Kitsch-Strampler, Teil 2

Auswahl des StickgarnsSpühzeitkleber ist natürlich keine dauerhafte Lösung, also muß die Applikation noch angenäht werden.

Um mich für eine Farbe zu entscheiden werfe ich mal alle möglichen Näh- und Maschinenstickgarne drauf und schiebe sie hin und her.

Eigentlich würde mir eine goldene Umrandung gut gefallen, aber ich habe nur ein helles, leuchtendes Gold und zu dem Motiv müßte es ein dunkles Altgold sein. Außerdem weiß ich nicht so genau, wie viel noch drauf ist. Ich glaube eher nicht so viel…

Nachkaufen oder anderweitig organisieren scheidet aus, denn es ist mal wieder Abend und mir ist klar: jetzt oder es bleibt wieder Wochen liegen. Es muß also ein vorhandenes Garn sein. Und am liebsten glänzend, ich enge die Auswahl also auf die Viscosestickgarne ein und entscheide mich letzlich für einen warmen Beigeton der einem Altgold eigentlich schon recht nahe kommt.

Geprägter Nicky

Zwei, teilweise drei Schichten elastische Stoffe aufeinandernähen und das ganze mit Raupenstich… erst mal klebe ich noch eine Lage Soluvlies mit dem Sprühzeitfixierer drunter.

Zum Applizieren benutze ich meine neuen Jerseysticknadeln von Organ. Geht prima. So weiche Stoffe… da ist das ja nicht gesagt.

Sieht schon nicht schlecht aus. Aber irgendwie… noch nicht kitschig genug. Finde ich.

Doch da liegen ja noch meine neuen Holzmodeln von

Blauweiß“chen, die ich mir beim Kongress der Hobbyschneiderin gekauft hatte. Denn damit kann man nicht nur drucken, sondern auch prägen. Zumindest auf Samt. (Sew“n“Sushi verraten bei ihren Sewing Secrets dankenswerter Weise, wie man das macht. Deswegen hatte ich mir außer den Modeln auch gleich die farblose Farbe gekauft…)

Doch würde das auf einem recht dicken Baumwollniki auch gehen?

Versuch macht klug (ein paar Stoffreste waren ja noch da) und siehe da… es geht.

Und hält sogar eine Maschinenwäsche aus. Bei einem Babystrampler halte ich das zu testen doch für recht wichtig.

Die Motive zu positionieren ist relativ schwierig, weil man die Hand nirgendwo aufsetzen kann. Oder dem Stoff liegt ja das heiße Bügeleisen. Aber ich bekomme doch ein paar erkennbare Ornamente um mein Rosenengelchen herum.

geprägter Nicky im Detail

Und weil ich schon so schön dabei bin, mache ich mit den Fußteilen weiter. Die bekommen Blümchen.

Weil ich finde, die passen auch dazu.

Zwickel zuschneidenJetzt geht es ans Zusammennähen.

Allerdings muß ich mich einem vorhin verdrängten Problem widmen, nämlich wie ich die Weite, die ich der Hose in der Poregion vorher abgeschnitten habe wieder hineinbekomme.

Ein Zwickel wäre irgendwie gut….

Aber welche Form soll der wohl haben? zwei Dreiecke? Ein Viereck? Eine Raute? Hm…

Als ich mir die abgeschnittenen Teile meines Folienschnittes so betrachte kommt mir eine Idee…. wenn ich die wieder einsetze. Aber sozusagen verkehrt herum? Das gäbe dann zwei Dreiecke und wenn man die Beinnaht schließt eine Art Raute. So wie Zwickel ja oft aussehen.

Also lege ich die Abschnitte im Stoffbruch auf. Doch halt! die Rundung muß hinterher aneinander genäht werden, also an Vorderteil und Rückenteil gleich lang sein.

Da das Vorderteil schmaler ist lege ich es einfach schräg auf, so daß der Zwickel größer ist und die Länge der Rundung ungefähr gleich ist.

Der Stoff ist dehnbar, den Rest kann mal also hindehnen…

Zwickel einpassen

Wenn ich dann das Vorderteil und das Rückenteil noch ein paar Zentimeter senkrecht einschneide… dann passen meine Zwickel tatsächlich hinein.

Beim Annähen der beiden gerade Nähte der Dreiecke nehme ich den Overlockstich mit möglichst wenig Nahtzugabe, denn ich konnte da ja keine Hinzufügen, ich habe den Stoff ja eingeschnitten. Hinzaubern geht nicht.

Das funktioniert aber gut und ich kann den restlichen Strampler zusammennähen.

Kitsch as Kitsch can oder Woher kommen Ideen?

Neulich erst wieder sagte eine Freundin: Wie kommst du nur immer auf solche Ideen?

Ganz ehrlich?

Die Ideen kommen zu mir.

Ich kann nichts dafür.

Aber ich versuche hier mal, den Weg einer Idee zum fertigen Teil nachzuzeichnen

Engelstoff

Ausgangspunkt war hier dieser Stoff, den ich im Sommer bei Scherzkeks-Stoffe in Aachen gesehen und gekauft habe. (Abteilung „so blöd, daß er schon wieder gut ist“.)

Daraus habe ich mir ein schlichtes T-Shirt genäht, mit dem ich meine „korrekten“ Hosenanzüge bei der Arbeit aufpeppen konnte.

