ottobre design woman, 2/2006, Modell 19/Trenchcoat (Mantel)

You can find the english version on Pattern Review.

Auch unendliche Geschichten finden einmal ein Ende… so dieser Mantel, den ich anlässlich des Motivationsmonats November 2008 begonnen hatte und der endlich fertig ist.

Ausgangspunkt war, daß mein australischer Wax-Mantel nach gut zehn Jahren Benutzung endgültig auseinander fiel und ich einen Ersatz suchte. Da ich inzwischen mehr und regelmäßiger reise als damals war ein leichter und kompakt im Koffer zu verstauender Mantel mein Ziel. Außerdem sollte er zu allem passen. Dies führte beinahe automatisch zu einem Trenchcoat, denn der ist zwar nicht immer modisch, aber eben auch nie falsch. Und ich bevorzuge kleines Gepäck, nicht zu jeder Hose einen passenden Mantel oder so.

Mantel aus ottobreAls Stoff habe ich mir einen langweiligen neutralfarbenen Baumwoll-Polyester Polpeline bei Hüco in Berlin gekauft. Als Futter habe ich mir ein gestreiftes Polyesterfutter beim Schnäppchenmarkt am Gürzenich gekauft, denn zum einen wollte ich mal gemustert, zum anderen erschien mir hier wegen des Knitterverhaltens und der Strapazierfähigkeit Venezia als weniger geeignet. Dazu kam dann noch eine Klimamembran, um den Mantel winddicht und damit auch wärmer zu bekommen. Die hat mir die liebe Annette bei Follhofer besorgt. 🙂 Passenden Faden von Gütermann sowie Schulterpolster hat Frau mhs aus ihrem schier unerschöpflichen Fundus beigesteuert. Die Knöpfe habe ich bei Entrée des Fournisseurs in Paris mitgenommen. Die letztlich verwendeten Schnallen stammen von Plissee Becker aus Köln.

Vom Design her war klar, daß ich ein paar Änderungen vornehmen würde: echte Kappnähte an allen Nähten, die Ärmelriegel sollten Schnallen statt Knöpfe bekommen, Leistentaschen statt der aufgesetzten Klappen und natürlich eine mit Reißverschluss zu schließende Innentasche im Futter. Außerdem wurden die Taschen mit Reflexband gepaspelt und auch der Kragensteg außen bekam ein paar Reflexstreifen. Dann kann ich den Kragen hochklappen, wenn es dunkel ist und bleibe besser sichtbar. (Ein heller Mantel ist ja immer besser sichtbar, aber ein bißchen Zusatzsicherheit schadet nicht. Und wegen der silbergrauen Knöpfe und Schnallen fällt das auch nicht auf.)

TrenchcoatNach meinen damaligen Maßen wäre 48 die richtige Größe gewesen.

Der Mantel sollte allerdings auch noch über einem Blazer und einer Fleecejacke passen. (So war ich jahrelang durch den Winter gekommen. Daß es inzwischen auch wirklich kalte Winter geben würde und ich mir infolge dessen 2010 sowohl eine wirklich dicke Jacke als auch einen warmen Mantel kaufen würde war 2008 nicht abzusehen.) Also wählte ich Gr. 50.

Nun hatte ich aber aus dem Heft schon eine Bluse genäht und daher die Erfahrung gemacht, daß die Brustweite doch eher knapp war. Also gab es zusätzlich eine FBA. Außerdem habe ich den Schnitt 10 cm verlängert, weil ich einen längeren Mantel haben wollte. Dazu kam meine übliche Änderung: 2cm oberhalb der Taille rausnehmen.

Mit dem Ergebnis bin ich von der Paßform her auch zufrieden, denn der Mantel sitzt sehr locker, so daß eben auch noch zwei Jacken drunter passen, wenn es wieder kälter wird.

Nicht ganz so zufrieden war ich mit dem Schnitt. Die Vorderteile werden auf dem kleinen Schnittbogen aus zwei Teilen zusammen gesetzt. Dafür gibt es zwar Paßzeichen, aber das eine ist auch wenn man es auf dem Originalschnittbogen ausmisst etwa 7mm vom anderen entfernt. Bei den Knopfmarkierungen kann man nur raten, für welche Größe die wohl gemeint sein mögen. 34? Dran stehen tut es leider nicht. Und dann gibt es im Teil 1B eine senkrechte Linie, deren Bedeutung unklar ist. An den Ärmeln fällt auf, daß der Schnitt am Saum einwärts läuft. Das deute auf bereits angezeichnete Saumzugaen hin? Aber die Anleitung sagt nur im allgemeinen Teil, daß man Naht- und Saumzugaben noch zugeben soll. Die Ärmel haben laut Schemazeichnung eine Markierung, vermutlich für die Stelle, wo der Unterärmel die Seitennaht trifft. Auf dem Schnitteil habe ich die leider nicht gefunden. Auch die Position der Schlaufen für die Ärmelriegel kann man sich nur aus dem Schnittbild erschließen.

TrenchcoatWas die Anleitung betrifft habe ich sie zwar gut durchgelesen, aber weitgehend ignoriert. Wegen meiner Kappnähte (die Anleitung sieht lediglich doppelt abgesteppte Nähte vor) mußte ich meine Schritte ohnehin anders planen.

Ich habe den Oberstoff mit der Klimemembrand gedoppelt, an mehreren Stellen aufeinandergesteckt und dann als eine Schicht verarbeitet. Das war relativ kniffelig, denn ich wollte die Membran so wenig wie möglich perforieren, gleichzeitig ist sie relativ schwer und besteht aus einer zähen Folie, die den Stecknadel einiges an Widerstand entgegen setzt.

Da die Folie schon genug Stand gab, habe ich die Belege und den Kragen nur noch mit G785 gedoppelt, was soweit gut funktionierte. (Auch das Aufbügeln, denn der Stoff ist hauptsächlich Polyester und mag nicht gerne heiß gebügelt werden. ) Nur hatte ich vergessen, daß im Kragen keine Membrane steckt… der hätte eine etwas festere Einlage auch vertragen.

An den Ärmeln hatte ich die gute Idee, sie mit der Technik aus dem Shirtmaking Buch von David Coffin einzusetzen. Dabei großzügig ignorierend, daß Die Technik einen Stoff erfordert, der sich gut einbügeln läßt. Was auf meinen nun gar nicht zutrifft. Überhaupt war das Bügeln ein Drama. Mit Dampf wellte sich alles (zumal auch Dampf nicht durch die Klimamembran durch geht, wenn er von der falschen Seite kommt), ohne Dampf tut sich nichts. Zumal das Eisen schon wegen der Klimamembran auch nicht heiß sein darf. Nach langen Tests kam ich zu dem Schluss, daß es besser nicht geht und ich mit einigen Falten leben muß. Kurz vor Fertigstellung entdeckte ich durch Zufall doch noch eine Technik, mit der es etwas besser ging (die im Großen und Ganzen darin besteht, über der zu bügelnden Stelle zu Dampfen, dann den Dampf loszulassen und das Eisen im genau richtigen Zeitpunkt nach Ende des Dampfens auf dem Stoff zu drücken, mit genau dem richtigen Druck), da war es aber für die meisten Stellen schon zu spät, um nachzubessern. (Und Auftrennen war an diesen Stellen auch keine Lösung, auch das mochte der Stoff nicht wirklich.)

Reflex auf dem KragenstegSaum und Ärmelsäume habe ich von Hand gemacht, das Ärmelfutter ebenfalls von Hand gegen genäht. Unten wurde das Mantelfutter normal gesäumt und dann nur an Belegen und am Schlitz angenäht.

Fazit: Ich bin mit meiner eigenen Verarbeitung nicht zufrieden. Zumal etliche wirklich dumme Fehler drin sind, die ich durch Nachdenken und etwas weniger „ich will aber“ Sturheit hätte vermeiden können.

Auch mit dem Schnittmuster bin ich wegen der vielen Fehler nicht ganz zufrieden, auch wenn ich das alles umschiffen konnte. Für Anfänger kann ich den Schnitt nicht empfehlen.

Tragen werde ich den Mantel trotzdem. Weil ich schlichtweg einen brauche und im Moment keine Zeit habe (und auch keine Lust) so schnell noch mal einen Trenchcoat zu nähen. Und wenn er, wie auf den Bildern, ein paar Runden im Koffer hinter sich hat, dann fällt das eh alles nicht so auf. Denn seinen Zweck erfüllt er gut, er ist nicht zu schwer, er ist winddicht und er überlebt auch meine dicht gepackten Koffer mit nur wenig Blessuren. Nur die Waschbarkeit habe ich noch nicht getestet…

(Das letzte Bild zeigt übrigens das Reflexband im Kragen. Das leuchtet nur, wenn man es mit dem Blitz anstrahlt. Andernfalls ist es dezent silbergrau.)

