Butterick B5997 (Tunika)

Wie üblich ist der Schnitt gut abgelagert, bis ich ihn verwende… Das gilt auch für den Schnitt Butterick B5997. Da er mit dem Sticker für das 150jährige Jubiläum von Butterick versehen ist, ist er wohl aus dem Jahr 2013. Das ist eine Weile her, aber es ist ein Tunika-Schnitt (hat man immer noch) mit unterschiedlichen Varianten und so viel hat sich modisch da nicht getan. Denke nur ich? Nicht ganz… der Schnitt wurde offensichtlich unter der Nummer B6801 noch mal aufgelegt und ist zumindest in Deutschland noch in den Größen 18W – 24W (bzw. 46-52) erhältlich.

Getragen habe ich die Tunika ja schon als Oberteil des Pyjamas gezeigt.

Gekauft habe ich mir den Schnitt, weil ich eigentlich gerne Tuniken trage, aber nie welche nähe. Weil ich keinen Standardschnitt dafür hatte. Oder eigentlich gar keinen Schnitt. (Ich habe eine dunkle Erinnerung, dass ich da mal einen Versuch mit einem Knip-Schnitt gemacht hatte, der völlig in die Hose ging. Vermutlich habe ich mir den hier danach gekauft….) Also habe ich mir einen gekauft. Da allerdings Tuniken meist etwas weiter an der Hüfte sind, gehören sie zu den Kleidungsstücken, die ich meist noch noch relativ okay kaufen kann, so dass das Nähen davon nicht dringend wurde.

Aber da mal wieder ein Schlafanzug anstand, ich außerdem mal meine Stoffe sortiert hatte, was mir vor Augen führte, dass ich so einige habe, die durchaus für eine Tunika passen wären, kam der hier endlich mal dran.

Ich habe mich für das Modell D (Biesen und Stehkragen) entschieden, allerdings kombiniert mit den Ärmeln von Modell A (dreiviertellang und mit Aufschlag)

Das ist auch so ein Schnitt, der wieder sehr deutlich macht, warum ich diese Schnitte liebe, ich kann alle Varianten untereinander kombinieren und wenn der Körper passt, kann ich den auch mal mit einem anderen Ärmel nähen. Noch den Stoff variiert und ein Schnitt bringt einen durch die verschiedensten Anlässe und Jahreszeiten und die meisten Menschen werden nicht mal merken, dass es immer der gleiche Schnitt ist. (Und mal ehrlich, macht Konfektion genauso…)

Der Schnitt kommt aus dem Plus Size Spektrum, Größen 18W bis 24W. Eigentlich mag ich die normalen Größen lieber, weil die für meine Proportionen besser passen, aber man nimmt, was man bekommt. Und so schlimm ist es auch nicht.

Der Größentabelle nach brächte ich Größe 22W mit Erweiterung zur Hüfte auf 24W. Da ich aber weiß, dass ich eine FBA brauche, habe ich Größe 20W genommen und zur Hüfte auf 22W erweitert. (Die FBA gibt Weite, die ich unterhalb der Taille auch nicht wieder rausnehme.)

Ich habe dann rundum oberhalb der Taille Länge rausgenommen, warum diesmal nur 2cm und nicht 3cm weiß ich nicht recht… da der Schnitt locker fällt, habe ich mir die weitere Rückenkürzung gespart.

Aufgrund der ohnehin relativ üppigen Weite im Oberteil habe ich mit der FBA etwas gemogelt und nur 4 cm eingefügt (eigentlich wären es 5 cm) Das macht den Abnäher etwas weniger monströs. (Mache ich bei weiteren Kleidungsstücken öfter so.)

Das war dann allerdings schon das erste Problem. Der Schnitt hat einen Brustpunkt eingezeichnet, der ist aber weit davon entfernt, wo der Abnäher endet und auch nicht im Geringsten eine Verlängerung durch die Abnäherspitze. Offensichtlich eine Designentscheidung, denn da verlaufen ja die Biesen genau über die Brust. Ich habe dann mal einen Brustpunkt in Abnäherverlängerung geschätzt und die FBA auf diesen fiktiven Brustpunkt gemacht. Das… passt nicht wirklich. Ist als Schlafanzug so tragbar, aber bevor ich den Schnitt noch mal verwende, muss ich da noch mal ran.

