Über den Blogrand: klein, fein, kostenlos

Ob eigene Webseite, Online-Shop, Vortrag oder Vereinszeitschrift, kleine Symbole haben sich überall eingebürgert. Im Übermaß sicher lästig und häufig sinnlos eingesetzt, gibt es dennoch auch viele nützliche Verwendungszwecke. Ein kleiner Briefumschlag auf der Webseite und jeder weiß, wenn ich den anklicke, dann kann ich dem Seitenbetreiber eine Mail schreiben.

Doch wo bekommt man diese Cliparts her? Brisant wird die Frage vor allem, wenn ich sie ins Internet stellen will, denn das gilt als Veröffentlichung. Oder gar meinen kleinen Webshop damit ausstatten möchte. „Irgendwo“ aus dem Web kopieren kann hier ganz schnell zu juristischem Ärger wegen Verstößen gegen das Urheberrecht führen.

Doch so kleine Bildchen selber machen, ist schwieriger, als es aussieht. Besonders, wenn sie professionell aussehen sollen. Und nicht jede Seite im Web dient dazu, Geld zu verdienen, so daß ein Graphiker beauftragt werden kann. Schulen, Vereine oder die private Homepage haben in der Regel kein Budget für Graphik.

Aber es gibt nette Menschen, die ihre Cliparts als Public Domain „spenden“. In der Open Clipart Library finden sich immerhin schon über 7000 kleine Graphiken, die ohne Einschränkung benutzt werden dürfen. Die Suchfunktion spricht nur Englisch, aber dafür liefert sie schon Bildchen zu vielen Themen und die Qualität der Cliparts ist größtenteils recht professionell.

Und falls ein begabter (Hobby)Designer hier mitlies: Weitere Graphikspenden sind jederzeit willkommen!

Alles Geschmackssache?

Vor einiger Zeit ließ ich mir von einer Freundin beim Abstecken helfen. Eine näherfahrene Frau, die selber Nähkurse gibt.

Angesichts noch allzudeutlicher Paßformfehler in Form von *hüstel* ‚Engstellen‘ fragt sie mich: „Wie willst du es denn haben?“ Ich sage: „Na, normal. Wo’s zu eng ist, ist ja klar.“

„Tja,“ bekomme ich zur Antwort, „das mit der Paßform ist halt so Geschmackssache. Die einen wollen’s so. Die anderen lieber weiter… da gibt es keinen Standard.“

Ich habe dann erst einmal geklärt, was ich wie haben will und es mir so abstecken lassen.

Dann habe ich einige Tag nachgedacht.

Ist das so? Ist Paßform nur noch „Geschmackssache“?

Gut, das erklärte immerhin, warum ich immer wieder in Blogs Bilder sehe, wahlweise von deutlich zu engen oder formlos sackartig zu weiten Blusen, Shirts oder Jacken, unter denen steht: „Das ist mein Lieblingsschnitt, denn er paßt ohne Änderung perfekt.“

Aber… nein, verflixt.

Guter Sitz ist nicht nur Geschmackssache.

Es gibt Standards wo die Schulternaht verlaufen sollte, wo ein Revers sitzen, wie viel Bewegungsweite über die Brust gehört, wo der Stoff Falten werfen darf und wo sie nicht hingehören oder wie eine Hose den Po umhüllen. (Und oh ja, man sieht, ob ein Kleidungsstück einfach zu weit ist oder eine modische Mehrweite hat.)

Sicher, Beliebigkeit ist bequemer. Aber tun den Regeln in dieser Form weh?

Nein. Denn sie nehmen doch niemandem die individuelle Entscheidung weg zu sagen, „Ich persönlich will es aber enger.“ Oder „Ich will den Schritt aber tiefer.“

Und, ja, von einer Nähkursleiterin erwarte ich, daß sie diese Standards auch ihren Schülern erklärt und zeigt.

Denn erst wenn ich den Standard kenne, dann kann ich bewußt von ihm abweichen.

Und statt einem schlecht sitzenden Kleidungsstück habe ich meine ganz persönliche modische Aussage.

Was anderes tun die von uns oft bewunderten Couturiers, Modeschöpfer oder Fashion Designer auch nicht.

Und wir können das auch! Aber erst wenn ich die Regeln beherrsche, kann ich auch mit ihnen spielen.

