Aktueller Nadelblick: August 2019

Das rote Kleid war tatsächlich Anfang Juli zum Termin fertig und wurde getragen. Ich fürche nur, diesmal gibt es kein Photo.

Schnitt kopierAber diese Jahr gilt bei mir „nach der Occasion ist vor der Occasion“. Sprich… noch ein Kleid (und noch eine Jacke dazu), was dann Anfang Oktober fertig sein solle. Mal gucken… Immerhin habe ich den Schnitt (Vogue V8972) schon mal kopiert, jetzt muß er nur noch angepasst werden, zugeschnitten und genäht. *hüstel* Allerdings gibt es diesmal kein Probekleid, ich werde die gleichen Veränderungen wie beim letzten Modell machen und das beste hoffen.

Rote Alpaka SockenBeim Stricken bin ich immer noch bei den roten Socken aus Baby Alpaca Socks. Inzwischen bei der zweiten Socke, im Übergangsmuster zum Bündchen.

Und der Lace-Schal… die Gästematratze liegt noch, ich müßte ihn jetzt nur endlich mal spannen…

Also nicht gerade überwältigend, der Fortschritt. Ich könnte es jetzt auf die Hitze schieben, aber ich fürchte, das wäre eine Ausrede. Zumal Hitze die Tagesdauer einfach nicht ausdehnt. 🙂

 

Millimeterarbeit

Precision Job

Exakter ZuschnittManchmal ist exaktes Arbeiten auch bei „niederen“ Werken wie einem Nachthemd gefragt.

Sometimes precicion jobs are needed even for pathetic garments like sleep wear.

Wenn man nämlich einen Stoff verweden will, der eigentlich zu wenig ist….

Because if you absolutely want to use a fabric that is not enough. Basically…

Wenn der Stoff teuer genug ist….

If the fabric is expensive enough…

Auflage… dann werde sogar ich beim Zuschnitt geizig.

(Direkt aneinanderstoßen lasse ich Schnitteile nur im absoluten Notfall, denn dann kann man nicht mehr so exakt und sauber schneiden. Und das wäre gerade bei einem teueren Stoff auch nicht schön.)

… then even I get avaricious cutting the fabric.

(Still I try not to place the pattern parts adjacent, if I can avoid it. This makes cutting less neat and precise and that also would be bad with expensive fabric.)

ZuschnittrestAllerdings frage ich mich dann auch jedesmal warum ich das tue.

Denn was mache ich mit einem Stoffrest, der ungefähr 70cm breit und einen Meter lang ist? Die Zeit als man aus Wollstoffen noch Sonntagskleidung für kleine Kinder herstellte ist seit den 60ern vorbei.

Naja, die Belege für den Ausschnitt muß ich auch noch zuschneiden..

And then I’m asking myself why I am doing this.

Because there is nothing useful I could do with a piece of fabric about 70cm large and 1m long? The sixties are over and I think that was the last time when you made cute little sunday outfits for little boys out of not washable woolen fabrics.

Well, I won’t have any problem cutting the facings…

Die Lage ist alles

Placement is everything, and that is not only true for real estate

Und das gilt nicht nur für Immobilien.

Mein Stoff hat ja eine flächendeckende Stickerei, also muß ich den Schnitt so auflegen, daß es zumindest in der hinteren und vorderen Mitte paßt. Wie man das macht, zeige ich heute. Es ist nicht wirklich schwierig, aber zeitaufwendig. Der Zuschnitt nur des Oberstoffs dauerte vier Stunden.

My fabric has an all over embroidery so I have to choose well where to cut, because I want the pattern to match at the middle front and back. How to do this I’m going to show now. It is not really difficult, but time consuming. Cutting the outer fabric only took me four hours.

RückenteilZuerst habe ich den Stoff mal ausgebreitet und die Schnitteile ein wenig hin und her geschoben. Einlagigs Zuschneiden ist hier ohnehin Pflicht, das Muster ist nicht gespiegelt oder so. Dabei habe ich festgestellt, daß ich das Rückenteil so zuschneiden kann, daß die Naht (oder zumindest der gerade Teil der Naht, in der Krümmung kann man das Muster nicht passend machen) fast ganz zwischen den Motiven verläuft. Das spart schon mal viel Mühe. Auch beim Vorderteil habe ich mir eine Stelle gesucht, wo ein „Bruch“ etwas weniger auffällig ist.

