Sibirische Kälte mit Kuschelhemd: Schnitterstellung und -anpassung für Schlauchware

Mit „sibirischer Kälte“ droht uns der Wetterbericht. Und das, wo sich mein Schatz eh schon beschwert, daß er beim Warten auf die (verspätete) S-Bahn immer so friert.

Das ist der Moment für dieses Stück Schlauchware aus der Vorratstruhe, fein, aber innen angerauht und mollig weich. So ein Schlauch sieht ja immer recht schmal aus, aber er dehnt sich meist erstaunlich. Und wenn man es richtig macht, dann spart man viel Näharbeit, denn die Seitennähte entfallen.

Die ersten Tests hatte der Stoff schon bestanden.

Zum einen muß sich der Schlauch weit genug aufdehnen, daß er über den kleinen Waschbärbauch drüberpasst. 😀

Zum anderen darf er natürlich auf keinen Fall irgendwie kratzen. Männerbäuche sind da sensibel. Also bekam Schatzi im Herbst schon mal einen Streifen Schlauch um den Bauch gelegt und wurde am Abend gefragt, ob es denn gekratzt hätte. Veständnisloser Blick, wovon ich denn jetzt rede… Gut, er hat vergessen, daß er es um hat. Der Test kann somit als bestanden gelten. 😉

Materialen zum Schnitt abnehmenJetzt brauche ich allerdings erst einmal einen Schnitt. Wie immer ist natürlich nichts geeignetes im Fundus. Auch in den reichlich vorhandenen Zeitschriften Fehlanzeige. Männerschnitte sind ja ohnehin eine rar gesäte Spezies… 🙁

Ich weiß zwar, wo ich einen bestellen kann, aber es ist Sonntag und wenn ich schon mal so weit bin, dann will ich jetzt und sofort loslegen, also erstelle ich den Schnitt einfach selber. Bei einem Unterhemd ist das ja nicht schwierig.

Ausgangspunkt ist ein gut passendes Unterhemd. (Die Passform ist zwar meist nicht wirklich problematisch, aber man sollte nicht gerade ein zu kleines, zu großes oder einfach unbequemes aussuchen. Wenn ich mir schon die Mühe mache, dann kann ich es auch gleich richtig machen. 😉 )

Das Hemd wird auf das Bügelbrett gelegt und ohne es zu verdehnen glatt gezogen. Darauf kommt ein Stück Malerfolie (die dicke) aus dem Baumarkt. Der Tesaabroller ist auf Grund seines Gewichtes hervorragend geeignet, die Folie zu fixieren. Wozu auch die anderen Gegenstände dienen. Mit einem Folienstift (am besten haften die, die man zum CD-Beschriften nimmt) ziehe ich einfach die Umrisse im Ausschnittbereich nach, bis etwa fünf oder sechs Zentimeter unter der Achsel. Der Rest interessiert nicht, denn gerade verlängern kann man auch auf dem Stoff noch.

Nur an den Schultern muß man drauf achten, die Folie ggf. ein bißchen um die Biegung zu legen, also wirklich bis zur Schulternaht, sonst wird es zu kurz.

Schnitt, erste VersionDanach das Hemd umdrehen und die Prozedur mit der anderen Seite wiederholen. Jetzt habe ich ein Schnitteil für das Hemdenvorderteil und eines für das Rückenteil.

Für Schlauchware ist das jetzt aber nicht sehr praktisch, denn ich will ja die Seitennähte einsparen.

Also müssen die Seiten“nähte“ in die Mitte des Schnitteils rücken.

Da nach dem Abzeichnen die Umrisse meist nicht ganz symmetrisch und etwas schief sind, falte ich das Schnitteil von Vorderteil und Rückenteil erst einmal zur Hälte. Der Bruch ergibt die vordere und hintere Mitte und wird hinterher auch den beiden Brüchen des Schlauchstückes entsprechen.

Die gefalteten Schnitteile klebe ich mit Tesa auf meine Arbeitsfläche. (In dem Fall den Laminatboden.) Und zwar so, daß sie sich an den Seitennähten berühren. Jetzt kommt ein weiteres Stück Folie drauf und das endgültige Schnitteil wird erstellt.

