Revue de Presse: Burda Modemagazin November 2006

Gestern Abend auf dem Rückweg von Scherzkeks-Stoffe (ich williger Sklave durfte neue Kurzwaren beschriften und einsortieren) sprang ich am Aachener Bahnhof noch kurz in die Zeitschriftenhandlung… und siehe da, die November Burda lachte mich an. Blond-braun-grün und fellig. „Natur“ scheint das Titelbild anzukündigen. Ah, „Kuschelzeit“ vermeldet die Schrift.

Im Editorial ist dafür von Luxus die Rede. Wobei ich ja niemals ein schokoladenbraunes Kleid als Cocktailkleid tragen würde. Und luxuriös sieht es schon gar nicht aus. Der Schnitt ist aber nicht übel, ich mag ja Empire.

Nun gut, die vorgestellte Mode auf den nächsten Seiten hält sich dann allerdings erst mal an die Farben eines Pfauengefieders… das ist doch schon deutlich edler. Erst mal die Kaufaccessoires… das Dolce & Gabanne Handy ist ja markentypisch geschmacklos, aber die Patrick Cox Schuhe sind derart aufgemotzt, das es schon wieder gut ist. (Könnte man mit viel Kleber und alten Pumps wahrscheinlich selber machen. Zumindest für einen Abend. Schuhe dauerhaft zu verändern habe ich irgendwie nie geschafft… hielt alles nicht.)

Äh… „nachtblaues“ Top und „Silbergrau“ soll die Hose sein? Also einer von uns ist farbenblind…. das Top ist deutlich grün (mit viel gutem Willen noch Petrol) und die Hose beige. Vielleicht würde aber auch Teamwork in der Redaktion genügen… zwischen Texter und dem Graphiker an der Farbbalance. :o) (Ja Kinder, wir wissen, mit dem Computer kann man Photos verändern, wie man mag… aber man muß nicht. Okay?) Welche Farbe wohl der Stoff des Kleides 106 B haben mag? So wie abgebildet ginge es glatt als „Lieblingsmodell“ bei mir durch (mal sehen, was noch kommt), aber wie es in Wirklichkeit aussehen mag? (Ich hoffe, jemand gewinnt es und es gibt noch ein Photo davon, zum Beispiel auf dem Burdawebauftritt. Auf dessen Startseite sich übrigens inzwischen tatsächlich immer mal was bewegt. Nur die „heißen Burda Weblogs“ sind mit Beiträgen angepriesen, die schon lange wieder kalter Kaffee von vorgestern sind.) Schön auch die feine Spitze von Top 113, aber die Farbwiedergabe in dem Teil hat sich ja schon selber entlarvt… also keine Ahnung, wie es in Wirklichkeit aussieht. Dem Kleid 110 (schöner Schnitt, wenn man eine Figur ohne Bauch, Po oder breiten Oberschenkeln hat) wünsche ich auch eine schönere Farbe als dieses gelbliche Durchfallbraun. 😀

Die Stickerei auf Rock 105 ist dekorativ, aber diese Samtjacke mit angekräuselten Schößchen und Keulenärmeln…? Ne, oder? Und dann nochmal das Cocktail Kleid in Schokobraun (Milchschokolade, die Sorte für Weicheier 😉 )… definitiv nein. Schöner Schnitt, aber der Stoff gibt einen heftigen „Ommas Nachthemd“-Look. Der Schnitt von Jacke 101 A mit dem wahlweise hochgeschlossen oder breite Revers gefällt mir auch. Leider nur bis Gr. 44. (Ich fühle mich dann immer wie ein Hund vor der Metzgerei „Wir müssen draußen bleiben.“)

blätter Hier kommt das Thema Natur. Im „Freizeit“ Teil. Felljacken sehen ja immer kuschelig aus. Wobei man jetzt wieder diskutieren kann, ob echtes Fell „pc“ ist oder nicht… Jacke, Hose, Wickelpulli,,, die Zipperjacke hat einen interessante Strickstoff.. Toptex… hm.. ob es den auch in anderen Farbestllungen gibt? Oh, die Handtasche unter den Schulterriegel der Bluse geknöpft. Macht das jemand wirklich? Das ist doch voll unbequem, weil die Tasche dann immer relativ weit an der Kante hängt und leicht rutscht. Diese genau auf der Brust plazierten Taschen zeigen auch mal wieder, daß die „Burda-Frau“ besser nicht nur keine Hüften haben sollte, sondern auch von Busen lieber absehen sollte.

