Schönes-Shopping in Paris: mahatsara

Tja, ich weiß nicht so recht, wie ich das Angebot des Ladens besser beschreiben soll…?

In Deutschland heißen Läden, in denen es einfach nette Sachen mit meist eingeschränktem Gebrauchswert gibt gerne „Geschenkeshop“. Und ich weiß nicht, wozu die gut sind. Denn meine Geschenke wähle ich doch lieber individuell aus, zum Empfänger passend. Außerdem ist das Angebot der Läden häufig… naja, reden wir nicht drüber.

Aber für diesen Laden fällt mir sonst kein Oberbegriff ein. Außer daß die Sachen einfach schön sind. Viel Handwerk, ein bißchen Kunst? Eher Kunstgewerbe? Die Übergänge sind fließend.

Manches ist nützlich (wie Schalen) oder wenigstens teilweise nützlich (Vasen), anderes gar nicht funktional (Figuren).

Die Herkunft der Sachen ist Afrika, manches sieht auch so aus. Anders gar nicht. Ein Entwicklungshilfeladen ist er aber auch nicht, dazu ist er zu schön, zu gestyled. Trotzdem hilft der Verkauf natürlich den Künstlern und Kooperativen in verschiedenen afrikanischen Ländern.

Und aus Mitleid muß dort keiner Kaufen, die Sachen sind schön. Und die Preise… angemessen. Keine Billigware. Schöne, handwerkliche Fertigung.

Äh.. ja… was gibt es?

Schöne Sachen. 🙂 Vasen, Schalen mit geschwungenen Mustern aus Telephondraht geflochten (oder eher gewebt?), Textilien, kleine Möbel, Objekte, handgefilzte „Steine“ von kieselklein bis felsgroß,…

Wenn man mal noch die eine oder andere ausgesuchte Kleinigkeit oder einen Hingucker für die eigene Wohnung sucht… oder als Geschenk.

Ich werde da jedenfalls noch öfter vorbeigucken!

Nicht nur im Internet: www.mahatsara.com

Adresse: 8, rue Oberkampf, 75011 Paris (Metro Filles du Calvaire)

Nochmal Happy Birthday: Keks-Bag No1

Ja, ein zweites Geburtstagsgeschenk beschäftigte mich diesen Monat. Und da ich es gestern übergeben habe, kann ich es jetzt auch zeigen…

Silvia, auch bekannt als großer Scherzkeks, hatte gestern Geburtstag.

Scherzkekstasche

Und irgendwie schwebte mir die Idee einer Kekstasche durch den Kopf. Silvia mag ja witzige Taschen und hat noch weniger Zeit zum Nähen als ich.

Natürlich fielen mir als erstes unendlich aufwendige Ideen ein, die ich alle versuchte zu verbannen, eine einfach Form sollte es werden, nur eine Kleinigkeit. Aber dafür auch pünktlich fertig.

Und als ich damit anfing war natürlich Wochenende und kein Stoff zu bekommen. Also tauchte ich erst mal in meinen Restekisten ab.

An sich kein Problem, da ist jede Menge taschengeeignetes. Nur Silvias Farben sind orange und grün und davon… habe ich wieder so gut wie nichts. Orange fand ich einen Futterrest, der war aber zu klein, weswegen ich für das Taschenfutter eine Art „Minipatchwork“ aus je vier Teilen machen mußte. Mit einem roten Cuprorest. (Eine echte Antiquität, schon zu Studentenzeiten habe ich den Stoff gekauft und verarbeitet.)

Da das Futter ein klein wenig von außen zu sehen sein sollte, mußte ich auch noch beidsetig „schöne“ Nähte machen… grr ein schnell und einfach Projekt war geplant.

Kekstasche

Für Taschenboden und Henkel mußte Fleece herhalten, denn da hatte ich auch noch orange und grün. Das dann ausreichend stabil zu bekommen war wieder zusätzlicher Aufwand.

Jeans geht zum Glück immer, daher wurde das der Außenstoff. (Reste von meinem Aachen-Kurs 2005).

Nieten in der Mitte einer steifen Fläche (ein Hoch auf die Schabrackeneinlage) einschlagen ist übrigens auch nicht vorgesehen, weder für die Zange noch für das Einschlagwerkzeug das Prym mitliefert. Klar, alles lösbar, aber… zeitaufwendig. :o)

Fischperlen

Und Schabrackeneinlage ist auch nicht wirklich geeignet, wenn man etwas verstürzen und wenden will… von dem Aufwand, alle Zacken einzeln rauszudrücken mal ganz zu schweigen… grmpf

Dafür war der kleine Fischanhänger schnell gemacht… genau, Tout a loisirs, Roccailles und wunderschöne Glasfische in Silvias Lieblingsfarben. Immerhin…

Doch da Silvia sich riesig gefreut hat… war es alle Mühe wert! 🙂

Und bei der nächsten, weiß ich schon, was ich anders machen werden. Denn die Tasche gefiel so gut, daß es sie als Schnitt mit Anleitung geben soll… da habe ich wohl noch ein bißchen was vor mir. 😉

Perlen-Shopping in Paris: Tout A Loisirs

Shopping for beads in Paris: Tout A Loisirs

Paris im Winter ist ja immer eine gute Gelegenheit zum Shopping. Bei niedrigen Temperaturen oder gar leichtem Niesel finden selbst Ehegatten (des männlichen Geschlechts) den Weg in die Geschäfte von einer gewissen Attraktivität. Und so habe ich diesmal aus Paris wieder ein paar Einkaufsadressen mitgebracht.