Dabei achte ich darauf, daß die beiden Schultern gleich breit sind (einfach mit dem Lineal nachmessen) und die vorherigen Ungenauigkeiten werden „rausgemittelt“, indem ich bei abweichenden Linien einfach in der Mitte zwischen den vorhandenen zeichne. Oder so, wie mir die Linie harmonischer vorkommt. Mehr als einen Zentimeter sollten die Linien von linker und rechter Seite nach dem Falten allerdings nicht abweichen, sonst macht man das Schnitteil besser neu oder sucht ein weniger verdehntes Unterhemd.;-)

Schnitt für UnterhemdDas Ergebnis sieht dann etwa so aus. (Der Schnitt selber ist nicht so „verzittert“, aber ein Touchpad ist nicht wirklich geeignet, um Linien nachzufahren… ) Links ist die vordere Mitte

und der vordere Halsausschnitt, dann kommt der Armausschnitt mit der ehemaligen Seitennäht als Hilfsmarkierung und rechts ist dann der hintere Halsausschnitt mit der hinteren Mitte.

Daß der Schnitt nur die Ausschnittpartie umfasst ist wie gesagt Absicht. Gerade bei Schlauchware sind die Ränder ja festgelegt und die Länge lässt sich hervorragend erst auf dem Stoff festlegen.

Gutes Beschriften der Schnitteile ist empfehlenswert. Denn alle Erfahrung sagt, daß ich mich nach einem Jahr dann doch nicht mehr sooo genau erinnern kann. Insbesondere nicht mehr, für welches Familienmitglied der Schnitt ist und ob ich ihn mit oder ohne Nahtzugabe erstellt habe.

Revue de Presse: Burda Februar 2006

Vor der Abreise in Stuttgart noch schnell ins Regal der Zeitschriftenhandlung gegriffen und mit der Burda in den Zug gesprungen.

Der erste Blick: börks Flieder und braune Schlangenprints… das wäre ja so ausgesprochen nicht meine Farbkombi.

Den neuen Safari-Look kann ich dann auch gleich sehr flüchtig abhandeln, diese Art von gelbstichigen Sandtönen sehen an mir so was von krank aus… und Reptildrucke werden als Rüschenrock nicht schöner. (Und zu welcher Gelegenheit trägt man eigentlich Tuniken mit einem Ausschnitt bis unterhalb des Brustansatzes? Also selbst wenn man A-Cups hat… Zur Arbeit? Was für einen Arbeitsplatz stellen die sich denn jetzt vor? Um die Kinder in den Kindergarten zu bringen? Oder zum Lümmeln auf dem Sofa? Wäre eigentlich wirklich mal einen spannende Frage, wie sich die Burda-Redaktion so den Tagesablauf ihrer Leserinnen vorstellt?) Außerdem fällt mir an der Tunika 120A eine meiner Lieblingsfragen ein: Sind die Ärmel dem Model einfach zu kurz oder ist das Absicht? So eine Länge „zu kurz für Handgelenkslan, aber zu lang für 7/8″… aussehen tut es wie „gewollt, nur was?“

Die bunten Ethnofarben treffen meinen Geschmack da schon besser. Da muß ich doch mal meinen Kleiderschrank durchwühlen gehen, so in die Richtung habe ich bestimmt noch was zum Aufpeppen. Bißchen viel Rüschen… aber Farbe und Muster ist gut. Und viel Rot… Wobei, die versetzten Rüschen von 122A… diese Idee kann ich vielleicht mal verwenden. Die gefällt mir. Ach so, sind auch Volants, na dann… Aha, die hübschen Shirts dazu kommen alle von H&M… Schade, bestimmt nicht in meiner Größe – na gut, die Farben sind auch doof, also wäre der Schnitt dafür besser…

„Pastell und Pastell gesellt sich gern“ sagt die Bumo-Redaktion. Tja, dann sind die 80er wohl defintiv zurück. Mein erster selbstgestrickter Pulli war Pastellblau mit Pastellrosa und Pastellgelb. Ein Modell aus nicole, das muß so Frühjahr 1983 gewesen sein. Aus einem Sommer-Bouclegarn. Ein gigantisches Überkaro auf dem blauen Grund, bis zu fünf Knäuel waren im Schach zu halten. Das Rückenteil habe ich geschafft, nach dem halben Vorderteil hat meine Oma angeboten, es fertig zu stricken, damit es nicht aus der Mode wäre, bis ich fertig sei. 😀 Naja, sonst könnte ich ihn ja jetzt tragen… 😉 Wenn er noch passen würde…