Die Mehrweite ist da, aber beult etwas an Stellen wo sie offensichtlich nicht gebraucht wird… Und dieser Hemdenstoff ist sehr stabil, der verzeiht da nichts. Als Ideal für einen Test…

Im Rücken habe ich für die Version „Schlafanzug“ eine Kellerfalte eingebaut. Das macht das Oberteil so tragbar. Ich habe die Falte aber zuerst mal mit der Maschine zugeheftet und habe für meine Passformanprobe die Falte noch zugeheftet gelassen. Da werden die Defizite deutlicher.

(Da gibt es kein Bild, aber ich habe es gesehen.)

Ich hatte den Schnitt mit englischer und französischer Anleitung (möglicherweise habe ich ihn mir in Paris gekauft) und habe mich bis auf die Kellerfalte auch an die Anleitung gehalten.

Und zur Versäuberung habe ich rundum mit französischen Nähten gearbeitet, auch am Ärmel. Das hat ein paar Falten beim Ärmel einsetzen verursacht, ist mir für die größere Dauerstabilität aber lieber.

Ein Problem hatte ich nur und vor allem mit den Biesen. Die Biesen erklären zunächst mal, warum der Abnäher nicht auf den Brustpunkt zeigt. Denn die müssen ja weggefaltet bw weggenäht werden.

Nur… wie viel? Die Anleitung sagt, man soll den Stoff entlang der Linien falten und dann „close to creased edge“ nähen. Also nahe bei der gefalteten Kante. Nur.. 1mm nahe an der Kante? (Bei acht Biesen 1,6cm Weite weniger) 3mm nahe an der Kante? (4,8cm Weite weniger) Wäre 5mm auch noch nahe an der Kante? Hier wäre eine genauere Angabe echt hilfreich.

Ich habe mich für 3mm entschieden, einmal dem Bild nach, zum anderen weil ich meinen Patchworkfuß als Gradstichfuß benutze und der hat da eine Markierung.

Da das über der Brust aber nur solala funktioniert hat, muss ich beim nächsten Mal noch mal ran. Was konkret heißt: Das Vorderteil auf Papier kopieren, statt auf Folie, die Biesen auf dem Papier so lange rumfalten, bis der Abnäher auf den Brustpunkt passt und danach die FBA mache und auch die Tunika nähen. (Kann allerdings sein, dass die direkt über die Brust laufenden Biesen beim FBA auch eine Designänderung nötig machen…)

Wo ich noch mal von der Anleitung abgewichen bin ist, dass ich Kragen, Kanten, Manschetten… ziemlich durchweg abgesteppt habe. Weniger elegant, aber für einen Schlafanzug einfach praktischer.

Fazit: Der Schnitt hat genug Potential, um einen zweiten Versuch zu bekommen. Zumindest wenn ich dazu komme, bevor ich die Lust an Tuniken verloren habe…

Pyjama aus Bestand

Nachdem in den letzten Jahren doch auch immer mal Nachtwäsche den Geist aufgegeben hat (besonders die, die nicht „warm für Winter“ und „kühl für Sommer“ ist, weil die halt naturgemäß den größten Teil des Jahres im Einsatz ist) war mal wieder ein Pyjama fällig.

Diesmal tatsächlich komplett aus dem Bestand. Also etwas Abbau in der Stoffkiste!

Der Stoff für das Oberteil ist ein Hemdenstoff, den ich mal übers Forum in einem Konvolut gekauft hatte. Ich vermute Baumwolle mit Polyester. Der Stoff ist nicht rosa sondern es sind sehr feine weiße und kräftig rote Streifen, die sich abwechseln. Aber da ist die Digitalkamera dann eindeutig mit überfordert.

Da der Stoff fest und nicht dehnbar ist, kam er auch beim Dirndl als Futter des Oberteils zum Einsatz. Es war aber ursprünglich ein sehr großer Coupon, so dass es auch noch mal für eine Tunika reichte.

Auch den Schnitt für die Tunika hatte ich schon ewig, das ist Butterick B5997. In der großen Größe (meiner ist aus dem …W-Größenspektrum) ist er schon lange vergriffen, aber in den Größten 8.16 gibt es ihn als B6801 aktuell noch.

