Batistbluse: Ärmel einsetzen oder Stecknadeln sind Freunde

Ärmel an Markierungen einsteckenDie fertig genähten und gesäumten Ärmel müssen jetzt eingenäht werden.

Hier stellt sich immer die große Gewissensfrage: Heften oder nicht heften?

Da die Armkugel nicht stark gerundet ist, also nicht viel Einhalteweite zu erwarten, entscheide ich mich für „nicht heften“. Aber wer nicht viel Übung hat, heftet vielleicht besser…

Ich lege das Armloch der Bluse vor mich hin, mit der linken Seite nach außen gedreht.

Der Ärmel hingegen liegt mit der rechten Seite nach außen (also ganz normal) und wird so in das Armloch gesteckt. So kommt die rechte Stoffseite des Ärmels auf die rechte Stoffseite der Bluse.

Zuerst stecke ich die Paßzeichen fest. Bei dieser Bluse habe ich ein Paßzeichen vorne, eines oben, das an der Schulternaht festgesteckt wird und ich stecke die Ärmelnaht auf die Seitennaht der Bluse.

Unterärmel eingestecktAm unteren Teil also unter dem Arm wird der Ärmel glatt eingesteckt. Deswegen stecke ich zuerst diesen Teil und achte darauf, daß es keine Falten gibt und die Stofflagen wirklich glatt und ohne Dehnung oder Wellen aufeinander liegen.

Da der Schnitt keine Markierung hat, ab welcher Höhe die Einhalteweite beginnt, kann ich das nur nach Gefühl machen.

Irgendwo zwischen der Hälfte und zwei Dritteln der Armlochstrecke wird der Ärmel glatt eingesetzt.

Ärmel eingesteckt und Mehrweite eingehaltenDie Armkugel hat ja bei eingesetzten Ärmeln immer etwas Mehrweite. Das heißt, die Strecke ist länger als die Strecke des Armloches an der gleichen Stelle. Oder ganz banal formuliert: Am Ärmel ist mehr Stoff, als am Armloch.

Das ist nötig, damit man die Arme hinterher auch bewegen kann.

Die Kunst besteht jetzt darin, diese Mehrweite des Ärmels so einzuhalten, daß hinterher keine Falten und Kräuseln zu sehen sind. (Es sei denn, man hätte Puffärmel.)

Da in diesem Fall die Mehrweite (auch Einhalteweite genannt) nicht so viel ist, stecke ich quasi nach Augenmaß. Die Ärmelmitte habe ich ja auf der Schulternaht festgesteckt und mich auch von der Achsel ein Stück weit glatt den Ärmel hochgearbeitet.

Auf dem Rest wird die Mehrweite des Ärmels gleichmäßig verteilt und mit relativ vielen Nadeln quer zur späteren Naht festgesteckt.

Ärmel langsam einnähenDann wird genäht.

Und zwar von der Ärmelseite aus, also so, daß der Ärmel zum Nähfuß hinzeigt, die „Blusenseite“ auf dem Transporteur liegt.

Dabei beginne ich an der Seitennaht und nähe langsam über meine quer gesteckten Nadeln drüber.

Im oberen Bereich der Armkugel, also da, wo die Mehrweite eingehalten werden muß, ziehe ich den Ärmelstoff vorsichtig etwas nach links und rechts straff. (Wenn ich nicht eine Hand zum Photographieren brauche, dann mache ich das mit zwei Händen.) Dadurch wird der Stoff glatt eingenäht, ohne Kräusel.

Keinesfalls die untere Stofflage in Nahtrichtung dehnen!

Das resultiert in einem verdehnte Armausschnitt, was wir aber nicht wollen, oder? 😉

Wenn ich merke, trotz des sachten Glattstreichens beginnt der Stoff, sich zu stauen, dann hebe ich mal kurz den Nähfuß, damit sich die Stofflagen wieder „entspannen“. Dank Kniehebel geht das bei meiner Maschine, ohne die Hände vom Stoff zu nehmen.

(Die ersten zehn Jahre meiner Nähkarriere habe ich an der Stelle übrigens lieber erst geheftet und dann genäht. Heute kann ich meist gut einschätzen, wo ich heften muß und wo ich es bleiben lassen kann. :-D)

Ärmeleinsatznaht versäubertBleibt natürlich die Frage, wie versäuber ich das? Der Stoff ist ja leicht transparent.

Und schöne französische Nähte bekommt man nur an geraden Nähten hin.

Eine Möglichkeit ist natürlich, die eine Nahtzugabe über die andere (vorher zurückgeschnittene) drüberzuklappen und festzunähen. Mache ich bei Seide sehr gerne.