Da Top-Label hat für mich was von Schlafanzug, aber da mir Größe 42 eh zu klein ist, kann ich das ja anderen überlassen. Die Maßschnitte locken diesmal auch nicht. Außerdem bin ich mir nach wie vor nicht sicher, ob ich mich richtig vermessen kann. Schade eigentlich, daß Burda nicht mal jemanden zum Messen mit auf den Hobbyschneiderin-Kongress schickt… dann könnte ich mich vermessen lassen und direkt einen Schnitt bestellen.

Schön ist aber, daß diesmal wieder viele Modell bis Gr. 44 drin sind. Das wäre fast ein Ansporn, abzunehmen, dann würde das zumindest oben herum wieder passen und die Auswahl wäre größer. Andererseits… um eine Größe vergrößern geht auch noch ganz gut…

Werbung aus der Heftmitte pflück und wegwerf

Chiffon verarbeiten… bekomme ich inzwischen zwar leidlich hin, aber eine Fragen bleiben immer noch… Na gut Zuschnitt mit dem Rollschneider ist bei großen Teilen (in großer Größe) unpraktikabel, außerdem ist meine Schere scharf und schneidet daher auch Chiffon ordentlich. Für die Nahtzugaben weiß Burda leider auch nichts schnelleres als ich… Doppelnähte? Heißen die nicht französische Naht…? Oder wo ist der Unterschied? Und der Extra-Tip… Wie meinen? Den Unterfaden direkt nach oben durchfädeln? Das geht? Ohne daß es am Nahtanfang zieht oder knödelt? Ich kann ja keinen Faden festhalten??? Und warum mach das die Abnäherspitze dünner??? Groschen fall Ach so, nicht dünner, aber es hängen keine Vernähfäden rum. Eigentlich für alles ungefütterte eine gute Idee, den ich finde die Abnäherenden sehen von innen immer so unschön aus. Muß ich auf alles Fälle mal ausprobieren!

Im Leserforum stutze ich… das Mädchen kommt mir bekannt vor… Na aber sicher! „Sikibo“ vonder Hobbyschneiderin-Seitehat ihre Tochter benäht, mit Probekleid und Kommunionkleid. Dabei steht das Wichtigste gar nicht drin: Simone näht mit ihren neun Jahren nämlich schon selber und kann sehr geschickt mit der Nähmaschine sticken! Was ich weiß, weil sie ja auch schon bei unserem Kölner Nähbrunch dabei war!

Die Kosmetikseiten werden wieder flüchtig abgehandelt, da kann nichts mein Interesse auf sich ziehen, der Blick auf den Hosenanzug in Kurzgrößer fällt ebenfalls angemessen kurz aus. Nicht meine Größe.

Blumen… die kommen doch jedes Jahr als Frühjahrs- oder Sommerthema, oder? Aber schön bunt, da habe ich noch einiges im Kleiderschrank.

Oh, wer seine Jeans bestickt haben möchte und keine Stickmaschine hat soll damit einfach zum Pfaff-Händler gehen? Na hoffentlich wissen die was davon… wenn die Aktion erfolgreich ist, dann sticken sämtliche Pfaffläden in Deutschland bis in den Herbst hinein Blumenjeans… 😀

So, jetzt wird es aber endlich richtig interessant, denn jetzt kommt meine Größe… Dieses asymmetrische Gerüschle von Rock 136A gefällt mir. Die Zeit wird zum Nähen nicht reichen, denn so was steht gerade nicht auf meiner „brauche ich“-Liste, aber nett wäre er. Die Kombi aus Jacke 132 und Rock 134A könnte sich auch nett umsetzen lassen. Über die Farbe und einige Details wäre noch zu reden, aber für einen lässigeren Bürotag doch durchaus tauglich. Die Hose sieht auch nett… oh, schon wieder Elastik-Gabardine. Gut, dann nicht. Keine Ahnung, wo es diesen geheimnisvollen Stoff gibt, ich finde den nie. Und wenn, dann nicht in einer Farbe die ich haben will. An unelastischen Stoffen ist das Angebot einfach größer. Außerdem reiben Hosen aus elastischen Stoffen gerade bei dickeren Schenkeln ganz schnell durch, so zumindest meine bisherige Erfahrung. 🙁 Immerhin, bei manch einer Hose mußte ich nie über die Waschanleitung nachdenken, das hatte sich dann schon erledigt. Hosenschnitte für dicke Damen aus unelastischen Stoffen zu erstellen scheint in Deutschland eine seltene bis ausgestorbene Kunst zu sein…?