Ins Styling darf die Felljacke dann auch noch mal. Hippie-Look gähn, Western-Look (okay, die 80er sind offensichtlich wieder zurück), Polo-Chic (Wann wart ihr das letzte Mal beim Polo? 😉 ),… die Wuscheljacke domniert eigentlich alle Outfits. Denn sie sehen alle recht gleich aus. Was im Umkehrschluss dann bedeuten würde, daß es eigentlich egal ist, was man zu der Jacke trägt. Hat auch Vorteile. Vom Vorteil von Braun für Abendmode wird mich hingegen keiner mehr überzeugen. Das mag modisch sein… aber Stil hat es keinen.

Nun gut, die Best Basics in Schwarz-Weiß dann schon eher. Eine Farbkombi (oder sollte ich Kontrast-Kombi sagen?) die mir gar nicht steht… aber Stil hat es der Hahnentrittmantel mit der Pelzborte und dem Pelzkragen (diesmal Imitat), der schmale Bleistiftrock, das witzige Baumwollkaro von Bluse 119… (das wäre überhaupt eine Superbasis für Stick- oder Stempelexperimente, finde ich; was sagst du, Bärbel? )

In der „City“ geht es hingegen grau weiter. Mit etwas lila. Ja, Grau in grauen Novemberstraßen, das ist es, was unser Herz bei Herbstregen braucht, oder? 😉 Genauso wie ärmellose Tops mit tiefem Ausschnitt bibber. Wenn ich mir das so ansehe, frage ich mich immer, ob die Burdaredaktion den Winter geschlossen in Südfrankreich oder -italien verbringt und daher das Deutsche Wetter ein bißchen aus den Augen verliert. gg Jacke 115 hat einen interessanten Schnitt. Ob er mir gefällt weiß ich nicht. Aber er ist interessant. Da nur bis Größe 42 muß ich mir um den letzten Punkt allerdings auch nicht wirklich Gedanken machen… Kurze Bluse mit Rüsche an der Taille… das ganze noch aus lila Seidensatin… ganz schnell weiterblätter bevor vom Grauen übermannt

Kurzgröße… äh „Little Woman“ heißt das jetzt.. Mantel und Kleid, fadfarbig aber klassische Schnitte. Nur der Kleidärmel wirkt unproportioniert weit am Handgelenk. Naja, nicht meine Baustelle…

Top-Label… Mann, was für eine -gei- raffinierte Corsage. Ah, der Schnitt ist nicht dabei. Muß mich also die Winzgrößenskala nicht frustrieren. Schößchenjacke und Hose sind nicht übel. Mit dem gländenden Satinrock bekommt es allerdings so einen leichten Touch von Bordsteinschwalbe.. wo das Modelabel wohl herkommt? Münchner Bussi-Bussi Schickeria oder Düsseldorfer aufgebrezelte Kökain-Gesellschaft? umblätterDie Reportage klärt es auf… München. 😀

Maßschnitt.. ist der Jackenschnitt neu oder habe ich den bislang nur übersehen? Weihnachtsheft von Verena kreativ… am 25.10… noch vor meinem Urlaub, sehr gut… Keine Überraschungen in der Schnittübersicht, immerhin werde ich seelisch darauf vorbereitet, daß in meiner Größe wieder Gummizug angesagt ist…

