Burda Modemagazin 06/2009, Modell 138 (Kleid)

Man könnte es auch das „sag niemals nie“ Kleid nennen.

Kleid Burda Modemagazin Juni 2009Als ich in den 80ern (oder waren es schon die frühen 90er?) Das erste Mal auf Boule-Kleider und Röcke stieß sagte ich: Niemals, nein, auf keinen Fall. Und immer wenn die Mode dieses Detail wieder hochspülte, wandte ich mich mit Grausen ab.

Bis zum Juniheft von Burda, wo mir dieses Kleid ins Auge sprang. Das sah doch irgendwie… nett aus. Noch ein paar Blicke und dann war klar, das muß ich haben.

(My English Review you find as always here on pattern review.)

Stoff hatte ich sogar noch in der Kiste, bei der Challenge 2007 war ja eine Idee von mir heftig schief gegangen und deswegen hatte ich von dem schwarzen (BBG) Silicon Popelin noch etwa 2,50 übrig. Die Anleitung verlangt 3,05m in Gr. 48, aber da an meinem Stück noch was dran hing (nur nicht mehr in voller Breite) und außerdem mein Stoff etwas breiter war als der nur 135cm breite Originalstoff habe ich es hinbekommen.

Kleid aus Burda Modemagazin 06/2009Das Kleid ist nicht sehr eng auf Figur, daher habe ich die Schnitteile mal ausgemessen und entschieden, daß ich mit weniger Änderungen hinkomme als sonst üblich. Ich habe Gr48 gewählt, die Schultern je 1cm schmaler gemacht und oberhalb der Taille 2cm Länge rausgenommen. FBA konnte ich mir sparen und auch an der Hüfte mußte ich nichts zugeben, das Kleid ist weit genug.

Beim Nähen habe ich mich an die Anleitung gehalten, es war nicht wirklich schwierig, aber die Anleitung war an einigen Stellen etwas nervig. Man muß viel Blättern: „Nahttaschen wie bei Mod 110“, Belege wie bei Mod 101, und wie man den Nahtreißverschluss einarbeitet finde am „auf Seite ?? beschrieben“. Da war wohl Kollege Schlamper am Werk.

Gut gefällt mir, wie die Falten am Ausschnitt unsichtbar von Hand befestigt werden, allerdings war das ziemlich fummelig, wie man das praktisch macht, da läßt einen die Anleitung dann aber im Stich. Ob das auch einfacher ginge?

Bei den Taschen läßt einen Burda zuerst die Naht machen und danach die Taschenbeutel annähen. Ich bin mir nicht sicher, ob es andersherum nicht einfacher gewesen wäre?

Den Saum habe ich nicht einmal, sondern zweimal eingeschlagen, das erscheint mir sauberer. Mein Gummi ist offensichtlich stark genug, um den Saum trotzdem zusammenzuziehen.

Das Kleid war schnell zu nähen und ich habe es auch nicht gefüttert, denn es ist für heiße Tage.

Fazit: Ich mag es! Die Form ist mal was anderes und der geraffte Saum macht erstaunlicherweise schlanke Beine. Ein gerades Kleid in der Länge könnte ich nie tragen. Außerdem trägt es sich gerade an heißen Tagen perfekt, denn es berührt den Körper quasi nur an den Schultern, ansonsten steht es durch den etwas steifen Stoff quasi „freitragend“ ohne Berührung um den Körper herumsteht. Und durch die langen Ärmel brauche ich keine Jacke, wenn ich morgens am Bahnhof stehe. Da kann es nämlich auch im Hochsommer um 7.30 Uhr noch etwas kühl sein.

Und falls mich die Bouleform irgendwann nervt… kann ich den Gummi ja wieder rausnehmen. 🙂

Buch-Näh-Schrank

Book-sew-shelf

Das ist doch mal ein Nähschrank, zusammengesetzt aus zwei Billy-Regalen von IKEA hat er viel Platz und kann auf Rollen geschoben werden.

Gefunden habe ich ihn bei Ikea-Hacker, gemacht hat es „Queen Lila“ aus Griechenland: Queen Lila: royalty crafts blog. (Und ich gehe jetzt das Blog mal durchgucken, ob die vielleicht noch mehr interessantes macht…)

That’s an interesting storage for the sewing machine. Made of two Billy shelves from IKEA, it has a lot of storing space and can be moved on wheels.

I stumbled over it on Ikea-Hacker, „Queen Lila“ from Greece made it: Queen Lila: royalty crafts blog. (And I’m going to check out her blog, there might be more interesting stuff…)

Kleid… fertig?

Dress… finished?

Katharina fragte in einem Kommentar, ob mein rotes Kleid fertig ist. Ich nehme sehr an, es handelt sich um das Bussiness goes Africa Kleid, auch wenn das in Wirklichkeit braun ist. (Als ich den Stoff kaufte war die Farbe noch „rehbraun“, diesen Herbst heißt sie wohl „Zimt“) In der Tat, ich schulde noch ein Photo.

Kleid Bussiness goes AfricaAlso technisch gesehen ist es fertig, das Futter ist drin, das Kleid ist gesäumt, alles dran.

Katharina asked in a comment some time ago whether I had finished my red dress. As I am only working on a brown one (which looks a bit reddish on the pics) I have to admit that I haven’t shown a pic yet.

Well, technically it’s finished. Lining is attached, hem is sewn, everything done.

Ich weiß nur noch nicht, ob es so schon fertig ist. Der Batikstoff kommt beim Laufen am Saum gut zur Geltung, aber oben… scheint mir noc was zu fehlen. Es ist unbalanciert und auch… naja, langweilig.

Gut, zur Arbeit kann ich es ohne Probleme anziehen, da kommt es nicht auf Schönheit an, aber wenn jemand noch eine Idee hat…? Ich dachte schon an eine lange, auffällige Kette, aber da habe ich noch nichts passendes gesehen.

Only I’m not sure whether it’s really finished. The african batik fabric shows nicely on the bottom of the dress when I’m walking, but on the upper part… something seems to be missing. It’s not well balanced and… well, boring.

Kleid mit Jacke, Business goes AfricaNo problem wearing it to work, beauty is not the main issue there. But if someone has an idea….? I’ve thought about a long and somewhat outstanding necklace or something like that, but I couldn’t find anything matching so far.

With the jacket (which I already did show here) it looks better, though not on the pic. I think this is because it adds structure to the upper part of my body and also the button is quite a statement. (The structure of the fabric does not photograph well.)

So maybe I am just not used to see myself on so much brown? I haven’t decided yet, what to do.

Mit der Jacke (die ich hier schon gezeigt hatte) sieht es etwas besser aus, allerdings nicht auf dem Bild. Die Struktur des Jackenstoffes photographiert sich ganz schlecht, aber durch ebendiese Struktur bringt die Jacke wieder etwas Aufmerksamkeit auf den Oberkörper und auch der große Knopf spricht für sich.