Während ich so Rosen und Engelchen vernähte kam die Nachricht einer Freundin, daß diesmal ein Mädchen unterwegs sei. Und ihr Mann schon den finanziellen Ruin ob des Angebots an rosa Kleidchen, Rüschen und Schleifenschühchen vor Augen habe.

Klick, sagte mein Hirn und warf sofort die reichlichen Reste des Engelchenstoffs mit den Reizworten „rosa“ und „Baby“ zusammen.

Während ich einen elastischen Stoff in einem genau passenden rosa suchte (was sich als schwierig herausstellte, da die aktuellen Kollektionen in verschiedenen Geschäften absolut nichts passendes enthielten) kreisten diese Dinge weiter durch mein Hirn. Es entstanden Bilder von Kleidchen, von Rüschen, von Tuniken…

Irgendwann begann, auch der Verstand mitzuspielen und ich überlegte…. es würde etwas für ein sehr junges Baby werden. Denn die Stoffmenge würde begrenzt sein. (Ich war inzwischen schon so weit, im Nähfreundekreis nach rosa Resten zu fragen.) Und ich stellte mir ganz bewußt einen Säugling vor… was macht der? Der liegt.

Und Kleidchen und Co kommen erst gut zur Geltung, wenn ein Kind wenigstens sitzt. Und welches Kleidungsstück kommt am liegenden Baby am besten zur Geltung?

Genau, der gute alte Strampler. Der mit Babybrust und Babybauch eine schöne „Dekofläche“ bietet.

Also mußte ein Schnitt dafür her.

Schnitt für Strampler

Und das bitte in einer kleinen Größe.

Burda fängt erst in Größe 62 an, die Schnitte aus meinen Burda-Babyheften aus den 90ern sind alle viel zu weit am Po und die Kinder-Patrones, von denen ich auch zwei besitze, zeigten nur dünne Sommerhöschen. Ein paar Einzelschnitte von McCalls und Butterick waren ebenfalls nicht geeignet. Eine alte Burda aus den 70er Jahren hatte einen Strampler, aber irgendwie… war ich mir da mit den Größen sehr unsicher. Da standen noch Größen wie „drei Monate“, „sechs Monate“,… das half mir ohne Vergleichbaby zum Messen dann auch nicht weiter. Und der Taillengummi des Schnittes gefiel mir nicht.

Letztlich half mir kitoma dann doppelt aus der Patsche: Sie hatten noch rosa Nicki im passenden Farbton UND eine OTTOBRE, die in der gewünschten Größe immerhin einen Schlafanzugschnitt enthielt.

Das ganze Paket wurde beim Kongress in Aachen übergeben und wieder Zuhause kopierte ich mir den Schnitt in Größe 56.

Mittelnaht entfernen

Allerdings war der Schlafanzug mit Ärmeln und er hatte einen Reißverschluß in der vorderen Mitte.

Das vertrug sich nun nicht ganz mit meiner Idee, da ein Engelchen zu plazieren.

Also habe ich die Ausschnittkanten etwas angepasst, an der Schulter zugegeben, damit die Träger überlappen können (ohne Reißverschluss muß das Kind ja irgendwo reinkönnen, also kommt da ein Verschluss hin.)

Und ich will das Teil im Stoffbruch zuschneiden, also kann ich diese „Ausbuchtung“ des Hosenbeines gar nicht brauchen. Die wird einfach mal gerade abgeschnitten. (Das Bild zeigt exemplarisch das Rückenteil, es lebe die Bildbearbeitung, wenigstens ein Teil gut erkennbar.)

Diese Weite an Po und Beinen werde ich irgendwie wieder reinbekommen müssen.

Aber das Problem verschiebe ich auf später… :o)

Elemente ausprobieren

… und wende mich glücklich meiner „Leinwand“ zu, dem inzwischen aus dem kuscheligen Nicki zugeschnittenen Vorderteil.

Ich schwankte eine Zeit zwischen Reverse-Aplique und normaler Applikation, aber nachdem ich erstere mit verstürzten Rändern am schönsten finde und dies bei dem dicken Nicki und den sehr unregelmäßigen Rändern nicht schön wird, entscheide ich mich für eine normale Applikation. Außerdem bleibt die Rückseite damit glatt, schöner fürs Kind, denke ich mal.

Ich suche mir auf dem Stoff ein Engelchen aus und schneide das mit unregelmäßiger Kontur, so wie sich das aus dem Motiv ergibt, aus.

Dazu noch ein paar andere Rosenmotive.

Motiv fertig

Auf dem dehnbaren Jersey gestaltet sich das schwieriger als erwartet. Außerdem sind die Konturen der Motive häufig nicht klar definiert und ich muß entscheiden, wo ich schneiden will. Jeder Schnitt eine Entscheidung… bäh Aber letzlich habe ich meine Puzzleteile.

Dann puzzle ich damit ein wenig herum…

Bis ich eine Lösung habe, die mir gefällt.

Die wird dann mit temporärem Sprühkleber fixiert.

Revue de Presse: Burda Modemagazin Januar 2007

Irgendwo im Zuge meiner Weihnachtseinkäufe war sie mir im Verlauf der Woche schon in die Hände gefallen. Mal kurz durchgeblättert und leicht gelangweilt beiseite gelegt. Jetzt über die Feiertage ist Zeit für einen zweiten Blick.

