Blitzdeko fürs Küchenfenster

ch gestehen, obwohl ich Weihnachten liebe und da sogar eine Portion Kitsch vertragen kann, bin ich, was Adventsdeko betrifft, nicht so der Held.

Adventliches Küchenfenster

Dummerweise liegt mein Küchenfenster direkt neben der Einfahrt zur Tiefgarage wo alle Nachbarn (mit ihren schön geschmückten Fenstern… :o) ) auch ziemlich jeden Tag vorbeilaufen. Außerdem ist die Aussicht auf den kahlen Vorgarten im Sommer eh nicht so prickelnd. 😉

Ideen hätte ich schon, aber wann umsetzen? Aufwendig darf es also nicht sein. Diese beleuchteten Figuren sind zwar schnell aufgehängt, aber so wirklich meine Sache nicht. Besonders tagsüber und unbeleuchtet finde ich sie recht grauselig. Außerdem widerstrebt es mir, noch mehr Sachen anzuschaffen, die den größte Teil des Jahres herumliegen und Platz „fressen“. Am besten im Keller, in den Kisten unter anderen Kisten, wo auch der andere Adventsschmuck liegt, bei dem nie jemand Zeit hat, sie wirklich rechtzeitig rauszuholen… 😀

Doch gestern Abend kam mir die spontane Idee, für die ich alle Sachen da hatte und die den Rest des Jahres nicht herumliegen. Meine Ausstechförmchen mit den schönen, weihnachtlichen Formen habe ich auf rotes Satinband geknotet. Und die Bänder dann einfach mit einem breiten Klebstreifen (transparentes Packband) an den Fensterrahmen geklebt. So kann ich das Fenster auch jederzeit öffnen (in der Küche ja nicht unpraktisch…. ) und es geht hinterher mühelos wieder ab. Außerdem hatte ich noch so eine kleine, rote Lichterkette, die ich (mit breitem Tesafilm) oben quer geklebt habe.

Wenige Minuten, null Kosten und das Fenster ist nicht mehr so kahl. 🙂

Kölner Adventsnähbrunch

NähbrunchBesondere Tage sind für mich immer die, an denen ich mich mit anderen Nähbegeisterten treffe. Schließlich ist Nähen nicht gerade ein Hobby, das man typischerweise in der Gruppe ausübt. 😉 Und deswegen freue ich mich immer, wenn sich viele Näherinnen der Region zum Kölnscher Nähbrunch zusammenfinden.

FrühstückWas mich dabei auch immer fasziniert ist, daß, obwohl wir alle in der Vorweihnachtszeit besonders viel zu tun haben, der Brunch im Advent derjenige ist, zu dem besonders viele kommen. Irgendwie gelingt es, die Zeit freizuschaufeln.

Und einige bringen dann auch gleich die Familie mit, um sich den bewährten Cafe Duddel-Brunch schmecken zu lassen.

Zeitschriften lesenDas Problem ist ja immer das gleiche: Erst essen oder erst gucken? Und wie mache ich beides gleichzeitig? Und wer hat die vielen fürchterlich interessanten Zeitschriften mitgebracht?

NeugierUnd wohin gucke ich zuerst?

BabyZumal ja außer Büchern, Stoffen („Kann mir einer sagen, was für ein Material das ist? Ich hab“s letztes Jahr gewonnen und kenne mich mit so was nicht aus…“) und Zeitschriften auch noch sehr frischen Hobbyschneiderin-Nachwuchs zu begucken gab. 😉

Zeitschrift lesenUnd etliche der Zeitschriften einen zweiten, scharfen Blick erforderten.

NähbrunchDaneben wechselten auch so einige Kurzwarenpakete den Besitzer, denn gewichtelt haben wir auch. Aber nur mit „übrigen“ Kurzwaren. Denn was der eine zu viel hat, kann beim anderen ja vielleicht noch Verwendung finden. Oder wird nächstes Jahr weitergewichtelt. Wir haben es immerhin erfolgreich geschafft, daß niemand mit seinem eigenen Päckchen nach Hause gehen mußte. :o) Außerdem gab es von scherzkeks-stoffe.de (Noch mal Danke an Silvia!) noch eine Wundertüte mit Aufnähern, die geplündert werden durfte (und wurde).

