Nochmal Happy Birthday: Keks-Bag No1

Ja, ein zweites Geburtstagsgeschenk beschäftigte mich diesen Monat. Und da ich es gestern übergeben habe, kann ich es jetzt auch zeigen…

Silvia, auch bekannt als großer Scherzkeks, hatte gestern Geburtstag.

Scherzkekstasche

Und irgendwie schwebte mir die Idee einer Kekstasche durch den Kopf. Silvia mag ja witzige Taschen und hat noch weniger Zeit zum Nähen als ich.

Natürlich fielen mir als erstes unendlich aufwendige Ideen ein, die ich alle versuchte zu verbannen, eine einfach Form sollte es werden, nur eine Kleinigkeit. Aber dafür auch pünktlich fertig.

Und als ich damit anfing war natürlich Wochenende und kein Stoff zu bekommen. Also tauchte ich erst mal in meinen Restekisten ab.

An sich kein Problem, da ist jede Menge taschengeeignetes. Nur Silvias Farben sind orange und grün und davon… habe ich wieder so gut wie nichts. Orange fand ich einen Futterrest, der war aber zu klein, weswegen ich für das Taschenfutter eine Art „Minipatchwork“ aus je vier Teilen machen mußte. Mit einem roten Cuprorest. (Eine echte Antiquität, schon zu Studentenzeiten habe ich den Stoff gekauft und verarbeitet.)

Da das Futter ein klein wenig von außen zu sehen sein sollte, mußte ich auch noch beidsetig „schöne“ Nähte machen… grr ein schnell und einfach Projekt war geplant.

Kekstasche

Für Taschenboden und Henkel mußte Fleece herhalten, denn da hatte ich auch noch orange und grün. Das dann ausreichend stabil zu bekommen war wieder zusätzlicher Aufwand.

Jeans geht zum Glück immer, daher wurde das der Außenstoff. (Reste von meinem Aachen-Kurs 2005).

Nieten in der Mitte einer steifen Fläche (ein Hoch auf die Schabrackeneinlage) einschlagen ist übrigens auch nicht vorgesehen, weder für die Zange noch für das Einschlagwerkzeug das Prym mitliefert. Klar, alles lösbar, aber… zeitaufwendig. :o)

Fischperlen

Und Schabrackeneinlage ist auch nicht wirklich geeignet, wenn man etwas verstürzen und wenden will… von dem Aufwand, alle Zacken einzeln rauszudrücken mal ganz zu schweigen… grmpf

Dafür war der kleine Fischanhänger schnell gemacht… genau, Tout a loisirs, Roccailles und wunderschöne Glasfische in Silvias Lieblingsfarben. Immerhin…

Doch da Silvia sich riesig gefreut hat… war es alle Mühe wert! 🙂

Und bei der nächsten, weiß ich schon, was ich anders machen werden. Denn die Tasche gefiel so gut, daß es sie als Schnitt mit Anleitung geben soll… da habe ich wohl noch ein bißchen was vor mir. 😉

Socken stopfen mit der Nähmaschine, Teil 2

Socke stopfen

Als nächstes kommt eine Übung im frei geführten Nähen.

(Eine überhaupt sehr praktische Sache, auch fürs freie Sticken ohne Stickmaschine und viele Quilttechniken… Man kann das freie Führen üben und es ist nicht schlimm, wenn die ersten Versuche nur mäßig gleichmäßig werden. Für die Socke wird es allemal reichen.)

Der Transporteur der Maschine muß versenkt werden (oder abgedeckt, je nach Modell), man darf aber nicht vergessen, den Nähfuß zu senken, auch wenn der Stopffuß dann trotzdem das Nähgut nicht berührt. Auch wenn man (mangels Stopffuß) ganz ohne Nähfuß arbeitet muß der Hebel für den Nähfuß unten sein. Sonst greift die Fadenspannung nicht.

Ich habe für diese Socken den Oberfaden in grau gewählt, den Unterfaden in schwarz. Beide werden (weil ja nur Loch darunter ist) sichtbar bleiben und man hat so die Möglichkeit mit zwei verschiedenen Nähgarnen die Farbe besser anzugleichen.