Aber bei ganz dünnen Stoffen ist mir das schon wieder zu dick.

Aber es geht noch einfacher.

Mit kleinen Stichen (Stichlänge ca. 2) nähe ich auf der Nahtzugabe eine weitere Gradstichnaht, mit etwa 2mm-3mm Abstand zur Ärmeleinsatznaht.

Und einen bis zwei Milimeter neben dieser Naht schneide ich die Nahtzugabe einfach ab.

Das hält, denn der Stoff ist ja durch die Rundungen praktisch überall schräg zum Fadenlauf geschnitten und franst dadurch ohnehin nicht so stark aus.

(Für Paranoiker und bei extrem fransenden Stoffe: Die zweite Naht mit Fray Check „einlassen“.)

Nahtzugabe bügelnUnd als letzter Schritt kommt nur noch mal Bügeln.

Wichtig ist dabei, nur die Nahtzugabe flach zu bügeln, nicht auf der Armkugel herumzufuhrwerken.

Ganz vorsichtig… mit der Spitze des Bügeleisens…

Das wars dann auch schon… den Blusensaum schlage ich zwei mal knapp um und nähen ihn mit Stickgarn (der Säumerfuß hätte sicher ein paar Probleme mit den Biesen), ebenso die Knopflöcher. (Könnte man mit etwas Stickvlies noch schöner machen, aber ich bin zu faul, will fertig werden.) Knöpfe finde ich überraschenderweise sogar mal passende in meiner Dose….

So billig habe ich schon lange nicht mehr genäht! Nur eine Rolle Stickgarn mußte ich zukaufen. Na gut… und Heat Away. Und gleich mehr davon… :o) Brauche ich bestimmt irgendwann wieder… gg

Batistbluse: Ärmel säumen oder der Kampf mit dem Säumerfuß

Nach der Theorie des Säumerfußes jetzt also die Praxis…

Schmale, aber saubere Säume sind bei durchscheinenden Stoffen ja Pflicht.

Test mit Säumerfuß

Und damit das schnell und einfach geht, gibt es den Säumerfuß. Zumindest schreibt das David Page Coffin in seinem Buch Shirtmaking so.

Also habe ich den Säumerfuß auf meine Wunschliste gesetzt und zum Geburtstag auch bekommen. Und endlich habe ich eine Gelegenheit, ihn auch einzusetzen.

Allerdings besitze ich schon einen Rollsaumfuß und von da ist mir noch in guter Erinnerung, daß der Umgang damit etwas weniger trivial ist, als es in der Anleitung steht.

Also nehme ich mir erst mal einen Rest des Originalstoffes und übe.

Die erste Hürde ist das Einlegen des Stoffes in die Schnecke. Beim ersten Versuch klappt es überraschend gut, danach nicht mehr. 🙁

Aber im Buch wird auch eine ganz andere Technik dafür beschrieben. Die funktioniert sogar ganz gut. Und ist nicht so schwierig.

Der Testsaum sieht auch gut aus. Wieder mit dem Stickgarn, natürlich, damit da auch noch etwas Farbe hinkommt.

Feiner Saum

Frohgemut lege ich also den ersten Ärmel unter den Säumerfuß, linke Seite nach oben, und lege los.

Um es mir nicht noch schwerer zu machen, werde ich die Ärmelsäume erst hinterher nähen. Außerdem bin ich mir nicht so ganz sicher, ob der Säumerfuß über eine französische Naht drüber kommt. Ich schätze eher, dafür ist er nicht gemacht… :-/

Die ersten zehn Zentimeter flutschen nur so rein.

Dann gibt es eine Falte.

Maschine stop, Nahttrenner heran, alles wieder aufgetrennt. Mittendrin neu ansetzen geht ja an der Stelle nicht unauffällig.

Wieder von vorne… diesmal geht es 15 Zentimeter gut. Dann kommt die Falte.

Maschine stop, Nahttrenner, Faden ziehen (glücklicherweise habe ich ja noch viel Stickgarn… :o).

Der nächste Versuch schafft etwa zwanzig Zentimeter, bis die böse Falte entsteht.

Mit viel Trennen und Stück für Stück wird der Ärmelsaum fertig.

Und irgendwann auch der zweite.