Revue de Presse: Threads May 2011 (154)

Erst Mal Danke für das vielfältige Lob für mein Kleid. Schön, daß es nicht nur mir gefällt. (Auch wenn es jetzt erst mal zu warm dafür ist. Aber der nächste Winter kommt bestimmt.) Jetzt aber wieder zu was anderem…

Natürlich sind mir nicht nur die vielen Schnittmusterzeitschriften angeflogen, eine Threads liegt auch schon lange hier. (Lange genug, daß vermutlich bald die nächste Ausgabe im Briefkasten liegen wird…)

Die Frage an die Autoren ist dieses Mal, ob sie einen Schnitt haben, den sie immer und immer wieder verwenden. Nicht überraschenderweise haben sie alle einen… (Ich müßte mal nachzählen… bei mir ist es entweder Vogue 7896, ein schlichtes Kleid aus der „Vogue options“ Serie, das ich zwar nie im Original genäht habe, aber das die Basis etlicher Abwandlungen der letzten Jahre war oder der T-Shirt Schnitt aus der ersten All Woman. Einfach weil das mein erster schlichter T-Shirt Schnitt war und da er paßte, war keine Notwendigkeit, für Standard T-Shirts einen weiteren zu probieren. Das heißt… am häufigsten genäht sind wohl meine beiden BH-Schnitte aus der Zeit, als Elingeria noch „Kreative Dessous“ hieß. Habt ihr auch so einen erprobten und über die Jahre immer wieder genähten Schnitt?)

Das Editorial ruft diesmal dazu auf, neue Techniken zu probieren und sich selber herauszufordern. Und auch mal bei Wettbewerben etwas einzureichen, denn davon gäbe es ja reichlich. Äh… ja… nicht auf dieser Seite des Teiches.

Bei den Leserbriefen ist das interessanteste eigentlich, wenn jemand ein paar eigene Geschichten und Anekdoten rund ums Nähen erzählt. Nicht wichtig, aber unterhaltsam.

Dann kommen die Produkte rund ums Nähen. Ich brauche weder Plastikteilchen um „Asian Knots“ zu machen noch einen Rahmen um Fransen herzustellen. Am ehesten noch das Buch „Basic Draping“, aber dazu bräuchte ich erst mal eine Schneiderpuppe, sonst macht das auch keinen Sinn.

Die Lesertips… der „Best Tip“ dreht sich um Schrägband… irgendwie scheint das in Amiland viel verwendet zu werden, sonst wäre es nicht so oft Thema. Naja, ich wüßte nicht, wo ich Riesenvorräte an Schrägband aufhben sollte, denn ich habe ganz sicher mehr Stoffreste als ich jemals Schrägband brauchen werde. Und auch die anderen Tips sind nicht so meine Themen.

Besser gefällt mir da schon die Technik zum Kleidungsstück der letzten Seite… scheinbar alles voller Nieten, aber die Dinger werden aufgeklebt. Wobei ich dann wieder nicht so genau weiß, wozu man da eine Anleitung braucht… aber gut.

Koos van den Akken bringt uns dann ein Interview näher. Ich gebe zu, nicht so ganz mein Stil. Ich glaube auch, er ist in den USA populärer als in Europa?

Der Stickartikel ist diesmal wenig inspirierend. Und ob alles was man selber entwirft nun gleich „bespoke“ ist… Arg große Worte für so etwas banales.

Dann die Schnittbesprechungen. Der „Chardonnay Rock“ sieht in der Zeichnung durchaus spektakulär aus. Aus meiner Sicht sollte man allerdings einen Stoff mit einer „schönen“ linken Seite nehmen, da man diese doch recht prominent sieht. Die meisten anderen Schnitt sind eher banal, Butterick 5522 werde ich allerdings mal suchen gehen, schlicht mit betonten Ärmeln ist ja oft auch große Größen tauglich und das muß ich auf der Webseite übersehen haben…

Um Schnittabwandlung geht es danach. Ein Schnitt, vier Varianten, die tatsächlich ein geschultes Auge brauchen, um den gemeinsamen Ursprung zu erkennen. Nicht neu für mich, aber eine gute Idee für jeden, der sich an so was noch nicht gewagt hat.

Wesentlich interessanter aus meiner Sicht ist der Artikel von Susan Khalje zum Thema unterlegen. (Zumal ihr Buch vergriffen war, als ich mich endlich zu einer Anschaffung durchgerungen hatte.) Die Bilder zeigen anschaulich, wie sogar ein Rock ganz anders fällt und in Wort und Bild gibt es viele Hinweise wie man mit der Zwischenschicht umgeht, sie verarbeitet und wie man das richtige Material dafür wählt. Das ist natürlich schwieriger als einfach die Vlieseline mit der empfohlenen Nummer aufzubügeln (bzw. erfordert, daß man eigene Entscheidungen trifft), aber man ist auch flexibler. Ich mache das bislang gelegentlich und der Artikel ermutigt mich, auch mal andere Materialien auszuprobieren.

Auch die Vorzüge unterschiedlicher Materialien als Bügeltücher sind Neuland für mich. In Deutschen Supermärkten gibt es ja praktisch nur noch so Plastiknetze, die ich noch nie sinnvoll fand (und daher nicht verwende), aber daß man auch Wolle nehmen kann….. ich fürchte, meine Bügelausstattung werde ich doch mal noch deutlich ausweiten müssen.

Technisch geht es weiter, wie man einen Reißverschluss von der hinteren Mittelnaht in die Seitennaht verlegt. Auch ein bißchen „Vintage“, aber je nach Stoff und Schnitt eine Technik, die Vorteile haben kann. Wie man den Schnitt ändern muß wird Threads-üblich in Wort und Bild erklärt.

Bildreich geht es weiter, nämlich wie man die Taille an Röcken und Hosen ausgestalten kann. Ich würde sagen, das ist ein bißchen zwischen Technik und Design, aber beide hängen ja oft zusammen. (Für mich jetzt nichts neues, in der Hinsicht bin ich ja schon lange experimentierfreudig und mache, was mir paßt. Nicht unbedingt was im Schnitt steht. Wer aber in der Hinsicht unsicher ist, der sollte sich ermutigen lassen.)

Sehr gut gefällt mir diesen Monat wieder das Titelthema. Es geht um den Umgang mit transparenten Musterstoffen und wie man diese Kombinieren kann um verschiedene Effekte zu erzielen. Auch das ist naturgemäß nichts, was man 1:1 nachmachen könnte (niemand hat ja die identischen Stoffe), aber ein Anstoß zum Experimentieren.

Reines Augenfutter sind die Highlights einer Challenge, wo ein Schnittmuster Vorlage sehr unterschiedlicher Outfits war. Schön, daß die Schnittveränderungen auch als Grafik gezeigt werden. Wobei ich das Kleid von Ruth Ciemnoczolowski technisch am beeindruckendsten finde; Ein Schnittteil, wow!

Stickerei mit Bändern ist jetzt nicht so mein Thema. Effektvoll und nicht mit der Stickmaschine zu machen, aber da fällt mir gerade keine Gelegenheit ein, zu der ich so was tragen wollte.

Danach gibt es einen Rückblick auf frühere Ausgaben, die Zeitschrift feiert immer noch ihre Jubiläumsjahr. (Wenn sie das noch ein bißchen ausdehnen, kann man dann das 30jährige Jubiläum gleich anschließen… ich überlege ja immer noch, ob ich mir die Archiv DVD leisten soll. Aber ich lese nicht so gerne am Computer…)

Und noch ein Bügelthema… diesmal geht es mehr um die Form. Am Kragen und an der Armkugel sieht das auf den Bildern etwas anders aus, als ich es mache… beim nächsten Mal werde ich hoffentlich dran denken, das Heft daneben zu legen.

Danach kommt eye candy, Modelle aus den Schränken der Leserinnen. Unter anderem mit dem Vintage Schnitt von Vogue, den ich auch probieren will.

Fragen an die Spezialisten… Die Amis haben wirklich eine Obsession für Schrägband. Wie man welches aus Kravatten macht ist eine Seite wert. Interessanter ist die Frage nach der Stärke von verschiedenen Fasern.

Dann geht es auch schon aufs Ende zu, der Unterhaltungsteil. Die reizende Geschichte und ein Blick auf ein Cape. Wobei es mir da wieder leid tut, daß es nicht datiert ist. Ein bißchen verschenke Chance…

Aber ich bin nach wie vor mit meinem Abo zufrieden. 🙂

Vogue V1056, Vogue American Designers (Kleid)

Ich suche ja immer nach Schnitten, die nicht der üblichen sackartigen „Mollimode“ entsprechen. Das erfordert natürlich oft ein gewisses Vorstellungsvermögen, denn sich ein Modell vom superschlanken Körper an den eigenen umzudenken (selbst wenn der Schnitt durchaus in der passenden Größe existiert) ist nicht immer ganz einfach. Aber da die amerikanischen Schnittfirmen so einige Schnitte bis Gr. 20 oder 22 anbieten, lernt man das im Laufe der Zeit, wenn man sich nur traut.

This is a pattern review. The english version is on Pattern Review as usual.

Vogue V1056, SchnittüteAn diesen Vogue Designer Schnitt von Tom and Linda Platt hat mich die auffällige Verschlingung vorne angezogen. Da der Rest des Kleides körpernah runter fällt und eine schmeichelhafte Saumweite hat, war es mir einen Versuch wert.

Des Stoff habe ich gekauft kurz nachdem ich meinen endlosen Mantel angefangen habe, also lag das Paket aus Schnitt und Stoff auch schon seit Ende 2008 bei mir.

Mir war nach Studium des Schnittes und der Anleitung schnell klar, daß die Auswahl des richtigen Stoffes für dieses Projekt ein entscheidendes Element sein würde. Man braucht einen Jersey, der einerseits fest genug ist, um dem Drapé Teil Stand zu geben und auch den Saum ein wenig schwingen zu lassen, andererseits darf er nicht zu steif und fest sein, um sich in eben jene attraktive Fältelung legen zu lassen. Zu schwer darf er nicht sein, zu leicht auch nicht. Dehnbar ja, aber nicht zu sehr, sonst hält es die Form nicht.