Was für einen Faden man nimmt ist mehr oder weniger egal. Er muß sich halt auf der Nähmaschine gut vernähen lassen. (Betonung auf „gut“, denn da die Stiche ja „leer“ genäht werden, über dem Loch, sind Garne, die „gerade so mit Müh und Not“ auf der Maschine laufe und leicht reißen oder Schlaufen bilden nicht geeignet.) Ich nehme meistens ganz normales Polyesternähgarn, aber auch Stickgarn kann man nehmen. Es muß nur halbwegs Reiß- und scheuerfest sein. Beilaufgarn zum Stricken (um auf die Frage zurückzukommen) dürfte zu dick sein und auch nicht reißfest und glatt genug. Probiert habe ich es aber noch nicht. Das müßte ich ja erst mal auf Spulen fädeln…

Dann näht man langsam los und bewegt dabei den Stickrahmen. (Der Transporteur ist ja versenkt, bewege ich den Stickrahmen nicht, nähe ich auf der Stelle.) Das ist am Anfang schwierig, aber man bekommt schnell heraus, wie schnell man nähen und im Verhältnis dazu den Stoff bewegen darf, damit es weder Schlaufen gibt noch der Faden reißt.

Socken stopfen, Detail

Die erste Reihe über das Loch nähe ich quasi „längs“ zu den Strickmaschen. Mein Eindruck ist, daß man so die Maschen gleich gut einfängt und weiterem Wachsen des Loches oder gar Laufmaschen vorbeugt.

Man näht also in Reihen, vor und zurück, über das Loch. Dadurch bilden sich Fäden, die das Loch überspannen und gut im intakten Gestrick verankert sind.

Wichtig sind zwei Dinge:

Einmal nicht einfach vor nähen und dann direkt zurück, sondern immer einen winzige Stich quer. Sonst reißt der Stoff leicht an den „Wendepunkten“ aus, weil die Belastung zu hoch wird.

Zum anderen nicht immer in gleicher Entfernung vom Loch wenden. Die Stopfstelle ist unauffälliger und gleichzeitig flacher und bequemer, wenn man die Wendestellen mal näher am Loch verlaufen lässt, mal mehrere Stiche ins Gestrick hineinführt.

Ich hoffe, man erkennt das auf dem Bild ungefähr. Die blauen Punkte zeigen die Ausmaße des Loches, die roten Punkte sind die „Wendepunkte“.

Socke stopfen

Mit der gleichen Technik nähe ich jetzt eine Reihe quer über die bereits gespannten Fäden (bzw. „Leerstiche“).

Am Anfang habe ich dabei den Stickrahmen gedreht, weil mir die Bewegung „vorne-hinten“ leichter viel, als das führen von links nach rechts und umgekehrt. Inzwischen schiebe ich den Rahmen einfach quer.

Wie man das macht ist aber Geschmackssache, wie es einem leichter fällt.

Auch hier sollten die Stichreihen sauber nebeneinanderliegen, dicht, aber nicht zu eng.

Socke stopfen

Die Wendepunkte werden wieder genauso unregelmäßig im umliegenden Gestrick verankert.

Fertig?

Nein, eine letzte Runde kommt noch.

Wieder längs, wie die erste Reihe.

Allerdings höre ich diesmal genau an den Rändern des (ursprünglichen) Loches auf. So wird das Loch gut überdeckt, die Stopfstelle wird aber nicht allzudick.

gestopfte Socke

Voila, fertig.

Nur noch die Fäden abschneiden und die Socke ist wieder bereit für den Einsatz.

Gedauert hat das Stopfen nur wenige Minuten (Bei der ersten Socke war es allerdings noch viel länger… :o) ), das Schreiben dieses Eintrags hingegen viel, viel länger…

Happy Birthday oder die Poncho-Stola

Alles Gute zum Geburtstag, liebe Susanne! (Auch wenn du hier gar nicht mitliest… 😉 )

Stola von hinten

Aber euch kann ich jetzt verraten, was ich genäht habe. Die Idee stammt aus einer Threads und hatte mich gleich in den Bann gezogen. Effektvoll und einfach zu nähen.