Spiralschal stricken Das Spiralschalvirus verbreitete sich übrigens auch auf diesem Inkubationskanal erfolgreich weiter. 😀 Aber so ein Brunch ist ja auch zu praktisch, um nebenher die Nadeln klappern zu lassen. Die ungewöhnliche Norwegermütze, die auch genadelt wurde habe ich mal lieber nicht photographiert, denn die soll ein Weihnachtsgeschenk werden und ich will ja niemandem die Überraschung verderben. 😉

(Ich fürchte, ich habe es schon wieder nicht geschafft, alle aufs Bild zu bringen… 🙁 ) Und da nach dem Treffen schon wieder vor dem Treffen ist, kann ich mich jetzt wieder wochenlang auf den nächsten Nähbrunch freuen. 🙂

Büroglamour

Der Virus verbreitet sich erfolgreich.

Spiralschal Eine meiner Kolleginen fand den Spiralschal ja so toll, daß sie ihre Mutter anstiftete, einen zu stricken. Und – schwupps – am letzten Montag kam sie schon mit einer dezent funkelnden Variante. Die Lame-Version des Garnes war mir im Regal noch gar nicht richtig aufgefallen. Immerhin kam ich vor dem Wochenende jetzt noch dazu, den Schal zu photographieren, auch wenn die Kollegin partout nicht mit ins Bild wollte. 😉

Advent heißt Ankunft

Heute bekam ich die erste Weihnachtskarte des Jahres. Auch wenn ich das ganze Jahr über fast nur per Email kommuniziere, zu Weihnachten freue ich mich über die bunten Papierstücke, sogar ein bißchen Kitsch darf es zu der Jahreszeit sein. Und natürlich verschicke ich selber auch so einige davon.

Überraschend früh kam die Karte dieses Jahr, von Irene. Und sie hat mich gleichzeig gefreut, weil ich ja so gerne Karten bekomme, aber auch ein wenig traurig gemacht. Irene ist Winzerin in Südfrankreich und hat auch Gästezimmer, wo wir dieses Jahr wieder einen schönen Urlaub verbringen durften. Für sie ist es dieses Jahr das erste Weihnachten ohne ihren Mann, der im Frühjahr, noch keine 50 Jahre alt, an Krebs gestorben ist. Auch wir konnten im Sommer diese Nachricht kaum fassen, denn er war ein so starker und fröhlicher Mensch, der unheimlich viel Lebensfreude ausstrahlte.

So schweifen meine Gedanken zu anderen lieben Menschen, die nicht mehr leben, meine Patin, die letztes Jahr in der Adventszeit starb, ebenfalls an Krebs und kaum über 50. Und meine Schwiegermutter, die vor zwei Jahren kurz vor Weihnachten zu Grabe getragen wurde.

Bei ihrer Beerdigung erinnerte uns der Priester daran, daß Advent die Zeit der Ankunft ist. Und daß sie ihren persönlichen Advent erlebt hat, die Ankunft am Ziel ihrer und unserer Hoffnungen.

Eigentlich ein schöner Gedanke, in dieser Zeit der Erwartung, die nicht nur für das Warten auf Geschenke und einen romantischen Abend steht, sondern auch für die Erwartung eines größeren Ziels.

Eindringlingsalarm

Morgens gehe ich in Dämmerung durch eine Straße. Und dort sind sie.

Fassadenkletterer. Manche auf Leitern, anderen an einem dicken Tau, wieder andere schwingen an Lichtergirlanden. Auf Dächern sind sie, an Balkonen oder vor dem Fenster. Ganz Kühne schwingen ein Bein über die Balkonbrüstung. Rote Jacken tragen sie, Mützen mit Pelzbesatz. Manche klein und aus Plastik, leuchtend gar. Die meisten lebensgroß und aus Stoffe.

Ja wer spricht denn noch von dem Weihnachtsmann/ Nikolaus/ Perlzmärtel/ Santa Claus/ Pere Noel? In Horden treten sie auf, und sehen in dieser Häufung nicht so aus, als wollten sie etwas da lassen. Eher wie Spitzbuben, die die Dunkelheit für ihre Zwecke nutzen.

Ganz ehrlich… als Bande, machen sie mir beinahe Angst.