Winter in Paris is a great time for shopping. Low temperatures or drizzle make going into a shop interesting, even for (male) sweethearts. So I have some new adresses.

Perlen, Roccailles, Kristalle,… Schmuck basteln ist ja schon seit einiger Zeit wieder ein Thema. Um das ich lange herumgeschlichen bin. Noch ein Hobby. Gut, die Zutaten sind klein. Zumindest jedes für sich. Aber man braucht ja eine gewisse Auswahl, wenn man damit arbeiten will, nicht wahr? 😉

Beads, Roccailles, Crystal,… DIY-adornement has becoming popular again. A trend I tried to avoid for quite some time. Another craft. Sure, what you need is small. At least each item. But you need a certain choice if you want to make something, right? 😉

Da der Laden zwischen unserer Wohnung und dem nächsten Baumarkt liegt, bin ich in den letzten Monaten sehr oft daran vorbeigekommen und habe ab und an auch kurze Abstecher hinein unternommen…

Ein Kramladen im besten Sinn des Wortes, aus alten, dunklen Holzregalen und Glasvitrinen glitzert einem alles was man so braucht entgegen. Sogar nach Farben sortiert. Von winzigen Roccailles über geschiffene Toupis bis zu großen Glasperlen, Tonperlen, Federn, Filzelementen, Metallteilchen… das meiste kann man sich selber aus kleinen Bottichen heraussuchen, nebeneinanderhalten, vergleichen,…

Natürlich gibt es auch alle Formen von Perlenfäden, ob man lieber auf Nylon, Seide oder schmale Organzabänder fädeln mag… alles da. Verschlüsse für Armbänder, Ketten, Ohrringe? Aber sicher.

This shop is between our appartment and the next home improvement store so I had to pass it quite often over the last months and couldn’t avoid to go in there from time to time…

It looks like an old fashionned shop, dark wooden shelves and a carved counter are an attractive background for a lot of glas jars. Inside sparkle in all hues… sorted by colour, from tiny roccailles to diamond like cut toupis, huge glass beads, clay beads from India, feathers, felt ornaments, metall,… for most things you just pick them out of the jars, go around, compare to others, find matching pieces,…

Of course they also have all kind of threads ore wire to bead on, nylon, silk, velvet ribbon,.. whatever you prefere. You want to make earrrings or rings? You name it, they have it.

Das Personal ist nicht nur nett, sondern auch kundig. Falls man nicht selber stöbern mag. Oder falls man das Gesuchte nicht findet. Denn im hinteren Ladenteil steht noch eine Wand voller Schubladen, in denen sich weitere Kostbarkeiten verbergen. Kristalle und Strasssteine in allen Größen, Farben und Formen. (Auch von Svarowski natürlich….)

Und wem die Ideen fehlen, der findet auch noch Bücher zum Thema. (Leider meist auf Französisch…)

The staff is friendly and competent. If you do not want to search around yourself. Or if you can’t find something. Because in the back part of the shop are a lot of drawers that hide more treasures. Like all sizes and colours of rhinestone (including Svarowski, of course….)

And if you need ideas, they have a lot of books. (Mostly in French.)

Eindeutig eine Pflichtadresse für alle Schmuckbastler und Perlensticker!

Und wer in nächster Zeit nicht nach Paris kommt: Der Laden hat eine Webseite, einen Katalog und man versendet, so versicherte man mir, ohne Probleme ins Ausland: www.toutaloisirs.fr

(Jetzt sollte der Link stimmen, danke Jana!)

So a place not to miss for anybody who makes anything with beads, from bracelets to embroidery.

If you don’t make it to Paris: They have a webside, a catalogue and they say shipping to the rest of the world is no problem. www.toutaloisirs.fr

Adresse: 50, rue des Archives, 75004 Paris (Metro Rambuteau)

Revue de Presse: Burda Plus Fashion, F/S 2007

Für die Fahrt nach Paris letzte Woche (Deutschland noch glücklich verlassend, bevor der Bahnverkehr wegen des Orkans eingestellt wurde) habe ich mir noch schnell die neue Plus Fashion vom Zeitschriftenstand geangelt. (Wenn schon das neue Monatsheft noch auf sich warten lässt…)

Und nach der Rückkehr ist endlich Zeit für einen genaueren Blick… Das mittlere Knopfloch auf dem Titelblatt ist aber sehr unsauber gearbeitet… oder nur doof photographiert? Dank weißem Garn auf schwarzem Stoff jedenfalls sehr im Blickpunkt… 😮

„Der Frühling kommt“ offensichtlich in schwarz-weiß. Eine Kontrastkombination, die hellen, blonden Typen wie mir leider nicht wirklich steht. (Dem Modell auch nicht… 😀 ) Das ist… ein Kleid? ein Rock? der wildgemusterte Stoff verrät nichts vom Schnitt. Ah, die Schemazeichnung hilft weiter. Nun ja… nicht aufregend, aber Standardschnitte braucht Frau auch.