Futterschnitt erstellen

Füttern scheint mir ja bei Burda ziemlich aus der Mode gekommen zu sein. (Sozusagen nicht nur verhungerte Photomodels, sondern auch „verhungerte“ Jacken. 😉 )Ich hingegen finde nach wie vor eine ungefütterte Jacke nicht sehr schön. Und ein so edler Stoff schreit um so mehr nach einem Futter. Trägt sich auch viel besser.

Aber da Burda sonst auch den Luxus eigener Futterteile nicht kennt, erstelle ich mir den Schnitt dafür halt selber. Denn damit ein Futter gut sitzt, sollten die Futterteile an den strategischen Stellen größer als der Oberstoff sein. Klingt unintuitiv, ist aber so. Die Bewegungsfalte im Rückenteil ist sicher allgemein bekannt: Das Rückenteil am Stoffbruch anlegen und zwei bis vier Zentimeter abstand zur Stoffkante lassen. Dann zuschneiden, die Stoffkante aber nicht durchteilen.

Gut, bei meinem Schnitt ist das etwas schwierig, denn das Rückenteil ist an der Mittelnaht extrem gekurvt und wenn ich es im Fadenlauf anlegen würde, dann hätte ich stellenweise 30cm Bewegungsfalte. Nicht praktisch. Also habe ich in diesem Fall den Fadenlauf geopfert und schräg dazu zugeschnitten, dafür mit gleichmäßigerem Abstand zum Stoffbruch. Beim Futter wird das ohne negative Folgen abgehen. (Denke ich… )

Futterschnitt Aber es gibt noch andere Stellen, an denen ich Weite zugebe. Eine davon ist das Vorderteil. Hier gebe ich 1-1.5 cm zu, die an der Schulter zu einer schmalen Falte gelegt werden und dann aufspringen. Das verhindert ein verzogenes Vorderteil.

Um den Vorderteilschnitt an der richtigen Stelle zu vergrößern, gebe ich die Mehrweite nicht an der Nahtkante zu, sondern in der Mitte. Die Mehrweite soll ja ab der Schulter beginnen, nicht ab dem Kragen oder Ausschnitt.

Meine Jacke bekommt nur die seitlichen Vorderteile aus Futterstoff, da die mittleren Vorderteile ja in Form von Belegen mit Stoff abgedeckt sind.

Da ich keine Lust habe, einen gesonderten Futterschnitt zu erstellen, nehme ich die nötigen Änderungen auf dem Stoff vor. Zuerst zeichne ich mit Kreide eine lange Linie im Fadenlauf. (Die schwarz gepunktete Linie auf dem Bild.) Genau auf diese Linie wird der Fadenlauf des Schnitteiles gelegt. (Hier ist der Folienschnitt praktisch, denn ich sehe genau, wo das Schnitteil liegt.

Futterzugabe im Vorderteil Dann zeichne ich mit Kreide oder Trickmarker die Schnittlinie des seitlichen Vvorderteils nach. und zwar an der Seite, die an den Beleg genäht wird.

Anschließend verschiebe ich meinen Folienschnitt um den gewünschten Betrag (1-1,5cm) und zwar so, daß der auf dem Stoff eingezeichnete Fadenlauf und der Fadenlauf auf dem Folienschnitt (blau gepunktete Linie auf dem oberen Bild) parallel bleiben.

Dadurch rutscht die Schnittkante meines Folienschnittes (blau gepunktete Linie auf dem Bild rechts) von der gezeichneten Linie (weiß gepunktet mit keinen „Ausreißern“ beim Nachzeichnen auf dem Touchpad… 😮 ) weg.

Beim Zuschnitt schneide ich dann zuerst entlang der gezeichneten Linie auf dem Stoff und ab Schulter bzw. Saumkante orientiere ich mich wieder an meinem Folienschnitteil. (Da ich die Nahtzugaben schon auf meine Schnitteile gezeichnet habe, muß ich diese nicht mehr zugeben, sondern kann direkt an der Folienkante entlang schneiden.)

Doch damit nicht genug, auch die Ärmel bekommen im Futter mehr Raum. Allerdings nicht in der Weite, sondern in der Länge. Und zwar wird im Bereich der Achsel 1,5 cm zugegeben. Futterzugabe am UnterärmelDa diese Jacke einen Zwei-Naht-Ärmel hat, ist das etwas umständlicher, aber auch nicht schwierig.