Aber ganz ehrlich… da wäre von Hand nähen schneller gewesen. :o)

Bis der Fuß und ich Freunde werden, sind wohl doch noch ein paar Meter Saum nötig. (In einem Buch heißt es ja, man müßte keine hundert Meter säumen, um den Säumerfuß im Griff zu haben, aber ich habe da gewisse Zweifel… Ich sollte Gardinen nähen. Sehr viele Gardinen. gg )

Kommunikation auf Fahrschein

Wer ÖPNV benutzt langweilt sich ja nie. Igendwas -geht immer schie- erlebt man immer.

Doch jetzt hat die KVB offensichtliche ein Programm zur Förderung der Kommunikation aufgelegt.

Wir erinnern uns:

Straßenbahn fahren früher, jeder saß mit sich und seinem Walkman, Buch oder Strickzeug alleine auf seinem Platz und fuhr so vor sich hin.

Das ist heute vorbei.

Wildfremde Menschen reden miteinander, verschiedenste Meinungen werden geäußert und ausgetauscht, keine Frage, die nicht wenigstens fünf Antworten fände.

Wie das kommt?

Tja, die KVB baut um.

Sie baut groß um.

Deswegen ist ein zentraler Streckenabschnitt für zehn Monate stillgelegt, die Bahnen ändern nicht nur die Abfahrtszeiten sondern auch die Strecken.

Diese neuen Streckenpläne sind auch überall angeschlagen. Außerdem stehen an den Bahnsteigen der größeren Stationen in der Innenstadt tatsächlich überall Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe für Auskünfte zur Verfügung. Ungewohnt und neu, aber man kann seine Strecke finden.

Jedoch, damit es nicht zu langweilig wird… werden für die Dauer von zwei Wochen einige Strecken noch mal anders umgeleitet.

Und das… steht auf keinem Plan. 😀

Und so kommen wildfremde Menschen ins Gespräch:

Wohin fährt der Zug?

Fährt der Zug zum Ebertplatz?

Nein, da müssen sie glaube ich die sechs oder die neunzehn nehmen.

Nein, nein, sie müssen mit diesem Zug zum Friesenplatz fahren und dort umsteigen.

Geht nicht auch Appellhofplatz?

….

Verstrickt & Zugenäht – Die Frage der Woche 43/2006

Nähfreundin will wissen:

Wie viele UFOs liegen bei Dir herum?

Vielleicht machst Du auch mal ein Foto und sagst uns, warum das Teil/ die Teile nicht fertig ist/ sind.

UFOs? Iiiech? UFOs? Niemals doch nicht.

Ich habe keine UFOs.

Ich habe nur laufende Projekte. :o)

Da wären zwei Jacken, noch sehr am Anfang. den Stoff gibt es, ein Probemodell ist genäht, im anderen Fall das Probemodell schon wieder aufgetrennt und der Schnitt verändert. Das zweite Probemodell wartet.

Meine Vorhänge für Paris. Okay, die Schals müßte ich wirklich nur noch säumen. Dazu müßte ich aber den rosa Faden aus der Maschine machen und die Nadel wechseln.

Könnte ich jetzt aber tun, weil dem Babystrampler (rosa) ja nur noch die Druckknöpfe fehlen. Die müßte ich ganz unten aus dem Werkzeugkasten holen. Zusammen mit der Prym-Zange.

Das war“s eigentlich.

Okay, noch so ein Babyteil, das gefüttert werden muß. Allerdings eilt das nicht, denn dafür gibt es keinen Anlass. Das war nur was kleines, um einen Idee auszuprobieren.

Aber das war“s dann wirklich. Über den Berg Flickwäsche reden wir hier ja nicht, oder? 😉

Revue de Presse: Threads November 2006 (Number 127)

Das satte „Pfluff“ im Briefkasten diese Woche ließ mich aufhorchen. Zeitschriftenabos kommen alle am Montag, bestellt hatte ich nichts.

Ein neutraler Umschlag… welch wunderbare Überraschung, die liebe Tanna hatte bei ihrem USA-Besuch an mich gedacht und mir gleich nach ihrer Rückkehr die November-Threads zugeschickt. Pech für die Gutachten, die ich an dem Tag noch hatte schreiben wollen. Und Pech für die große Tüte Mandelsplitter im Schrank. gg

Mit braunen Mandelsplittern in der einen und dem kontrastreichen Titel in rot, grau, schwarz und weiß plaziere ich mich auf dem Sofa… die vorgestellten Autorinnen der Ausgabe kenne ich alle nicht, aber egal, Namen sind eh Schall und Rauch… (eine Frau, die „Fred“ heißt?? Amis…)

Leserbriefe… freudig und kritisch… je nach dem. Rosa Rollschneider und Schneidmatte? Wer muß denn so was haben??!? Ne, auch nicht, wenn es der Brustkrebsvorsorge dient. (Amis… kopfschüttel) Ein kurzer Bericht über das Bra-makers Manuar von Beverly Johnson… ja, will ich eh haben, aber die deutsche Übersetzung von Ela war für meinen Geburtstagswunschzettel nicht rechtzeitig fertig.

