Burdastyle, 3/2011, Modell 144 (Jacke)

English Version is on Pattern Review.

Jacke BurdastyleEndlich fertig und ich komme dazu, auch darüber zu schreiben. Bzw. abschließend zu schreiben, rumgeärgert habe ich mich mit der Jacke ja genug.

Ich habe den Schnitt in Größe 48 verwendet, wobei ich zur Hüfte dann auf 50 erweitert habe.

Meine üblichen Änderungen kamen zum Einsatz: oberhalb der Taille 1,5cm kürzen und im Vorderteil eine FBA einfügen. Dann die Schultern um 1cm verschmälern. (Was durch die Schulternpassenteile gut ging.)

Als Material habe ich einen elastischen Wollstoff verwendet, den ich von Hüco Stoffe in Berlin mitgebracht hatte. Der war nicht in jeder Hinsicht optimal, weil sich Wolle mit Elasthan nicht so gut bügeln läßt. Das Futter kommt aus gleicher Quelle, weil ich es unbedingt gestreift haben wollte, habe ich mich mit einem Polyesterfutter begnügt.  Ursprünglich wollte ich ja eher ein waschbares Material, habe dann aber nichts nach meinen Farb- und sonstigen Wünschen gefunden und so wurde es Wolle. Den Kontrast zu dem sportlichen Schnitt finde ich ja gut.

Weniger vergnüglich war es, die Schnitteile herauszukopieren, weil es einfach sehr viele waren.

Die von Burda vorgeschlagenen Einlagen sind m.E. einfach lächerlich (G785 haftet zwar gut auf allem, aber das heißt nicht, daß es für alles die beste Variante ist), dazu kommt, daß man der mikroskopisch kleinen Schemazeichnung tatsächlich nicht entnehmen kann, wie breit die Einlage auf den Vorderteilen nun genau sein soll. Ich habe noch versucht, das im Burdaforum zu klären, aber da gab es als Antwort nur das Zitat der Anleitung (die ich ja gelesen hatte) und das Angebot, doch anzurufen. Also habe ich die Einlagen nach eigenem Gutdünken gemacht. Wie genau habe ich hier ja schon ausführlich beschrieben. Im Ergebnis würde ich sagen, das war auch gut so.

Auch sonst war ich diesmal mit der Anleitung weniger zufrieden, als sonst. (Bislang fand ich Burda zwar eigen, aber korrekt.) Einmal viel Gehoppele, Reißverschluss wie hier, Futter wie da,… und dann auch einige Stellen in den Details, wo ich entweder gerne genauer gewußt hätte, in welcher Reihenfolge ich das jetzt genau machen soll, weil es einen Unterschied macht (Blasebalgtaschen) oder wo ich bei späteren Arbeitschritten merkte, daß ich das besser noch nicht gemacht hätte, daß ich mit der Nahtzugabe noch was anderes hätte machen sollen… Der Reißverschluss ließ mir die Möglichkeit, ihn entweder so einzunähen, wie in der Anleitung angegeben oder so, daß die vorderen Mitten wirklich übereinander waren. Da ich die Vorderteile brav  mit Faden und Durchschlagen markiert hatte, weiß ich diesmal nicht, wo der Fehler lag. Vielleicht hatte ich einen Reißverschluss von der falschen Firma?

Für das Futter habe ich dann auch neue Schnitteile gebastelt, die die Schulterpassen gleich dran haben. Da von letzteren eh nicht viel übrig ist, wenn man die Besätze weg rechnet, schien mir das doch sinnvoller.

Auch habe ich das Futter nur entlang der Besätze mit der Maschine eingenäht, Säume und Schlitze dann von Hand. (Ob die Anleitung wirklich funktioniert oder ob da vorherige Absteppungen im Weg sind kann ich also nicht sagen.)

TaschenbefestigungWas ich leider erst gesehen habe, als ich mit den Taschen schon fertig war: Die Anleitung läßt einen alle vier mühsam genähten Blasbalgtaschen mitsamt den Klappen zunähen! Bei den Brusttaschen geht das okay, an der Stelle will ich ohnehin nicht noch was rein tun, aber bei den großen Taschen ist das m.E. völliger Mist.

Das habe ich auch nicht gemacht, hatte damit aber das Problem, daß die Taschenkanten nicht abgesteppt sind und daher natürlich nicht sehr stabil sind. Ich hatte mich schon gewundert, warum die nicht abgesteppt werden, aber da ich sehr selten Blasebalgtaschen nähe, dachte ich, Burda wüßte das besser als ich… Naja, nicht wirklich. Ich habe die Falte jetzt mit kleinen transparenten Druckknöpfen variabel befestigt und die Taschenklappen (die auch nicht abgesteppt sind) mit ein paar unsichtbaren Handstichen befestigt.

InnentascheZusätzlich eingearbeitet habe ich eine Innentasche, die ich diesmal mit reichlich Webband stabilisiert habe. (Der Futterstoff ist nicht sehr stabil.)

Außerdem habe ich festgestellt, daß sich das Webband auch hervorragend eignet, um das kleine Stück Vorderteilbesatz zu verstecken, das sonst immer unter dem Futter hervorlugt.

Bei der letzten Anprobe zeigte sich dann noch, daß sie unteren Ecken der oberen Taschen lustig nach vorne standen. Das könnte mit der FBA unter der Tasche zu tun haben. Oder auch nicht. Das war jedenfalls mit wenigen Handstichen zu lösen.