Das Titelbild gewinnt dadurch schon mal nicht. Warme Töne, aber eher fad und ohne echtes Highlight. Nun gut, da muß? wohl die türkise Druckfarbe für den Schriftzug „modemagazin“ helfen. Um zu lesen, was das Heft verheißt muß ich genauer hinsehen. Die elegant-dünne weiße Schrift hebt sich mal wieder kaum vom unruhigen Hintergrund ab. Faschingskostüme… nichts für mich… Lange Größe und Kurzgrößen… auch nicht. (Hoppla, Kurzgröße bis 26… klingt nach „petite plus“ Ob da noch Raum für die „normalen“ Plusgrößen bleibt…?) Ah ja und die Kombination aus Leder, Jeans und Karos ist „richtig lässig“. Soll heißen, die Mode im Januar ist langweilig, also ziehen wir den Langzeitdauerbrenner (oder -gähner) aus der (Klamotten)Kiste? :o)

Das Editorial schlägt einen weitgehend inhaltsleeren, aber „launigen“ (oder was man in den 60ern halt darunter verstand) Bogen von Frisuren zur Kleidung in Kurz- oder Langgrößen. Nun ja, irgendwie müssen die Zeilen ja gefüllt werden, wenn der Gehalt nicht über das hinausgeht, was das Inhaltsverzeichnis ohnehin schon verrät. (Ich habe so dunkel Erinnerungen, daß das noch anders war, als ich weiland die Burdas meine Oma durchgeblättert habe und Aenne Burda das Editorial verfaßt hatte. Oder sind das nur verklärende Erinnerungen?)

blätterblätter Wo geht es denn endlich los? Ah hier.. sehr schöne Idee mit der Raffung an dem Shirt! Allerdings… so auf den zweiten Blick… die Paßform scheint darunter zu leiden, oder? Staut unter dem Arm… Naja, eh wieder nur für die schlanke Frau. (Dabei würde der Ausschnitt bestimmt mit etwas „Inhalt“ auch nicht schlecht aussehen… ) Oh, der Mantel darf bis Größe 46 genäht werden. A-Linie mit Raglan, raffiniert! schnell in Anleitungsteil vorblätter Ach… vorne Raglan, hinten normaler Ärmel… raffitükisch, wirklich. Kann mir mal jemand den Mantel nähen? Mir fehlt die Zeit… :o) Da schau her, Bluse und Rock, auch bis 46… ein Weihnachtswunder?

börks Wenn dir was nicht gefällt, dann mach „ne Schleife drauf? Nö, hilft dem Kleid auch nicht. Rosa Burberry-Karo wird definitiv nicht besser dadurch. Dabei liebe ich Shift-Kleider, mal die Zeichnung näher studieren… seltsam… das Photo sieht aus wie ein recht grader U-Boot Ausschnitt, der auf der Zeichnung ist weit aber rund. Diese Querabnäher im Hüftbereich wozu mögen die wohl dienen? Müßte man mal probieren. Aber mit anderem Stoff…

Rosa, alles sehr rosa… na hoppla, was ist das denn an der Jacke? Reißverschlusstaschen absteppen ist in der Tat für Fortgeschrittene. Ist die geschlängelte Form der Ziersteppung einem Glühwein zu viel zu verdanken… oder dem klassischen „Mist, wie steppe ich denn jetzt so eng an dem Zipperteil vorbei?!?“ 😉 Vorher denken hilft, sage ich da nur. (Ich hab“s nämlich auch ausprobiert…. 😀 )

Bluse mit Plastroneinsatz… immer noch oder schon wieder? Wird durch Wiederholung nicht schöner und das Gruselkaro verfolgt mich… Auch die Jacke des Hosenanzugs… zugeknöpft sieht es einfach aus wie eine Mischung aus Zwangsjacke und Babylatz und nur weil man Streifen auch schräg annähen kann muß man das doch noch lange nicht tun, oder? Na gut, die Detailaufnahmen zeigen das aufgeklappte Revers… schon besser so. Sagt mal… der Hosenbund…. ist der zu eng? Oder warum spannt der Stoff da so? Oder ist das, um zu verdecken, daß Unter- und Übertritt nicht exakt treffen…??? Dafür ist die abgesteppte Rundung am rosa Rock beneidenswert exakt gesteppt.

Weiter geht es mit der Freizeit Mode: Lederjacke, Karohemd und Jeans vor einem Country-Ambiente in Szene gesetzt. Sehr innovativ. Interessant ist immerhin die Zackenborte die zwischen gesetzt ist. (Ob sie mir gefällt… da muß ich erst mal nachdenken, aber interessant.) Die gibt es so zu kaufen? in Anleitungsteil „spicken“ geh Hm… mit der Zackenschere zuschneiden… aber… aus was? Wie das Leder sieht es nicht aus… grübel doch, es ist das Leder… scheußliches gelb. Gibt es das auch in rot? Aber Geschmackssache, schon gut.

