Revue de Presse: Threads July 2018 (197)

Titel Threads MagazineDa es mit dem Nähen oder gar Fertigstellen im Moment ja immer noch mau aussieht, kann ich mich mal der aktuellen Threads zuwenden. Der Titel ist ja vom Bild her meist wenig aussagekräftig, aber die Überschriften versprechen einiges. „Challenge Winners“ mag ich ja immer. Paspelknopflöcher sind auch ein interessantes Thema und Schnittanpassung eh. Also mal gucken.

Aber erst mal die Frage an die Autoren der Ausgabe, was für sie die Hauptkennzeichen eines gut genähten Kleidungsstückes sind. Äh… gute Verarbeitung, jeweils passend zu Schnitt und Material? Einig sind sich die Antworten diesmal in einem Punkt: gut ausgebügelt ist wichtig. Da kann ich nicht widersprechen.

Das Editorial erzählt was davon, daß sie eine Nähgemeinschaft für Leute sein wollen, die sich nicht unbedingt persönlich sehen und kennen müssen. Nicht so falsch, auch wenn eine Zeitschrift immer etwas einseitige Kommunikation ist.

Dann die Leserbriefe…. diesmal der eine oder andere interessante Aspekt und nicht nur unreflektiertes Lob.

Die „tips“ lösen hingegen mal wieder Probleme, die ich nicht habe. Oder sind Varianten, die ich schon so oder so ähnlich kenne.

Genauso geht es mir mit der Produktvorstellung unter „notions“. Aber immerhin haben die Sachen alles was mit Nähen zu tun, der Rest ist meist Geschmackssache.

Das „fabric lab“ wendet sich dem thema „crinkled cloth“ zu. Das ist aus meiner Sicht wieder ein weniger systematischer und offener Ansatz, weil das eine ganze Menge unterschiedlicher Sachen bedeuten kann. Hilft einem aber weiter, wennm an im Stoffgeschäft davor steht. (Mehr oder weniger, weil man natürlich nicht immer die Information bekommt, ob der Effekt eingewebt oder nachträglich zugefügt ist.)

„Embellishments“ ist ja generell nicht so mein Thema, aber die Amis sind da wohl etwas obsessiv, wenn es darum geht, Kanten noch irgendeine Deko zu verpassen. Andererseits ist Techniken kennen nie schlecht, manchmal braucht man sie dann doch.

„How did they do that?“ ist diesmal der handrollierte Saum. Den würde ich ja unter „Basistechniken“ verorten, aber gut. Immerhin drei verschiedene Technien, ihn zu nähen. Da ich das demnächst auch mal wieder vor habe, könnte ich ja mal testen…

Die „pattern reviews“… ein Herrenhemd gibt sie die Ehre und das Teil, was ich gerne genäht sehen würde (von Style Arc) ist nicht dabei.

Dann kommt endlich das Augenfutter, die Knit Fabric Challenge. Drei verschiedene Strickstoffe/Jersey mußten verwendet werden und ein Outfit kreiert, das entweder zum Ausgehen oder für einen formalen beruflichen Kontext funktioniert. Mein Favorit ist „a touch of red“, weil das drei Stoffe und Stickerei tatsächlich so kombiniert, daß nichts daon absichtsvoll aussieht, sondern einfach nur stimmig und korrekt angezogen.

Sehr ausführlich und mit vielen Bildern die Methode für Paspelknopflöcher. Sie kommt mir ja ziemlich aufwendig vor… aber könnte zumindest bei Stoffen, die halbwegs gut die Form halten funktionieren. Vielleicht probiere ich das aus Neugier mal aus.

Dann das ewige Thema, wie man an verstürzten Kanten die Naht nicht auf der Oberseite hat. Dass das, wie die Autorin schreibt, in Nähbüchern so wenig behandelt wird, kann ich jetzt nicht sagen, aber vermutlich hat sie andere Bücher als ich. Und beim Saum hat sie noch eine Variante, die ich noch nicht kannte.

Auch nicht wahnsinig innovativ, wie man einen Reißverschluss von beiden Seiten „schön“ bekommt, wenn das Kleidungsstück kein Futter hat. Nach außen kippen und Borte drüber nähen. Äh ja… das war ich ja noch nie drauf gekommen. (Und das Design muß zu einer Borte außen drauf passen…)

Ein Beispiel für wirklich gute Werbung ist dann aber „Fitting Revelations“ was man aus den Falten an gekaufter Kleidung über die eigenen Figurebesonderheiten ablesen kann. Natürlich gibt es das als wesentlich ausführlicheres Buch (mal gucken, ob ich dem widerstehen kann…), aber auch der Artikel hat viele aussagekräftige Photos und Erklärungen. Man lernt aus dem Artikel schon was… das macht doch mehr Lust auf ein Buch, als nur ein paar trockene Versprechungen, oder?

Noch mehr Augenfutter dann im Artikel über Parson-Meares, die Kostüme herstellen, vor allem für Broadway Shows. Sie verraten sogar ein paar ihrer Techniken… sehr beeindruckend und schön anzusehen.

„Essential techniques“ sind nein, nicht der Rollsaum, sondern Rollschneider. Ja… gibt halt unterschiedliche. Am besten gefällt mir ja der Satz, daß sie die Schere nicht ersetzen…

Das Thema „Pattern Hack“ finde ich ja nach wie vor generell gut. Die komische Klappe am Rücken, die diesmal gezeigt wird, ist aber nicht so mein Geschmack.

Auch Reparaturen sind nicht so mein Liebling… „Sewing Saves“ zeigt den Austausch von Manteltaschen. Zum Glück habe ich selten Probleme mit ausgerissenen Taschen.

Ja und dann haben wir schon wieder unser nettes Nähgeschichtchen und die „Up Close“ Nahaufnahme. Das Kledi sit von 1935, könnte aber mit den Volants und den Blumemuster auch fast aus der aktuellen Kollektion sein. Nur die ausgearbeitet Vorderseite verrät die Zeit. (Es sei denn, es wäre aktuell als „vintage inspired“ gemacht…)

In Summe für mich wieder ein paar ganz tolle Themen…

Wann kommt das nächste Heft? 😉

Revue de Presse: Threads May 2018 (196)

Titel Threads MagazineDa die Juliausgabe der Threads inzwischen hier liegt, ist es ein guter Zeitpunkt, sich mal mit der Mai-Ausgabe zu befassen…. Hosen die passen werden versprochen, ein Thema, das immer geht. Und das gezeigte Top aus einem Stoff mit Lochstickerei lässt auf Tips zu diesem Trendthema hoffen.

Die Autoren der Ausgabe bekommen diesmal die Frage, wer ihr bester Mentor war, was das Nähen betrifft. Solche Fragen finde ich für mich immer schwierig… was heißt schon „bester“? Ich nehme von vielen Leuten was mit. (Besonders prägend war natürlich meine Oma… aber das ist ohnehin eine spezielle Kategorie.)