Und auch wenn ich mit dem Herstellungsprozess nicht ganz glücklich bin, das Ergebnis gefällt mir gut. An der Brust ist die Jacke allerdings enger, als ich erwartet hätte…. Trotz FBA.

Aber es geht zu, gefällt mir und dürfte auch schön kuschlig sein, wenn es wieder kühler wird. 🙂

Der Reißverschluss, der mich in den Wahnsinn trieb…

The zipper that nearly drove me insane…

… ist jetzt drin.

… ist finally done.

Man sollte meinen, daß ich einen Reißverschluss einnähen kann… aber dieser… Zuerst einmal stellte ich fest, wenn ich den Reißverschluss einnähe, wie geplant, dann treffen die vorderen Mitten aber nicht aufeinander. Woran das liegt, kann ich nicht sagen. Eventuell hat mein Reißverschluss eine andere Breite, als in der Anleitung vorgesehen. Einen farblich passenden Zwei-Wege-Reißverschluss gab es natürlich nicht, also wurde es ein teilbarer Metallreißverschluss. (Der auch etwas zu schwer ist, aber ich habe ja zum Glück mehr Verstärkung eingebaut.)

I should be able to sew in a zipper, shouldn’t I? But this one… First thing was that I found out that if I am sewing the zipper at the position the pattern indicates the middle front does not overlap correctly. Why this? I don’t know. Maybe because my zipper has a different width? I couldn’t get a 2-way zipper in a matching color, so I took an ordinary metal zipper for jackets. (Which is also a bit too heavy, but luckily my interfacing is stronger than what Burda wanted.)

Also habe ich den Reißverschluss auf der rechten Seite etwas versetzt. Dann paßte natürlich der angeschnittene Übertritt nicht mehr zum Kragen. Also alles wieder ab (nachdem die Belege auch schon dran waren und die Naht mit farblich exakt passendem Garn sehr schön gebügelt gewesen war). Und wieder hin.

So I changed the position of the zip at the right front a bit. But then the cut on overlap didn’t fit the collar. So „unsewing“ everything. (Of course I only found out after I had sewn on the facings. And the thread has an exactely matching color with the fabric and I had melted the stitches very well with pressing.) And sewing on again.

Die linke Seite ließ mich hingegen etwa eine Stunde über der Anleitung grübeln… Untertritt? Welcher Untertritt? Wie soll das gehen? Wo soll der her kommen? Dauerte also nur ein Stunde, bis ich drauf kam, daß ich da noch einen Stoffstreifen zugeschnitten hatte….

The left front let me read the instructions over and over again for one hour… Underlap? Which underlap? How shall that go? Took only one hour until I remembered that there is another strip of fabric that I had cut…

Generell fand ich die Anleitung nicht wirklich übersichtlich, aber letztlich kommt man damit zum Ziel. Sogar ich.

The instructions were not best arranged, but finially they lead to the right result. Even me.

Jetzt macht die Jacke allerdings erst schon seit einiger Zeit Pause, denn ich werkle grade an einem „mal schnell“ Projekt bis Mitte Juli. Kleid und Jacke… deswegen war es auch so still hier, ich mußte mal dringend nähen, statt schreiben. 😉

But now the jacket is on „sewing break“ again. Already for a while. I need a dress and a jacket until mid july.  That is also why I have not been blogging so much, needed more time for sewing. 😉

Einlage, wie Burda sie sich nicht vorstellt

Interfacing as Burda does not plan it

Zunächst mal müßt ihr diese Bilder nur deswegen ansehen, weil man im Burdaforum keine Bilder hochladen kann. Also muß ich es hier tun, um es dort verlinken zu können.

First of all you have to look at those pictures because you can’t upload pictures to the Burda forum. So I have to show them here to link them over there.

Ich arbeite ja an der Jacke 143 aus der Burda 03/2011 und die Einlagen, die Burda dafür vorsieht sind nur G785. Zwar ist das original Baumwollgabardine und meine aus Wolle, aber ich finde trotzdem, daß G785 ein wenig… „wenig“ ist. Also habe ich am Vorderteil die Schulterpartie mit Seidenorganza verstärkt. Dadurch kommt die Stepperei auch etwas plastischer raus. Außerdem gibt es vorne entlang Streifen, die Jeweils von der Umbruchkante ins Teil hinein ragen.

I am working on the jacket 143 from Burda 03/2011 and I was not happy with the interfacing Burda considered. I like G785, but for a jacket I think it’s to soft. (Burda is using cotton gabardine and I have a woolen fabric, but still…) So I’ve interfaced the front shoulders with silk organza. This also makes the topstitching nicer. I also added some stripes to the fronts. They start at the foldlines towards the sides.

Das Rückenteil hat eine Rückenverstärkung. Dazu mußte ich einen Abnäher nähen, denn durch das schmaler machen der Schultern passen meine Schulterpassen nämlich nicht mehr „grade“ an die Rückenteile. (Für die Abnäher habe ich die Stoffe einfach aufeinander gelegt und von rechts drüber genäht. Ebenso die Rückennaht.)

For the back interfacing I also used silk organza. Since I’ve shortened the shoulder seams my yoke parts don’t fit flat to the back parts, so I had to add a dart. (To sew the dart I’ve just overlapped the fabric and sewn over it with a zigzag seam. Same for the back seam.)

Der Außenkragen wird ebenso verstärkt, wie auch die Taschenklappen. Ich mag das einfach lieber so.

Same interfacing for the outer collar and for the pocket flaps. I like it better like that.