Kölner Nähbrunch: Palmsonntagsbrunch

Wie beinahe immer vor Fest- und Feiertagen… ein Nähbrunch geht immer. Diesmal wieder rein kulinarisch im Cafe Duddel und ohne Nähmaschinen. Aber natürlich nicht ohne Nähthemen…

Darcys BlazerDa Darcy unvorsichtigerweise (oder vielleicht auch hungrigerweise…?) zeitig kam, stand sie mit ihrem berühmten Blazer auch sofort im Mittelpunkt des Interesses. Interesse auf Hobbyschneiderinart, wie man sieht. TÜV-Prüfung ist nichts gegen diese Inspektion.

(Wobei ich selbstverständlich ausdrücklich betonen möchte, daß Frau H.BindestrichS. sich dabei vornehm zurückhielt. 😉 )

Nähbrunch

Also sagen wir, sich in diesem Punkt vornehm zurückhielt.

Eine weniger charmante Erklärung wäre dann auch, daß sie anderweitig beschäftigt war. 😀

Nähbrunch

Andererseits, Fastenzeit hin oder her, hatten wir uns ja nicht zum Zurückhalten getroffen, sondern zum Brunch genießen. Ein Konzept, das auch von neuen Teilnehmerinnen sofort verstanden wurde.

Nähbrunch

Diese junge Dame hingegen versteht es jedesmal aufs Neue, sich perfekt in Szene zu setzen, so bald die Kamera auftaucht. (Man beachte die farblich passende Limonade…)

Und ich… falle jedesmal wieder drauf rein… 😉

Nähbrunch

Doch auch alle anderen haben sich gut unterhalten. Beim Essen, beim Reden,….

Nähbrunch

… beim eifrigen Lesen mitgebrachter Nähzeitungen. Neben BizzKids und Fimi waren nämlich auch so seltene und exotische Gewächse wie Threads vertreten.

Nähbrunch

Und wer gerade eine Hand frei hatte, machte selber Photos. Die ja angeblich auch mal zu sehen sein sollen.

Frag sich nur wo?

Im ElfenundKampfzwergeBlog vielleicht?

Nähbrunch

Und auch wenn Weihnachten vorbei ist, das Strickfieber grassiert weiter… wunderschöne Wolle, so fein und leicht und weich…

Und wunderschöne Farben. Was doch so alles dabei herauskommt, wenn man zur Farbberatung geht. 😉

Das war die Bilderschau für dieses Mal. Wie üblich habe ich nicht alle erwischt, aber es sollte ja noch andere Bilder an anderer Stelle geben. Da hoffe ich mal drauf.

Der nächste Brunch wird dann wieder fleißig und in Aachen sein.

Irgendwann… so Mai bis Juni.

Essen in Paris: Delice House

Mittags rasch etwas Warmes in den Bauch bekommen ohne hinterher pleite zu sein oder so vollgefressen, daß man sich nicht mehr bewegen mag… das läuft oft auf einen Chinesen hinaus. Diese Schnellrestaurants gibt es an beinahe jeder Ecke, die Einrichtung hat den Charme eines Wartesaals, aber die Qualität des Essens ist in Ordnung. Meist keine kulinarischen Highlights, aber man kann auch nicht viel falsch machen. Und sie unterscheiden sich nicht groß, so daß es nicht lohnt, sich eine Adresse zu merken. Man nimmt einfach den nächsten.

Bis auf manche, da lohnt es sich dann doch, die Adresse zu notieren.

Von außen unterscheidet sich „Delice House Traiteur Asiatique“ nicht wirklich von all den anderen. Vielleicht ein wenig größer. Und die Schlange reicht zur Mittagszeit bis weit zur Tür hinaus. Obwohl viele das Essen mitnehmen und die Abfertigung zügig geht.

Wir entschieden uns für das „Menue Vapeur“ (das sind verschieden gefülte ravioliartige Taschen, die im Dampf gegart werden, wie der Name „Vapeur“ verrät) und bekommen für 7.95 EUR nicht nur zehn der kleinen Köstlichkeiten, sondern auch noch eine Flasche Evian und einen Fruchtsalat. Aus frischen Früchten, nicht wie meist aus der Dose. Und wir haben Februar.

Fruchtsalat und Getränk bekommen wir mit, die Vapeurs werden noch heiß gemacht. Der Saal, in den wir durchgewunken werden, befindet sich hinten und ist mit Stoff- und Kunststoffpflanzen so freundlich dekoriert, daß kaum mehr auffällt, daß wir uns eigentlich in einem fensterlosen Gebaudeteil befinden.

Die Tische und Stühle stehen eng an eng, wir erobern uns aber zwei freie Plätze. In den umliegenden Firmen und Büros ist Mittagspause, so daß nicht Touristen mit Rucksack, sondern Angestellte in Anzug oder Kostüm das Bild bestimmen. Immer wieder kommt jemand mit einer Schüssel oder einem heißen Teller nach hinten. Dann heißt es aufpassen, denn er ruft, was er auf dem Teller hat. Wer es bekommt, muß sich selber melden. Dazu muß man allerdings verstehen was er sagt. Und sein französisch ist nicht unbedingt das beste. (Die mit den besseren Sprachkenntnissen außer chinesisch arbeiten vorne an der Theke… g)

Wenn sich keiner meldet, geht er wieder weg. Dann kommt jemand von vorne, guckt, wer das bestellt hatte (oder haben könnte, denn es ist viel los und bei geschätzt einem Kunden pro Minute merkt sich wohl auch der Mann an der Kasse nicht mehr alle). Irgendwie bekommt aber jeder was.