Die rosa Jacke mit der geeierten Ziersteppung diesmal in Jeansblau. Und auch das mit dem Absteppen hat hier besser geklappt… 😀 Die Bluse hingegen wird in orangenem Vichy auch nicht besser… gähn ich mag immer noch keine Plastronblusen. Das Shirt mit dem Schultersmok… wirft diesmal unschöne Falten auf der Schulter… der bewußt schiefe Hosenverschluss ist wohl anfängerfreundlich. (Der Rest der Hose mit den vielen Ziersteppungen wohl eher weniger.) Pulli im Mustermix gestrickt. Nett. Ich könnte mal wieder in meinen alten nicoles stöbern…

blätterblätter

Die Stylingvorschläge landen diesmal wieder im Heft, nicht im Web. Daß die Lederjacke im Mittelpunkt steht war abzusehen. Nüjä… Pulli und Lederjacke wäre jetzt nicht mein Stil für die Cocktailbar. Und wenn ich eine Tochter hätte, ließe ich sie ganz sicher nicht im „Young Fashion“ Stil losziehen. Bordsteinschwalbe läßt grüßen, was?

Best Basics, diesmal lila und grün. Nun gut, die Farben kann man ja ignorieren. Den BH unter der Chiffonbluse nicht. (Ein Modell ohne durchgehendes Unterbrustband für die Fachfrau…) Doch, im Januar finde ich „Basisstücke“ aus durchsichtigem Chiffon auch wahnsinnig nützlich. Und frage mich mal wieder, für welche Berufsgruppen und/ oder welches Klima hier entworfen wird… (Der Schnitt mit den Aufspringenden Abnähern gefällt mir hingegen. Aber ich glaube, ich bastle mir doch erst mal den ottobre-Blusenschnitt passend für mich zurecht, bevor ich mich an weitere Blusen mache… ) Und auch auf Veloursleder klappt die Taschenabsteppung der bekannten Jacke…. Die gefalteten Taschen auf der Kostümjacke sind auch ein interessantes Detail. Von dem ich nur wieder nicht weiß, ob es schön ist… das unentschlossene Heft scheint auf meine Stimmung abzufärben… blätter

Leserinnen entwerfen. Hm. Der Zeichnung sind diesmal nicht allzuviele Schnittdetails zu entnehmen… Trotzdem scheint mir, daß Burda einen kurvigen Mantel mit extravagentem Stehkragen, Posamentenverschlüssen und betont gekräuselt eingesezten Ärmeln zu einem „wir peppen unseren Standardmantelschnitt mit einem Spantekragen auf und tun so, als würden die Bindebänder das auf Figur bringen“ Modell umgemodelt haben. Aber das ist vermutlich der Unterschied zwischen „Couture“ und „Konfektion“. Wenn ihr mich fragt… mehr Couture bitte, Konfektion gibts anderswo schon genug. Aber mich fragt ja keiner… 😉

Kurzgröße… nun gut, brauche ich nicht. Ist auch gut so, denn weder die Puffärmel noch die Rüschen am Tascheneingriff können mich begeistern. Allerdings… die tauchen in letzter Zeit immer wieder auf. Könnte glatt sein, daß die wiederkommen. In der Hinsicht hat die Burdaredaktion das Näschen ja immer sehr gut hart am Modewind… (Immerhin, sind leichter zu nähen und geben weniger Paßformprobleme als schmal eingesetzte Ärmel.)

Wer ist Tina Gattermann? Nie gehört. Aber das Abendkleid ist sensationell! Sexy, rasant, gleichzeitig elegant und stilvoll. Hier gefältelt, dort gerafft und trotzdem schmal und gar nicht rüschig… Den Schnitt bitte einmal in Plusgröße… 😉 Und dankbar wie selten bin ich diesmal über den Artikel, der die Designerin vorstellt. Damit ich weiß, wo ich hingegen kann, falls ich mal reich und schlank sein sollte… :o)

Auch in Langgröße gibt es einen Hosenanzug. Nicht gerade innovativ, aber angesichts des Mangels an Schnitten in der Größenskalierung sind wandelbare Basisschnitte wohl nützlicher. (Hat die Hose vorne einen Katzenbart oder sieht das nur so aus?)

Seit die Kleinanzeigen so schön kompakt vor und nach dem Nähjournal stehen gucke ich übrigens noch öfter rein. Eine gute Idee der Plazierung finde ich, denn der Bereich „Textilien/ Nähzubehör“ verrät immer wieder interessante Bezugsquellen.

Das Nähjournal… die Schnittübersicht bringt keine Überraschungen…

Workshop Leder. Den lese ich mal aufmerksam durch. Wie alles zu dem Thema seit Jahren. Denn ich wollte mir doch schon immer mal ein Kleid aus weichem Leder nähen. Praktische Erfahrung habe ich mit dem Material aber nur sehr wenig, bislang waren es dann doch immer Imitate… träum

Das Leserforum… Tips zur Schuhreinigung, Vorstellung einer Reisegeldbörse… hat jettz mit Mode oder Nähen eher am Rande zu tun. Die Vorstellung von Stoffgeschäften ist nett, nur würde mich doch mal interessieren, wonach es sich richtet, welche Geschäfte vorgestellt werden… zahlen die dafür? Burda bekommt doch sicher jeden Monat viele Vorschläge und daß aus der Redaktion jemand z.B. nach Leipzig fährt, um zu überprüfen, ob das alles stimmt… kann ich mir auch nicht vorstellen… rätsel

Jetzt kommt wieder der „Blätter-Teil“… Kosmetik blätter, Typberatung? Ach so, daß ist, was im Editorial angekündigt wurde… Naja, nicht alle sehen danach jünger aus, egal was der Text behauptet. (Müssen sie aber auch nicht, oder? Man darf doc in jedem Alter gut aussehen!), noch mehr Kosmetik… gähn, Medizin blätter, Wellness blätter

Stopp! Es wird wieder eine Lieblingsmodell-Gewinnerin vorgestellt. Diesmal sogar jemand mit einer echten Figur. 😀 Wirklich schade, daß man die Gewinnerin nicht in ihrem Maßmodell sehen kann.

