Resteverwertung: Kartenmäppchen

Using the Remnants: (Credit)Card Case

KartenmäppchenNachdem ich den Inhalt meines Kalenders auf mein Handy übertragen hatten ergab sich ein neues Problem… der Kalender war gleichzeitig die „Heimat“ all meiner Bezahl-, Kunden-, Ausweis- und sonstiger Karten.

Since I am using my cell phone as agenda now I had a new problem. So far my agenda was also „home“ of all my credit, membership and whatever cards.

Die mußten also umgesiedelt werden und auch dafür habe ich meine grauen Stoffreste weiterverwendet. Geschlossen wird das Etui mit einem Winzrest Webband von Kafka und einem kleinen Druckknopf. Wobei ich den Druckknopf angenäht habe bevor die Karten drin waren, mit Inhalt ist das Mäppchen deutlich dicker und der Verschluss jetzt etwas stramm. Aber es reicht.

So all those needed a new home if I didn’t want to drag my agenda along for that purpose only. So I took some of my gray remnants from the other projects, added a tiny bit of ribbon by Kafka and closed it with a small snap. Since I’ve sewn on the snap before filling the case with the cards so it is a bit tight now. But it works.

KartenetuiIm Inneren ist zunächst ein größeres Fach für Geldscheine, ein bißchen weniger hoch (und auch mit Kafkaborte abgeschlossen) als die Hülle im Ganzen. Für die Karteneinschubplätze habe ich Futterstoff verwendet und darunter ist noch Platz für einen Personalausweis im alten Format.

Inside there is one big compartment over the whole width that can hold some bills. To make the „slots“ for the cards I used thin lining fabric which was folded as needed. Under that is room for bigger cards like the (old) identity card.

Bei der Faltung für die Kartenplätze habe ich mich irgendwie vertan, auf der linken Seite ist das unterste Fach nur gut 1cm hoch, da hält nichts mehr drin. Da bin ich beim Messen und Falten wohl vom Weg abgekommen.

Somehow I made a mistake when I was folding and ironing the compartments for the cards. On the left side the lowest one is only about 1cm deep, that is not enough to hold anything safe. Somehow both sides are not symmetrical…

Verstärkt habe ich nichts, durch die vielen Stoffschichten halten die Karteneinschübe dennoch gut genug.Das ganze war auch fix gemacht, ich glaube mit zuschneiden, bügeln und allem nicht mehr als zwei Stunden. So Miniprojekte haben doch auch ihre Vorzüge…

I didn’t use any interfacing. Since the folding creates a lot of fabric layers it is stiff enough to hold the cards anyhow. It was a fun project and I think it didn’t take me more than two hours, cutting and ironing included. Those wee projects are definitely nice, too…

Die fast smarte Smartphonetasche

The nearly smart cozy for smartphones

Nachdem ich jetzt ein funktionierendes Handy habe, braucht das auch eine Hülle. Ich habe ja keine Lust, mir (schon wieder…) den Bildschirm zu zerkratzen.

I finally gave in and I am owner of a cell phone that actually works. Now I needed a protection for it, I didn’t want to scratch a screen… again.

HandyhülleAlso ein paar Stoffreste von der Tasche geschnappt, viel am Handy rumgemessen und eine Hülle genäht. In bewährter Manier wieder mit Seide gefüttert, denn das reinigt gut und gepolstert mit einer Schicht Volumenvlies.

So I picked some scraps from the bag, took a lot of measurements and made a cozy. Since I am lazy and like self-cleaning options I lined the little thing with silk and added a layer of padding for protection.

HandytascheEine Ladestation muß Frau natürlich auch haben und da fragte ich mich doch, warum das denn zwei Teile sein müssen?

Schließlich reise ich doch öfter und gerade da soll das Gepäck so klein wie möglich sein. Also wurde die Ladestation sozusagen integriert. Funktioniert auch.

Since every crafter in blogland seems to have a „charging unit“ that helps to organize the phone while charging it I wanted that also. But I wondered why the cozy and the charging unit have to be two items?

I do travel quite a lot and I want my luggage to be as small as possible. So I took care while constructing it, that it could be used as a charging unit also. Works fine.

HandytascheDie Rückseite hat noch eine kleine Tasche, in die man entweder die Kopfhörer stecken kann oder das USB Kabel zum Nachladen am Rechner. Wie gesagt… Reisefertig alles mit einem Griff.