Neben dem lebendigen Ambiente war aber auch das Essen eine positive Überraschung: die verschiedenen Vapeurs unterscheiden sich geschmacklich deutlich, sind unterschiedlich gewürzt etc. Und einfach gut. Besser als wir das sonst in diesem Setting gewöhnt sind.

Weswegen ich mir die Adresse notiert habe 😉 : 81, Rue St. Antoine, das ist auf dem Weg von der Bastille zum Hotel de Ville.

Revue de Presse: OTTOBRE design Woman 2/2006

Der Name ottobre war mir ja schon länger ein Begriff, aber da ich nicht so viel für Kinder nähe, hatte ich mir nie eine gekauft. Da fiel mir am Bahnhofskiosk unverhofft diese ottobre „woman“ auf mit dem überaus verheißungsvollen Untertitel „Größe 34-52“. Ich ließ das Heft rasch (ich wollte ja zum Zug) über den Daumen laufen, überzeugte mich an drei beliebigen Beispielen, daß nicht nur ein Alibimodell in Größe XL vorhanden war und ging zur Kasse.

Wo ich angesichts der 6,90 EUR für das recht dünne Heft erst einmal kräftig schluckte. Aber die klare, sachliche Aufmachung des Heftes gefiel mir und in großen Größen gibt es ja nicht so viele Schnitthefte. Und ein Einzelschnitt kostet ja auch Geld.

Das Editorial belehrte mich dann erst mal, daß es sich um das erste Damenheft des Verlages handelt. Ziel ist es, so steht es da, eine Grundgarderobe für den Alltag zu bieten.

Und das ist, um es kurz zu machen, auch rundum gelungen.

Zwei Shirts (eines in verschiedenen Ärmellängen und Ausschnitvarianten), drei Blusen, ein Blazer und eine Hose (jeweils in verschiedenen Varianten was Details wie Taschen oder die Hosenlänge betrifft), ein Rock in vier Varianten, dazu eine Strickjacke (leider nur bis größe 48) und ein Trenchcoat. Damit kommt Frau locker über den Sommer. Und je nach Farb- und Materialwahl passen die Basics ins Büro genauso gut wie auf den Spielplatz.

Taschenschnitte kann man sich noch zusätzlich (wenn ich das richtig verstehe) von der Webseite runterladen.

Und obwohl die Redaktion festliche Mode auf ein anderes Heft verschieben will, ist auch alles für den großen Auftritt vorhanden. Denn einen Hosenanzug kann ich genauso aus Samt, Brokat nähen, den Rock aus Seide, den Trench aus edlem Mettallic-gewebe.

Besonders angetan hat es mir persönlich die Strickjacke 18. Ob ich einen passenden Stoff finde? Und ob das wirklich funktioniert, daß man das Satinbändchen einfach durch die Maschen zieht? So grob gestrickt sieht der Stoff gar nicht aus…

Shirt-Schnitt habe ich an sich einen passenden, ob ich da experimentieren werde? Wohl eher nicht. Die Blazertaschen von Modell 15 gefallen mir auch sehr gut, auch der Rockschnitt 10. Aber ohne den dämlich blickenden Hund. :o)

Bei der Wickelbluse habe ich auch große Zweifel bezüglich der Alltagstauglichkeit. Die wird nur von einem dünnen Bändchen gehalten, wenn ich die Anleitung richtig interpretiere… na, ich weiß nicht…

Gefallen hat mir übrigens auch die Aufmachung: Statt magerer Models sieht man gutaussehende Frauen mit verschiedenen Figuren, schlankere (ohne mager zu sein) und molligere. Jüngere und ältere. Die Posen auf den Bilder wirken zwar teilweise etwas hölzern und sind wenig innovativ. Aber – helas! – man erkennt die Kleidungsstücke! Und das ist mir eigentlich wichtiger.

Ich werde mich also mal an der Strickjacke versuchen und wenn das Experiment glückt, nächstes Jahr wieder nach einer Ottobre Woman Ausschau halten. Denn wenn ich die Abomöglichkeiten richtig interpretiere, dann ist kein zweites Heft in diesem Jahr geplant.

Geiler als Geiz

Es war einmal eine Zeit, als noch nicht an jeder Ecke ein Supermarkt stand. Die Einkäufe für das täglichen Leben machten Mama und Oma beim Metzger, beim Bäcker,… und, wenn sie keine Zeit für den Weg in die Vorstadt hatten, beim Tante Emma Laden.

Die Inhaberin hieß natürlich nicht „Tante Emma“, sondern Frau H., aber von Damenstrümpfen über Bindfäden, Bier und Limo, Wurst und Käse bis zu Schokolade und Eis war alles im Sortiment. Auch für die frischen Brötchen am Samstag Morgen war gesorgt, die konnte man vorbestellen und sie warteten dann abgezählt in einer Tüte auf die Langschläfer.