Das Titelkostüm schon eher… sehr schöne Hüftpasse (hat das schon mal jemand bei „Pferdehintern“-Figur probiert? Burda-Models sind ja immer gleichmäßig, entweder ganz schlank oder etwas angerundet bei den Plus-Schnitten, da kann man das nicht so abschätzen) Gefallen würde es mir jedenfalls… ist das da vorne ein Godet oder eine Kellerfalte? grübel nur ob“s mir steht? Auch die kürzere Form der Jacke gefällt mir, so viel habe ich schon gelernt… ganz über den Po macht ihn optisch nur breiter, nicht schmaler. „Halbmast“ herumschwingende Jackensäume sind besser. Dafür ist der allerdings vielleicht schon wieder etwas zu kurz… ins Anleitungsheft blätter 63cm lang… hm… meine Lieblingsjacke ist glaube ich 65… das wäre also nicht so übel…

Longbluse mit Stehkragen…. ach, hat man wieder? Der Schnitt sieht aber genauso aus wie der in meinem alten Burda für Vollschlanke (oder war es Mollige?) aus den… äh… 80ern?

Hey… das Wickelshirt! Es hat sich doch mal jemand erbarmt und es nach oben gradiert… Danke, Burda! (Ich brauche dringend billigen Jersey für ein Probestück… damit so was richtig sitzt muß ich es anpassen… und nur wirklich passend sieht es gut aus.) blätter Oh, zum Kleid verlängert auch noch mal? Sehr schön… (Jersey, gebt mir mehr Jersey…. wieviel??? 2,60m… okay… ) Mit dem Stoff erkennt man zwar den Schnitt nicht mehr, aber dafür gibt es Schemazeichnungen. Das könnte ja glatt vor dem geplanten Frühjahrstrip nach Südfrankreich noch fertig werden… Wenn der Schnitt mal sitzt… 😮

Weiter geht es in Braun… ah, soll die Freizeit Mode sein. Der Strukturmix innerhalb der gleichen Farbe an dem Rock gefällt mir auch wieder gut. Ach, das ist immer der gleich Stoff… nur gedreht… ah ja. Könnte man aber doch auch verschiedene Strukturmuster, gleich einfärben… murmel grübel denk Dazu eine leicht militärisch angehauchte Schößchenjacke. Hm…. interessant. Oder so. (Und gelobt sei die Großaufnahme der Knopflöcher… ich bin mit meinen eigenen wirklich zu kritisch. 😀 )

Oh, noch ein Kleid! Hm… der Schnitt sieht irgendwie nach Schwangerschaft aus… das wilde Muster läßt ansonsten mal wieder keine Bewertung zu, wie das dann wirklich aussieht… (aber bis Größe 54, wie mir gerade auffällt… war sonst nicht immer bei 52 Schluß?) Weste… mag ich eh nicht so…. Hose… hm… Taschen auf den Oberschenkeln sind sicher originell. Aber ob das dann in Größe 52 noch gut aussieht? Das Photomodell sitzt ja sicherheitshalber, da sieht man nichts.

Ah, auf der nächsten Seite aus anderem Stoff sieht man es besser. Hm.. so lange man die Taschen nicht benutzt tragen sie wohl tatsächlich nicht auf.

Jacke mit Reißverschluss… hm… naja, vielleicht liegt es einfach daran, daß ich Knitterlook einfach nicht wirklich mag, egal in welchem Schnitt er daher kommt.

blätter

Das Anleitungsheft… Kontrollblick Irgendwas übersehen? Irgendwelche Details? Nein, wohl nicht… Anleitung anguck Ah ja, tatsächlich Godet im Rock.

blätter

Mal sehen ob nach schwarz-weiß und dschungelgrün mit braun mal noch Fartöne für mich kommen… Hm… Marine mit dunkelblau-weiß Kontrast. Auch nett. Nur nicht so für mich.

Äh… ihr seid euch sicher, daß in Plusgrößen die Hosentaille mit einem schmalen Gürtel obtimal betont ist??? Das Blazerrevers… kommt mir bekannt vor. Hat das nicht eine gewisse ähnlichkeit mit dem vom letzten Jahr, das immer noch als Probemodell bei mir herumliegt? Nein, doch etwas anders. Aber wieder interessant… wie wird das denn zugeschnitten? in Anleitungsteil zurückblätter… hm… ich fürchte, das müßte ich nähen, um es ganz zu verstehen. 😉

Hö? Wasndas??? Wo kommen denn die Falten in der Knopfleiste her??

Ach… lustig, einfach geknöpft… bestimmt mich einfach, den Schnitt so zu gestalten, daß hinterher der Saum trotzdem gleich lang ist….

Rot… na da wird es farblich doch endlich etwas wärmer für mich… Schöner Jersey-Stoff… schade, daß man den wieder nirgendwo bekommt. schnirfz

Die Detailaufnahmen verraten, daß man für das „Wickelshirt“ (wirklich gewickelt wird es ja nicht) besser durchgefärbten Jersey nehmen sollte… die Unterseite schaut ein wenig raus. (Frommer Wunsch, ich weiß. WENN man mal einen schönen Jersey findet, dann muß man zugreifen.)

Hoppla, Überraschung! Maßschnitte jetzt auch extra für Plus. Leider ist die Dame, die den Hosenanzug vorführt mal wieder extra-schlank. Und den Anzug kann ich mir in der Tat nur schwer an einer wirklich dicken Frau vorstellen. Das wäre doch eigentlich mal was für die Burda-Webseite: Bilder von den Plus-Modellen in allen Größen nebeneinander, vorgeführt von Frauen, die real Größe 46, 48, 50, 52,… haben. Dann könnte man es sich wirklich vorstellen.