Mit den Kommunionkleider kann ich wieder weniger anfangen… hat schon wieder viel von „kleiner Braut“ und das ist jetzt auch nicht so mein Geschmack..

Dafür ist die Vorschau aufs nächste Heft auf zwei Seiten angewachsen. Schön… und Wohnidee, auch schön… ich bin mal gespannt…

Mitdenkerinnen

… und das bei einem städtischen Verkehrsbetrieb!

Ich stehe in Stuttgart vor dem Schalter, ausgerüstet mit allem, was man für ein Wochenticket braucht: Ausweis, Paßbild,… für eine Woche Stuttgart zwar etwas viel Aufwand, einen Paß für eine einzige Wertmarke auszustellen, aber es ist billiger. Für mich zumindest.

Und was sagt die nette Dame?

Ob ich nur eine Woche in Stuttgart wäre. Ja? Nein, dann bräuchte sie kein Passbild und reicht mir einen „Ersatzausweis“, der ist ohne Bild gültig.

Tja, die Schwaben wissen, wie man „sei Sach zammehält“.

Nur warum sie mir die englische Ausgabe des Netzplanes gegeben hat erschließt sich mir jetzt nicht ganz… aber Hochdeutsch… ist ja auch nur eine Fremdsprache. 😉

Zu viel, immer zu viel…

.. packe ich ein.

Diesmal geht es für fünf Tage auf eine Fortbildung nach Süddeutschland. (Wird bestimmt kalt, bibber, ich war letztes Jahr um die Jahreszeit schon mal da… ) Ich habe ja nur mein Cabin-Bag und einen Rucksack als Handgepäck, da geht nicht so wahnsinnig viel rein.

Und trotzdem… eigentlich habe ich immer mindestens ein Shirt, einen Pulli oder eine Hose dabei, die ich ungetragen aber dafür zerknittert wieder nach Hause bringe.

Und jedes Mal denke ich mir danach: Nimm weniger mit!

Aber wenn ich wirklich mal ohne Wechselhose fahre, und sei es nur für eine Nacht… dann kleckere ich sie mir ganz bestimmt voll… 😎

Umschlagtasche: Reicht der Faden?

Viel fehlt der Tasche ja nicht mehr, der Knopf ist schnell angenäht.

Fehlt natürlich noch der Tragegurt, denn mit Unterarmtaschen (Clutches sagt man wohl heute) konnte ich mich noch nie anfreunden. Ich brauche meine Hände frei. Und diese Tasche im Speziellen wäre auch viel zu dick zum Festklemmen.

Wegen der Stabilität entscheide ich mich für den Träger wieder für den Spinnacker. Außerdem habe ich da noch ein Stück in passender Länge… Die Länge bestimme ich, indem ich das eine Ende eines Maßbandes an der einen Seite der Tasche festhalte, das andere an der anderen. Dann stelle ich mich vor dem Spiegel und ziehe die Tasche so lange runter, bis mir die Traghöhe gefällt. Das Maßband verrät dann gleich die passende Trägerlänge.

Zugeschnitten wird der Stoff dann in der passenden Länge und doppelter Breite. Verstärkt wird der Trägerstoff danach mit einer Bügeleinlage für Taillenbünde. Sie ist gerade da und hat die passende Breite. Sonst nähe ich auch gerne mal einen festen Gurt ein, aber ich habe gerade keinen in passender Breite und kleine Lust auf einen Ausflug zum Baumarkt.