Es war einmal eine Zeit, als die Läden um sechs schlossen (Samstags spätestens um zwei) und nicht jeder Haushalt eine leistungsfähige Tiefkühltruhe hatte.

Doch das war nicht schlimm, denn Frau H. wohnte direkt über ihrem Laden (die Küche war sogar gleich daneben) und wenn an einem heißen Sommersonntag die Lust nach einem „Braunen Bär“ übermächtig wurde, dann wußten wir, wir konnten klingeln, wenn sie nicht ohnehin vor dem Haus saß oder im Garten werkelte. Auch wenn beim Decken des Abendbrottisches die fehlende Butter erst bemerkt wurde oder der unerwartete Besuch Lust auf Sahne zum Kuchen aufkommen ließ, der vergessene Geburtstag die Schachtel Pralinen zur Notwendigkeit machte… geschwind wurde ein Kind geschickt und das mit dem Ladenschluss war eigentlich gar nicht mehr so schlimm.

Natürlich war alles etwas teurer als im Supermarkt in der Stadt. Aber dafür verwöhnte uns auch der beinahe immer und beinahe alles Service.

Heute steht an jeder Ecke ein Supermarkt, nicht nur Lebensmittel sondern auch Kleidung oder Elektrogeräte sind zu SB-Artikeln geworden, die der Kunde für einen geringen Preis selbst aus dem Regal holt.

Doch brauchen wir mal einen Service, dann wird es teuer. Und wem gar am Wochenende eine Leitung platzt, so daß er den Handwerker-Wochenenddienst braucht, der darf so richtig löhnen. Denn die Handwerker müssen auch leben und wenn sie nur noch im Notfall randürfen, wird das halt teurer.

Am Wochenende war ich bei meiner Mutter zu Besuch, immer noch in der selben Kleinstadt.

Sonntag gegen halb elf fiel auf… die Heizkörper sind kalt und das Warmwasser war auch schon mal wärmer. Und wie immer an einem Sonntag… auch die Taste für den Neustart zeigte keine Wirkung, der Brenner sprang nicht an. Nun gut, es hat keine Minusgrade mehr und einen Tag muß es halt mal die kalte Dusche tun, kein echter Notfall, vermutlich.

Kurzentschlossen griff meine Mutter zum Telephon, der Heinzungsinstallateur war Zuhause und sie bat ihn, am Montag vorbeizukommen. Denn so kalt wäre es ja nicht mehr.

Am Nachmittag läutet es an der Tür… davor steht der Installateur mit dem Werkzeugkasten, er guckt es sich gleich mal an. (Er ist dann auch noch „mal eben schnell“ die gut zehn Kilometer nach Hause zurückgefahren, um einen Ersatzbrenner zu holen.)

Service ist eben noch geiler als Geiz!

Über den Blogrand: Wir warten auf den Osterhasen…

… und Tinalein will uns die Zeit bis Ostern ein wenig verkürzen.

Deswegen startet am 01. April (Sie schwört Sein und Bein, daß es kein Aprilscherz ist. Falls doch, darf sie an den Pragner gestellt und mit kaputten Nähmaschinennadeln beworfen werden. :o) ) ihr „Osterkalender“, in dem es jeden Tag einen Link auf eine interessante Handarbeitsseite gibt. Und als Höhepunkt am Ostersonntag und am Ostermontag sogar jeweils eine Gewinnmöglichkeit. (Wobei ich auf die theologische oder im Brauchtum verhaftete Erklärung zum Ostermontag als „Schenktag“ jetzt schon sehr gespannt bin. 😀 )

Soweit zumindest der Plan.

Wird sie es schaffen? Hier könnt ihr nachgucken: Tina“s Sammelsurium

Patentantes Kommunionanzug: Einlagenkrise

Nachdem alles andere dringende erledigt ist, rückt mein Hosenanzug wieder auf Platz eins der Prioritätenliste.

Und damit kann ich mein übliches Problem nicht mehr weiter hinausschieben: Die Einlage.

Zum einen natürlich, daß ich das Aufbügeln hasse, weil es einfach langwierig und langweilig ist. Und man kann es auch nicht beschleunigen, sondern muß geduldig warten. (Unzählige Blasen an Kleidungsstücken haben mir das beigebracht….)

Noch schlimmer aber: Ich muß entscheiden (welch böses Wort!) welche Einlage ich nehme??? Da ich einen Vogue-Schnitt benutze steht natürlich keine freundliche Vlieselinenummer daneben. Und wenn, würde sie mir nichts nützen, da ich ein anderes Material verwende.

Zuerst hatte ich mir G785 besorgt, weil ich dachte, Canvas ist steif genug, der muß nicht wirklich verstärkt werden.

Dann bekam ich die Panik, las in der Vliesschule, daß G740 für festere Stoffe ist und kaufte die auch noch.

Tja… und dann stand ich davor. Es half nichts. Bügelprobe.

Ein ebenso lästiges wie unfehlbares Mittel.

G785 ist das, was ich will.

