Patentantes Kommunionanzug

Wie wir kurz vor Weihnachten erfuhren, wird unser Patenkind dieses Jahr zur Erstkommunion gehen. Angesichts der Tatsache, daß er zwar katholisch getauft wurde, aber seit der 1. Klasse den evangelischen Religionsunterricht besucht waren wir zwar etwas überrascht, aber ein Anlass für ein neues Kleidungsstück ist ja immer gut. 🙂

(Die Idee mit der Kommunion kam übrigens von der katholischen Gemeindereferentin, die meinte, er könne ja jetzt erst mal zur Kommunion gehen und sich später konfirmieren lassen, dann würde er von der Religion beider Eltern etwas mitbekommen. Angesichts der sonstigen Haltung der katholischen Kirche zum „Teilen“ ihrer Sakramente erschließt sich mir diese Logik nun nicht ganz, aber ich habe ja auch nur ein schlichtes, protestantisches Hirn. Vermutlich einfach zu straight… 😉 )

Fragt sich jetzt nur was? Schon letztes Jahr hatte ich etwas gesehen, was mir gefiel, wofür mir der Anlass fehlte. Butterick 4387 hatte es mir spontan angetan.

Glücklicherweise veranlasste mich ein Zwischenruf (Dank an Schoggi für das ehrlich entsetzte „Diese Gardine??!?“ zu einem intensiveren Blick und ich kam zu dem Urteil, daß mir zwar die „hüftverdeckenden“ Eigentschaften der Jacke gefallen, der Rest aber weniger. Insbesondere die Ärmel gar nicht. Da ich glücklicherweise auch noch keinen Stoff dafür gefunden hatte, konnte ich noch rechtzeitig beidrehen. uff

Dann bin ich erst mal in meine eigenen Schnitte abgetaucht. Die Stoffsucht habe ich ja im Griff, aber so ein netter Schnitt (gerade wenn er vielleicht im Sonderangebot ist), wer könnte dem widerstehen? Und Schnitte brauchen ja viel weniger Platz als Stoff. Oder so. 😀

Vogue SchnitteUnd da fand ich doch glatt zwei Kandidaten. An dem rechten Kostüm gefiel mir die Ausschnittlösung und als ich ihn mal als Sonderangebot sah, nahm ich ihn spontan mit. Ist schon eine Weile her, fürchte ich. An dem Hosenanzug links gefiel mir die außergewöhnlche Schnittführung und die geschlossene Ausschnittlösung. Ich konnte ihm vor zwei Jahren in den USA bei Mary Jo nicht widerstehen, zumal es gerade eine „alle Vogue Schnitte für $3,99“-Sonderaktion gab. Eigentlich hatte ich ihn auch im gleichen Jahr noch nähen wollen, aber der Stoff den ich hatte und den ich auch unbedingt verwenden wollte war zu steif und vor allem nicht genug.

Also überlegte ich wieder hin und her, befragte Freunde, überlegte weiter,… und der Hosenanzug hat gewonnen. Auch wenn die Kommunion am weißen Sonntag stattfindet und Ostern dieses Jahr relativ spät ist… Hose und geschlossener Ausschnitt könnten sich strategisch als vorteilhaft erweisen. Ich friere ungern. 😀

Nächste Hürde ist bekanntlich der Stoffkauf. Da es für den Frühling sein soll, wollte ich etwas helles. Aber kein gelb, kein grün, weil mir das absolut nicht steht. Auch kein pastellrosa oder blau, das passt nicht zu dem Schnitt. Lieber sollte es ein neutraler Ton sein, der zu vielem passt, so daß ich möglichst viele meiner Oberteile dazu kombinieren kann. Und vielleicht zur Abwechslung mal nicht schon wieder rot und auch nicht wieder türkis.

Als Material etwas nicht zu dünnes, durchaus festes. Grobe Seide hat was, andererseits reiben sich da die Hosenbeine bei meinen eher runderen Schenkeln auch schnell durch. Und will den Hosenanzug schon auch zur Arbeit anziehen, ein Anlass und danach Schrank hängen muß auch nicht sein. Leinen vielleicht…?

Ach ja, da ich 4,50 Meter davon brauche wäre ein Preis von weniger als 50 EUR pro Meter auch gut… (Futter, Einlage und sonstige Kurzwaren kommen ja auch noch dazu.)

Also wieder ein Zug durch die Stoffgeschäfte… viel angeguckt, ans Gesicht gehalten, ab und an aufs Preisschild geguckt (Nein, 100 EUR pro Meter gibt mein Geldbeutel defintiv nicht her.)… natürlich haben alle Geschäfte vor allem noch Winterstoffen oder blitzdünne geblümte Frühlingsstoffe oder vor allem Karnevalsstoffe… Wie immer, natürlich nie das, was ich gerade brauche.