Dann den Träger rechts auf rechts und entlang der Längsseite nähen. Beim Einlegen der Unterfadenspule fällt mir schon auf, daß so wahnsinnig viel nicht mehr drauf ist. Auf Verdacht neu aufspulen will ich aber auch nicht, in nächster Zeit ist ausnamsweise mal nichts türkises mehr geplant… Naja, mal sehen….

Genähen Träger wenden.

Hm… recht steif, diese Einlage… *drück* *zieh* *schieb* *leisefluch* Ja, das hätte ich wohl besser mal nur eingeschlagen und von rechts zusammengesteppt. Vorher denken wäre mal eine Alternative. :o)

TascheWeil noch Ripsband da ist, wird das knappkantig auf den Träger gesteppt, nicht in der Mitte, sondern so etwa ein Drittel vom einen und zwei Drittel vom anderen Rand entfernt. Dadurch kann ich mir das Absteppen der Trägerkanten auch sparen, die Konstruktion ist stabil genug und die Stofflagen verschieben sich nicht mehr gegeneinander. Sehr schön.

Die Schmalkanten der Träger werden jeweils etwa einen Zentimeter nach innen gestülpt. Jetzt nur noch die Träger mittig und etwa fünf Zentimeter vom oberen Rand entfernt auf die Seitenteile kleben (Wodertape… ich liebe dich!) und von rechts durch alle Stofflagen festnähen. Das Futter wird dadurch auch noch mal mit befetigt und so stabiler, wenn die Innentaschen beladen sind.

Hoppla… das Vorderteilfutter wollte ich jetzt nicht mit festnähen… *gr* Also (unter Ausstoßung leiser Flüche…) auftrennen und nicht an den Unterfaden denken… Noch mal annähen.

Die andere Seite annähen. Während ich die Vernähstiche nähe hört es sich irgendwie komisch an… hat es gereicht?

Hm, drei Stiche Überlapp.. nicht viel. *kratz* Aber wenn ich die Fadenenden nach links durchziehe und verknote und dann noch einen Tropfen Fray Check draufgebe… dann müßte es halten.

Denke ich.

Im Sommer werde ich es wissen. Aber jetzt bin ich erst einmal fertig! 🙂

Umschlagtasche: Assemblage

Innenleben der TascheJetzt müssen die vielen Teile eigentlich nur noch zusammengefügt werden.

Die vorbereiteten Futterteile werden also wie die Tasche selber zusammengenäht: Vorderteil und Rückenteil an je eine lange Seite des Bodenteils und dann an den Seiten die Seitenteile hineinpfriemeln. Dabei die Gummikordel mit dem Haken nicht vergessen. (Falls doch vergessen… wieder auftrennen… 😀 ). Da die Teile ohne Schabrackeneinlage deutlich weicher sind, ist es einfacher als bei der Außentasche. Nur gut vernähen sollte man die Nahtenden, wenn das Taschenfutter irgendwo aufgeht ist es erstens ein ewiges Gesuche, bis man den kleinen Gegenstand, der sich dann irgendwo zwischen die Stoffschichten verirrt hat, wiedergefunden hat und zweitens ist es auch sehr lästig, das Loch unsichtbar und stabil von rechts wieder zu schließen.

Damit aus den zwei Taschen dann eine wird, nimmt man die Futtertasche (mit der „schönen“ Seite innen) und stellt die Außentasche (mit der „schönen“ Seite außen) hinein, also rechts auf rechts. Dann steppt man am oberen Rand entlang von Seitenteil, Vorderteil bis zum anderen Vorderteil.

An der hinteren Seite bleibt die Naht offen, denn die Tasche muß ja gewendet werden. Das Futter wird also durch die Öffnung in die Tasche hineingewendet.

KlappendekorDie verbliebene Seite schließe ich dann von Hand (manchmal bin ich altmodisch, ein paar Handstiche vor dem Fernseher mache ich gerne) indem ich das Futter eingeschlagen auf den Innenstoff der Klappe nähe. (Okay, bei dem etwas steifen Spinnacker etwas mühsam…. )

Anschließend wird der obere Rand der Tasche an Seitenteil, Vorderteil, Seitenteil einmal abgesteppt, damit das Futter nicht vorguckt. Zusätzliche Stabilität am Taschenrand ist außerdem nie von Nachteil.