Warum schiebe ich das nur immer so lange vor mir her? Und komme vor lauter überlegen nicht zum Nähen. 🙁

Simplicity: Khaliah Ali Collection 5107 (Tunika, Hose, Rock)

Mit diesem Schnitt hatte ich ja schon länger geliebäugelt. Nur fehlte die Gelegenheit. Doch anläßlich eines „Gesellschaftsabends“ bei einem Kongress brauchte ich was schickes, aber eben nicht zu elegantes. Schwarze Hose und Tunika sind da immer gut. Also habe ich bei Tissus Reine in Paris zugeschlagen und den Schnitt mitgenommen.

SchnittIch habe die Tunikavariante mit den langen, geschlitzten Ärmeln sowie die Hose genäht.

Bei der Hose hätte ich laut Maßtabelle Gr 24W, nach einem Vergleich mit anderen Schnitten habe ich mich aber für 22W entschieden. Ich wollte sie aber bewußt im Hüftbereich nicht so weit und habe außerdem wie hier ausführlich beschrieben den Gummizug „rauskonstruiert“ und Abnäher und einen Reißverschluss in der hinteren Mitte eingearbeitet. Zusätzlich habe ich vorne noch eine kleine Paspeltasche quer eingearbeitet (trägt nicht auf), da ich Hosen ganz ohne Taschen einfach megaunpraktisch finde. Verlängert habe ich die Hosenbeine nach dem Vergleich mit dem anderen Schnitt um 4cm, jetzt ist sie so lang, wie sie auch auf dem Foto aussieht. Das war eine für mich ungewöhnliche und unerwartete Änderung. Eine meiner „normalen“ Änderungen ist hingegen, daß ich ein Futter bis zum Knie einarbeite, das ich einfach genauso wie die Hose selber zugeschnitten habe.

Gut gefallen hat mir, daß der Schnitt der hinteren Hosenteile zur Mitte hin höher geht. Ich habe lange gezögert, ob das ohne Gummizug auch so sein muß, habe es aber gemacht und bin begeistert: Endlich ist das Gefühl, es zieht im Kreuz, weg. Ich denke mal, bei größeren Hinterteilen ist das generell eine gute Idee.

Als Material hatte ich einen schwarzen Leinenstoff mit kleinem Cloque-Effekt von Sacre Coupons (Paris), der sich gut und ohne Probleme verarbeiten ließ. Bei der Verabeitung habe ich mich weitgehend an die Anleitung gehalten, die gut bebildert ist und auf Englisch und Französisch vorliegt. Bei der Bundverarbeitung mußte ich natürlich abweichen. Da habe ich Futterhose und Hose an der Kante zusammengenäht, danach ein festes, 1,5cm breites Gummiband mit etwa 20 Prozent Dehnung aufgenäht, nach innen eingeschlagen und in Nahtschatten der Abnäher und Nähte festgesteppt.

Die Hose passt gut, ist bequem und ich werde den Schnitt sicher noch das eine oder andere Mal für weite Sommerhosen verwenden. Mit Gummizug ist sie sicher Anfängergeeignet, doch auch mit der Abnäherabwandlung nicht schwierig zu nähen.

Das war bei der Tunika nun deutlich anders.

Hier habe ich Größe 18W genommen und bin zur Hüfte auf 20W gegangen, was reichte, da die Tunika sehr weit ist und Seitenschlitze hat. Sonst habe ich keine Änderungen vorgenommen, weil ich dachte, die Schulter sei schmal genug. Dabei hatte ich übersehen, daß dies dem breiten Ausschnitt zuzuschreiben ist… ich hätte also besser meinen üblichen Zentimeter verschmälert. Vom Prinzip her ist die Tunika einfach, allerdings wird sie schräg zugeschnitten und aus zwei Lagen gearbeitet.

Für die untere Lage hatte ich einen feinen, festen Baumwollstoff in einem leichten Cremeton (auch von Sacre Coupons), für die obere Lage und die Ärmel einen traumhaften gemusterten Seidenchiffon (vonScherzkeks-Stoffe). Zusäztlich konnte ich den zum Zuschneiden nicht so ausbreiten, wie ich gewollt hätte. Das zusammen machte die Verarbeitung schwierig.
OutfitDie Anleitung an sich war gut und detailliert. Besonders hat mir gefallen, daß unterschiedliche Varianten zum Nähen und Säumen von transparenten Stoffen angeboten werden, sowohl für Nähen mit der Overlock als auch zum Arbeiten mit der normalen Nähmaschine. Wobei diese Arbeitsanweisungen im Verlauf der Anleitung wohl verloren gehen, denn später ist die Rede davon, den Beleg an den auseinandergebügelten NZG der Schulter festzunähen. Die nur nicht vorhanden sind, wenn man die Schulternähte mit schmalen Säumen wie empfohlen arbeitet. 😀

Ich habe mich also bei der Tunika an die Anleitung gehalten. Problematisch war es, die beiden Stofflagen dann an Halsausschnitt und Ärmausschnitten zur Deckung zu bringen. Der Baumwollstoff blieb trotz Schrägschnitts recht stabil, der Chiffon hatte sich doch etwas verzogen. Ich bekam es hin, mußte aber die Stütznähte an Ausschnitt „opfern“. Ob er deswegen etwas weit ist, oder nur, weil große Ausschnitte eigentlich immer zu weit geraten kann ich nicht sagen.

