Stoffdiät: mit Punkten zum Erfolg!

Es gibt ja diese bewundernswerten Hobbyschneiderinnen, die genauso schnell nähen, wie sie Stoffe kaufen. Und es gibt diese beneidenswerten, die unendlich Raum haben, Stoffe in Mengen zu horten, die den Inhaber eines mittelgroßen Stoffgeschäftes erblassen ließen.

Der große Rest von uns hat hingegen ein Problem: Schränke, die wir nur im Notfall öffnen, weil die möglichst fest hineingestopften Stoffe sonst herausfallen, Truhe, die nur zu schließen sind, wenn sich wenigstens zwei Familienmitglieder auf den Deckel setzen, Tüten, die in jedem Winkel versteckt sind und von deren Existenz und Inhalt der liebende Gatte und die meisten anderen Familienmitglieder nicht die leisteste Ahnung haben, Kisten unter dem Bett oder Kartons im Schlafzimmer, im Flur, in Härtefällen gar im Wohnzimmer, die permanent im Weg stehen und zudem unserer Wohnung ständig dieses Flair des „frisch eingezogen“ geben, auch wenn das Haus seit drei Generationen in Besitz der Familie ist.

Unserem Hirn ist klar, daß wir diese Mengen nie werden vernähen können, daß wir uns an den Großteil der Stoffe nicht einmal erinnern, der Taschenrechner zeigt, wieviel unserer Monatsmiete wir (umgerechnet auf die von Stoff besetzten Quadratmeter Wohnraum) für die Lagerung inzwischen ausgeben und wir trauen uns nicht mehr recht, neue Nähpläne zu entwickeln, weil wir doch hunderte von alten Projekten noch nicht ausgeführt haben.

Ganz zu schweigen von der Angst, Ehegatten oder andere Mitbewohner könnten jemals das tatsächliche Ausmaß unseres Stofflagers entdecken. 😉

Kurzum: Es ist Zeit geworden, Abschied zu nehmen. Abschied, von alten Plänen, von alten Idee, von alten Stoffen. Um kräftig durchzulüften und Platz zu machen, für neue Pläne, neue Ideen und… äh … neue Stoffe. Aber nicht mehr so viele, nur noch die richtigen.

Doch Aussortieren fällt schwer, an beinahe jedem Stoff hängt eine Idee, eine Erinnerung, ein Plan, was einmal daraus werden sollte. Verzweifelt und überfordert von der Größe der Aufgabe brechen wir ab, stopfen die Stoffe noch etwas fester in die Tüten und Kartons und hoffen auf ein Wunder, das uns ein Jahr aus schlaf- und pflichtenlosen 36 Stundentagen beschert.

Damit ist jetzt Schluß!

Die Weight-Watchers haben das Abnehmen vereinfacht, indem sie kompliziertes Kalorienzählen durch einfach Punkte ersetzt haben. Und hier kommt die Punkte-Diät für Stoffe, ein einfaches System zu entscheiden, bei welchem Stoff es vielleicht noch Sinn macht, ihn zu behalten und welcher ohne Bedenken einen neuen Besitzer finden kann.

Das Prinzip dahinter ist einfach: die Punkte ermitteln, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Stoff noch Verwendung finden wird. Je weniger Punkte, desto weniger Gründe, den Stoff zu behalten. Und ich muß nicht alle meine Stoffe miteinander vergleichen, sondern ich kann die Berge Stoff für Stoff abarbeiten, in kleinen Portionen, wie die Zeit gerade reicht.

Als Prognosebasis dienen die letzten 24 Monate vor dem Tag der Ausräumaktion. (Bei Vielnäherinnen, die im Durchschnitt mehr als ein Teil in der Woche nähen genügen 12 Monate.)Auf diese letzten 24 Monate beziehen sich die Vorüberlegungen:

– Für welche Person nähe ich am meisten? (Maximal zwei Personen auswählen!)

– Für wen nähe ich noch regelmäßig?

mmer wenn in den Fragen von „derzeit“, „aktuell“, „jetzt“,… die Rede ist, dann bezieht sich das auf die oben genannten letzten 24 Monate.

Nach folgenden Kategorien wird bepunktet:

Farbe

  • Die Farbe steht der hauptsächlich benähten und mindestens einer weiteren derzeit benähten Person: +5
  • Die Farbe steht nur der hauptsächlich benähten Person: +4
  • Die Farbe steht mehreren regelmäßig benähten Person, nicht aber der hauptsächlich benähten Person: +1
  • Die Farbe steht einer regelmäßig benähten Person, nicht aber der hauptsächlich benähten Person: 0
  • Die Farbe steht niemandem, der regelmäßig benäht wird: -5

(Wichtig ist hier Ehrlichkeit zu sich selber. Wer unsicher ist, welche Farben ihm stehen, kann sich von einer guten Freundin beraten lassen. Den Stoff ans Gesicht halten und schauen: Bringt er mein Gesicht zum Strahlen, mildert die Fältchen und lässt die Augen leuchten? Dann ist er gut. Alles andere nicht. Auch eine professionelle Farbberatung kann eine gute Investition sein, für Menschen, die sich in diesem Punkt unsicher sind.)