Ein Glück, daß bei uns das Christkind die Geschenke bringt. 😉

Backe, Backe, Päckchen packe

Ich frage mich jedes Jahr, wer am meisten profitiert, die Empfänger der Plätzchen oder die Post. 😉 Mit dem Backen bin ich jedenfalls fertig. So schnell war ich glaube ich noch nie. Und die diversen Sorten Buttergebäck, Kekse, Haselnussmakronen, Makronenschnitten, Kokosmakronen, Vanillekipferl, Honigschnitten, Lebkuchen, Anistaler,…. warten in freundlichen Dosen auf das verschenkt werden.

In den letzten zwei Jahren hatte ich vor Weihnachten nicht die rechte Lust zum Backen und habe daher nur für unseren kleinen Eigenbedarf gebacken. Doch wie hätte ich den traurigen, enttäuschten Briefen und Karten widerstehen können, die fragten, wo denn dieses Jahr die leckeren Plätzchenpäckchen geblieben wären. 😉 Und da ich gerne schenke, habe ich dieses Jahr wieder die Ärmel hochgekrempelt und die üblichen Mengen gebacken, die meinem Mann schon wieder den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Aber die Abnehmer sind da, das Gebäck muß nur dahin.

Da ich aber in meinem Leben schon viel umgezogen bin, sind unsere Freunde nicht nur über Deutschland verteilt, sondern einige der Päckchen werden auch bis Frankreich reisen. Und die Post freut sich. Schade, daß es keinen verbilligten Tarif für Päckchen im Zehnerpack gibt. 😉 Dann gehe ich jetzt mal im Keller gucken, ob ich übers Jahr genug passende Kartons gesammelt habe….

Immerhin, Arbeitskollegen und Nachbarn bekommen es auf dem direkten Weg. 🙂

Fadenfinden im Fransenwald (Spiralschal, die Fortsetzung)

Eigentlich sind die Spiralschals ja ganz einfach zu stricken, aber das wuschelige Garn bringt doch eine kleine Schwierigkeit mit sich: Wie finde ich den „Wickelfaden“ wieder, den Faden, der bei den verkürzten Reihen um die Masche gewickelt wird? Ich fand das am Anfang auch nicht ganz einfach und weiß dank einiger Rückmeldungen jetzt, daß ich da nicht die Einzige bin. 😉 Einmal beim Stricken des Rapportes, als Orientierung, wo man gerade ist. Und dann natürlich wenn am Ende des Rapportes diese Wickelungen mit abgestrickt werden müssen. Ich habe mal ein paar Photos gemacht, die hoffentlich Hilfestellung geben.

Maschenabstand

Die bereits „umwickelten“ Maschen erkennt man ganz gut, wenn man die ganze Reihe anguckt, gar nicht so sehr auf die Maschen starrt. Zwischen der umwickelten Masche und der darauf folgenden (nicht mit abgestrickten) bildet sich ein größerer Zwischenraum. Ich denke, daß erkennt man auf dem Bild ganz gut. (Bei den Maschen zur Mitte hin ließ es sich per Photo nicht so gut zeigen, weil die Krümmung der Nadel die Maschen in eine andere Position schiebt.)

Maschenbild Spiralschal Damit dieser Abstand deutlich entsteht, gibt es noch einen kleinen Trick. Bei der Rückreihe zieht man die zweite abgestrickte Masche einfach sehr fest an. Das gibt hinterher keine Löcher, auch der Wickelfaden wird nicht zu straff angezogen (sonst kann man ihn hinterher nicht mehr gut abstricken), sondern einfach ein gleichmäßiges Strickbild und klare Abstände.

Maschenbild Spiralschal Wenn es ans Abstricken geht, dann muß ich den Wickelfaden natürlich wiederfinden. In dem dunklen Garn ist es relativ schwer zu sehen, aber ich weiß ja, daß vor dem breiteren Abstand zwischen den Maschen dieser Faden sein muß.

Und ungefähr so verläuft, wie der Strich auf dem Bild.

(Kleiner Tip, bei hellem Garn sieht man es leichter, mein erster war rot, kombiniert mit einem gold-beige melierten Garn, das war recht gut zu sehen.) Das aktuelle Arbeitsstück ist leider blau, ich hoffe, man erkennt trotzdem was auf den Bildern.

MaschenbildUnd sobald man die Wickelung mal auf der Nadel hat, dann erkennt man den Fadenverlauf auch. (Lila gepunktete Linie) 😀 Und je öfter man es gemacht hat, desto leichter findet man den Faden.