Fertig? Nein, die „elegante“ Sektion fehlt noch. Cocktailmode… Longbluse mit Hose, der Dauerbrenner… das Kleid im „Heidi-Stil“ mit Blümchenborte… nö, nö, so nicht… Die Borte war wohl gerade übrig… die Taucht auch noch an Hosenanzug und Rock auf. Ne, nicht für Abendmode. Aber da würde ich auch nicht rosa zu braun tragen. Hübsche Farbkombi, aber nicht wirklich elegant…

Dennoch, alleine das Shirt und das Kleid sind das Heft wert! Muß ich nur noch Zeit finden, das alles zu nähen. Und schöne Jerseys…

Socken stopfen mit der Nähmaschine, Teil 2

Socke stopfen

Als nächstes kommt eine Übung im frei geführten Nähen.

(Eine überhaupt sehr praktische Sache, auch fürs freie Sticken ohne Stickmaschine und viele Quilttechniken… Man kann das freie Führen üben und es ist nicht schlimm, wenn die ersten Versuche nur mäßig gleichmäßig werden. Für die Socke wird es allemal reichen.)

Der Transporteur der Maschine muß versenkt werden (oder abgedeckt, je nach Modell), man darf aber nicht vergessen, den Nähfuß zu senken, auch wenn der Stopffuß dann trotzdem das Nähgut nicht berührt. Auch wenn man (mangels Stopffuß) ganz ohne Nähfuß arbeitet muß der Hebel für den Nähfuß unten sein. Sonst greift die Fadenspannung nicht.

Ich habe für diese Socken den Oberfaden in grau gewählt, den Unterfaden in schwarz. Beide werden (weil ja nur Loch darunter ist) sichtbar bleiben und man hat so die Möglichkeit mit zwei verschiedenen Nähgarnen die Farbe besser anzugleichen.

Was für einen Faden man nimmt ist mehr oder weniger egal. Er muß sich halt auf der Nähmaschine gut vernähen lassen. (Betonung auf „gut“, denn da die Stiche ja „leer“ genäht werden, über dem Loch, sind Garne, die „gerade so mit Müh und Not“ auf der Maschine laufe und leicht reißen oder Schlaufen bilden nicht geeignet.) Ich nehme meistens ganz normales Polyesternähgarn, aber auch Stickgarn kann man nehmen. Es muß nur halbwegs Reiß- und scheuerfest sein. Beilaufgarn zum Stricken (um auf die Frage zurückzukommen) dürfte zu dick sein und auch nicht reißfest und glatt genug. Probiert habe ich es aber noch nicht. Das müßte ich ja erst mal auf Spulen fädeln…

Dann näht man langsam los und bewegt dabei den Stickrahmen. (Der Transporteur ist ja versenkt, bewege ich den Stickrahmen nicht, nähe ich auf der Stelle.) Das ist am Anfang schwierig, aber man bekommt schnell heraus, wie schnell man nähen und im Verhältnis dazu den Stoff bewegen darf, damit es weder Schlaufen gibt noch der Faden reißt.

Socken stopfen, Detail

Die erste Reihe über das Loch nähe ich quasi „längs“ zu den Strickmaschen. Mein Eindruck ist, daß man so die Maschen gleich gut einfängt und weiterem Wachsen des Loches oder gar Laufmaschen vorbeugt.

Man näht also in Reihen, vor und zurück, über das Loch. Dadurch bilden sich Fäden, die das Loch überspannen und gut im intakten Gestrick verankert sind.

Wichtig sind zwei Dinge:

Einmal nicht einfach vor nähen und dann direkt zurück, sondern immer einen winzige Stich quer. Sonst reißt der Stoff leicht an den „Wendepunkten“ aus, weil die Belastung zu hoch wird.

Zum anderen nicht immer in gleicher Entfernung vom Loch wenden. Die Stopfstelle ist unauffälliger und gleichzeitig flacher und bequemer, wenn man die Wendestellen mal näher am Loch verlaufen lässt, mal mehrere Stiche ins Gestrick hineinführt.

Ich hoffe, man erkennt das auf dem Bild ungefähr. Die blauen Punkte zeigen die Ausmaße des Loches, die roten Punkte sind die „Wendepunkte“.

Socke stopfen

Mit der gleichen Technik nähe ich jetzt eine Reihe quer über die bereits gespannten Fäden (bzw. „Leerstiche“).

Am Anfang habe ich dabei den Stickrahmen gedreht, weil mir die Bewegung „vorne-hinten“ leichter viel, als das führen von links nach rechts und umgekehrt. Inzwischen schiebe ich den Rahmen einfach quer.

Wie man das macht ist aber Geschmackssache, wie es einem leichter fällt.

Auch hier sollten die Stichreihen sauber nebeneinanderliegen, dicht, aber nicht zu eng.

Socke stopfen

Die Wendepunkte werden wieder genauso unregelmäßig im umliegenden Gestrick verankert.

Fertig?

Nein, eine letzte Runde kommt noch.

Wieder längs, wie die erste Reihe.

Allerdings höre ich diesmal genau an den Rändern des (ursprünglichen) Loches auf. So wird das Loch gut überdeckt, die Stopfstelle wird aber nicht allzudick.

gestopfte Socke

Voila, fertig.

Nur noch die Fäden abschneiden und die Socke ist wieder bereit für den Einsatz.

Gedauert hat das Stopfen nur wenige Minuten (Bei der ersten Socke war es allerdings noch viel länger… :o) ), das Schreiben dieses Eintrags hingegen viel, viel länger…

Happy Birthday oder die Poncho-Stola

Alles Gute zum Geburtstag, liebe Susanne! (Auch wenn du hier gar nicht mitliest… 😉 )

Stola von hinten

Aber euch kann ich jetzt verraten, was ich genäht habe. Die Idee stammt aus einer Threads und hatte mich gleich in den Bann gezogen. Effektvoll und einfach zu nähen.