Vielleicht ist mir so viel braun für mich auch nur sehr ungewohnt? Mal sehen, was ich tun werden, entschieden habe ich mich noch nicht.

Revue de Presse: Burdastyle August 2009

Auch wenn es so aussieht, ich habe keine neue Zeitschrift entdeckt, Burda Modemagazin heißt jetzt Burdastyle. Was aber letztlich recht egal ist, denn in Deutschland zumindest nennt sie ohnehin jeder nur Burda. Vor meiner Abfahrt aus Paris hatte ich das Heft am Bahnhof schon am Kiosk gesehen, in Deutschland hätte ich es fast nicht wiedererkannt, denn die französische Ausgabe steht unter dem Motto „Pariser Chic“, die Deutsche bietet „Very Britsh“. *g*

(Short summary in English: New titel, few changes. This time quite a lot of awful stuff together with boring things. But on the other hand both plus size dresses make me wanting to sew them and if I had the time I would give the men’s jacket a try also.)

Also, neuer Titel und stadt eines mehr oder weniger sinnigen Editorial Texts gibt es eine Bilderschau, nämlich die mehr oder weniger neue Redaktion in München und der Rest des Teams. Alle in weiß, vermutlich um den Gerücht entgegen zu treten, daß die „Kreativen“ selber immer nur in schwarz rumliefen. Wobei weiß natürlich auch nicht phantasievoller ist….

Aber ich will ja eh Mode sehen, nicht so sehr Redakteure (also schon mal nett, die Gesichter hinter dem Heft zu sehen, aber interessanter ist natürlich der Rest des Heftes) und da geht es mit Fransen los. Fransen zum Basteln vor allem. Nun gut, das mag ich schon an Sofas nicht. Und ob die Fransenstulpen an Stiefeln halten, wenn man sich bewegt, da hätte ich doch so einige Zweifel.

Wenn ich mir die weiteren Kreativbasteleien angucke, wird der Herbst wieder opulent. Schmucksteine und Glasknöpfe, Dekoration aus Kordeln und Posamenten… Na mal sehen, ob ich das haben muß.

Ebenfalls bunt aber doch sachlicher gehen die Vorschläge für das Nähzimmer weiter. Nichts aufregend Neues. (Und wenn man die Wand mit Magnetfarbe streicht, dann sollte man aufpassen, mit Kredit- oder sonstigen Karten nicht in die Nähe zu kommen.)

Dei Warenkunde befaßt sich mit Bändern, wie üblich herzlich unsystematisch und daher auch nur von geringem Lerneffekt. Aber dafür mit einem dekorativen Photo.

Anschließend wird kräftiges Schnitte und Anleitungsredycling betrieben, unter dem Motto der Resteverwertung kann man von der Schlafbrille angefangen bis zum Schlüsselband etliche alte Bekannte oder auch Banalitäten besichtigen. (Die Sachen die m.E. als Gratisdownload einer Webseite okay wären.) Nur die Sache mit der selbergebastelten Sandale hat was. Wenn man der Anleitung folgt muß das Ergebnis allerdings anders aussehen als das Bild. Und wozu man überhaupt eine alte Sandale als Grundlage braucht, wenn man außer den Riemchen alles weg wirft erschließt sich mir auch nicht. Die Riemchen sollte man dann doch auch noch selber hinbekommen.

Aber dann kommt endlich Mode, „neue Formen“ und „Schnitte wie konstruiert“ (äh… und sonst macht Burda die Schnittbogen freihand und ohne Lineal?… das würde allerdings so manches erklären) fürs Büro. Also der Mantel in A-Linie schon mal nicht, weit, formlos und auch noch weite Ärmel am Saum, das ist unproportioniert.

Bluse BurdastyleBluse 109 läuft als „Schluppenbluse“, eine Kategorie die ich schauderhaft finde. Aber in der Variante könnte man sie glatt durchgehen lassen. Abgesehen davon, das Schlupfblusen an sich eine Geschmacklosigkeit sind…

Für Kurzgrößen gibt es eine puristische Jacke. Ich würde sagen die x-te Abwandlung des „Bikerjacke aus Wollstoff“ Themas, aber schon ganz niedlich.

Kleid Burdafashion August 2009Kleid 124 A mit den wenigen Nähten und dem mittigen Brustabnäher gefällt mir auch gut. (Nicht so sehr für meine Figur, aber generell, da gehören wohl eher flach gebaute Frauen hinein.) Nur an Bauhaus, wie der Text suggeriert, erinnert es mich wenig, dann doch eher an die 60er, ein bißchen Courrèges, ein bißchen Raumschiff Orion.

Hose 123 nennt sie Karottenhose, sieht aber beinahe wie eine Sarouelhose aus. Glücklicherweise ist die in Langgröße im Heft, da muß ich mir schon mal keine Gedanken machen. (Wobei mir auffällt.. warum eigentlich nur lang und dünn? Bei den Kurzgrößen macht es ja Sinn, mit kleinen Größen anzufangen, aber muß lang bei Gr 44 (=88) aufhören? Lange Frauen brauchen doch ein paar Kilo mehr, damit sie die gleichen Proportionen haben wie „normalkurze“, da wäre doch wenigstens eine 46/92 noch angemessen, oder?)

Shirt 114 sieht als Schemazeichnung auch ganz nett aus, aber das Photo schreit „falscher Stoff!“ Bei feinen Fältchen ist zu steif und fest nicht die sinnvolle Wahl. Die Bluse mit seltsamen Ärmeln und einem sabberlatzähnlichen Volant zusammen mit einer formlosen Weste mit Schultern, die nicht wissen ob sie noch Schultern oder schon Ärmel sind laufen unter „Fluchtpunkt“. „Flucht“ ist da schon mal ein gutes Stichwort… *schauder* *Beautyteil gleich mit überblätter*

Die „Surf-Favoriten“ muß ich natürlich mal durchgucken. www.hobby-kosmetik.de macht einen fundierten Eindruck, die Nagelpflege würde ich doch gerne mal ausprobieren. Auf www.wawerko.de werde ich sicher auch immer mal wieder vorbei gucken. Etliche Anleitungen auf diesem Heimwerkerportal sind war banal, aber bei Themen wie „Garten“, von denen ich herzlich wenig Ahnung habe scheint mir doch einges nützlich. Nicht so interresant wie Make, aber manches auch weniger ausgeflippt. Beim Rest fragt man sich hingegen, was die Redakteure sonst in ihrer Linkliste haben, wenn das die „Favoriten“ sind. „Server nicht erreichbar“, ein „Cultportal“ mit reichlich wenig Inhalt, „aktuelle“ Meldungen die Monate alt sind… bleibt die Frage, ob die Firmen für die Aufnahme ins Heft zahlen oder ob die Auswahl der Links in den letzten 30 Minuten vor Redaktionsschluss erfolgte? Oder die Linkbeschreibungen einfach etwas hochgegriffen sind?