StoffarbeTja, und letztlich gefiel mir dann dieser Canvas von BBG am besten. Die Farbe stand mir von allem was auch nur halbwegs in Frage kam am besten:

Tja… ich werde die Jacke vermutlich rot abfüttern, und die Nähte mit rotem Stickgarn absteppen. Und mir das eine oder andere rote Oberteil dazu nähen…. :o)

Dafür lag der Stoff angesichts des „Januar-Ladenrabattes für vor Ort Kunden“ bei deutlich unter 10 EUR pro Meter und ist, da Baumwolle, auch problemlos waschbar.

Die erste Hürde hat er auch schon genommen, er hat die Wäsche ohne Brüche überstanden und ließ sich gut bügeln. Sicherheitshalber hatte ich ja 5 Meter gekauft, denn man weiß ja nie, wie sehr Baumwolle eingeht, aber er ist praktisch nicht eingegangen. Wenn ich Glück habe, kann ich den Rock auch noch dazu nähen!

Für den Hosenschnitt werde ich allerdings erst mal eine Probehose nähen… der hat die Abnäher an einer sehr ungewohnten Stelle, da muß ich erst mal sehen, wie ich das angepasst bekomme…?

Längs gedreht und quer geringelt (noch ein Spiralschal)

Da es leider noch soo viele schöne Garnfarben gibt, ist meine Spiralschalstricksucht leider immer noch nicht vorbei. Aber ein -Fehler- Versehen brachte mich auf eine andere Idee: Warum müssen die Farben eigentlich immer längs verlaufen? Und wie sähe es wohl aus, wenn ich sie quer….?

SpiralschalAlso einfach mal ausprobiert…

Der Anschlag funktioniert wie immer. (Zur Erinnerung: in dem Beitrag steht die Anleitung für den Spiralschal 12M Farbe eins, 12M Farbe zwei anschlagen, die 12M in Farbe zwei rechts abstricken, die 12M in Farbe eins links. Dann den ersten Rapport in Farbe 1, Fäden verkreuzen und einen Rapport in Farbe 2.

Und jetzt nicht wieder auf Farbe 1 wechseln, sondern mit Farbe 2 weiterstricken und auf der anderen Seite auch einen Rapport stricken. Wenn man dann wieder in der Mitte ist, dann auf Farbe 1 wechseln und mit der auch zwei Rapporte stricken.

Detailaufnahme SpiralschalDas Resultat: quasi Ringel im Schal. Die aber auch nicht ganz nach Ringeln aussehen, weil sich ja alles dreht und rüscht.

Mir gefällt diese Variante jedenfalls auch gut, besonders für Farbe die eher etwas ähnlich sind, bei richtig kontrastierenden Farben fändeich es vielleicht doch etwas krass. Obwohl… sollte man auch mal probieren.

(Vielleicht auch geeignet für Fanschals, die etwas „eleganter“ und weiblicher sein sollen? 😉 )

Was man hier übrigens auch ein bißchen erkennen kann ist, daß die „Streifen“ eigentlich Dreiecke bzw. Tortenstücke sind.

Ein orangenes „Tortenstück“ zwischen zwei roten.

Über den Blogrand: Nähgeheimnisausplauderer…

… sind „Sew“ und „Sushi“.

Sie zeigen nicht nur ausgefallene Kostüme von viktorianischen Tournüren (auch liebevoll „Nürchen“ tituliert) bis petticoatseeligen 50er Jahre Kleidern, nein sie zeigen auch wie sie es machen.

Außerdem stellen sie Nähutensilien und -bücher vor, erklären wie man verschiedene Nähfüße einsetzt und zeigen noch so die eine oder andere Nähtechnik. All dies auf Grund der vielen Bilder sehr anschaulich.

Die Updates erfolgen nicht sehr oft, aber um so fundierter sind die Beiträge: Sew’n’Sushi’s Sewing Secretsi

Satz heiße Ohren…

… ein Wunschtraum.

Winter ist ja ohnehin nicht meine Jahreszeit und daß ich außer kalten Händen und kalten Füßen auch kalte Ohren habe trägt nur wenig dazu bei, mich mit dieser Jahreszeit auszusöhnen.

Zu Mützen habe ich allerdings schon von klein auf ein gespaltenes Verhältnis. Nur eine Mütze war „erlaubt“, ein weißes Plüschding, mit so langen „auswüchsen“ vorne, die wie Zöpfe herunterhingen. Die konnte man auch vor dem Kinn verknoten, dann war der Hals auch warm. Anfangs noch mit gefalteten Stofflagen drin, damit sie mir nicht über das Gesicht rutschte, habe ich die ungefähr vom zweiten bis zum zehnten oder elften Lebensjahr getragen. Meine Mutter hat es immer mal wieder mit anderen (die Mode ändert sich ja auch…) Mützen versucht, die mit „kratzt und ist unbequem“ aber keinen Anklang fanden. Also wurde das weiße Plüschding wieder gewaschen und weitergetragen.

