray-Check gesichert….

Bevor ich jetzt mit Schneiden und nähen ernst mache, klappe ich mal probeweise das, was ich hinterher wegschneiden will ein, stecke es fest und ziehen den Rollo hoch. So kann ich kontrollieren, wie weit er im geöffneten Zustand herunterhängen wird. Nicht daß das Fenster hinterher kein Licht mehr bekommt… (Wenn der hochgezogene Vorhang durch das kürzen und Neuverknoten sehrviel länger wird, muß man überlegen, ihn doch von oben zu kürzen. Aber ich habe Glück, da ich ungefähr so viel kürze wie eine „Falte“ zwischen zwei Ösen tief ist, hängt der geöffnete Rolle am Ende ähnlich weit herunter wie ursprünglich. )