Fundstücke vom Weihnachtsmarkt

Findings from the Christmas Market

Zu Weihnachtsmärkten habe ich ja ein etwas gespaltenes Verhältnis. Einerseits mag ich sie sehr gerne, mag es, die vielen schönen handwerklichen Werke zu sehen (nicht immer leicht zu finden, unter der industriellen Massenfertigung), den Geruch nach Glühwein, Würstchen, Waffeln, Maronen, Schokoladenfrüchten,… Andererseits mag ich es nicht mehr, wenn man vor lauter Menschenmengen nicht mehr da stehen bleiben kann, wo man möchte und nicht mehr weiter laufen, wenn man es möchte.

My feeling about Christmas markets are a bit mixed. I absolutely love strolling there, admireing the crafted things in individual designs (often hard to find between boring industrial production), love the smell for spiced wine, grilled saussages, wafers, fruits in chocolate, marrons,… But what I do not like is, if there are so many people that I can’t stop where I want to and can’t walk on, if I want to.

Nun hatte ich aber am Freitag nicht wirklich die Wahl, denn ich mußte von A nach B und einer der Kölner Weihnachtsmärkte lag dazwischen. Dann konnte ich den Besuch genauso gut genießen.

Now on Friday I didn’t really have the choice, because I had to get from A to be and one of the Cologne Christmas Markets was right between. So I decided to enjoy the visit anyhow.

Und so fand ich dann, eher unerwartet, auch einen Stand mit Kurzwaren. Mit „vintage“ Material, um genau zu sein.

So I found, a little unexpectetly, a booth with notion. Vintage notions.

Da wanderte dann zum einen dieses Webband mit der Eisenbahn in meine Tasche.

So this ribbon with an old fashioned railroad locomotive became mine.

Und noch weniger vorbeigehen konnte ich an diesem Set mit kleinen Glasknöpfen. Die Aufnahme ist im Macromodus, damit man die feine Struktur erkennt. Die Knöpfe haben die Größe kleiner Blusenknöpfe. Ich glaube, so etwas findet man heute nicht mehr. Diese hier sind aus den 1950er oder 1960er Jahren aus Neugablonz. (Und ich habe zwei Sets gekauft.)

And what I also absolutely had to buy were those tiny glass buttons. The photo was taken in „macro“ mode, so you could see the details. The real size is a small shirt button. I don’t think you could find that today. Those were made in the 105ßs or 1960s in Neugablonz. (And I’ve purchased two sets.)

Allen Kölnern (und denen, die vor Weihnachten noch in diese Stadt kommen) sei also der „Weihnachtsmarkt der Heinzel“ ans Herz gelegt. Zwischen Heumarkt und Alter Markt sind die Boden der „Antikgasse“, wo es nicht nur alten (Mode)Schmuck gibt, sondern auch einen Stand mit schönen alten Bändern, Knöpfen und noch so allerlei. Zu sehr mäßigen Preisen, wie ich finde.

So if you happen to be in Cologne you should check the „Heinzel Christmas Market“. Between Heumarkt and Alter Markt are some booths grouped together as „Antikgasse“ where not only antique bijoux are sold, but also one dealer has those nice vintage notions of all kinds. And the prices were extremely reasonable. 

Stoffshopping in Berlin: Wochenmarkt am Maybachufer

Fabric shopping in Berlin: Maybachufer Market (You find the English version on Pattern Review.)

(Im Grunde genommen bräuchte ich gar nichts zu schreiben, denn Lucy hat eigentlich schon alles erzählt, aber ich muß ja immer meinen eigenen Senf dazu geben…)

Markt mit Berliner HobbyschneiderinnenNormalerweise geht man auf den Wochenmarkt um Obst und Gemüse zu kaufen, aber in Berlin ist das etwas anders. Zumindest in Neukölln gibt es auch Stoffe und Kurzwaren in rauen Mengen.

Die Preise sind beinahe unfassbar, bei 1 EUR/m geht es los und um sich um die 10 EUR/m Marke herum zu bewegen muß man schon Wollwalk kaufen. Auch Kurzwaren, Garne, Reißverschlüsse, Borten und Bänder gibt es schon für wenig Geld. Schöne bedruckte Baumwollstoffe habe ich für 4 EUR/m gesehen, aber auch teurer. Preise hängen meist keine dran, da muß man fragen.

Die Qualität ist natürlich entsprechend. Sprich man muß genau hingucken, ob das was man in der Hand hat den eigenen Wünschen entspricht. Und wie das auf solchen Märkten ist gibt es nicht immer das Gleiche. Mal dies mal jenes und was weg ist weg. (Und es ist nicht alles automatisch am billigsten, die afrikanischen Batikstoffe bekomme ich in Paris günstiger.)

Daß ich die Gelegenheit genutzt habe, ein paar Berliner Hobbyschneiderinnen kennen zu lernen ist klar, oder? Was als Mittagsveranstaltung begann wurde ein toller Mädelsabend. *g*

StoffDa ich ja hart daran arbeite, meine Stofftruhe nicht vollends zum Platzen zu bringen habe ich mich zurückgehalten. Ich versuche ja, nur noch projektbezogen zu kaufen.