Workshop… Wolle… auch keine Offenbarungen… das Leserforum… pimp your jeans? Was ist das für eine bescheu… Idee? Für schlappe 500 EUR einen Schmuckknopf an JEANS?? Ach ja, ich vergaß, Jeans sind ja inzwischen Designerklamotten, nicht wie bei mir was zum Zuhause rumsitzen und arbeiten. Daß die Frage nach „Trägt man Pullis jetzt länger?“ mit einem „Ja“ beantwortet wird und mit einem Bild von einem kürzeren Pulli untermalt wird ist wenigstens wieder typisch Burda. Immer schön knappkantig daneben. War jetzt nicht die Frage, aber wir beantworten sie trotzdem. gg Und wenn es die Profis schon nicht können, wie will man in Internetforen von „Laien“ erwarten, daß sie Fragen lesen, verstehen und zielgenau beantworten? :o)

Kosmetik und Pflegeteil… der wird auch immer dicker, oder? blätterblätterblätterblätter Besser nicht. Haare mit Mineralwasser nachspülen… unter der Dusche?? Nicht praktisch, würde ich sagen.

Brems Nach der ganzen Wellness kommt doch noch mal Mode. Die allfällige Wellnessmode… wobei zum Kleid (diesmal alles Nicki) wie immer Shoppersocken kombiniert werden. Das Strassband an Kleid und Jacke 127 sieht übrigens nett aus. Nur wirft die Jacke Falten zwischen Brust und Ärmel… etwas… zu eng, um die Brust? 😉

Die Bilder auf den nächsten beiden Seiten sind hingegen alte Bekannte… die Finalistenmodell für den Catwork stellt Burda ja auch hier im Netz vor. Wobei einige Bilder bei der Digitalisierung für den Internetauftritt offensichtlich Details verloren haben, fällt mir auf…

Dann wieder Pampolina mit pinker Mädchenmode. Pink mag ja abgedroschen sein, aber bunte Farben mag ich letztlich doch lieber als oliv oder reine Naturtöne, man findet die Kinder viel leichter wieder. *g* Und bauchfrei müssen die armen Kleinen diesmal auch nicht gehen. (Btw… in Pegnitz haben mein Mann und ich uns kennengelernt…) Der Ringelpulli mit den Wuschelrüschen ist auch sehr schön.

Und ganz am Ende dann auch endlich mal die Schnitte in meiner Größe. Abendmode in PLUS, beginnend mit einem Gähnrock. Grundfarbe schwarz, diesmal bestickter Samt. Ja. Same Procedure as every year. Hose und Rock mit Gummizug… ist das alles, was „Irma Mahnel“ zu bieten hat? Ah, nicht ganz… Ein Top mit schöner Nahtführung und eine Jacke mit spitzen Ärmeln. Nicht der Gipfel der Innovation… aber ausbaufähig. Trotzdem… mein Weihnachtsoutfit bekommt eine Jacke aus Seide, die habe hier schon. Also nix mit Samt.

Und der Bastelteil bietet natürlich schon Weihnachtsdeko. Nun gut, wenn man selber basteln will, dann darf die auch etwas zeitiger dran sein. Die Idee für den Adventskalender gefällt mir richtig gut. Zumal wir im Wohnzimmer keine Vorhänge haben, da wäre Platz. Mal sehen, ob ich die Zeit dafür finde. Der Advent kommt immer so wahnsinnig, rasend schnell. War nicht gerade erst Ostern? 😉

Katzen bei der Arbeit?

Schließlich können sich Katzen auch nur schwer entscheiden. (Katzenbesitzer ohne Katzenklappe wissen das… Tür auf, Katze raus, Tür zu. Miau Tür auf, Katze rein, Tür zu. miaumiau Tür auf, Katze raus, Tür zu. maunzmiau Tür auf, zwei Pfoten rein, eine Pfote wieder raus, drei Pfoten rein und umdrehen, drei Pfoten wieder raus, den Schwanz in der Tür hängen lass…. )

Das muß der Grund sein, warum Burda den Nachwuchs-Designer-Wettbewerb „CATWORK“ getauft hat. Denn wir, die Burdacommunitiy, sind aufgerufen, die beste Skizze zu wählen.