Der Pyjama ist also gleichzeitig ein Schnittest. Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich eigentlich recht häufig Tuniken trage, die aber alle gekauft sind, weil ich da keinen Schnitt zu haben. Oder offensichtlich mal einen gekauft hatte, aber nie getestet.

(Zu dem Schnitt gibt es noch ein paar Worte zu sagen, aber die Schnittbesprechung kommt noch.)

Damit die Tunika „bettbequem“ wird, habe ich hinten eine tiefe Kellerfalte eingearbeitet. (Den Trick nehme ich häufig in solchen Fällen. Die Falte wird erst mal mit langen Maschinenstichen zugenäht, bevor ich den Saum nähe, probiere ich das Teil an, um die Passform für die spätere Verwendung (ohne Falte) zu evaluieren und wo ich ggf. noch was ändern muss und dann wird die Falte aufgemacht und der Saum genäht.)

Die Hose ist mein bewährter Pyjamahosenschnitt, ich glaube ursprünglich mal aus einer Patrones. (Dummerweise hatte ich den damals auf eine dünnere Folie kopiert, die ich von einem Laden zum Testen bekommen hatte und die zeigt sich als nicht so stabil. Da werde ich mal eine andere brauchen. Wobei das zerfledderte Ding auch nicht mehr so gut zu kopieren ist.)

Der Stoff für die Hose ist ein Bettbezug. Letzten Winter habe ich mit meiner Mutter mal angefangen, ihren Schrank auszuräumen und die Sachen Portionsweise zum Sozialkaufhaus zu bringen. Der Bettbezug war vermutlich noch aus der Zeit, als man ein „Zierbett“ über dem Bett hatte. (Meine Eltern hatten in den 1960ern geheiratet.) Die Vorderseite Lochstickerei, die Rückseite glatt. Als ich die Sachen in die Tüte fürs Sozialkaufhaus gepackt habe, dachte ich irgendwie… ach ne… das behalte ich. Dass ich noch mal einen Pyjama brauche zeichnete sich da auch schon ab.

Da meine Mutter die weiße Bettwäsche in den Schrank geräumt hatte, sobald in den 1970ern bunte Bettwäsche auf den Markt kam, ist der Stoff noch bestens erhalten.

Ich mußte den Stoff quer nehmen, damit die Hosenbeine drauf gehen (grade so, mit kleinen Abstrichen an der Nahtzugabe) und da der Stoff sehr dicht gewebt ist (ja, Bettwäsche war mal so, damit sie länger hält…), ist die Hose recht steif. Was mich aber nicht stört und vermutlich wird sie über die Jahre auch weicher. Bislang wurde der Stoff ja nicht genutzt.

Genäht habe ich alles mit französischen Nähten, an der Tunika habe ich noch einiges abgesteppt, was der Schnitt so nicht vorsieht, das ist für ein Schlafteil praktischer.

Und weil ich dann mal im Fluß war (bzw. sich auch im Sommer- und im Winterstapel Lücken ergeben hatten) kamen dann noch ein Nachthemd und ein Schlafanzug. Dazu aber später. Und vermutlich wird das Thema Nachthemd nächstes Jahr noch mal hochkommen, denn ich sehe da eines in der Rotation, das vermutlich auch demnächst auseinanderfällt. Aber nicht mehr dieses Jahr, denn jetzt sind erst mal die Dinge im Zusammenhang mit Weihnachten dran…

Aktueller Nadelblick Februar 2019

Ich hatte es ja angekündigt… ich habe was genäht. (Dafür lasse ich das zweisprachige Bloggen wieder, ich glaube, es liest keiner mehr mit, der kein Deutsch kann, die Zeit kann ich mir sparen.)