„Grenzenlose Freiheit“ steht wohl für so eine Art Biker Mode. Jeansbluse mit Rüschen, na gut, ein Parka… nö. Wobei die technische Skizze schlimmer aussieht aus das getragene Modell. Wer also größer als 1,75m ist und weniger als 50kg wiegt könnte damit gut bedient sein.

Herrensakko Burdastyle August 2009Das Herrensakko ist auf dem Photo ja gänzlich von der Kawasaki verdeckt. Nur die technische Zeichnung zeigt ein interessantes Taschendetail.

Rock 122 könnte nett sein, aber auch hier kann man nur die technische Zeichnung erkennen. Caban Jacke… na gut, spannend ist anders. Marlene-Hose auf dem Motorrad ist bestommt ein interessantes Fahrgefühl, besonders mit den Plateau-Schuhen… Praktisch dagegen der Schnitt in Kurzgröße, die Röhrenhose scheint ein klassischer Five-Pocket-Style zu sein, also ein Basisschnitt, den man eigentlich immer brauchen kann.

Anschließend gibt es die passenden Accessoires im „Biker-Chic“. Wie viele Biker wohl Gesichtspeeling benutzen…? *g*

„Kreative Welt“ zeigt so ein bißchen dies und das. Das Schaf, das es als Bastelpaket gibt ist ja wirklich süß!

Anschließend ist das „aus 1 mach 4“ Thema die weiße Bluse. Pseudogeschichtlicher Überblick und dann vier Blusen mit unterschiedlichem Styling. Die Blusen sind nicht weiter bemerkenswart, aber für das Bürooutfit schlägt Burda die Kombination mit einer 970 EUR Handtasche, einem 500 EUR Trench und 400 EUR Schuhen vor. 500 EUR für ein klassischen Teil wie einen Trench da könnte man ja fast noch drüber reden… aber tausend Euro für eine Handtasche? Wenn die Redaktionsgehälter bei Burda das hergeben, dann schule ich um! Allerdings sollte man dazu dann nicht Ohrringe für 7.95 EUR kombinieren und die Brille von Filemann ist dann doch in dem Zusammenhang auch eher peinlich….

Mit „Pariser Chic“ geht es weiter. Wie meist im Heft kennt man die meisten Schnitte schon von vorhergehenden Seiten. Der Sabberlatzvolant sieht an Bluse 117 dank des Stoffes ein bißchen weniger krude aus. Die Kurzgrößenjacke sieht genauso nett aus wie vorher, der A-Line Mantel genauso schrecklich. Oder noch mehr, denn der dickere Stoff mit dem großen Muster läßt ihn noch plumper wirken. Und Cape 112 vom Titel wird eher im Bibliothekarinen-Stil präsentiert. Nett, aber Cape-Varianten gab es in den letzten Jahren schon mehrere. Und diese hier ist arg brav und blaß. Dann doch lieber die schlichte Eleganz von Kleid 128. Und Kleid 124 noch mal aus Spitze, auch eine sehr schöne Variante. Ach und noch mal den Sabberlatz, nur diesmal wieder mit Ärmeln und in zartem rosa. nun ja… *schüttel*

Da ist die Bastelstunde der nächsten Seiten beinahe erholsam. Eine Kette aus Satinband und Perlen zu kombinieren mag originell sein, ob sie getragen gut aussieht bleibt zweifelhaft, denn die Perlen fallen schwer, das Satinband hingegen knittert etwas unmotiviert herum. Zumindest sieht es auf dem Bild so aus. Verwunderlich ist es nicht, denn da fehlt einfach das Eigengewicht und eine lange Kette abzugeben. Die mit Spitze beklebten Schuhe sehen natürlich nett aus, aber ob das als Innensohle so bequem ist?

Bei der „Nähschule“ geht es um Kanten an feinen Stoffen, Rollsaum von Hand oder feine Säume mit der Maschine werden erklärt. Beide Varianten an zarten Stoffen schöner als mit der Overlock, also keine Angst vor feinen oder transparenten Stoffen!

Jetzt kommt der auf dem Titel versprochene britische Stil, Trench mit Rüsche? Na ich weiß nicht… irgendwie… oder doch nicht? Die Idee mag originell sein, aber muß man es deswegen haben? Pannesamt als Gummizugröcklein… und ein Cape im Trench-Stil. Letzteres war beim ersten Mal toll, allmählich langweilt es. Die Strickjacke hat ein nettes Muster, aber die Paßform ist nicht zu erkennen. „Hüftkurz“ sagt der Text, das Bild sieht eher oversized und formlos aus…. Kleid 113 ist ein Samtkleid, leider auch ein Sackkleid mit Gummizug in der Taille… *bäh* Schade um den Stoff. Dann ein Rock mit sozusagen „Trench“ Vorderseite. Auch so ein bißchen… *hm*… muß man?

Die Accessoires sind daschon besser. Die karierten Gummistiefel haben was, und die Eulenbrosche erst! (Aber ich würde sie ja dann doch nie tragen, weil ich morgens nie Zeit habe, auch noch nach so was zu kramen….) Auch Kosmetika werden dem England-Thema untergeordnet. Nun ja.

Ah ja, auch die Bastelseiten sollen was damit zu tun haben, Geschirr zerschlagen und neu arrangieren. Tabletts mit Mosaiks aus Porzellansscherben zu bekleben ist auch so ein „kochen wir regelmäßig wieder hoch“ Thema. Die Kerzenhalter und Lampenfüße aus alten Porzellanteilen geklebt sind etwas neuer, aber auch einfach grauenhaft. Und Tassen als Windlichthalter haben definitiv den Nachteil, daß Licht dann auch nicht mehr viel übrig ist. Form looses function ist hier wohl mal wieder das Motto…

Bißchen britisch ist auch die Kindermode. Der bolerokurze Blazer 129 rechnet offensichtlich nicht damit, daß Kinder zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Schule gehen, das ist nur was für die Rückbank des Autos. Über den Knopfverschluß an der Jungshose freut sich zumindest in der ersten Klasse vor allem die Lehrerin, die das Kiddo dann aufs Klo begleiten darf. 😮

Kinderkleid BurdaÄhnlich praktisch Kleid 141, daß ich zwar ganz reizend finde, aber Knöpfe im Rücken… da sollte kein Sport auf dem Stundenplan stehen… Ob ein Minirock in der Grundschule jetzt sein muß weiß ich nicht und Jungs in Cord-Shorts habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Abgesehen von alten Photos, um genau zu sein.

Jetzt aber die Plusmode. Da ich mir kürzlich mein Lieblingskleid aus der Juniburda genäht habe (ja, Bericht kommt noch…) und die Paßform gar nicht so übel war, schaue ich die Seiten natürlich wieder mit neuem Interesse an. Die Schuhe schon mal nicht… Der Kasak 136 sieht zwar in der technischen Zeichnung irgendwie interessant aus, aber ob das angezogen irgendwelche Vorteile bringt… ? Das Photo überzeugt mich schon mal nicht.