Als sie endgültig nicht mehr passte mußte ich mich nur kurze Zeit mit ungeliebten Strickmützen herumschlagen (Strickmützen und Strumpfhosen kratzen IMMER, wenn man Kind ist. Egal aus welchem Material…. ) bis Ohrwärmer modern wurden. Ein knallrotes Exemplar begleitete mich wieder einige Jahre. Allerdings ließ die Spannung auf dem Bügel immer mehr nach und die Dinger kamen ins Rutschen. Lästig, wenn man gerade mal wieder auf den letzten Drücker zum Zug hechtet. Mehrere Nachkaufversuche waren erfolglos, denn der Bügel war immer aus einem anderen Kunststoff, fester, weniger elastisch und passte sich meinem Kopf nicht an, sondern rutschte geschwind irgendwohin, nur nicht auf die Ohren.

Was dann folgte waren Jahre des Leidens… Mützen konnte ich nach wie vor nicht ab (außerdem wollte ich warme Ohren, keine plattgedrückten, fettigen Haar mit juckender Kopfhaut) und ich experimentierte mit mehr oder weniger malerisch um den Kopf geschlungenen Tüchern und Schals. Nur alles was die Ohren warm hielt, brachte den Kopf zum Schwitzen. Und Hüte (ich trage leidenschaftlich gerne Hüte) schützen zwar gut vor Sonne oder Regen, speziell die Ohren halten sie aber auch nicht wirklich warm. Und bei windigem Klima sind sie auch nicht wirklich geeignet, es sei denn, man kann schneller rennen als der Wind bläst. (Den Hut mit der Hand festhalten sieht dann genauso uncool aus. 😉 )

Als Stirnbänder aufkamen klangen sie zuerst nach der idealen Lösung. Nur leider scheinen meine Ohren nicht da zu sitzen, wo die Stirnbandhersteller sie haben wollen. Und den richtigen Kopfumfang habe ich erst recht nicht. Ich experimentierte mit diversen billigen gekauften Stirnbänder (rutschen über die Augen, sobald man den Kopf irgendwie bewegt), mit teueren gekauften Stirnbändern (rutschen hoch und geben die Ohren frei, sobald man den Kopf nicht gesenkt hält, was beim Herumlaufen oder gar Radfahren nicht zu vermeiden ist, wenn man sehen möchte, wo man hinläuft 😀 ), mit selbergestrickten (nicht wirklich winddicht und entweder zu schmal, um die Ohren ganz zu bedecken oder ebenfalls nach oben oder unten rutschend),… Resultat waren immer noch kalte Ohren im Winter. Ich fing an, mich damit abzufinden und vermied es soweit als möglich, im Winter nach draußen zu gehen. 🙁 (Der Umzug in eine Gegend, wo die Temperatur im Winter meist auch noch etwas über dem Gefrierpunkt bleibt war hilfreich.)

Doch dann schleppte vor einigen Wochen eine Nähfreundin (Monika alias masan) ein selbergebasteltes Stirnband aus Fleece an. Das Ding hatte Klappen für die Ohren! Und es passte mir fast. Das sah interessant aus und ich bekam ihren Schnitt. Den habe ich noch ein bißchen angepasst und heraus kam das:

Schnittmuster StirnbandFleecereste von dem weichen BBG-Fleece habe ich ja immer in der Restekiste, so konnte ich loslegen. Das Band sollte außerdem gleich zum Wenden sein, denn zu einem Teil meiner Wintersache wäre blau gut, zu einem anderen Teil eher rot. Also ein Teil im Stoffbruch aus blauem Fleece zugeschnitten (NZG nicht vergessen…) das andere aus rotem. Danach zusammennähen, verstürzen, merken, daß es so nicht geht, auftrennen, anders probieren, wieder auftrennen… es gibt erstaunlich viele Möglichkeiten, zwei simple Teile so zusammenzunähen, daß man sie dann nicht verstürzen kann. :o)

(Die richtige Reihenfolge ist: die beiden Stoffteile recht auf rechts legen und entlang der Längskanten zusammennähen. Dabei etwa sieben Zentimeter vor der hintern Mitte beginnen bzw. aufhören. Ich habe mit einem elastischen Stich genäht, masans Original war mit Geradstich, das fand ich aber unbequem. Danach wenden und die Kanten schön rausdrücken, damit es hinterher flach ist. (Bügeln nicht nötig) Sodann wird die rückwärte Mitte des äußeren Stirnbandes genäht, danach die des inneren Stirnbandes. Oder umgekehrt. An den verbliebenen Öffnungen der Längskanten habe ich die NZG nach innen geklappt und zuletzt mit einem Zickzackstich die obere und untere Kante abgesteppt.)