Ganz mit leeren Händen bin ich hingegen doch nicht gegangen.

Für 4 EUR/m wanderten einige Meter dieser gemusterten Polyester“seide“ in meine Tasche. Nein, ich habe nicht vor, so rumzulaufen. Aber ich erwäge, mir dieses Kleid für die Hochzeit meines Bruders zu nähen, kann aber null abschätzen, ob es komplett doof aussieht oder doch auch in meiner Größe noch gut. Der Schnitt gibt die Größe her… und wenn man was komplett Neues ausprobieren will, dann bleibt manchmal nur, ins kalte Wasser zu springen und es zu testen. Aber bitte mit einem nicht allzuteuren Stoff…

BänderKomplett aus der „brauche ich eigentlich nicht“ Fraktion sind die Bänder.

Das schwarze Ton ind Ton gemusterte Band mit Rosen konnte ich nicht liegen lassen und für 1 EUR/m mußten auch die Erdbeeren mit. Und damit sich die nicht langweilen noch einige Kirschen und Äpfel mit dazu. (Da sieht man dem Band auch an, daß es nicht die höchste Qualität ist. Aber für eine nette Deko kann es dennoch mal herhalten.)

Adresse: Maybachufer, Ecke Kottbusser Damm

Öffnungszeiten: Dienstag und Freitag, 11.30-18.00 Uhr. (Es gibt wohl seit kurzem auch eine Samstagsversion des Marktes mit noch mehr Stoffständen, die habe ich aber nicht gesehen, kann also auch nichts dazu sagen.)

Frisches-Shopping in Paris: Marché Auguste-Blanqui

Sucht man in Paris nach frischem Obst oder Gemüse geht man auf den Markt. Jedes Arrondissement hat mindestens einen, insgesamt sind es um die 80. Manche finden nur zwei Mal in der Woche statt, andere täglich, von Dienstag bis Sonntag. (Nur Montags ist kein Markt.

Einer meiner Lieblingsmärkte ist Marché Auguste-Blanqui. Man steigt an einem Sonntag Morgen aus an der Place d’Italie aus der Métro und hat nach wenigen Schritten das Gefühl, auf einem französischen Dorfmarkt zu stehen. Die Stände sind auf dem Bürgersteig aufgereiht und stehen unter großen Bäumen. Dazwischen schieben sich eifrig wuselnd Kunden aller Altersstufen. Kinder werden im Kinderwagen durchgeschoben, andere ziehen einen Hackenporsche nach und dem stabilen Krückstock des rüstigen Seniors mit „Cabas“ weicht man besser aus.

Liebevoll aufgestapelt borden die Stände schier über von Obst und Gemüse, doch genauso gibt es Fleisch, Brot und Kuchen, eingelegte Oliven, Kräuter und Gewürze, orientalische Spezialitäten von Hoummus bis Datteln, eingelegte Oliven in allen Geschmacksrichtungen,…. genauso wie Wein oder Käse. Und wer nicht selber kochen mag, versorgt sich mit libanesischer Pizza, gegrilltem Huhn oder Accras. Zum Aufwärmen Zuhause oder einfach zum sofortigen Verzehr.

Dieser Markt ist weder der billigste noch der luxuriöseste, aber ein Markt mit vernünftiger Qualität, die durchweg ihren Preis wert ist. Im oberen Teil, näher an der Place d’Italie sind die billigeren Stände. Hier ist das Obst oft noch unreif oder das Gemüse muß dringend verbraucht werden (was kein Nachteil ist, wenn man es ohnehin sofort kochen wollte) und es kommt eher aus billiger Treibhausproduktion in Spanien oder Holland. Doch die günstigen Preise ermöglichen eben auch weniger begüterten eine gesunde und frische Mahlzeit zuzubereiten.

Wir kaufen meist eher am anderen Ende des Marktes. Die Preise sind meist etwas höher, aber die Qualität dann auch besser. Hier liegen zur Saison die frischen Aprikosen aus der Provence, die Erdbeeren aus der Sologne, Hühner aus der Bresse, eine exzellente Auswahl an Rohmilchkäsen,… Auch ein in den letzten Jahren deutlich gewachsener Stand mit Biogemüse und -obst hat sich angesiedelt. Und wem das alles nicht reicht: Es gibt auch frischen Fisch, Saussicon, verschiedene Honigsorten, hausgemachte Marmeladen,… Wir kaufen eigentlich immer mehr als wir während unseres Aufenthaltes essen können. Aber da die Ware frisch ist, überlebt sie den Transport nach Deutschland in der Regel gut. 😉

Adresse: Boulevard Auguste Blanqui zwischen Place d’Italie und rue Barrault, 70013 Paris. Dienstag und Freitag: 7.00 – 14.30 Uhr, Sonntag 7.00 – 15.00 Uhr (Métro : Corvisart, Place d’Italie)