The back has a small pocket just big enough for either the head phones or the USB cable for charging on the laptop. As I’ve said… travel ready, everything at hand.

Alles sehr smart gedacht…. wenn nicht…

Very smartly done… if not…

HandytascheWenn ich nicht den zuerst schön langen Verschlussstreifen vor dem Annähen gekürzt hätte, weil ich dachte, der sei viel zu lang.

Damit reichte der Druckknopf nur bis auf die Klappe und die ganze Klappe kann sich öffnen, was nun keinen sicheren Verschluss darstellt.

Damit die Hülle dennoch benutzt werden kann, habe ich einen winzigen Drücker von Hand aufgenäht. Das hält derweil, aber ich denke, da muß ich wohl noch eine zweite Variante nähen….

If I had not cut the originally very long strap. Because while constructing I thought it was way to long.

So the snap can only close on the flap and then flap and strap can unfold together which is not the secure closer I want for my phone.

To make it usable I’ve sewn a tiny snap on the tip of the strap, but that is only a temporary solution. I guess I’ll have to make another one…

Maschenkunst unterwegs (XXII)

Maschenkunst in AachenDer Wollmeise Schal (aus dem Wollmeise Sonderposten in der Maschenkunst ist schon ein ganzes Stück gewachsen. (Die Lace Stola ist inzwischen fertig und wartet auf eine freie Matratze zum Spannen, das wird noch dauern.) Deswegen durfte er mit nach Aachen in den Handarbeitstreff (eine ganz nette private Initiative). Auf dem Tischtuch hat er sich natürlich besonders wohl gefühlt. 😉

The Wollmeise scarf grew quite a bit meanwhile. (The lace shawl is finally finished and is waiting for blocking which requires a free space and will take a while.) So it was allowed to come to Aachen to the Handarbeitstreff („craft meeting point“), a privat initiative of very sweet people. And of course the scarf felt very at home on that dish cloth. 😉

CompAkTa, die neue Tasche fürs Büro

My new bag for the office

Tasche fürs BüroDa sich mein Rücksack verstärkt auflöst, habe ich mich mal wieder an einer Tasche versucht, diesmal fürs Büro.

My bagpack is decomposing more and more, so I wanted a new bag I could use to go to the office.

Ziel war, daß mein Computer reinpasst, die Mappe mit den Akten, Handy, Strickzeug, eine Notration,… sie sollte aber auch nicht viel größer sein als nötig. Und das ist das Ergebnis: Der Außenstoff ist aus den Resten des grauen Rocks gepatched, für das Innenleben habe ich Seide (von Tissus Reine in Paris) gewählt, weil die den Computer gleich schön sauber hält. In der Mitte eine gepolsterte Innentasche mit Reißverschluß für den Computer. Eine nach unten beutelige Außentasche fasst wenig wertvolle Objekte wie Taschentücher oder einen Müslirigel.

The idea was that my laptop and the paperwork fit in, also the cell phone, knitting stuff, emergency rations… but it should not be bigger than necessary. And this is the result: the outer fabric is created from remnants of a skirt project, the lining is silk from Tissus Reine in Paris because silk cleans the computer automatically while it is carried. So the laptop is in a quilted compartment with zip in the middle. The pocket on the outside it flat on top and deeper on the bottom and holds not so valuable stuff like a muesli bar or some kleenex.

InnentaschenInnen gibt es eine große Tasche mit Reißverschluß sowie zwei offenen Taschen für das Handy und flachen Kleinkram.

On the inside there is one big packet with a zip on the one side and two smaller ones to hold the cell phone and flat items.

bezogene DruckknöpfeObwohl die Tasche leider nicht perfekt genäht ist (ich habe die Abläufe teilweise erst beim Nähen entwickelt und nicht alles war optimal), habe ich mir trotzdem den Spaß gemacht, in Details zu investieren. So dient etwa Band von Kafka als Stopper für den Reißverschluss. Und der Druckknopf für die Außentasche wurde bezogen. Das eine Teil grau, das andere, das auf dem schwarzen Futterstoff sitzt, mit schwarz.

I developed the sewing steps partially while constructing the bag and found out that not all of my solution were really good ideas. I managed everything, but the bag is far from being perfect. Still I liked to invest in some details. Like using ribbon from Kafka as zipper stops or covering the snap that closes the pocket on the outside. The part that sits on the gray fabric is covered in gray, the part that sits on black fabric is covered in black.