Fertig war das Wendestirnband! Ob es meinen Ohren die gewünschte Wende zum Warmen bringen würde? Der erste Tragetest in der Wohnung verlief gut, die Klappen waren über den Ohren und das Band rutschte nicht, weder nach oben, noch über die Augen.

Der nächste Spaziergang zeigte dann allerdings ein Problem: Der Wind pfiff rein, genau auf die Ohren. Denn da lag das Stirnband nur locker an.

Was nun?

Beim nächsten Versuch habe ich so von 5cm vor der Klappe bis 5cm hinter der Klappe einen schmalen, weichen Gummi (3mm) gedehnt mit eingenäht. Nach dem Verstürzen zeigte sich, daß sich die Klappen jetzt in eine Richtung legen, das beidseitige Verwenden des Stirnbandes ist so natürlich nicht mehr optimal. Aber da der Gummi schmal und weich ist, kann man ihn doch für beide Richtungen „hinfummeln“.

Nächster Test. Sehr gut, seitlich pfeift nichts mehr hinein!

Allerdings… wenn es sehr windig ist, dann kommt der Luftzug doch glatt durch die zwei Fleece-Schichten direkt ans Ohr durch! Wie gemein. 🙁 Aber doch deutlich abgeschwächt.

Für den Rest dieses Winters sollte es aber gehen. Und nächstes Jahr sehe ich mal zu, ob ich irgendwo einen Rest Klimamembran herbekomme… Die Geschichte geht also weiter… 😉

Revue de Presse: burda PLUS FASHION F/S 2006

Und noch etwas ist vor der Abfahrt in Stuttgart in meine Tasche gehüpft: Die Burda Plus, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in Frühjahrsmode zu stöbern hat auch was. Türkis und grün auf dem Titel wecken jedenfalls Gedanken an erste Blüten und Gräser. (Türkis? Yeah, meine Farbwahl für das letzte Jahr WAR gut. 😉 ) Und das Titelmodel ist zwar nicht wirklich „PLUS“, aber es scheint zumindest ansatzweise einen Hintern zu haben. Die Titeljacke scheint irgendwie ganz fein gepaspelte Ränder zu haben…??? Wie haben sie das wohl gemacht?

Im Innenteil ist die Jacke dann auch in gemustert, da ist der Effekt noch deutlicher… 411B… in den Anleitungsteil blätter Aha… nicht gepaspelt. Interessant… aber sieht wohl nur mit Overlock wirklich gut aus. Aber falls ich mal eine habe, den Effekt werde ich mir merken.

Daß die Designer der einzelnen Serien vorgestellt werden gefällt mir nach wie vor gut. Nur wiederholt sich natürlich vieles, denn alle halbe Jahre etwas Neues zu schreiben dürfte schwierig sein. 😀 Allerdings ordne ich jedesmal die Modell die nach der Reportage kommen dem jeweiligen Designer zu. Bis ich am Ende des Heftes merke, daß nichts mehr übrig ist. :o) Eigentlich sollte ich es inzwischen besser wissen, aber es hilft nichts, intuitiv kommt für mich die Einleitung einfach vorne, nicht hinten… 😉

Die hammer-Kollektion gefällt mir jedenfalls wieder, denn den Stil kann ich gut ins Büro tragen:Nicht aufregend, aber klassisch, mit kleinen, pfiffigen Details. Nur habe ich gar nicht so viel Zeit zum nähen… Schade, daß kaufen wegfällt, weil ich einfach zu viele verschiedene Konfektionsgrößen in einem Stück gleichzeitig brauche. 🙁

Weiter geht es mir brandt… die Hose 403 könnte mir als Urlaubshose gefallen, da ist dieser ausgeprägte Schlafanzuglook okay, wenn es bequem ist. (Und, helas! eine Hose, für die kein elastischer Stoff von Nöten ist!) Huch, aber Gummizug und noch einen Reißverschluss drin? Hm, weiß nicht… worst of both worlds?

Ansonsten kann ich mit dem Knitterlook wirklich nur sehr eingeschränkt was anfangen… wenn ich aussehen will, als käme ich gerade aus dem Bett, kann ich den Schlafanzug anlassen. 😉 Und, wie vorgeschlagen, als Abendoutfit… naja, fürs Bett halt. Die Bluse 402 mit Kelchkragen könnte brauchbar sein, auch ohne Knitter im Stoff.

Auf Langgröße ändern ist jetzt auch nicht mein Thema, aber da es ja praktisch keine Schnitte in Langgröße mehr gibt, ist das sicher eine gute Idee. Sind ja viele größer als ich. Und die gezeichneten Figurinen dürfen tatsächlich mal etwas fülliger sein. Immerhin!