Und dann ist die Tasche auch schon weitgehend fast fertig. Na gut, sie hat noch keine Träger, an denen man sie tragen könnte, sie hat auch noch keinen Verschluss… aber sie sieht schon wie eine Tasche aus und man kann etwas hineintun.

Also Kraft geschöpft für den Endspurt. (Der bestimmt wieder viel länger dauert, als geplant und gedacht… 😉 )

Umschlagtasche: Die Innenausstattung

Mindestens so wichtig wie die Optik der Tasche ist natürlich die Innenausstattung.

Ich weiß noch, als ich ein Kind war, kamen diese „Organizer-Handtaschen“ mit vielen Fächern, Reißverschlüssen und was weiß ich noch alles auf. Und ich war so neidisch, weil meine Mutter eine hatte und ich nicht.

Als ich alt genug war habe ich mir natürlich aus so etwas geholt, denn schließlich will ich bei der Menge der Dinge die ich…. also, ich meine, natürlich trage ich (wie jede Frau) nur lebensnotwendige Dinge in meiner Handtasche mit mir herum. Aber ich muß gestehen, ich habe wohl eine weitgefasste Definition von „lebensnotwendig“. 😉

Was ich dann ganz schnell gelernt habe war allerdings, daß diese Taschen unendlich viele Fächer haben, aber nie eines in der Form und Größe, die ich gerade brauchte… :-/

Aber meine Taschen haben natürlich genau die Fächer, die ich brauche. Da ich Innentaschen zur Strukturierung bevorzuge (aufgesetzte Taschen sind dekorativ, aber ich wohne in der Stadt und treibe mich auch sonst gerne mal in anderen Großstädten herum, da ist eine gewisse „Klausicherheit“ dann doch interessanter), muß ich diese natürlich meinen Bedürfnissen entsprechend planen.

Herstellung der InnentascheDa ich meine Taschen ohnehin immer füttere, bietet sich das Innenfutter also auch an, um die eine oder andere Innentasche unterzubringen. Besonders wichtig ist mir dabei ein Fach, in der ich meinen Taschenkalender, Geld und sonstige Wertsachen griffbereit aber gleichzeitig auch halbwegs sicher untergebracht habe.

Der Futterschnitt ist im Prinzip ganz einfach: Vorder- und Rückenteil, Boden und Seitenteile werden auch aus Futterstoff zugeschnitten. (Die Klappe ist ja schon gedoppelt, deswegen wird sie nicht noch einmal gefüttert.) Da ich diesmal die Reste vom Kostümfutter verwende habe ich Venezia, was für Kleidung toll ist, für Taschen aber eigentlich etwas zu dünn. Deswegen verstärke ich alle Teile mit einer dünnen, elastischen Einlage. (Die ich deswegen benutze, weil ich sie gerade da habe… aus einem Fabrikverkauf und für Bekleidung eh nicht so gut geeignet, weil sie sich ohne Bügelpresse, die ich nicht habe, nicht wirklich gut und ohne Luftblasen aufbringen lässt. Aber für eine Tasche geht“s…)

Das Rückenteil des Futters, also die körperzugewandte Fläche, wird das Fach für Wertsachen enthalten und zwar in Form einer Reißverschlusstasche. Das ist praktisch und einfach zu arbeiten.

Das Taschenteil schneide ich etwa drei Zentimeter breiter als den Reißverschluss zu (der logischerweise breiter als mein Terminplaner sein muß) und doppelt so lang wie die Tasche hinterher tief sein soll. Auch in diese Richtung kommen noch drei Zentimeter für die Nahtzugabe dazu.

Dann wird das Taschenteil rechts auf rechts auf das Futterteil gelegt und da, wo ich später den Reißverschluß haben will, wird ein Rechteck durch beide Stofflagen genäht. Einen Zentimeter hoch und so breit, wie der Reißverschluss lang ist. Oberhalb des Rechteckes sollte das Taschenteil so etwa 1,2 bis 2cm überstehen, damit es später zusammengenäht werden kann.

fertig genähte InnentascheDanach zwischen den Nähten einschneiden und den Taschenbeutel durch den Schlitz auf die andere Seite wenden. (Er liegt jetzt links auf links auf dem Futterteil.) Den so entstandenen Schlitz ausbügeln, den Reißverschluss unterlegen, stecken, heften, kleben (je nach Geschmack, ich bevorzuge Wondertape…) und von rechts feststeppen.