Was auch nicht so funktionierte wie in der Anleitung waren die Ärmel. Die sollten glatt eingesetzt werden, mußten aber eingehalten werden. Und zwar besonders im vorderen Bereich. Man sieht nichts nachteiliges am fertigen Stück, aber die passen einfach nicht ganz.

Daß der Beleg eines großen Ausschnittes (den ich wegen der beiden transparenten Stoffe mit hautfarbener G785 bebügelt hatte, wodurch er tatsächlich unsichtbar bleibt) mit nur zwei „Befestigungspunkten“ an den Schulternähten nicht hält kam nicht so überraschend, war aber mit einigen Handstichen zu lösen.

Ob ich so noch mal nähen werde weiß ich nicht. Sie fällt durch den Schrägschnitt natürlich sensationell gut. Und durch die asymmetrischen Lagen ist es auch egal, ob der Saum ganz gleich ist, sieht man eh nicht. Andererseits war es, zumindest aus Seidenchiffon eine sehr fuzzelige Arbeit und ich mußte an der einen oder anderen Stelle pfuschen. (Sieht man zum Glück nicht.)

Sollte ich sie noch mal nähen, dann werde ich jedenfalls die Schulter verschmälern und den Auschnitt einhalten. So lange ich ganz grade stehe passt er, aber wenn ich mich bewege klafft er doch etwas. Zum Glück sieht das aus der eigenen Perspektive immer viel dramatischer aus, als vom Gegenüber. :o) Was ich ggf. auch ändern werde ist die Saumzugabe: 6mm umbügeln ist mühsam, 1cm wesentlich einfacher. Und auf 3mm zurückschneiden muß man es eh. 4mm ergeben auch keine nennenswerte Stoffersparnis.

Hm, doch, ich denke, ich werde es noch mal versuchen, aus etwas weniger fisseligem Stoff und vielleicht auch gerade geschnitten, statt schräg. (Und sorry für die schlechte Qualität des Bildes, aber im Spiegel bei ungünstigen Lichtverhältnissen scharfstellen überfordert die Digicam dann doch.)

Über den Blogrand: Alles ist machbar….

… und alles verwendbar.

Manche Bastelideen dieser Seite sind banal (aber deswegen nicht weniger hilfreich), andere beinahe genial.

Ob schneller Ersatz für die vergessene Tropf-Stopp Tasse des Nachwuchses, Schnapsgläse aus Eis, (pädagogisches) Spielzeug aus Verpackungen und anderem Müll,… dieses Blog stellt eine Linksammlung dar, die ungefähr alles an Ideen enthält, die einem für Bastelein so kommen könnten. Und noch ein paar mehr.

Du wolltest schon immer mal einen PC als Origami aus Papier falten oder ein Escher-Bild aus Lego nachbauen? Unerwünschte Werbesendungen als Jalousie nützlich machen? Ein T-Shirt mit LEDs zum Leuchten bringen? Eine Strickmaschine aus Lego bauen oder Pacmans sticken? („Crafts“ oder „Art“ sind interessante Kategorien…)

Die Beiträge sind zwar zum großen Teil technische Basteleien, aber es sind so viele Kategorien, da bleibt auch genug für die, die mit dem Lötkolben fremdeln. 😉 (Pixelgraphiken als Quilts nähen oder Logos stricken zum Beispiel.) Manches mag geschmacklich grenzwertig sein (Bilder aus Kaugummi…), aber die Menge der Beiträge liefert einem alleine beim Anschauen schon Beschäftigung für mehrere kalte Winter und verregnete Sommertage zusammen.

Einziger Nachteil: leider auf Englisch. Das Makezine-Blog

Revue de Presse: burda Modemagazin 04/2006

Morgens halb neun in Deutschland…. mit halbgeschlossenen Augen tappse ich in die Bahnhofsbuchandlung, ziehe eine Burda vom Stapel (Lider kurz um weitere 3mm gehoben um sicher zu stellen, daß es auch die April Burda ist und nicht irgendein Sonderheft für Zierliche oder „1001 Möglichkeiten, ein Osterei besonders häßlich anzumalen“), zahle und wanke zum ICE.

Nachdem ich dort einen freien Sitzplatz gefunden und mich häuslich eingerichtet habe, finden auch meine Sehschlitze allmählich zu ihrere üblichen Form und Größe. Um die Schrift in weiß auf bunt zu lesen reicht es noch nicht ganz, aber die warmen Farben auf dem Titel gefallen mir schon gut. Und eine Stunde bis Frankfurt sind mehr als genug Zeit für einen ausführlichen Heftcheck.

„Wie haben die das denn hinbekommen? Dicke Wassertropfen auf der Blende???“ Jetzt sind die Augen ganz offen… ach, das sind runde Perlen, Ton in Ton und unregelmäßig aufgenäht. Das Stoffmuster gefällt mir nicht besonders, aber der Effekt ist cool. Den muß ich mir merken. Hoffentlich kann ich ihn irgendwann mal einsetzen.

