Wie nähe ich einen Herrenslip? – Teil 2

Seitennähte und Schrittnaht nähenDas hintere Hosenteil ist ja nur einteilig, also müssen nur die Seitennähte und die Schrittnaht genäht werden.

Wie man sieht, ist dies ganz einfach: Den Hosenhintern rechts auf rechts auf die Vorderhose legen und an den Seiten und am Schritt aufeinanderstecken.

Für die Schrittnaht markiere ich mir die Mitte des hinteren Hosenteils und lege sie genau auf die Mitte des vorderen Hosenteils (markiert durch die Naht). Dann werden die beiden Enden der Naht festgesteckt und für die Strecken dazwischen dehne ich die beiden Teile notfalls gemeinsam etwas und stecke gedehnt fest. Falls ein Teil ein wenig breiter ist, ist es dann dennoch gleichmäßig angenäht. Auch beim Nähen dehne ich dann so, daß beide Stofflagen gleich lang sind, aber nur die kürzere gedehnt ist. (Im Prinzip sollten sie gleich lang sein, aber je nach Schnittänderung kann es kleine Abweichungen geben, die man so mühelos in der „natürlichen Dehnung“ des Stoffes unterbringt. Ebenso wie kleine Ungenauigkeiten beim Zuschneiden oder Nähen des Vorderteils… 😉 )

Ansonsten kommt wieder der Overlockstich meiner Nähmaschine zum Einsatz.

Gummis für BeinausschnitteNach dem Nähen wieder auf rechts gedreht sieht das ganze schon ziemlich wie eine Unterhose aus.

Fehlen noch die Gummis. Bei diesem Modell werden sie eingeschlagen angenäht, bleiben also unsichtbar. Ich nehme gerne Badegummi (auch den von Kreative Dessos bzw. ELingeriA, wie es seit kurzem heißt, denn mein Mann steht nicht so auf Mäusezähnchen… gg Man kann im Prinzip auch normales Haushalsgummi nehmen, aber das schneidet manchmal ein. Muß man also ausprobieren.

Der Schnitt liefert für die Gummilänge ein „Schnitteil“ mit, wobei die ideale Länge auch immer von der Festigkeit und der Elastizität des jeweiligen Gummis abhängt. Generell muß der Gummi auf alle Fälle kürzer sein, als der Beinausschnitt. Hat man keine genaue Angabe dann irgendwas zwischen zehn Prozent und 20 Prozent kürzer. Je nach Gummi und Vorliebe des Trägers.

Gummi ansteckenAn Gummi und an den Beinausschnitten wird (durch Falten, geht schneller als rummessen) jeweils ein Viertel der Gesamtstrecke mit Stecknadeln markiert, das sind die roten Punkte auf dem Bild.

Die Beinausschnitt- Gummis werden dann auf die linke Seite der Beinausschnitte gesteckt.

Dazu erst die durch Nadeln markierten Punkte aufeinander stecken, anschließen den Gummi abschnittsweise auf die Länge des Stoffes dehnen (ohne den Stoff zu dehnen!) und mit weiteren Nadeln feststecken.

Den Anfang des Gummis lege ich neben eine Naht. Ob man Seiten- oder Schrittnaht nimmt ist Geschmackssache. Ich nehme meist die Schrittnaht, da sieht man es nicht. Wenn „mann“ da aber empfindlich ist, kann man die Seitennaht nehmen oder jede beliebige andere Stelle. Nur die Nahtzugabe sollte flach unter dem Gummi liegen, an den Stellen, wo der Gummi drüberläuft.

Gummi angenähtDie beiden Gummienden lege ich nicht übereinander, sondern lasse sie nebeneinander enden. Das stellt sicher, daß es keinen unbequemen Gnubbel gibt.

Danach wir der Gummi von der linken Seite aus (also mit Gummi oben, zum Nähfuß hin) mit einem Zickzackstich (Stichlänge 2,8, Stichbreite 3) angenäht und zwar an der Kante das Gummibandes, die in das Teil hinein zeigt, nicht an der Schnittkante. Und so, daß die Nadel einmal knapp neben dem Gummi in den Stoff sticht.