Dann mal die Lesertips flöhen… ist was interessantes dabei…? Also die amerikanische Sorge, es könnte sich jemand an weggeworfenen Nadeln im Müll verletzen… immer wieder rührend. Das Müllauto wird es danken. Nein, keine Offenbarung dabei, diesmal. Aber nett, das die besten Tips mit Büchern von Taunton belohnt werden…

Die Schnittest-Abteilung… Ponchos, Jacken, Mäntel,… Die Park Bench Jacke gefällt mir (macht das eigentlich viel Sinn, Winterjacken von jemandem testen zu lassen, der auf Hawai wohnt? 😉 ) Der Vogue-Mantel sieht auch klasse aus, leider nicht für meine Figur… Burda ist mit einem Bleistifrock vertreten… Die Testerinnen waren offensichtlich mit allen Schnitten zufrieden, keine Ausfälle bei Paßform und Anleitung. Was grinst mich denn da von der Werbeseite an? Das ist doch der Microfun mit Nöppchen! Nur in anderen Farben. seufz Schade, daß der aus dem Programm genommen wurde…

Wie finde ich den richtigen Nähkurs… blätter sehr auf die amerikanische Situation bezogen. Da kommt vor allem Neid auf, ob des Angebots an verschiedenen Kursen, die es dort zu geben scheint. Leider nicht wirklich auf die deutsche Situation übertragbar. Aber für Onlinekurse würde hier wohl auch niemand was bezahlen wollen… Dienstleistung hat hier ja kostenlos zu erfolgen…

Oh… JA! Ich sehe Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke für die halbe Familie! der One-seam Poncho ist genial… und Silvia hat dieses Jahr ja so einiges an feinem Samt, Seide, Viscose, Pannesamt… da fehlte mir nur noch die Idee dazu. Für Sachen, die schnell zu verarbeiten sind. Langwierig zu verarbeitenden Ideen habe ich ja schon genug…

Mit ausgefransten Säumen geht es weiter. Die konnten mich ja bislang nicht wirklich begeistern… Ach, drei verschiedene Techniken? Hm… das mit der zusätzlichen Stofflage… hat doch was. Naja, vielleicht irgendwann mal. Wenn es in zwanzig Jahren wieder modern ist. Diesmal schaffe ich das eher nicht mehr. :o)

Fingerschutz… erst Mal schnittsichere Handschuhe (wofür auch immer… bißchen aufpassen tut es auch; und wenn ich mich schneide, dann am ehesten, weil es irgendwo ganz fummelig ist und ich deswegen die Finger drunter habe. Dann hätte ich aber die Handschuhe auch nicht an. Diverse Fingerhüte… Handcremes für Näherinnen??? I wont ask…

25 heiße Tips, um beim Nähen cool zu bleiben. Oder Zen, wie der Ami sagt. (Aus Frankreich kenne ich den Ausdruck ja auch…) Das meiste ist nicht neu. Aber die Idee, um am Bund weniger Stofflagen aufeinander zu haben ist nicht schlecht. Das könnte auch das Knopfloch einnähen deutlich erleichtern…

Aber hier wird es spannend… gemusterte transparente Stoffe und was aus ihnen werden kann… blätter guck genau guck Karos aus Streifen hatte ich ja schon mal gesehen… Farben verschwinden lassen auch.. Streifen aus Karos… ah ja… und Streifenmuster aus Punkten?? Spannend, spannend. Nächsten Sommer mal nach transparenten Stoffen mit Muster spähen…

Die Verarbeitungshinweise für transparente Stoffe bringen mir jetzt gerade nichts neues, aber sind eine hervorragende Zusammenfassung zu dem Thema. So hat man immer saubere Nähte und Säume. (Und alles ohne Overlock…)

Die Raffungen an den Röcken gefallen mir auch sehr gut, besonders die im Art-Deco Stil. In Saumhöhe ist das meiner Figur angemessener. 😛 Mit Anleitung, wie man sich den Schnitt entsprechend verändert. Das behalten ich mal im Kopf… mal sehen, wann ich dazu komme, es anzuwenden.