Und das ist echt schwierig.

Die sind (fast) alle gut.

Sehr gut.

Gefällt es mir sexy besser?

Oder raffiniert gefältelt?

Kann ich rot widerstehen?

Oder liegt schwarze Eleganz ganz vorne?

Schlicht und tragbar? (Das bitte auf alle Fälle als Schnitt ins Heft, liebe Burda-Redaktion!)

Oder romantisch-avantgardistisch?

Und das sind noch lange nicht alle!

Ich kann mich nicht entscheiden, ich kann mich nicht entscheiden… seufz

Verstrickt & Zugenäht – Die Frage der Woche 42/2006

Nähfreundin will wissen:

Woher nimmst Du Dir Deine Inspirationen ? Nähst Du stur nach Anleitung oder wandelst Du oft ab?

Och… mal hier mal da. Ich gucke viel. In Schaufenster, in Museen, in Nähbüchern,… und nicht zuletzt in Schnittzeitschriften. Und oft formt sich dann peu a peu etwas. Dann versuche ich, Schnitte und Stoffe zu dem Bild in meinem Kopf zu finden.

Gelegentlich gibt es aber auch Stoffe, die mir sofort sagen „näh mich“, dann suche ich den Schnitt zum Stoff.

Ganz oft ist es aber so, daß ein Stoff in meinem Hirn erst mal ein wenig kreisen muß. Und aus dem Wissen „da gibt es diesen Stoff“ und „dort habe ich einen Schnitt gesehen der…“ und „dieses Detail aus dem Museum würde ich gerne einbauen“ und „au ja, diese Technik muss ich unbedingt probieren“ und „ich brauche etwas für Anlass XY“ formt sich am Ende ein Modell.

Und dann fange ich mal an, mit Schnitt und Stoff. Und zwischendrin fällt mir ein, daß doch dies noch nett aussähe oder jenes, daß dafür diese Idee vom Anfang nicht mehr dazupaßt,… und am Ende kommt was ganz anderes raus, als ich am Anfang gedacht hatte.

Säumerfuß (6mm)

SäumerfußSchmale Säume an Hemden und Co sind ja was lästiges…. 6mm umbügeln, noch mal 6mm umbügeln, dabei die Finger nicht am Bügeleisen verbrennen… schön gerade bügeln und dann auch noch exakt nähen. puh

Mit einem Säumerfuß geht das alles in einem Schritt und ganz einfach: Den Stoff in die Schnecke einführen und nähen. Dabei den Stoff gleichmäßig führen und schon hat man am Ende einen doppelt eingeschlagenen, gleichmäßig breiten und gesteppten Saum. (Zumindest in der Theorie… über die Praxis reden wir irgendwann später.:-( )

Das Bild zeigt wieder einen Bernina-Säumerfuß und zwar für einen 6mm breiten Saum, der auch mit Zickzack genäht werden kann. Säumerfüße gibt es für unterschiedliche schmale Säume und manche können nur für Geradstich benutzt werden.

Säumerfuß, Nähsohle

Die Sohlenansicht von unten zeigt die 6mm breite Rille, in der der fertig gefaltete und genähte Saum gut gleitet und somit problemlos weitertransportiert werden kann.

Batistbluse: Stegkragen

Einen Stegkragen zu nähen ist auch nicht weiter schwierig, nur etwas aufwendig, weil viele Schritte nötig sind. Leider war meine Digicam gerade nicht verfügbar, so daß ich nur beschreiben kann, wie ich bei transparenten Stoffen vorgehe. 🙁

Stütznaht am HalsausschnittWas ich immer mache: Ich nähe eine Stütznaht, gleich nachdem ich die Schulternähte geschlossen habe. Das heißt ich nähe mit Gradstich (Länge 2,5) am Halsausschnitt entlang und zwar ein bißchen neben der späteren Ansatznaht des Steges. Meine normale Nahtzugabe ist 1,5cm, die Stütznaht kommt so bei 1,2 cm.