Dafür ist das Model der Irma Mahnel-Kollektion wieder um so schlanker. Und die Modelle… nennt man das jetzt klassisch oder bieder? Meine Oma hat so Jacken getragen, für eine über 80jährige fand ich das immer sehr schick. Aber meins ist das wohl nicht. Andererseits kein Wunder, jemand der Wasser nicht so ausgeprägt mag (so wie ich), ist wohl mit diesem „Marine-Stil meets Channel“ auch nicht gut bedient. 😀 Hose 420 könnte eine brauchbare Basishose sein… wenn sie nicht wieder aus Elastik-Stoff wäre. (Nein, ich wiederhole mein Lamento nicht noch mal. 😉 )

Mal sehen, ob ich diesmal Zeit finde, einen Schnitt auch umzusetzen oder ob das Heft ungebraucht bei den andere im Archiv landet… 😀

Politikerseele in Norm gegossen

Manchmal leisten sich unsere gewählten Volksvertreter ja so Dinge, da frage ich mich dann, wie deren Gehirne denn so ticken. (Na gut, wenn ich mich im Internet oder im Leben so umsehe…. die Frage stelle ich mir wahrlich nicht nur bei Politikern…)

Wir erinnern uns: Da zahlen Firmen (z.B. Stromkonzerne) Reisen an exotische Orte, mal mit Privatflugzeugen, ein anderes Mal vielleicht „all inclusive“ (auch die Nachtbegleiterinnen…) und wenn es in die Presse kommt ist das Geheule groß. Wie hätten die armen Menschen denn erkennen können, daß so eine Firma vielleicht eine Gegenleistung für ein derartiges Geschenk erwarten könnte? Ja wie käme man denn dazu, ihnen da Beeinflussbarkeit zu unterstellen? Schließlich entspricht das ja der allgemeinen Lebenserfahrung, daß wir ständig große Geschenke bekommen und niemand mehr als ein „Dankeschön“ oder „Vergelt“s Gott“ dafür erwartet! (Ach… geht euch nicht so? Tja, mir auch nicht…)

Doch solche -Auswüchse- Versehen gilt es selbstverständlich zu verhindern und da hatte doch jetzt ein Landrat aus NRW eine glänzende Idee: Eine Ethik müßte her! So als Leitlinie, damit die armen Kerle nicht mehr versehentlich was falsch machen. (Und was hatten sie dann eigentlich bislang….? ) Ja, gute Idee, Ethik so im Handeln, doch das hat was. Auch bei Politikern.

Doch damit nicht genug, der Gesetzgeber, der Normgeber, solle diese Ethik festlegen.

??? Wie meinen??? Ich meine, selbst die Ärzte als Berufsgruppe schaffen es, sich ihre ethischen Grundsätze über ihre Standesvertretung selber zu geben. Mal abgesehen von so popeligen „Normalbürgern“ die mit ihren ganz privaten ethischen Grundsätzen prima über die Runden kommen, ohne anderen auf die Zehen zu treten.

Und gab es da, so irgendwann früher, bei den alten Griechen oder Römern (meine früheren Lateinlehrer mögen mir Ungenauigkeiten verzeihen…) nicht die Vorstellung, als Staatsmänner, als Politiker, wären besonders herausragende Menschen geeignet, solche, die sich durch ihr „gutes“ Handeln auszeichneten?

Ein lange Weg zum Politiker, der jemanden sucht, der ihm seine Ethik in eine (am besten DiN) Norm gießt. Damit er wieder weiß, was richtig und falsch ist.

Aber mal ganz ehrlich: Wer schon mit den Grundanforderungen seines Berufes scheitert… sollte sich vielleicht einfach eine andere Tätigkeit suchen. Wo das mit der Ethik und den Regeln ein bißchen einfacher ist.

Aber wahrscheinlich… bin ich zu anspruchsvoll.

Kuschelhemd: Schnipp-schnapp, ratz-fatz, fertig

Schnitt auflegenBeim Zuschneiden gibt es jetzt noch eine kleine Hürde zu überwinden. Der Stoffschlauch ist erst einmal viel schmaler als das Schnitteil. Also ziehe ich den Schlauch einfach auf die Breite des Schnitteiles. Damit er in dieser Breite auch hält wird er mit dem bewährten Tesafilm am Boden festgeklebt. 😎

Dann das Teil auflegen und die Kontur nachziehen, mit dem Minikopierrädchen von Prym geht das sehr gut, weil man nicht aufdrücken muss und den Stoff dadurch nicht verzieht. Nahtzugaben nicht vergessen. Ich brauche nur an der Schulter welche, weil die anderen Kanten mit Falzgummi eingefasst werden.