Dann noch mal die Lieblingsmodelle zusammengefasst…. ne, diesmal ist da keines dabei, was ich haben wollte…

Karneval… der Mittelaltertrend ist angekommen… Wallende Ärmel für Mutter und Tochter, Tunika-artiges für Vater und Sohn. Die „Zurichtung“ durch Make-Up und Perücke hingegen… eher Grusel als Prinzessinenfeeling. Die „Vampirfamilie“ (gleiche Schnitte, andere Stoffe) ist hingegen geglückt, scheint der Maskenbildnerin besser zu liegen… 😀 Dann gibt es noch Cowboy und Indianer in Kindergrößen… auch eher Dauerbrenner als spannend. Nun gut, ich bin ja eh eher Karnevalsflüchtling…

Endlich die Plusgrößen… doch… wie schon befürchtet… diesmal ALLE in Kurzgröße. 🙁 Interessant wäre allerdings, wie die Modelle in Gr 52kurz wirklich aussehen… An den schlanken Models wirken die großen Knöpfe jedenfalls schon mal unproportioniert und zu groß. Und Röcke mit geschlitztem Saum und Rüschen am Unterrock… kann ja ganz nett aussehen. Oder doch nur truschig…? (Jedenfalls man kann es mühelos wieder abtrennen, wenn der Trend wieder vorbei ist. Das ist auf alle Fälle praktisch.)

Die Reportage befasst sich mit den Nähkursen im Club von Burda. Vielleicht sollte ich mal einen buchen, um mir die ganzen netten, aber leider nicht gut passenden Schnitte mal anpassen zu lassen. 😀 Andererseits… auf Pfaffmaschinen nähen… da wäre bei mir die Entspannung wohl schnell flöten…

Noch besteht Hoffnung für dieses Heft… nach der ganzen Langeweile.. vielleicht wartet der Kreativteil mit einem Knaller auf? Jeans ist das Motto. blätter, guck, blätter Hm. Wände blau streichen, blau gestreifte Schüsseln kaufen,… seit wann ist kaufen kreativ? Und wenn ich Tips zum Malern will, kaufe ich mir eine Zeitschrift über Heimwerken…

Bleibt also nur die Vorschau aufs nächste Heft… und die Hoffnung, daß das wieder spannender wird.

Geschenke bekommen….

… ist eigentlich noch viel schwieriger, als Geschenke zu machen.

Ich suche ja gerne Geschenke für andere aus, überlege, denke mir was aus und freue mich, jemanden zu überraschen. Gerne auch unerwartet. Und ein „Gegengeschenk“ muß ich gar nicht dafür haben, die Freude des anderen genügt.

Doch dieses Jahr bekam ich ganz unerwartet von einer lieben Freundin ein Geschenk.

Wir kennen uns schon einige Jahre und haben uns noch nie zu Weihnachten etwas geschenkt. Und jetzt das! Für mich! Und ich habe gar nichts für sie.

Was mache ich da?

Ich habe es mir doch (für mein Empfinden) nicht einmal verdient. Denn was auf der Karte stand (so letztschlußendlich)… das Geschenk ist dafür, daß ich so bin, wie ich bin.

Da habe ich tatsächlich ein kleines bißchen gebraucht… mich einfach zu freuen und es anzunehmen. Danke!

Und habe gemerkt: Schenken ist (trotz aller oft damit verbundenen Mühen) manchmal leichter als beschenkt werden…

Adventsspinne

In den Legenden und Geschichten zur Weihnacht kommen ja auch allerhand Tiere vor: Ochs und Esel, Schafe, die Kamele der Weisen aus dem Morgenland… und auch Geschichten über (Hüte)Hunde, Vögel, Ziegen, ja sogar Flöhe gibt es.

Spinnennetz

Doch unsere Adventszeit hat ein ganz anderes Tier begleitet. Schon vor dem ersten Adventssonntag machte sich eine winzige Spinne auf den Weg von den Tannenzweigen des Gestecks, ganz nach oben auf die Spitze der Kerze, wo sie ihr Netz baute.

Drei Sonntage haben wir die anderen Kerzen angezündet.

Und morgen werden wir sie wieder in die umgebenden Tannenzweige zurücksetzen, bevor auch die vierte Kerze zur Lichtspenderin wird.

Unsere Adventsspinne.

Weihnachtsgeschenke… woher kommen euere?

Kaum zu glauben, aber es sind noch zwei Tag bis Heilig Abend und ich habe tatsächlich alle Geschenke zusammen. (Okay, das für meinen Bruder werde ich erst im Januar kaufen, denn sein Wunsch traf etwas spät ein. Und in Paris weiß ich, wo ich es bekomme. In Köln hat mich das Angebot gerade etwas wenig begeistert.)

Man liest ja gerne, daß Einkaufen im Internet so ein Trend wäre, und wenn man die Werbebanner mal nicht ignoriert, dann legen die einem ja auch gewaltig nahe, daß dies der Königsweg wäre.