Mit der Hosenfrage befasst sich diesmal das Editorial besonders ausfühlich. Na mal sehen…

Dann die Leserbriefe… wobei ich mich diesmal mit einem Satz sehr stark identifizieren kann… eine Leserin schätzt besonders, das Threads so viele unterschiedliche Techniken zum gleichen Thema zeigt. Das geht mir wirklich genau so.

Der „Best Tip“ ist diesmal explizit nichts für mich… über Klebeband drübernähen habe ich schon gemacht, ich finde es aber immer extrem lästig, das wieder völlig unter den Nähten rauszupfriemeln. Auch der Rest löst keine Probleme, die ich habe.

Von den „notion“ finde ich das Buch am Interessantesten. Von Natalie Chanin, über Stiche von Hand… (mache ich ja nicht oft, fasziniert mich aber trotzdem.)

Das „fabric lab“ befasst sich diesmal mit dem Thema Lochstickerei. Da es diese Stoffe aus sehr unterschiedlichen Materialien und in verschiedenen Designs gibt, kann man natürlich keine so lexikalisch systematischeBeschreibung hinbekommen wie für manch anderen Stoff. Aber es gibt nützliche Grundlagentips, auch zur Verarbeitung.

„Embellishments“ sind ja generell nicht so mein Thema und warum ich Zickzackborte jetzt auch noch miteinander verweben sollte… Aber gut, wer weiß, vielleicht kommt noch mal ein Projekt, wo ich dann denke, daß es da toll hin passt. Sind ja alles nur Techniken, welches Design das dann wird, entscheidet die Umsetzung.

Um so genauer interessiert mich das „how did they do that?“ Hier geht es und rund eingesetzte Stoffstreifen an einem Oberteil. Gerade uni ist das ein tolles Detail und genau nach meinem Geschmack. Das sollte ich für die nächste schlichte Jacke mal im Blick behalten.

Dann kommen die „Pattern Reviews“. Die Firma „Paprika Patterns“ kenne ich nicht, aber der „Jade“ Rock gefällt mir gut. Leider nur in den niedlichen Größen 1-10… also die Firma gleich wieder aus meinem Gedächtnis streichen…

Louise Cutting beschreibt, wie man eine Knopfleiste (die mitten im Kleidungsstück beginnt) und auch Schlitze verarbeitet. Solche Themen sind immer dann wichtig, wenn man entweder schon immer Probleme damit hatte oder vielleicht auch bei einem bestimmten Projekt die gewohnte Technik nicht so gut funktioniert. Dann ist es gut, noch eine andere Technik zur Verfügung zu haben.

Was jetzt Details an einer Jeans sind, die sie „Prämium“ machen, da kann man sicher drüber streiten. Aber die Feinheiten bei der Webart sind spannend, die erklären mir nämlich endlich die Unterschiede, die mir schon aufgefallen waren.

Um die Anpassung von Hosen geht es dann im Detail im Artikel von Judith Neukam. Gerade für Körper mit etwas mehr Kurven an der einen oder anderen Stelle ist die Idee einer senkrechten Teilungsnaht gar nicht so schlecht. Wir haben uns zwar dran gewöhnt, daß Hosen so etwas nicht haben, aber warum sollten hier andere Regeln gelten als für Oberteile? Je mehr Teilungsnähte, desto besser kann man es an die Figur anpassen…

Wie man ein Schößchen konstruiert ist jetzt aus meiner Sicht nicht so spannend, denn das ist pure Geometrie, aber die Desingvarianten mit den Falten und dem Überschlag sind interessant.

Passend zum aktuellen Modethema der „Statement Sleeves“ gibt es dann auch eine Anleitung, aus einem normalen Ärmel verschiedene auffällige Varianten zu konstruieren. Auch das ist nicht wirklich schwierig und wenn es einem nicht gefällt, trennt man den Ärmel wieder raus und näht doch einen normalen an. Also durchaus als Anfängerprojekt in Schnittveränderung geeignet. (Vor allem, wenn man schon einen gut passenden Oberteilschnitt hat… Ärmel verändern ist einfacher, als einen Schnitt neu anpassen.)

Ausführlich dann die Modetrends für den Frühling. Die Farben kommen wohl wie immer von der Pantone Vorhersage und ich sehe die in Deutschland nicht immer so. Batikeffekte und große Blumenmuster sicht man hier aber auch, Karis vielleicht nicht so viel. Streifen… na gut, die sieht man eigentlich immer, oder? Und bei den Schnittrends? Freie Schultern sind auch  nicht so neu, die sieht man jetzt allmählich auch hier. Von Kopf bis Fuß in Jeans muß ich persönlich jetzt nicht mehr haben, aber wenn ich das sehe weiß ich immerhin, da hat sich nicht jemand immer noch nicht von den 1980er verabschiedet, sondern das ist ganz neu. Die Schößchen sehe ich in Deutschland hingegen deutlich weniger, als die Schnittmuster aus Amerika vermuten lassen. Die mögen wir hier wohl nicht so.

Bei den „essential techniques“ geht es darum, einen Reißverschluss gerade einzusetzen. DasProblem habe ich ja mehr oder weniger gelöst, da ich fast nur noch Nahtreißverschlüsse verwende….

„Pattern Hack“ befasst sich auch mit Ärmeln. Aber eine ganz einfach veränderung, Ösen und Schleifen durch, die den Ärmel dann zusammen halten. Das ist doch ganz nett…

„Sewing Saves“ zeigt eine Reparatur an einem Chiffon-Rock. Nach dem Motto Flucht nach vorne wird eine dekorative Stickerei aufgebracht. Was grundsätzlich eine Option ist und hier auch gar nicht so schlecht aussieht, bei mir aber in der Regel nicht funktioniert. Weil… wenn ich einen schlichten Rock habe und den aufmotze… erfüllt er seine Funktion als schlichter Rock nicht mehr und bleibt in der Regel im Schrank. (Und muß vor allem durch einen anderen schlichten Rock ersetzt werden…)

Am Ende gibt es wieder ein Nähgeschichtchen und ein Blich auf das historische Kleidungsstück. Das so historisch nicht ist, von 1995… Aber wie gesagt… das ist wirklich ein tolles Detail. Ich hoffe, ich kann das mal verwenden.

So… dann mal in die neueste Ausgabe reingucken… die ja auch schon da ist… 😉

Revue de Presse: Threads March 2018 (195)

Titel Threads 195Das März Heft der Threads kam überraschend spät, nämlich erst Ende Januar. Ich fing schon an, mir Sorgen zu machen, Die grünen und blauen Töne des Titels lassen jedenfalls den Frühling ahnen. (Und wie immer habe ich ganz tolle Vorsätze gehabt, wann die Besprechung geschrieben ist… nun ja, jetzt ist April, könnte ich ja mal.. *hust*)

Die Frage an die Autoren der Ausgabe ist diesmal, welchen aktuellen Modetrend sie ausprobieren wollen. Fiele mir spontan auch keiner ein, aber das hat auch was damit zu tun, daß das letzte Kleidungsnähprojekt was eher zeitloses war und das nächste geplante „stoffbestimmt“ sein wird. Mit einem Stoff, der ebenfalls keine bestimmte Moderichtung vorgibt. Und viel weiter denke ich im Moment nicht. Bis ich damit durch bin hat sich das Trendkarussell erfahrungsgemäß schon wieder mehrere Runden weitergedreht. Wobei… ich habe ja letztes Jahr noch große Blumendrucke gekauft, die wären diesen Sommer an sich „dran“… hätte ich auch Lust dazu… aber Lust reicht nicht und die Zeit wir dringendere Pläne vorschieben.