Ich hoffe, daß hilft denen, die damit noch Schwierigkeiten haben ein Stück weiter. 🙂

(Und ich lerne hoffentlich noch, wie ich die Bilder so anordnen kann, wie ich das haben will… )

Saisonmarketing

Dezember. Dunkle Nacht senkt sich bereits über den Nachmittag. In allen Schaufenster glitWerbungzern Lämpchen, ihr Licht spiegelt sich in goldenen Sternen und gläsernen Kugeln. Leuchtgirlande strahlen ihr warmes Licht über die Einkaufsstraßen, umschwebt von kessen Engeln und behäbigen Weihnachtsmännern. Die Luft ist kalt, selbst ins Rheintal verirren sich einzelne Schneeflocken.

Durch die Gassen eilen Menschen mit roten Nasen und Wangen. Das Gesicht eingerahmt von wollenen Mützen und flauschigen Schals eilen sie den Weihnachtsmärkten zu, um ihre Finger an Glühweintassen und Punschgläsern zu wärmen.

Und dann das:

Pariser Mode dans la rue

Wenn ich in Paris bin, dann gucke ich mir natürlich auch an, was die Mode dort aktuell zu bieten hat. Aber nicht nur in den Schaufenstern und Läden (gerade bei den großen Ketten und Marken unterscheidet sich das Angebot ohnehin nicht so sehr von Land zu Land), sondern auch auf der Straße, in der Metro,… einfach was die Menschen gerade tragen.

Das erste was mir diesmal auffiel war: So viel Jeans war nie!

Waren Jeans bislang Kleindungsstücke, die man in Paris an Menschen jenseits der 16 kaum sah (Touristen ausgenommen) scheinen die blauen Beinkleider die Pariser in diesem Herbst im Sturm erobert zu haben. Als wolle man die letzten zehn Jahre nachholen, sind eigentlich alle Jeans-Trends gleichzeitig vertreten: knackeng an Hüfte und Po geschmiegt oder „Mama, meine Windel muß mal wieder gewechselt werden“-weit an der Hüfte baumelnd. Schmal bis zum Knöchel oder mit Schlag, verziert mit Taschen, mit Stickerei oder glitzernden Pailletten oder durch Ausbleichungen strukturiert. Wobei es offensichtlich kein Gesetz ist, daß Bluejeans nur entlang der „natürlichen“ Falten ausgebleicht werden dürfen…. ich bekomme da gerade ein paar Phantasien, die mit billigen Pinseln und chlorhaltigem Kloreiniger zu tun haben… 😀 (An den Füßen trägt man zur Jeans übrigens keinesfalls Turnschuhe. High-Heels oder Stiefel schon eher.)

Den Hals schützt man hingegen mit einem dicken, möglichst füllig gewickelten Schal. (Dafür nehme ich natürlich meine Spiralschals… ;-)) Wenn nicht gleich ein ebenfalls voluminöser Rollkragen diese Rolle übernimmt. Wobei Schals und Tücher in Paris eigentlich immer „passende“ Accessoires sind. Wer also lieber ein Seidentuch um den Hals schlingt, liegt ebenfalls richtig. Und sollte es um den Hals zu warm dafür sein, kann man es auch lässig um den Henkel der Handtasche winden oder sonstwie dekorativ und unauffällig aber doch gut zu sehen auf die Tasche legen.

Den Rock lässt sich die Pariserin ebenfalls nicht vermiesen, auch nicht durch Nässe und Kälte. Knieumspielt bleibt eine beliebte Länge, aber auch wadenlang ist „erlaubt“. Ganz selten sieht mans auch in kurz, aber nur an jungen Mädchen. Die Französin ist da im Alltag eher konservativ. Wichtig ist: Der Saum muß weit sein. Eingesetzte Godets helfen, aber auch angekrauste Röcke oder gar Stufenröcke habe ich gesehen, oft mit einem Folkloretouch: Samt oder gewebte Blumenborten sorgen für diesen Eindruck. Aber auch an Jacken und Mänteln sah ich immer wieder derartige Anklänge. Keine Brachialfolklore, nur ganz dezente Noten. (Buntes Leinen mit schwarzem Samtband… ich glaube, ich brauche Samtband… *g*)

Ein Trend der mich hingegen nach wie vor kalt lässt, sind die nach außen gedrehten, fransenden Nähte. Vor allem an Sweatshirts. Da werde ich mich wohl nie mit anfreunden. Andererseits… an diesem weiten Minirock auch Glencheck sah es ja gut aus, sogar in meinen Augen…

Bleibt eigentlich nur noch die Frage, wo ich eigentlich die Zeit hernehme, die Ideen für mich umzusetzen. :o) Immerhin habe ich heute schon gebacken, auch was Sinnvolles…

Hasenjagd

oder Naturkunde für Anfänger.