Eine Stola wird zum Poncho, eine Naht, ein paar Säume… und schon kann man das Ding drapieren, wie man mag. No Limits. Und sieht von sportlich bis edel je nach Material und Verarbeitung immer anders aus.

Und blitzschnell genäht.

In der Theorie.

Ich habe es natürlich wieder geschafft, einen Stoff zu finden, der eigentlich absolut ungeeignet dafür ist. Naja, nicht ungeeignet… aber doch schwierig.

Auf die schönen Samte aus der Winterkollektion von BBG hatte ich ja schon die ganze Zeit ein Auge geworfen, mir war aber keine Ausrede eingefallen, einen zu kaufen. (Vielleicht schleiche ich auch einfach zu oft durch Silvias Laden, Versuchung über Versuchung… Und dieser Ausbrennersamt hat für meine Freundin genau die richtigen Farben.

Ponchostola vorne drapiert

Leider ist er schwer und elastisch. Und die Farben des Seidensamts passten alle nicht zu meiner Freundin.

Was die Verarbeitung einer großen Stoffbahn nicht einfacher macht, denn er verzieht sich in alle Richtungen. grr

Ich habe zwei Meter gekauft und diese dann der Länge nach geteilt.

Wie gesagt, der Stoff sträubte sich gegen gerades Schneiden, aber letztlich habe ich gewonnen.

Danach habe ich die lange Stoffbahn in der Mitte quer gefaltet und die Schnittkanten rechts auf rechts gesteckt. Hm, warum ist immer auf der einen Seite noch so viel Stoff übrig, wenn die andere „verbraucht“ ist?

Nochmal. Mist

Nach dem dritten Versuch gebe ich auf und nähe erst mal die Schnittkante um. Zwei Mal nach links einklappen und festnähen. In der Hoffnung, sie dadurch gut zu stabilisieren.

Da der Stoff sehr dehnbar und flutschig ist, nähe ich gleich von Hand. Das sieht dann natürlich auch viel, viel edler aus, muß man sagen…

Ponchostola vorne

Jetzt falte ich wieder quer zur Hälfte und lege die beiden jetzt umgenähten Kanten aneinander. Stecken… ja! Paßt doch.

30 cm vom Umruch entfernt fange ich an, die beiden Kanten zusammenzunähen. Bis zum Ende. (Die offene Stelle ist später spzusagen der Halsausschnitt, irgendwo muß der Kopf ja durch…)

Und weil ich schon so schon dabei bin, nähe ich die Kanten von Hand stumpf aneinander.

Und dann bleibt nur noch, die verbliebene offene Stoffkante (die teilweise die Webekante ist) zu säumen.

Wieder zweimal nach links umschlagen und von Hand nähen.

Da wo ich sozusagen längs zum Stoff nähe geht das sogar sehr gut, der Stoff klappt beinahe von selber um. Das Stück, das quer genäht wird sträubt sich. wird aber gebändigt.

(Gute Übung im Handsäumen, übrigens. Im Samt verschwinden die Stiche leicht. 😉 )

Zierteil an Stola

Ach ja, elastischer bleiben die Handsäume auch… nicht unpraktisch bei diesem sehr dehnbaren Stoff.

(Ich erwäge schon, aus dem Rest Unterwäsche zu machen, ich habe ja noch zwei Meter lang mal 75cm breit. :o) Aber ich glaube, dafür ist er dann doch nicht ideal.)

Und weil es so schön dazupaßt, kommt auf den Beginn des Halsausschnittes noch dieses Zierteil, das ich ebenfalls bei Silvia gefunden hatte.

Außerdem sichert es gleichzeitig den Nahtanfang… 😉

Die Bilder zeigen die Poncho-Stola an mir, daher stehen mir weder die Farben optimal noch paßt meine Hose dazu. Ich weiß. :o)

Jetzt hoffe ich nur, daß die Post schnell genug war und Susanne es heute auch bekommen hat!