  • Die Farbe wird von der hauptsächlich benähten Person und mindestens einer weiteren benähten Personen derzeit getragen: +5
  • Die Farbe wird von der hauptsächlich benähten Person getragen: +4
  • Die Farbe wird von mehreren regelmäßig benähten Person getragen, aber nicht von der hauptsächlich benähten Person: +2
  • Die Farbe wird von einer regelmäßig benähten Person getragen, aber nicht von der hauptsächlich benähten Person: +1
  • Keine regelmäßig benähte Person trägt diese Farbe: -5

(Auch hier ist Ehrlichkeit wieder der Schlüssel. Unser Geschmack ändert sich, die Mode auch. Es ist nicht ehrenrührig, die Farbe eines vor zehn oder zwanzig Jahren gekauften Stoffes nicht mehr zu mögen. Wer auch für andere näht muß hier auch beim Zuhören der Wünsche der anderen ehrlich sein. Das zum Grufti mutierte 14jährige Töchterlein wird auf absehbare Zeit kein rosa mehr tragen, selbst wenn es ihr gut stände. Und der 8jährige „coole“ Sohn trägt halt nur dunkelblau, oliv und schwarz, auch wenn vor vier Jahren sein Lieblingspulli hellblau oder rot war. 😉 )

Muster

  • Das Muster gefällt der hauptsächlich benähten Person und mindestens einer weiteren benähten Personen: +5
  • Das Muster gefällt der hauptsächlich benähten Person: +3
  • Das Muster gefällt mehreren regelmäßig benähten Person, aber nicht der hauptsächlich benähten Person: +2
  • Das Muster gefällt einer regelmäßig benähten Person, aber nicht der hauptsächlich benähten Person: +1
  • Keiner regelmäßig benähte Person gefällt das Muster: -5

(Und wieder: Bitte ehrlich sein und zuhören! Wenn dem Sohn die Hoppelhäschen nicht mehr gefallen und die Tochter ihre rosa-Krönchen-Phase beendet hat… dann akzeptiere es. Auch wenn es schwer fällt.)

Material

  • Das Material wird aktuell von der hauptsächlich benähten Person sowie mindestens einer weiteren benähten Person getragen: +5
  • Das Material wird aktuell von der hauptsächlich benähten Person getragen: + 4
  • Das Material wird von mindestens einer regelmäßig benähten Person getragen: +1
  • Niemand trägt aktuell dieses Material: -5

(Unsere Lebensumstände und Ansprüche ändern sich. Wo vor zehn Jahren edle Wolltuche für Business-Kostüme angesagt waren sind es heute vielleicht praktische Baumwollstoffe, die schmutzige Kinderfinger nicht übel nehmen. Der im Bayerischen Wald angehäufte Vorrat an extrawarmen Winterstoffen wird dem neuen Wohnort im Rheinland nicht gerecht oder der günstige Stoff, aus dem die Berufsanfängerin mit wenig Geld „korrekte“ Kleidung gezaubert hat der neuen Position in leitender Funktion nicht mehr. Und nicht zuletzt vermeintliche Schnäppchen aus Anfängertagen, bei denen uns heute bewusst ist, daß sie die Mühe der Verarbeitung nicht wert sind. Kein Grund, sich für die Stoffe zu schämen. Die Käufe mögen damals Sinn gemacht haben, in deinem jetzigen Leben tun sie es nicht mehr. Also dürfen sie Platz machen, für Stoffe die heute ins Leben passen.)

Menge

  • Aus der Menge lässt sich ein sinnvolles Teil für die hauptsächlich benähte Person nähen: +5
  • Aus der Menge lässt sich ein sinnvolles Teil für verschiedene regelmäßig benähte Personen arbeiten: +3
  • Die Menge ergibt ein sinnvolles Teil für mindestens eine regelmäßig benähte Person: 0
  • Die Menge reicht nicht, um ein sinnvolles Teil für eine der regelmäßig benähten Personen herzustellen: -3

(„Sinnvoll“ heißt, in einer Größe, die heute passt und ein Teil, das man aus diesem Stoff auch verwenden würde. Der Stoff, der einen Minirock in Gr. 34 ergibt ist nicht mehr sinnvoll, wenn ich Gr. 40, 46 oder 52 habe, der Rest Anzugstoff würde zwar noch für einen Babystrampler reichen, aber ein Babystrampler aus Anszugstoff macht keinen Sinn. Auch das Materialpaket, das anlässlich der Geburt des ersten Kindes gekauft wurde, macht keinen Sinn mehr, wenn das jüngste inzwischen in die Schule geht. 😉 )

Anlass

  • Der Stoff ist für häufige Anlässe im Leben der hauptsächlich benähten Person geeignet: +5
  • Der Stoff ist für häufige Anlässe im Leben mindestens einer regelmäßig benähten Person oder für einen mindestens einmal im Jahr aufgetretenen Anlass im Leben der hauptsächlich benähten Person geeignet: +3
  • Der Stoff ist für einen in näherer Zukunft absehbaren Anlass geeignet: +1
  • Der Stoff ist für einen in näherer Zukunft geplanten Anlass geeignet: -1
  • Anlässe, zu denen ein Stück aus dem Stoff tragbar wären, sind derzeit nicht geplant oder absehbar: -5

(„Geplante Anlässe“ zählen hier nur, wenn die Entwicklung dorthin schon angefangen hat. Künftige Kinder oder Enkel etwa erst nach Eintreten der Schwangerschaft. 😉 Ein „absehbarer Anlass“ wäre der Ball, für den die Karten schon gekauft sind oder ein jährlich stattfindendes Ereignis, zu dem ich bisher jedes Jahr gegangen bin.)

Lagerdauer

  • Der Stoff wurde in den letzten drei Monaten gekauft: +5 Punkte
  • Der Stoff liegt seit einem Jahr hier: +4 Punkte
  • Der Stoff liegt länger als ein Jahr, aber kürzer als fünf Jahre: +1
  • Der Stoff liegt länger als fünf Jahre, aber kürzer als zehn Jahre: 0
  • Der Stoff ist älter als zehn Jahre: -3
  • Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie lange ich den Stoff schon habe: -5

So, und was jetzt tun mit den Punkten?