Off Shoulder Tunika mit RosenmusterIm Oktober hatte ich ja Schnitt und Stoff für ein Probeteil gezeigt, die Probe war erfolgreich, so daß ich (Jahreszeit egal, Frühling wird irgendwann wieder) auch den schönen Rosenstoff mit der gestickten Bordüre verarbeitet habe. Auch diese Tunika ist fast fertig, nur die Träger sind nur gesteckt. Hier muß wieder der Kompromiss zwischen meinem unsymmetrischen Körper und „so genäht sieht es dann aber auf dem Bügel fürchterlich schief aus“ gefunden werden, wozu ich dann kundige Hilfe einer bewährten Nähfreundin brauche. Halten würde das Teil vermutlich auch ohne die Träger, aber die Träger verstecken den BH. Weswegen die Position auch so wichtig ist…

zugeschnittenes BarbiekleidAus den relativ üppigen Resten (da ich am Saum und an den Ärmeln die Stickereibordüre haben wollte, habe ich alle Teile quer zugeschnitten, was bei 140cm Stoffbreite dann aber doch einen relativ breiten Reststreifen ergibt) bekommt Barbie wieder ein Kleid. Diesmal mit Hut. Der Stoff ist schon zugeschnitten, für die Hutteile habe ich erst beide Lagen Vliseline aufeinandergebügelt und schneide dann zu.

Stricktechnisch liegen sowohl der Lace-Schal als auch meine eigenen Sommersocken immer noch unverändert in der Ecke, aktueller Zustand also immer noch wie hier.

grauen Socken mit gelbem PonyDie Weihnachtssocken für meinen Bruder wurden, wie befürchtet, nicht fertig. Immerhin bekam er eine zum Anfassen, dann nahm ich das wieder mit, um die zweite spiegelverkehrt hinzubekommen. Das ist inzwischen auf einem guten Weg, wie man sieht.

Bis zu seinem Geburtstag ist es allerdings weniger als ein Monat… vielleicht werden sie wenigstens da fertig, aber für die Geburtstagssocken sehe ich schwarz. (Aber gut, mein Geburtstagsgeschenk von ihm kam auch sechs Monate verspätet…) Jedenfalls sind es noch neun Musterreihen. Was ich aber gelernt habe: Einstrickmuster mit drei Farben an Socken sind keine gute Idee. Wenn er noch mal mit so einer Idee um die Ecke kommt, dann wird aufgestickt.

Und lesen? Ja… äh… ich versuche meines Zeitschriftenstapels Herr zu werden. (Ich sage nicht, daß ich da keinen habe…)

Jedenfalls ist das Blog noch nicht ganz tot und ein bisschen komme ich auch noch zum Handarbeiten.

(Und gutes Neues Jahr! Heute ist chinesisches Neujahr, wir haben jetzt das Jahr des Schweines begonnen. 🙂 )

 

Frischer Nadelblick: Oktober 2018

Fresh from the needles: October 2018

Ein bisschen hat sich ja getan über die letzten zwei Monate, aber wirklich überragend sind die Fortschritte nicht.

A bit has changed over the last two month, but not great progress.

Schnittmuster und ProbestoffBei der Besprechung der „Meine Nähmode“ im Juli hatte ich ja schon angekündigt, die off Shoulder Tunika nähen zu wollen. War ja noch Sommer. Und ich hätte den perfekten Stoff dafür in der Kiste. Nun ja, bis ich mit dem diversen Kleinkram durch war und auch den Stapel Stopfwäsche erledigt hatte, war kein Sommer mehr. Aber kommt ja wieder. Und bei der Durchsuchung meiner Stofftruhe stellte ich fest, daß ich den weißen Stoff mit der Lochstickereibordüre offensichtlich doch mal abgegeben hatte. Lag ja schon mehr als zehn Jahre bei mir herum. Dafür fand ich einen anderen Stoff mit ähnlicher Bordüre. Der war aber mit Rosenmuster im Druck und war ein echter Streichelstoff. Bei dem bitte nichts schief gehen soll. Also… vor der Tunika ein Probeteil. Ich hoffe, der Ausbrenner Voile, den ich auch gefunden habe gibt das von der Menge her. Aber das Schnittmuster ist auskopiert, die Veränderungen am Schnitt sind durchgeführt, als nächstes wird der Zuschnitt kommen.)