Kleid Burdafashion August 2009Das leicht bouleförmige Kleid 137 hingegen wäre vielleicht doch mal wieder einen Versuch wert. Der Mantel mit den Volant hingegen… modisch sicher, aber kann man den auch zu machen? Morgens am Bahnhof oder an der Straßenbahn ist es doch immer so kalt…

Kleid Burdafashion August 2009Auch Kleid 138… auf der technischen Zeichnung sieht es ja eher sackartig aus, aber am Körper (und aus dem richtigen Stoff, da bin ich sicher) fällt es offensichtlich schön. Bei breiten Hüften ist die Form perfekt und die Frontdrapierung schafft schon von oben weg Platz für das Bäuchlein. *hüstel* Nur der Ausschnitt sieht auf dem Photo viel tiefer aus, als auf der Zeichnung… Und ein bißchen länger müßte es für mich sein, aber es gibt ja auch Plus-Frauen mit schlanken Beinen.

Die Hose mit den Bügelfalten hingegen… langweilig. Aber na gut, wer einen Grundschnitt braucht… hat wohl auch seine Berechtigung.

Die Handarbeitstechnik des Monats ist diesmal Sticken. En paar Basisstiche mit großen Photos, ausreichend um das auch mal zu probieren. Bevor dann der Quilt des Monats kommt (Das scheint eine feste Sparte zu werden.) werden wir erst mal mit Eigenwerbung für die Burdafashion-seite beglückt.

Und danach ein Portrait von Aenne Burda, ah ja, die wäre 100 geworden. Anschließend darf auch Herr Lagerfeld ein paar Worte über sie sprechen, nichtssagend, aber wohl formuliert. Und als Schmankerl gibt es einen Originalschnitt von 1951 zum Download, das ist doch mal ene gute Idee,echte alte Schnitte sind ja nicht immer problemlos zu finden.

Die Reise/Shoppingtripp führt nach Kopenhagen. Einiges klingt gefährlich interessant (anderes bekomme ich in Köln auch, was die Gefahr für den Geldbeutel nicht mindert), aber Dänemark steht nicht so auf meinem Reiseplan. Zu kalt und Regen und Kälte haben wir diesen Sommer selber…

Die Horoskope werden wieder ignoriert, dann noch der Hinweis auf die Burdastyle-Seite (und das, wo uns das Overlay auf Burdafashion eh damit nervt, daß die Seiten irgendwie eine werden, warum also dann getrennte HinweiseimHeft?) und… *huch* eine lange verschwundene Rubrik, Leserbilder. Gut, diesmal keine Leserbilder sondern wohl mehr auf der Straße aufgenommen zum Thema Hippiekleid. Da davon keines nach einem Burda-Schnitt genäht ist, gibt es von Burda dazu einen Gratis-Download… (gratis? lese ich das richtig… na da muß ich nachher gleich mal gucken gehen…) und zum Abschluss eine als „Stoff des Monats“ verkleidete Werbung für Liberty-Stoffe. Daß es den Stoff aber exclusiv (was ja, wenn mich meine Lateinkenntnisse nicht täuschen, „ausschließlich“ bedeutet) bei Liberty in Großbritannien gibt ist ein Gerücht. Da weiß ich auch Bezugsquellen in der Eurozone. Billiger sind die allerdings nicht.

Das war’s dann schon. Neben etlichem Grauen gab es diesmal auch zumindest in meinem Größenbereich zwei schöne Kleidschnitte.. ich solle einfach wieder mehr Kleider tragen.. und nähen…

Löcherstreckbank

The Rack for Holes

Es ist vollbracht, mein erster Lace Schal ist fertig. Fertig gestrickt ist er schon seit einer guten Weile, aber jetzt habe ich ihn endlich auch mal nass gemacht und gespannt.

Spitzenschal gespanntWas nicht so einfach war.

Das Muster ist „Large Rectangle with center diamond pattern“ aus Victorian Lace Today. Gestrickt habe ich mit dem angegebenen Garn, Rowan Kidsilk Haze (aus der Maschenkunst).

Mit der Größe habe ich defintiv ein Problem. Die angegebene Maschenprobe im Buch wird glatt rechts gestrickt. Nach der dritten Maschenprobe hatte ich eine Nadelstärke gefunden, bei der ich auf die passende Breite komme, aber die Höhe stimmte nicht. Also habe ich das entsprechend der Maschenprobe umgerechnet und habe etliche Rapporte in der Höhe mehr gestrickt.

Mit dem Ergebnis, daß mein Schal (der ja auch noch den angestrickten Rand bekam) ein Stück länger wurde als laut Anleitung. Es hätten knapp 2m werden sollen, meiner ist deutlich länger. Da aber meine „Spannmatratze“ nur 2m lang ist, habe ich dann etwas mehr in die Breite gezogen und vor allem in der zweiten Hälfte etwas weniger stark gespannt.

Also das mit dem Spannen muß ich wohl noch üben, vor allem worauf soll man denn so was langes spannen? Teppich habe ich keinen…

Als Verbrauch waren 4 Knäuel angegeben, das vierte habe ich aber nur angefangen, bei normaler Länge wären es wohl nur drei gewesen. (Nicht zu vergessen die vielen Maschenproben…) Aber der Schal ist sehr schön geworden, fühlt sich wirklich wie ein Nichts auf der Haut an und wärmt schön.

Jetzt muß ich nur noch meine Tasche fertig häkeln, den Herrenpulli stricken und dann kann ich mich ans nächste Lace Projekt machen… 🙂

Lace SchalMy first lace scarf is finished. I finished knitting quite a while ago, but now I finally managed to block it also.

Which was not so easy..

The pattern is „Large Rectangle with center diamond pattern“ from Victorian Lace Today. I used the yarn from the book, Rowan Kidsilk Haze (purchased from Maschenkunst).

The size is defintely a problem. The gauge is in stockinette stitch. After the third test square I had found a needle size that would give me the right number of stitches, but not the rows. So I recalculated the pattern length according to my stockinette gauge and knitted some chart lengthes more.

This resulted in my shawl beeing a good deal longer than the pattern said. It is supposed to be a little less than 2 m, mine is longer (including the knit on border, that could not be measured before). How long I cannot say, because the mattress I use for blocking has only 2m length. So I pulled it a bit larger and especially in the second half a little less in length.

I think blocking is something I’ll have to practise… But how you do that when your longest mattress is 2 m long? (And I have no carpet in my house…)

According to the instructions the shawl lakes 4 balls, I needed only a bit more then three, even though my shawl is longer and I needed 3 samples to determine the gauge. So if you are short on money just reduce the length a bit and you should be able to get away with three. The yarn is worth the money, because the shawl is super lightweight, feels like a nothing on the skin but still quite warming.