Anschließend habe ich ein Vorderteil und ein Rückenteil zugeschnitten. Am Vorderteil habe ich die vordere Mitte (sowie den Tunnel für die Schleife) mit einem Heftfaden markiert, diese benutze ich auch als „Paßstelle“. Alternativ kann man auch die Nahtzugabe der vorderen Kante markieren und an der vorderen Kante anpassen,

Am Rückenteil, das hier im Bild zu sehen ist, habe ich den Taillentunnel markiert und dann die Nahtzugabe der hinteren Mitte.

If you want to match a pattern like that you have to cut single layer. I took my two pattern pieces (back and front) and decided how to arrange them on the fabric. I found that it was possible to cut the back in a way that most of the center back seam is between the embroidery and will only have to be matched on a few places. For the front also I found a placement with not to much going on where the fronts will overlap.

Then I cut one front and one back, single layer. On the front I thread traced the casing for the belt and the front middle which I use for the matching. At the back (see pic above) the casing it thread traced and the back middle seam is also marked.

passend aufgelegtAnschließend wir der Stoff an der Markierung nach links gefaltet, also am Rückenteil die Nahtzugabe weggefaltet und am Vorderteil alles jenseits der Mittellinie.

Danach heißt es puzzlen. Nämlich das zugeschnittene Teil so auf den Stoff legen, daß kein Musterversatz da ist. Dabei lohnt es sich, auch die Reihenfolge der Teile zu ändern. Ich konnte ein Vorder- und ein Rückenteil nebeneinander zuschneiden, bei den beiden anderen Teilen ging das nicht. Hätte ich das zweite Rückenteil darüber plaziert und dann das zweite Vorderteil noch mal darüber hätte mir der Stoff (immerhin 3m für einen Schnitt, der 1,80m bei ungemusterten Stoffen braucht) nicht gereicht. Andersherum, also erst das zweite Vorderteil und dann das zweite Rückenteil ging es problemlos und ich hatte mehr als genug für die Schleife übrig. (Das Bild zeigt jetzt übrigens das Vorderteil.) Und natürlich feststecken, wenn man die richtige Plazierung gefunden hat.

Next thing is to fold the cut pieces at the chosen placement line to the wrong side of fabric. On the back you fold back the seam allowance, on the front you fold along the middle line.

Not just match the cut pieces to the fabric. It’s worth checking different option. I my case I could cut the first front and the first back from one width of fabric. Not so the second ones. I tried to layer first the second back piece and then the second front above that… my fabric wouldn’t have been enough. But starting with the second front and placing the second back above saved me largely enough for the tie. When you have found a position on the fabric where the pattern matches pin the already cut piece to the fabric.

FadenmarkierungWichtig ist an der Stelle noch ein Gegencheck mit dem Papier(oder in meinem Fall Folien)schnitt, ob das Schnitteil auch zur Seite genug Platz hat um noch drauf zu passen.

Dann markiere ich wieder mit einem Nähfaden (dicker Heftfaden auf Seide ist nicht so gut, ich will ja keine großen Löcher, feine Nadel und gutes Nähmaschinengarn sind gerade richtig) die Faltlinie meines Schnitteils auf dem noch ungeschnittenen Stoff.

Don’t forget to check with your paper pattern piece that you have enough width to place the pattern you want to cut next.

Then you take sewing thread and a fine needle (basting thread wouldn’t be good on silk, who wants big holes?) an threadtrace the foldline of your cut piece to the uncut fabric.

Schnitteil auflegenDas zugeschnittene Teil kommt weg und entlang der gehefteten Linie lege ich jetzt wieder meinen Folienschnitt auf. Dabei verläuft beim Rückenteil (im Bild) die Nahtlinie der hinteren Mitte auf der markierten Linie, beim Vorderteil die vordere Mitte.

Schnitteil feststecken und das bereits dzugeschnittene Teil noch mal daneben legen. Einmal um an Querlinien (hier die Markierungen für den Tunnel) zu kontrollieren, ob die Höhe auch stimmt, zum anderen um sicher zu gehen, daß man nicht hinterher zwei linke oder zwei rechte Teile hat…

Now you remove the cut piece and put the pattern on the fabric. (Plastic sheet here is better than paper because you can easily see through.) For the back the seamline of the pattern has to match the threadtraced line on the fabric, for the front the middle front.

Pin the pattern to the fabric and before you cut place the already cut front or back against the fabric again. Once to check horizontal lines (in my case the casing for the tie) to match also and second to be sure that you do not end up with two left fronts or two right backs…

Dann nur noch zuschneiden. Das Zuschneiden der beiden Teile für den Gürtel war übrigens reine Erholung…

Then cut the rest. After that cutting the tie was real fun!