Der Zugabebetrag von 1,5cm bezieht sich auf die Stelle genau über den Seitennähten, also an der Mitte des Ärmels. Beim Zweiteiligen Ärmel liegt diese auf dem Unterärmel, somit beginne ich auch mit dem Unterärmel.

Ich zeichne 1,5cm über der Markierung für die Seitennaht an und lasse eine Linie zur ursprünglichen Schnittkante auslaufen.

„Ankommen“ sollte die Linie auf der Höhe des Paßzeichens. So großzügig ist Burda aber mit Paßzeichen nicht, für hinten gibt es keines. Aber ich kann ja schätzen. Der Punkt muß auf alle Fälle unterhalb der Stelle liegen, an der mit dem Einhalten des Ärmels begonnen wird.

Die Linie zur anderen Seite bestimmen ist etwas schwieriger, denn da geht es ja mit dem Oberärmel weiter.

Deswegen lege ich dann den Oberärmel Nahtlinie auf Nahtlinie daneben und zeichne die Linie wieder freihand ein. Aber nur bis zur Schnittlinie des Unterärmels.

Man sieht an den Kreidestrichen, daß ich mehr als einen Versuch gebraucht habe, bis ich einen annehmbaren Linienverlauf erreicht habe. *g*

Wichtig ist auch noch, zu messen, wie weit die neu gezeichnete Linie genau auf der Höhe der Längsnaht von dem Schnitteil entfert ist.

Denn ich muß ja sozusagen auf gleicher Höhe am Oberärmel wieder ansetzen, damit die beiden Teile hinterher wieder genau zusammenpassen.

Futterzugabe am Oberärmel

Und da es am Oberärmel auch eine Paßmarke gibt…. ist es ein Kinderspiel, die Linie zu zeichnen.

(Das ganze zu photographieren war schon schwieriger…. da mußte die Bildbearbeitung ran und die echten Farben mußten geopfert werden. Meine Folie ist nicht grün, sondern durchsichtig. Aber so erkennt man mehr.)

Tja… und dann zuschneiden und nähen. Da ich das Futter von Hand einnähen werde, wird es nicht ganz genäht, sondern nur teilweise:

Die Teilungsnähte im Rücken werden geschlossen, dann die Seitennähte. Die Schultern bleiben offen.

Und an den Ärmeln werden ebenfalls die Ärmelnähte geschlossen und zwei Reihen Kräuselfaden zum Einhalten mit der Maschine eingezogen.

Danach kommt viel Handarbeit, zum Beispiel auf dem Sofa vor dem Fernseher….

Goldregen…

Erfreulich, sagt ihr? Von wegen… *grr*

Neben meiner Rosenjacke war ja noch was anderes zu tun, was allmählich anfing zu „brennen“. Der Loom-Wettbewerb der Hobbyschneiderin-Seite nähert sich nämlich mit ganz großen Schritten seinem Abgabetermin. Und da ich bei der ersten Verlosung ja so ein nettes Loom-Gerät von Prym gewonnen habe, muß ich ja schließlich auch ein Ergebnis abliefern. (Zumindest eines… Ideen hätte ich noch ein paar mehr… 😉 )

Nein, zeigen kann ich euch das noch nicht, erst wenn der Wettbewerb vorüber ist, die Preisrichter sollen ja nicht wissen, von wem welcher Beitrag kommt. Also bleiben meine Lippen und meine Tastatur versiegelt.

Aber…. oh Wunder, ich habe ein Werk heute morgen fertig gestellt! (Und inzwischen sogar Beschreibung und Bilder an Anne gemailt, heureka!)

Doch als ich dann die diversen Zutaten wieder aufräumen wollte passierte es…. Pailetten Der Deckel löste sich und der Regen ergoss sich über Tisch und Boden. *grr* Und wer meint, Rocailles seien schwer wieder aufzusammeln… der hat sich noch nie an diesen fiesen, flachen Dingern versucht….

(Was das mit loomen zu tun hat? Ja da werdet ihr euch gedulden müssen…. aber nach Abschluss des Wettbewrbs zeige ich es, versprochen.“

Das Schulterpolsterwunder

Jetzt ist es ja schon beinahe wieder eine Woche her, aber über Ostern bin ich natürlich zu nichts gekommen. Außer Wohnung aufräumen, Gästebetten herrichten, Osterbrot backen, Creme Bavaroise herstellen, Lammrücken braten,… und am Ende wieder alles aufräumen. (Ach so… wünsche schöne Ostern gehabt zu haben!)