Die üblichen Viscose und Viscose-Elastik Jerseys waren damit raus, weil zu schwer und zu fludderig. Leichter Baumwoll Single Jersey auch, denn der ist zu leicht und hat zu wenig „Körper“, die Falten würden einfallen, der Saum nicht schwingen. Interlock.. könnte gehen, aber nur, wenn sehr fein. Der empfohlene Wolljersey wäre sicher erste Wahl, den hätte ich aber nur in schwarz bekommen, was ich aber nicht wollte. Letztlich bin ich bei einem mitteldicken Baumwolljersey mit Elasthan von De Gilles in Paris gelandet. Der erfüllte schon mal meinen Farbwunsch. Ich wollte was in Richtung lila, geworden ist es dann pflaumenblau.

Der Stoff ist ein wenig zu steif, aber es geht noch. Das zweite Problem stellte sich erst beim Zuschnitt heraus, mein Stoff liegt nur 120 cm breit und das ist zu schmal für das kombinierte Ärmel-Vorderpasse Teil. Also mußte der Ärmel am Saum etwas schmaler werden. Da der Stoff eh etwas steifer ist als des Original schadet das aber nicht.

Kleid Vogue

Ich habe mich für Größe 20 entschieden und bin dann zur Hüftlinie auf 22 raus. Da das Kleid an der Hüfte schon genug Mehrweite hat, reichte das.

Am Schnitt selber habe ich relativ wenig verändert. Ich habe oberhalb der Taille 2cm (Verbessert, Danke Melanie!) Länge rausgenommen. Die FBA habe ich mir gespart, da mir nämlich nicht ganz klar war, wie ich die sinnvoll hätte machen sollen. Es fehlte diesmal nicht wirklich viel zum Maß des fertigen Kleides und schließlich ist es Jersey… (Futter hin oder her.) Außerdem habe ich Kleid und Futter um 10cm verlängert, Mini muß dann nicht sein.

Was ich dummerweise vergessen habe ist, die Schultern um einen Zentimeter schmaler zu machen. Die Schulterlinie fügt sich jetzt nicht ganz meinen Schultern, zumal das Kleid durch sein Eigengewicht ein kleines bißchen nach vorne zieht. Ich denke mal, ich werde noch ein Satinband unter die hintere Passe nähen, um das zu stabilisieren.

Kleid Vogue V1056Wegen meines deutlich schmaleren Stoffs konnte ich mich natürlich nicht am Zuschneideplan orientieren, sonst habe ich mich aber weitgehend an die Anleitung gehalten. Die ich nicht in allen Teilen sehr klar fand. Entweder ich hatte früher mehr Glück oder Vogue hatte bessere Anleitungen.

Es geht schon mal damit los, daß nicht alle Teile den Fadenlauf/Maschenlauf klar vermerkt haben. Man muß sich das dann aus dem Auflageplan ableiten. Dann wäre es schön gewesen, genauere Anleitungen zu haben, an welchen Stellen man die Nahtzugabe besser deutlich zurückschneidet. Für die Naht unter dem Ärmel wird es angegeben, aber die Schulternaht hatte ich zuerst nur eingeschnitten, da warf sie doch noch deutliche Wellen. Erst als ich sie zusätzlich stark zurückgeschnitten und die Nahtzugabe dann auch noch mit Hexenstich innen unsichtbar befestigt hatte wurde es besser.

Die Stellen an denen später eingeschnitten wird habe ich mit Vlieseline Nahtband verstärkt statt mit einer Verstärkungsnaht. Auch die Rückennaht habe ich auf Länge des Reißverschlusses verstärkt. Als Verstärkung für den Halsbeleg hinten habe ich Vlieseline G785 gewählt, weil die wenig aufträgt. Was festeres wäre generell auch nicht schlecht gewesen, aber eben auch steifer, das wollte ich nun nicht.

Verwirrend fand ich die Anleitung beim Umgang mit einigen Säumen, etwas an den freien Kanten der Belege oder an den freien Ausschnittkanten des Futters. Da war nämlich immer nur die Rede davon, daß man es absteppen, an der Steppnaht umbügeln und dann knappkantig abschneiden sollte. Das hält ja wohl nicht. Die Bilder zeigen auch eine noch mal umgeschlagene und dann festgesteppte Naht. So wird es aber nur für den Kleidsaum beschrieben. Ich habe mich trotzdem an allen Stellen für zwei mal einschlagen und feststeppen entschieden.

Die Anleitung zum annähen der Belege und auch zum Zusammenfügen von Kleid und Ärmeln (Nippel durch Lasche ziehen…) fand ich in Wort und Bild ebenfalls nicht extrem klar, aber wenn man die Teile dann mal in der Hand hatte, dann fand sich der Weg. (Ist ja nun mal auch kein „easy“ Schnitt.)

Abgewichen bin ich bei den Ärmelsäumen und beim Kleidsaum. Beide habe ich unsichtbar von Hand genäht, statt mit der Maschine gesteppt, das gefällt mir deutlich besser.

Fazit: Die Schulter könnte besser sitzen, aber sonst bin ich restlos zufrieden mit dem Kleid. Es sitzt gut, ist bequem und ich bekam gleich am ersten Tag von unerwarteter Seite (also von Leuten die sich sonst nicht zu meiner Kleidung äußern) Komplimente. 🙂 Andere scheinen es also auch so zu sehen.

Und nachdem die Bilder gemacht waren bekam ich auch passende graue Schuhe mit etwas Absatz, so daß ich die Stiefel jetzt wieder bis Winter einmotten kann.

Bei den gerafften Ärmeln war ich mir zuerst nicht sicher, aber den Gummi könnte man ja jederzeit entfernen. Und nachdem ich die Bilder auf Pattern Review gesehen habe, wo viele genau das weg gelassen haben glaube ich, die Raffung an der Stelle ist nötig, um das Drapé Teil optisch auszublancieren. Ohne die Ärmelraffung sieht es nett aus, mit nach einem echten Design Teil. (Und nicht nach dem, was im Teleshop so genannt wird. *g*)

Das Kleid geht also auch prima in Plus Größe, man muß nur der richtigen Stoff wählen und ich denke, man sollte einen langen Hals haben. Sonst erdrückt die Verschlingung optisch.

(Ach ja… Frohe Ostern natürlich auch… )

Revue de Presse: Burdastyle Mai 2011

Titel BurdastyleKaum bin ich mit dem einen Heft durch, bombardiert mich Burda mit dem nächsten. Ich hoffe, sie können sich allmählich mal entscheiden, wann das Heft erscheinen soll, mal zur Monatsmitte, mal im letzten Drittel… das ist anstrengend. Der Titel ist diesmal jedenfalls sehr orange, allerdings nicht wie auf der Webseite mit blau, sondern mit türkis. Manchmal sind die Farbkombinationen wirklich so, daß man sich fragt, ob da an entscheidender Stelle jemand farbenblind ist?

Das Editorial kündigt einen gepflegten 60er Jahre Retro Look an. Wobei ich der Meinung bin, daß Frauen auf Photos von damals vor allem deswegen so edel und gepflegt aussahen, weil Filmmaterial teuer war und man sich Mühe gab, für diese seltenen Events gut auszusehen. Da hielt einem nicht alle drei Minuten jemand eine Handykamera vor die Nase…

Aber zeurst wird gebastelt. Troddeln aus Leder. Hm. Nun ja. Die Schuppen gefallen mir schon besser. Vor allem die aus weichen Stoffen als Schulterstück. Ist allerdings was für Geduldige. 50 Lederkreise nur für eine Manschette… an ein ganzes Kleid mag da wohl keiner denken. (Oder einen entsprechenden Stoff gleich fertig kaufen…) Und die bunten Obstmuster aus der Spraydose… also wenn ich mir die Tasche so ansehe, dann ist das wohl doch nicht so einfach. Es so zu machen, daß es wirklich gut aussieht. Dekostoffe mit entsprechenden Mustern gibt es doch zu kaufen und nicht mal unbedingt teuer… da würde ich doch eher so was empfehlen. Wenn man den Look mag und aussehen will, wie eine Gartentischdecke.

Bei der „Resteverwertung“ geht es um Kleiderbügel. Kleiderbügel mit Stoff beziehen ist ja ein alter Hut, Burda schlägt vor, sie abzusägen, dann mit Watte zu polstern und mit Stoff zu beziehen. Damit man Kinderkleiderbügel hat. Gibt es keine für Kinder mehr zu kaufen? Die sind doch vermutlich nicht teurer als für Erwachsene. Denn die Kunststoffkleiderbügel die man überall nachgeworfen bekommt sind ja fürs Absägen nicht so geeignet.

Die erste Modestrecke ist „Sommerfrische“. Der Tag am Meer mit der ganzen Familie, sprich es sind ein paar Kinder und Herrenmodelle dabei. Top 107B finde ich auf der Zeichnung durchaus ansprechend, genäht weniger. Es mag an dem grau liegen, daß es eher müde als pfiffig rüberkommt oder der Stoff ist etwas zu fest für die Raffungen? Bei Kleid 114 geht es mir dafür andersherum… die Zeichnung reißt mich nicht, aber aus dem frischen blau-weißen Blümchenstoff wirkt es sehr leicht und attraktiv. (Ich weiß… solche Stoffmuster fangen mich gerne ein.) Weniger anfreunden kann ich mich mit der überlangen Hose und der Uniformgestylten Jacke. Und auch das Top aus Sweatshirtstoff… ich fürchte, grau meliert paßt für mich zjm Kapuzenshirt, aber sonst auch nicht.  Ah, als Kapuzenshirt kommt er dann auch, in Gr. 110 – 134. Und wenn ich mir das im Ganzen so ansehe, hatte Burda wohl eher die deutsche Küste im Auge als eine Südfranzösische. Was auch nicht so ungeschickt ist. Praktisch ist die Mode, aber natürlich nicht so aufregend. (Für Herrn gibt es… falls jemand noch keinen Schnitt hat… ein Hemd. Nein, keine aufregenden Details.)