Socken stopfen mit der Nähmaschine, Teil 1

Wenn ich mir ansehe, welche Suchanfragen Menschen zu meiner Seite führen, dann fällt mir auf, daß Kleidung zu ändern und zu reparieren doch gar nicht so selten vorkommt. Und ich dachte immer, ich wäre die einzige, die noch stopft. :o)

Zubehör zum Socken stopfen

Wobei ich Socken schon mal deutlich lieber stopfe, seit ich dahinter gekommen bin, daß das auch mit der Nähmaschine geht und nicht nur von Hand.

Warum sollte man eigentlich Socken stopfen, wo es doch für wenige Euro einen Zehnerpack vom Wühltisch gibt? Nun… wenn es schnell gehen soll, dann geht Stopfen doch deutlich schneller als waschen und trocknen. Weiterhin gibt es Lieblingssocken, die so lange wie irgend möglich am Leben erhalten werden müssen. Oder Kinder, denen man vor dem nächsten Wachstumsschub vielleicht nicht mehr mit einem Packen Socken bestücken möchte, die nächste Woche zu klein sind. Oder… oder… oder. Gründe gibt es viele. Bei mir fing es an mit der Unzufriedenheit über die Billigsocken, die oft drückende Nähte hatten oder einfach so schnell kaputt gingen, daß sie mir gar nicht mehr so billig vor kamen. Ich wollte also auf bessere Qualität umsteigen, konnte mir aber nicht auf einen Schlag zehn Paar gute Socken leisten. – – Denn was im Großpack gekauft wurde geht auch im Großpack kaputt. Also habe ich durch Stopfen der alten billigen den Zeitrum zur Neuanschaffung entsprechend gedehnt. Dann kam dazu, daß man so ganz gut die Handhabung fürs frei geführte Sticken lernt. Ohne daß es schlimm wäre, wenn mal ein Stich daneben geht. Denn an der Socke sieht es keiner. 😉 Als mein Herzblatt dann mal Schuhe hatte, die Löcher in neue und teuere Socken rissen (ohne daß es uns gelang, den „Übeltäter“ zu identifizieren) war das dann auch jeweils rasch behoben.)

Was braucht man also?

Einen kleinen Stickring aus Kunststoff mit Metallfeder. Meiner hat einen Innendurchmesser von 6cm. Das ist klein genug um in eine Socke zu passen und groß genug, um noch darin arbeiten zu können.

(Löcher die größer sind als der Ring werden definitiv nicht mehr gestopft… )

Dann noch einen Stopffuß oder Stickfuß für die Nähmaschine (einfach mal ins Anleitungsbuch gucken, was da empfohlen wird) und eine Maschinennadel mit abgerundeter Spitze. Ich nehme gerne SuperStretch von Organ, meist die 75er.

Loch in der Socke

Meine Beispielsocke auf den Bildern hat einen Zustand erreicht, wo ich sie normalerweise nicht mehr stopfen würde, aber da sie nicht schwarz (wie die meisten anderen), sondern grau ist und somit auf den Bildern auch etwas zu erkennen sein wird, bekommt sie noch mal eine Gnadenfrist, bevor sie zur Putz- und Poliersocke wird. :o)

Das Loch befindet sich in der Zehenregion.

Der Kunststoffring wird in die Socke geschoben und dann die Socke etwas darüber gespannt. Das Loch (innerhalb der punktierten Linie) sollte in der Mitte des Rings sein.

Das Spannen ist deswegen wichtig, weil Socken ja normalerweise gestrickt und somit elastisch sind. Nach dem Stopfen ist die Stopfstelle das nicht mehr. Es kommt also mehr „Zug“ auf das restliche Gewebe, das dadurch schneller verschleißen kann. Dem kann man durch das Spannen des Stoffes ein wenig entgegenwirken. Die Stopfstelle wird dann im „zusammengezogenen“ Zustand der Socke (also ohne Fuß drin) eventuell eine kleine Beule formen. Aber sobald der Fuß die Socke dehnt, liegt sie glatt.

Socken in Stickrahmen einspannen

Die eine Hand hält also die Socke gespannt, die andere schiebt von oben (also von der rechten Seite der Socke her) die Metallklammer hinein, die den Stoff dann festklemmt.