Das war es, womit ich den gestrigen Tag verbracht habe. Heute hingegen standen die Paspelöffnungen für den Gürtel auf dem Plan.

PaspelöffnungCapricorna hatte mir den Tip mit einer Technik aus Threads gegeben. Das Heft hatte ich nicht, aber ich konnte mich erinnern, daß Summerset mal ein kleines Tutorial gemacht hatte (danke dafür!) und das versorgte mich mit den Informationen, die ich brauchte.

Und so sieht die Öffnung auch passabel aus. (Wenngleich ich sie als gemogelt empfinde, weil die Schnittkanten nicht eingefasst werden, sondern die Paspeln nur druntergeschoben… aber optisch ist das Ergebnis gut.)

Cutting was what I did yesterday, today I worked on the welt openings for the tie.

Capricorna had suggested to use a technique from Threads. Only I didn’t have that issue, but I remembered that Summerset once made a little tutorial about it (thanks for that!) and that provided me with all the information I needed.

So the opening for the tie looks good. (Though I still feel this technique is kind of „cheating“, because the edges are not really bound… but the result looks good.)

Außerdem habe ich den Gürtel genäht (bis auf die letzten Handstiche, aber die können warten) und die Schnitteile für die Belege gezeichnet. Aber das ist ja nicht so schwierig. Morgen ist dann erst mal wieder ein langer Tag Geldverdienen angesagt, da wird es wohl nichts mit Nähen.

Also I made the tie today (except the last slipstitches, but that can be done later) and I drew the pattern for the facings. But that’s not difficult at all. Tomorrow there will be a long day making money, so probably no time for sewing.

Weniger hätte es nicht sein dürfen…

Less wouldn’t have been enough…

ZuschnittDas Kleid sollte ja eine Resteverwertung werden. Daher war der Stoff natürlich keine hübsche, gerade Bahn.

Also war mal wieder eine Runde puzzlen angesagt.

This dress is supposed to use up the remenant of another project. So my fabric is not a straight piece.

And I had to work on a jigsaw puzzle.

ZuschnittEin nicht ganz einfaches, denn ich habe ja große Schnitteile.

Und ich wollte zwar Teilnungsnähte, aber keinen Patchwork-Look.

Mission geglückt, aber weniger Stoff wäre ein Problem gewesen. Raum für Zuschnittfehler ist keiner mehr…

And not an easy one, because I have large pattern pieces.

I wanted seams, but not patchwork…

Well, mission accomplished, but less fabric would have been a problem. And no place for mistakes left…

Unmotiviert, aber zugeschnitten. (Immer noch der Pyjama)

Ich weiß, die ersten Leute haben ihren dritten Schlafanzug fertig oder so. Ich nicht.

Pyjama zugeschnittenAber ich habe mich aufgerafft und habe zugeschnitten.

Da es schon so fürchterlich lange her ist, daß ich den Stoff gewaschen un gebügelt habe, hat er schon wieder ein paar Falten. Und das Schnittkopieren liegt schon wieder so weit zurück, daß ich mich auch bei den Schnitteilen erst mal neu orientieren mußte.

Finally I did it. I cut the fabric. And because it is so long ago that I washed and ironed my fabric it has wrinkles again. And copying the pattern was so long back, that I couldn’t remember what I had. (Okay, pajamas, but even there are different patterns.)

Dann habe ich festgestellt, daß der Stoff natürlich nicht symmetrisch gestreift ist. Keine Chance also, die Schulternähte passend ins Muster zu legen. (Zumindest nicht ohne Mittelnaht am Rückenteil, aber das ist ein Schlafanzug, der bekommt da ganz sicher keine Naht. Außerdem hätte der Stoff möglicherweise endgültig nicht gereicht.)

The stripes on the fabric are, of course, not symmetrical. So no chance to match them at the shoulder seam. (At least not without a seam in the back middle which I am not willing to do on my sleepwear. Also I’m not sure whether I would have had enough fabric for that.)

Und natürlich mußte ich die Vorderteile einlagig zuschneiden. Auch die Vorderteilbesätze. Dafür habe ich da diesmal dran gedacht, auf den Musterverlauf zu achten, weil der Kragen ein Revers hat und man den Besatz sieht…

The fronts and also the facing I had to cut single layerd… but at least I remembered this time, that the facings should be mirrored in the pattern, because they will be visible on the revers.