Jacke BurdastyleWobei… also Jacke 112… Der Stoff gefällt mir nicht so recht, aber die Jacke die streng mit verspielt verbindet… doch, die ist einen zweiten Blick wert. (Was mich mal wieder irritiert ist, daß das Schnürbändchen auf dem Photo recht hoch, also beinahe auf Empirehöhe zu verlaufen scheint, die technische Zeichnung es aber eher auf Taillenhöhe verortet?)

Das Batisttop 109 wirkt trotz des schönen Stoffes unentschieden und lustlos. Soll es nun auf Figur sein oder nicht? Brustabnäher hätte es ja… Die Kindersachen sind schlichte Basisteile. Shirt und Jogginghose, das ist geschlechtsneutral. Wobei mir spontan nicht viele kleine Jungs einfallen, denen ich zum Spielen was weißes anziehen würde. Kleine Mädchen auch nicht, aber die dürfen blau-grau tragen. Auch der angekrauste Damenrock ist Basic…

Kinderkleid BurdastyleGut, daß Mädchenkleid auch, aber das gefällt mir wieder sehr gut. Weil es niedlich ist, vor Sonnenbrand schützt und trotzdem durch dünnen Stoff auch bei Hitze tragbar ist. Und einfach süß aussieht. Ich mag so schlichte Hängerchen für Kinder.

Naja, so geht die Strecke noch ein bißchen weiter, eben schlichte Teile in ein paar Variationen. Wer allerdings gerade einen Kinderfreizeitgarderobe (auch für Jungs) in Gr. 110 -134 sucht ist mit dem Heft ganz gut bedient. Als Einzelschnitt wäre das teurer.

Der Übergang zum Maßschnitt ist dann wieder stufenlos. Kleid 117 gibt es offensichtlich entweder in Gr. 38-46 im Heft oder als Maßschnitt.

Knallig geht es weiter, pink und orange werden versprochen.

Kleid BurdastyleMantelkleid 120 ist wieder so ein Fall der als technische Zeichnung sehr interessant aussieht. Angezogen hingegen… ja weiß nicht.

Kleid 110 B hingegen eindeutig… ein Sack mit Spaghettiträgern der nicht mal irgendwie graziös fällt, sondern nur traurig rumhängt. Nö. Deutlich schöner (wenngleich weniger bequem) ist das Titelkleid. Allerdings ist da die Paßform nicht so toll… Oben sieht es aus, als sei es schon am runterrutschen, an der Taille wirft es hingegen Querfalten. Und überhaupt scheinen die Brüste des Models nicht wirklich in den Körbchen zu sein…

Kleid BurdastyleVöllig gelungen finde ich hingegen Kleid 110, hier Variante B. Schlicht, sexy, dennoch lässig… damit kann man in der Tat direkt vom Daybed auf dem Patio ins Nachtleben starten. (Also das Leben zwischen Luxusvilla und In-Club führen, das wir alle nicht haben… *g*)

Das Shirt mit der Bauchraffung vom Anfang dar als 107D auch als Kleid noch mal ran. Und siehe da… auch wenn das Photo sich redliche Mühe gibt, die Details zu verdecken, aus Seidenjersey fällt das doch gleich viel besser. Zumindest so weit man es erkennen kann. Die Idee von Kleid 123 mit dem aufklappbaren Vorderteil ist ja originell… aber das fertige Kleid rät vom Nacharbeiten ab. Die aufgezippte Klappe hängt unmotiviert in der Gegend rum, Der Ärmel sieht im Schulterbreich zu eng aus, ein vermutlich zu tiefes Armloch sperrt bei der kleinesten Bewegung… daß die Nähte entweder einen ungebügelten „Natural-Look“ bieten oder sich die Nahtzugaben durchdrücken (war nicht vor einigen Ausgaben erst ein Workshop im Heft, wie man das vermeidet?) fällt dann schon (fast) nicht mehr ins Gewicht. Dann noch zwei als „Leicht“ markierte Säcke… äh Kleider. (Gut, bei Hitze kann man über so was reden, trägt sich wenigstens angenehm.)

Pink bleibt die Kosmetik auch, Lippenstift und Nagellack, wieder so originell photographiert daß ich auch hin gucke. 🙂

Figurbetonter und mit nostalgischem Flair geht es wie im Editorial versprochen weiter. Auch in zartem rosa hängt das Corsagenkleid irgendwo anders als der Inhalt… Jacke 121 verdeckt das gnädig. (Neue Schnitte sind so weit hinten im Heft kaum mehr zu erwarten. Den Schnitt kennt man inwzischen vom oben gezeigten Mantelkleid. Nur eben kürzer.) Die Corsage darf dann noch mal als Bustier zeigen, wie so was nicht aussehen soll: Der obere Teil des Körbchens klappt nach außen, der Träger ist so weit außen angebracht und recht lang, so daß er schon dabei ist, von der Schulter zu rutschen. Immerhin scheint das Mittelstück mal rein zu passen. Kleid 128 (Kurzgröße) sieht in der Schemazeichnung von vorne ja recht nett aus, aber der blusige Rücken… ne, doch sehr seltsam.

Kleid BurdastyleDann doch lieber Modell 108B mit den X-förmigen Teilungsnähten. (Auch Kurzgröße.)

Kleid 125 in Langgröße hingegen erinnert mich mit seinem weiten Rock und den Tütentaschen doch eher an die 1980er. Und sieht doch etwas arg brav an der Grenze zu trutschig aus. 3/4 Hose… gut, Hose halt. Und das Hemdblusenkleid vom Maßschnitt in einer Seidenvariante. Wie lange die Knöpfe am Rock wohl diese Position mitgemacht haben?

Dem Charme der Retro Accessoires kann ich mich ja nicht wirklich verschließen… von den Schuhen über die Brille und ganz besonders die Handschuhe. Zu schade, daß das völlig aus der Mode gekommen ist. Naja, andererseits wäre es unpraktisch, wenn man immer mit Handschuhen und Hütchen aus dem Haus müßte. Wie viel früher ich da morgens aufstehen müßte?!?

Die Nähschule befaßt sich mit dem Bustier. Der Schneiderpuppe paßt es praktischerweise auch. Die Schritte sind übrigens denen bei einem BH nicht unähnlich, wer das Probleme hat, kann sich das Büstier mal angucken.

Blüten und Tierprints inspirieren die nächste Modestrecke… schillernd wie Schmetterlingsflügel. (Zumindest in der deutschen Ausgabe, wenn ich das beim Drüberscannen richtig gesehen habe, dann sind in der französischen Ausgabe nicht Insekten, sondern die Karibik der Aufhänger für den Look.) Gut, Schnitte kennen wir schon. Top 107 A ist dennoch einen weiteren Blick wert. Den Schnitt kennen wir, diesmal ist es wieder ein anderer Jersey und man kann im Heft doch gut erkennen, wie sich unterschiedliche Stoffqualitäten auswirken. Der hier hat die falsche Längselastizität, deswegen rutscht die Unterbrustnaht hoch und verläuft quer über die Brust. Das bedeutet in der Regel, daß die Längselastizität nicht hoch genug ist. Oder zu hoch und man beim Zuschnitt ein wenig Dehnung drauf hatte… Auch das lange Kleid ist der schon bekannte Schnitt. Gefällt mir auch so gut. (Nicht für mich, aber generell.) Den Trägersack mag ich immer noch nicht… und Shirt 107 gibt es noch in einer Kleidvariante, ebenfalls mit der verhunzten Unterbrustnaht. Schade um den Stoff.

Kleid BurdastyleToll finde ich auch Kleid 106 in Langgröße. Dafür muß man allerdings wirklich schlank um nicht zu sagen etwas mager sein.

Das Kurzgrößenkleid wirkt auch in Mini gut… Short und Tunika hingegen… nun ja.

Die Accessoires dazu… farblich mit türkis durchaus meine Linie, stilistisch… eher nicht.

Langweilige Kosmetikseite… *weiterblätter* Die übliche langweilige Linksammlung *drüberblätter*

Ah, meine Größe… in der „Blauen Phase“. Blau ist gut. Aber den Stoff entscheide ich ja selber, also interessieren mich die Schnitte. Kleid 130 ist eher nachthemdtauglich (vor allem für meine Figur), Kleid 131 mit Unterkleid ist tragbar, aber nicht sehr spannend. Gut, es hat die sportlichen Elemente eines Hemdblusenkleides ohne vorne durchgeknöpft zu sein, das wäre ein plus. Das gleiche noch mal nur aus Spitzenstoff… und einmal Bouleform in glänzend und mit Tütentaschen. Das sieht dann doch eher nach Bonbon aus, Satin ist ein gefährlicher Stoff…. (und im Fokus stehen mal wieder die Nahtkräusel…) 133 wäre dann ein Sack mit Ausschnitt und ärmellos… geht gar nicht.