Wenn das nicht gleich mühelos klappt, weil sich der Kunststoffring beim spannen etwas verzieht oder man vor lauter Eifer die Metallklammer durch den Ring schiebt, statt in die Klemmnut… keine Panik. Reine Übungssache. 😉

Loch in Socke eingespannt

Wenn man die Socke wendet und sich die linke Seite anschaut, dann sieht das so aus. (Der Finger darunter zeigt das Loch.)

Socken stopfen

Jetzt wird es noch mal fitzelig.

Zum Stopfen darf ja nur eine Lage Socke unter die Maschine, sonst würden wir die Socke zunähen. Also darf unter dem Loch keine Stofflage mehr sein.

Deswegen stülpe ich die Socke auf die linke Seite und schiebe sie dann aber so unter die Nadel, daß an dem Stickrahmen die rechte Sockenseite oben liegt, also zur Nadel hinzeigt. Die linke Sockenseite am Stickrahmen (die das obere Bild zeigt) liegt auf der Stichplatte.

An der Ferse geht es wesentlich einfacher, an der Spitze einer Socke ist es schwieriger.

Aber es geht.

Dann muß das ganze unter den Nähfuß. Dabei halten die Finger der linken Hand die ungestülpte Socke weg vom Nähfeld, die rechte Hand bleibt, um den Stickrahmen zu führen.

Das gibt erst mal fürchterliche Krämpfe in den Fingern, aber nach einigen Socken hat man den Dreh raus. Versprochen! (Sogar ich… )

In einem alten Nähbuch habe ich mal einen speziellen „Sockenrahmen“ gesehen, der tatsächlich eine Vorrichtung mitbrachte, die restliche Socke beiseite zu drücken. Leider scheint das das nicht mehr zu geben. 🙁

… dieser Schnitt aber auch!

ProbejackeAlso erst mal den Schnitt herauskopiert. Meine Oberweite liegt zwar noch mal 3cm über Größe 46, aber da der Schnitt nicht größer verfügbar ist, habe ich ohnehin keine Wahl. Und bisher war mir die Schulterpartie eh in der Größe schon zu weit.

Meine Standardänderungen (Schultern 1cm schmaler, die Hüfte um etwa 20cm auf mein Maß erweitern, 1,5cm Länge oberhalb der Taille kürzen) mache ich gleich auf Folie. Dann wird zugeschnitten und schnell mit großen Stichen genäht. Und gebügelt, denn ich will ja den Sitz beurteilen können.

Oben herum wird es wohl etwas eng sein, aber der Rest sollte doch weitgehend passen.

Mit der Probejacke geht es auf nach Aachen, Silvia soll gefälligst ausbaden, was die angerichtet hat, mit ihrem Stoff. 😮

Naja, das Ergebnis übertraf erst mal alle Erwartungen.

Irgendwie passte gar nichts.

Gut, vorne mußte es weiter werden. Da ich Angst hatte, bei einer Full Bust Alteration die Teilungsnaht zu vermurksen dachte ich, wenn man Stoff unterheftet (das war der nächste der gerade zur Hand war…. ) und den dann hinterher durchschneidet, müßte man damit zwei neue Schnitteile bekommen, die man wieder auf Folie übertragen kann.

Und dafür, daß meine Oberweite nur um 3cm von der Maßtabelle abweicht muß doch überraschend viel zugegeben werden. Nämlich ungefähr 3cm auf jeder Seite. (Und bei BHs habe ich gerade mal so knapp C, mit starker Tendenz zu B…. )

Probejacke von hintenDie Rückansicht konnte ich erst hinterher auf dem Foto sehen. Vorher hatte ich gehofft, es läge an den beiden Spiegeln und der Perspektive. 😉

Aber da mußte zum einen an der Mittelnaht weg, was wir vorne zugegeben hatten und in der Länge… mußte noch viel, viel, viel weg. Etwa sechs Zentimeter. Aber nur in der Mitte, zur Seitennaht passte es wieder.

Also nichts mit endlich zuschneiden und loslegen.

Folienschnitt anpassen und ein neues Probeteil nähen. 🙁

Und hoffen, daß die häßlichen Falten am Armausschnitt von den vielen Stecknadeln kommen.