Nahtzugabe zurückschneidenOptional kann man hier noch etwas „Fleißarbeit“ einfügen. Bei dünnen Wäschjerseys ist das eigentlich nicht nötig, ich habe es nur für das Photo gemacht. Bei dickeren Interlocks wird der Slip allerdings oft bequemer dadurch.

Wir erinnern uns: Der Vorderslip besteht aus zwei Stofflagen, über die der Gummi genäht ist. Da der Gummi nachher noch einmal eingeschlagen wird, ergäbe das vier Stofflagen unter bzw. Über dem Gummi. Bei festeren Stoffen bekommt letzterer schon mal Probleme mit der Spannkraft und es wird auch recht dick.

Also schneide ich eine Stofflage heraus.

Und zwar die von dem inneren Vorderteil. Das heißt, ich habe 1. Stofflage, 2. Stofflage, Gummi. Und die zweite Stofflage wird mit einer kleinen, scharfen Schere rausgeschnitten. Macht keinen Spaß, verbessert bei festeren, dickeren Stoffen jedoch das Ergebnis.

Beinausschnitt abgestepptJetzt kann der Gummi noch einmal nach innen umgeschlagen und festgenäht werden. Der Gummi verschwindet also ganz unter dem Stoff und kommt nicht mit der Haut in Berührung.

Ich wähle wieder einen Zickzackstich (Stichlänge 3, Stichbreite 3, kann auch breiter sein, je nach gewünschter Optik, sollte aber nicht kürzer als 2,5 sein, sonst besteht die Gefahr, daß der Gummi ausgedehnt wird.) und nähe von der rechte Stoffseite so fest, daß die Schnittkante des Stoffes (= deckungsgleich mit der äußeren Kante des Gummis) von den Stichen eingeschlossen wird.

Damit das klappt, lege ich die umgeklappte Gummikante erst einmal Gummi nach oben unter den Nähfuß und positioniere das Teil so, daß die Stiche wie gewünscht einstechen. Dann merke ich mir die Stelle auf der Stichplatte, an der sich die Kante befindet. (Meistens entspricht es einfach einer Nähfußbreite, das ist also einfach.) Anschließend rumdrehen, so daß die Außenseite der Hose nach oben zum Nähfuß kommt und losnähen. Dadurch, daß der Gummi ja überall gleich breit ist, kann ich die Kante nicht verfehlen, wenn ich immer im gleichen Abstand zur Kante nähe.

Am Ende habe ich eine sichtbare Naht auf der Außenseite und zwei innen.

Wie nähe ich einen Herrenslip? – Teil 1

Nachdem die Preise von Herrenunterhosen in halbwegs vernünftiger Qualität und halbwegs brauchbarem Aussehen mir die Tränen in die Augen treiben, war es nur logisch, daß ich irgendwann auch hier die Nähmaschine rattern ließ.

Das Material ist günstig (von Interlock oder Jersey aus der Restekiste bis zu Resten meiner Dessousnäherei kann je nach Geschmack alles verwendet werden) und nach nur wenig Üben geht so ein Teil auch schnell von der Hand.

Dieser kleine Bildnähkurs beschreibt, wie es geht. Ohne Overlock oder Cover, nur mit einer normalen Haushaltsnähmaschine.

Mittlere VorderteileDer Schnitt den ich benutze ist Jalie 2327, man kann sich natürlich auch von einer bereits vorhandenen Unterhose einen Schnitt abnehmen. Aber da war meine Faulheit vor.

Der Schnitt besteht aus einem Vorderteil, das vier mal zugeschnitten wird, zwei vorderen Seitenteilen und einem Rückenteil. (Hm… Hinterteil trifft es hier wohl auch gut. 😉 )

Die Teile werden alle laut Anleitung mit Nahtzugabe zugeschnitten, dabei die Dehnrichtung bzw. den Maschenlauf beachten. Ich habe hier ausnahmsweise quer zum Maschenlauf geschnitten, weil es ein Stoffrest war und der Stoff bi-elastisch und in beide Richtungen beinahe identisch dehnbar war.