Now I only have to finish my crocheted bag, then the men’s sweater for my friend and then I can start my next lace project…

Aus dem Blogarchiv

From the archives

August 2006, viel Gardinen (August 2006, lots of window treatment)

August 2007, die Challenge nahte: (August 2007, Working on the Challenge)

Selbsterklärendes Nadelbuch

Selfexplaining needlebook

NadelbuchDa mein Bruderherz sich ja jetzt endlich eine eigene Nähmaschine angeschafft hat, braucht er natürlich auch Zubehör. Und das ist für mich eine gute Gelegenheit, Reste zu verwerten.

Wie sieht ein Nadelbuch für einen Mann aus?

Kein Tildagetüddel natürlich, es geht auch anders.

Since my brother finally decided to buy his own sewing machine I decided he needs some notions. A good possibility to reduce my scraps.

So how would a needle book for a man look?

No pink frills, of course, you can do something different.

Nadelbuch InnenlebenAber wie immer kommt es ja eigentlich auf die inneren Werte an. (Ein Klick aufs Bild bringt wie immer die größere Version.)

Da mein Bruder sicher kein Vielnäher werden wird (er hat schon genug Hobbies) fand ich es wichtig, daß er ohne viel Nachdenken die richtigen Nadeln findet. Also gibt es ein mehrteiliges Innenleben.

Das Futter hat Taschen für Nadelpäckchen, zwei kleine vorne, eine große (für 10er Packs) hinten. Hier ist aktuell ein Päckchen Jeansnadeln eingesteckt.

Die erste Seite ist aus einem Elastik-Interlock (mit genug Stand), hier sind Ballpoint und Stretch-Nadeln in zwei Stärken eingesteckt. Also Nadeln die man für Jerseys und Strickstoffe braucht.

Weiter geht es mit einem Webstoff, hier sind die Maschinennadeln für Webstoffe, ganz einfach und logisch. Und auf der zweiten Webstoffseite sind normale Handnadeln (und ein paar Sicherheitsnadeln).

Auf der letzten Seite, wieder Interlock, Handstick- und -nähnadeln mit runder Spitze, was man eben für Jersey braucht.

Ich hoffe, er findet es genauso praktisch wie ich…

But what is more important is what is inside. (Clicking on the pic show you a bigger version.) My brother never will always be a regular sewer so it is important that he can find the right needle without reading a manual first.

So on the inside cover of my „booklet“ are pockets, two smaller ones on the front inner cover, one bigger (for 10 needle packs) an the back cover. I already put a packet of jeans needles in. The first side is made of a rather stiff interlock and holds ballpoint and stretch needles. What you would use to sew jersey and knits.

Next sides are woven, so they contain machine needles for woven fabric in different sizes and hand needles in different sizes. The last page is interlock again and contains round tip hand needles.

I hope he will find it as usefull as I do.

NähsetDamit sich das Nadelbuch nicht so langweilt und weil noch Stoff da war habe ich dann ein ganzes Set draus gemacht.

Ein Nadelkissen und eine kleine Tasche für eine Basisausstattung. (Eben ein Nähset für Gelegenheitsnäher.)

Since I had still fabric left I made a small notions kit.

I added a pincusion and a small bag for the basic notions. (A sewing kit for the not regular sewer.)

NähzubehörFür die Neugierigen natürlich auch noch ein Blick in das Mäppchen:

Eine Schere von meiner Oma. Die hatte ich nach ihrem Tod schleifen lassen und seither nie benutzt, Ein Maßband aus meiner Sammlung, auch das Handmaß hatte ich doppelt. Eie kleine Stickschere liegt auch noch bei.

Den Combicut Nahttrenner (eine Seite Trenner, die andere Pinzette) und die Schneiderkreide habe ich hingegen neu gekauft. Nur den Fingerhut muß er sich selber kaufen, das geht ohne Größenangaben schlecht…

Damit kann er dann loslegen, wenn er im August die Maschine und das Zubehör bei mir abholt. (Ein Nähbuch habe ich auch noch übrig…)

Of course I also put some basic things in the sewing case: The scissors are from our grandmother. I had them sharpened after her death but never used them. Gauge and tape measure also come from my collection. Small embroidery scissors also come handy.

What I bought for him is the combicut seam ripper (ripper on one side, tweezers on the other) and tailors chalk. A thimble he will have to buy for himself, I don’t know his size…

So all basic needs should be fullfilled and he can start after he has the time to fetch his machine from me. (I also found a basic sewing book I do not need myself…)

Revue de Presse: sewstylish, spring 2009

Als ich diese Ausgabe in der Mayerschen am Neumarkt entdecke konnte ich trotz des heftigen deutschen Preises (8,90 EUR) nicht widerstehen.

Einfache Frühjahrsmode wird versprochen und neu verschiedene Stile aus einem Schnitt. Dazu noch einige Anleitungen zu Basistechniken. Das Editorial bläst (wenig überraschend) in das gleiche Horn. Na gucken wir mal…

Die Autoren der Ausgabe kenne ich zum größten Teil nicht, nur „Crafty Chica“ Kathy Cano-Murillo ist mir ein Begriff. Zu der kurzen Vorstellung dürfen sich die Autoren zu der Frage äußern, welche Türen ihnen Nähen geöffnet hat.

Die Vorstellung von Nähzubehör nennt sie hier „cool tools“. Das Nadelkissen im Baumstumpf-Look ist zwar eine nette Idee, aber wie ich finde nicht sonderlich schön ausgeführt. Und das Wechseln der Rollschneiderklingen fand ich bislang nicht so mühsam und beschwerlich, daß ich da dringend Bedürfnis nach einer Vereinfachung gehabt hätte. Zumal man eh nur selten eine neue Klinge braucht.

Weiter geht es mit einer als Interview verkleideten Werbung für Stoffdesignerin Anna Maria Horner und ihr Buch. (Wobei sie zugegebenermaßen schöne bunte Drucke entwirft.)

Die Crafty Chica zeigt dann, wie man mit wenigen Schnitten und Nähten aus einem alen Herrenhemd ein Sonnentop macht. Nicht so mein Thema, aber ein prima Einstiegsprojekt für „Neunäherinnen“. Zumal die Kosten sich auch sehr in Grenzen halten.

Bilderreich geht es weiter, Metallic-Stoffe stehen im Focus und Modelle verschiedener Designer werden gezeigt. Als Anregung, denn es geht um die Frühjahrskollektionen.