When writing the magazine review about the „Meine Nähmode“ in July I had already announced I wanted to sew the off shoulder tunic. Especially since I was sure to own the perfect white fabric for that purpose. And right now, because it was still summer. Well… until the „just that little project before“ and the darning stack had been worked through summer was over. And when searching through my fabrics I realized that evidently I had let go that fabric, since I had never found a use for it in over ten years. But there was another fabric also with an eyelet embroidery side. But that was not a simple white one but with printed roses and the kind of a fabric I really do not want to mess up because I love it a lot. So… the one of a kind tunic will need a test garment before. I found this blue-grey voile which should be fine, if I can squeeze all my pattern pieces out of it. But I did copy the pattern, made all alterations and the next step will be cutting the fabric. Whenever. 

(Der BH ist noch nicht fertig. Ich vergesse immer die Tauchgänge im Lack.)

(The bra has not been finished. I keep forgetting to dip the wires.)

brauner gestrickter Lace Schal, halbfertigDer Lace Schal ist gerade etwas mehr als halb fertig. 11 Rapporte von 20. Allerdings geht das Muster inzwischen relativ leicht von der Hand.

My lace scarf is just a bit more than halfway done, 11 repeats of 20. But the pattern does no longer require too much attention.

Tipsy Toe Socken, noch nicht fertig gestricktWeiter bin ich mit den „Tipsy Toe“ Socken. Hier bin ich beim zweiten Bein. Das ist allerdings auch dringend nötig. Nicht weil ich die Socken so dringend brauchen würde (mit Baumwolle sind die auch erst nächstes Jahr wieder dran), aber gerade bei meinem aktuellen Stricktempo sollte ich bald mit den Weihnachtssocken für meinen Bruder anfangen. Zumal sich der was kompliziertes gewünscht hat…

More progress on my „Tipsy Toe“ Socks. I’ve started the second leg. On the other hand… her I should hurry a bit. Not because I need the socks so urgently (sock wool with cotton means they will be needed next summer), but I should start my brothers christmas socks. Especially since I am a very slow knitter at the moment and he required something complicated….

FachbuchWenig Trost bietet im Moment auch meine Nachttischlektüre. Anstrengend zu lesen und gleichzeitig klärt der Kommentar nicht so viele Fragen so konkret wie ich mir das so gewünscht hätte…

Not really fun either my nightstand book. Hard to read and its a comment on some changes that does not answer as many questions as I had hoped for and not with the precision I had liked…

Fluffig und flauschig

Fluffy and soft

gestrickte Mohair Tunika in Rot und BraunIm Entstehen habt ihr diese Tunika ja schon oft gesehen, aber jetzt gibt es endlich auch fertige Tragebilder. Wobei gestrickt war sie für meine Verhältnisse ja fast schnell (also deutlich kürzer als ein Jahr…), das Photo machen hat dann aber noch mal so lange gedauert.

You’ve already seen this tunic in statu nascendi, but now finally pictures of the finished garment. Knitting was relatively fast (means it took me less than a year….), taking the picture took even longer.

Das Garn ist ein Mohair-Seide Gemisch von Les Fermes Mohair de France. Das ist eine Kooperation von Haltern von Mohairziegen in Frankreich, die ihre Wolle zusammengenommen zum Spinnen und Färben geben und dann eine entsprechende Menge Garn zurück bekommen. So kann mit Maschinen gearbeitet werden und „normales“ Garn zu einem angemessenen Preis verkauft werden. Vermarktet wird das Garn nur von den jeweiligen Produzenten der Wolle, entweder im Hofverkauf oder auch auf Märkten und Messen. Ich hatte mir da vor über zehn Jahren im Urlaub sechs Knäuel gekauft. Mehr ging nicht, da sie nur Bargeld nahmen und ich nicht mehr dabei hatte. Außerdem wollte ich ein Tuch stricken, dafür hätte es gereicht.

The yarn is a mohair Silk blend by Les Fermes Mohair de France. This is a cooperation of farms who have mohair goats. They collect the fiber from all farms and give it to companies to process it (spinning and dyeing). Then each farm gets a certain amount of yarn back, depending on the amount of fiber they had added. So the processing can be done in an industrial way and allows a „normal“ yarn for a still affordable price. You can only buy it from the producing farms, either directly on the farm or sometimes on markets or fairs. I got myself six skeins while on holiday more than ten years ago. I could not buy more, because they only took cash and that was all I had. Besides I planned to make a shawl and it would have been enough for that.