Eine Stola wird zum Poncho, eine Naht, ein paar Säume… und schon kann man das Ding drapieren, wie man mag. No Limits. Und sieht von sportlich bis edel je nach Material und Verarbeitung immer anders aus.

Und blitzschnell genäht.

In der Theorie.

Ich habe es natürlich wieder geschafft, einen Stoff zu finden, der eigentlich absolut ungeeignet dafür ist. Naja, nicht ungeeignet… aber doch schwierig.

Auf die schönen Samte aus der Winterkollektion von BBG hatte ich ja schon die ganze Zeit ein Auge geworfen, mir war aber keine Ausrede eingefallen, einen zu kaufen. (Vielleicht schleiche ich auch einfach zu oft durch Silvias Laden, Versuchung über Versuchung… Und dieser Ausbrennersamt hat für meine Freundin genau die richtigen Farben.

Ponchostola vorne drapiert

Leider ist er schwer und elastisch. Und die Farben des Seidensamts passten alle nicht zu meiner Freundin.

Was die Verarbeitung einer großen Stoffbahn nicht einfacher macht, denn er verzieht sich in alle Richtungen. grr

Ich habe zwei Meter gekauft und diese dann der Länge nach geteilt.

Wie gesagt, der Stoff sträubte sich gegen gerades Schneiden, aber letztlich habe ich gewonnen.

Danach habe ich die lange Stoffbahn in der Mitte quer gefaltet und die Schnittkanten rechts auf rechts gesteckt. Hm, warum ist immer auf der einen Seite noch so viel Stoff übrig, wenn die andere „verbraucht“ ist?

Nochmal. Mist

Nach dem dritten Versuch gebe ich auf und nähe erst mal die Schnittkante um. Zwei Mal nach links einklappen und festnähen. In der Hoffnung, sie dadurch gut zu stabilisieren.

Da der Stoff sehr dehnbar und flutschig ist, nähe ich gleich von Hand. Das sieht dann natürlich auch viel, viel edler aus, muß man sagen…

Ponchostola vorne

Jetzt falte ich wieder quer zur Hälfte und lege die beiden jetzt umgenähten Kanten aneinander. Stecken… ja! Paßt doch.

30 cm vom Umruch entfernt fange ich an, die beiden Kanten zusammenzunähen. Bis zum Ende. (Die offene Stelle ist später spzusagen der Halsausschnitt, irgendwo muß der Kopf ja durch…)

Und weil ich schon so schon dabei bin, nähe ich die Kanten von Hand stumpf aneinander.

Und dann bleibt nur noch, die verbliebene offene Stoffkante (die teilweise die Webekante ist) zu säumen.

Wieder zweimal nach links umschlagen und von Hand nähen.

Da wo ich sozusagen längs zum Stoff nähe geht das sogar sehr gut, der Stoff klappt beinahe von selber um. Das Stück, das quer genäht wird sträubt sich. wird aber gebändigt.

(Gute Übung im Handsäumen, übrigens. Im Samt verschwinden die Stiche leicht. 😉 )

Zierteil an Stola

Ach ja, elastischer bleiben die Handsäume auch… nicht unpraktisch bei diesem sehr dehnbaren Stoff.

(Ich erwäge schon, aus dem Rest Unterwäsche zu machen, ich habe ja noch zwei Meter lang mal 75cm breit. :o) Aber ich glaube, dafür ist er dann doch nicht ideal.)

Und weil es so schön dazupaßt, kommt auf den Beginn des Halsausschnittes noch dieses Zierteil, das ich ebenfalls bei Silvia gefunden hatte.

Außerdem sichert es gleichzeitig den Nahtanfang… 😉

Die Bilder zeigen die Poncho-Stola an mir, daher stehen mir weder die Farben optimal noch paßt meine Hose dazu. Ich weiß. :o)

Jetzt hoffe ich nur, daß die Post schnell genug war und Susanne es heute auch bekommen hat!

Socken stopfen mit der Nähmaschine, Teil 1

Wenn ich mir ansehe, welche Suchanfragen Menschen zu meiner Seite führen, dann fällt mir auf, daß Kleidung zu ändern und zu reparieren doch gar nicht so selten vorkommt. Und ich dachte immer, ich wäre die einzige, die noch stopft. :o)

Zubehör zum Socken stopfen

Wobei ich Socken schon mal deutlich lieber stopfe, seit ich dahinter gekommen bin, daß das auch mit der Nähmaschine geht und nicht nur von Hand.