Eindeutig sind die Kategorien:

Negative Endpunktzahl: Der Stoff kann eindeutig raus, gar nicht mehr drüber nachdenken…

Mehr als 25 Punkte: Ganz sicher behalten.

Die anderen Stoffe gehen in eine zweite Runde:

15-25 Punkte: Stoffe mit positiver Tendenz. Trotzdem kann man sie erst mal auf Redundanzen durchsehen. Dabei auch immer die „ganz sicher behalten“ Stoffe im Auge haben. Habe ich etwa zehn dunkelblaue Hosenstoffe, genügt es vielleicht fünf oder sieben davon zu behalten. Oder habe ich für einen bestimmten Anlass wie eine Hochzeit, ein Jubelgeburtstag oder einen Ball schon Stoff für drei unterschiedliche Projekte? Dann muß das vierte nicht sein. Oder habe ich einen ganz ähnlichen Stoff bei den besonders schönen Stoffen? Dann brauche ich den nicht ganz so schönen doch nicht mehr zusätzlich.

Was dann noch übrig ist markiert man sich am besten und geht die Punkteliste ein Jahr später noch mal durch, ob sich etwas verändert hat.

0-15 Punkte: Stoffe mit negativer Tendenz. Bei denen spricht deutlich mehr fürs Hergeben als fürs behalten. Wenn du es schaffst: gib sie weg, denn auch sie haben eine nur sehr geringe Wahrscheinlichkeit, jemals unter deiner Nähmaschine zu landen. (Glückwunsch zum Mut!) Gibt alles her, wofür du einen guten Preis bekommst. Den Rest gehe noch mal durch und überlege dir bei jedem einzelnen Stück, warum du ihn behalten mußt. Denke dann an all die schönen Stoffe, die du deswegen nicht mehr kaufen kannst… Und sortiere von diesen mindestens noch die Hälfte aus. Die verbleibenden werden ebenfalls markiert, was davon nach drei Jahren immer noch nicht verarbeitet ist, kann dann gehen. (Mancher Abschied dauert eben etwas länger. 😉 )

Wenn das geschafft ist, dann geht es, wie bei jeder Diät, natürlich auch darum, das Stoffgewicht zu halten, es nicht mehr ausufern zu lassen.

Die oben im Punktesystem erwähnten Kategorien beim Stoffneukauf zu berücksichtigen ist auf alle Fälle eine gute Idee. (Ich bin doch sicher nicht die einzige, die immer mal wieder einen „oh, ist der toll“ Stoff gekauft hat, ohne daran zu denken, daß der Stoff nur leider mir gar nicht steht… 😉 )

Wichtig ist es aber, sich selber sinnvolle und klare Grenzen zu setzen. Konkret heißt das, für die verbliebenen Stoffe einen Platz zu suchen, nicht mehr über die Wohnung, den Keller oder sonst wo verteilt, sondern ein Ort (Schrank, Truhe, auch zwei oder drei Truhen, wie halt Platz ist), wo sie Platz haben und greifbar sind. Außerdem sollte der Lagerort nicht komplett vollgestopft sein, sondern etwas Luft haben, für Stoffe für aktuelle Projekte. Nulldiät funktioniert nicht so gut, wie ein angepasstes System., das gelegentlich eine Praline erlaubt 😉 Ob man sich Platz für drei, fünf, sieben oder zehn Projekte zusätzlich gibt hängt von den eigenen Gewohnheiten ab. Bei mir sind es so fünf bis sieben, für drei bin ich nicht diszipliniert genug und bei mehr als zehn verliert man den Überblick. 😀

Aber damit ist dann auch Schluss. Über diesen Platz wächst der Stoffstapel nicht mehr hinaus. Will ich noch mehr neue Stoffe kaufen, dann muß ich vorher alte verarbeiten oder weggeben. So viel Selbstdisziplin muß sein. Aber es geht. (Bei mir jetzt seit drei Jahren.)

Ach ja, unterstützen kann man die Stoffdiät durch Qualitätsbewusstsein: Keine billigen Stoffe mehr, sondern nur noch teure, das setzt dem Horten dann sehr schnell Grenzen. 😉

(Und wenn ich ein System gefunden habe, wie ich der Schnittmustersammelsucht Herr werden kann… dann schreibe ich auch drüber… :o)

Mogelpackung….

… oder „Der Bestellschnitt“

Kaufe ich eine Schnittmusterzeitung, bekomme ich nicht nur modische Anregung wie in anderen Zeitschriften, sondern auch gleich noch die Schnitte und Anleitungen dazu, diese Anregungen für mich umzusetzen. Das ist schön.

Daß manchmal Schnitte oder Anleitungen dabei sind, die den Heftumfang sprengen würden und die man gesondert bestellen muß (oft für eine geringe Gebühr), das ist ja auch schön.

An sich.

Und auch kein Problem.

An sich.

Nur… Schnittmusterhefte landen (wenigstens bei mir) in aller Regel nicht sofort auf dem Müll, sondern werden durchaus einige Zeit aufgehoben. Denn Mode ist, was ich draus mache. Und gerade die Burda-Schnitte sind länger als einen Monat im Trend. Und Sonderhefte, egal ob Festmode, Herrenkleidung oder Karneval archiviere ich ohnehin langfristig. Schließlich weiß man ja nie, wann die Herstellung eingestellt wird. (Wo gibt es noch Hefte mit Männerkleidung? schnirfz)

Denn immer wieder findet sich in einem alten Heft genau der gesuchte Schnitt.