Dadurch kann sich der Halsausschnitt schon mal nicht mehr verziehen (was gerade bei feinen Stoffen besonders leicht passiert) und man kann die Nahtzugabe auch beruhigt einschneiden, ohne befürchten zu müssen, zu tief zu schneiden. Das kann das Ansetzen des Kragens oder Steges erleichtern.

Bevor der Kragen drauf kann, müssen allerdings die vorderen Kanten gearbeitet werden. Die bekommen auf dem angeschnittenen Beleg auch wieder hautfarbene G785 Vlieseline, die das helle durchscheinen verhindert. Allerdings mag ich den Beleg nicht so „roh“ hängen haben, sonderen verpasse ihm auch eine Nahtzugabe, die ich einschlage. Und die liegt dann von Außen gesehen vor der Vlieseline, bleibt also sichtbar.

Im Nachhinein… hätte wohl besser ausgesehen, den Besatz gleich in doppelter Breite zuzuschneiden und zweimal einzuschlagen. Naja. Zu spät.

Die Belege werden also einfach sauber nach links gebügelt und dann von Rechts mit rotem Stickgarn festgesteppt. Einmal an der vorderen Kante, einmal an der Besatzkante. Den Abstand wähle ich so, daß ich einfach den Geradstichfuß an der Kante entlang führe.

Einen Stegkragen zu arbeiten gibt es generell zwei Möglichkeiten: Zuerst den Steg an das Kleidungsstück nähen und dann den fertig genähten Kragen zwischenfassen.

Oder zuerst den Steg an den Kragen zu nähen und dann an das Kleidungsstück. Das ist meine bevorzugte Variante, ich kann es so einfach besser. Aber… Geschmackssache.

Allerdings muß zuerst einmal der Kragen genäht werden. Ich habe den Kragen zwei Mal aus dem Blusenstoff zugeschnitten (eigentlich drei Mal, weil ich einen Zuschnitt dazwischen verlegt hatte… ) und dann den Oberkragen wieder mit G785 in haut verstärkt. Dadurch bekommt er genug Form ohne unangemessen steif zu werden und die Nahtzugaben zeichnen sich nicht ab.

Ober- und Unterkragen werden rechts auf rechts gelegt und ganz normal genäht, ausgebügelt, Nahtzugaben zurückgeschnitten, verstürzt, noch mal gebügelt und mit rotem Stickgarn abgesteppt.

Beim Steg benutze ich für den Innensteg einen Rest des roten Futterstoffes. Das gibt noch einen Farbtupfer und Venezia-Futter trägt sich durchaus angenehm auf der Haut. Der Außensteg besteht aus dem hellen Batist und wird wieder mit G785 in haut bebügelt. (Übrigens… gut auskühlen lassen nicht vergessen. Und zwar flach liegend. Dann hält das auch.) Normalerweise verstärkt man den Innensteg, aber der ist ja nicht so durchsichtig.

Am Innensteg wird die Nahtzugabe an der Halsauschnittseite nach links gebügelt.

Dann kommt ein Sandwich: Außensteg mit der rechten Seite nach oben auf den Tisch legen. Den fertig genähte Kragen mit der (unverstärkten) Innenkragenseite drauf und zwar so, daß die Kragenansatznähte aufeinander liegen. (Logisch… ) Zuletzt den Innekragen drauf, mit der rechten Seite nach unten. die gebügelte Nahtzugabe liegt also oben sichtbar.

Das ganze stecken oder heften und einmal außerum nähen. Alle Seiten, bis auf die Seite mit der hochgebügelten Nahtzugabe. Die kommt ja hinterher an die Bluse…

Dann wieder bügeln, zurückschneiden, wenden, bügeln,…

Anschließen wird der Außenkragen rechts auf rechts an den Halsausschnitt der Bluse gesteckt (was einfacher geht, wenn man die Nahtzugabe der Bluse bis an die Stütznaht einschneidet) und festgenäht. (Bügeln, zurückschneiden,… etc. pp. ) Der Innensteg wird von Hand an die Ansatznaht genäht. Wenn man den Steg recht knappkantig absteppt kann man ihn evtl. auch so mit feststellen. Aber unsichtbar genäht sieht edler aus. Außerdem steppe ich „gradstichfußbreit“ ab, das ist doch schon relativ breit.