Warum sollte man eigentlich Socken stopfen, wo es doch für wenige Euro einen Zehnerpack vom Wühltisch gibt? Nun… wenn es schnell gehen soll, dann geht Stopfen doch deutlich schneller als waschen und trocknen. Weiterhin gibt es Lieblingssocken, die so lange wie irgend möglich am Leben erhalten werden müssen. Oder Kinder, denen man vor dem nächsten Wachstumsschub vielleicht nicht mehr mit einem Packen Socken bestücken möchte, die nächste Woche zu klein sind. Oder… oder… oder. Gründe gibt es viele. Bei mir fing es an mit der Unzufriedenheit über die Billigsocken, die oft drückende Nähte hatten oder einfach so schnell kaputt gingen, daß sie mir gar nicht mehr so billig vor kamen. Ich wollte also auf bessere Qualität umsteigen, konnte mir aber nicht auf einen Schlag zehn Paar gute Socken leisten. – – Denn was im Großpack gekauft wurde geht auch im Großpack kaputt. Also habe ich durch Stopfen der alten billigen den Zeitrum zur Neuanschaffung entsprechend gedehnt. Dann kam dazu, daß man so ganz gut die Handhabung fürs frei geführte Sticken lernt. Ohne daß es schlimm wäre, wenn mal ein Stich daneben geht. Denn an der Socke sieht es keiner. 😉 Als mein Herzblatt dann mal Schuhe hatte, die Löcher in neue und teuere Socken rissen (ohne daß es uns gelang, den „Übeltäter“ zu identifizieren) war das dann auch jeweils rasch behoben.)

Was braucht man also?

Einen kleinen Stickring aus Kunststoff mit Metallfeder. Meiner hat einen Innendurchmesser von 6cm. Das ist klein genug um in eine Socke zu passen und groß genug, um noch darin arbeiten zu können.

(Löcher die größer sind als der Ring werden definitiv nicht mehr gestopft… )

Dann noch einen Stopffuß oder Stickfuß für die Nähmaschine (einfach mal ins Anleitungsbuch gucken, was da empfohlen wird) und eine Maschinennadel mit abgerundeter Spitze. Ich nehme gerne SuperStretch von Organ, meist die 75er.

Loch in der Socke

Meine Beispielsocke auf den Bildern hat einen Zustand erreicht, wo ich sie normalerweise nicht mehr stopfen würde, aber da sie nicht schwarz (wie die meisten anderen), sondern grau ist und somit auf den Bildern auch etwas zu erkennen sein wird, bekommt sie noch mal eine Gnadenfrist, bevor sie zur Putz- und Poliersocke wird. :o)

Das Loch befindet sich in der Zehenregion.

Der Kunststoffring wird in die Socke geschoben und dann die Socke etwas darüber gespannt. Das Loch (innerhalb der punktierten Linie) sollte in der Mitte des Rings sein.

Das Spannen ist deswegen wichtig, weil Socken ja normalerweise gestrickt und somit elastisch sind. Nach dem Stopfen ist die Stopfstelle das nicht mehr. Es kommt also mehr „Zug“ auf das restliche Gewebe, das dadurch schneller verschleißen kann. Dem kann man durch das Spannen des Stoffes ein wenig entgegenwirken. Die Stopfstelle wird dann im „zusammengezogenen“ Zustand der Socke (also ohne Fuß drin) eventuell eine kleine Beule formen. Aber sobald der Fuß die Socke dehnt, liegt sie glatt.

Socken in Stickrahmen einspannen

Die eine Hand hält also die Socke gespannt, die andere schiebt von oben (also von der rechten Seite der Socke her) die Metallklammer hinein, die den Stoff dann festklemmt.

Wenn das nicht gleich mühelos klappt, weil sich der Kunststoffring beim spannen etwas verzieht oder man vor lauter Eifer die Metallklammer durch den Ring schiebt, statt in die Klemmnut… keine Panik. Reine Übungssache. 😉

Loch in Socke eingespannt

Wenn man die Socke wendet und sich die linke Seite anschaut, dann sieht das so aus. (Der Finger darunter zeigt das Loch.)

Socken stopfen

Jetzt wird es noch mal fitzelig.

Zum Stopfen darf ja nur eine Lage Socke unter die Maschine, sonst würden wir die Socke zunähen. Also darf unter dem Loch keine Stofflage mehr sein.

Deswegen stülpe ich die Socke auf die linke Seite und schiebe sie dann aber so unter die Nadel, daß an dem Stickrahmen die rechte Sockenseite oben liegt, also zur Nadel hinzeigt. Die linke Sockenseite am Stickrahmen (die das obere Bild zeigt) liegt auf der Stichplatte.

An der Ferse geht es wesentlich einfacher, an der Spitze einer Socke ist es schwieriger.

Aber es geht.

Dann muß das ganze unter den Nähfuß. Dabei halten die Finger der linken Hand die ungestülpte Socke weg vom Nähfeld, die rechte Hand bleibt, um den Stickrahmen zu führen.

Das gibt erst mal fürchterliche Krämpfe in den Fingern, aber nach einigen Socken hat man den Dreh raus. Versprochen! (Sogar ich… )

In einem alten Nähbuch habe ich mal einen speziellen „Sockenrahmen“ gesehen, der tatsächlich eine Vorrichtung mitbrachte, die restliche Socke beiseite zu drücken. Leider scheint das das nicht mehr zu geben. 🙁

Quasimodo…

Schnitteil Vorderteil… ganz offensichtlich bin ich Quasimodo. So wie der Schnitt aber auch gar nicht passt.

Vorne geht es ja noch. Mein Plan war ja, durch durchschneiden des zwischengesteckten Stoffstückes mir die FBA zu ersparen.

Kurz und gut: Das funktioniert nicht. Zumindest nicht befriedigend. Das ergibt nichts, was nach halbwegs brauchbaren Schnitteilen aussieht.

Also doch FBA. Glücklicherweise gibt es auf der Seite von Sew und Sushi eine sehr hilfreiche Anleitung von tini, die genau das mit Bildern ausführlich erklärt.