Oder auch nicht, denn genau der „richtige“ Schnitt war ein Kaufschnitt, was aber aus der Darstellung im Heft nicht hervorging, sondern erst beim Lesen des Kleingedruckten (nach vergeblicher Suche im Anleitungsteil) ersichtlich war. 🙁

Und den gibt es nach etlichen Jahren natürlich nicht mehr. Hatte ich doch deswegen in den alten Heften gesucht, weil beim aktuellen Angebot nichts passendes dabei war.

(Beim Durchblättern meiner alten „nicoles“ hatte ich übrigens kürzlich den gleichen Effekt: Wunderschöne Pullis im Japan-Stil, aber genau die drei Anleitungen hatte man damals zusätzlich bestellen müssen. Oder hätte man… 🙁 )

Stoff-Shopping in Paris: Madame Coupons

Wo ich in Paris Stoffgeschäfte finde weiß ich ja inzwischen ganz gut. Aber dennoch stoße ich immer mal wieder an unerwarteter Stelle auf eines. Vielleicht, weil ich noch nie in der Straße war, vielleicht auch, weil es bislang immer geschlossen hatte und die heruntergelassenen Rolläden gar nicht auf den Inhalt schließen ließen.

Und so bin ich im November auch über Madame Coupons gestolpert.

Wie der Name vermuten lässt, liegt der Schwerpunkt auf Coupons, aber einige Stoffe sind auch als Meterware vorhanden. „Madame“ bezieht sich dann nicht auf den Besitzer (der war eindeutig männlich), sondern auf die Kundschaft, an die man so denkt.

Im Angebot sind edle Stoffe, Wolle,S eide, Leinen,… und Monsieur weiß bei den meisten genau zu sagen, in wessen Designer-oder Haute-Couture-Kollektion sie verwendet wurden. Überprüfen konnte ich es nicht, aber die Stoffe machten durchweg einen sehr hochwertigen Eindruck: schöne Wolltuche, schwere Seiden, aufwendig bedruckt, Seidensamt oder Chiffon mit viel Pailletten oder Perlenstickerei,…

Viele der 3 Meter langen Coupons gibt es dann auch nur ein oder zwei Mal und was weg ist, ist weg. Die Coupons sind aber schön übersichtlich aufgehängt, so daß man sie bequem durchgucken kann. Und der Verkäufer auch jederzeit bereit, einem etwas -aufzuschwatzen- herauszusuchen.

Die meisten Stoffe kommen auf um die 40 EUR pro Meter bzw. 120 EUR pro Coupon. Als Angebot geht der Coupon dann aber auch mal für 90 oder 100 EUR weg. Immer noch etwas viel für einen Spontankauf (der dann wieder Jahre in der Truhe liegt 😉 ), aber eine Adresse, die ich mir merken werde. Für den nächsten geplanten Einkauf.

Madame Coupons, 71, rue Levis, 75017 Paris

Geöffnet Dienstag bis Samstag von 9.30 bis 19.00 Uhr

Patentantes Kommunionanzug

Wie wir kurz vor Weihnachten erfuhren, wird unser Patenkind dieses Jahr zur Erstkommunion gehen. Angesichts der Tatsache, daß er zwar katholisch getauft wurde, aber seit der 1. Klasse den evangelischen Religionsunterricht besucht waren wir zwar etwas überrascht, aber ein Anlass für ein neues Kleidungsstück ist ja immer gut. 🙂

(Die Idee mit der Kommunion kam übrigens von der katholischen Gemeindereferentin, die meinte, er könne ja jetzt erst mal zur Kommunion gehen und sich später konfirmieren lassen, dann würde er von der Religion beider Eltern etwas mitbekommen. Angesichts der sonstigen Haltung der katholischen Kirche zum „Teilen“ ihrer Sakramente erschließt sich mir diese Logik nun nicht ganz, aber ich habe ja auch nur ein schlichtes, protestantisches Hirn. Vermutlich einfach zu straight… 😉 )

Fragt sich jetzt nur was? Schon letztes Jahr hatte ich etwas gesehen, was mir gefiel, wofür mir der Anlass fehlte. Butterick 4387 hatte es mir spontan angetan.

Glücklicherweise veranlasste mich ein Zwischenruf (Dank an Schoggi für das ehrlich entsetzte „Diese Gardine??!?“ zu einem intensiveren Blick und ich kam zu dem Urteil, daß mir zwar die „hüftverdeckenden“ Eigentschaften der Jacke gefallen, der Rest aber weniger. Insbesondere die Ärmel gar nicht. Da ich glücklicherweise auch noch keinen Stoff dafür gefunden hatte, konnte ich noch rechtzeitig beidrehen. uff

Dann bin ich erst mal in meine eigenen Schnitte abgetaucht. Die Stoffsucht habe ich ja im Griff, aber so ein netter Schnitt (gerade wenn er vielleicht im Sonderangebot ist), wer könnte dem widerstehen? Und Schnitte brauchen ja viel weniger Platz als Stoff. Oder so. 😀

Vogue SchnitteUnd da fand ich doch glatt zwei Kandidaten. An dem rechten Kostüm gefiel mir die Ausschnittlösung und als ich ihn mal als Sonderangebot sah, nahm ich ihn spontan mit. Ist schon eine Weile her, fürchte ich. An dem Hosenanzug links gefiel mir die außergewöhnlche Schnittführung und die geschlossene Ausschnittlösung. Ich konnte ihm vor zwei Jahren in den USA bei Mary Jo nicht widerstehen, zumal es gerade eine „alle Vogue Schnitte für $3,99“-Sonderaktion gab. Eigentlich hatte ich ihn auch im gleichen Jahr noch nähen wollen, aber der Stoff den ich hatte und den ich auch unbedingt verwenden wollte war zu steif und vor allem nicht genug.