So, endlich Technik, erst mal Ziersteppereien. Von Hand, mit der Maschine, Effekte durch veschiedene Fäden. Schön gezeigt und viel Anregung für Anfänger. Nur das Stichbild bei den Maschinennähten ist so gruselig, daß das für mich ein Grund wäre, keine Ziersteppungen zu machen, sondern schleunigst bei meinem Mechaniker vorbei zu gucken und die Maschine neu einstellen zu lassen. Danach geht es mit Grundwissen über Einlagen weiter. Im Gegensatz zu deutschen Anleitungen, bei denen Vlieseline mit den praktischen Nummern als Standard angegeben wird, kennen amerikanische Anleitungen und Geschäfte mehr Vielfalt. Das Grundwissen hilft aber auch in Deutschland weiter, wenn man mal einen anderen Stoff hat und daher auch die Anleitung selber wählen muß. Es wird jedenfalls alles schön erklärt.

Das vorgestellte Nähzubehör geht dann teilweise schon über das hinaus, was selbst manche erfahrene Näherin nicht zur Verfügung hat. Also sind die Tips definitiv hilfreich.

Ausführlich und wieder mit vielen Bildern wendet sich der nächste Artikel dem Reißverschluss zu. Vier verschiedene Arten werden vorgestellt, dabei dient für den sichtbar außen aufgenähten Reißverschluss wieder ein Couture-Modell als Vorbild. Wer sich genügend Ausgaben von diesem Heft kauft, braucht bald kein Nähbuch mehr…

Auch der nächste Artikel zeigt, daß die Zeitschrift sich eher an Anfänger richtet. Es geht um die Informationen, die man einer Schnittmustertüte entnehmen kann. Auch wie man mit den Anleitungen und dem Papierschnitt selber umgeht und welche Information sich hinter den manchmal kryptischen Abkürzungen verbergen wird erläutert. Als Vorbild dient ein Simplicity-Schnitt, der auch Grundlage der verschiedenen Schnittveränderungen sein wird. Mit diesem Schnitt (Kleid, Tunika, Hose, Jacke) und dem Heft kann man sich tatsächlich eine komplette abwechslungsreiche Frühjahrsgarderobe nähen. Eigentlich ein gutes und finanzfreundliches Konzept, ich kaufe pro Quartal einen Schnitt und eine Zeitschrift und bin komplett versorgt.

Am Kleidschnitt wird dann gleich mal erklärt, wie man das Brustteil an eine große oder kleine Brust anpaßt. Wichtiges Grundlagenwissen, wenn ihr mich fragt. Und besser als die Burda-Taktik, Anfängerschnitte einfach ohne Paßform zu gestalten… Die ausführlich erklärten Methoden sind vielleicht nicht die perfekte Konstruktion, aber sie sind gut durchzuführen und dürften in den meisten Fällen auch zum Erfolg führen.

Hintergrundwissen kommt auch nicht zu kurz, nämlich wie bei Simplicity so ein Schnitt ensteht, sozusagen von der Zeichnung zur fertigen Schnittüte. Das dürfte bei anderen Schnittherstellern aber genauso ablaufen.

Jetzt wendet sich das Heft dem Hosenschnitt aus oben genanntem Schnitt zu. drei verschiedene Shorts-Varianten werden daraus, ganz kurz mit Aufschlag, knielang gepludet und mit breiterem Taillenbund und Gürtel. Inspieriert auch hier wieder von Laufstegmodellen. Danach kann man das alles selber aus einer Grundform konstruieren.

Die Tunika wird dann einer Designveränderung unterzogen, dabei wird dann gleich erklärt, wie man Spitzenborten aufnähen. Das Konzept gefällt mir einfach, statt Anfängern zu sagen „das kannst du noch nicht, das ist schwer“, wird einfach erklärt, wie das geht. Gleiches gilt für das Einnähen eines eingehaltenen Ärmels, auch hier keine Hexerei, sondern drei verschiedene Techniken. (Und die, den Ärmel von Hand von außen einzunähen ist bei kniffligen Stoffen oder auch, wenn man erst nach Beschneiden der Nahtzugabe erst merkt, daß man die Ärmel verkehrt herum eingenäht hatte wahrlich nicht die schlechteste.)

Sein Material in Schuß halten ist auch ein wichtiges Thema, Warten und Ersetzen, je nach dem. Von der Bügeleisensohle bis zur Maschinennadel. Kann man eigentlich nicht oft genug sagen.

Unter „Tricks of the Trade“ geht es um Nahtzugaben. Und zwar um die Nahtzugaben, die (laut der Zeitschrift) in der Industrie verwendet werden: Unterschiedliche breite an verschiedenen Stellen. Als im Prinzip das, was jahrzehntelang in jedem Burdaheft stand. (Und was ich persönlich weniger praktisch finde, als die gleichbreite Nahtzugabe der amerikanischen Schnitthersteller. Aber wie da so ist… was man noch nicht kennt ist neu und toll. Beides ausprobieren und für sich entscheiden ist immer die beste Technik.)

Mit typischen Aufgaben für den Änderungsschneider geht es weiter, selber machen statt machen lassen ist das Motto. Hosen säumen, Jeans kürzen, Knopf annähen, Seitennähte anpassen sowie kleine Risse flicken. Basiswissen für jeden Haushalt sollte man meinen. Und viel Geld zu sparen, wenn man das selber machen kann.

Anspruchsvoller geht es in den „Designer Secrets“ zu. Ein Stoffgeschäft in Manhatten nutzt mir nicht so viel und wenn ich mir die Blder so ansehe, dann wäre das für meinen Geldbeutel wohl eh nicht gut. Anschließend wendet sich das Heft dem Thema Designerstücke zu. Aus dem Jackenschnitt des schon vorher verwendeten Simplicity Schnitts wird einmal eine… äh… Fransengardine? Nun gut, das mag Trendy sein, aber ich muß es nicht haben. Die lässige rosanen Variante ist schon besser und auch aus Crincle-Stoff mit großem Kragen sagt es mir zu. Der Schnitt wird für jedes Modell deutlich verändert, aber so erklärt, daß es auch ein Anfänger vornehmen kann. Schnittveränderung ist ja keine Hexerei und so gibt es drei wirklich komplett unterschiedliche Jacken aus einem Schnitt.

Nach den Schnitten geht es an die Stoffe, Stoffmuster kombinieren, auch hier wieder inspiriert von Laufstegmodellen. Erklärt werden ein paar allgemeine Regeln, die auch für mich noch ein paar Anhaltspunkte enthält. verschiedene Muster kombinieren ist nämlich nicht so meine Sache, deswegen bin ich da auch immer sehr zögerlich. Aber manchmal wäre es ja doch gut zu wissen wie es geht. Falls ich doch mal will…

Das nächste kreative Detail um das es geht sind Taschen. Auch hier wieder ganz verschiedne Möglichkeiten und gerade die aufgesetzten Taschen kann man ja eigentlich an jedes Kleidungsstück anbasteln und eben aus einem Schnitt ganz viele auch verschieden aussehende Kleidungsstücke basteln.