Kleid BurdastyleKaftankleid 134 hingegen… ich bin mir nicht sicher, ob es für breite Hüften geeignet ist, aber es ist eine raffinierte Idee, einen Kaftan dann doch etwas mehr auf Figur zu bringen. (richtige Stoffwahl ist hier natürlich auch wieder ganz entscheidend. Aber das wird auch am Tag vor der Party noch fertig. Und wenn man sich noch einen halben Tag dazu gibt, dann kann man die Säume auch schön bügeln…

Dann das bunte Themenmischmasch unter „news“ und Kreative Welt… am interessantesten ist der Verweis auf ein Strickgarn aus Alpaca, Seide und Kaschmir… mit den ganzen Treibgut-Themen kann ich jetzt nicht so viel anfangen.

Oops, mit der Bunt gebastelten Hippieromantik auch nicht. Auch wenn ich einen Wohnwagen hätte, dann würde der nicht so aussehen. Das sieht doch (fast) alles sehr nach Basar im Kindergarten aus. Da passen die Farben auch nicht, weil mit billigem oder geschenktem Material ausgekommen werden muß. Ne… nicht mein Geschmack.

Hä? Wasndas? Ach so, das ist nicht Burda, da sind 12 Seiten Pfaffwerbung drin, die so tun, als seien sie eine Zeitschrift oder so. *blätter*

Die Stylingtips schlagen diesen Monat  Safari vor, für alle Freizeitlagen. Aus Sicht der Redaktion also für Cocktails auf Ibiza, einen Bummel über einen französischen Markt, ein Festival und Lavendel pflücken in der Provence. Über Ibiza kann ich nun nichts sagen, langer Rock und flache Schuhe sind für den Markt sicher passend, daß Lavendelpflücker helle Hosen und eine weiße (transparente) Bluse tragen wage ich mal zu bezweifeln (wobei das Outfit als solches durchaus nett ist und auch gar nicht nach Safari aussieht) und im Kleid auf ein Festival gehen… das sollte man sich gut überlegen…

Hoher Süßfaktor beim „leichter Nähen“. Putziges Vögelchen als Nadelkissen. Kann man sicher unendlich Stoffreste mit aufbrauchen, nur was macht man dann mit den unendlich vielen Nadelkissen? 😉

Der „Starstyle“ dreht sich diesen Monat um Natalie Portman. (Okay, immerhin habe ich den Namen schon mal gehört.) Es scheint um gerafftes zu gehen. Die Abbildung des Downloadschnittes ist allerdings eher eine grobe Idee, als daß sie einem verriete, wie das fertige Kleidungsstück wohl aussehen könnte.

„Leichter Dekorieren“ läßt uns eine Box mit Stoff beziehen. Das ist schon mal sicher nichts für mich, bei so Aktionen mit Kleber klebt bei mir immer alles…

Der Atelierbesuch zeigt Blumen. Die Seidenblumen von Bruno Legeron sind wirklich Kunstwerke. Und die weniger realistischen Werke von Lyndie Dourthe sind mal wieder ein Beispiel, daß in der journalistenbranche auch nur alle voneinander abschreiben. (Oder der PR-Agent gut arbeitet.) Die Künstlerin wird nämlich auch im aktuellen „Vivre Côté Paris“ vorgestellt….

Dann noch der Stoff des Monats. Gestreift im Matratzenstoffdesign. Nicht häßlich, aber auch nicht wirklich vom Hocker reißend…

Paßgenau

Accurately fitting

Manchmal klappt auch was auf Anhieb.

ReißverschlussSowohl an der Taillenmarkierung als auch an der Passe, kein Versatz am Reißverschluß. Sehr schön.

Sometimes you have instant success. The marked waist line and the yoke seam have exactely same heigth after sewing in the zipper.

Ich benutze für solche Fälle schon seit einiger Zeit die Methode die Summerset hier vorgestellt hat. Der Trick ist neben sauberem Markieren die Heftnaht, die kaum mehr Zeit kostet, es einem aber ermöglicht, Versatz rechtzeitig zu erkennen und zu korrigieren.

It’s quite some time that I am using the method Summerset shows in her blog. The important point in my opinion is the machine basting that does not take much time, but helps you to see mistakes in time and correct them in an instant.

Und jetzt gehe ich trennen.

Der Reißverschluß sitzt zwar perfekt im Kleid, aber der Halsausschnitt ist hinten etwas zu weit und steht ab…

And now I’ll go and unpick the upper part of the zipper. The zipper is perfectly sewn in, but the back neckline is too wide and does not fit my neck,…

h&h2011 – die Nachlese

h&h2011

Wenn  man sich direkt nach einem Messetag in den Zug wirft und wegfährt, dann behindert das das Beitragschreiben etwas… aber hier kommen auch noch meine wie immer sehr subjektiven und nicht vollständigen Eindrücke.

This year I jumped directly from the trade fair into a train to go on a trip, so I didn’t have time to write about my findings. But now I have the time to sit down and will tell a bit about what I’ve found. Not complete and from my personal view only.

Messekram Organ, Alterfil, GritznerEinige nette Aussteller haben auch dafür gesorgt, daß ich genug Sachen mitgenommen habe, um meinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. 🙂 Bei Organ gab es wenig überraschenderweise nichts neues, die Nadeln bleiben in bewährter Qualität. Aber Herr Ruppel hatte Zeit die Frage zu klären, was denn eigentlich die Topstitch von der Sticknadel unterscheidet… Die Position des Öhrs ist etwas unterschiedlich und die Topstitch hat eine etwas vertiefte Fadenrille (damit sie dickere Fäden auch gut aufnehmen kann). Wieder was dazu gelernt. 🙂 Ach ja, die Kolben der Nadeln sollen künftig ein Color Coding bekommen, damit man die Sorten auf einen Blick auseinander halten kann. Und die Frage „ist das jetzt eine Jersey Nadel, die noch in der Maschine steckt?“ der Vergangenheit angehört.

Luckily some nice guys from nice companies had some gifts for me so I would remember better. 🙂 Nothing new at Organ needles, but Mr Ruppel had time for a question we recently couldn’t solve at the Hobbyschneiderin Forum. What is the difference between the topstitch and the embroidery needle? Yes, there is one. The position of the eye is a bit different and the topstich needel has a deeper „groove“ to accomodate thicker thread better. Oh, I nearly forgot… at least for Germany there are plans for a color coding of the needles so one can see quickly if the needle left in the machine is a stretch, a standard, an embroidery,.. or whatever needle.

Daß ich Herrn Seitz und Herrn Amrhein von Alterfil auch besuche, wenn ich nicht auf der Suche nach Preisen für eine Challenge bin ist quasi Ehrensache. Neben dem bewährten Alterfil S gibt es hier sogar eine Neuheit. Wer meinen Bericht im letzten Jahr gelesen hat erinnert sich vielleicht noch, daß ich von dem Reflexfaden so begeistert war. Nicht nur daß er wirklich stark reflektiert, sondern auch, daß er im „Normalzustand“ so ein unauffälliges grau hat und nicht glitzerig wirkt. Nun… es ist noch nicht im Webshop, aber es ist gelungen eine Technik zu finden, mit der man diesen Faden auch auf kleinere Spulen aufbringen kann. Preis steht noch nicht fest (sollte aber per Mail zu erfragen sein), aber sicher nicht 70 EUR wie für die große Kone. Und das beste? Ich habe ein Pröbchen bekommen, das ist der helle Fleck auf dem obigen Bild, denn da habe ich geblitzt. 🙂

Alterfil ReflexgarnUnd hier zum Vergleich noch mal ungeblitzt… neutrales grau. – Was ich dummerweise auf dem Messestand vergessen habe zu photographieren: Man kann den Faden auch beim Stricken mitlaufen lassen! Ein paar Reihen im Mützenaufschlag mitgefasst und die Sicherheit in der dunklen Jahreszeit erhöht. Der Effekt ist wirklich deutlich.

Eine andere Neuigkeit lag leider auf dem Hotelzimmer….. elastischer Nähfaden um die Nähte bei elastischen Stoffen dehnbarer zu gestalten. Da soll ich aber was bekommen… ich bin gespannt, wie sich der vernäht. Sobald ich ihn habe, werde ich testen und berichten.

Of course I did visit Mr Seitz and Mr. Amrhein from Alterfil. Even though I was not hunting prizes for a challenge or something, so I could just say hallo. And they had something new… if you did read my report from last years event you might remember that they had a reflective thread I loved a lot because it has a very strong an visible effect, but also looked plain grey and not glitzy at all when no light shone on it. If you look at the first picture you see a bright spot, that’s the thread under flashlight. The second pic is the same thread without flash, just by daylight. Well, the problem was that they only had it on big cones for around 70 EUR. And the good news is, that they found a way to wind it on smaller spools, so they can offer it to anyone who might not want to buy a very big amount. It’s not in the shop yet and Mr Seitz didn’t know the price right away, but it should be available soon and you can always ask per mail also if you are interested.

What also was amazing (and I stupidly forgot to take a picture of…) was the reflective effect in knitwear. Yes, you can knit that thread also and adding it for some rows in the brim of a hat will give a super amount of extra security in the winter.

Not on the pic but brand new is a new sewing thread that is more elastic than the normal one. So seams in knit fabric will stretch better and break less. I haven’t seen it yet, but I am supposed to get a sample and I am very curious how it will behave on my sewing machine. As soon as I can test it I’ll tell you all about it.