Also überlegte ich wieder hin und her, befragte Freunde, überlegte weiter,… und der Hosenanzug hat gewonnen. Auch wenn die Kommunion am weißen Sonntag stattfindet und Ostern dieses Jahr relativ spät ist… Hose und geschlossener Ausschnitt könnten sich strategisch als vorteilhaft erweisen. Ich friere ungern. 😀

Nächste Hürde ist bekanntlich der Stoffkauf. Da es für den Frühling sein soll, wollte ich etwas helles. Aber kein gelb, kein grün, weil mir das absolut nicht steht. Auch kein pastellrosa oder blau, das passt nicht zu dem Schnitt. Lieber sollte es ein neutraler Ton sein, der zu vielem passt, so daß ich möglichst viele meiner Oberteile dazu kombinieren kann. Und vielleicht zur Abwechslung mal nicht schon wieder rot und auch nicht wieder türkis.

Als Material etwas nicht zu dünnes, durchaus festes. Grobe Seide hat was, andererseits reiben sich da die Hosenbeine bei meinen eher runderen Schenkeln auch schnell durch. Und will den Hosenanzug schon auch zur Arbeit anziehen, ein Anlass und danach Schrank hängen muß auch nicht sein. Leinen vielleicht…?

Ach ja, da ich 4,50 Meter davon brauche wäre ein Preis von weniger als 50 EUR pro Meter auch gut… (Futter, Einlage und sonstige Kurzwaren kommen ja auch noch dazu.)

Also wieder ein Zug durch die Stoffgeschäfte… viel angeguckt, ans Gesicht gehalten, ab und an aufs Preisschild geguckt (Nein, 100 EUR pro Meter gibt mein Geldbeutel defintiv nicht her.)… natürlich haben alle Geschäfte vor allem noch Winterstoffen oder blitzdünne geblümte Frühlingsstoffe oder vor allem Karnevalsstoffe… Wie immer, natürlich nie das, was ich gerade brauche.

StoffarbeTja, und letztlich gefiel mir dann dieser Canvas von BBG am besten. Die Farbe stand mir von allem was auch nur halbwegs in Frage kam am besten:

Tja… ich werde die Jacke vermutlich rot abfüttern, und die Nähte mit rotem Stickgarn absteppen. Und mir das eine oder andere rote Oberteil dazu nähen…. :o)

Dafür lag der Stoff angesichts des „Januar-Ladenrabattes für vor Ort Kunden“ bei deutlich unter 10 EUR pro Meter und ist, da Baumwolle, auch problemlos waschbar.

Die erste Hürde hat er auch schon genommen, er hat die Wäsche ohne Brüche überstanden und ließ sich gut bügeln. Sicherheitshalber hatte ich ja 5 Meter gekauft, denn man weiß ja nie, wie sehr Baumwolle eingeht, aber er ist praktisch nicht eingegangen. Wenn ich Glück habe, kann ich den Rock auch noch dazu nähen!

Für den Hosenschnitt werde ich allerdings erst mal eine Probehose nähen… der hat die Abnäher an einer sehr ungewohnten Stelle, da muß ich erst mal sehen, wie ich das angepasst bekomme…?

Längs gedreht und quer geringelt (noch ein Spiralschal)

Da es leider noch soo viele schöne Garnfarben gibt, ist meine Spiralschalstricksucht leider immer noch nicht vorbei. Aber ein -Fehler- Versehen brachte mich auf eine andere Idee: Warum müssen die Farben eigentlich immer längs verlaufen? Und wie sähe es wohl aus, wenn ich sie quer….?

SpiralschalAlso einfach mal ausprobiert…

Der Anschlag funktioniert wie immer. (Zur Erinnerung: in dem Beitrag steht die Anleitung für den Spiralschal 12M Farbe eins, 12M Farbe zwei anschlagen, die 12M in Farbe zwei rechts abstricken, die 12M in Farbe eins links. Dann den ersten Rapport in Farbe 1, Fäden verkreuzen und einen Rapport in Farbe 2.

Und jetzt nicht wieder auf Farbe 1 wechseln, sondern mit Farbe 2 weiterstricken und auf der anderen Seite auch einen Rapport stricken. Wenn man dann wieder in der Mitte ist, dann auf Farbe 1 wechseln und mit der auch zwei Rapporte stricken.

Detailaufnahme SpiralschalDas Resultat: quasi Ringel im Schal. Die aber auch nicht ganz nach Ringeln aussehen, weil sich ja alles dreht und rüscht.

Mir gefällt diese Variante jedenfalls auch gut, besonders für Farbe die eher etwas ähnlich sind, bei richtig kontrastierenden Farben fändeich es vielleicht doch etwas krass. Obwohl… sollte man auch mal probieren.

(Vielleicht auch geeignet für Fanschals, die etwas „eleganter“ und weiblicher sein sollen? 😉 )

Was man hier übrigens auch ein bißchen erkennen kann ist, daß die „Streifen“ eigentlich Dreiecke bzw. Tortenstücke sind.

Ein orangenes „Tortenstück“ zwischen zwei roten.

Über den Blogrand: Nähgeheimnisausplauderer…

… sind „Sew“ und „Sushi“.