Anschließend das Teil wenden und den Taschenbeutel nach oben klappen und an den verbliebenen drei Rändern zusammensteppen. Damit man dabei den Futerrücken nicht mit festnäht, muß man sozusagen zwischen Taschenbeutel und Rückenteil gehen um zu nähen. (Wenn man wollte, könnte man natürlich auch den Taschenbeutel am Futterrücken feststeppen und durch alle drei Stofflagen durchsteppen.

Zusätzlich soll diese Tasche noch ein kleines Fach fürs Handy bekommen. (Das ich meist nicht dabei habe, so daß da dann Platz für Notverpflegung in Form eines Schoko- oder Müsliriegels sein wird. 😉 ) Dazu messe ich die Länge meines Handys und dann lege ich das Handy auf einen Tisch und messe von Tischplatte quer über das Handy und wieder zur Tischplatte. Rundum ein Zentimeter Nahtzugabe, oben am Saum zwei, fertig ist das Schnitteil.

Teile der FuttertascheDie Handytasche wird nicht mit Einlage verstärkt, weil die Einlage ja sichtbar bliebe. Zwar innen… aber trotzdem. Also wird der Saum an einer Schmalseite doppelt eingeschlagen und weil ich noch Ripsband habe, wird dieses noch drübergenäht. Das stabilisiert die Kante gleich noch.

Danach werden die übrigen Ränder versäubert, einen Zentimeter nach links umgebügelt und an einem Seitenteil von rechts aufgenäht. Eher in Bodennähe, denn dann zerrt das Gewicht des Handys (ich habe ein prähistorisches, was relativ groß und schwer ist) nicht am Futter. Damit die Handytasche nicht ganz flach ist und etwa Tiefe bekommt, lege ich am unteren Rand zwei kleine Falten und schiebe die Seiten vor dem aufsteppen etwas zusammen, so daß die Tasche ein wenig absteht.

Damit wäre die Innenausstattung komplett. Zu den beschriebenen Schnitteilen gesellt sich noch ein kleiner Karabinerhaken (von einem kaputten Schlüsselanhänger… manchmal lohnt es sich, seinem Schatz von den Nähplänen zu erzählen… 😉 ). Der wird, am Rest der Gummikordel hängend, in eine Naht mitgefasst, damit ich auch meinen Schlüssel nicht immer so lange suchen muß.

Norwegermütze stricken…

… oder „Ja was suchen sie denn…???“

Ich kann mir ja anzeigen lassen, von welcher Seite her kommend mein Blog gesucht, gefunden, verlinkt wird. Und etliche Besucher kommen auch von google. Aber was suchen sie auf meiner Seite?

Nun….. „Norwegermütze stricken“ ist da offensichtlich ein beliebtes Suchwort. Huch, habe ich einen Trend verpasst? Norwegermütze… was war das doch gleich?

Richtig, Mützen beliebiger Form, gestrickt mit zwei oder mehrfarbigen Einstrickmustern, meist bunt und folkloristisch und Spannfäden auf der Rückseite. Mollig warm, mußte man sagen. Und das trägt man (frau, kind,…) wieder?

Also mal abgetaucht in die Tiefen des Cyberspace… oha, Norwegermützen können heute auch anders aussehen…. Mit Klappen über den Ohren, aus Effektgarnen oder sogar ganz ohne Einstrickmuster. Interessant. Und ich kannte die nur als „Ohrklappenmützen“. Scheint aber das gleiche zu sein?

Und auf den einschlägigen Handarbeitsseiten, von Link zu Link hüpfend, fördert die Suche einiges zu Tage. (Wobei bei mir der sehr starke Eindruck entsteht, daß Menschen die gut handarbeiten können leider in der Regel weder im Stande sind, gute Webseiten zu bauen, noch sinnvolle Strukturen zu haben noch aussagekräftige Überschriften zu verwenden. Schade eigentlich, denn viele Seiten sind wahre Gold- und Diamantminen, nur wird viel sicher nie gefunden. 🙁 Und kleine Rechtschreibfehler zeugen zudem zwar von Phantasie, nur Suchmaschinen haben letzteres nicht… und finden auch nix.)