KnopfUnd weil mir dann immer noch nach verspielt war, habe ich diese Rosenknöpfe noch angebracht. (Das Photo ist leider nicht so gut.) Die sind allerdings nicht nur Deko, sondern stabilisieren die Trägernaht, weil sie durch alle Lagen genäht sind.

In the end I still felt somewhat playful so I added those rose buttons (sorry for the blurred pic). Though they also serve a purpose. They are sewn through all layers so the stabilize the seam that attaches the strap.

Mit dem Endergebnis bin ich aber weitgehend zufrieden, nur ein bißchen größer hätte sie doch sein dürfen. Es passt alles rein, aber knapp. Und nur so lange das Strickzeug nicht zu groß ist. Ich fürchte, so wird sie nicht lange halten. Aber dann nähe ich halt eine andere… 😉

I am mostly happy with the result. Only the size is a bit on the small side. I can fit everything in, but very tight. And only if my knitting isn’t to big. So I’m afraid it will not last to long. But that will be an excuse to sew another one… 😉

burda 6157, Modell A (Unterkleid)

Since this is a very old OOP pattern and I do not even have FO pictures there will be no pattern review in English on PR, just some German words her. (Unless someone has the pattern and really needs advice.)

Unterkleid BurdaMein Abendkleid brauchte noch ein Unterkleid. Ich hatte dünne Pongé Seide, also ein Schnitt für was unelastisches. Zudem sollte der Schnitt wenigstens ein bißchen Form (= Teilungsnähte) haben, weil das Kleid ja körpernah ist.

Einiges Kramen erbrachte diesen Schnitt, den ich vor gefühlten tausenden vor Jahren schon mal aus Seidenjersey genäht hatte, allerdings deutlich kleiner. Freundlicherweise geht er aber bis Gr. 48 und damit kann ich auch heute noch was anfangen.

Also in 48 abgepaust, an der Hüfte auf 50 erweitert. Oberhalb der Taille gekürzt und eine kleine FBA durchgeführt. Nach einer anderen Technik als sonst. Bei Wiener Nähten einfacher, aber für mein Gefühl auch weniger exakt. Für ein Unterkleid aber gut genug.

Auch im Weiteren habe ich die Anleitung ignoriert. Das Rückenteil wurde quer zugeschnitten (paßte so nämlich genau auf  die 90cm breite Seide), die Vorderteile im Schrägschnitt. Allerdings ohne zu messen, geschätztes Auflegen, beim Unterkleid ist das egal, ob das jetzt 40° oder 50° sind.

Die Nähte habe ich als französische Nähte gemacht, weil ich die versäuberten Nahtzugaben auch nicht auf der Haut haben mag. Der Ausschnitt wurde in Abstimmung mit meinem Kleid etwas tiefer geschnitten und vorne versäubert, indem ich einen längs gefalteten Schrägstreifen von rechts angenäht habe (alle Schnittkanten zeigen in die gleiche Richtung) und dann auf die linke Seite gebügelt und festgenäht habe. Die Träger habe ich etwas breiter zugeschnitten als vorgesehen und im Rücken etwas näher zusammen angenäht als vorgesehen. Burda Rücken sind mir ja tendentiell zu breit.

Die seitlichen Vorderteile und das Rückteil habe ich mit Dessousgummi gearbeitet. Dabei an den seitlichen Vorderteilen nur wenig eingehalten, am Rücken mehr (auf meine Rückenbreite). Was gut war, denn sonst hätte das überall gar fürchterlich abgestanden.

Den Saum dann einfach zwei Mal eingeschlagen und drübergesteppt. Etwas kürzer als im Schnitt vorgesehen und ohne Spitze.

Ergebnis erfüllt seinen Zweck und sieht dank des Gummis am oberen Rand auch ordentlich aus.

Foto gibt es diesmal aber keines… 😉 Ist auch nicht besonders aufregend.