Ich bin von der Anleitung nur in so weit abgewichen, daß ich meinen Folienschnitt nicht mit irgendwas hinterklebt habe, sondern ich habe die sich ergebenden Teile in der neuen Form auf dem Laminat festgeklebt und dann ein frisches Stück Malerfolie drübergelegt und mir ein neues Schnitteil gemalt. Das hat den Vorteil, daß das dann wirklich wieder schön glatt liegt und nicht tesaverpappt daherkommt.

Das war also viel einfacher als befürchtet.

Schnitteil RückenteilDas Rückenteil hingegen…

Ich habe an meinem Folienschnitt alles so gefaltet und weggeklebt, wie Silvia es an der Probejacke abgesteckt hatte.

Was dann herauskam war so verknüddelt, daß ich es nicht mal mehr flach hinlegen konnte! Ich habe dann mal das mit Tesa fixiert, was noch halbwegs gerade war und anschließend den Rest irgendwie gedreht und hingemurkst, wie es halbwegs sinnvoll erschien. Insbesondere den Armausschnitt versuchte ich sorgfältig zu bewahren.

Dann die restlichen Hügel und Täler in der Mitte des Teils ignoriert, wieder Folie drübergelegt und ein neues Schnitteil gezeichnet.

Mit einer reichlich merkwürdigen Form, besonders der hinteren Mittelnaht. Dabei habe ich doch keinen Buckel, oder?

Probejacke hinten

Also wieder eine Probejacke genäht (die Ärmel habe ich von der ersten behalten, den Kragen auch).

Und auf ma-san gewartet. Vorne sah es schon ganz gut aus, aber hinten? Da sehe ich mich ja nicht.

Glücklicherweise… denn wo zum Kuckuck kommen diese Querfalten wohl her?

Wir versuchen es noch mit Schulterpolstern hoff aber die ändern zwar die Form der Falten, bringen sie aber auch nicht zum Verschwinden.

Und wir sind gemeinsam ratlos.

Wie ändert man das?

Ich lasse mir dann mal diese Falten abstecken, damit ich sie an der ausgezogenen Jacke begucken kann und dann landet die Probejacke erst mal auf dem „später weiter“ Gestell. Denn es kommt erst mal Weihnachten. :o)

(Ohne die Jacke, genau. Das hatte ich dann eingesehen.)

Vergleich der SchnitteileDiese Woche habe ich mich dann wieder drangewagt… und einfach mal die Falte, so wie an der Probejacke abgesteckt, auch am Folienschnitt weggeklebt. Interessanterweise rutscht dadurch der Armaussschnitt höher.

Ein Vergleich mit einem McCall Schnitt (Der mir ganz gut passt) zeigt, daß da die Armausschnitte auch weiter in die Achsel reingehen. Ist dieser Veränderung der Bringer?

Das Schnitteil sieht jedenfalls endgültig „verboten“ aus. Wie gemacht für Quasimodo… :-/ Und der Fadenlauf… tja, keine Ahnung, ich habe ihn, wenn ich mich recht erinnere, im unteren Teil „behalten“ und dann wieder nach oben verlängert. Aber so verschoben, daß er wieder an der Schulter landete. An der ursprünglich eingezeichneten Stelle wäre er irgendwo im Halsausschnitt gelandet. Denke ich. Aber jetzt ist er dafür nicht mehr parallel zum Abnäher. Sollte er das nicht sein?

Muß ich den Fadenlauf verschieben? Oder den Abnäher etwas kippen? (Vorschläge und Hinweise dazu sind mehr als willkommen!)

Immerhin kann ich jetzt Rückenteil austauschen ohne die Jacke komplett aufzutrennen. Die Ärmel sehen dadurch endgültig nicht mehr schön aus, aber es sollte reichen, um zu sehen, ob der Rücken jetzt paßt.

Dummerweise werden ma-san und ich uns erst in zwei Wochen wiedersehen… so lange muß ich also warten, um zu wissen, ob ich jetzt endlich, endlich anfangen kann.

Andererseits ist da ja noch ein Geburtstagsgeschenk zu nähen… Da gehe ich jetzt mal drüber… das eilt eigentlich auch schon. Mehr oder weniger. Eher mehr, fürchte ich… 😉

… dieser Schnitt aber auch!

ProbejackeAlso erst mal den Schnitt herauskopiert. Meine Oberweite liegt zwar noch mal 3cm über Größe 46, aber da der Schnitt nicht größer verfügbar ist, habe ich ohnehin keine Wahl. Und bisher war mir die Schulterpartie eh in der Größe schon zu weit.

Meine Standardänderungen (Schultern 1cm schmaler, die Hüfte um etwa 20cm auf mein Maß erweitern, 1,5cm Länge oberhalb der Taille kürzen) mache ich gleich auf Folie. Dann wird zugeschnitten und schnell mit großen Stichen genäht. Und gebügelt, denn ich will ja den Sitz beurteilen können.

Oben herum wird es wohl etwas eng sein, aber der Rest sollte doch weitgehend passen.

Mit der Probejacke geht es auf nach Aachen, Silvia soll gefälligst ausbaden, was die angerichtet hat, mit ihrem Stoff. 😮

Naja, das Ergebnis übertraf erst mal alle Erwartungen.

Irgendwie passte gar nichts.

Gut, vorne mußte es weiter werden. Da ich Angst hatte, bei einer Full Bust Alteration die Teilungsnaht zu vermurksen dachte ich, wenn man Stoff unterheftet (das war der nächste der gerade zur Hand war…. ) und den dann hinterher durchschneidet, müßte man damit zwei neue Schnitteile bekommen, die man wieder auf Folie übertragen kann.