Alte Jeans verändern… Hosenboden betracht ja, könnte ich gerade brauche… Reverse Applique und Perlen aufsticken sind jetzt nicht gerade neue Ideen… Aber das mit dieser Bänderstickerei… einfach klasse, was die immer wieder für Techniken ausgraben! Dummerweise nur alles nicht wirklich optimal für Löcher am Hosenboden geeignet. Zumindest, wenn man den nicht extra betonen will… gg

Schnittanpassung… scheint eine ganze Serie zu sein. Diesmal die Schultern. Okay, da habe ich keine so großen Probleme. Schmäler machen, aber an der Form muß ich nicht viel ändern. Aber ich stecke ja auch immer mal für andere ab, also doch mal durchlesen… Ah, es wird nicht nur gezeigt, wie man das für den eingesetzten Ärmel ändert, sondern auch für angeschnittene und Raglanärmel. Davor drücken sich ja die meisten Nähbücher…

Und schon wieder so eine wunderbare embellishment Idee… lange werdeich an Walk nicht mehr vorbeikommen… und auch noch mit einem Art Deco Motiv! (Wann, oh wann soll ich das alles jemals machen?!?)

Leserfragen… Nähmaschine für den LKW… originelle Fragen… Was haben wir noch? Schnitt von einem passenden Kleidungsstück abnehmen, mit Abnähern, Ärmeln und allen Schikanen. Nun ja, gekaufte Kleidungsstücke passen mir eh nicht, von daher stellt sich das Problem nicht wirklich… Auf der anderen Seite hilft so was immer, den Aufbau von Schnitten generell zu verstehen… das schadet wiederum nie.

Ganz schnell durch die Anzeigenseiten blätter Bevor ich wieder interessante URLs finde… 😀 Die Kurzgeschichte… na gut… und noch ein paar Worte über Mohair. Wenig neue Info… als sie noch die Detailbilder alter Kleidungsstücke hinten drauf hatten gefiel mir das besser.

Oh, schade.. schon aus. 🙁

Fliegt im Dezember wieder jemand rüber? 😉

Über den Blogrand: Elitäre Wolfs-Hasenfreunde

„Sie sind elitär“, informiert mich eine Mail.

Wie, das steht schon hundertfach in eurem Spamfolder?

Das… war kein Spam. Das war tatsächlich ein Newsletter.

Und noch dazu einen, den ich wirklich angefordert hatte. Er kommt auch nur wenige Male im Jahr.

Und es bekommen ihn außer mir nur 35 weitere Leute. In den Weiten des Internets in der Tat wenig.

Dabei wäre es so einfach… Comic lesen und in die Mailingliste eintragen lassen.

Und schon erfährt man nicht nur, was passiert, wenn sich beim ersten Rendezvous herausstellt, daß man von verschiedenen Enden der Nahrungskette kommt, sondern auch, wie es mit der Patchworkfamilie aus Hasenpapa mit Igeltochter, Wolfsmama mit Wolfsflegelsohn und dem gemeinsamen Töchterchen (Häschengestalt mit Wolfsappetit 😉 ) in Freud und Leid weitergeht, sondern bekommt gelegentlich auch noch Hintergrundgeschichten nach Hause geschickt.

Lust auf ein bißchen Comic? Kevin und Kell erzählen ihre Geschichte. 😉

Revue de Presse: Burda Modemagazin November 2006

Gestern Abend auf dem Rückweg von Scherzkeks-Stoffe (ich williger Sklave durfte neue Kurzwaren beschriften und einsortieren) sprang ich am Aachener Bahnhof noch kurz in die Zeitschriftenhandlung… und siehe da, die November Burda lachte mich an. Blond-braun-grün und fellig. „Natur“ scheint das Titelbild anzukündigen. Ah, „Kuschelzeit“ vermeldet die Schrift.

Im Editorial ist dafür von Luxus die Rede. Wobei ich ja niemals ein schokoladenbraunes Kleid als Cocktailkleid tragen würde. Und luxuriös sieht es schon gar nicht aus. Der Schnitt ist aber nicht übel, ich mag ja Empire.

Nun gut, die vorgestellte Mode auf den nächsten Seiten hält sich dann allerdings erst mal an die Farben eines Pfauengefieders… das ist doch schon deutlich edler. Erst mal die Kaufaccessoires… das Dolce & Gabanne Handy ist ja markentypisch geschmacklos, aber die Patrick Cox Schuhe sind derart aufgemotzt, das es schon wieder gut ist. (Könnte man mit viel Kleber und alten Pumps wahrscheinlich selber machen. Zumindest für einen Abend. Schuhe dauerhaft zu verändern habe ich irgendwie nie geschafft… hielt alles nicht.)