UnterhemdSchnitteil wieder abnehmen und die beiden Stofflagen neben der Kontur mit Stecknadeln zusammenstecken. Die Länge des Hemdes festlegen und eine Querlinie über die ganze Breite des Schlauches ziehen. Auch hier die Stofflagen mit Nadeln zusammenstecken.

Tesafilm ablösen und das Hemd zuschneiden.

Das Nähen ist dann kaum mehr der Rede wert: Die Schulternähte schließen und die Kanten mit Falzgummi einfassen. Der darf gerne 10 Prozent kürzer als die Kantenlänge des Schnittes sein. Den Saum habe ich einfach 1,5cm nach innen geschlagen und mit einem mittellangen und mittelbreiten Zickzackstich angenäht.

Fertig, jetzt kann ihn die sibirische Kälte hoffentlich kalt lassen. Oder warm… 😉 (Und das nächste… wird für mich. 😀 )

Sibirische Kälte mit Kuschelhemd: Schnitterstellung und -anpassung für Schlauchware

Mit „sibirischer Kälte“ droht uns der Wetterbericht. Und das, wo sich mein Schatz eh schon beschwert, daß er beim Warten auf die (verspätete) S-Bahn immer so friert.

Das ist der Moment für dieses Stück Schlauchware aus der Vorratstruhe, fein, aber innen angerauht und mollig weich. So ein Schlauch sieht ja immer recht schmal aus, aber er dehnt sich meist erstaunlich. Und wenn man es richtig macht, dann spart man viel Näharbeit, denn die Seitennähte entfallen.

Die ersten Tests hatte der Stoff schon bestanden.

Zum einen muß sich der Schlauch weit genug aufdehnen, daß er über den kleinen Waschbärbauch drüberpasst. 😀

Zum anderen darf er natürlich auf keinen Fall irgendwie kratzen. Männerbäuche sind da sensibel. Also bekam Schatzi im Herbst schon mal einen Streifen Schlauch um den Bauch gelegt und wurde am Abend gefragt, ob es denn gekratzt hätte. Veständnisloser Blick, wovon ich denn jetzt rede… Gut, er hat vergessen, daß er es um hat. Der Test kann somit als bestanden gelten. 😉

Materialen zum Schnitt abnehmenJetzt brauche ich allerdings erst einmal einen Schnitt. Wie immer ist natürlich nichts geeignetes im Fundus. Auch in den reichlich vorhandenen Zeitschriften Fehlanzeige. Männerschnitte sind ja ohnehin eine rar gesäte Spezies… 🙁

Ich weiß zwar, wo ich einen bestellen kann, aber es ist Sonntag und wenn ich schon mal so weit bin, dann will ich jetzt und sofort loslegen, also erstelle ich den Schnitt einfach selber. Bei einem Unterhemd ist das ja nicht schwierig.

Ausgangspunkt ist ein gut passendes Unterhemd. (Die Passform ist zwar meist nicht wirklich problematisch, aber man sollte nicht gerade ein zu kleines, zu großes oder einfach unbequemes aussuchen. Wenn ich mir schon die Mühe mache, dann kann ich es auch gleich richtig machen. 😉 )

Das Hemd wird auf das Bügelbrett gelegt und ohne es zu verdehnen glatt gezogen. Darauf kommt ein Stück Malerfolie (die dicke) aus dem Baumarkt. Der Tesaabroller ist auf Grund seines Gewichtes hervorragend geeignet, die Folie zu fixieren. Wozu auch die anderen Gegenstände dienen. Mit einem Folienstift (am besten haften die, die man zum CD-Beschriften nimmt) ziehe ich einfach die Umrisse im Ausschnittbereich nach, bis etwa fünf oder sechs Zentimeter unter der Achsel. Der Rest interessiert nicht, denn gerade verlängern kann man auch auf dem Stoff noch.

Nur an den Schultern muß man drauf achten, die Folie ggf. ein bißchen um die Biegung zu legen, also wirklich bis zur Schulternaht, sonst wird es zu kurz.

Schnitt, erste VersionDanach das Hemd umdrehen und die Prozedur mit der anderen Seite wiederholen. Jetzt habe ich ein Schnitteil für das Hemdenvorderteil und eines für das Rückenteil.

Für Schlauchware ist das jetzt aber nicht sehr praktisch, denn ich will ja die Seitennähte einsparen.

Also müssen die Seiten“nähte“ in die Mitte des Schnitteils rücken.

Da nach dem Abzeichnen die Umrisse meist nicht ganz symmetrisch und etwas schief sind, falte ich das Schnitteil von Vorderteil und Rückenteil erst einmal zur Hälte. Der Bruch ergibt die vordere und hintere Mitte und wird hinterher auch den beiden Brüchen des Schlauchstückes entsprechen.