Für einen näheren Blick auf die Gritzner Nähmaschinen hat es dieses Jahr leider nicht gereicht, weil ich nur einen knappen Tag Zeit hatte. Ich hatte aber den Eindruck, daß die Anzahl der Modelle deutlich mehr geworden wäre.

I didn’t have time to take a closer look on the Gritzner sewing machines because I only had one (not even complete) day. But I got the impression that they have more models now.

Alfa NähmaschineDafür haben andere Nähmaschinen meinen Blick auf sich gezogen. (Leider habe ich vergessen ein Bild zu machen, also hier das Bild des Herstellers.)

Ich gebe zu, von Alfa Nähmaschinen hatte ich noch nie was gehört, aber die Firma gibt es auch seit den 1920er Jahren und sie kommt aus Spanien. Und auch hier werden die Nähmaschinen in Asien gefertigt (die Gerüchteküche sagt Janome oder so), aber man hat sich ein neues Design überlegt. Frisch, jung, Generation i-pod war die Idee. Sozusagen für die NeXt generation der Näherinnen. Die Maschinen haben nur wenige Funktionen und sollen einfach zu bedienen sein und dafür auch noch schick aussehen. Sozusagen die Maschine die in der Studentenbude nicht im Schrank versteckt werden muß. Es gibt einige Modelle in dem Design, auch mit etwas mehr Funktionen. (Hier die Modellübersicht.)

Nun kann man über Geschmack immer streiten, aber so auf den ersten Blick machten die Maschinen einen durchaus durchdachten Eindruck, eben für Anfänger und Gelegenheitsnäher, die gerne eine Maschine wollen, die nicht wie alle anderen aussieht. Und auf der Webseite findet man auch ausführliche Schritt für Schritt Videoanleitungen, wie man die Maschine in Betrieb nimmt, spult, einfädelt,… Zwar nur in Spanisch und Englisch, aber die Bilder sind sehr deutlich. Als Gesamtkonzept gefällt mir das jedenfalls erst mal gut. Wie die Maschine näht müßte man dann natürlich auch erst mal testen…

What cought my eye for the anusual design were the sewing machines from Alfa.(Forgot to take a picture, so this is from their website.) I had never heard of that company but they exist since teh 1920s…. in Spain. Like nearly all other companies they have the production in Asia (gossip says maybe Janome) but they came up with a new design. The idea is a simple sewing machine for young people who start to sew or want a sewing machine because they want to design or alter something occasionally. So the machines are simple meant to be easy to handle.The pic shoes the most simple version, there are some more. (Overview over the sewing machines.) Designed to please the generation i-pod, so they don’t have to hide it in a cabinet when friends visit.

If you like the design is matter of taste, but they made left a good impression from what I could see. One would have to sew to say more, but I like the idea that the website contains video tutorials for all steps you need to start with that machine. From winding the bobbin to threading the machine.

Allerdings schlafen auch andere Hersteller nicht was das Design betrifft und so muß ich feststellen, daß mir die neuen Bernette Modelle von Bernina sehr gut gefallen. Ebenfalls ein reduziertes design, nur edler, weniger bunt und mit Anzeigen, die durch den Kunststoff durchschimmern. (Das kommt auf den Bildern gar nicht so gut zur Geltung wie im Original.)

But other sewing machine producers don’t sleep either as far es the design is concerned. So I have to admit that I really like the new. from Bernina. Also a very simple and clean design, but more classy, in black and white and… well.. it is not a diplay, but a kind of.. indicator (?) for information like stitch choosen that shines through the plastic. (Looks better in real than on the pictures.)

Bernina skinsWer es dagegen bunt mag und seine Nähmaschine gerne mal umzieht, der kann seiner Bernina jetzt eine neue Haut verpassen. Macht Bernina nicht selber, sondern in Zusammenarbeit mit einem Partner, aber hier ist jeder Wunsch erfüllbar. Man läd sein eigenes Bild hoch und bekommt eine Folie, die man der Maschine nur noch aufkleben muß. Und wenn sie nicht mehr gefällt, dann zieht man sie wieder ab.

Leider gibt es die Folien vor allem für die aktiva-Modelle, sonst wäre meine Maschine jetzt dran…

If you prefer more colorful designs and also like to change the look of your sweing machine, then you can get skins for your Bernina now. They don’t make those themselves, but with a partner, but you can upload any pic you want and then you get skins you can put on and pull off again once you don’t like them any longer.

Bernina mit skinIt’s a pity that the skins mostly exist for aktiva models, elseway my machine would get a redesign now…

(Ja, die Idee ist komplett bescheuert. Aber so bescheuert, daß sie schon wieder gut ist. 🙂 )

(Yes, skins for a sewing machine is a completely stupid idea. But it is so stupid that it is cool again. 🙂 )

Bei Knit Pro am Stand konnte ich mal meine Hände an die eckigen Stricknadeln legen. Sie sollen angeblich für ein gleichmäßiges Maschenbild bei rechten und linken Maschen sorgen, also besonders für Anfänger geeignet sein. Ich fand, sie lagen doch ein wenig seltsam in der Hand… (Wenn ich aber irgendwelche Hand- oder Armprobleme beim Stricken hätte, dann würde ich sie probieren. Manchmal ist so eine kleine Änderung tatsächlich die Lösung.)

At the Knit Pro booth I had the possibility to knit with the new square needles. They are supposed to make more regular knit and purl stitches, especially for beginners. I can say that I could knit with them, but it felt strange… (But if I had any problems with my hands or wrists or arms while knitting I would try those. Sometime small changes can make a big difference.)

Jim KnopfWo ich diesmal nicht ungeschoren vorbei kam waren die „Impuls-Körbchen“ von Jim Knopf. Es gibt ja nicht viel, was man direkt zahlen und mitnehmen kann, diese Knöpfe mußten aber mit.

Normally you can’t buy directly on this trade fair, only order big quantities for your shop, but some booths have small items you can purchase directly. So I couldn’t resist buying some buttons from Jim Knopf…

Sehr nett wie immer war es auch beim Stand von Vlieseline. Meine Mustermappe kann ich jetzt mit einem Stück 244 ergänzen. Das ist ein ganz dünnes Volumenvlies, sehr weich und gar nicht steif. Das scheint mit eine gute Lösung für Übergangsjacken die man waschen will.

Form the Vlieseline (Vilene) booth I also picked something new. It has the number 244 and is a very thinpadding“. Really thin, very soft, not stiff at all. Seems good for jackets you want to wash in the machine.

Und danach hatte ich fürchterliche Fußschmerzen… und ihr vermutlich Augenschmerzen vom Lesen. 😉

And after all that my feet were aching terribly… are are probably your eyes now after reading all that. 😉

Rockschnitt im Eigenbau

DIY Skirt pattern

Den Schnitt für meinen Patchwork-Rock hatte ich ja selber gemacht. Und das ist gar nicht so schwierig, deswegen habe ich eine Schritt für Schritt Anleitung als pdf zusammengefasst, die ihr euch zum Eigengebrauch runterladen könnt.

Schema für RockschnittThe pattern for my patchwork skirt I had constructed myself. That’s not difficult, so I made step by step instructions how to do it and put the in a pdf file. Sorry that these are only in German, but if you want to try anyhow, there are a lot of pics and numbers, it might work anyhow.

Die Konstruktion orientiert sich weitgehend an „metric pattern cutting for women’s wear“ von Winifred Aldrich, wobei ich noch eine Änderung für die „natürliche Taille“ eingefügt habe. Denn die verläuft gerade bei runderen Frauen oft nicht parallel zum Boden, wie die Schnittkonstruktion das vorsieht.

Die angegebenen Maße sind für einen Hüftumfang von 122cm, das ist ungefähr Gr. 50. Man kann aber auch seinen eigenen Taillen- und Hüftumfang verwenden und sollte so im Bereich Gr. 46 – 54 ein brauchbares Ergebnis bekommen.

Ist die Abweichung größer, wird vermutlich der erste Testrock noch etwas mehr Änderungen brauchen. Aber so ein gerader Rock hat ein wirklich einfaches Konstruktionsprinzip.

Hier also die Datei: Konstruktionsanleitung gerader Basisrock.

(Falls jemand tatsächlich mal einen Rock danach konstruiert und näht, würde ich mich über einen Link zu einem Bild sehr freuen. 🙂 )

Kleiner Helfer

Little Helper

Wachs zum Faden stärkenManchmal sind die kleinen Sachen die nützlichsten.

Bisher habe ich mich mit Kerzenresten rumgeschlagen, um Fäden zu wachsen. Optimal ist das aber nicht, die Dinger fangen irgendwann an zu bröseln und das Wachs ist tendenziell auch etwas fester, als man es haben möchte. (Was als Kerze natürlich gut ist….)

Sometimes the small things are the most usefull ones.

So far I used stubs of old bees wax candles to wax threads. Which is not the best option, since those soon start to decompose while using and also the wax is a little harder than what you would like for that purpose. (For a candle this is good, of course….)

Also habe ich endlich mal die ungefähr 2,30 EUR investiert und mir bei Rieckmann Kurzwaren so einen kleinen und praktischen Bienenwachskuchen mitbestellt. Gute Investition, einfach viel besser zu handhaben, als die Kerzenstummel. 🙂

So finally I decided to invest about EUR 2.30 and added a bees wax cake to my last oder from Rieckmann Kurzwaren. Good investment, much better handling than the old candles. 🙂

Revue de Presse: Burdastyle April 2011

Titel BurdastyleDraußen ist es zwar noch (oft) kalt, aber die April Burda katapultiert uns geblümt in den Sommer.