Jetzt bin ich auch wach genug, mich mit dem Editorial auseinanderzusetzen. Immerhin besteht es aus Buchstaben, das ist anstrengender als Bilder. 😀 Und… hey, da steht ja was über den Chat und die Blogs! (Ist irgendjemand wegen dem Editorial hier gelandet und liest jetzt mit? Hallo und Willkommen! ;-))

Ethno-Look mit auffällig bedruckten Stoffen dominiert die nächsten Seiten. Ich muß beim nächsten Parisbesuch doch mal wieder zu Toto… Das Print-Muster in Braun auf Beige gefällt mir… oh, in Rot auch? Noch schöner. Und sogar als Mantel, nur leider wieder die falsche Größe. Aber ich kann es gewinnen, schreiben sie. Mantel 101 und Hose 106, das werde ich doch mal versuchen.

Dann kommt noch mal das Titelmodell. Naja, als Zweiteiler wäre mir das Muster endgültig „too much“. Aber die Idee mit den Perlen… doch, toller Effekt.

Die Best Basics kommen diesmal in Marine daher, ganz meine Farbe. Die Jacke 115… soll die an den Schultern so locker sitzen oder passt sie dem Model nur nicht? Hose 119… tiefe Kellerfalten im Hosenbein. So eine Idee geht mit schon lange im Kopf um, da werde ich doch mal nachgucken, wie das gearbeitet ist. Ist ja nicht meine Größe, aber wieder ein Detail zum „Klauen“… Da die Hose an der Hüfte schmal anliegt, müßte das auch in meiner Größe gut aussehen.

Was denn, es gibt wieder „Betrügerle“??? Und ich versuche meine Mutter schon Zeit meines Lebens beizubringen, wie stillos das ist. Ohne den dämlichen Kragen und die Rüschenmanschetten sieht die Jacke so pur hingegen schön aus. Nur sehr viel zu klein. 🙁

Mode für Zierliche wird nur kurz übergeblättert, nicht meine Länge, nicht meine Breite. (Trotzdem… die quer verlaufenden Schulterklappen der Bluse sehen originell aus. Und die Falten des Rockes hinten an einem zierlichen Po sicher sehr süß…)

Die City-Kollektion kommt in sehr bunt und apfelgrün daher. Unübliche Farbkombis und aus einem guten Grund unüblich… Unter „City“ stellt sich die Redaktion wohl auch eher einen Kurort als eine Stadt vor. „Modell B“ wird jedenfalls nicht mein Lieblingsmodell, die Farben bestenfalls zu Karneval und da wäre es zu kalt. :o) Das Neckholder Shirt mit dem Matrosenkragen hinten… gar nicht schlecht, auch gleich ein guter Schutz vor Sonnenbrand. Ob allerdings der Kragen hinten so flach liegen bleibt? Oder sich, da das Shirt mit seinem ganzen Gewicht dran hänt, schnell als Rolle um den Hals klumpt…?

Die Raffung des Blazers hinten ist auch pfiffig und auf den Bildern gut zu erkennen.

Was haben sie sich für den Styling-Teil denn diesmal ausgesucht? Oh, den Georgette-Rock mit dem ausgesucht häßlichen Stoff. Für die Freizeit mit mindestens genauso mißgestalteten Schuhen zu kombinieren. (Sagte ich schon, daß ich die Styling Seite liebe? Sie bietet meist wundervolle Vorschläge, wie man es keinesfalls machen sollte. Zumindest nicht, wenn man auf Stil Wert legt. 😀 )

In der Version für den Abend sieht es aber sogar ganz nett aus, auffällige, wenngleich komplett unpraktische Tasche. Beim Büro-Outfit denkt die Redaktion offensichtlich an eine Tätigkeit in einer Moderedaktion. Oder für jemanden, der bei der Arbeit den dringenden Eindruck erwecken will, nicht zu arbeiten, sondern nur auffällig auszusehen. High-Heels mit möglichst viel nackter Haut am Fuß, strassfunkelnde Uhr und riesen Ohrringe sind in aller Regel ja nicht das Outfit für den Aufstieg in die nächste Gehaltsklasse. Aber absolut passend, um bei einem Stadtbummel mit der Freundin das Gehalt des Ehemannes zu verprassen, während sich das Personal um den Haushalt kümmert. 😀

Das Shirt aus dem Maßschnitt gefällt mir. Allerdings sieht es nicht so aus, als ob es dem Model wirklich passen würde. Und wie das in mehr als Größe 34 aussehen mag…?

Weiter geht es mit türkis und koralle. Am Pool farblich passend in Szene gesetzt. (Hey, das Model hat Waden! Keine Stöckchen… ) 116 wird als „figurnahes Trendstück“ beschrieben. Ob dem so ist, lässt sich aus dem Bild nicht sagen, denn das Fotomodel hat leider keine. Also keinen Busen, keine Hüfte, keinen Po. Und keine Taille, weil wo nichts rausgeht, kann auch keine Einbuchtung sein. Und so ganz ohne Figur… hängt das Kleid dann wie ein Kartoffelsack aus Jersey. Schade, ich glaube, es sähe sonst reizvoll aus. Das Wickeloberteil auf Seite 42 ist auch schön. Mist! Dafür gibt es keinen Schnitt. Bei den Mode Ideen mit Korallen-Muster ist ein Handtaschen-Schnitt dabei, immer gut. Ansonsten wirkt das alles etwas lustlos und wenig inspiriert dahingeschludert. (Okay, mir fiele zu „Koralle“ jetzt auch nichts tolles ein.)