Äh… „nachtblaues“ Top und „Silbergrau“ soll die Hose sein? Also einer von uns ist farbenblind…. das Top ist deutlich grün (mit viel gutem Willen noch Petrol) und die Hose beige. Vielleicht würde aber auch Teamwork in der Redaktion genügen… zwischen Texter und dem Graphiker an der Farbbalance. :o) (Ja Kinder, wir wissen, mit dem Computer kann man Photos verändern, wie man mag… aber man muß nicht. Okay?) Welche Farbe wohl der Stoff des Kleides 106 B haben mag? So wie abgebildet ginge es glatt als „Lieblingsmodell“ bei mir durch (mal sehen, was noch kommt), aber wie es in Wirklichkeit aussehen mag? (Ich hoffe, jemand gewinnt es und es gibt noch ein Photo davon, zum Beispiel auf dem Burdawebauftritt. Auf dessen Startseite sich übrigens inzwischen tatsächlich immer mal was bewegt. Nur die „heißen Burda Weblogs“ sind mit Beiträgen angepriesen, die schon lange wieder kalter Kaffee von vorgestern sind.) Schön auch die feine Spitze von Top 113, aber die Farbwiedergabe in dem Teil hat sich ja schon selber entlarvt… also keine Ahnung, wie es in Wirklichkeit aussieht. Dem Kleid 110 (schöner Schnitt, wenn man eine Figur ohne Bauch, Po oder breiten Oberschenkeln hat) wünsche ich auch eine schönere Farbe als dieses gelbliche Durchfallbraun. 😀

Die Stickerei auf Rock 105 ist dekorativ, aber diese Samtjacke mit angekräuselten Schößchen und Keulenärmeln…? Ne, oder? Und dann nochmal das Cocktail Kleid in Schokobraun (Milchschokolade, die Sorte für Weicheier 😉 )… definitiv nein. Schöner Schnitt, aber der Stoff gibt einen heftigen „Ommas Nachthemd“-Look. Der Schnitt von Jacke 101 A mit dem wahlweise hochgeschlossen oder breite Revers gefällt mir auch. Leider nur bis Gr. 44. (Ich fühle mich dann immer wie ein Hund vor der Metzgerei „Wir müssen draußen bleiben.“)

blätter Hier kommt das Thema Natur. Im „Freizeit“ Teil. Felljacken sehen ja immer kuschelig aus. Wobei man jetzt wieder diskutieren kann, ob echtes Fell „pc“ ist oder nicht… Jacke, Hose, Wickelpulli,,, die Zipperjacke hat einen interessante Strickstoff.. Toptex… hm.. ob es den auch in anderen Farbestllungen gibt? Oh, die Handtasche unter den Schulterriegel der Bluse geknöpft. Macht das jemand wirklich? Das ist doch voll unbequem, weil die Tasche dann immer relativ weit an der Kante hängt und leicht rutscht. Diese genau auf der Brust plazierten Taschen zeigen auch mal wieder, daß die „Burda-Frau“ besser nicht nur keine Hüften haben sollte, sondern auch von Busen lieber absehen sollte.

Ins Styling darf die Felljacke dann auch noch mal. Hippie-Look gähn, Western-Look (okay, die 80er sind offensichtlich wieder zurück), Polo-Chic (Wann wart ihr das letzte Mal beim Polo? 😉 ),… die Wuscheljacke domniert eigentlich alle Outfits. Denn sie sehen alle recht gleich aus. Was im Umkehrschluss dann bedeuten würde, daß es eigentlich egal ist, was man zu der Jacke trägt. Hat auch Vorteile. Vom Vorteil von Braun für Abendmode wird mich hingegen keiner mehr überzeugen. Das mag modisch sein… aber Stil hat es keinen.

Nun gut, die Best Basics in Schwarz-Weiß dann schon eher. Eine Farbkombi (oder sollte ich Kontrast-Kombi sagen?) die mir gar nicht steht… aber Stil hat es der Hahnentrittmantel mit der Pelzborte und dem Pelzkragen (diesmal Imitat), der schmale Bleistiftrock, das witzige Baumwollkaro von Bluse 119… (das wäre überhaupt eine Superbasis für Stick- oder Stempelexperimente, finde ich; was sagst du, Bärbel? )