Wer nicht neu nähen will, der nimmt den nächsten Artikel (auch hier wieder sehr ausführlich mit vielen Bildern erklärt), eine Männerweste wird zum Miedergürtel (natürlich wieder mit Laufsteginspiration…)

Und zum Abschluss wird es noch mal anspruchsvoll: Nähte in transparenten Stoffen. Alles kein Zauberwerk wenn man weiß wie.

Ich finde auch dieses Heft wieder absolut gelungen, gerade für Anfänger oder alle, die sich bislang an angeblich „schwierige“ Sachen nicht herangewagt haben. Ich denke, ich werde es nicht behalten, für mich war nicht so viel neues drin, aber mein Bruder sollte damit Unterstützung finden…

Ich bin ein Sofa, zieh mich neu an!

I’m a sofa, dress me!

Der Schnupfen ist weg und das Sofa braucht immer noch einen neuen Bezug. Einfach eine Husse drüber nähen fällt schon mal weg, denn es ist ein Klappsofa und soll das auch bleiben. Stoff düber ziehen und unten festtackern geht nicht, weil zu viel Metall. Aber die Sitz-/Liegefläche und die Seitenteile sind ganz gut von einander abgegrenzt, so daß ich sie getrennt beziehen kann.

The cold is gone and my sofa still needs a new cover. Just sewing a slipcover over the whole things is not an option, because I still want to be able to unfold it as a bed. Just covering it with fabric and using the staple gun isn’t an option either, because there is to much metal underneath. But the sitting/sleeping part and the sides are quite well separated so I can cover the elements individually.

Sofa messenAls erstes kommt die Sitzfläche an die Reihe.

Ich messe also einmal der Länge nach von vorne über die Sitzfläche und Lehne und auch hinten wieder runter.

I’m starting with the sitting/sleeping area.

So I’m measuring the length from front sitting over backrest and then down the backside of the sofa.

Jetzt hat mein Sofa aber ein paar „Falten“ im Bezug, weil der ja die „Faltung“ mitmachen muß.

Sofa messenAlso wird das Sofa aufgeklappt und sicherheitshalber auch noch mal ausgeklappt gemessen. Die Breite kann man so sowieso einfacher messen. Aufgeklappt ist es tatsächlich 3cm länger.

Und die Seitenteile messe ich auch gleich mit, einmal runherum in beide Richtungen.

Now my cover has some folds so it can stretch when unfold.

So I unfold the sofa to check the lengthwise measure. And taking the crosswise measure is easier that way anyhow. And, indeed, it’s about 3cm longer that way.

And as everything is unfold now I’m measuring the sides also. Circumference in both directions.

Mit den Zahlen in der Tasche mußten mein Herzblatt und ich uns dann nur noch auf einen Stoff einigen. Nachdem es diesmal eh keine Lösung für die Ewigkeit sein soll (eine Stimme sagt mir, daß ich das in zehn Jahren immer noch habe… *g*) konnten wir uns tatsächlich bei Toto in Paris relativ schnell einigen.

After I had determined the amount of fabric we need DH and I just had to agree over one fabric. Since we had decided this to be just an interim solution (which means we will still be having it in ten years… *g*) we found something at Toto in Paris rather quickly.

Stoff und WattierungDann geht es an den Zuschnitt. Zu den gemessenen Maßen gebe ich an allen Seiten je 10cm zu, damit die Kanten des Bezugs auch schön unter dem Sofa verschwinden.

Dazu kommt eine Schicht Wattierung, die wird aber nur genauso groß zugeschnitten wie die Sitzfläche selber.

Next step is cutting big pieces. I’m adding 10cm to my measurements on all sides.

Plus one layer of batting which is cut exactly to the size of the lay down area.

Nachdem ich durch Möbelverschieben genug Platz gefunden habe, den Stoff auszulegen, darf mir mein Schatz helfen, die Wattierung mit Sprühzeitkleber aufzukleben. Anschließend wird der Länge nach durchgenäht, eine Naht mit langen Stichen alle 15cm. (Mein Patchworklineal ist nämlich 15cm breit, also ist das leicht zu markieren.) Markiert habe ich mit Aqua Trickmarker auf der rechten Seite und zwar bevor ich die Wattierung aufgeklebt habe.

Erwähnte ich schon, daß es natürlich heiß war, an dem Tag an dem ich die Wattierung aufgequiltet habe?

I had to push some furniture to create enough space to lay the fabric somewhere. After that DH was allowed to help me to glue the batting to the fabric with temporary spray adhesive. After that I’m quilting batting and fabric, just straight stitch with long stitches 15cm distance between the stitching lines. (My quilting ruler is 15cm large, so that decided about the distance.) I had marked my stitchlines mit Trickmarker Aqua before I adhered the batting.

Did I mention that the day when I did the quilting was very hot?

Ecken suchenWas ich nähen möchte ist im Prinzip ein Spannbettlaken. Also muß ich Ecken abnähen.

Da ich zu faul zum Messen bin, lege ich meinen gequilteten Stoff mit der rechten Seite nach unten auf das Sofa.

What I’m intending to sew is a fittet sheet. So I need to sew down the corners.

I am to lazy to determine the placement by measuring so I am putting my quilted top right side down on the sofa.

Ecken absteckenJetzt kann ich direkt am Objeckt die Ecken passend abstecken.

Anschließend werden sei von Hand noch etwas begradigt und genäht.

Now I can pin down the placement of the corners.

After that I’m adjusting my markings and sew it.

Jetzt braucht mein Bezug noch einen Gummi.

Gummizug

Den nähe ich einfach auf die Kante mit einem breiten nicht zu engen Zickzackstich. Dabei einfach kräftig dehnen.

Da man den Gummi nicht sieht, benutze ich hier rücksichtslos alle meine Reststücke, egal wie breit oder schmal sie sind. Nur sollten sie eher einen kräftigen Zug haben, also nicht unbedingt Dessousgummi oder Babylitze.

Now my cover needs elastic around the edges.

I’m sewing it around all cut edges with a large and not to tight zigzag stitch. Stretching the elastic while I’m sewing.

As no one will ever see the elastic again after the cover is on the sofa I’m using all kind of pieces I still have laying around. (And which are to short to make something useful of it. Width is not an issue, but the elastic should be more on the strong side, fine lingerie elastic or soft elastic for baby clothes it not the best choice.

Sofa neuJetzt noch drüber ziehen und ein bißchen zurecht zupfen… sieht doch besser aus?

Für die Seiten habe ich einfach Hüllen genäht, die unten offen sind und sie stramm drübergezogen.

Auf dem Bild fehlen noch ein paar Kleinigkeiten: Die Armkissen (sind inzwischen bezogen) und die Armlehnen sind noch unten offen. Da ist noch ein Gestänge im Weg und damit ich die unten schließen kann muß mein Herzallerliebster das Sofa irgendwie kippen und gekippt halten…

Aber sieht doch viel besser aus, oder?

Just putting the cover over the seating area, some twitches here and there…looks better, no?