Material ist ein Wäsche-Jersey mit „Klimafunktion“, also besonders atmungsaktiv und für Sportwäsche geeignet von Kreative Dessous. Da er eine türkisblaue und eine dunkelgrüne Seite hat, ist er zum Zeigen auch besonders gut geeignet. Für meinen Mann habe ich die dunkelgrüne Seite als rechte Seite verarbeitet.

vordere Mittelnaht nähenLos geht es mit den vier Vorderteilen: da legt man je zwei rechts auf rechts aufeinander. (Vier sind es, weil der Slip vorne gedoppelt wird.) Man erhält also sozusagen zwei „Butterbrote“, nur ohne Butter dazwischen… g

Die beiden Butterbrote werden dann wieder aufeinandergelegt, es entsteht sozusagen ein dickes „Sandwich“.

Dieser Packen aus vier Stoffteilen wird entlang der Außenrundung, welche die vordere Mitte darstellt, gesteckt (für Wäschestoffe nehme ich die superfeinen Stecknadeln von Prym, die gibt es leider nur mit Stahlkopf) und dann genäht. (Diese Stecknadeln bekommt man zum Beispiel bei Ulme-Design)

Als Nadeln in der Nähmaschine habe ich die 75er „SuperStretch“ von Organ (gibt es auch bei Kreative Dessous) benutzt. Als Faden einen dunkelgrünen Gütermann Faden in Stärke 100, der farblich halbewegs passte (Grün ist bei mir eine eher seltene Farbe, da sind die Vorräte begrenzt, ich hatte aber auch nicht groß Lust, 200m zu kaufen. So viel brauche ich ja nicht.) und der Unterfaden mußte es in dunkelblau tun. Dafür in meiner bevorzugten 120er Stärke, also etwas feiner und von Forbitex. Meine Maschine hat keine Probleme mit verschiedenen Fäden im Ober- und im Unterfaden, aber wenn die Maschine zickt, dann sollte man es mit dem gleichen Faden probieren. 120er ist allgemein sehr gut für Unterwäsche.

Als Nähfuß benutze ich den „offenen Stickfuß“, weil da auch elastische Stofflagen gut ohne verschieben durchlaufen. Außerdem lockere ich den Nähfußdruck und ziehe die Nadeln erst nach dem Nähen heraus. (Ja, das führt auf die Dauer zu einem etwas abgeschabten Nähfuß und Kratzern auf der Stichplatte, aber wenn man es vorsichtig macht und langsam drüber näht, geschieht es ohne Schaden an Stoff oder Nadeln. Aber ein Restrisiko bleibt immer…. Deswegen: Nachmachen auf eigene Gefahr…)

Als Stich benutze ich einen simplen Geradstich der Länge 2.4. Da die Unterhose ja durch die gebogene Naht die passende Form bekommt, muß diese Naht nicht elastisch sein. Und der Stoff selber kann nachgeben.

Vorderteil gedoppeltDer anschließende Schritt wirkt verwirrender als er es ist: Die zusammengenähten Teile werden so aufgeklappt, daß die Nahtzugaben alle innen sind und man auf beiden Seiten die rechte Stoffseite oben hat.

Wie gesagt, das klingt verwirrend und kompliziert, aber wenn man sein „Sandwich“ so „aufblättert, daß man zwischen zwei rechte Stoffseiten faßt und dann aufklappt, dann liegt es automatisch richtig.

Vorderteil fixiertDamit die Stofflagen beim weiteren Verarbeiten brav aufeinanderliegen bleiben und sich nicht verschieben, nähe ich einmal außen herum. Ebenfalls mit Gradstich und mit etwas weniger als der vorgesehenen Nahtzugabe von 6mm, damit diese Heftnaht hinterher unter den Nähten verschwindet.

Nur die spätere Bundseite bleibt offen, auf dem Bild links.

Somit wäre das mittlere Vorderteil fertig.