Ich hasse Probeteile, sagte ich das schon?

Diese Rosen haben Dornen…

Es gibt ja so ein paar Sachen, denen ich, Stoffdisziplin hin, Stoffdisziplin her, leider gar nicht widerstehen kann. Zumindest nicht dauerhaft.

geprägte Seide

Rosen sind das eine und Seide das andere. Wenn das ganze dann noch rot ist und eine interessante Struktur hat (nämlich geprägt)… das konnte nicht ewig gut gehen.

Silvia hat den Stoff ja schon ganz lange im Laden. Und ich schleiche genauso lange bei jedem Besuch darum herum. Gehe gucken, ob die Farbe immer noch so schön ist.

Dunkles Rot, aber je nach Beleuchtung bis ins fast schwarze changierend oder leuchtend, wenn helles Licht darauf trifft. schmelz

Zart streicheln, ob es immer noch Dupionseide ist, das Muster immer noch so schön tastbar erhaben, glänzend, fest,… schmacht

Gut 40 EUR sind für so einen wunderbaren Stoff auch nicht zu viel. Qualitativ hochwertige italienische Seide hat ihren Preis und ist den auch wert. Wenn ich denke, daß ich anderswo viel langweiligeren bestickten Seidentaft für 55 EUR gesehen habe. Und den gibt es überall. Geprägte Seide… eben nicht.

Nur… ich habe ja gerade keinen Anlass mir so etwas zu nähen. Mein Bruder möchte erst mal seine Doktorarbeit fertig machen und danach über so was wie Heiraten nachdenken, auf meine eigene Silberhochzeit will ich auch nicht warten…

Und für mich… muß das dann auch ganz schön viel Stoff sein.

Ruhelose Nächte. Ich wälze Ideen. Ideen, die weniger Stoff brauchen vielleicht? Aber eine Corsage… da habe ich derzeit gar keine Gelegenheit sie zu tragen. Und nur so für den Schrank nähen… dazu nähe ich zu langsam.

Und immer wieder… im Laden, gucken ob die Seide noch da ist. seufz Den Umzug hat sie auch gut überstanden…

Im Oktober breche ich ein. Ich will den Stoff. Punkt.

geprägte Seide, DetailAllerdings nicht für die Kiste. Er soll genäht werden.

Zuerst wälze ich also Schnittmuster und -hefte. Was will ich überhaupt?

Waschbar dürfte der Stoff nicht sein. Also muß es gereinigt werden. Bluse oder Kleid fallen damit weg. Rock… sitzt sich vielleicht zu schnell platt. Und Hose? Ne, Dupion ist nicht der Stoff für Hosen. Und bei meiner Figur schon gar nicht.

Also Jacke. Das hat den Vorteil, daß ich sie wenigstens auch tragen kann. Wenn es sei muß zur Arbeit, zum Kostümrock oder einer Hose.

In der April Burda von 2005 werde ich letztlich fündig, Modell 116 geht bis Größe 46 und erfordert mal keinen elastischen Stoff. Der Kragen und die leichten Trompetenärmel sollten gut zum Stoff passen und gefallen mir.

Bis Weihnachten, oder wenigstens Sylvester will ich die Jacke tragen. Ich weiß, ich weiß. Jetzt ist Januar. Und ja, ich gestehe, ich wollte sie letztes Jahr tragen. :o)

Da ich ja auch keine Stoffe mehr einlagern will und auch die Reste möglichst klein halten nehme ich also tatsächlich die auskopierten Schnitteile mit in den Laden und Silvia erlaubt mir, den Stoff auszurollen und die Teile zu plazieren. Dann abschneiden und danach messen. Menge und Preis verdrängen.

Stoffbeute mitnehmen.

Zuhause gehen die Probleme dann schon los.

Ich habe keine Ahnung, wie ich den Stoff verstärken will. Vlieseline aufbügeln bei einem Strukturmuster… könnte unerwünschte Wirkungen haben.

Testen kann ich noch nicht, dazu muß ich zuerst mal Zuschneiden, damit ich sehe, wo die Reste wirklich bleiben. Denn wenn der Stoff wegen einer Bügelprobe nicht reicht… das wäre echt ärgerlich. Mehr als ärgerlich. Saublöd, wäre das.