Je länger das Garn aber bei mir lag, desto klarer wurde mir, daß das Garn ein Oberteil werden will. Ein eher weites. Und dafür waren sechs Knäuel zu 25g dann etwas wenig. Zumal in meiner Größe.

The longer the yarn stayed with me the clearer it became that it wanted to become a top. With a flared hem. And for that six skeins, 25g each were not enough. Especially not in my size.

Stricktunika von allen SeitenÜber die Jahre legte ich das Garn immer mal von links nach rechts, überlegte, ob ich durch die Verwendung von Lochmuster es ausreichend „strecken“ könnte… und strickte andere Projekte. Bis ich das erste Mal bei Aiguille en Fête in  Paris war und mich vorher durch das Ausstellerverzeichnis gearbeitet hatte. Da gab es nämlich einen Anbieter für das Garn und ich fand ein farblich dazu passendes. (Die gleiche Farbe wollte ich gar nicht versuchen, denn nach zehn Jahren ist die Färbung sicher nicht identisch.) Außerdem hat das Garn inzwischen Namen, diese Mischung in der Stärke heißt „Diva“.

Over the year the yarn was put from side to side, I wondered if I could „stretch“ it enough using lace pattern… and knitted other projects. Until I went for the first time to Aiguille an Fête a few years ago. I had checked the exihibitors list before and so I had seen that someone was offering that „brand“. So I choose a complementary color. (I had not even tried the same color, it would never have been identical after all those years.) I also found out the yarn has now a name, „Diva“.

Gestrickt habe ich dann nach der „Raglan von oben“ Technik aus dem alten Buch von Barbara Walker. Man fängt oben an und strickt dann in Runden. Der V-Ausschnitt hat vorne ein Lace-Muster und zum Saum und den Ärmelsäumen gibt es dann auch einen Farbübergang zu dem brauen Garn. Außerdem gibt es noch einige Lochmusterreihen und Einsätze längs, die aber nicht so viel Garn gespart haben, wie ich gedacht hatte. Im Ganzen brauchte ich dann etwa 7,75 Knäuel, die Tunika wiegt also weniger als 200g.

I did not use a real pattern, I used Barbara Walker’s instructions for a raglan sweater, starting from the neck band and knitting downwards in the round. The V-neckline has a lace pattern and I also made lace insets lenghtwise to safe yarn. In the end I think these did not really safe yarn. After the brown neckband the sweater is red, with gradually mixing it brown and ending with brown hem and sleeve hems. All in all I needed less than 8 skeins, so the whole tunic weights less than 200g!

Ich mag das Ergebnis sehr, nur habe ich dummerweise zwischen dem Beginn des Strickens und der Fertigstellung ungeplant 10 kg abgenommen, so daß der V-Ausschnitt dann extrem tief war. Ich habe erst mal ein paar Zentimeter zusammen genäht, wenn ich mir die Bilder aber so ansehe, habe ich immer noch die Tendenz, das Teil nach hinten zu ziehen. Da werde ich also vorne noch mal sechs Zentimeter schließen…

I like the result a lot. Just… while knitting it I lost (not planned) 10 kg, so the deep V-neck became a too deep V-neck. So I’ve sewn it closed over several rows. While watching the pictures I have to admit that I still have a tendency to pull the top to the back to control the neckline. So I guess I should add a few more stitches to the front neckline…

Sonst trägt sie sich aber prima, wie ich seit kurzem weiß. Denn… ich mußte mir erst mal eine braune Hose nähen… Braun ist eine Farbe, die ich nicht immer im Schrank habe. Ab Herbst werde ich Oberteil und Hose aber hoffentlich oft tragen. 🙂

Otherwise it wears great. I only found out recently, because before I could wear it I had to sew a pair of brown pants. Brown is a color I do not always have included in my wardrobe. But in autumn I will wear both pieces a lot. 🙂

(Und ja, es WAR windig, als ich die Bilder gemacht habe. Und meine Haare hatten gerade einen Tag mit viel Eigenleben…)

(And yes, it WAS windy when I took the pics. And my hair had decided to live a life on it’s own on that day anyway…)