Die Tunika vom Einleger kommt uns auch bekannt vor. Etwas irritiert mich jedoch, daß ich mich dunkel als ein Plus-Größen Modell dran erinnere, das Model aber weder sieht die Dame so aus, noch ist im Text was vermerkt… die Größen generell hingegen auch nicht… hm… Ah ja, 38-46 findet man auf der Webseite, dann erinnere ich mich wohl doch falsch. Oder jemand hat den Schnitt gradiert.

Im Editorial beschwört Frau Bily Jugenderinnerungen im Blumenkleid. Was zu der Schlussfolgerung führt, daß sie einen guten Visagisten hat, denn die Beschreibung erlaubt doch eine klare zeitliche Einordnung. *g* (Weniger eine räumliche, wo gibt es denn Mirabellenbäume?)

Aber erst Mal zur Bastelabteilung… die geschwungenen Muster gefallen mir gut. Wobei die Kunst wohl weniger in der Technik als im wirklich guten Design liegt. Riesenpailletten… hm, auch interessante Möglichkeiten. Das „Fadengekritzel“ gefällt mir ebenfalls, aber bei Shirtstoffen ändert sich die Dehnbarkeit… ob das dann getragen immer so gut aussieht? (Und.. äh… ich habe schon Soluvlies verwendet. In kaltes Wasser gelegt löst sich das nicht so ohne weiteres auf.

Unter „leichter Nähen“ kommen auch ein paar Stoffreste vor, aber hauptsächlich Farbe, Stickgarn und Nieten. Aber ehrlich, Modell „Arizona“von Birkenstock wird nicht schöner, egal was man macht.

Kinderkleid BurdastyleMit Mutter und Tochter „ladylike“ geht es los. Hat einen heftigen Retrocharme und zumindest bei Kinderkleidchen finde ich das ja immer ganz süß. Schlicht, aber trotzdem mit einem raffinierten Faltenwurf. (Gr. 104-128)

Das Kleid für die Mutter hingegen… geht so. Sack mit Gummizug. Naja. Bluson 128 ist etwas besser, aber so gar nicht für meine Figur. Und das Material dürfte bei dem Projekt auch wichtig sein.

Kleid 132 paßt auch zum eleganten Thema. wirklich spannend ist der Schnitt aber nicht.

Hosenanzug BurdastyleWie man einen klassischen Schnitt effektvoll aufpeppt zeigt Blazer 129. Das hat Stil ohne langweilig zu sein.

Top 114 wirkt recht einfach zu nähen, aber ist der Satin nicht etwas zu steif für die Falten? Da würde ich doch dünneren Stoff nehmen. Und der wadenlange Rock mit dem Fledermausshirt… ist „Betschwester“ jetzt in gesuchter Look? Die Idee, in der Seidenbluse den Pool zu reinigen… ist auch interessant. Der Schnitt unaufgeregt und klassisch. (Und auch als Maßschnitt zu haben. Falls jemand den Basisschnitt in kleiner als 36 braucht oder in größer als 44.)

Die Accessoires-Seite besteht zur Hälfte aus Kosmetik und ist zum Überblättern langweilig.

Genauso spannend die schwarze Seite danach, die angeblich von einem „Burda Style Group Cocktail“ berichtet. Da die Photos wie üblich winzig sind und die Beteiligten fast alle schwarze Klamotten tragen (was inzwischen auf Cocktailparties so aufregend ist wie Jeans am Sandkasten) erkennt man nichts. Selbst wenn man es wollte.

„Wilde Schönheit“ verspricht die nächste Modestrecke. Das von oben bis unten mit Rüschen besetzte Maxikleid 110A ist schon mal mit wilden Mustern versehen. Über das mit dem „schön“ müßte man noch mal reden. „Unvorteilhaft“ aber schon mal auf alle Fälle… Tonne meets Sofakissen. Einen Blazer aus Ikat.. mir gefallen ja Kontraste zwischen Stoff und Schnitt, aber bei dem Modell kommt irgendwie weder das eine noch das andere zur Geltung. Top 112 nennt man wohl „innovativ“. Sieht in der technischen Zeichnung aus, als hätte jemand ungeschickt mit Heftpflaster rumgespielt. Wie es genäht aussieht ist der Aufnahmeperspektive sicherheitshalber nicht zu entnehmen. Fledermausshirt mit langem, weitem Rock… ja, so lief ich auch mal rum. Muß ich nicht wieder haben. Hemdblusenkleid aus dünnem Batist über Hose… so was ist doch typischerweise in der Plus-Strecke? Und hier nur bis Gr. 44? Na aber… Den Blazer noch mal gestreift… Sackkleider mit Gummi in der Taille… sicher bequem, aber ansehnlich..? Nö, also diese Modestrecke begeistert mich so was von nicht…

Die Accessoires dazu sind nicht viel besser. Die flachen, blauen Sandalen sehen niedlich aus, dafür wird einem bei der Kreuzung aus extra hohen Wedges mit orthopädischem Schuhwerk gleich wieder schlecht… *örks*

Weiter geht es spielerisch mit den auf dem Titel angekündigten Blümchen. Das Titelkleid sieht auch im Heft recht nett aus. Top 113 hingegen einfach zu kurz. Und an der Brust zu eng? Dabei würde ich nach der technischen Zeichnung eher vermuten, daß es locker fallen soll. Noch mal das Wickekleid, diesmal mit kurzen Ärmelchen. Ich frage ḿich, ob es an den Ärmeln liegt oder and der Perspektive des Photos. Es sieht deutlich weniger attraktiv aus, als das langärmelige Pendant. Häkelweste aus Granny Squares und Blumenhose haben hingegen eher 70er Jahre Flair.

Kleid BurdastyleHemdblusenkleid 108 gefällt mir überraschend gut. Ich mag ja sonst keine Hemdblusenkleider. Ich frage mich  allerdings, ob es wirklich so eng sitzt, oder ob da im Rücken ein paar Wäscheklammern sitzen? Gerade bei Chiffon ist zu eng ja keine gute Idee, sonst lösen sich die Nähte auf. (Woher ich das weiß?… Ratet…) Der Lingerie-Look der 80er scheint auch wieder hochgeschwommen zu sein, aber ein separates Unterkleid hat Vorteile.

Das Rüschenkleid versteckt sich hier schamvoll unter einer weiten, kastigen Jacke. So im Stehen sieht es auch recht duftig aus, aber ich habe das Bild aus der ersten Modestrecke durchaus noch im Gedächtnis… wie es aussieht, sobald man sich bewegt… Sackartiges Hängerchen 107 ist bestenfalls im Hochsommer akzeptabel, aber nicht schon im April. So heiß wird es nicht. Und schade um den Liberty Stoff. Beim Hemd in Langgröße fragt man sich, wie der etwas eingestellte Schnitt wohl angezogen wirkt. Das Bild hilft wie üblich nicht weiter.

Hierzu gibt es dann wieder kreativ-Accessoires, das restliche Topflappengarn aus der Schule ist dran. Nur in weniger leuchtenden Farben. Korbtaschen behäkeln, Die weste aus Granny Squares noch mal und noch ein Gürtel. Der ist ganz nett.

Parfumflakons auf einem Tisch… *gähn* *weiterblätter*

Die „Nähschule“ zeigt den Ärmelschlitz und die Manschetten an einem Kleid, inklusive einer Fransenkante. Nicht spannend, aber vermutlich anfängerfreundlich.

Unter dem Stichwort „community“ sollen wir diesen Monat Braut- und Festkleider in die Galerie hochladen, in der Hoffnung, eine Hobbylock zu gewinnen. Findet die Webseite ohne Werbung im Heft keiner?

Marinelook ist der nächste Trend, in einer Edelvariante.

Rock und Top BurdastyleGleich die erste Kobination aus Bahnenrock in Langgröße und Top 122 gefällt mir in der Tat sehr gut. Es ist sehr schlicht, mit klaren Linien, gleichzeitig bequem und elegant. So was würde ich liebend gerne mehr auf der Straße sehen. (Nur nicht an mir.) Vielleicht mit anderen Schuhen…

Weste 125 gibt es dann in Kurzgröße, Weste halt… aber zu Westen habe ich bekanntermaßen ein gespaltenes Verhältnis. Der Sack mit Blockstreifen, äh Kleid 119 B, mag zwar einfach zu nähen sein (das ist jetzt im Heft vermerkt), aber ein klarer Fall für „wer trägt so was freiwillig?“ Nachthemd vielleicht… Weite weiße Leinenhose mit kurzem, dunkelblauen Blazer ist defintiv Marine Stil, aber nicht gerade neu… Dafür frage ich mich bei der nächsten Kombi aus Rock und Shirt, was daran Marine sein soll? (Und wie es aussieht, wenn die Trägerin sich mal hinstellt… Die Proportionen wirken trotz Langgröße etwas seltsam.)