Aber letzten Donnerstag war ma-san da und wir haben mal mit Schulterpolster herumgespielt. Die „professionellen“ waren leider einfach zu groß. Aber die kleinen Schaumstoffpolster… bringen die Falten im Rücken weitgehend zum Verschwinden. 🙂 Jedenfalls weit genug, um mich nicht ständig über die Jacke zu ärgern. (Zumindest wenn es so aussieht, wie auf dem Display von ihrer Digicam.) Der Rest scheint mir nötig zu sein, um eine gewisse Bewegungsmöglichkeit zu gewährleisten.

Also konnte ich die Ärmel einfach so einnähen wie geheftet.

Die restlichen Probleme wird hoffentlich die Ausarbeitung und das Futter richten: Der Rücken fällt unterhalb der Rückenstütze etwas ein. (Für die Zukunft: auch bei Dupionseide alles mit Organza unterlegen.) Auch der Oberärmel tut ähnliches, ob die kleine Ärmelstütze aus Organza, die ich einarbeiten werde, das beheben wird? Die kleinen Schulterpolster laufen nicht so sanft aus wie die Großen, zumindest an einer Seite scheint sich das Polster abzuzeichnen. Ich hoffe auch hier, daß der Effekt nicht mehr so stark ist, wenn die Polster mal richtig eingenäht sind und nicht nur gesteckt. Und beim nächsten Burdaschnitt für mich werde ich endlich den Ärmel auch mal am Oberarm weiter machen. Zwar sollte er eigentlich weit genug sein, aber ein bis zwei Zentimeter mehr scheinen mir optimaler. Burda konstruiert wohl für „Stengelärmel“… Bei anderen Schnittfirmen habe ich das Problem nämlich nicht.

Jetzt muß nur noch das Futter rein (von Hand, wie immer bei mir) und Knopf und Knopfloch gefunden bzw. gearbeitet werden. Könnte klappen, die Einladung ist im Mai…

Ärmeltricks

Nun gut, hier im Blog ändert sich im Moment noch zu viel, um mich ernsthaft mit dem Design zu beschäftigen. Erste Blicke ergaben, daß ich offensichtlich fast alles, was ich über html und css wußte wieder vergessen habe… also halte ich mich lieber ans Nähen.

Zumindest teilweise, denn mein Eingabeinterface zeigt mir derzeit gar keine Buttons für Formatierungen mehr an, ich muß alle Steuerzeichen von Hand eingeben…. Mal sehen, ob ich mich noch erinnere, wie das geht… :-P)

Aber halte ich mich erst mal ans Nähen… da weiß ich noch, wie es geht. Meine Jacke aus Rosenseide braucht ja auch Ärmel und wer schon mal versucht hat, Dupionseide kräuselfrei einzuhalten, der weiß, was mir bevorsteht. Ehrlich gesagt hoffe ich nicht darauf, die Ärmel ganz ohne Kräusel reinzubekommen, aber es gibt eine, etwas aufwendige Methode, von der ich mir zumindest ein annehmbares Ergebnis erhoffe.

Wie geht’s? Zuerst nähe ich am Ärmel die üblichen zwei Reihen Kräuselfäden antlang der Armkugel, mit großen Gradstich und gelockerter Oberfadenspannung. Anschließend stecke ich den Ärmel in den Armausschnitt, im unteren Bereich, also bis zum Beginn der Kräuselfäden, gerade, dann wird die Ärmelmitte an der Schulternaht angesteckt und die Kräuselfäden gezogen, bis die Armkugel in den Armausschnitt paßt. Die Enden der Kräuselfäden gut fixieren und den Ärmel wieder „ausstecken“.