Workshop zum Thema Leinen überflieg Nichts neues unter der Sonne, aber es muß ja auch für weniger erfahrene Hobbyschneiderinnen was drin sein.

Aha, „Mein Stoffladen“ scheint eine feste Rubrik im Leserforum zu werden. Ich sollte beim nächsten Mal meine Digicam mit in meinen Lieblingsladen nehmen. Nach welchen Kriterien die wohl auswählen? Und diese geschmacklose zehenlosen Strumpfhosen werden mal wieder angepriesen. Die Frage der Leserin war zwar, wie sie trotz nicht makelloser Beine den Sommer strumpflos genießen könnte, aber man kann ihr ja trotzdem erzählen, warum sie Strümpfe tragen soll. Danach war nicht gefragt, aber wer eine Antwort bekommt, sollte wohl einfach nicht kleinlich sein. (Liebe Leute, wer hat denn schon makellose Beine?… Na also! Einfach mehr selbstbewusstsein! Das kleidet besser… 😉 )

Die „neuesten Erkenntnisse“ zur Kosmetik sind so neu wie Omas Nähmaschine. Glücklicherwese wenig Text. Aber mit den Heftseiten könnte man nützlicheres machen. Noch ein paar Modell oder Nähtips oder was auch immer. Oder weiße Seiten, als Notizblock. Gleiches gilt für die „aktuellen“ Tips zur Akkupressur. Auch seit mindestens 20 Jahren die gleichen.

Die nächsten 20 Jahre vierzig zu bleiben würde meine persönliche „Wellness“ auch nicht steigern. So alt bin ich noch nicht. Aber es passt gut zu den ganzen Werbungen für Gedächtnispräparat, Gelenkkapseln und Stärkungstonikum. (Was war doch das Thema des Kongresses zu dem ich gerade fahre gleich? Ach ja, der ältere Verkehrsteilnehmer. Die Überalterung unserer Gesellschaft hinterlässt offensichtlich Spuren.)

Mahi Degenring Couture, ja das Top Label verdient diesen Monat seinen Namen. Ich liebe ihre Mode! Manchmal mache ich Abends auf dem Weg zur Straßenbahn einen kleinen Umweg, um an ihrem Schaufenster vorbeizugehen. So wunderbare Modell in prächtigen Farben! (Wenn ich einmal reich wär…. die Preise sind den Modellen angemessen. Nur leider nicht meinem Geldbeutel. 🙁 Aber alleine gucken ist eine Freude.) Ach, wenn es doch mal ein Mahi Degenring Modell in Plus-Größe gäbe…

Bei der Herrenmode ist Safaris-Stil angesagt. Äh… naja… „die coole Alternative zum klassischen Anzug“ käme bei meinem Schatz im Büro gar nicht gut an. Und mit Kravatte sähe sie auch ausgesprochen dämlich aus. :o) Und in der Freizeit braucht er keinen Ersatz für Anzüge, weil er da keine trägt. Die Hose als neuen Standardschnitt für Freizeithosen? Mist, Elastikgabardine. Schatzi trägt im Sommer aber Leinen. Dann bleibe ich halt bei den alten Schnitten und hoffe auf die Herbstausgabe. 🙁

Ah, endlich der PLUS-Teil. Ich gucke zwei Mal… Das Model… die könnte glatt Gr. 42 haben. Vielleicht sogar mit einer leichten Tendenz zu 44? Also jedenfalls kann man sie mit etwas gutem Willen als „mollig“ bezeichnen. Schön. 🙂 Wenn auch ungewohnt.

Jacke 124… viele Teile… das könnte genau der Schnitt sein, um die Reste meiner schwarzen Leinenhose mit dem gut abgelagerten Rest schwarzen Seidenleinens zu verarbeiten. blätter Elastikpopeline Mist! Hm… die Stoffempfehlung sagt „Leichte Jackenstoffe mit etwas Stand. Ideal sind Stoffe mit Elasthan-Anteil.“ Das könnte man ja jetzt so auslegen, daß Elasthan kein „muss“ ist, oder? (notier Beim nächsten Chat mal Anne fragen)

Die Kindermode finde ich nett bunt und kuschelig. Auch wenn sich mir nicht ganz erschließt, warum das eine eine „Mädchenjacke“ und das andere ein „Jungenssweater“ ist? Naja, mein Patenkind ist aus der Kategorie eh schon rausgewachsen.