Die gefalteten Schnitteile klebe ich mit Tesa auf meine Arbeitsfläche. (In dem Fall den Laminatboden.) Und zwar so, daß sie sich an den Seitennähten berühren. Jetzt kommt ein weiteres Stück Folie drauf und das endgültige Schnitteil wird erstellt.

Dabei achte ich darauf, daß die beiden Schultern gleich breit sind (einfach mit dem Lineal nachmessen) und die vorherigen Ungenauigkeiten werden „rausgemittelt“, indem ich bei abweichenden Linien einfach in der Mitte zwischen den vorhandenen zeichne. Oder so, wie mir die Linie harmonischer vorkommt. Mehr als einen Zentimeter sollten die Linien von linker und rechter Seite nach dem Falten allerdings nicht abweichen, sonst macht man das Schnitteil besser neu oder sucht ein weniger verdehntes Unterhemd.;-)

Schnitt für UnterhemdDas Ergebnis sieht dann etwa so aus. (Der Schnitt selber ist nicht so „verzittert“, aber ein Touchpad ist nicht wirklich geeignet, um Linien nachzufahren… ) Links ist die vordere Mitte

und der vordere Halsausschnitt, dann kommt der Armausschnitt mit der ehemaligen Seitennäht als Hilfsmarkierung und rechts ist dann der hintere Halsausschnitt mit der hinteren Mitte.

Daß der Schnitt nur die Ausschnittpartie umfasst ist wie gesagt Absicht. Gerade bei Schlauchware sind die Ränder ja festgelegt und die Länge lässt sich hervorragend erst auf dem Stoff festlegen.

Gutes Beschriften der Schnitteile ist empfehlenswert. Denn alle Erfahrung sagt, daß ich mich nach einem Jahr dann doch nicht mehr sooo genau erinnern kann. Insbesondere nicht mehr, für welches Familienmitglied der Schnitt ist und ob ich ihn mit oder ohne Nahtzugabe erstellt habe.

Revue de Presse: Burda Februar 2006

Vor der Abreise in Stuttgart noch schnell ins Regal der Zeitschriftenhandlung gegriffen und mit der Burda in den Zug gesprungen.

Der erste Blick: börks Flieder und braune Schlangenprints… das wäre ja so ausgesprochen nicht meine Farbkombi.

Den neuen Safari-Look kann ich dann auch gleich sehr flüchtig abhandeln, diese Art von gelbstichigen Sandtönen sehen an mir so was von krank aus… und Reptildrucke werden als Rüschenrock nicht schöner. (Und zu welcher Gelegenheit trägt man eigentlich Tuniken mit einem Ausschnitt bis unterhalb des Brustansatzes? Also selbst wenn man A-Cups hat… Zur Arbeit? Was für einen Arbeitsplatz stellen die sich denn jetzt vor? Um die Kinder in den Kindergarten zu bringen? Oder zum Lümmeln auf dem Sofa? Wäre eigentlich wirklich mal einen spannende Frage, wie sich die Burda-Redaktion so den Tagesablauf ihrer Leserinnen vorstellt?) Außerdem fällt mir an der Tunika 120A eine meiner Lieblingsfragen ein: Sind die Ärmel dem Model einfach zu kurz oder ist das Absicht? So eine Länge „zu kurz für Handgelenkslan, aber zu lang für 7/8″… aussehen tut es wie „gewollt, nur was?“

Die bunten Ethnofarben treffen meinen Geschmack da schon besser. Da muß ich doch mal meinen Kleiderschrank durchwühlen gehen, so in die Richtung habe ich bestimmt noch was zum Aufpeppen. Bißchen viel Rüschen… aber Farbe und Muster ist gut. Und viel Rot… Wobei, die versetzten Rüschen von 122A… diese Idee kann ich vielleicht mal verwenden. Die gefällt mir. Ach so, sind auch Volants, na dann… Aha, die hübschen Shirts dazu kommen alle von H&M… Schade, bestimmt nicht in meiner Größe – na gut, die Farben sind auch doof, also wäre der Schnitt dafür besser…

„Pastell und Pastell gesellt sich gern“ sagt die Bumo-Redaktion. Tja, dann sind die 80er wohl defintiv zurück. Mein erster selbstgestrickter Pulli war Pastellblau mit Pastellrosa und Pastellgelb. Ein Modell aus nicole, das muß so Frühjahr 1983 gewesen sein. Aus einem Sommer-Bouclegarn. Ein gigantisches Überkaro auf dem blauen Grund, bis zu fünf Knäuel waren im Schach zu halten. Das Rückenteil habe ich geschafft, nach dem halben Vorderteil hat meine Oma angeboten, es fertig zu stricken, damit es nicht aus der Mode wäre, bis ich fertig sei. 😀 Naja, sonst könnte ich ihn ja jetzt tragen… 😉 Wenn er noch passen würde…

Da Top-Label hat für mich was von Schlafanzug, aber da mir Größe 42 eh zu klein ist, kann ich das ja anderen überlassen. Die Maßschnitte locken diesmal auch nicht. Außerdem bin ich mir nach wie vor nicht sicher, ob ich mich richtig vermessen kann. Schade eigentlich, daß Burda nicht mal jemanden zum Messen mit auf den Hobbyschneiderin-Kongress schickt… dann könnte ich mich vermessen lassen und direkt einen Schnitt bestellen.