Das Editorial kündigt (verpackt in eine Story der persönlichen Erfahrung, die wahr sein mag oder nicht) ein Podcast der Threads an. Zugegeben, über Nähthemen reden geht immer. Aber Podcasts nehmen zu viel Zeit in Anspruch. Lesen kann ich schneller… 😛

Dann die Leserbriefe. Diesmal gefällt mir einer, der sich auf den Artikel zum selbständig machen bezieht und betont, wie wichtig der Buchhaltungskram ist. Und das man, wenn man das schon beim Lesen zu mühsam findet, sich wirklich besser eine Anstellung sucht.

Wei den Lesertips bin ich fast versucht, den „best tip“ mal zu testen, nämlich die Enden von abgeschnittenen BH Bügeln mit Fimo zu versiegeln. Ich frage mich nur, ob die Kunststoffummantelung der Bügel den Backofen aushält? Auch die Idee, sich die Farben von Stecknadeln zu nutze zu machen um etwa Anfang und Ende einer Naht zu markieren gefällt mir. Nur die Stecknadeln jetzt auch noch nach Farben sortieren…?

„Notions“ zeigt uns dann wieder, was wir so kaufen können. Dem Organiser zum Aufhängen mir vielen kleinen Taschen mit Reißverschlüssen für Nahfüßchen und Zubehör kann ich nicht viel abgewinnen. Zum Reisen mag es nett sein, aber letztlich ist es erfahrungsgemäß sehr mühsam, kleine Dinge aus kleinen Taschen wieder rauszufummeln… Dann doch eher die kleinen Bügelhilfen für Ecken aus Holz. Die sehen zumindest sehr ansprechend aus. Auch so ein kleines LED Licht mit USB Aufladung ist vielleicht mal ganz nett. Andererseits bei so Tools zum Umhängen landen die bei mir in der Regel irgendwo, wo sie nicht viel helfen… Also eher theoretisch praktisch.

Das „Fabric Lab“ befasst sich diesmal mit Rauhlederimitat. Da diese auf unterschiedliche Art und Weise hergestellt werden, können natürlich auch die Verarbeitunshinweise weniger genau sein. Da muß man dann selber probieren, was für das eigene funktionert. Wobei ich ja, wenn ich schon Kunstfaser nehmen, eher nicht auf die Idee käme, den Stoff vorher zur Reinigung zu bringen. Dann lieber vorwaschen.

„How did they do that?“ Zeigt diesmal ein Kantenversäuberung, die gleichzeitig mit Stichen von Hand dekoriert und einen Besatz festnäht. Das ist jetzt aber relativ banal…

Obwohl ich mit „Embellishments“ meist wenig anfangen kann, gefällt mir der Artikel diesmal sehr gut. Es werden nämlich unterschiedliche Techniken gezeigt, mit denen man einen Unistoff einem bunt bedruckten (gewebt geht sicher auch) optisch anpassen kann. Gerade Designer Ensemble kann man oft schwer nacharbeiten, weil man keine Stoffe bekommt, die etwa aus unterschiedlichen Materialien sich im Muster gegenseitig aufgreifen und ergänzen. Mit den Techniken kann man das aber und noch dazu, ohne zu übertreiben.

Bei den „Pattern Reviews“ sind diesmal die eher unbekannten Firmen stark vertreten. Die Front Drape Tunic von Bootstrap Fashion gefällt mir. Allerdings kommt mir das Design bekannt vor und da ich die Firma nicht kenne… hatte das vielleicht auch schon jemand anderer in letzter Zeit? (Und den Vogue Schnitt hatten wir aber schon im Juli 2017 auf der hobbyschneiderin24 Seite vorgestellt. 😀 )

Joi Mahon befasst sich damit, wie man Schnitte für Webstoffe an Jerseys und andere gestrickte Stoffe anpasst. Da muß ich ja sagen… wenn der Jersey nicht völlig labberig ist und ständig von selber außer Form gerät ist man meist gut damit bedient, den Schnitt einfach genau so zu nähen, wie aus Webstoff. Näht man (wie vorgeschlagen) alles etwas enger, kann das das Design aber völlig zunichte machen. Was man eventuell nicht so wollte.

Unauffällige Taschen in die Seitennaht einzuarbeiten ist jetzt auch keine Offenbarung… aber nicht jeder hat das Nähen wie ich von Oma gelernt, für die so was noch ganz selbstverständlich war. Definitiv ein nützliches Wissen.

Zum Nutzen der verschiedenen Füße für die Overlock kann ich nichts sagen. Da fehlt mir die Kompetenz. Die Bilder sehen jedenfalls so aus, als wüßten sie, was es werden sollt.

„Boro Style“ gestaltet Kleidung mit einer japanischen Patchwork Technik. Die ursprünglich schlichtweg dem Flicken und Reparieren diente, um auch den letzten Fetzen noch irgendwie nützlich zu verwenden. Für normale Kleidung kann ich damit immer nur begrenzt was anfangen, weil es für mich eben immer so bewußt „kreativ künstlerisch“ aussieht. Und nur extrem selten einfach nach gelungenem Design, das nur zufällig diese Technik verwendet.

Anschließend geht es mal wieder um das Anpassen von Hosenschnitten. Ein großes Thema, daher kann man dazu gar nicht genug Techniken kennen. Die „Polinie“ durch einschneiden direkt am Po zu bestimmen hat vielleicht auch was.

Um Designaspekte geht es dann bei den beiden Varianten für einen schicken Hosenbund. Besonders der „fast Gürtel“ gefällt mir gut. Auch wenn ich so was viel zu selten einsetze… solche Dinge sind toll, weil man damit aus einem endlich gut sitzenden Hosenschnitt eine optisch ganz andere und neue Hose machen kann. Was ja allemal einfacher ist, als den nächsten Schnitt wieder anzupassen.

Unter „Essential Techiques“ geht es um ein tatsächlich essentielles Thema: Einlagen. Vier Seiten sind zwar im Grunde zu wenig, aber es gibt doch mal einen guten Überblick über verschiedene Sorten und Anwendungsgebiete. Unabhängig von Marken- und Produktnamen.

Der „Pattern Hack“ verpasst einem Rock so eine Art „Koller“, der halb an einen Trenchcoat halb ein eine Militärjacke erinnert. Geschmackssache, würde ich sagen.

Die „Profiles in Sewing“ zeigen in Mutter-Tochter Gespann, die nicht nur einen Onlinehandel für Stoffe und Nähzubehör haben, sondern das Interesse ihrer Kunden auch mit einem Podcast und Videos erhalten. Klingt ja ziemlich aufwendig, aber Podcasts und Nähvideos sind ja generell nicht so meine Welt.