Also Zuschneiden.

Moment… tröötalarmtröötalarmtröööt wie gut haben mir die letzten Burdaschnitte gepaßt?

Okay, nähen wir erst mal ein Probeteil….

Kölner Nähbrunch: Dreikönigsbrunch – noch ein Bericht.

Richtig, noch ein Bericht. Dieser hier ist nämlich nicht der ersten, sondern die Helfeelfe hat mich in ihrem Blog überholt. :o)

Nähbrunch

Dafür könnte ich alle Namen zu ihren Bildern verraten, tue es aber nicht, weil jeder selber entscheiden können soll, ob er das im Internet haben will oder nicht. (Außerdem kann ich den Elfen und Kampfzwerge Blog nicht kommentieren, ohne daß der Browser abstürzt oder sonstige komische Sachen macht und Skripte starten oder nicht starten will. 😕 )

Leute waren natürlich mal wieder ganz viele da, zum erste Mal mehr als angemeldet. Es kommen zwar immer die eine oder die andere die sich gar nicht angemeldet hatte, aber dafür fällt auch immer jemand in letzter Sekunde aus.

Nicht so diesmal, diesmal fiel niemand aus, es kamen aber mehr. Über fancy kann ich mich in der Hinsicht aber nicht beklagen, die hat sich als allererste angemeldet. Und weil sie beim letzten Treffen nur von Hinten und mit Mütze abgebildet war kommt sie diesmal zum Ausgleich von vorne und mit wallendem Haupthaar.

Kölner Nähbrunch

Und mit ihren interessanten Weihnachtsgeschenken unter dem Arm. (Was sie hingegen immer noch nicht hat ist meine… na, du weißt schon was, meine Liebe… 😉 )

Kölner Nähbrunch

Aber natürlich hat butterkäse auch problemlos für alle Kurzentschlossenen noch Platz geschaffen, bißchen Tische rücken, Stühle suchen… für jeden findet sich ein Plätzchen und wir konnten dem Buffet zursprechen. (Also diese Rosenkohl- Dingsbums… lecker!)

Neben dem Essen kam natürlich auch das -Schwatz- äh der Erfahrungsaustausch nicht zu kurz… 😉

Nähbrunch

Und Lesen, Stöbern, Bücher und Hefte durchgucken…

Silvia hatte uns auch noch die Schnittmusterkataloge von McCall, Butterick und Vogue angeschleppt. Ich gehöre ja auch zu denen, die lieber Papier durchblättern als Internetseiten anklicken.

Kölner Nähbrunch

Das klassische „und wo gucke ich jetzt zuerst hin?“-Problem hatten wir diesmal jedenfalls auch. 😀

Kölner Nähbrunch

Eine hatte dafür jedenfalls eine typische Lösung: Alle gleichzeitig! (Wer hat da mal von sich behauptet, nicht multitasking fähig zu sein? 😉 )

Kölner Nähbrunch

Wohingegen die fiese Aud 😉 stillvergnügt mit uns brunchte und nicht mit einem Piep verriet, daß ihr Geburtstag war! Alles Gute!

Geburtstagssticheln

Geburtstage im Dezember sind ja schon schwierig genug. Die Gedanken sind schon bei Weihnachten und die Zeit ist auch gebunden.

Einzig was schlimmer ist, sind Geburtstage im Januar. :o)

Kaum lehne ich mich entspannt zurück, nach all der Weihnachtsbastelei und -näherei… schon geht es weiter.

Und ich Wahnsinnige stichle das eine Geschenk auch noch von Hand. Und das andere ist erst im Planungszustand… Zeit für eine Runde Panik, oder? gg

(Aber zeigen kann ich es euch natürlich erst, wenn die Geburtstage vorbei sind. Denn wer weiß schon, wer hier noch alles mitliest… 😉 )

Kitsch-Strampler in Vollendung ;-)

Mein Gefühl sagt, daß ich fertig bin.