(Hm, soll ich an der Stelle schon mal versuchen, ein Bild einzubinden? Mit der „alten“ Syntax aus dem alten Blog geht es nicht, das habe ich gestern schon mal versucht. Da werden die Bilder nicht angezeigt. Ich versuche es jetzt mal mit ganz altmodischem „Primitiv-HTML“. Mal sehen…. )
Armkugel einhalten(Vorschaufunktion scheint es im Moment auch nicht zu geben… ich werde das Resultat also erst sehen, wenn der Artikel erscheint.) Aber weiter am Ärmel… An dem Ärmel kann ich jetzt in Ruhe die vorher ermittelte Kräuselung gleichmäßig verteilen. Dabei natürlich darauf achten, daß das Ausmaß der Kräuselung vor der Schulter und hinter der Schulternaht sich jeweils nicht verändert.
Und jetzt kommt der Trick: ich gehe mit dem Dampfbügeleisen ran und bügle mir die Kräuselung ein, bis der Stoff zwischen meinen beiden Kräuselfäden glatt liegt. Bei Wolle geht das sogar sehr gut, bei der Seide ist es schwieriger, zumal ich hier auch aufpassen muß, nicht viel weiter als bis zur späteren Ärmelansatznaht zu bügeln, weil sonst die Stoffstruktur geplättet wurde.
Leider habe ich, wie so oft, nach Einbruch der Dunkelheit gearbeitet, so daß das Photographieren schwierig war. Ich hoffe man erkennt trotzdem ein wenig den Unterschied: Die linke Armkugel auf den Photo ist schon eingebügelt und hat keine erkennbaren Kräusel mehr, die rechte sieht noch aus wie ein Puffärmel.

Aber das habe ich ihr auch noch ausgetrieben.

Äemel eingesetzt Und auf diesem Bild (welches hoffentlich angezeigt wird…) sind die Ärmel jetzt schon eingeheftet. Mit feinem Nähgarn und genau auf der späteren Nahtlinie. Nachher kommt dann ma-san und wird sich das ganze auch von hinten beäugen. Ich hoffe ja noch, die letzten Rückenfalten durch ein bißchen ziehen oder schieben an der Ärmeleinsatznaht zu mildern können. Das geht aber nur mit einer kundig helfenden Hand und vielen Stecknadeln.

(Und einem anderen Pulli…. der Nicky den ich gerade anhabe ist definitiv zu dick dafür. 😉 ) (Ach ja… Blogger an Admin… Ein nur zwei Zeilen hohes „Fenster“ für die Texteingabe ist unpraktisch. Was nicht praktischer wird, wenn es breiter ist als der zur Verfügung stehende Bildschirm. Mein Laptop ist auf echtes Rumtragen eingerichtet, kein Breitbildschirm zum DVD gucken… :o) )

Alles neu….

… macht bei Burda der April. Naja, nicht alles, aber die Blogs. Immerhin, ich kann, wenn auch unter Verrenkungen, wieder schreiben. Allerdings sieht das Template noch bescheuerter aus als vorher und ich kann es weder verändern noch ein anderes wählen. Die Positionierung der Bilder ist auch weg. Und wenn ich die Befehle händisch eingebe, dann werden die Bilder gar nicht mehr angezeigt. Alles noch sehr hakelig. Und wo sind eigentlich die Absätze?

So vielleicht?

Ah ja. Immerhin, das kann ich wieder.

Mal sehen wann Matthias das alles wieder so weit auf den Beinen hat, daß ich auch wieder über’s Nähen schreiben kann… *gg*

(Und wenn ihr das lesen könnt, dann habe ich auch den Button zum Senden gefunden…. )

Revue de Presse: Burda Modemagazin April 2007

Okay, ihr habt es so gewollt… „überraschen Sie mich mit einer kurzen E-Mail oder einem Weblog-Eintrag“ schreibt Frau Reinl im Impressum.

Gut, kurz ist meine Sache nicht. Und da ich jeden Monat über Burda in meinem Weblog schreibe ist es wohl auch nicht überraschend. gg Aber Frau Reinl hat eh besseres zu tun als hier zu lesen, also amüsiere ich mich in bewährter Weise alleine….

Dennoch, ich glaube, ich habe jetzt was verstanden.

Burda… ist keine Nähzeitung.

Nein.

Burda ist ein Fashion und Lifestylemagazin, dem zufällig ein paar Schnittbogen beiliegen. Und dafür ist es dann sogar billig. Ich meine… Architektur&Wohnen kostet deutlich mehr. (Es erscheint dafür nur alle zwei Monate und die Photostrecken haben doch noch eine andere Qualität… aber gut. )

Diese Sichtweise erleichtert den Umgang mit dem Heft ungemein. Denn jetzt muß ich mir über die Tragbarkeit der Modelle, die Wahl der Schnittgrößen oder die Paßform keine Gedanken mehr machen. Dafür ist das Heft ohnehin nicht gemacht.