Es war einmal ein schöner Urlaubstag in Frankreich zu dessen Ausklang wir mit einem französischen Freund auf einer französischen Terrasse an einem französischen Kanal saßen und uns französisches Essen schmecken ließen. Das Gespräch drehte sich, wie könnte es in Frankreich anders sein, ums Essen und um Wein.

HaseUnd nach einigen Volten kamen auch kulinarische Kulturunterschiede auf den Tisch, etwa daß Kaninchen in Frankreich eine gesuchte Delikatesse ist, wohingegen es in Deutschland in vielen Gegenden als arme-Leute-Essen ver- oder zumindest nicht beachtet wird. Wohingegen Hase als Wild in beiden Kulturen geschätzt wird. An der Stelle fiel unserem Freund ganz spontan auf, daß er noch nie Hase gegessen hatte. (Der Hase auf dem Bild stammt aus Ottmar Hörls „großem Hasenstück“, einer modernen Interpretation von Dürers Bild „junger Feldhase sitzend“ oder so, wenn ich mich recht erinnere.)

Dem versprach ich bei nächster Gelegenheit abzuhelfen. So ganz dunkel hatte ich noch im Kopf, daß Wild etwas mit „Jagdsaison“ zu tun hat und diese eher in der kalte Jahreszeit stattfindet. Da unser Freund seinen Besuch für Ende November angekündigt hatte, machte ich mich also vor zwei Wochen auf die Suche nach einem Hasen. Denn wann der so ganz genau Jagdsaison hat ist mir nun nicht geläufig, ich gestehe es und ich wollte nicht zu viel versprechen.

Mein Weg führte also in die Lebensmittel- und Feinkostabteilung eines großen Kaufhauses und ich trug an der Fleischtheke mein Begehr vor. Ob es denn derzeit frische Hasen gebe. Die Antwort der Verkäuferin erstaunte mich dann etwas, Hasen, so erfuhr ich, gebe es doch das ganze Jahr. Ach ja? Natürlich, da hinten, eingepackt, sagte sie und führte mich an eine Kühlvitrine.

Um mir dort ein Kaninchen unter die Nase zu halten.

KaninchenLiebe Frau, sprach ich, dies ist ein Kaninchen. Was ich suche ist aber ein Hase. Sie wissen schon, das Tier mit den langen Ohren. Das Säugetier mit den langen und kräftigen Hinterbeinen, das als Einzelgänger im freien Feld lebt und dessen Jungetiere von Geburt an Nestflüchter sind.

Kaninchen hingegen, in manchen Gegenden auch Stallhase genannt, haben kürzere Ohren. Wenn sie nicht im Stall sondern in der Natur leben, dann tun sie dies in Rudeln in unterirdischen Bauten, wo sie auch ihren erst einmal nackten und blinden Jungtiere groß ziehen.

Kulinarisch besteht der größte Unterschied darin, daß die Hasenkeule, wie schon erwähnt, sehr kräftig ist und daher ein wunderbares Portionsstück abgibt. Und daß man sie, wie anderes Wild auch, besser ein paar Tage vor der Zubereitung beizt. Weswegen meine Hasenkeulen (aus Frankreich, laut Packungsaufschrift) auch seit Mittwoch in einer Mischung aus Rotwein (französischem, versteht sich ;-), Minervois, um genau zu sein), Rotweinesseig (auch französisch, von Carrefour 😀 ) sowie Wacholderbeeren und Lorbeerblatt im Kühlschrank vor sich hin mariniert.

Denn zur Ehrenrettung der Verkäuferin sei gesagt, daß sie mich am Mittwoch wiedererkannte und mir erklärte, sie habe ihren Chef gefragt und der habe ihr den Unterschied auch erklärt. Und sie habe etwas dazu gelernt. Und ich bekam meine Hasenkeulen. 🙂

Und wer noch mehr über Hasen und Kaninchen wissen will, kann bei Wikipedia nachlesen. 😉