Den Kragen habe ich einmal im Muster passend zum Rückenteil und einmal schräg zugeschnitten. Dann kann ich mir überlegen, was mir besser gefällt. (Damit er schräg wirklich schön ist, müßte ich ihn ja wegen des Streifenverlaufes eigentlich mit Teilungsnaht zuschneiden. Naja, schlimmstenfalls kann ich das noch tun. Dafür sollte der Stoff reichen.) Die Brusttasche ist definitiv im schrägen Fadenlauf.

For the collar I couldn’t decide… stripes in bias or straight, matching the stripes of the back? Well, I’ve cut both versions, so decision is postponed. (Except… to get a nice chevron on the back of the collar it would have to be cut not on the fold. Well… There should be enough fabric left to do so, if I decide for that.) The breast pocket is on bias for the optical effect.

Und dann habe ich mal wieder gelernt, warum meine selbergenähte Pyjamas eigentlich immer 7/8 Hosen haben. 5m ist nicht genug, wenn man die Hosenteile nicht mehr nebeneinander bekommt. :o) Die erfreuliche Überraschung war hingegen, daß ich nur zwei Hosenbeine habe… eine Naht weniger.

Stoff ist auch noch da, vielleicht verlängere ich die Hosenbeine mit einer Blende im schrägen Fadenlauf. Mal sehen.

Sagte ich schon, daß ich Zuschneiden hasse? Daß ich dabei auf dem Stoff herumturnen muß, während ich auf dem Boden schneide macht es nicht besser.

Aber, nach nur gut zwei Stunden… war es getan, mal sehen wann ich dazu komme, die ersten Nähte zu setzen.

Vorher steht die nächste Entscheidung an: Einlage auf Kragen und Belege oder nicht? (Ich hatte schon beides, auch bei gekauften Schlafanzügen.)

And then I learned (again) why my pajamas usually have cropped pants… 5 metres of fabric is not enough in my size. Good thing is, the pants consist of only two pieces, not for. I had forgotten that. (Did I tell that copying the pattern was quite some time ago? :o) There is still fabric left. Maybe I’ll add a bias cut „cuff“ or something to the legs. We’ll see.

Did I mention that I hate cutting? Having to sit and step on the fabric on the floor while I‘, cutting doesn’t make it more pleasurable. But… two hours spend on cutting I am ready to sew.

Only there’s a decision to take before: Adding some ultralight interfacing to the facings and the collar or not…?

Batistbluse: Zuschnitt vollenden

Da ich die Vorderteile aus Materialmangelgründen schon grob zuschneiden mußte, muß ich sie jetzt erst mal mit den Schnitteilen wieder in Übereinstimmung bekommen.

Vorderteil zugeschnittenWas nicht ganz einfach ist, denn durch das Biesennähen, Sticken, Waschen und Trocknen hat sich der Stoff letztlich doch etwas verzogen, ist geschrumpft… etc.

Da ich die „Armausschnittseite“ schon fertig zuschneiden mußte, muß hier der Stoff also wieder so genau wie möglich auf (bzw. unter) das Schnitteile passen. Der Rest an Ungenauigkeit wird nach Gefühl „beigeschoben“.

Als „Ankerpunkte“ benutze ich die Paßzeichen und Abnähermarkierungen.

Da es gerade Abnäher sind, genügt es, jeweils die Eckpunkte zu markieren, was ich vor der ganzen Stickerei auch durch Fadenkreuze gemacht habe. Als Paßzeichen habe ich nur eines am Armausschnitt, aber das genügt. Auch das habe ich mir mit Fadenkreuzen markiert.

Dann lege ich ein Vorderteil möglichs gerade und wenig verzogen auf den Boden, mein Schnitteil oobendrauf (Folie hat hier den großen Vorteil, daß man durchsehen kann und so gut positionieren.) und stecke Stoff und Folie zuerst an den „Ankerpunkten“ fest. Der Rest wird dann nach Gefühl in Form der Folie gezogen und geschoben und Schulter, Armausschnitt und Seite festgesteckt.

Erst zum Schluß stecke ich Kragen und vordere Kante fest, wo ich dann noch zuschneide.

Obwohl ich eigentlich in der Breite für mein Gefühl reichlich zugegeben habe, ist nicht mehr so wahnsinnig viel übrig… und oops kürzer ist es durch die Biesen auch geworden. Hm

(Wenige Tage später fällt mir dank felis alpina ein Buch in die Hände, das für diese Fälle Sprühstärke empfiehlt. Vorher, versteht sich. :o) Naja, nächstes Mal… )