Maschenkunst unterwegs (XXI)

Maschenkunst unterwegsNa, erinnert sich noch jemand an den Lace Schal aus „Victorian Lace Today“, den ich seit geraumer Zeit aus dem Silk Mohair von Artyarns aus der Maschenkunst stricke? 😉

Ja, ich bin noch dabei und die Stola war mit in Paris. Hier aber im Thalys (Zug) schon wieder kurz vor der Rückfahrt. Und die Stola ist das helle Zipfelchen ganz vorne im Bild…

Anybody remembers the lace shawl after the pattern from „Victorian Lace Today“ I’ve been knitting for quite a while? You haven’t forgotten the material is Silk Mohair by Artyarns, purchased at Maschenkunst? 😉

Yes, I’m still knitting and it has been to Paris with me. But here we are in the Thalys train again, some time before heading back to Germany. And the shawl is the wee bit of stitches on the bottom of the pic…

Dark Glam

Ich hatte mal wieder fast ein ganzen Knäuel Wolle von Tortora übrig und Lust auf noch eine graue Mütze. Es schwebte mir was leichtes vor, lässig und eher slouchy, mehr für die Übergangszeit als für den Winter. Und nachdem ich das angefangene Knäuel, das natürlich nicht mehr genug für eine Mütze war, einige Wochen auf dem Schreibtisch ständig vor meiner Nase hatte machte es „Pling“.

Again I had a nearly whole skein yarn left over (from Tortora) and I felt like yet another grey hat. I wanted something airy, slouchy, nor really for winter but for cool autumn and spring days. The „I am not enough for another hat“ skein sat on my desk for some weeks and while I was staring at it nearly every day the inspiration hit me.

Slouch/ Mütze Dark GlamIch hatte doch noch einen Rest Lace Garn, auch Alpaka, in der gleichen Farbe! Und damit das grau nicht zu langweilig wird… da war doch noch der M30 Zierfaden von Alterfil in silber… steht nirgendwo, daß man mit Nähgarnen nicht auch stricken darf, oder? 🙂 (Die anderen beiden Garne, „Alpaca Andes“ von katia und „Alpaca 1“ von Isager gibt es bei der Maschenkunst. Daß die Farben so exakt passen ist natürlich Glück.)

Didn’t I have another left over in grey alpaca from a lace project? And since grey alone might be a little dull I dug into my sewing threads and came up with some metallic silver M30 Zierfaden by Alterfil. There is no law against knitting with sewing thread, isn’t it? (The other yarns, „Alpaca Andes“ by katia and „Alpaca 1“ by Isager can be purchased at Maschenkunst. That the colors match perfectly was a nice coincidence.

Slouch/ Mütze Dark GlamDann noch ein paar Abende mit einem Nadelspiel in 5,5 gearbeitet und fertig war die Mütze. Dichte und transparente Streifen wechseln sich ab, genau wie ich es wollte.

(Für Mützen sollte ich mir allerdings endlich mal ein Spiel mit langen Nadeln in der Stärke besorgen. Auf den kurzen war es doch etwas lästig…)

Add some evenings with a set of 5.5mm dpns and the hat was finished. Alternating dense and transparent stripes, exactely how I wanted it.

(Next time I’m knitting a hat with this needle size I should not forget to buy long dpns. Knitting the thick yarn on the short needles was not so nice.)

Und wie oft habe ich auch diesmal die Anleitung aufgeschrieben, es ist wirklich ganz einfach und schnell gemacht: Anleitung für „Dark Glam“.

(Wie immer für den privaten Gebrauch kostenlos, für alles andere vorher fragen. Der Verkauf von nach diesen Anleitung gefertigten Artikeln, der Verkauf der Anleitung selber oder die Verwendung der Anleitung in Kursen sind selbstverständlich kein privater Gebrauch mehr. Außerdem ist es mir lieber, wenn ihr den Link auf die Anleitung hier im Blog weiter gebt, statt einfach Kopien zu machen. Danke!)

And here is the pattern, it’s really easy: Pattern for „Dark Glam“.

(Like always: The pattern is free for private use. Anything else: just ask before. Selling items made after this patter, selling the pattern or using the pattern for classes are not considered private use. If you like the pattern and want to pass it on I prefer if you pass the link to the pattern in the blog, instead of making copies. Thank you!)

Vogue 2494, Vogue Vintage Original 1948 Design (Kleid)

The English review is on Pattern Review as usual.

Diesen Schnitt habe ich mir auch vor etwa zehn Jahren gekauft, da keine deutsche Anleitung dabei ist vermutlich in Paris.