Seitliches Vorderteil ansteckenDaß es nicht plan auf dem Boden liegt, sondern Falten wirft ist normal, denn diese „Beule“ schafft Platz, die die Anatomie des Trägers hinterher zu schätzen wissen wird. gg

Jetzt sind die Seitenteile (des Vorderteils) an der Reihe.

Ein Seitenteil wirden rechts auf rechts auf das (mittlere) Vorderteil gelegt und gesteckt….

… und genäht.

nähen mit dem OverlockstichIch benutze dazu den „offenen Overlockstich“ meiner Maschine, den viele der neueren Modelle haben. Er sieht aus wie zwei Gradstiche, dann kommt ein Zickzackstich, dann wieder zwei Gradstiche, ein Zickzackstich,… Im Prinzip ähnlich dem Maschinenblindstich, nur in die andere Richtung. Die Stichbreite ist 4, die Stichlänge 1.4.

Wer diesen Stich nicht hat, kann entweder den Blindstich nehmen, muß dabei nur darauf achten, daß die Unterhose rechts neben dem Füßchen geführt wird. Die Außenzacke des Stiches muß immer zur Schnitkante hin gehen. Oder man benutzt einen ganz normalen Zickzackstich. Auch das geht.

Ich achte darauf, daß die vorherige Heftnaht in der Mitte des Stiches läuft, so ist sie hinterher unsichtbar.

Vorderteil fertigMit dem anderen Seitenteil verfährt man genauso (Man kann man auch gleich beide Seitenteile stecken und nacheinander nähen, das geht schneller, nur zum photographieren habe ich es nacheinander gemacht.), die Nahtzugaben werden zu den Seitenteilen hin glatt gestrichen oder gebügelt (je nach Stoff und Lust) und dann sieht es von der linken Seite aus wie das Photo. (Türkisblau ist in dem Fall die linke Seite. Man könnte sie bei diesem Stoff aber auch als rechte Seite verarbeiten. So habe ich es bei den Teilen für mich gemacht…. )

Fertig ist das Vorderteil der Bux.

Verstrickt & Zugenäht – Die Frage der Woche 25/2006

Nähfreundin will wissen:

Übe Dich auch in den Dingen, an denen Du verzweifelst.

Mark Aurel, Selbstbetrachtungen

Versuchst Du Dich immer wieder an schwierigen Nähdetails wie z.B.Pattentaschen, oder läßt Du sie beim nächsten Vorhaben lieber weg?

Naja.. also… einerseits denke ich mir immer „Näh mal was einfaches, damit du fertig wirst.“

Aber letztlich siegt dann doch immer die Idee, egal wie kompliziert die Umsetzung sein wird. Also schreckt es mich nicht ab. Ich hoffe einfach, daß es beim nächsten Versuch besser gelingt… 😉

Jalie 2327

Irgendwann vor eineinhalb Jahren war es so weit, mein Goldstück brauchte mal wieder neues „drunter“. Und der Gang ins Kaufhaus schockte mich. Was wollen die für eine Herrenunterbux?!?? Und noch so häßliche dazu! (Die billigeren vom Wühltisch waren noch gruseliger…)

Bei der nächste Bestellung meiner Dessoustoffe habe ich dann bei Kreative Dessous den Schnitt von Jalie für mein Goldstück mitbestellt.

Der Schnitt enthält drei Variante: Slip, Retro-Short und Tanga und das ganze in 23 Größen, passend von zweijährigen Knaben („Jalie-Größe“ F Hüftumfang 56 cm, ob mit oder ohne Windel steht da nicht… ) bis „Jalie-Größe“ BB, was laut Tabelle einer europäischen Größe von 62 oder einem Hüftumfang von 135 cm entspricht. (Der Tanga beginnt erst bei „Jalie-Größe“ N)

Der Schnitt kommt in einer verschweißten Plastiktasche, besteht aus einem Deckblatt mit Photos und den wichtigsten Daten (Maßtabelle und Stoffmengenangaben) auf der Rückseite sowie dem Schnittbogen auf festem, weißem Papier und halt leider ein absolutes „Nicht-Standard Maß“ Zumindest aus europäischer Sicht. Er ist höher und breiter als ein Din A 4 Blatt und passt so wenigstens garantiert nicht vernünftig in einen Ordner oder eine Aufbewahrungsbox. (Weswegen ich auch bis heute keinen Ort für ihn habe, sondern ihn immer nur von links nach rechts schiebe…. )