Wie ist das bei euch? Kommen die Geschenke aus dem Internet? Aus den großen Kaufhäusern und Ketten? Oder auch aus dem Einzelhandel?

Ich habe tatsächlich zwei kleine Geschenke bei amazon gekauft. (Vor allem, weil die erst noch zu meinem Bruder müssen, der sie dann wieder woanders hin bringt. Das hätte sonst nicht geklappt.)

Ein Geschenk ist von Saturn, eines vom Kaufland, also Abteilung „Kaufhäuser/Ketten“.

Und zwei Geschenke kommen aus dem Einzelhandel. Einmal die Mayersche Buchhandlung in Köln (wenn man das Buch für den Schwiegervater mitrechnet, das mein Mann besorgt hat, dann sogar zwei) und dann gibt es ein selbergemachtes Geschenk, da kommt der Stoff von Scherzkeks-Stoffe aus Aachen.

(Ne, mehr Geschenke gibt es nicht. Keine „Orgien“, auch nichts teueres. Weitgehend Kleinigkeiten, die hoffentlich Freude machen.)

Also Gleichverteilung bei mir.

Dazu kommt im Januar noch die Peugeot Generalvertretung auf den Champs Elysees. Aber da weiß ich selber nicht, wozu die so zählt…? (Nein, mein Bruder bekommt kein Auto von mir…;) )

Revue de Presse: Sew News November 2006

Nein, Regine, ich bin nicht jede Woche in Paris. Ich brauche immer nur so lange, bis ich nach einem (internetlosen) Besuch alle meine „Beute“ vorgestellt habe. Und wenn ich denke, ich bin fertig, fällt mir doch noch was ein…

Und zu meinen Parismitbringseln gehört noch eine amerikanische Nähzeitschrift (auch über einen lieben Freund, der so was von seinen USA-Besuchen mitbringt), die Novemberausgabe der SewNews.

Der Titel ist braun und plüschig und verspricht einen schlanker aussehen zu lassen. 😕 Wie das? Ah ja, durch die richtige Handtasche. Klingt jedenfalls besser als „Diät“… Bis zum Inhaltsverzeichnis muß man sich zumindest erst mal durch vier vollformatige Werbeseiten durcharbeiten. blätter Editorial, wer braucht so was… Lesertips… nein, nichts interessantes für mich dabei… ein Charity Project, schöne Idee, aber diesmal wohl eher nicht auf Deutschland übertragbar.

Kleid aufmotzen mit der Stickmaschine…. ausführliche Anleitung, wenn man eine Stickmaschine und die richtige Software hat. (Schöne Stickerei, aber das Kleid sieht trotzdem recht „sackig“ und formlos aus. Wäre jetzt nicht meine Wahl für ein Ausgehkleid. Aber vermutlich ein prima Projekt für Nicht-Näher, weil das sicher auch auf einem gekauften Kleid gut geht. Der Schal wäre ein nettes Projekt für meine Brazilia-Reste, würde ich sagen. Das bekomme ich aber ohne Anleitung hin…

Basiswissen über Einlagen. Statt Vlieselinenummern mal Erklärungen zu verschiedenen Einlagentypen (auch wenn wohl nicht alle in Deutschland ohne weiteres zu bekommen sind) und ihrer Verwendung. Die Photos von Kleidungsdetails jeweils mit geeigneter und ungeeigneter Einlage sind sehr anschaulich. (Dennoch… der Oberkragen der Beispielbluse scheint mir auch Blasen zu werfen… *gg*)

Dann eine ebenso ausführliche und anschauliche Anleitung, wie man Hosen passend bekommt, für ungefähr alle denkbaren Paßformprobleme.

Das Interview mit dem „Star“ einer Nähsendung ist natürlich nicht so spannend, wenn man weder die Sendung noch die Frau kennt. Bleibt nur mal wieder zu bedauern, daß das deutsche Fernsehen keine solchen Sendungen kennt. 🙁 Aber über die Anleitung für einen einfachen und trotzdem auffälligen Kissenbezug kann man sich freuen!

Örks Diese Schreibtischstuhllenen-Dekorierung muß jetzt nicht sein. Nicht als Idee und nicht in dieser Variante. Aber mit Home Dec habe ich es ja nicht so. (Weswegen ich Threads ja auch lieber mag, weil da meist nicht so viel davon drin ist…)

blätterblätter Ganz schön werbelastig diese Ausgabe… oh? Was ist das für ein Stoff…? Sieht… fluffig aus. Und weich. Und in vielen Farben… „Bundle Up“ heißt das Zeug wohl…. Wie schön, daß sie einem verraten, wie man ihn näht… gibt es den auch in Deutschland irgendwo?!?