Ach ja, mit de Absteppen des Steges beginnt am am besten in der hinteren Mitte, direkt unter dem Kragen. Dann sieht man den Ansatz der Steppnaht nicht.

Verstrickt & Zugenäht – Die Frage der Woche 41/2006

Nähfreundin will wissen:

Du hast doch bestimmt einen Stoff in deinem Schrank, der schon sehr gut „abgelagert“ ist.

Warum hast Du ihn noch nicht verarbeitet? Was sollte ursprünglich daraus werden?

Nachdem ich vor ungefähr drei Jahren mal ziemlich Tabula Rasa gemacht habe, sind die wirklich gut abgelagerten Stoffe ziemlich weg.

Die ältesten sind Stoffe aus dem Nachlass meiner Schwiegergroßmutter. Da kann ich aber nicht sagen, was draus werden sollte. 😉 Bei mir sind sie erst seit etwa drei oder vier Jahren. Da habe ich alle behalten, wo mir Menge und Farbe für mich oder meinen Mann geeignet schienen. Bei sehr ähnlichen habe ich mich für einen entschieden und die anderen weggegeben. Vernäht habe ich davon auch schon zwei, einer ist ein Mantel für meinen Mann geworden, der andere ein Hosenanzug für mich.

Bei meinen eigenen… hm… da wäre ein hellblauer Baumwollstoff mit dunkelblauem Druck (Zeitungsbuchstaben und Zahlen), liegt nur 80cm breit. Der sollte mal eine Art Sommeranzug, so Hose und Top werden. Den dürfte ich schon 20 Jahre haben. So etwa. Ein Teil wurde allerdings zu einem Fußsack für einen Autokindersitz verarbeitet.

Dann wäre ein schwarzer Pannesamt, der mal Leggins werden sollte. Ähnlich alt, denke ich. aus den 80ern.

Oder eine grüne Dupionseide. Die habe ich ohne Anlass gekauft, weil sie billig war. Inzwischen habe ich aus einem Nachlass ein Brosche mit Schmucksteinen in dem gleichen Grünton… das soll auch mal was werden. Mal sehen…

(Über)Lebensregeln für Katastrophen

Über ganz liebe Bekannte ist in diesen Tagen ein familärer „GAU“ (so die eigene Bezeichnung) hereingebrochen. Diesmal hat es sogar mir die Sprache verschlagen, ich konnte nichts Kluges, nicht mal was Tröstendes sagen.

Aber ich habe mal wieder über meinen eigenen Umgang mit den großen (und kleinen)Katastrophen nachgedacht.

Und hier sind meine Überlebensregeln:

1. Du bekommst nur so viel aufgeladen, wie du auch tragen kannst. (Nur wäre es manchmal schön, nicht so breite Schultern zu haben.)

2. Es gibt ein „Lebenssoll“ an Katastrophen. Jede eingetretene Katastrophe ist eine weniger auf der Liste.

3. Erwarte täglich neue Katastrophen (dann treffen sie dich nicht unversehens) und freue dich über jede Stunde ohne.

Stolper…. da war ja noch ein Stöckchen

Nicht daß ich die Stöckchen nicht schon seit geraumer Zeit durch die Blogs fliege sehe… Jetzt hat es mich doch erwischt, Heike warf es, aber da ich schon mit Kongressvorbereitungen beschäftigt war, mußte es erst einmal liegen bleiben.

Bis jetzt.

Warum bloggst Du?

Aaalso… es war einmal im letzten Jahr, da tobte Tuxedo durch den Burda-Chat und quengelte alle an, die nicht schnell genug wegliefen, ob sie nicht bei den gaaanz neuen Burda-Blogs mitmachen wollten… kurz und gut, ich habe mich breitschlagen lassen.