Kleid Vogue 2494Ich denke das war damals schon für einen Anlass gedacht, für den es dann aber wohl doch nicht geeignet war.  Aber zur Hochzeit meines Bruders in diesem Jahr war die Stunde dieses Schnittes endlich gekommen.

Allerdings habe ich seit Kauf des Schnittes gut eine Größe zugelegt und es stellten sich erst mal zwei Fragen: Sieht dieser Schnitt auch bei weniger ätherischen Figuren gut aus? Und bekomme ich den auch angepasst? Denn Falten darf so was nur genau da werfen, wo sie vorgesehen sind.

Also habe ich mir erst mal einen Polyesterstoff gekauft (Am Markt am Maybachufer in Berlin)  und probe genäht. Das war aus verschiedenen Gründen gut. Nicht nur wegen der Paßform und der Stilfrage, sondern auch die Verarbeitung. Die weicht an etlichen Stellen von dem heute gewohnten ab.

Ich habe also erst mal meine Standardänderungen gemacht: Größe 20 am Oberkörper, zur Hüfte dann auf Größe 22 erweitern. Oberhalb der Taille 2cm Länge rausfalten und die Schulter 1cm schmaler. Letzters ging gut, indem ich den Schulterabnäher einfach vertieft habe. Da ich vom reinen Angucken der Schnitteile nicht wirklich verstanden habe, wo am Ende der Ausschnitt sitzt und mein Brustumfang genau zwischen Gr. 20 und 22 liegt habe ich auf eine FBA verzichtet. Die Ärmel sind angeschnitten, die Grundform scheint mir „Kimono“ zu sein und da hat das bei einem Vogue-Schnitt schon mal gut ohne geklappt.

Nicht ganz so einfach war das Kürzen im Oberkörper, denn dabei mußte ich nicht nur die Abnäher am Rücken kreuzen, sondern auch den schrägen Brustabnäher vorne. und zwar so, daß hinterher die Abnäherschenkel wieder beide gleich lang sind. Dabei muß dann auch was schief gegangen sein, denn das Rückenteil ließ sich nicht ohne einhalten an den Seiten an das Vorderteil nähen. Da ich das nicht wollte, habe ich den Stoff „ausgestrichen“, was aber einiges an Weite weg nahm.

Kleid VogueDas Ergebnis hatte ich zwar hier schon mal gezeigt, aber zur Erinnerung noch mal das Bild.

Das war im Großen und Ganzen befriedigend. An der FBA kann ich mich vorbeimogeln, wenn es an der Stelle dann etwas „gefährlicher“ aussieht macht das nichts. An der Taille ist es zu eng, was kein Wunder ist, denn da fehlten etwa 4cm. Es muß noch Länge im Oberkörper raus, und zwar zur Mitte hin mehr als zu den Seiten. An der Hüfte darf ich noch etwas zugeben und am Saum wohl auch besser.

Technisch: Fadenschlingen für die Knöpfe im Rücken sind blöd, ich nehme lieber Stoffschlingen und statt einen Reißverschluss verdeckt einzunähen, kann ich auch direkt einen Nahtreißverschluss nehmen. Und an der Seitennaht muß ich noch was anpassen, damit Rückenteil und Vorderteil aneinanderpassen.

An Länge habe ich am Rückenteil dann im Ganzen 4cm an der hinteren Mitte und 3cm an den Seiten rausgenommen. Am Vorderteil sind es auf die ganze Breite 3cm. Zusätzlich kam am Rückenteil noch mal 1cm knapp unter dem Knick der Wirbelsäule raus, sozusagen über dem Bürzel. *g* Dafür habe ich am Saum noch 4cm zugegeben und auch ab Taille beginnend 1cm an der Seitennaht. (D.h. 4cm mehr Weite an der Hüfte.)

Stoff habe ich bei De Gilles in Paris gefunden, ein dunkelblaues Seiden-Mischgewebe mit einer eingewebten Struktur, so daß es nicht glänzend war, aber dennoch „lebendig“. Außerdem war der Stoff fließend und weich, ohne wie Satin jede Körperbeule mit Lichtreflexen „auszuleuchten“. Dazu dann noch ein paar Meter dünne Pongé Seide in Dunkelblau für das Unterkleid und die Nahtzugaben. Da ich die Nahtzugaben einfassen wollte, war da dann Schrägbandschneiden angesagt. (Über die Nahtzugaben schweigt die Anleitung sich aus.)