Bei Osterdeko fühle ich mich immer uninspiriert. Was auch was damit zu tun haben mag, daß vorher immer so viel zu tun ist, daß für Deko nicht auch noch Zeit ist. 😀 Die Eierschale als Vasenersatz mit Kresse und Gänseblümchen finde ich allerdings nett. Und sieht nicht sehr aufwendig aus. Mal im Kopf bookmarken…. Die Filzzipfelkappen als Eierwärmer sind auch lustig, nicht so für Ostern, denn da sind die Eier ja kalt und hartgekocht, aber wenn ich mal wieder eine schnelle Geschenkidee brauche…

Blick aus dem Fenster Hoppla, am Fernbahnhof sind wir schon dabei, dann muß ich gleich raus. Also rasch das Heft in der Tasche verstaut und die Gedanken wieder in „professionelle“ Bahnen gelenkt. Nähen muß warten…

Abnäher statt Gummizug

Was die Bequemlichkeit angeht ist ein Gummizug ja eine feine Sache. Nur wenn man nicht gertenschlank ist oder gar einen (im Vergleich zu den übrigen Proportionen) breiten Hintern hat, ist er gar nicht figurgünstig. (Je breiter der Hintern, desto mehr Stoff muß dann in der Taille gerafft werden und je schmaler die Taille, desto stärker muß der Stoff gerafft werden. So bringt man jede Taille mühelos zum Verschwinden.)

Warum dann ausgerechnet Hosen in großen Größen besonders gerne mit Gummizug angeboten werden… ? Naja, ich muß es wohl nicht verstehen.

HosenschnittAber ich kann was dagegen tun. 😀 So wollte ich eine Hose mit weiten Beinen, aber statt eines Taillengummis bevorzuge ich Abnäher und einen Reißverschluss in der hinteren Mittelnaht. Meine Rückseite wird nicht schmaler, wenn ich noch möglichst viel Stoff drum herumwallen lasse, also bleibt die Hose um die Hüfte schmal (aber nicht „knackwurstartig“) und wird erst darunter weit.

Und es ist gar nicht so schwierig. Zuerst habe ich Malerfolie auf den Schnitt gelegt und (auf dem Bild das hintere Hosenteil, aber vorne geht analog genauso) zum Vergleich den Schnitt einer im Hüftbereich ganz gut passenden Hose mit Abnäher obendrauf. Dadurch war klar, daß ich (entgegen der Maßtabelle) Gr 22 von der Hüfte abwärts brauche und Gr 18 im Taillenbereich genügt. (Außerdem habe ich am Saum 5cm zugegeben, weil ich die Hose länger als vorgesehen haben wollte.)

Abnäherposition bestimmenBeim Abpausen auf die Folie habe ich das gleich berücksichtigt, also an der Seitennaht von der Taille Gr. 18 zur Hüfte Gr. 22 verbunden. Die inneren Beinnähte blieben unverändert.

Anschließend habe ich das Schnitteil der passenden Hose druntergelegt, um die Position des Abnähers zu bestimmen. Dabei richte ich mich nach „Landmarken“ wie dem Fadenlauf, der Taillenhöhe oder der Schritthöhe (in dem Fall bei beiden Schnitten gegeben) und probiere rum, was am sinnvollsten erscheint. Auch die Linien fürs Verlängern und Kürzen übertrage ich mir immer auf meine Folienkopie. Bei Hosen brauche ich die zwar nicht, aber für solche Änderungen können sie eine gute Hilfe darstellen. Bei der vorliegenden Hose habe ich mich vor allem nach dem Fadenlauf und den Seitennähten gerichtet, weil der Schnitt im Schritt recht unterschiedlich verlief.

Den Mittelpunkt des Abnähers benutze ich dann als „Ankerpunkt“ für den neuen Abnäher. (Deswegen wird auch der passende Schnitt unter den zu verändernden gelegt, damit man auf der Folie in Ruhe rumzeichnen kann.)

Abnäher eingezeichnetAls letzter Schritt bleibt dann nur noch, den Abnäher an sich zu konstruieren. Dazu verlänger ich den „Ankerpunkt“ zur Taille hoch. Entweder senkrecht zur oberen Kante des Schnittes oder (wie in diesem Fall, wo die obere Kante nicht gerade, sondern schräg verläuft) in dem ich eine Linie parallel zum Fadenlauf zeichne.

Abnäherbreite messe ich am passenden Schnitt aus, ebenso die Abnäherlänge. Dann wird das Geodreieck an die Linie durch den „Ankerpunkt“ angesetzt, die Abnäherlänge markiert. Auf Taillenhöhe (Mein Schnitt ist mit Nahtzugaben, daher ist das nicht direkt an der Kante) wird die Abnäherbreite markiert (auch hier leistet das Geodreieck gute Dienste) und diese Punkte jeweils mit der Abnäherspitze verbunden.

Fertig. (Ich hatte jetzt bei der Abnäherbreite noch was zugegeben, weil ich mich erinnert hatte, die Vorlagenhose durch tiefer nähen der Abnäher passend gemacht zu haben.) Der Abnäher wird dann an der oberen Kante noch etwas „Ausgeschwungen“, einfach nach Augenmaß, und dann das neue Schnitteil ausschneiden.

Vorderteil genauso ändern und fertig ist die gummizugfreie Hose. Für einen Hosenschlitz muß ich nichts zugeben, da einfach in die hintere Mittelnaht ein nahtverdeckter Reißverschluss rein kommt. Der trägt nicht auf, braucht keine komplizierte Schlitzverarbeitung und ist schnell und einfach gemacht.