Aktueller Nadelblick Oktober 2016

Fresh from the needles October 2016

Allmählich hat sich das gewohnte Projektchaos wieder breit gemacht…

The multi-project mode is back again…

Hoodie nach Hot Patterns
Genäht wird gerade ein Hoodie nach einem Schnitt von Hot Patterns. Mein erster dieser Firma, daher wird der Schnitt erst mal mit einem weniger spannenden Stoff getestet, bevor es an den Wolljersey geht. Der Schnitt hat mich bislang nur mittelmäßig begeistert, denn es sind so viele Größen auf dem Schnittbogen, daß die Linien (alle in Schwarz) oft zu einer dicken werden und man dann nur noch raten kann, was wohl die Schnittlinie sein könnte. Und die Nähanleitung führt aus meiner Sicht auch nicht zum schönsten Ergebnis. Da werde ich einiges ändern müssen. Dafür sitzen die Schultern aber bislang da, wo sie hingehören. Das ist bei mir ja nicht immer der Fall.

I am back to sewing big things, this time a hoodie after a pattern from Hot Patterns. It’s the first time I am using a pattern of that company so before I will cut my woolen knit fabric I am trying it in a less important fabric. The pattern did not excite me too much. There are a lot of sizes on the paper and often all those (black) lines converge into a very thick black line and you can only guess where the right size might be. Also the instructions do not give the best way to sew it IMHO. So for the second one I will have to make some changes. On the other hand the shoulders fall where they should and that is not often the case for me.
Socken
Socken habe ich noch mal Garn mit Baumwolle (TOM Cotton Strumpfgarn von Bärengarne) auf die Nadeln genommen, ganz ohne Muster geht es relativ schnell, die zweite Socke ist kurz vor der Ferse.

For socks I choose another time a sock yarn with cotton (TOM Cotton Strumpfgarn by Bärengarne) and I am knitting it plain vanilla, so it’s a relatively fast knit. The second sock is not far from starting the heel.
Tuch Trillian
Für ein Seminar brauchte ich dann noch mal ganz langweiliges Stricken, daher habe ich auch noch mal ein Tuch angefangen, diesmal „Trillian“ nach Martina Behm aus Jawoll Magic von Lang Yarns. Keine Ahnung, ob ich das behalte. Das Garn war da, die Farben sind gar nicht so meins.

Then for a seminar where I was supposed to listen I needed a completely brainless knitting. So I started a simple triangular scarf, it’s „Trillian“ by Martina Behm. The yarn is „Jawoll Magic“ by Lang Yarns. Not sure if I will keep the scarf in the end, I needed something to knit, the yarn was there… but I am not sure if I can make any use of those colorways.
Stricktunika Raglan von oben
Und es gibt endlich mal wieder ein größeres Strickprojekt. Das soll so eine Art Tunika werden, mein erster Raglan von oben. Das Garn ist hier „Diva“ von Le Mohair des Fermes de France. Das Ergänzungsgarn (wegen der Menge) hatte ich ja erst im Januar gekauft und habe die Tunika auch dieses Jahr schon angeschlagen. Für meine Verhältnisse ist das ganz gut.

I also started another bigger knitting project. It’s my first raglan from the top and it is supposed to become a kind of a flared tunic. The yarn is „Diva“ by Le Mohair des Fermes de France. I only bought one color in January this year (which I needed because what I already had was not enough) and have started knitting it this year. Quite good for me.
Bücher
Zum Abschluss noch der Blick auf die aktuelle Lektüre. Mit dem englischen Nähbuch bin ich immer noch nicht durch, das besteht doch aus viel Text und wenigen Bildern, dafür bin ich romantechnisch ein paar Werke weiter, hier bei einem sehr angenehmen Lesevergnügen mit vielen lebendigen Szenebeschreibungen.

And not to miss the look on my reading right now. I am still not finished with the Victorian Dressmaking Techniques. There are a lot of words and a lot of information densely packed. While on the novel side I have moved on by a few books, here a real reading pleasure with many lively described scenes.

Knipmode 07/2010, Modell 16/Blouse (Tunika)

The English version you’ll find at Pattern review.

TunikaMeine graue Hose soll auch noch das eine oder andere Oberteil bekommen. Und diese Tunika sah sehr süß aus, zumindest auf der technischen Zeichnung. Auf dem Photo erkennt man ja nicht so viel.