Schön ist aber, daß diesmal wieder viele Modell bis Gr. 44 drin sind. Das wäre fast ein Ansporn, abzunehmen, dann würde das zumindest oben herum wieder passen und die Auswahl wäre größer. Andererseits… um eine Größe vergrößern geht auch noch ganz gut…

Werbung aus der Heftmitte pflück und wegwerf

Chiffon verarbeiten… bekomme ich inzwischen zwar leidlich hin, aber eine Fragen bleiben immer noch… Na gut Zuschnitt mit dem Rollschneider ist bei großen Teilen (in großer Größe) unpraktikabel, außerdem ist meine Schere scharf und schneidet daher auch Chiffon ordentlich. Für die Nahtzugaben weiß Burda leider auch nichts schnelleres als ich… Doppelnähte? Heißen die nicht französische Naht…? Oder wo ist der Unterschied? Und der Extra-Tip… Wie meinen? Den Unterfaden direkt nach oben durchfädeln? Das geht? Ohne daß es am Nahtanfang zieht oder knödelt? Ich kann ja keinen Faden festhalten??? Und warum mach das die Abnäherspitze dünner??? Groschen fall Ach so, nicht dünner, aber es hängen keine Vernähfäden rum. Eigentlich für alles ungefütterte eine gute Idee, den ich finde die Abnäherenden sehen von innen immer so unschön aus. Muß ich auf alles Fälle mal ausprobieren!

Im Leserforum stutze ich… das Mädchen kommt mir bekannt vor… Na aber sicher! „Sikibo“ vonder Hobbyschneiderin-Seitehat ihre Tochter benäht, mit Probekleid und Kommunionkleid. Dabei steht das Wichtigste gar nicht drin: Simone näht mit ihren neun Jahren nämlich schon selber und kann sehr geschickt mit der Nähmaschine sticken! Was ich weiß, weil sie ja auch schon bei unserem Kölner Nähbrunch dabei war!

Die Kosmetikseiten werden wieder flüchtig abgehandelt, da kann nichts mein Interesse auf sich ziehen, der Blick auf den Hosenanzug in Kurzgrößer fällt ebenfalls angemessen kurz aus. Nicht meine Größe.

Blumen… die kommen doch jedes Jahr als Frühjahrs- oder Sommerthema, oder? Aber schön bunt, da habe ich noch einiges im Kleiderschrank.

Oh, wer seine Jeans bestickt haben möchte und keine Stickmaschine hat soll damit einfach zum Pfaff-Händler gehen? Na hoffentlich wissen die was davon… wenn die Aktion erfolgreich ist, dann sticken sämtliche Pfaffläden in Deutschland bis in den Herbst hinein Blumenjeans… 😀

So, jetzt wird es aber endlich richtig interessant, denn jetzt kommt meine Größe… Dieses asymmetrische Gerüschle von Rock 136A gefällt mir. Die Zeit wird zum Nähen nicht reichen, denn so was steht gerade nicht auf meiner „brauche ich“-Liste, aber nett wäre er. Die Kombi aus Jacke 132 und Rock 134A könnte sich auch nett umsetzen lassen. Über die Farbe und einige Details wäre noch zu reden, aber für einen lässigeren Bürotag doch durchaus tauglich. Die Hose sieht auch nett… oh, schon wieder Elastik-Gabardine. Gut, dann nicht. Keine Ahnung, wo es diesen geheimnisvollen Stoff gibt, ich finde den nie. Und wenn, dann nicht in einer Farbe die ich haben will. An unelastischen Stoffen ist das Angebot einfach größer. Außerdem reiben Hosen aus elastischen Stoffen gerade bei dickeren Schenkeln ganz schnell durch, so zumindest meine bisherige Erfahrung. 🙁 Immerhin, bei manch einer Hose mußte ich nie über die Waschanleitung nachdenken, das hatte sich dann schon erledigt. Hosenschnitte für dicke Damen aus unelastischen Stoffen zu erstellen scheint in Deutschland eine seltene bis ausgestorbene Kunst zu sein…?

Mit den Kommunionkleider kann ich wieder weniger anfangen… hat schon wieder viel von „kleiner Braut“ und das ist jetzt auch nicht so mein Geschmack..

Dafür ist die Vorschau aufs nächste Heft auf zwei Seiten angewachsen. Schön… und Wohnidee, auch schön… ich bin mal gespannt…