Sie zeigen nicht nur ausgefallene Kostüme von viktorianischen Tournüren (auch liebevoll „Nürchen“ tituliert) bis petticoatseeligen 50er Jahre Kleidern, nein sie zeigen auch wie sie es machen.

Außerdem stellen sie Nähutensilien und -bücher vor, erklären wie man verschiedene Nähfüße einsetzt und zeigen noch so die eine oder andere Nähtechnik. All dies auf Grund der vielen Bilder sehr anschaulich.

Die Updates erfolgen nicht sehr oft, aber um so fundierter sind die Beiträge: Sew’n’Sushi’s Sewing Secretsi

Satz heiße Ohren…

… ein Wunschtraum.

Winter ist ja ohnehin nicht meine Jahreszeit und daß ich außer kalten Händen und kalten Füßen auch kalte Ohren habe trägt nur wenig dazu bei, mich mit dieser Jahreszeit auszusöhnen.

Zu Mützen habe ich allerdings schon von klein auf ein gespaltenes Verhältnis. Nur eine Mütze war „erlaubt“, ein weißes Plüschding, mit so langen „auswüchsen“ vorne, die wie Zöpfe herunterhingen. Die konnte man auch vor dem Kinn verknoten, dann war der Hals auch warm. Anfangs noch mit gefalteten Stofflagen drin, damit sie mir nicht über das Gesicht rutschte, habe ich die ungefähr vom zweiten bis zum zehnten oder elften Lebensjahr getragen. Meine Mutter hat es immer mal wieder mit anderen (die Mode ändert sich ja auch…) Mützen versucht, die mit „kratzt und ist unbequem“ aber keinen Anklang fanden. Also wurde das weiße Plüschding wieder gewaschen und weitergetragen.

Als sie endgültig nicht mehr passte mußte ich mich nur kurze Zeit mit ungeliebten Strickmützen herumschlagen (Strickmützen und Strumpfhosen kratzen IMMER, wenn man Kind ist. Egal aus welchem Material…. ) bis Ohrwärmer modern wurden. Ein knallrotes Exemplar begleitete mich wieder einige Jahre. Allerdings ließ die Spannung auf dem Bügel immer mehr nach und die Dinger kamen ins Rutschen. Lästig, wenn man gerade mal wieder auf den letzten Drücker zum Zug hechtet. Mehrere Nachkaufversuche waren erfolglos, denn der Bügel war immer aus einem anderen Kunststoff, fester, weniger elastisch und passte sich meinem Kopf nicht an, sondern rutschte geschwind irgendwohin, nur nicht auf die Ohren.

Was dann folgte waren Jahre des Leidens… Mützen konnte ich nach wie vor nicht ab (außerdem wollte ich warme Ohren, keine plattgedrückten, fettigen Haar mit juckender Kopfhaut) und ich experimentierte mit mehr oder weniger malerisch um den Kopf geschlungenen Tüchern und Schals. Nur alles was die Ohren warm hielt, brachte den Kopf zum Schwitzen. Und Hüte (ich trage leidenschaftlich gerne Hüte) schützen zwar gut vor Sonne oder Regen, speziell die Ohren halten sie aber auch nicht wirklich warm. Und bei windigem Klima sind sie auch nicht wirklich geeignet, es sei denn, man kann schneller rennen als der Wind bläst. (Den Hut mit der Hand festhalten sieht dann genauso uncool aus. 😉 )

Als Stirnbänder aufkamen klangen sie zuerst nach der idealen Lösung. Nur leider scheinen meine Ohren nicht da zu sitzen, wo die Stirnbandhersteller sie haben wollen. Und den richtigen Kopfumfang habe ich erst recht nicht. Ich experimentierte mit diversen billigen gekauften Stirnbänder (rutschen über die Augen, sobald man den Kopf irgendwie bewegt), mit teueren gekauften Stirnbändern (rutschen hoch und geben die Ohren frei, sobald man den Kopf nicht gesenkt hält, was beim Herumlaufen oder gar Radfahren nicht zu vermeiden ist, wenn man sehen möchte, wo man hinläuft 😀 ), mit selbergestrickten (nicht wirklich winddicht und entweder zu schmal, um die Ohren ganz zu bedecken oder ebenfalls nach oben oder unten rutschend),… Resultat waren immer noch kalte Ohren im Winter. Ich fing an, mich damit abzufinden und vermied es soweit als möglich, im Winter nach draußen zu gehen. 🙁 (Der Umzug in eine Gegend, wo die Temperatur im Winter meist auch noch etwas über dem Gefrierpunkt bleibt war hilfreich.)

Doch dann schleppte vor einigen Wochen eine Nähfreundin (Monika alias masan) ein selbergebasteltes Stirnband aus Fleece an. Das Ding hatte Klappen für die Ohren! Und es passte mir fast. Das sah interessant aus und ich bekam ihren Schnitt. Den habe ich noch ein bißchen angepasst und heraus kam das:

Schnittmuster StirnbandFleecereste von dem weichen BBG-Fleece habe ich ja immer in der Restekiste, so konnte ich loslegen. Das Band sollte außerdem gleich zum Wenden sein, denn zu einem Teil meiner Wintersache wäre blau gut, zu einem anderen Teil eher rot. Also ein Teil im Stoffbruch aus blauem Fleece zugeschnitten (NZG nicht vergessen…) das andere aus rotem. Danach zusammennähen, verstürzen, merken, daß es so nicht geht, auftrennen, anders probieren, wieder auftrennen… es gibt erstaunlich viele Möglichkeiten, zwei simple Teile so zusammenzunähen, daß man sie dann nicht verstürzen kann. :o)