Ah, jetzt kommen wir zur „schlanker durch die richtige Handtasche“ Abteilung. Und das erste Beispiel ist für groß und mager… äh… ja….:o) Dann kommen wir zur Kurzgröße, zum vollen Busen,… und letztlich auch zur Birnenform und zur „Plusgröße“. Nun ja, die Zeichnungen überzeugen mich jetzt nicht restlos von den Ideen. Nur die Schnitte für die Taschen könnte man gegen Porto haben, immerhin alles einzelschnitte von verschiedenen Firmen… aber leider nur mit Adresse in den USA. Oder Canada. Andererseits… die meisten der Taschen bekäme ich eh auch ohne Anleitung hin… Taschen sind da ja nicht so schwierig. Und eher wenig paßformsensibel. 😉

Der nächste Artikel ist für Bärbel. Oder eher nicht, denn die kann das schon alles. Stempeln. Die gezeigte Tischdecke ist in Farbe und Muster gruselig. Aber wenn man das ignoriert ist die Idee gut: Muster aus einem Stoff aufnehmen und auf einen einfarbigen Stoff stempeln, so daß beide zusammenpassen. Auch eine gute Idee, wenn das Material mal nicht reicht… weißer Stoff oder Nessel findet sich schließlich immer…

Au fein, Filzen. Allerdings diesmal nass, Wolle, Seide und Angelina… Seidenchiffon verträgt die Filzmaschine nicht. Nassfilzen, davor habe ich mich ja bislang gedrückt.. vielleicht im Sommer, wenn man draußen arbeiten kann…

blätter Overlocktricks und verschiedene Füße sind jetzt nicht so spannend. Zumindest wenn man keine Ovi hat.

Dann zwei Seiten verstecke WErbung… Leser fragen nach Produkten, Sewnews verrät, wo es sieh gibt. Naja, interessanter als Kosmetikwerbung… (Oh, es gibt das Volumenvlies zum Quilten auch aus Seide…? Good to know… Könnte doch für Kleidung auch interessant sein… abspeicher )

Neue Produkte… würg diese Nähboxen von Prym hoffe ich auf dem deutschen Markt nie zu sehen! Und die sollen auch noch schön sein, damit sie sichtbar im Regal stehen können. Nenenene… Geschmäcker sind sehr verschieden… „Sew Cyber“ die Linksammlung… diesmal vor allem Stoffshops, aus europäischer Sicht nicht so spannend. Eher schon die über die antiken Nähmaschinen…

Ach, schon durch? Nur noch Werbung… äh… diese „Nachgedanken“ über die Bekleidungsgewohnheiten der ersten Siedler… die ignoriere ich lieber. (Wo haben die nur immer dies geschmacklosen Bilder her?)

Ich bleibe dabei, mir gefällt Threads besser… aber ich werde mir weiterhin beide mitbringen lassen, wenn ich die Möglichkeit habe. 😀

Kurzwarenshopping in Paris: Entree des Fournisseurs

Shopping for notions in Paris: Entree des Fournisseurs

Was es hier nicht gibt, das gibt“s nicht. Oder so

Die große Fensterfront zum Hof dient nicht als Schaufenstern, sondern um Rollenständer davor abzustellen. Alle Arten Band, von Rips- über Satin-, Chiffon-, Samt-,… in allen Breiten, einer unglaublichen Farbvielfalt, uni oder auch gemustert, gewebt, gestickt…..

What you don’t find there doesn’t exist…

The big windows to the courtyard  are no showcases, the place behind is just filled with displays for all kind of trims, braids, ribbons,…. satin, chiffon, velvet,… all width, any colour, solid colours or patterned, woven, embroidered,…

Auf den (laut Webseite) 120m² navigiert man dann um die Knopfschränke herum, Farben, Stile, Materialien,… wer hier nicht fündig wird, muß selber backen. (Wobei ich knopftechnisch etliche „alte Bekannte“ getroffen habe, denn Jim Knopf etwa gibt es in Aachen beim Scherzkeks auch…)

In einer anderen Ecke warten hochwertiger Filz, Baumwollstoffe (original „Liberty“), Kinderschnitte von Citronille, Strickgarne und Wolle, alles fürs Handsticken, von Seide über Baumwolle bis Wolle,… Bücher, Strickanleitungen,… und das alles im Zentrum von Paris.

Inside you have 120 m² (according to the webside) to navigate around buttons. Whatever colour, style, material you want…. if they don’t have you’ll have to make it yourself. (Even though not everything was new to me. The famous „Jim Knopf“ buttons can also be found at the Scherzkeks-Shop in Aachen.)

Another corners accomodate felt, cotton fabric (mostly „Liberty“), sewing pattern for children from „Citronille“, knitting yarns and wool, embroidery thread in cotton, silk, wool,…. books, knitting pattern,… and everythin right in the center of Paris.

Fin, bref,… wer im Marais ist (der Weg zur Place des Voges läßt sich leicht und unverdächtig so legen, daß nicht-nähende Begleitpersonen erst merken, was vor sich geht, wenn sie schon drin sind.. 😉 )und das an einem Wochentag, der sollte sich dieses Kurzwarenparadis nicht entgehen lassen. Und einen gut gefüllten Geldbeutel mitnehmen.

Fin, bref… when you are in the Marais (and it’s between Hotel Carnavalet and Place des Voges, so any not sewing familymember will only recognize what’s going on when he or she is already in…) and not on a Sunday, then come in. And better start saving for that event now… 😉

Alle anderen können sich auf der Webseite (www.entreedesfournisseurs.com) zumindest mal umgucken, auch wenn dort das Sortiment nicht zu besichtigen ist und der Katalog nur einen Bruchteil des Sortiments zeigt. (Update September 2008: die Webseite zeigt inzwischen zumindest einen Großteil des Angebots.)

The rest of the world can at least visit the website: www.entreedesfournisseurs.com (I’m not sure whether it contains all they have, but there is at lot of it.)

Adresse: 8, rue des Francs Bourgeois, 75003 Paris (Metro St Paul)

Weihnachtlicher Lichterkampf

Wir alle wissen, das wichtigste an Weihnachten sind die Geschenke.