Bei den Fragen an die Experten geht es diesmal ums Färben. Dann noch das Nähgeschichtchen und hinten ein besticktes Kleid aus den 1930ern. Das in der Nahaufnahme zeigt, daß das Stickmotiv offensichtlich mit permanentem Stift markiert worden war und nicht so ganz sauber gestickt. Man sieht es nämlich noch… Das hätte mir Oma ja nicht durchgehen lassen… 😛

Trotzdem… wie immer interessante Artikel. Und die nächste Ausgabe liegt schon auf meinem Tisch… wann auch immer ich dazu komme, sie zu lesen.

Revue de Presse: Threads January 2018 (194)

Titel Threads 194Natürlich kam die Januar-Ausgabe der Threads schon weit vor Januar… Der Titel in edel-festlichen Farben legt aber nahe, daß es durchaus gewollt ist, daß die Leserinnen sich noch deutlich vor den Festtagen mit dem Heft befassen.

Die Autorinnen der Ausgabe werden diesmal dazu befragt, was ihr „Lieblingsnähtip“ ist, den sie gerne weitergeben wollen. Das finde ich als Frage schon sehr schwierig, denn was für mich nützlich ist hängt ja sehr davon ab, was ich so nähe. Und was ich schon weiß… die Tips, die sie geben sind aber alle sinnvoll.

Das Editorial sinniert ein bißchen über die Frage, wie das so ist, mit der Zeit zum Nähen. Und dass wir Näher(innen) doch immer Zeit finden für die Projekte, die uns wichtig sind. Was soll ich sagen… auch Sachen die mir wichtig sind, werden nicht immer dann fertig, wenn ich das gerne hätte. Zumal ich außer Nähen auch noch andere wichtige Dinge im Leben kenne.

Die Leserbriefe… Lob, ein bißchen Kritik und das eine oder andere Thema, das weitergeführt wird. (Und eine Kategorie, die in deutschen Nähzeitschriften nicht existiert. Ich weiß nicht, ob ich das gut oder schlecht finde.)

Bei den Lesertips gefällt mir der „Best Tip“ tatsächlich diesmal gut. Wie man sich einen „Ersatzarm“ für die Schneiderpuppe verschaffen kann, wenn man den nicht so oft braucht, daß es sich rentieren würde, eine Puppe mit Arm zu kaufen. Der Tip das Fadenende bei Handnähte zwischen die Stoffschichten zu ziehen und nicht frei hängen zu lassen fällt für mich hingegen unter „Grundlagen, die man kennen sollte, bevor man die Nadel in die Hand nimmt.“ Aber gut… auch in den USA ist wohl der Handarbeitsunterricht weitgehend ausgestorben.

Das Thema des „fabric labs“ ist diesmal weniger präzise, als bisher gewohnt. Alle Arten von Stoffen mit irgendwas metallic drin ist natürlich ein extrem weites Feld. Die Näh- und Pflegetips können so natürlich auch nur eine grobe Richtung vorgeben. Andererseits sind das eh Stoffe für etwas experimentierfreudigere Naturen.

„How did they do that“ zeigt diesmal, wie man einen Ärmel in einen „Blütenblattärmel“ (keine Ahnung, was die deutsche Übersetzung für „petal sleeve“ ist) umwandelt. Das habe ich schon in verschiedenen Büchern gesehen, finde die Idee auch jedesmal charmant, aber bislang ist mir noch kein Projekt untergekommen, wo ich das hätte verwenden können.

„Embellishments“ ist für mich wieder ein sehr amerikanisches Thema. Wie man sich einzigartige Bänder flechten kann. Was sich dahinter verbirgt ist schlichtweg eine Anleitung, ein kumihimo Band zu flechten. Das war in Deutschland vor einigen Jahren ja auch so ein kleiner Hype und das „wie“ wurde mehr oder weniger als Geheimwissenschaft behandelt, für das man sich gefälligst Bücher kaufen sollte. Daß das letztlich ein altes japanisches Handwerk ist, auf dessen Basistechnik sicher keiner mehr einen urheberrechtlichen Anspruch mehr hat… stört zum Glück Threads nicht. Überall Borten und Bänder anzunähen ist ja nicht so mein Stil, aber die Ausführung der Technik finde ich jetzt ganz interessant.

Bei den „pattern reviews“ ist diesmal nichts dabei, was mich so wirklich vom Hocker reißt. Es kommen eine Menge Firmen vor, von denen ich noch nichts gehört habe, aber die vorgestellten Modelle sind alle nicht so, daß ich sie dringend haben wollte. Und in der Vorweihnachtszeit habe ich auch nicht so die Muße, mal „einfach so“ zu stöbern und zu gucken.

Präzise Ecken an Kragen und Aufschlägen verspricht der Artikel von Pamela Leggett. Und natürlich auch schneller als üblich oder so. Wobei der Artikel löblicherweise nicht am Bügeln spart. Nur die vielen mit der Maschine angenähten Nahzugaben gefallen mir nicht so gut. Wolle kann man ja auch gut bügeln, die braucht das m.E. nicht. – Sollte ich aber mal ein klassisches Revers aus einem nicht so klassichen (und nicht so gut bügelbaren) Stoff nähen, würde ich die Techniken gerne mal ausprobieren.

Als Kontrast geht es anschließend um das Thema Passform. Hier durch die Verwendung eines „slopers“ also eines Grundschnittes nach dem Körper mehr oder weniger ohne Bewegnungzugabe. Wozu und wie man den verwendet kam über die Jahre ja schon immer mal zur Sprache, diesmal geht es darum, wie man eigentich an so was kommt. (Ich bin ein wenig überrascht, daß Vogue das tatsächlich noch im Programm hat, die gibt es wirklich schon ewig.) Ich denke mir ja immer, ich sollte mal… aber bislang komme ich mit meiner „Schnitt nach bewährter Formel ändern“ Technik auch ganz gut klar und dann siegt die Faulheit.

Eher für leicht fortgeschrittene Anfäger dürfte der Artikel danach sein. Wie man sich einen „Windstopper“ unter einen Reißverschluss bastelt, wenn der Schnitt das nicht vorsieht. Da das ein rechteckiges Teil ist, war ich bislang nicht auf den Gedanken gekommen, man könnte da eine Anleitung brauchen, aber das gilt offensichtlich nicht für alle. Auf vier Seiten und mit reichlich Photos wird das so abgehandelt, daß auch ein Anfänger keine Angst davor zu haben braucht. 🙂

Bildreich auch der Bericht zu einer Ausstellung im Museum der Stadt New York. Es geht um die Periode von 1960-1973 und die Ausstellung will einen Zusammenhang mit den politischen Strömungen der Zeit herstellen. So erklärt sich dann auch die Unterteilung des ohnehin schon kurzen Zeitraumes in vier Epochen. Der Unterschied zwischen 1960 und 1973 ist in der Tat deutlich. Die Auswahl der gezeigten Modelle und Bilder hat wie bei Ausstellungen immer natürlich etwas Willkürliches, aber die Modelle sind in der Tat gut gewählt, so daß man Unterschiede erkennen kann. Große Bilder sind hier natürlich auch erfreulich.