In der „City“ geht es hingegen grau weiter. Mit etwas lila. Ja, Grau in grauen Novemberstraßen, das ist es, was unser Herz bei Herbstregen braucht, oder? 😉 Genauso wie ärmellose Tops mit tiefem Ausschnitt bibber. Wenn ich mir das so ansehe, frage ich mich immer, ob die Burdaredaktion den Winter geschlossen in Südfrankreich oder -italien verbringt und daher das Deutsche Wetter ein bißchen aus den Augen verliert. gg Jacke 115 hat einen interessanten Schnitt. Ob er mir gefällt weiß ich nicht. Aber er ist interessant. Da nur bis Größe 42 muß ich mir um den letzten Punkt allerdings auch nicht wirklich Gedanken machen… Kurze Bluse mit Rüsche an der Taille… das ganze noch aus lila Seidensatin… ganz schnell weiterblätter bevor vom Grauen übermannt

Kurzgröße… äh „Little Woman“ heißt das jetzt.. Mantel und Kleid, fadfarbig aber klassische Schnitte. Nur der Kleidärmel wirkt unproportioniert weit am Handgelenk. Naja, nicht meine Baustelle…

Top-Label… Mann, was für eine -gei- raffinierte Corsage. Ah, der Schnitt ist nicht dabei. Muß mich also die Winzgrößenskala nicht frustrieren. Schößchenjacke und Hose sind nicht übel. Mit dem gländenden Satinrock bekommt es allerdings so einen leichten Touch von Bordsteinschwalbe.. wo das Modelabel wohl herkommt? Münchner Bussi-Bussi Schickeria oder Düsseldorfer aufgebrezelte Kökain-Gesellschaft? umblätterDie Reportage klärt es auf… München. 😀

Maßschnitt.. ist der Jackenschnitt neu oder habe ich den bislang nur übersehen? Weihnachtsheft von Verena kreativ… am 25.10… noch vor meinem Urlaub, sehr gut… Keine Überraschungen in der Schnittübersicht, immerhin werde ich seelisch darauf vorbereitet, daß in meiner Größe wieder Gummizug angesagt ist…

Workshop… Wolle… auch keine Offenbarungen… das Leserforum… pimp your jeans? Was ist das für eine bescheu… Idee? Für schlappe 500 EUR einen Schmuckknopf an JEANS?? Ach ja, ich vergaß, Jeans sind ja inzwischen Designerklamotten, nicht wie bei mir was zum Zuhause rumsitzen und arbeiten. Daß die Frage nach „Trägt man Pullis jetzt länger?“ mit einem „Ja“ beantwortet wird und mit einem Bild von einem kürzeren Pulli untermalt wird ist wenigstens wieder typisch Burda. Immer schön knappkantig daneben. War jetzt nicht die Frage, aber wir beantworten sie trotzdem. gg Und wenn es die Profis schon nicht können, wie will man in Internetforen von „Laien“ erwarten, daß sie Fragen lesen, verstehen und zielgenau beantworten? :o)

Kosmetik und Pflegeteil… der wird auch immer dicker, oder? blätterblätterblätterblätter Besser nicht. Haare mit Mineralwasser nachspülen… unter der Dusche?? Nicht praktisch, würde ich sagen.

Brems Nach der ganzen Wellness kommt doch noch mal Mode. Die allfällige Wellnessmode… wobei zum Kleid (diesmal alles Nicki) wie immer Shoppersocken kombiniert werden. Das Strassband an Kleid und Jacke 127 sieht übrigens nett aus. Nur wirft die Jacke Falten zwischen Brust und Ärmel… etwas… zu eng, um die Brust? 😉

Die Bilder auf den nächsten beiden Seiten sind hingegen alte Bekannte… die Finalistenmodell für den Catwork stellt Burda ja auch hier im Netz vor. Wobei einige Bilder bei der Digitalisierung für den Internetauftritt offensichtlich Details verloren haben, fällt mir auf…

Dann wieder Pampolina mit pinker Mädchenmode. Pink mag ja abgedroschen sein, aber bunte Farben mag ich letztlich doch lieber als oliv oder reine Naturtöne, man findet die Kinder viel leichter wieder. *g* Und bauchfrei müssen die armen Kleinen diesmal auch nicht gehen. (Btw… in Pegnitz haben mein Mann und ich uns kennengelernt…) Der Ringelpulli mit den Wuschelrüschen ist auch sehr schön.

Und ganz am Ende dann auch endlich mal die Schnitte in meiner Größe. Abendmode in PLUS, beginnend mit einem Gähnrock. Grundfarbe schwarz, diesmal bestickter Samt. Ja. Same Procedure as every year. Hose und Rock mit Gummizug… ist das alles, was „Irma Mahnel“ zu bieten hat? Ah, nicht ganz… Ein Top mit schöner Nahtführung und eine Jacke mit spitzen Ärmeln. Nicht der Gipfel der Innovation… aber ausbaufähig. Trotzdem… mein Weihnachtsoutfit bekommt eine Jacke aus Seide, die habe hier schon. Also nix mit Samt.