Und hier eine Möglichkeit gefunden, ausführlich rumzusülzen.

Auch mal mit persönlicheren (Näh)sachen oder über Paris. Das Hobbyschneiderin-Forum, wo ich ja auch so einiges an Beiträgen geliefert habe, wollte ich dafür nämlich nicht unbegrenzt „missbrauchen“. 😀 Und so eine eigene Webseite macht ja viel Arbeit und so… Also… wurde es ein Blog

Warum lesen Deine Leser Deinen Blog?

Ja das wüßte ich auch mal gerne…? Fragt nicht mich, fragt die Leser. 😉

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf Deine Seite kam?

Hm, das kann ich so ganz genau nicht sagen, denn sie sind ja nach Häufigkeit sortiert.

Die meisten kamen heute jedenfalls (wie immer) direkt in den Blog, weitere 50 über die Seite von Burdamode, sei es die allgemeine Seite, sei es die Burda-Blog-Seite.

32 Leute kamen über den Link im Hobbyschneiderinstrang über die Aachen-Berichterstattung

12 mal über google zu der Frage „wie viel braucht man für 40m Baumwolle“ – Tja, keine ahnung, was mit der Frage gemeint war.

Die drei Leute die nach „KVB Fahrplanänderungen“ gesucht haben werden wohl hier auch nicht glücklich. 😀

Falls keine der „gehäuften“ Wege der letzte zu meiner Seite war, wäre die letzte Suchanfrage „offenkantige verarbeitung nähanleitung“ gewesen.

Tja, Pech… darüber steht hier nichts. 🙁

Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?

Also eigentlich… bekommen alle mehr Aufmerksamkeit, als ich erwarten würde. Gewöhnlich zwischen 300 und 400 Leser pro Tag finde ich mehr als beträchtlich. (Was an den Tagen los ist, wenn es 500 oder gar 800 sind würde mich allerdings auch mal interessieren?)

Dein aktuelles Lieblings-Blog?

Gibt es eigentlich keines. Wenn ich Zeit habe, lese ich viele Blogs auf einmal, wenn ich keine Zeit habe, dann auch tage- oder wochenlang (fast) keines.

Einige davon stehen ja in meiner Blogroll, weil ich sie thematisch interessant finde, andere lese ich, weil ich die Blogger persönlich kenne und so auf dem Laufenden bin, was sie gerade so treiben. Und wieder andere eben, wenn ich gerade mal wieder viel Zeit habe. 😀

Okay, die Burdablogs lese ich wirklich fast jeden Tag, damit wäre wohl Bärbels Blog zumindest das am häufigsten gelesene. Aber sie schreibt ja auch viel.

Welches Blog hast du zuletzt gelesen?

Heikes, um die Fragen noch mal zu lesen.

Wie viele Feeds hast du gerade im Moment abonniert?

Keine, sonst komme ich ja vor lauter Lesen endgültig zu nichts mehr. Das würde meine Neugier sonst nicht verkrafen. gg

An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?

Äh ja.. das wird schwierig… deutschsprachige Blogs, die es nicht schon hatten…

Fangen wir mit dem lieben Tuxedo, dem derzeit weltlustigste Zauberer an, der mir die Bloggerei eingebrockt hat. Außerdem kann er mal wieder was bloggen…

Dann Doro, weil sie meine Leidenschaft für mittelalterliche Gewänder auslebt, für die ich nie Zeit habe.

Natürlich eines an Bärbel, weil ich ihr Blog wohl wirklich am häufigsten lese. Sie hat es zwar von Heike auch schon mal liegen, aber vielleicht übersieht sie es nicht mehr, wenn es zwei Stöckchen sind. gg

Und, last but not least, an Workshopqueen Tinalein, damit ihr Blog nicht einschläft. 😉

Verstrickt & Zugenäht – Die Frage der Woche 40/2006

Nähfreundin will wissen:

Was würdest Du gerne mal nähen? Warum hast Du es bisher noch nicht getan?