Aufgefaltet ist der Bogen groß, in der Länge drei Mal gefaltet, in der Breite vier mal. Im Großen und Ganzen kann man die schwarzen Linien der einzelnen Größen gut unterscheiden, auch wenn man recht genau aufpassen muß, wenn sie sich kreuzen. Nur an einigen Stellen gehen alle Linien in einen einzigen schwarzen Balken über, da muß man dann mit Gefühl rangehen.

Gut ist, daß nicht nur die Angabe „40% Stretch“ auf dem Blatt steht, sondern auch eine Dehnleiste aufgedruckt ist, an der man direkt testen kann, ob die Dehnbarkeit des Stoffes ausreicht.

Mehr als lästig ist, daß die Nähanleitung mit auf den Schnittbogen gedruckt ist und zwar so, daß man den ganzen, riesigen Bogen aufgklappt hinlegen muß, um die Anleitung zu lesen sowie die an anderer Stelle befindlichen Bilder sehen zu können. Auch die Länge der Gummis wird nicht in Prozent der Stofflänge oder als Zentimeter/Inchangabe gemacht, sondern es gibt ein „Schnittteil“ auf dem Bogen. Wenn man also den Schnitt einmal kopiert hat, muß man trotzdem jedesmal wieder den ganzen Bogen auffalten, wenn man ihn nähen will. (Die Anleitung brauchte ich nach der zweiten nicht mehr, aber die Gummimaße vergesse ich doch jedesmal, mir mal rauszuschreiben. :o) ) Das könnte man geschickter machen.

Problematisch ist hierbei auch, daß der Schnitt auf ein festes, steifes Papier gedruckt ist. Das wirkt zwar auf den ersten Blick stabiler, wenn man es aber öfter auf und wieder zu faltet, merkt man, daß es an den Falzen mürbe wird und an den Kreuzungen der Faltungen kleine Löcher bekommt. Wenn man den Slip nicht so oft näht, daß man die Anleitung auswendig weiß, kopiert man sie sich wohl lieber, damit man den Schnitt nicht so oft falten muß.

Genäht habe ich den Slip, mein Herzblatt ist nicht sehr experimentierfreudig.

Die Anleitung ist Englisch und Französisch. Da ich mit beidem klar komme, hatte ich mit der knappen aber klaren Anleitung keine Probleme. Wer sich ausschließlich auf die Bilder verlässt hat vielleicht ein Problem, da aus den Bildern direkt bei den einzelnen Anleitungen die empfohlenen „Grundnähtechniken“ nicht wirklich erkennbar sind.(Wobei ich die Nähte einfach mit dem Overlockstich meiner Näma arbeite, was auch ohne Probleme funktioniert.) Genauso wenig wie die NZG von 6mm die enthalten ist. (Wenn man sich allerdings den Schnitt genau anguckt, dann sind es eher etwas mehr, Umrechnungsungenauigkeit, würde ich sagen. Ich nähe so, daß die Nahtlinien sinnvoll aufeinanderstoßen.) Beim ersten Slip habe ich mich (bis auf den Overlockstich) genau an die Anleitung gehalten und bin zum gewünschten Ergebnis gekommen, inzwischen arbeite ich an manchen Stellen anders, was auch kein Problem ist.