Und dafür, daß meine Oberweite nur um 3cm von der Maßtabelle abweicht muß doch überraschend viel zugegeben werden. Nämlich ungefähr 3cm auf jeder Seite. (Und bei BHs habe ich gerade mal so knapp C, mit starker Tendenz zu B…. )

Probejacke von hintenDie Rückansicht konnte ich erst hinterher auf dem Foto sehen. Vorher hatte ich gehofft, es läge an den beiden Spiegeln und der Perspektive. 😉

Aber da mußte zum einen an der Mittelnaht weg, was wir vorne zugegeben hatten und in der Länge… mußte noch viel, viel, viel weg. Etwa sechs Zentimeter. Aber nur in der Mitte, zur Seitennaht passte es wieder.

Also nichts mit endlich zuschneiden und loslegen.

Folienschnitt anpassen und ein neues Probeteil nähen. 🙁

Und hoffen, daß die häßlichen Falten am Armausschnitt von den vielen Stecknadeln kommen.

Ich hasse Probeteile, sagte ich das schon?

Diese Rosen haben Dornen…

Es gibt ja so ein paar Sachen, denen ich, Stoffdisziplin hin, Stoffdisziplin her, leider gar nicht widerstehen kann. Zumindest nicht dauerhaft.

geprägte Seide

Rosen sind das eine und Seide das andere. Wenn das ganze dann noch rot ist und eine interessante Struktur hat (nämlich geprägt)… das konnte nicht ewig gut gehen.

Silvia hat den Stoff ja schon ganz lange im Laden. Und ich schleiche genauso lange bei jedem Besuch darum herum. Gehe gucken, ob die Farbe immer noch so schön ist.

Dunkles Rot, aber je nach Beleuchtung bis ins fast schwarze changierend oder leuchtend, wenn helles Licht darauf trifft. schmelz

Zart streicheln, ob es immer noch Dupionseide ist, das Muster immer noch so schön tastbar erhaben, glänzend, fest,… schmacht

Gut 40 EUR sind für so einen wunderbaren Stoff auch nicht zu viel. Qualitativ hochwertige italienische Seide hat ihren Preis und ist den auch wert. Wenn ich denke, daß ich anderswo viel langweiligeren bestickten Seidentaft für 55 EUR gesehen habe. Und den gibt es überall. Geprägte Seide… eben nicht.

Nur… ich habe ja gerade keinen Anlass mir so etwas zu nähen. Mein Bruder möchte erst mal seine Doktorarbeit fertig machen und danach über so was wie Heiraten nachdenken, auf meine eigene Silberhochzeit will ich auch nicht warten…

Und für mich… muß das dann auch ganz schön viel Stoff sein.

Ruhelose Nächte. Ich wälze Ideen. Ideen, die weniger Stoff brauchen vielleicht? Aber eine Corsage… da habe ich derzeit gar keine Gelegenheit sie zu tragen. Und nur so für den Schrank nähen… dazu nähe ich zu langsam.

Und immer wieder… im Laden, gucken ob die Seide noch da ist. seufz Den Umzug hat sie auch gut überstanden…

Im Oktober breche ich ein. Ich will den Stoff. Punkt.

geprägte Seide, DetailAllerdings nicht für die Kiste. Er soll genäht werden.

Zuerst wälze ich also Schnittmuster und -hefte. Was will ich überhaupt?

Waschbar dürfte der Stoff nicht sein. Also muß es gereinigt werden. Bluse oder Kleid fallen damit weg. Rock… sitzt sich vielleicht zu schnell platt. Und Hose? Ne, Dupion ist nicht der Stoff für Hosen. Und bei meiner Figur schon gar nicht.

Also Jacke. Das hat den Vorteil, daß ich sie wenigstens auch tragen kann. Wenn es sei muß zur Arbeit, zum Kostümrock oder einer Hose.

In der April Burda von 2005 werde ich letztlich fündig, Modell 116 geht bis Größe 46 und erfordert mal keinen elastischen Stoff. Der Kragen und die leichten Trompetenärmel sollten gut zum Stoff passen und gefallen mir.

Bis Weihnachten, oder wenigstens Sylvester will ich die Jacke tragen. Ich weiß, ich weiß. Jetzt ist Januar. Und ja, ich gestehe, ich wollte sie letztes Jahr tragen. :o)

Da ich ja auch keine Stoffe mehr einlagern will und auch die Reste möglichst klein halten nehme ich also tatsächlich die auskopierten Schnitteile mit in den Laden und Silvia erlaubt mir, den Stoff auszurollen und die Teile zu plazieren. Dann abschneiden und danach messen. Menge und Preis verdrängen.

Stoffbeute mitnehmen.

Zuhause gehen die Probleme dann schon los.

Ich habe keine Ahnung, wie ich den Stoff verstärken will. Vlieseline aufbügeln bei einem Strukturmuster… könnte unerwünschte Wirkungen haben.

Testen kann ich noch nicht, dazu muß ich zuerst mal Zuschneiden, damit ich sehe, wo die Reste wirklich bleiben. Denn wenn der Stoff wegen einer Bügelprobe nicht reicht… das wäre echt ärgerlich. Mehr als ärgerlich. Saublöd, wäre das.

Also Zuschneiden.

Moment… tröötalarmtröötalarmtröööt wie gut haben mir die letzten Burdaschnitte gepaßt?

Okay, nähen wir erst mal ein Probeteil….