Weniger spannend für mich der Artikel über die speziellen Füßchen der Overlock. Da ich keine Overlock habe, aber auch nicht ständig Spitzenbänder aufnähen oder Rüschen annähe ist das einfach gar nicht mein Thema. Und das ist nur Teil eins… Aber falls ich es mal brauchen sollte… weiß ich, wo ich nachgucken kann.

Da Weihnachten vor der Tür steht, dürfen die Mitarbeiter von Threads wieder ihre persönliche Wunschliste erstellen. In wie weit das tatsächlich persönliuche Wünsche sind kann man nicht überprüfen, aber sie unfassen auf alle Fälle sehr unterschiedliche Bereiche und auch Preisklassen. (Und einen guten Bürostuhl an die Nähmaschine zu stellen kann ich nur empfehlen. Den man sich wegen mir auch schenken lassen kann.)

Unter „essential techniques“ geht es diesmal darum, was man so beachten muss, wenn man mit Nähen sein Geld verdienen will. Okay, das finde ich jetzt weder eine essentielle Technik noch den natürlichen Weg, der aus dem Nähhobby weiter führt, aber dass es für viele ein Thema ist, das sieht man auch im Forum immer wieder. Bei dem unfangreichen Thema wird das allerdings nicht umfassend abgehandelt, es ist eher eine oberflächliche Checkliste der wichtigsten Oberpunkte. Was aber auch schon mal nützlich ist. Und sei es nur, damit man sich da mal Gedanken drüber macht.

„Pattern Hack“ verrät, wie man mit vorplissiertem Stoff in jeden beliebigen Schnitt einen dramatisch weiten Ärmel einbauen kann. Die Idee, den Stoff erst mal auf Freezer Papier zu bügeln und dann zu heften ist nicht schlecht. Abgesehen davon, daß zumindest feiner Chiffon beim Maschinennähten durch Papier durch Schaden nehmen könnte. – Was mir fehlt ist der Hinweis, daß man die Ärmel nicht zu lang machen sollte. Hochschieben kann man die nämlich nicht und man glaubt gar nicht, wie sehr so was im Weg sein kann, wenn es nicht kurz genug ist…

„Profiles in Sewing“ stellt uns die Gründerin von „Sew Green“ vor. Eine Organisation, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, ein nachhaltigeres Leben zu ermöglichen, indem sie Menschen allen Alters das Nähen beibringt. Mit einem Fokus auf upcycling und so natürlich.

„Sewing Saves“ hat diesmal Vorschläge, wie man den klaffenden Ausschnitt eines Wickelkleides passend bekommt. Die Vorschläge sind aber wirklich mehr „fixes“ als Lösungen. An der Haut festkleben, zum Beispiel.

Auch die Fragen an die Experten haben diesen Monat keine Relevanz für mich. Wo man in den USA teilbare Nahtreißverschlüsse kaufen kann oder ob es Organisiationen gibt, die Nachwuchsdesigner unterstützen. (Hier wird natürlich empfohlen, dem entsprechenden Verband in den USA beizutreten. Da wäre sicher nie jemand von selber drauf gekommen.)

Das Nähgeschichtchen ist diesen Monat wieder mehr von der anrührenden Sorte.

Und die Nahaufnahme auf der Rückseite zeigt ein Kleid aus den 1930ern, das mich jetzt stilistisch nicht so überzeugt. Was ich an den Nahaufnahmen aber mag ist, daß man oft sieht, daß Details wie hier die Schlingen am Ärmelsaum nicht auf den Millimeter gleich lang sein müssen, um im Kontext des Gesamtkleides passend auszusehen. Ist halt Stoff, nicht nur ein Strich aus dem Zeichenstift auf Papier. 😉

Mal sehen, wann das nächste Heft kommt… Diesmal bin ich ja relativ zeitig dran. 🙂

Revue de Presse: Threads September 2017 (192)

Titel Threads Magazine 192Eine Burdabesprechung annähernd pünktlich… da ist klar, das etwas anderes hinten runter gefallen ist. Das war natürlich die Threads. Weil… für die hat man ja zwei Monate Zeit und außerdem kommt die immer so früh, daß man ja selbst wenn die nächste erschienen ist noch innerhalb des „richtigen“ Monats ist. Ja… gute Idee, diesmal hat es nicht funktioniert. Da man die Hefte aber gut nachbestellen kann bzw. etliche Artikel auch für Threads Insider auf der Webseite (gegen Bezahlung, aber ohne daß Versandkosten anfallen) zur Verfügung stehen kommt die Besprechung jedoch doch noch…

Der Titel ist schlicht wie immer, verspricht mit der Anpassung von Ärmeln schon mal ein interessantes Thema. Da mogle ich mich im allgemeinen erfolgreich vorbei und wenn ich es mache, ist das immer sehr unsystematisch. Da kann ich noch viel lernen.

Die Autoren der Ausgabe sollen diesmal dazu Stellung nehmen, was ihr Traumkleidungsstück ist und zu welchem Anlass sie es tragen wollten. Ich glaube, so was habe ich nicht. Also nicht was, was sich nicht immer wieder ändert. Was Kleidung betrifft bin ich ja ein Fan von „Machen, statt träumen“.

Im Editorial gibt es vor allem das ausgeschriebene Inhaltsverzeichnis.

Die Leserbriefe verraten, daß noch mehr Leuten aufgefallen ist, daß der „pefekt“ eingenähte Reißverschluss in der letzten Ausgabe einen Versatz in der Quernaht hat. Die Antwort, es gäbe halt nicht immer die Möglichkeit, mehrere Samples zu nähen ist ja ein bißchen… lau.

Der Lesertip des Monats ist es, sichtbare Rißverschlusszipper (äh, wie nennt man den Griff des Schiebers noch mal?) mit Nagellack jeweils passend einzufärben. Mal abgesehen davon, daß ein Fläschchen Nagellack (vor allem, wenn man eine ganz bestimmte Farbe will) auch nicht ganz gratis ist… bei mir hält der nicht mal langfristig auf den Fingernägeln. Über etwas, was ich regelmäßig anfasse und was auch in die Waschmaschine soll will ich da gar nicht nachdenken.

Auch vom vorgestellten Zubehör brauche ich gerade nichts. Das Buch über mittelalterliche Stickere dürfte noch das interessanteste sein. Wobei ich das auch nicht brauche.

Der Artikel danach wendet sich dem Titelbild zu: gerüschte Seitenteile. Wie man das macht ist an sich nicht so kompliziert, was mir aber gefällt ist, daß hier die Seitennaht glatt bleibt und wirklich nur die Ansatznaht gerafft wird. Dadurch trägt es nicht so auf und wird auch für Frauen mit einer normalen Figur gut tragbar.