Das Bild zeigt einen sehr knappen Herrenslip, an dem kleinen Jungen scheint er etwas loser zu sitzen. So ganz genau ist dies allerdings nicht zu erkennen, da die Modelle aus schwarzem Stoff gearbeitet sind. Da ich mit Jalie noch gar keine Erfahrung hatte, habe ich erst mal ein altes T-Shirt geopfert (80er Jahre, als Männer noch Pastellfarben trugen… :o) ). Laut Maßtabelle hätte ich W nehmen müssen, ein Vergleich der Schnitteile mit einer vorhandenen Unterhose veranlasste mich, eine Nummer kleiner zuzuschneiden. Dennoch ist die Passform nicht so knackig wie das Photo es suggeriert. Insbesondere war sie zwischen den Beinen zu breit und hing. (Den Effekt kannte ich aber von meinen Höschen schon: Wenn in die größeren Größen einfach gleichmäßig vergrößert wird, dann werden auch Stellen breiter, die das am Körper aber gar nicht werden.)

Da Jersey aber einiges „verzeiht“, war es nicht schwierig, den Schnitt an Hand des Probemodells anzupassen.

Seither habe ich einen Standardschnitt zur Hand, der passt und den ich immer wieder nähe. Ein Stündchen oder so und ich bin fertig. Mit Interlock aus der Restekiste tatsächlich mal ein auch finanziell lohnendes Unterfangen.

Auch als Badehose habe ich ihn schon genäht, nur habe ich da die Vorderteile im Stoffbruch zugeschnitten und einen Abnäher gemacht, sowie mit Badefutter gefüttert. Hier war das Ergebnis okay, aber sollte ich noch mal eine nähen, würde ich da noch etwas feilen.

Verstrickt & Zugenäht – Die Frage der Woche 24/2006

Nähfreundin will wissen:

Ist der Preis zu billig, wirst Du leicht betrogen.

Chinesisches Sprichwort

Wie ist deine persönliche Erfahrung mit Schnäppchenangeboten? Insbesondere würde mich interessieren, welche Erfahrung Du mit eBay gemacht hast.

Klar, echte Schnäppchen mache ich auch gerne. Mein Fahrrad war damals 200 DM (ja, lange ist“s her) billiger, weil es ein Ladenhüter war. Die Farbe wollte keiner. Mir war“s recht.

Meine Küchenelektrogeräte stammen alle aus „leicht beschädigt“ beständen, etwa Kratzer an der Dunstabzugshaube an einer Stelle, die beim Einbau verschwindet. Und schon habe ich die NEFF Abzugshaube zum Baumarktpreis.

Und bei Stoffen hänge ich natürlich über der Restekiste und taste mich durch das Erdgeschoß der Deballage St Pierre, wo die billigen Stoffe liegen. Und gelegentlich… ist auch was dabei. (Der Ballen Seide unter 100 Poly-Stoffen für 2 EUR/m etwa)

Im Versand hingegen… fängt schon mal damit an, daß ich was Farbe und Griff betrifft überhaupt sehr pingelig bin. Das muß ich sehen, bevor ich es kaufe. Im Versand kaufe ich ganz, ganz selten. Und nur bei wenigen Händlern, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe. Und wenn ich die Sachen vor Ort nicht bekomme.

Speziell bei ebay… also was Stoffe betrifft fehlt mir einfach die Zeit. Wenn ich was suche, dann was spezielles. Und da ich kein DSL habe, habe ich einfach nicht die Zeit, mich tagelang durch bildüberladene Seiten (klar, Bilder sind wichtig, aber die gleiche Info ließe sich in der Regel mit der Hälfte bis einem Viertel der kB vermitteln) zu klicken, weil die Angebotstexte entweder das wichtige Suchwort nicht enthalten oder einfach mal alle Suchworte enthalten, egal, ob der Stoff dem jetzt entspricht oder nicht.

Von daher ist ebay noch nicht in den Genuß gekommen, mich mit Stoffen und Kurzwaren zu beliefern. Da kaufe ich eigentlich nur „Fertigprodukte“ wie Bücher, CD oder Spiele, wo klar ist, was drin ist. Keine Stoffe, wo jeder erzählen und verschweigen kann, was er mag.

Schlechte Erfahrungen mit Stoffversand habe ich nämlich schon in vor Internetzeiten gesammelt. Zaubern können die alle nicht und you get, what you pay for….