For the sides I made straight covers that are left open on one side. They sit quite closely so it was a bit difficult to pull them over.

On the pics some things are still missing: the covers for the arm cushions (those are done now) and the covers of the sides are still open at the lower end. Here I’ll need the help of DH because someone will have to tilt the sofa and hold it that way so I can handstitch the rest.

But it looks way better that was, doesn’t it?

Hatschi-Suppe

Atchoo-Soup

Bei dem derzeitigen Wetter mußte das ja passieren, Regen, Kälte, dazwischen einzelne warme Tage und ein heftiges Schlafdefizit… ich habe das Wochenende mit einem Schnupfen verbracht. Deswegen gab es bei uns meine spezielle Erkältungssuppe und statt Nähen oder Häkeln gibt es diesmal ein Rezept für Hühnersuppe. 😉

It was to be expected… ugly weather with rain and cold, in between some humid sweating hot days and me not catching enough sleep… I spent the weekend with a cold. So we had my special healing soup and so you’ll get a recipe for hen soup instead of sewing or crocheting news. 😉

Hühnersuppe gilt ja traditionell als Heilmittel bei Erklältung und enthält wohl tatsächlich ein paar ätherische Öle, die die Nase frei machen und dem Körper gut tun. Das funktioniert aber nur mit einem echten Huhn, Päckchensuppe hilft da nicht. Und mein Rezept ergänzt die Wirkung des Huhns noch mit einigen Kräutern und Gewürzen. (Und falls jemand hier ist, der noch nie gekocht hat: Bei der Suppe kann man nichts falsch machen, selbst mein Mann kann die inzwischen.)

Chicken soup is traditionally supposed to be good against a cold and I’ve read some time ago that chicken contains something like essential oils that unblock the noose and help the body. This only works with a real chicken, soup from cans or soup powder doesn’t work. My recipe adds some herbs and spice to enhance the effect of the chicken. (Dom’t be afraid of cooking a soup, you cannot make anything wrong. Even my sweetheart can do this soup.)

Zunächst braucht man die normalen Zutaten: 1 Suppenhuhn (1,2 kg – 1,5 kg darf es gerne haben. Ein mageres Grillhähnchen funktioniert nicht.), 1-2 Zwiebeln, 1-2 Stangen Lauch, 3-4 Karotten, 1/4 Sellerieknolle, Petersilie (für unerfahren Köche: Gemüse ist unterschiedlich groß, deswegen kann man vorher nicht genau sagen wie viel. Außerdem gibt es kein „richtig“ oder „falsch“, die Mengen kann man nach Geschmack variieren. Und wer einfach „Suppengrün“ kauft bekommt schon eine fertige Gemüsemischung.)

Dann kommen meine „Spezialzutaten“: 1 getrockene Chili-Schote, 2 Nelken, ein Stück Ingwer, Pfefferkörner, Coriandersamen, Pimentkörner, Thymian, Salbei, Majoran und Beifuß. Von getrockneten Kräutern nimmt man je nach Geschmack und alter der Kräuter 1-2 TL, von frischen 1-2 Stengel, von Thymian eine Hand voll.

First you need the normal ingredients, 1 soup hen (1,2 kg – 1,5 kg is a good size, bigger is no problem, a small chicken you would use for roasting or BBQ doesn’t work), 1-2 onions, 1-2 leek, 3-4 carrots, 1/4 celeriac, parsley. (Note to the unexperienced cook: vegetables come in different sizes, so if you have smaller ones take one more, have you bigger ones take a little less. But whatever you do, there is no „right“ or „wrong“, everything is fine.)

My special ingrediens are: 1 dried chili pepper, 2 cloves, a piece of ginger, black pepper, coriander seeds, allspice, thyme, sage, marjoram, mugwort. For dried herbs I take 1 – 2 tbl. spoons, fresh ones 1-2 stems, thyme a good hand full.

Als nächstest wird das Gemüse gewaschen, die Zwiebel halbiert, Karotten in etwa 3cm lange Stücke geschnitten, Ingwer geschält und in 1cm dicke Scheiben geschnitten sowie von der Sellerienolle die äußere Schicht geschält und der Rest in grobe Stücke geschnitten.

Anschließen nimmt man einen großen Topf, gibt 1TL Salz rein, wirft die Zutaten inlusive des Suppenhuhns rein und köchelt das ganze 2h lang. (Gemüse und Gewürze gebe ich ins kalte Wasser, beim Huhn hat man die Wahl. Gibt man es ins kalte Wasser, wird das Fleisch sehr trocken, dafür gibt das Huhn mehr Geschmack and die Suppe ab. Gibt man das Huhn ins kochende Wasser, schmeckt die Suppe etwas weniger nach Huhn, dafür behält das Hühnerfleisch mehr von seinen Geschmack.)

Vegetables were cleaned and then cut in not to small pieces (onions in halves, carrots in 3-4cm long pieces, ginger 1cm thick slices, celeriac about the same sice as the carrot pieces).

After that you need a big pot with water, add 1 tbl.spoon salt, all the herbs, spices and vegetables and the chicken. Let cook for 2 hours on low temperature. (You can either put the chicken in cold water or you can add it into the already boiling water. If you put it in cold water the chicken will loose more taste and the chicken meat will be drier, but the chicken taste in the soup will be more intensive. If you put the chicken in the boiling water it will keep more of it’s taste in it’s own meat and less of it will be in the soup. You can do both, depending on what you prefere.)

Nach der Kochzeit nimmt man das Huhn heraus und läßt es etwas abkühlen. Sobald man es anfassen kann kratzt man alles an Fleisch runter, was man runter bekommt und schneidet es in kleine Stücke. Die Suppe wird durch ein Sieb gegossen, das Gemüse weggeworfen. (Das hat keinen Geschmack mehr.) Wenn man mag kann man die Brühe dann ganz oder teilweise entfetten.

Die Brühe kommt wieder in den Topf, Suppenfleisch rein, ein paar Suppennudeln nach Geschmack dazu (wenn man mag auch TK-Erbsen und/oder anderes klein geschnittenes Gemüse), kochen lassen bis die Nudeln gar sind, in Teller geben, noch mit Salz abschmecken, frischen Schnittlauch drüber (wenn vorhanden), essen. Macht die Nase frei…

(Deswegen konnte ich heute auch schon wieder nähen… 😉 )

After the cooking time you remove the hen, let it cool enough to be able to touch it and then scratch all of the meat from the bones and cut it into small pieces. Pour the soup through a strainer and discard the vegetables. (They have left all their taste in the broth.) If you want you can remove all or a part ot the fat from the soup.

Then put soup and meat back into a pot, bring to boil, add soup noodles and fine carrot slices and/or fresh or frozen peas to taste and let cook until the noodles are cooked. Pour the soup in soup plates, add salt to taste and chives (if you have), eat. (And enjoy the unblocked noose…)

(And because the soup worked, today I was able to do some sewing again…)