Das „Fabric Lab“ stellt Seersucker als Stoffart vor. für mich nicht neu, aber schön informativ. Wenn man sein Heft zerschneiden wollte, würde es sich wirklich lohnen, diese Serie als Lexikon zusammen zu kleben.

„How did they sew that“ werde ich vermutlich so nie brauchen, aber es klärt eine Frage, die ich tatsächlich schon hatte… nämlich wie das bei mit (schweren) Glasperlen bestickten Kleider und Spathettiträgern funktioniert, daß das nicht reißt, überall schwer nach unten gezogen wird… Der Trick liegt darin, wo und wie man „Tragefäden“ einzieht… eigentlich logisch, aber doch raffiniert. Und vielleicht brauche ich es doch mal, ein Kleid im Stil der 20er ist sicher nichts für mich, aber ein Chiffon Top mit Perlen… könnte man drüber reden.

Mit Perlen und zusätzlich geflochtenen Borten geht es bei den „Embellishments“ weiter. Technisch auch interessant, aber vom Design her ist mir das „too much“. Okay, vielleicht Ton in Ton auf einem Abendkleid oder Brautkleid? Die Freude an wildwütiger Dekoration der Amerikaner teile ich jedenfalls nicht.

Bei den Pattern Reviews geht es mit einem eleganten und sexy Oberteil von Marfy los. Wobei ich da die asymmetrische Variante ja noch besser finde. Ansonsten gibt es die bekannten Herstelelr, daß Kleid von Vogue gefällt mir, aber bei der Position des Knotentels würde ich das gerne mal am Körper sehen… Mir unbekannt sind „Named Clothing“ und „Waffle Patterns“. Die Modelle sind aber nicht so aufregend, daß ich dafür anfangen würde, die Marken zu suchen.

Sehr spannend der Artikel von Sarah Veblen zum passenden eingesetzten Ärmel. Schön ist erklärt, welches Maß am Ärmel wo am Körper zu finden ist und der „Fingertrick“ mit dem man die höchste mögliche Stelle für ein kleines Armloch findet ist so einfach wie genial. Das muß ich auf alle Fälle mal ausprobieren, wenn die Notwendigkeit beim nächsten Mal gegeben ist. Die Veränderungsoptionen am Ärmel gehen allerdings letztlich mit Designänderungen (= Nähten) einher. Das kann eine gute Lösung sein, aber man will es vielleicht nicht immer. Anderseits muß man eventuell akzeptieren, daß eben nicht alles ohne sichtbare Nähte geht. Zumindest wenn man nicht mit Wolle näht, die man ggf. mit Dampf formt.

Der ausführlich Blick in das Innere einer gut konstruierten Jacke hat ebenfalls meine volle Aufmerksamkeit. Der Artikel ist eher Überblick als ausführliche Detailanleitung, aber zu jedem Unterthema wird auf frühere Threadsartikel verwiesen. Und zwar zurück bis 1987. Perfekt für Langzeitabonnenten und diejenigen, die sich mal die Archiv DVD gegönnt haben, Eine gute Gelegenheit für einen ausfürlichen Rückblick.

„Western inspirierte“ Applikationen sind dann was, was ich ganz sicher nicht brauche. Lederapplikationen mit Nieten und anderem Sparkle. Das geht hierzulande echt nur als Kostüm durch.

Modethema dann, wie man einer Jeans die passenden Abrasionen selber verpasst. Vorgehen und wie man die passenden Stellen dafür findet. Auf alle Fälle besser, als irgendwelche armen Asiaten am Sandtrahlgebläse Schaden nehmen zu lassen. – Ich komme trotzdem weiterhin ohne aus.

Eine kleine Offenbarung der Artikel von Paddye Mann. Unsichtbare Reißverschlüsse in der Seitennaht von schmalen, eleganten Jackets. Hinsetzen ohne häßliche Falten zu erzeugen. Wie genial ist das denn?

In „Profiles in Sewing“ wird Bonnie Simmons vorgestellt. Niemand, dessen Namen man kennt, der aber viel Einfluss hat. Und für das Design vieler Simplicity Schnitte verantwortlich ist. Das dürfte eine deutlich realistischere Berufsdarstellung in der Branche sein, als irgendwelche Blogger und so.

Eine „essential tequnique“ wird von Kenneth D. King vorgestellt: die perfekte Nahtkreuzung, Wird echt schön, ich bin nur meist zu faul, nur bis genau zum Punkt zu nähen…

Bei „Sewing Saves“ geht es um eine Änderung, nämlich eine Hose kürzer machen. Das ist kein Problem? Doch, wenn es eine ist, die zum Saum hin enger wird. Dann fehlt einem beim Kürzen nämlich die Weite in der „neuen“ Nahtzugabe…. Omas Tricks waren der „falsche“ Saum und ein dezentes Öffnen der inneren Beinnaht. Und genau das stellt Threads auch vor. (Völlig einfach und logisch, wenn man es mal weiß, aber nicht jeder hatte eine Oma, die so was wußte.)

Wie man Fadenenden in Handgesticktem sichert ist nicht so mein Thema, aber Threads ist breit aufgestellt, also völlig okay. Und den Prozess des Handwebens mal ausführlich erklärt macht klar, warum solche Stoffe ihren Preis auch wert sind.

Am Ende gibt es das Geschichtchen, diesmal vom Hund, der das Kleid ankauten. Ich fürchte, das ist wirklich nur was für Hundeliebhaber. Und hinten noch ein besticktes Kleid aus den 1940er im Stil der 1920er. Zu viel Hüftbetonung für mich, aber hier darf dann Deko grundsätzlich mal sein.

Wie fast immer ein Heft, daß mich mit etlichen Artikeln glücklich macht. Und das nächste liegt auch schon hier…

Revue de Presse: Threads July 2017 (191)

Titel Threads MagazineAuch die Juli Ausgabe der Threads liegt natürlich schon ewig hier… Ist auch schon lange gelesen… Gleich das Titelkleid mit dem proportional sich veränderndem Muster gefällt mir gut. Das Verprechen, daß es mal wieder preisgekrönte Kleidung aus einem Wettberb gibt noch mehr. Auch wenn da nicht immer alles tragbar ist, ich finde meist sehr viel inspirierendes. Und das Niveau ist in der Regel hoch, der Wettbewerb kein Feigenblatt, mit dem nur versucht wird, irgend ein Produkt zu pushen.

Die Autoren der Ausgabe dürfen sich diesmal der Frage stellen, welche Erfahrung ihren persönlichen Stil beeinflusst hat. Gute Frage… für mich war das nach einigen Jahren mit ziemlich reduziertem Kleiderschrank die Erkenntnis, daß ich das zwar kann… aber eigentlich nicht will. Ich mag die Veränderung. Nicht von einem Jahr auf das nächste, aber über die Jahre gibt es bei mir immer Verschiebungen in Bezug auf Farben, auf Stile… Das ist letztlich, womit ich mich wohl fühle. (Außerdem hilft mir diese Erkenntnis, mich auch mal von Sachen zu trennen, die ich lang nicht mehr an hatte. :o) Nur wenn alt geht, kann neu kommen.)