Kölner Nähbrunch: Vorsommernähen in Aachen am 10.06.2006

WM-OutfitJa, ja, ich habe verstanden…. zu meinen Pflichten gehört nicht nur, den Nähbrunch zu organisieren, sondern auch unverzüglich den Bericht dazu abzuliefern… :o)

Diesmal hat Anne mich allerdings überholt. (Mein schlechtes Gewissen hält sich dennoch in Grenzen, das Wetter war zu schön gestern und außerdem mußte ich heute morgen die Noch-Anwesenheit von Ma-sans Ovi nutzen, um einen weiteren meiner Gartensitzpolsterbezüge fertig zu nähen. (Fehlen noch zwei…) Und bißchen Arbeit war gestern auch zu tun… Aber jetzt kommt er, der heißersehnte Bericht. 😉

Die echten Fußballfans hatten zwar keine Zeit zum „Nähbrunchen“, aber dieses Outfit mußte natürlich trotzdem sein und konnte bewundert werden.

Makramee-TascheUnd da wir somit schon beim verknüpfen von Fäden waren, kam Annes Tasche (und Anne sowieso) gerade recht.

Makramee… hm… wie ging das doch gleich?

Ob das ein Thema für den Kongress in Aachen wäre?

GuckenInteresse war jedenfalls da.

Oder vielleicht auch nur Ablenkung von der Frage: Und das soll passen? (Tat es am Ende, allerdings nicht als Bluse, sondern als Kleid….)

ErklärungenJa. also wie ging das mit dem Makramee noch mal? Faden ziehen… Knoten… durch…

(Irgendwie ist Anne doch mehr „Allround- Fadenkünstlerin“ als Hobbyschneiderin. 😉 )

Gleichzeitg haben wir über die Multitasking- Fähigkeiten von Frauen diskutiert.

Und sie auch unter Beweise gestellt, wie das Bild zeigt. 😉 Abschneiden

Übrigens war das Treffen der letzte Nähbrunch im Scherzkeks-Laden.

Statt Wehmut herrschte allerdings Kauffreude vor.

Und wer sagt, es gäbe keine ausgefallenen Jerseys?

(Ich gestehe… ich bin bei dem doch noch schwach geworden. Als alle weg waren. 😀 Und für schöne Jerseys ist doch immer Verwendung. Und sie sind rasch vernäht….)

KatzeWohingegen mir für diese süßen Knöpfe noch keine Ausrede eingefallen ist, sie zu kaufen. Irgendwelche Ideen?

Naja, wenn nicht jetzt, dann später.

NachmaschineIm neuen Scherzkeks- Laden. Ab August. 🙂

AnleitungTrotz des Kauffiebers bliebt aber Zeit für geduldigen Anfänger- Support (Jaja, Maschine im Versand gekauft…. 😀 ) und gemeinsames Rätseln über der Anleitung… Tja, das war es für dieses Mal.

Das nächste Mal wieder in Köln zum Futtern, August wird es aber sicher werden.

Gartennähen 2004 – 2005 – 2006 – …

Der Sommer läßt dieses Jahr ja mal wieder auf sich warten.

Aber bislang ist er noch jedes Jahr gekommen. Mehr oder weniger.

Was man nun von den Polstern für unsere Gartenstühle nicht behaupten kann.

2003 (oder war es schon 2002? oder 2001?) haben wir uns neue Gartenstühle gekauft (also die ersten selber gekauften und nicht als beinahe zusammenbrechenden Campingstühle von lieben Verwandten übernommen) und 2004 kamen zwei Deckchairs dazu.

Und seither… sollen die Polster bekommen. Gut, für die Stühle haben wir noch alten, ziemlich durchgesessen, aber immerhin… Polster. Oder so ähnlich. Für die Deckchairs blieb hingegen nur das blanke Holz als Liegefläche.

Irgendwann Winter 2004 haben mein Schatz und ich es sogar geschafft, uns auf einen Stoff zu einigen, der sogar bezahlbar war.

Seither liegt der in meiner Truhe. Und nimmt viel Platz weg. Zwei Deckchairs und vier Stühle… und man weiß ja nie, wie der eingeht… macht jedenfall viele Meter Stoff.