Aber halt! Obenherum muß der Strampler ja noch eingefasst werden. Da ich nichts passendes bei mir finde, packe ich ihn erst mal weg und nehme ihn zu meinem nächsten Besuch zu Silvia mit.

Was mit Gold würde mir ja gefallen… aber die „goldigen“ Sachen die ich finde sind alle wieder zu hell. Letztlich entscheide ich mich für rosa Falzgummi.

Eigentlich einfach anzunähen, aber an so einem Strampler sind die Kurven recht eng. Und hinterher soll es sich ja nicht zusammenziehen…

Falzgummi feststecken

Aber mit vielen, vielen Stecknadeln bekomme ich zumindest eine Lage angesteckt.

Gleich gefaltet nähen ist mir da doch zu riskant.

Normalerweise würde ich an der Stelle einfach einmal mit Zickzack nähen, umklappen und noch mal durch beide Lagen nähen.

Dann habe ich auf der Rückseite zwei mal Zickzack, aber egal.

Doch für ein Geschenk… gefällt mir das nicht so recht.

wasserlöslicher Faden

Erneutes Kramen in meiner Kiste.

Und siehe da, die liebe Heike hatte mir da doch mal was Geniales geschenkt: Wasserlöslicher Faden.

Den in den Oberfaden der Maschine (ja, das funktioniert!) und nach der ersten Wäsche muß meine Freundin nur noch den dann abfallenden Unterfaden herausziehen.

Danach den Falzgummi nur noch auf die rechte Seite falten und mit rosa Nähgarn feststeppen.

Druckknöpfe

Verschlüsse braucht der Strampler an der Schulter jetzt auch noch.

Knöpfe mit Knopfloch finde ich da nicht praktisch, also müssen es Drücker sein.

Rosa wäre prima. Ich habe sogar noch Jerseydrucker in Rosa… aber der Farbton passt einfach so überhaupt gar nicht. 🙁

Also müssen hier die Neutral-silbernen ran, es hilft nichts.

Das ist übrigens ein Suchbild: Welches der Teile passt nicht? 😉

Kleinteilchaos

Aber ganz ehrlich… bei der Kleinteile-Box mit allerhand Verschlußteilen und besonders nähfrei Druckknöpfen verschiedener Hersteller und Größen kann das mal passieren, oder? 😉

Glücklicherweise finde ich aber noch ein passendes Teil. uff

Kitschstrampler mit Engelchenmotiv

Und so sieht der fertige Strampler aus, bereit, auf die Reise zu gehen.

Da ich mir überlegt hatte, was man bei einem liegenden Baby außer dem Bauch noch so sieht (nämlich die Fußsohlen beim Strampeln), habe ich den Sohlen also auch noch eine Rosendekoratiion gegönnt.

Ich finde es einfach herzig. :o)

(Der Strampler kam drei Tage vor dem Baby bei meiner Freundin an und sie war auch begeistert.)

Altjahresgroßtat

31. Dezember, 18.45 Uhr.

ZebrakissenDie Küchenvorbereitungen sind fertig, der Tisch ist gedeckt. Die Gäste haben sich für 20.00 Uhr angesagt.

Was tun?

Nun, der perfekte Moment, um noch eine ausstehende Rechnung mit einem Stück Stoff zu begleichen.

Vor ungefähr drei Jahren haben wir ein Sofa neu bezogen, mit Zebraplüsch.

Und seither liegt noch ein Meter von dem Stoff in meiner Truhe, um das zweite, damals einfarbig naturfarben bezogene Sofa mit zwei Kissen dem „Zebra“ anzupassen.

Also habe ich gestern um viertel vor sieben den Plüsch aus der „nächste Projekte“ Truhe geholt und zwei Kissenbezüge genäht. Hat eine halbe Stunde gedauert.

Und drei Jahre auf den richtigen Moment warten. :o)

ZebrasofaAllerdings… ist der naturfarbene Bezug des anderen Sofas inzwischen so löchrig, daß es einer bunten Decke bedarf.

Zu der die Zebrakissen nun gar nicht mehr passen.

Also spielen sie jetzt Verstecken auf dem Zebrasofa. 😉

(Und allen ein glückliches, gesundes und erfolgreiches neues Jahr!)