Zuschneiden ist übrigens kein Vergnüngen, es sind mit Schulterpolstern und allem duch einige Teile, etliche nicht symmetrisch und so war größtenteils in einfacher Stofflage auflegen und rumprobieren angesagt. Mein Stoff war nur wenige Zentimeter breiter als die Anleitung vorgibt, das reichte aber genau, um noch Teile nebeneinander zu bekommen, die sonst untereinander gemußt hätten. Also ist letztlich noch ein recht großes Stück Stoff übrig geblieben.

Da mein Stoff doch recht weich war habe ich abweichend von der Anleitung Bügeleinlage (Freudenberg G785) verwendet und zwar vor allem für den Beleg des Ausschnittes (denn der scheint mir das Kleid zu „tragen“, so architektonisch gesehen) und auch die zwei Stellen am Vorderteil wo wegen des Einsatzen eingeschnitten werden muß sowie die Belege der Knopfleiste im Rücken. Alles was sonst noch einzuschneiden war bekam Fray Check verpaßt.

SchlingenverschlussAm Halsausschnitt habe ich statt Fadenschlingen zu nähen (die sich dann doch wieder verziehen und so) Schlaufen aus dem Stoff genäht.

Den Reißverschluss in der Seitennaht habe ich gleich als Nahtreißverschluss eingearbeitet. Und zusätzlich bekam das Kleid (falls getanzt wird) einen ca 20 cm hohen Schlitz, der mit feinen Kunststoffdruckknöpfen unsichtbar geschlossen werden kann.

Da das Kleid ungefüttert ist bekamen alle Nahtzugaben eine Hongkong Einfassung aus der Pongé Seide. Sonst habe ich mich an die Anleitung gehalten und auch die Säume brav von Hand gemacht und das Drapé-Teil und den Ausschnitt von Hand rolliert. (Was an der Seide doch deutlich besser funktionierte als an dem aus Polyester.)

Ungeklärt blieb für mich das Rätsel der Seitennaht. Denn trotz aller vermeintlichen Änderungen war auch bei der zweite Variante die Seitennaht am Rückenteil länger als am Vorderteil. Damit es nicht zu eng wurde, habe ich diesmal den Stoff eingehalten. War bei Seide eine leichte Herausvorderung, ist aber offensichtlich niemandem negativ aufgefallen.

Kleid nach VogueMit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.Die gut 44h Stunden reine Arbeitszeit (ich hatte diesmal Buch geführt) waren gut investiert.

Der vordere Einsatz und das Drapé Teil hinten lenken ganz gut ab, ohne zusätzliche, sackartige Weite zu erzeugen.

(Der Einsatz vorne ist übrigens deutlich höher als auf der Zeichnung der Schnittmustertüte…)

Falls ich noch mal die Gelegenheit habe es zu tragen, sollte ich noch einen etwas festeren BH dazu nähen. Sonst trage ich noch ein Unterkleid aus Pongé Seide drunter. Alles zusammen trug sich auch bei mallorquiner Hitze sehr gut, ohne daß ich mich in der Kirche zu „nackt“ fühlte.

Nochmal werde ich das Kleid dennoch eher nicht nähen, denn es ist was besonderes, mit so was geht man nicht in Serie.

(Wer den Herstellungsprozess detailliert sehen will: Es gibt ein WIP im Hobbyschneiderin-Forum. Die Bilder kann man leider nur aks angemeldetes Mitglied sehen.)

Maschenkunst unterwegs (XX)

Maschenkunst unterwegs in SpeyerAuch wenn ich mit der Lace Stola immer noch nicht fertig bin, gibt es wieder etwas neues zu sehen.

My lace shawl isn’t finished yet, but there is something new to see.

Diesmal war ich in Speyer und hatte kurz vorher aus dem Wollmeise Sockenwolle 80/20 Twin in der Farbe „Flaschenpost“, das ich in der Maschenkunst erobert hatte eine Schal angeschlagen.

Die Anleitung stammt tatsächlich ganz altmodisch aus einem Buch, 101 Designer One-Skein Wonders und heißt „Marialis End-to-End Scarf“.

I’ve travelled to Speyer and had started a new project just the day before. Yarn is „Sockenwolle 80/20 Twin“ from Wollmeise which I managed to buy at Maschenkunst only some weeks ago. The color is called „Flaschenpost“.