Und der Bastelteil bietet natürlich schon Weihnachtsdeko. Nun gut, wenn man selber basteln will, dann darf die auch etwas zeitiger dran sein. Die Idee für den Adventskalender gefällt mir richtig gut. Zumal wir im Wohnzimmer keine Vorhänge haben, da wäre Platz. Mal sehen, ob ich die Zeit dafür finde. Der Advent kommt immer so wahnsinnig, rasend schnell. War nicht gerade erst Ostern? 😉

Katzen bei der Arbeit?

Schließlich können sich Katzen auch nur schwer entscheiden. (Katzenbesitzer ohne Katzenklappe wissen das… Tür auf, Katze raus, Tür zu. Miau Tür auf, Katze rein, Tür zu. miaumiau Tür auf, Katze raus, Tür zu. maunzmiau Tür auf, zwei Pfoten rein, eine Pfote wieder raus, drei Pfoten rein und umdrehen, drei Pfoten wieder raus, den Schwanz in der Tür hängen lass…. )

Das muß der Grund sein, warum Burda den Nachwuchs-Designer-Wettbewerb „CATWORK“ getauft hat. Denn wir, die Burdacommunitiy, sind aufgerufen, die beste Skizze zu wählen.

Und das ist echt schwierig.

Die sind (fast) alle gut.

Sehr gut.

Gefällt es mir sexy besser?

Oder raffiniert gefältelt?

Kann ich rot widerstehen?

Oder liegt schwarze Eleganz ganz vorne?

Schlicht und tragbar? (Das bitte auf alle Fälle als Schnitt ins Heft, liebe Burda-Redaktion!)

Oder romantisch-avantgardistisch?

Und das sind noch lange nicht alle!

Ich kann mich nicht entscheiden, ich kann mich nicht entscheiden… seufz

Verstrickt & Zugenäht – Die Frage der Woche 42/2006

Nähfreundin will wissen:

Woher nimmst Du Dir Deine Inspirationen ? Nähst Du stur nach Anleitung oder wandelst Du oft ab?

Och… mal hier mal da. Ich gucke viel. In Schaufenster, in Museen, in Nähbüchern,… und nicht zuletzt in Schnittzeitschriften. Und oft formt sich dann peu a peu etwas. Dann versuche ich, Schnitte und Stoffe zu dem Bild in meinem Kopf zu finden.

Gelegentlich gibt es aber auch Stoffe, die mir sofort sagen „näh mich“, dann suche ich den Schnitt zum Stoff.

Ganz oft ist es aber so, daß ein Stoff in meinem Hirn erst mal ein wenig kreisen muß. Und aus dem Wissen „da gibt es diesen Stoff“ und „dort habe ich einen Schnitt gesehen der…“ und „dieses Detail aus dem Museum würde ich gerne einbauen“ und „au ja, diese Technik muss ich unbedingt probieren“ und „ich brauche etwas für Anlass XY“ formt sich am Ende ein Modell.

Und dann fange ich mal an, mit Schnitt und Stoff. Und zwischendrin fällt mir ein, daß doch dies noch nett aussähe oder jenes, daß dafür diese Idee vom Anfang nicht mehr dazupaßt,… und am Ende kommt was ganz anderes raus, als ich am Anfang gedacht hatte.

Säumerfuß (6mm)

SäumerfußSchmale Säume an Hemden und Co sind ja was lästiges…. 6mm umbügeln, noch mal 6mm umbügeln, dabei die Finger nicht am Bügeleisen verbrennen… schön gerade bügeln und dann auch noch exakt nähen. puh

Mit einem Säumerfuß geht das alles in einem Schritt und ganz einfach: Den Stoff in die Schnecke einführen und nähen. Dabei den Stoff gleichmäßig führen und schon hat man am Ende einen doppelt eingeschlagenen, gleichmäßig breiten und gesteppten Saum. (Zumindest in der Theorie… über die Praxis reden wir irgendwann später.:-( )

Das Bild zeigt wieder einen Bernina-Säumerfuß und zwar für einen 6mm breiten Saum, der auch mit Zickzack genäht werden kann. Säumerfüße gibt es für unterschiedliche schmale Säume und manche können nur für Geradstich benutzt werden.

Säumerfuß, Nähsohle

Die Sohlenansicht von unten zeigt die 6mm breite Rille, in der der fertig gefaltete und genähte Saum gut gleitet und somit problemlos weitertransportiert werden kann.