Aber jetzt… jawohl, ich habe angefangen, ich habe vermessen, Schnitte ausgeklügelt, zugeschnitten… und sogar schon genäht. Dank der lieben

Scherzkeks-Silvia und der lieben „Ma-san“ Monika, die mich immer mal wieder an ihre Overlocks lassen, sind die Bezüge für die Deckchair-Polster fertig. Und die für die vier Gartestühle schaffe ich auch noch! tschakka

Bevor der Sommer… naja, sagen wir, bevor der Sommer vorbei ist. :o)

Und dann liegen sie, bis mein Schatz mal die Schaumstoffpolster dazu besorgt…. 😛

Verstrickt & Zugenäht – Die Frage der Woche 23/2006

Nähfreundin ist diese Woche etwas zeitig dran, macht aber auch nichts…

Nehmen wir mal an, ich würde dir 100 Euro schenken.Ein schöner Gedanke, stimmts?

Zwei Bedingungen habe ich allerdings:

1.) Du darfst keinen Stoff kaufen und

2.) darfst du das Geld nicht sparen.

Was machst Du?

Das ist einfach. Bücher kaufen. Vielleicht mal wieder einen Stapel Krimis?

Oder doch lieber essen gehen?

Hm… doch nicht so einfach. :o)

Fensterfußball

Also eigentlich, so muß ich gestehen, interessiert mich Fußball nicht wirklich. Und auch diese WM hatte ich bislang mit eher lauem Interesse verfolgt. Ab und an mal im Internet nachschauen, wie die Ergebnisse sind, aber letztlich wurde ich mit mehr WM-Berichterstattung der Medien bombardiert, als ich haben wollten.

Ansonsten ging der Rummel, obwohl ich in einer WM-Stadt wohne, weitgehend an mir vorbei. Denn der Rummel und die Fans waren brav in der Innenstadt und nicht im meinem Wohngebiet.

Letzte Woche in Paris hatte ich dann aber keine Chance mehr. Unser dortiges Mini- Appartement (zu dessen Renovierung wir auch dort waren) liegt im Marais, somit in der Innenstadt und in einem Ausgehviertel. Und gleich im Nachbarhaus hatte eine Eckkneipe einen großen Plasmabildschirm, der auch von der Straße aus eingesehen werden konnte. Und bei den beiden Spielen der französischen Mannschaft auch eifrig wurde.

Fußballfans in Paris, WM 2006Wir konnten zwar vom Fenster aus weder den Kommentar der Sprecher hören noch das Bild sehen, aber die akkustische Rückmeldung des Pubikums, die Schreie, die Seufzer, die „Allez les Bleus“ Gesänge, Trommelwirbel auf Mülltonnen, der Beifall und die Buhrufe ergaben doch eine deutliche Ergebnismitteilung.

Und die Siege wurden gefeiert. Nicht nur auf den Champs-Elyssee, wo man auf die Fans vorbereitet war, nein, überall. Ob hupende Autocorsi oder jubelnde Fußgänger, jeder Sieg wurde bis in den Morgen hinein gefeiert, auch die Außengastronomie, die sonst irgendwann zwischen Mitternacht und ein Uhr schließt, war länger belebt.

(Dafür hätte uns das Spiel Frankreich- Brasilien beinahe das Abendessen gekostet… unser Bäcker machte deswegen nämlich überraschend schon kurz nach 20 Uhr zu, auch der nächste Boulanger eine Ecke weiter war schon geschlossen. Ich mußte noch eine Ecke weiter, bis ich bei einem arabischen Bäcker zwar kein Baguette aber doch noch ein Pain de Campagne fand und unser Abendessen retten konnte… 😉 )

Und die offene Freude der Franzosen scheint ansteckend zu sein. So zog nach dem Sieg über Argentinien auch eine kleine Schar schwarz-rot-gold dekorierter deutscher Fans unter gut gelaunten „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ Gesängen durch unsere Straße.

Ich sollte mich wohl doch mal auf ein Endspiel mit deutscher Beteiligung einstellen… und mir einen guten Platz zum gucken suchen… :o)