The pattern comes, very old fashioned, from a book. 101 Designer One-Skein Wonders is the title and the pattern is called „Marialis End-to-End Scarf“.

Revue de Presse: Knipmode 11 november 2011

Titel KnipmodeEine ziemlich dicke Ausgabe ist diesmal bei mir gelandet.

Wenn ich das richtig verstehe, dann wird ein farbiger Herbst versprichen. Die vielen Mäntel und Jacken auf dem Titel gefallen mir schon mal ganz gut.

Im Heft geht es dann auch mit den Mänteln und Jacken los, wobei diese als „Baukasten“ aufgebaut sind. Verschiedene Ärmel, Kragen, Ober- und Unterteil Varianten können frei kombiniert werden. Gab es ja für Kleider schon mal, gefällt mir auch für Mäntel.

Mäntel KnipmodeBesonders gut gefallen mir die eher schlichten und geraden Varianten mit dem kleinen eher angedeuteten Gürtel vorne. Aber wie gesagt, freie Auswahl…

Das nächste Thema ist die Kombination von Leder und Strick. Auch das interessant, wenn auch technisch wohl eher anspruchsvoll. An einigen der zu erwartenden Probleme hat man sich vorbeigemogelt, indem man offensichtlich Kunstleder genommen hat, das ja schon mal keine Ledernadel benötigt. Leider „fällt“ es aber auch steifer als echtes Leder.

Jacke KnipmodeBesonders gut gefällt mir Jacke 17. Die könnte ich mir mit ein paar Modifikationen sogar für mich selber vorstellen. Ist auch bis Größe 46 auf dem Schnittbogen.

Wild gemusterte Stoffe stehen offensichtlich im Mittelpunkt der nächsten Modestrecke. Dabei sind auch die Größen bunt gemischt, einige Modelle in XL sind dabei. Von denen wiederum gefällt mir der Rock recht gut, nur würde ich ich etwas weniger bunt gestalten.

Als schnittloses Modell gibt es eine Art Maxipulli, dem Photo nach aus Fell oder Plüsch. Schnelles modisches Update, würde ich sagen.

Romantischer Winterlool wird anschließend versprochen. Dabei kommen gar nicht so viele Rüschen vor. Romantisch ohne spießig? Geht!

Danach die „Ein Modell – 5 Looks“ Strecke (wobei es zwei Modelle sind, Jacke und Hose. Das ist alles tragbar, aber dafür auch wieder weniger aufregend als das, was Burda immer so vorstellt.

Die auf dem Titel angekündigten bunten Farben werden jetzt eingelöst. Gelb, rot, orange, dazu camel. Herbstlaub eben. Die Schnitte kennt man natürlich inzwischen, die waren weiter vorne schon im Heft. Daher nur die Feststellung, daß ich noch eine schöne Mantelvariante sehe. Die vom Titelbild.

Falls noch nicht genug Abwechslung im Heft war, werden die Modelle noch mal neu kombiniert zu Outfits gezeigt. Schon etwas bunt, das meiste…

Von der Farb- und Stilberatung habe ich wenig, dazu wären Kenntnisse des Niederländischen von Nöten, die ich nicht habe. Und es mir so zusammen zu reimen ist mir gerade zu mühsam.

Titel KnipwonenJetzt heißt es das Heft auf den Kopf zu stellen, es geht nämlich von hinten weiter.

Ein ausführlicher Dekoteil bietet allerlei fürs Heim.

Los geht es mit einem „ländlichen“ Stil mit Leinen und schlichten Blumendrucken.

Danach kommen Häkler(innen) an die Reihe, Teppich, Sofaüberwurf und auch eine bezogene Vase. Könnte auch gestrickt sein. Vom Stil her sind da jedenfalls Sachen dabei, wie sie in Designer-Einrichtungsläden derzeit auch zu sehen sind.

Ebenso kommen mir da einige der Recycling Ideen für Jeans bekannt vor. Nicht mein Geschmack, auf der Höhe der Modeströmung.

Viele Kissen, sehr bunt mit Filz,… die Auswahl ist jedenfalls groß. Bleibt natürlich die Frage, wie gut man ohne die Anleitung zurecht käme… Wennich für Deko Zeit hätte. 🙂