Printemps Paris

Denn diese Geschenke kaufen wir als brave Konsumenten und ermöglichen so den Geschäften Umsatz und zumindest teilweise auch Gewinn. (Was letztlich für die Geschäfte natürlich auch bitter nötig ist, denn sonst können die ihren Angestellten die Gehälter auch nicht zahlen. So weit so legitim.)

Und natürlich möchte es jedes Kaufhaus seinen Kunden so angenehm wie möglich machen, sein Geld auszugeben und gerade für „Luxusläden“ ist es eine gute Zeit, denn… Weihnachten ist nur einmal im Jahr, wer möchte sich und seinen Lieben da nicht mal ein wenig Luxus gönnen?

Weihnachtssterne

Dumm nur, wenn der nächste Laden mit vergleichbarem Angebot nicht in der nächsten Stadt oder der nächsten Straße steht, sondern schlicht und ergreifend nebenan.

Da muß man ein wenig mehr tun, um die Kunden von den eigenen Vorzügen zu überzeugen.

beleuchteter Baum

So entschloss man sich wohl bei Printemps, diese Jahr die Weihnachts- Dekoration mal wieder neu zu gestalten (nach zwei oder drei Jahren in Pink und Rot, ich glaube die asiatischen Lampions hatten sie wenigstens zwei Jahre… ) und dies auch mit großem Brimborium, Tanz, Musik, was weiß ich, einzuweihen.

Printemps, ParisSo war der Plan und so war es in der Presse angekündigt.

Für die zweite Novemberwoche. (Klar, das Zeug ist teuer, da will man auch etwas von haben.) Für Donnerstag, wenn ich mich recht erinnere.

Nur damit der Nachbar am Montag verkünden läßt, daß er sein weihnachtliches Lichterspiel schon am Dienstag an den Start gehen lässt. (Doch, wir sprechen immer noch über das erste Novemberdrittel.)

Und das ganze noch viel prächtiger, gleißender… mit mehr „Wumm“ eben.

Galeries Lafayette

Sogar eine richtige Lichtregie hat man sich geleistet, die Lampen leuchten auf, erlöschen wieder, bilden Muster auf der beinahe vollständig bedeckten Fassade.

Auf den ersten Blick scheint klar, wer hier gewonnen hat.

Lichterspiel an Galeries Lafayette

Allerdings… fairerweise muß man sagen, daß die Galeries Lafayette hier nur ihre Deko der Vorjahre aus dem Depot geholt haben.

Ein wenig neu angeordnet, freilich.

Aber das Bild… das kennen wir schon.

Da können auch keine Lichterspiele darüber hinwegtäuschen.

Die aber unbestritten auch ihren Reiz haben. Hat so was von… Kinowerbung? … Disko?

Letztlich… eine Frage von Geschmack und Stil.

(Derweil BHV mal anfängt, die ersten Lichterketten aufzuhängen und bei Bon Marche gerade mal die Lebkuchen in der Delikatessabteilung eingeräumt werden. Aber die… sind ja auch einige Arrondissements weiter. 😉 )

Challenge – wozu?

Tja, warum macht man eine Challenge? Oder warum ruft man eine aus? Gute Frage…

Nachdem ich die meisten Pakete und Päckchen inzwischen auf ihren Weg gebracht habe, kann ich auch mal wieder ein bißchen nachdenken… bei den Anmeldungen und auch den Kommentaren derjenigen, die nicht mitmachen wollten ist mir aufgefallen, daß offensichtlich ganz verschiedene Vorstellungen darüber vorhanden sind, was der „Sinn“ einer Challenge ist. Oder vielleicht eher wo jeder einzelne ein Ziel für sich sieht.

Eine Challenge ist ja erst einmal eine Herausforderung.

Deswegen ist für mich selber das Ziel auch nicht primär, ein Kleidungsstück zu nähen, das ich jetzt eh als nächstes brauche und aus einem Stoff und in Farben die mir auf alle Fälle stehen. Auch nicht, ein Projekt oder eine Idee zu verwirklichen, die mir schon länger im Kopf herum schwirrt.

Nein, eine Challenge ist für mich ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Wo ich mich ein Stück jemand anderem anpassen muß, der Vorgaben macht. (In diesem Fall bin ich das, aber ich wünsche mir, daß auch einmal jemand anderer eine ähnliche Challenge ausrichtet, an der ich dann „blind“ teilnehmen kann.) Und wo mich eine fremde Material-, Stoff- und Farbwahl dazu „zwingt“, meine gewohnten Wege und vielleicht sogar die schon bekannten Trampelpfade zu verlassen und wo ich stattdessen meiner Kreativität erlauben muß, ihre Flügel auszubreiten, mich ihr anvertrauen und sehen, wo sie landen wird. Open End eben…

Und selber eine Challenge ausrichten?

Ich habe es genossen, einmal beim Stoffkauf nicht der Frage zu folgen „Steht mir die Farbe?“ „Ist das Muster für mich geeignet?“ Sondern jeden Stoff „an sich“ zu betrachten, mit seinem Potential, nur unter dem Aspekt: „Ist er interessant?“ Und „Paßt er zu dem, was ich schon haben?“

An die Frage „Gibt es genug davon?“ hatte ich allerdings nicht primär gedacht. 🙂