Da ich mit Knip aber noch nicht so viel Erfahrung habe (und ein neuer Pyjama fällig war), sollte es erst mal ein Schlafanzugoberteil werden.

Dafür habe ich mir bei Sacrés Coupons in Paris einen (bzw. 2) schöne Hemdencoupons gekauft, eine glatte Baumwollpopeline. Mit leichter Neigung zum Knittern. Aber ist ja für’s Bett.

TunikaDer Schnitt ist im Plus-Größen Spektrum und laut Maßtabelle habe ich in Größe 48 zugeschnitten, zur Hüfte auf 50 erweitert. Dann habe ich oberhalb der Taille um 2cm gekürzt. Eine FBA habe ich nicht gemacht, denn laut Maßtabelle bin ich sogar etwas unter dem angegebenen Brustumfang.

Die Manschetten und die äußere Ausschnittblende sowie die Belegstücke für den Schlitz habe ich im schrägen Fadenlauf zugeschnitten. Ich wollte gleich sehen, wie das aussieht, denn mein „endgültiger“ Stoff hat auch Streifen.

Die Anleitung konnte ich nur weitgehend ignorieren, weil ich nicht wirklich niederländisch verstehe. Vliseline 180 hatteich nicht, daher habe ich teilweise Gewebeeinlage und teilweise G785 genommen, weil die noch da waren. Für den Halsbeleg gibt es einen Bildernähkurs, dem ich dann auch weitgehend gefolgt bin. (Für die Knopfschlaufen habe ich fertige Kordel genommen, statt Bändchen zu nähen.) Intuitiv hätte ich das anders gearbeitet. Und bin mit dem Ergebnis auch nicht wirklich zufrieden. Die linke Seite sieht recht gemurkst aus, da wäre etwas handheften und eine andere Reihenfolge vermutlich schöner gewesen.

Ob man die innere oder äußere Lage des Ausschnittes bzw. der Manschetten verstärken solle konnte ich der Anleitung nicht entnehmen. An einigen Stellen habe ich auch Paßzeichen vermißt. Oder genauere Angaben, auf welcher Breite man nun die Vorderteile genau einhalten soll. (Im Nachhinein hat sich herausgestellt, daß es etwas mehr hätte sein sollen.) Oder wie tief nun der Untertritt der Manschetten geplant war. Die kamen mir ohnehin etwas weit vor. (Gut, vielleicht stand das irgendwo im Text, wo ich es nicht verstanden habe.)

Nicht so toll fand ich weiterhin die Saumverarbeitung: Den stark gerundeten Saum zwei Mal einschlagen…. wird nicht soooo schön.

RundumansichtDas Ergebnis ist… definitiv ein Schlafanzug.

Bei meiner Oberbekleidung mag ich es nämlich nicht so gerne, wenn jeder freie Sicht auf das Unterbrustband meines BHs hat. Und damit meine ich nicht, was man durch den Schlitz sehen kann. Der fängt da nämlich gerade an. (Geschickt versteckt, auf dem Photo im Heft, muß man sagen.)

Und die Paßform sagt, daß Knip und ich nicht füreinander geschaffen sind. Wie schon beim letzten Versuch steht der Ausschnitt häßlich ab (was man auf den Bildern nicht mal so gut sieht). An der Rückseite wäre auch noch so einiges zu ändern… Gibt es eine „Fettarsch-Änderung“? :o) Am meisten überrascht mich, wie eng es um die Brust ist. Angesichts der Tatsache, daß ich noch etwas unter dem Brustumfang der Maßtabelle liege…

SchlitzbelegIn der Konsequenz heißt das, daß ich von Knip erst mal die Finger lasse, bis ich mal viel Zeit habe, das gründlich zu erforschen. Denn es sind oft Schnitte mit schönen Details drin.

KnöpfeMit Details habe ich übrigens nicht gespart. Sowohl der Schlitzbesatz wurde abgesteppt, also auch habe ich dem Oberteil schöne Rosenknöpfchen gegönnt.

Es wird also beim Schlafanzug bleiben, als Oberteil zur Hose suche ich mir einen anderen Schnitt. Hauptgrund dafür ist jedoch nicht die chaotische Paßform… das Oberteil paßt in der Proportion gar nicht gut zur Hose. Das konnte ich damit nämlich auch testen. 🙂