Kleid BurdastyleSehr gelungen finde ich hingegen diese 20er Jahre Adaptation. Kleid 126 für alle mit der passenden Figur und hübschen Beinen. (Und ab Größe 34… für die Fraktion, die sich immer darüber beschwert, daß  die Schnitt nur in so großen Größen im Heft wären. 😉 )

Das etwas seltsam geschnittene Hemd in Langgröße noch mal, auch hier sieht man nicht wirklich, wie das fällt. Ach, aus dem gestreiften Sack kann man doch noch was machen… Kürzer und mit nur zwei Farben wird das doch ein elegantes Kleid. Na bitte, geht doch. 🙂

Appetitlich angerichtet sind die Peelings auf der nächsten Kosmetikseite. So gucke ich sie mir auch an…

Kleid BurdastyleDer Star vom „Starstyle“ geht mal wieder weit an mir vorbei (ich sollte vielleicht doch mal wieder ins Kino…?) Aber das Kleid finde ich sehr niedlich. Schlicht, elegant und mit genau der richtigen Menge Details, um nicht langweilig zu sein. (Auch wenn man dafür vielleicht besser die technische Zeichnung anguckt.) Was mich nur immer misstrauisch macht ist, daß es auch auf der Webseite nie ein Bild von einer genähten Variante gibt… eine Zeichnung ist eine Sache, Stoff eine andere. Und die werden doch hoffentlich das Modell auch einmal nähen, bevor sie den Schnitt verkaufen??

Die Plus Mode steht „in voller Blüte“ und soll Gute Laune machen. Hm, pinkfarbener Rock zu blau mit grünen Punkten… *aua*. Vermutlich sollen die Farben davon ablenken, wie langweilig der Rock sonst wirkt? Kleid 135B hat einige Details, die mein Schwarzes Boulekleid schon hatte, nur etwas weniger dramatisch. Schon nett, aber hatten wir schon mal besser. Kurze Ärmel dazu… ach, na ja. Und mit Schlabbershirts und ebensolchen Jerseyhosen würde ich nicht weiter als zwischen Sofa und Küche pendeln wollen. *örks* Aber es geht noch schlimmer… mit einem Parka drüber. Damit bitte wirklich nicht vor die Tür. Nur wozu braucht man in der Wohnung einen Parka? Dann doch lieber Tunika 136 mit den Ärmelschlitzen. (Ansonsten ist das auch eine Variation vom Kleidschnitt.) Aber nur für eher schmale Hüften…

Die „kreative Welt“… ein bißchen öko, ein wenig Recycling sollen wohl die Themen sein. Nichts aufregendes dabei. (Zumindest nichts, was ich nicht anderswo schon gesehen hätte.)

Die „Best Sites“ überblättere ich diesen Monat auch wieder großzügig. Die sind meist so langweilig, daß ich mir das nur angucke, wenn ich gerade sonst gar nichts anderes zu tun habe.

Die Osterdeko… recht flashy bunt. Also den Osterhasen als Trophäe an der Wand… das ist doch grenzwertig geschmacklos, ne, das geht nicht. Die bunten „Türsteher“ verlocken mich eher, sie als Wurfgeschosse zu benutzen. (Nein, ich habe keine Ahnung warum.) Die Eierwärmer, die wären mal ein Projekt für Strickanfänger in der Schule, statt langweiliger Schals oder Läppchen! Der Blütenkranz hingegen ist arg minimalistisch. Der ist ja kahler als die Natur draußen, in diesem Jahr. Das ganze dann noch mal mit Papierblüten an kahlen Ästen. Text „Noch bevor die Natur draußen erste Knospen trägt…“. Liebe Redaktion, Ostern ist dieses Jahr in der zweiten Aprilhälfte. Und Deutschland liegt nicht am Polarkreis. Hier ist jetzt schon alles grün und bis Ostern hat es garantiert auch Oberfranken geschafft. Falsches Jahr für den Text… oder sollte der in die Weihnachtsausgabe?

Weiter geht es mit einer Kurzanleitung zum Marmorieren. Leider habe ich da schon deutlich weniger lustlose Muster gesehen und die Anleitung ist so kurz, daß man vermutlich in jedem Bastelforum kostenlos eine ausführlichere bekommt. Oder gar eine kostenlose Broschüre im Bastelladen zu den Farben?

Im „Best if Styling“ wird es knallebunt. Zumindest mit einzelnen Teilen, die dann doch lieber wieder mit dezenten Farben gedämpft werden. Zum Shopping trage ich ja auch bevorzugt die extra hohen Sandalen mit Plateau… Immerhin am Strand darf die Burdalette dann Flip Flops tragen. Das ist ja wirklich mal ein anlassangemessenes Outfit.

Interessant ist die Anleitung für die riesige Handarbeitstasche. Das Innenleben sollte sich zwar jeder nach dem eigenen Handarbeitsgeschmack zusammenstellen, aber so als Urlaubsgepäck für Crafter ist das schön. Nur das Fach für Wolle, Stoffe und angefangene Projekte ist vielleicht ein wenig klein ausgefallen…

Ein Notizbucheinband. Dafür braucht man eine Anleitung…? Nun gut. aber ein ganz niedliches Design. warum wird diese Sparte eigentlich nicht in „Buchvorstellung“ umbenannt? 😉

Beim Atelierbesuch geht es diesmal um Draht biegen… das war doch das Bastelthema aus dem letzten Monat, oder? Hm… also die Tiere von Marie Christophe haben einen gewissen Reiz, aber im Großen und Ganzen kann mich das Thema nicht ganz so begeistern. Vielleicht liegt es auch daran, daß ich mich schon sattgesehen habe, das geistert doch schon seit einem oder zwei Jahren durch die französischen Dekomagazine.

Und dann noch der Stoff des Monats. Ein wunderschöner Druckstoff, auch wenn ich jetzt nicht wüßte, was ich draus machen sollte. Naja, bei über 100 EUR der Meter eh kein Fall für einen Spontankauf.

(Und mit der Heftbesprechung durch, bevor das nächste rauskommt. Die Maiausgabe ist nämlich schon für den 13. April angekündigt… Irgendwann kommt die Burda auch wie die Threads zwei Monate vor dem Erscheinungsmonat… 😛 )

Maeva

Als ich diese Socken in der aktuellen Knitty sah war sofort klar, daß ich sie stricken wollte. Daß die Designerin eine langjährige Internetbekannte war, war nun kein Nachteil.

When I saw these socks in the last Knitty I knew instantly that I wanted to knit them. That the designer is someone I’ve been knowing for quite some time over the web was another plus.

Socken MaevaAls Garn habe ich „Step“ von Austermann verwendet, weil es etwas dünner ist als die meisten anderen 4fädigen Sockengarne und ich so wenigstens in der Breite die Maschenprobe geschafft habe (mit 1,75mm Nadeln). In der Höhe hingegen keine Chance, meine Maschen sind einfach höher…

The yarn was „Step“ from Austerman. It gives a gauge that is a bit tighter than my normal sock gage and so I was able to match the stitches of the pattern (with needle size 1,75mm), but no chance for the rows. My stitches are higher than what they are supposed to be.

Leider kommt das Muster in dem Garn nicht so schön raus, weil es zu unruhig ist. Aber das Stricken hat Spaß gemacht.

Weniger wegen dem Garn, denn das spleißt sich doch leicht auf. Ich habe es mal eingetauscht, kaufen werde ich es sicher nie.

The pattern doesn’t come out to well because the yarn has to much contrast between the shades. But it was a lot of fun knitting the sock.

This was not due to the yarn, because that likes to split. I got it via a swap and I know that I will never buy it.

Aber das Muster macht Spaß und passt gut. Die Konstruktion ist zum Glück sehr logisch, denn die Anleitung ist nicht immer praktisch. Es ist fast alles als Musterschrift vorgegeben, die aber wieder so schlecht aufgelöst zum Download steht, daß man nicht alle gut lesen kann. (Vergrößern macht sie nur unschärfer.) Daß die Option „nur das Wesentliche drucken“ die Musterschriften nicht mit auswirft ist auch recht lustig, denn ohne geht es gar nicht, es gibt keine Alternativbeschreibung im Text. (Da hat bei Knitty wohl jemand nicht ganz aufgepaßt…)

But the pattern is a lot of fun and the socks fit well. The construction is very logical, which is good because the instructions are not always made the most practical way. It is pratically everything charted, but the charts are small and low resolution, so they are not to well to read. (Printing them bigger only helps partially, because due to the low resolution they get blurry then.) That the option „print only essentials“ did not include the charts was a surprise, because they are essential. There is no written out version. (Must have escaped the knitty editor…)

Für Spitze und Ferse bringt die graphische Aufbereiten aus meiner Sicht keine Vorteile, für Unterwegs-Stricker ist es sogar ein Nachteil, weil man meistens gleichzeitig die Musterschrift UND den Text braucht, um im Text dann wieder zu lesen, welche Reihen man für seine Größe nun braucht. (Das hat mir einiges an Aufribbeln gebracht.)

I can’t see the advantage to give toe and heel as charts. For people who knit on trains it sometims is even bad, because you nearly always need text AND charts at the same time, to read, what part of the chart you are supposed to knit. (That gave me some frogging…)

Aber da das Muster sehr logisch aufgebaut ist und auch die Konstruktion größtenteils leicht zu begreifen, kann zumindest er erfahrene Sockenstricker gut damit leben. Für Anfänger würde ich das Muster jetzt nicht unbedingt empfehlen. Angefangen hatte ich übrigens mit einem Nadelspiel, ich habe dann aber auf zwei Rundnadeln gewechselt, weil das wegen des Musters doch einfacher war.

Den detaillierten Verlaufsbericht mit mehr Photos gibt es wie immer bei Ravelry.

But since the pattern is very logical and also the construction is not really difficult to understand any experienced sock knitter can make his or her way. If you never made socks I would not recommend the pattern. I had started knitting on dpns, but with the pattern on the top of the foot knitting with two circular needles is easier.

For the detailed report and more pics go to Ravelry.