Initiative Handarbeit, Stulpen und Mütze

Initiative Handarbeit, Stirnband mit Zöpfen

Initiative Handarbeiten: Bunte Norwegermütze mit Quaste

Kaufanleitung Junghanswolle, Zopfmustermütze mit Fäustlingen

Kaufanleitung Junghanswolle: Kinderpulli mit Schal und Mütze aus Multicolorgarn

Ingehaack: Basisanleitung für Ohrklappenmütze als pdf

Coats: Ohrklappen mit Intarsienmuster und bunten Zöpfen als pdf

Das wären also schon mal einige… auf Englisch gibt es dann noch ein paar mehr. Neben den vielen privaten Webseiten und Blogs sind übrigens auch die Webseiten von Garnherstellern eine gute Quelle für Strick- und Häkelmuster…

Lionbrand: Poncho und Mütze mit Einstrickmuster für Männer

Lionbrand: Poncho und Mütze mit Einstrickmuster für Frauen

Lionbrand: Einfarbige Mütze mit Ohrklappen

Lionbrand: Nicht wirklich Norweger, aber die herzförmigen Ohrklappen sind irgendwie süß… 😉

Knitlist: vier verschiedene Varianten mit Ohrklappen

Hello Yarn: Keine Ohrklappen, aber Totenköpfe als Intarsienmuster… 😉

Knitty: schön grafisches Muster

Knitty: peruanisch angehaucht, Einstrickmuster mit Skiläufern

(Weiterer positiver Nebeneffekt der Suche: Ich glaube… ich verlaufe mich auf www.knitty.com jetzt nicht mehr….)

Umschlagtasche: Die Deko

Nachdem die Tasche in der Grundform fertig ist, kann ich mich vor der nächsten Entscheidung nicht mehr drücken: Wie soll die Taschenklappe aussehen?

Da diese gut sichbar ist, eignet sie sich natürlich am Besten, um die „Last“ der Dekoration zu tragen. Also auf Schmierpapier die Form der Taschenklappe nachgezeichnet und mit dem Bleistift herumgespielt. Wie schon oft im Leben wünsche ich mir, wirklich gut zeichnen zu können… Eine grobe Idee habe ich, auch über die Technik, die ich einsetzen will.

Wie üblich sieht es hinterher natürlich doch ganz anders aus als vorher überlegt… 😉

UmschlagklappeDie Inspiration durch die Linienführung des Jugenstil ist, fürchte ich, nur ansatzweise zu erahnen…

Für die beiden Kreise habe ich den Stoff in den Stickrahmen gespannt und die vorgezeichneten Formen freihand nachgestickt, mit zwei Reihen Stichen. Danach wurde die obere Stoffschicht bis auf einen ca 0,5cm breiten Rand heruasgeschnitten und der Rand ausgefranst. Dadurch siht man den Spinnacker an diesen Stellen vorscheinen.

Analog dazu sind auch die „wuscheligen“ Linien entstanden: zwei mehr oder weniger parallele Reihen Gradstich (diesmal aber mit Transporteur und ohne Stickring), danach den Oberstoff zwischen den Stichreihen aufschneiden und die Kanten ausfransen. (Gibt ziemlich viel Dreck, übrigens….)

Die restlichen Linien sind einfach mit Raupenstich (auch Satinstich) genäht, dabei habe ich beim Nähen die Stickbreite schmaler und breiter gestellt. Dazu habe ich das gleiche Stickgarn im Ton des Oberstoffs verwendet wie bei der Stickerei am Kostüm.

Die Fadenanfänge habe ich auf die Rückseite gezogen und dort mit etwas Fray-Check beträufelt und nach dem Trockenen kurz abgeschnitten. Da dort kein Futter mehr hinkommt, muß auch die Rückseite ordentlich aussehen.

Den Knopf habe ich mal aufgelegt, um zu sehen, wie er dazu wirkt. Festgenäht wird er erst später.

Jetzt nur noch den Oberstoff der Klappe (also das Baumwoll-Leinen) an die obere Kante der Rückenteils nähen und die Tasche ist von Außen betrachtet eigentlich fertig.