(Die richtige Reihenfolge ist: die beiden Stoffteile recht auf rechts legen und entlang der Längskanten zusammennähen. Dabei etwa sieben Zentimeter vor der hintern Mitte beginnen bzw. aufhören. Ich habe mit einem elastischen Stich genäht, masans Original war mit Geradstich, das fand ich aber unbequem. Danach wenden und die Kanten schön rausdrücken, damit es hinterher flach ist. (Bügeln nicht nötig) Sodann wird die rückwärte Mitte des äußeren Stirnbandes genäht, danach die des inneren Stirnbandes. Oder umgekehrt. An den verbliebenen Öffnungen der Längskanten habe ich die NZG nach innen geklappt und zuletzt mit einem Zickzackstich die obere und untere Kante abgesteppt.)

Fertig war das Wendestirnband! Ob es meinen Ohren die gewünschte Wende zum Warmen bringen würde? Der erste Tragetest in der Wohnung verlief gut, die Klappen waren über den Ohren und das Band rutschte nicht, weder nach oben, noch über die Augen.

Der nächste Spaziergang zeigte dann allerdings ein Problem: Der Wind pfiff rein, genau auf die Ohren. Denn da lag das Stirnband nur locker an.

Was nun?

Beim nächsten Versuch habe ich so von 5cm vor der Klappe bis 5cm hinter der Klappe einen schmalen, weichen Gummi (3mm) gedehnt mit eingenäht. Nach dem Verstürzen zeigte sich, daß sich die Klappen jetzt in eine Richtung legen, das beidseitige Verwenden des Stirnbandes ist so natürlich nicht mehr optimal. Aber da der Gummi schmal und weich ist, kann man ihn doch für beide Richtungen „hinfummeln“.

Nächster Test. Sehr gut, seitlich pfeift nichts mehr hinein!

Allerdings… wenn es sehr windig ist, dann kommt der Luftzug doch glatt durch die zwei Fleece-Schichten direkt ans Ohr durch! Wie gemein. 🙁 Aber doch deutlich abgeschwächt.

Für den Rest dieses Winters sollte es aber gehen. Und nächstes Jahr sehe ich mal zu, ob ich irgendwo einen Rest Klimamembran herbekomme… Die Geschichte geht also weiter… 😉

Revue de Presse: burda PLUS FASHION F/S 2006

Und noch etwas ist vor der Abfahrt in Stuttgart in meine Tasche gehüpft: Die Burda Plus, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in Frühjahrsmode zu stöbern hat auch was. Türkis und grün auf dem Titel wecken jedenfalls Gedanken an erste Blüten und Gräser. (Türkis? Yeah, meine Farbwahl für das letzte Jahr WAR gut. 😉 ) Und das Titelmodel ist zwar nicht wirklich „PLUS“, aber es scheint zumindest ansatzweise einen Hintern zu haben. Die Titeljacke scheint irgendwie ganz fein gepaspelte Ränder zu haben…??? Wie haben sie das wohl gemacht?

Im Innenteil ist die Jacke dann auch in gemustert, da ist der Effekt noch deutlicher… 411B… in den Anleitungsteil blätter Aha… nicht gepaspelt. Interessant… aber sieht wohl nur mit Overlock wirklich gut aus. Aber falls ich mal eine habe, den Effekt werde ich mir merken.

Daß die Designer der einzelnen Serien vorgestellt werden gefällt mir nach wie vor gut. Nur wiederholt sich natürlich vieles, denn alle halbe Jahre etwas Neues zu schreiben dürfte schwierig sein. 😀 Allerdings ordne ich jedesmal die Modell die nach der Reportage kommen dem jeweiligen Designer zu. Bis ich am Ende des Heftes merke, daß nichts mehr übrig ist. :o) Eigentlich sollte ich es inzwischen besser wissen, aber es hilft nichts, intuitiv kommt für mich die Einleitung einfach vorne, nicht hinten… 😉

Die hammer-Kollektion gefällt mir jedenfalls wieder, denn den Stil kann ich gut ins Büro tragen:Nicht aufregend, aber klassisch, mit kleinen, pfiffigen Details. Nur habe ich gar nicht so viel Zeit zum nähen… Schade, daß kaufen wegfällt, weil ich einfach zu viele verschiedene Konfektionsgrößen in einem Stück gleichzeitig brauche. 🙁

Weiter geht es mir brandt… die Hose 403 könnte mir als Urlaubshose gefallen, da ist dieser ausgeprägte Schlafanzuglook okay, wenn es bequem ist. (Und, helas! eine Hose, für die kein elastischer Stoff von Nöten ist!) Huch, aber Gummizug und noch einen Reißverschluss drin? Hm, weiß nicht… worst of both worlds?

Ansonsten kann ich mit dem Knitterlook wirklich nur sehr eingeschränkt was anfangen… wenn ich aussehen will, als käme ich gerade aus dem Bett, kann ich den Schlafanzug anlassen. 😉 Und, wie vorgeschlagen, als Abendoutfit… naja, fürs Bett halt. Die Bluse 402 mit Kelchkragen könnte brauchbar sein, auch ohne Knitter im Stoff.

Auf Langgröße ändern ist jetzt auch nicht mein Thema, aber da es ja praktisch keine Schnitte in Langgröße mehr gibt, ist das sicher eine gute Idee. Sind ja viele größer als ich. Und die gezeichneten Figurinen dürfen tatsächlich mal etwas fülliger sein. Immerhin!