Hm. Also daß meine Ideen schneller kommen, als ich sie umsetzen kann war schon immer mein Problem. Von daher gibt es ganz viele Sachen, die ich gerne mal genäht hätte, die aber von anderen Projekten überholt wurden. (Das war beim Stricken ja früher nicht anders. Ich hatte ja mal gedacht, mit Nähen käme ich besser nach, weil es schneller geht… 😀 )

Was ich seit einiger Zeit gerne mal machen würde sind historische Kostüme, möglichst original vom Schnitt her.

Aber da ich mit meiner Alltagsgarderobe bislang immer gut beschäftigt war („Kaufen“ scheidet aus Paßformgründen in der Regel aus), mußte das bisher immer warten.

Mal sehen, ob ich es zumindest irgendwann „gewandet“ nach Provins schaffe…

Batistbluse: Französische Naht

Bei transparenten und möglicherweise noch stark fransenden Stoffen stellt sich ja immer die Frage, wie man die Nähte versäubert bekommt. Eine breite Nahtzugabe schimmert unschön durch, schmale Nahtzugaben mit Zickzack abzunähen ist schwierig und ein Overlock hat nicht jeder.

Französische NahtDabei gibt es eine saubere Technik, die nur mit geraden Nähten auskommt, die Französische Naht. (Die die Franzosen „couture anglaise“, also „Englische Naht“ nennen. 😉 ) Eigentlich einfach zu nähen, ist sie eine perfekte und schmale Versäuberung für dünne Stoffe. Ich nehme sie auch gerne für Pyjamas aus feiner Baumwolle oder für Seidenblusen. Im ersteren Fall mit 7 mm etwas breiter, sonst 4-5mm breit und für transparente Stoffe geht es bis zu 3mm schmal. Da kann dann auch keine Overlock mehr mit.

Einzige Einschränkung: Sie funktioniert an geraden (oder halbwegs geraden) Kanten, für runde Nähte muß man sich was anderes einfallen lassen. Aber für die Schulternähte der Bluse und auch die leicht geschwungenen Seitennähte ist die Technik perfekt.

Zuerst kommen die Schulternähte: Ich lege die Schnitteile links auf links aufeinander und nähe sie zusammen.

Jetzt sind die Nahtzugaben auf der rechten Seite. Irritierend, aber richtig.

Ich habe 1,5cm Nahtzugabe vorgesehen, nähe jetzt aber nicht auf meiner Nahtlinie, sondern 3-4mm näher an der Schnittkante. Also auf der Nahtzugabe.

Naht zurückschneidenDiese Naht wird zuerst von beiden Seiten flach gebügelt, danach die Nahtzugabe auseinandergebügelt. Anschließend die Nahtzugaben wieder zusammen zu einer Seite bügeln.

Klingt total nutzlos, aber dadurch legt sich der Stoff hinterher sauberer. Glaubt es mir einfach. 😀

Danach wird die Nahtzugabe ganz schmal zurückgeschnitten, auf einen Milimeter oder so.

Französische NahtJetzt endlich kommen die Schulternähte in die gewohnte „Nähstellung“: Vorderteile und Rückenteil werden rechts auf rechts gelegt und ich nähe eine etwa 4mm breite Naht. Die ist jetzt genau da, wo meine Nahtlinie sonst gewesen wäre.

Und die zurückgeschnittene Nahtzugabe ist vollständig eingeschlossen, die Nähte sehen nicht nur von außen schön aus, sondern sind auch von innen sauber wie es kein Versäuberungsstich und auch keine Overlock kann.

Auch diese Naht wird wieder plattgebügelt und dann ins Rückenteil gebügelt.

Wollte man eine Naht betonen, könnte man sie sogar ähnlich einer Kappnaht von rechts absteppen.

Das will ich aber nicht.

Dafür nähe ich die Seitennähte mit der gleichen Technik, bevor es der Bluse an den Kragen geht.