Überraschend interessant diesmal das Editorial. In der Redaktion hängen offensichtliche viele „Inspiratonswände“ mit allem möglichen voll. Auch mit Heftartikeln und Bildern, die dann von den Kollegen offen begutachtet und kritisiert werden. Ich kann mir das in Deutschland für viele Arbeitsbereiche nur schwer vorstellen, daß eine ganze Gruppe mit Kritik so gut klar kommt. Auch wenn das sicher zu guten Ergebnissen führen kann. (Was man am Threads Heft ja auch sieht…)

Dafür bieten die Leserbriefe jetzt weniger Spannung, aber das müssen sie ja auch nicht…

Auch die Lesertips lösen mal wieder keine Problem, die ich habe. Die Idee, Bänder mit dem Haarglätter zu Bügeln gefällt mir aber tatsächlich. Abgesehen davon, daß ich kein Glätteisen besitze, Aber wenn, geht das vermutlich tatsächlich schneller, als erst den Bügeltisch aufbauen.

Unter „notions“ werden dann wieder die unglaublichen Neuerfindungen vorgestellt. Etwa ein Faden von Coats zum Annähen von Knöpfen, der bei Hitze mit einander verklebt. Äh ja… hat Alterfil jetzt aber schon seit Jahrzehnten… Und Schmetz hat verchromte Nadeln, die als „professional“ verkauft werden.

„How did they do that“ zeigt eine elegant geschwungene Linie für einen Armabschluss. Ich glaube, nach mehrfachem Lesen habe ich es auch verstanden… ich bin jedenfalls versucht, das mal auszuprobieren, nur um zu sehen, ob ich hinbekomme. Mir fällt nur gerade keine sinnvolle Anwendung dafür ein. Es fällt schmeichelnd über die Hand, nur die Alltagstauglichkeit leidet da doch etwas drunter…

Wenig nach meinem persönlichen Geschmack sind die „embellishments“, statt mühsam Paspeln einzuarbeiten, wird einfach Band entlang der Kontur aufgenäht. Das geht definitiv schneller, aber der eigentliche Reiz der Paspel (wenn man schon eine macht…), nämlich die subtile Dreidimensionalität, der geht verloren. Auf mich wirken die Designs schon sehr wie Bühnenkostüme. Aber Geschmackssache. Wie man es angeht ist jedenfalls wieder gut erklärt.

„Fabric Lab“ erklärt die Laminierten Baumwollstoffe die derzeit viel angeboten werden. (Mit dem Charme, daß die Designauswahl deutlich größer ist als beim herkömmlichen Wachstuch.) Schön erklärt, was den Stoff ausmacht, was man beim Zuschnitt beachten soll, beim Nähen und beim Bügeln. Für erfahrene Näherinnen ist vieles davon sicher nicht überraschend, aber damit vermeiden auch Anfänger etliche mögliche Stolperfallen.

Bei den „pattern reviews“ fällt mir vor allem ein Rock von „Skinny Bitch Curvy Chick“ ins Auge. Allerdings bin ich dann doch kein Fan von Sachen, bei denen man den Saum unversäubert lassen muß. Auch ein Burda Schnitt mit interessanten Design-Nahtlinien ist dabei, der wird jedoch nicht genäht gezeigt. Auch bei dem Simplicitiy Kleid hätte mich die genähte Variante interessiert.

Mit der Frage, wie man aus Strickstoff einen elegante Jacke schneidert bzw. einen eleganten Cardigan bekommt befasst sich der umfangreiche Artikel von Pamela Leggett. Die Ähnlichkeit einiger Modelle mit der klassischen Chanel Jacke fällt natürlich ins Auge. Allerdings nur von außen, von Innen wird anders und deutlich weniger aufwendig gearbeitet. Wobei Teilfutter und verstärkte Kanten tatsächlich für einen guten Sitz sorgen dürften, ohne daß die Bequemlichkeit eines Strickstoffes (oder Sweats) völlig verloren geht. Ideal also für alle, die „korrekte“ Kleidung fürs Büro brauchen, auf Bequemlichkeit jedoch nicht verzichten wollen.

Reiches Augenfutter anschließen bei den Aufnahmen zu „The Quilted Garment Challenge“. Dank Gesamtaufnahmen und Bildern von den Details kann man ganz unterschiedliche Ansätze und Herangehensweisen bewundern. Ein Thema, das auch schon ewig auf meiner private Liste steht.

Mit dem Thema Bleistiftrock setzt sich die Bloggerin Erica Bunker ausführlich auseinander. (Ich habe ihren Blog früher mal gelesen, aber irgendwann wurde das eine „ohne Veränderungen genäht, alles toll“ Parade und damit dann langweilig.) Auch hier ist manches, gerade zur Wahl der Form und der Schnittanpassung banal, aber das Bleistiftröcke nicht nur vielseitig tragbar sind (udn noch dazu gerade modisch), sondern auch einfach zu nähen, somit gute Projekte für nicht so erfahrene Näherinnen, darf man dem Thema gerade mal entsprechend Raum geben. Nur daß ausschließlich Stoffe mit Stretch empfohlen werden… nun ja. Geht auch ohne, wenn er passt. 😮

Maschinenstickerei auf Jerseys ist mangels Stickmaschine ja nicht mein Thema, aber im Forum kommen dazu nicht so selten Fragen, daher sicher sinnvoll. Einlagen, Stichdichte anpassen… gute Themen.

„Get Graphic with Bias Tape“. Okay, das ist wohl wieder eher der amerikanische Geschmack, überall noch Deko ran zu machen. Mein Bedürfnis, jeden Naht, jede Kante oder was auch immer noch explizit abzusetzen hält sich ja in Grenzen. Aber wer das mag…

Besser gefällt mir, aus einer (oder mehreren) Jeans hosen eine Jacke zu machen. Nicht nur wie man technisch vor geht, wird erklärt, sondern auch, wie man sich nach dem Trennen der Nähte die Bleichungen effektvoll zu Nutze machen kann. Ob ich doch mal Jeans aufheben sollte? (Besser nicht… ich habe neulich mal meine Sammlung „Hemden für Patchwork“ umgeschichtet… Ich fürchte, da könnte ich inzwischen mehr als eine Decke draus nähen.)

Einen Rockreißverschluss bis zum Ende des Bunds hochzuziehen ist jetzt auch keine neue Technik, das wußte meine Oma schon, aber in Anleitungen wird das wohl immer noch gerne anders vorgeschlagen. (Tröstlich finde ich ja, daß der Übergang Rock und Bund in der Nahaufnahme nicht ganz passt. Fällt beim Tragen ganz sicher niemandem auf. Aber in der Großaufnahme dann halt schon. *gg*)

Mit der Verarbeitung von Kunstleder geht es weiter. Wobei viele der Tips im Prinzip auch für Leder anwendbar sind. (Und es auf der anderen Seite Kunstleder gibt, die man unsichtbar wieder trennen kann.)