Dafür ist das Model der Irma Mahnel-Kollektion wieder um so schlanker. Und die Modelle… nennt man das jetzt klassisch oder bieder? Meine Oma hat so Jacken getragen, für eine über 80jährige fand ich das immer sehr schick. Aber meins ist das wohl nicht. Andererseits kein Wunder, jemand der Wasser nicht so ausgeprägt mag (so wie ich), ist wohl mit diesem „Marine-Stil meets Channel“ auch nicht gut bedient. 😀 Hose 420 könnte eine brauchbare Basishose sein… wenn sie nicht wieder aus Elastik-Stoff wäre. (Nein, ich wiederhole mein Lamento nicht noch mal. 😉 )

Mal sehen, ob ich diesmal Zeit finde, einen Schnitt auch umzusetzen oder ob das Heft ungebraucht bei den andere im Archiv landet… 😀

Politikerseele in Norm gegossen

Manchmal leisten sich unsere gewählten Volksvertreter ja so Dinge, da frage ich mich dann, wie deren Gehirne denn so ticken. (Na gut, wenn ich mich im Internet oder im Leben so umsehe…. die Frage stelle ich mir wahrlich nicht nur bei Politikern…)

Wir erinnern uns: Da zahlen Firmen (z.B. Stromkonzerne) Reisen an exotische Orte, mal mit Privatflugzeugen, ein anderes Mal vielleicht „all inclusive“ (auch die Nachtbegleiterinnen…) und wenn es in die Presse kommt ist das Geheule groß. Wie hätten die armen Menschen denn erkennen können, daß so eine Firma vielleicht eine Gegenleistung für ein derartiges Geschenk erwarten könnte? Ja wie käme man denn dazu, ihnen da Beeinflussbarkeit zu unterstellen? Schließlich entspricht das ja der allgemeinen Lebenserfahrung, daß wir ständig große Geschenke bekommen und niemand mehr als ein „Dankeschön“ oder „Vergelt“s Gott“ dafür erwartet! (Ach… geht euch nicht so? Tja, mir auch nicht…)

Doch solche -Auswüchse- Versehen gilt es selbstverständlich zu verhindern und da hatte doch jetzt ein Landrat aus NRW eine glänzende Idee: Eine Ethik müßte her! So als Leitlinie, damit die armen Kerle nicht mehr versehentlich was falsch machen. (Und was hatten sie dann eigentlich bislang….? ) Ja, gute Idee, Ethik so im Handeln, doch das hat was. Auch bei Politikern.

Doch damit nicht genug, der Gesetzgeber, der Normgeber, solle diese Ethik festlegen.

??? Wie meinen??? Ich meine, selbst die Ärzte als Berufsgruppe schaffen es, sich ihre ethischen Grundsätze über ihre Standesvertretung selber zu geben. Mal abgesehen von so popeligen „Normalbürgern“ die mit ihren ganz privaten ethischen Grundsätzen prima über die Runden kommen, ohne anderen auf die Zehen zu treten.

Und gab es da, so irgendwann früher, bei den alten Griechen oder Römern (meine früheren Lateinlehrer mögen mir Ungenauigkeiten verzeihen…) nicht die Vorstellung, als Staatsmänner, als Politiker, wären besonders herausragende Menschen geeignet, solche, die sich durch ihr „gutes“ Handeln auszeichneten?

Ein lange Weg zum Politiker, der jemanden sucht, der ihm seine Ethik in eine (am besten DiN) Norm gießt. Damit er wieder weiß, was richtig und falsch ist.

Aber mal ganz ehrlich: Wer schon mit den Grundanforderungen seines Berufes scheitert… sollte sich vielleicht einfach eine andere Tätigkeit suchen. Wo das mit der Ethik und den Regeln ein bißchen einfacher ist.

Aber wahrscheinlich… bin ich zu anspruchsvoll.

Kuschelhemd: Schnipp-schnapp, ratz-fatz, fertig

Schnitt auflegenBeim Zuschneiden gibt es jetzt noch eine kleine Hürde zu überwinden. Der Stoffschlauch ist erst einmal viel schmaler als das Schnitteil. Also ziehe ich den Schlauch einfach auf die Breite des Schnitteiles. Damit er in dieser Breite auch hält wird er mit dem bewährten Tesafilm am Boden festgeklebt. 😎

Dann das Teil auflegen und die Kontur nachziehen, mit dem Minikopierrädchen von Prym geht das sehr gut, weil man nicht aufdrücken muss und den Stoff dadurch nicht verzieht. Nahtzugaben nicht vergessen. Ich brauche nur an der Schulter welche, weil die anderen Kanten mit Falzgummi eingefasst werden.

UnterhemdSchnitteil wieder abnehmen und die beiden Stofflagen neben der Kontur mit Stecknadeln zusammenstecken. Die Länge des Hemdes festlegen und eine Querlinie über die ganze Breite des Schlauches ziehen. Auch hier die Stofflagen mit Nadeln zusammenstecken.

Tesafilm ablösen und das Hemd zuschneiden.

Das Nähen ist dann kaum mehr der Rede wert: Die Schulternähte schließen und die Kanten mit Falzgummi einfassen. Der darf gerne 10 Prozent kürzer als die Kantenlänge des Schnittes sein. Den Saum habe ich einfach 1,5cm nach innen geschlagen und mit einem mittellangen und mittelbreiten Zickzackstich angenäht.

Fertig, jetzt kann ihn die sibirische Kälte hoffentlich kalt lassen. Oder warm… 😉 (Und das nächste… wird für mich. 😀 )