Ausführlich im Interview vorgestellt wird anschließend Jenny Rushmore vom Cashmerette Patterns. Ich bekomme diese Online-Hypes ja meist nur am Rande mit, aber Schnitte, die auf nicht schlanke Frauen (bei einem Größenspektrum von 12 – 28 ist das auch noch nicht so richtig „plus“) und Oberweiten bis Cup H spezialisiert sind könnte da aber mal jemand wirklich eine Marktlücke aufgetan haben. Ob man jetzt eine weitere Online-Community nur für „kurvige“ Frauen braucht weiß ich hingegen nicht. Die Nähprobleme sind ja meist nicht so von der Größe abhängig.

Frage an die Experten ist diesmal, wie ein Obertransportfuß funktioniert.

Danach haben wir noch die wieder amüsante Nähgeschichte und hinten ein Kleid aus den 1940er Jahren, das mich diesmal nicht so beeindrucken kann. Als Nachthemd vielleicht hübsch…

(Ich verspreche übrigens nicht, das nächste Heft, das natürlich auch schon hier liegt, pünktlicher zu besprechen. Ich bin ja Realistin… meistens.)

Revue de Presse: Threads July 2016 (185)

Titel Threads Magazine
Wie immer hechelt meine Besprechung der Threads dem Erscheinungstermin des Heftes hinterher. (Und diesmal auch dem inzwischen eingetroffenen nächsten Heft.) Was speziell in diesem Fall besonders schade ist, denn das Titelbild spricht mich sowohl von den Themen her an, also auch mit dem abgebildeten Kleid. Ich bin mehr als gespannt.

Die Frage an die Autoren der Ausgabe geht diesmal darum, welches kreative Talent sie gerne noch entwickeln würden. Ich würde ja gerne lernen zu singen. Andererseits… dafür habe ich gar kein Talent, das gilt dann wahrscheinlich nicht?

Das Editorial stimmt ein und auch darauf, daß wieder die Ergebnisse des jährlichen ASDP Mitgliederwettbewerb vorgestellt werden. Darum beneide ich die Chefredakteurin ja, die darf die Stücke in echt in Augenschein nehmen.

Dann die Leserbriefe… die sind, seit ich die Threads kenne, ja interessanter geworden. nicht mehr so viel pures Lob für die Redaktion, sondern Ergänzungen zu den früheren Artikeln. Ich wünsche der Redaktion natürlich viele lobende Post, aber zum Lesen ist das andere einfach interessanter.

Der „best tip“ bei den Lesertips bringt mich breit zum Grinsen… um Strecken zu teilen die Metrische Skala des Maßbandes verwenden, weil das einfacher ist als mit Achteln und Sechzehnteln rumzumachen. Äh… ja…

Bei den „notions“ reißt mich diesmal nichts vom Hocker und die Espandrilles Sohlen von Prym sind ja ein alter Hut.

„Embellishments“ zeigt diesmal, wie man einen beliebigen Ärmelschnitt mit Cut Outs versehen kann. Solche Artikel mag ich, denn damit kann man jeden Schnitt bearbeiten und ist nicht drauf angewiesen, die Details an einem Schnitt in passender Größe zu finden.

Das DIY Projekt ist ein gezogener Rock aus einem Rechteck. Statt Gummizug wie ich das so kenne mit Zugbändern. Das kann eine nette Variante sein.

„How did they do that“ zeigt geraffte Stoffbahnen mit Samtband verbunden. Gut, das war jetzt nicht ganz so schwierig, wäre man vielleicht auch selber drauf gekommen. Vermutlich gibt es einfach nicht so viele wirklich spannende Vintage Techniken.

Dann die Pattern Reviews. Wie meist ein paar Firmen dabei, die ich noch nicht kenne, aber kein Schnitt, den ich haben muß. Die Jacke 7254 von McCalls fällt mir ins Auge, die hatte ich hier ja auch im Bild gezeigt.

Der Artikel danach befasst sich sehr ausführlich mit verschiedenen Techniken und Materialien, um Stoffe zu markieren. Das ist nicht nur toll für Anfänger, weil ebenfalls erklärt wird, was für welche Stoffe am besten geeigent ist, sondern sogar ich habe noch was Neues gefunden. Mit Klebepunkten habe ich es noch nicht versucht.

Wie man zu jedem beliebigen Schnitt passende Belege zeichnet kommt danach. Nach der Anleitung kann das jeder.

Mehr interessieren mich die Techniken, wie man den Oberarm an Schnitten erweitert. Da sind Techniken dabei, die ich noch nicht kenne. Und es nimmt mir etwas die Angst, vielleicht doch auch mal am Armausschnitt was zu verändern. Davor bin ich bislang zurückgeschreckt.

Ein buntes Potpurri an Techniken für bessere Nähergebnisse stellt Kenneth D. King in Wort und Bild vor. Zwar nicht so sortiert, wie in einem Nählexikon, aber wert, gelesen und verwendet zu werden.

Dann endlich die schon auf dem Titel versprochenen Wettbewerbsergebnisse. Das Thema war ein Etuklied, das von Kunst inspiriert ist. Augenfutter pur, so unterschiedliche Techniken, so unterschiedlich umgesetzt… aber alles mehr als anregend.

Danach widmet sich ein Artikel einem Scandienst, der maßgenaue Schneiderpuppen herstellt. Die perfekte Lösung? Nein auch nicht, wie jede Technik hat auch diese Schwächen. (Maßgefertigte Schneiderbüsten an sich sind ja keine neue Erfindung.) Aber wenn man darum weiß, dann kann man besser entscheiden, ob das für einen selber in Frage kommt. (Wobei es im Moment noch nciht so viele Orte gibt, an denen man die Scans durchführen lassen kann.)

Dann eine ausführliche Technikanleitung von Susan Khalje, der einseitig verdeckte und von Hand eingenähte Reißverschluss. Eine sehr saubere Lösung, die mit jedem Reißverschluss funktioniert und sogar den kleinen „Zieher“ unsichtbar verschwinden läßt.

Und um beim Thema zu bleiben stellt Kenneth D. King bei „Sewing Saves“ Techniken vor, wie man das eine oder andere Reißverschlussmissgeschick verbessern kann, ohne alles wieder trennen zu müssen.

„Profiles in Sewing“ stellt uns Katherine Tilton vor. Die Schnitte kennt man ja schon udn bei einer ihrer Touren durch Paris wäre ich auch gerne dabei. Die kennt noch Orte, die ich auch nicht kenne. Oder wo ich nicht rein käme.

Die Frage an die Experten möchte wissen, was für ein Stoff „Cady“ ist. Wenn ich das mal zusammenfasse, scheint das im Moment keiner so ganz sicher zu wissen. Neuer schöner Name… Was beim Merzerisieren passiert ist hingegen klarer, aber dafür nicht neu.

Dann gibt es noch die unterhaltsame Nähgeschichte und das Vintage Kleidungsstück. Interessant, aber so dringend will ich nicht nach Sofa aussehen. Das ist jetzt nicht mein Fall.