Am Titelmodell fällt mir als erstes der Armreif auf… der liegt hundert Prozent auf meiner Linie. Gibt es da eine Bezugsquelle?

Das Inhaltsverzeichnis verteilt sich jetzt auf zwei Seiten, da zwischen den „Schuh des Monats“. Plateau, Peeptoe und Sling… alles was ich bescheuert finde. Allerdings ist dieser Schuh so bescheuert, daß er schon fast wieder gut ist. Anziehen würde ich ihn trotzdem nicht… er bleibt geschmacklos und Trash war ja noch nie so mein Stil. Aber die neue Sparte gefällt mir als Idee. Schuhe gucken ist ja… beinahe unwiderstehlich. Ich gestehe es. 😀

pfluff Hoppla… was fällt da jetzt raus? Ist die Werbung diesen Monat dicker als das Heft? Halt, nein! Nicht wegwerfen! Es ist das Nähjournal! Schnittbögen und Anleitungen als Extraheft, Vorder- und Rücketitel mit Bildern der Modelle. Das gefällt mir schon mal gut. Alles was zum Nähen wichtig ist mit einem Griff und platzsparend lagerbar, die Zeitschrift zum Angucken liegt dafür leichter in der Hand. Nur direkt beim Einkauf muß man halt aufpassen, daß man beide Teile bekommt. (Ich sehe es noch kommen: In paar Jahren gibt es zwei Zeitschriften; Das Burda-Nähmagazin und das Burda-Lifestyle Magazin… gg )

Dann geht es im Heft weiter mit „flower-power“. Leider habe ich angesichts der Bilder erst mal keinen Blick für die Mode. Das diesmal arg magere Fotomodell im Wüstensand weckt zuerst Assoziationen an Plakate für Brot für die Welt oder andere Hilfsorganisationen. Wenn die Unterarme genauso „dick“ wie die Oberarme sind und man am Brustbein Anatomiestudien betreiben kann, dann ist aus meiner Sicht eine Grenze unterschritten. Zumal die Hände dann unproportioniert und klobig wirken, was nicht einmal mehr ästhetisch ist.

Es mag ja Frauen geben, die von Natur aus so mager sind und das sei ihnen unbenommen, es muß auch ganz sicher nicht jeder so dick sein wie ich, aber diese Proportionen in einem Magazin als „erstrebenswertes Ideal“ darzustellen zeugt in Zeiten, in denen sich auch schon Models zu Tode gehungert haben, zumindest von mangelnder Sensibilität. Wenn man nicht über Geschmack streiten will. Nichts gegen eine Orientierung an künstlerischen Vorbildern, aber es muß doch nicht Schiele sein, Degas hat sehr wohlproportionierte und grazile Tänzerinnen gezeichnet… das wäre doch mal ein Vorschlag, oder?

Obwohl ich Blumenmuster mag gelingt es mir einfach nicht recht, meinen Blick angesichts des Elends auf die Kleidung zu konzentrieren. 🙁 Ein Kleid dessen Schnitt in den Größen 38 – 46 im Heft ist ist an diesem Körper… (Dabei wäre der Stoff sogar schön.) Dann doch lieber weiter zu den blumigen Accessoires und Einrichtungsgegenständen. Na so ein Schlafbrillchen machen wir doch selber, für 28 EUR, oder? Und wie knallig die Philippe Starck Stühle in der Realität sind kommt auf dem kleinen Bild nicht rüber. Die muß man gesehen haben… gg

Das nächste Thema „kontraste“ in Schwarz und weiß kommt nach der bunten Blütenpracht beinahe als Schock… Kleine Bilder von Prominenten (oder so… wer ist „Doreen Dietel“?) sollen die Beliebtheit des Trends belegen. Was sie deutlich zeigen ist, daß schwarz-weiß Kontraste leider nur wenigen Frauen stehen…. Aber der Schnitt von Jacke 101 gefällt mir. Interessante Abnäherlösung…. bis Gr. 46… aber wie macht man da eine FBA? Naja, ich habe gerade zwei Jacken in Arbeit, danach muß ich erst mal dringend anderes nähen… auch die pure Form von Bluse 109 kommt meinem Geschmack entgegen. Mit der verspielten Saumlösung kombiniert… sehr schön. Hingegen kann ich mich für Westen immer noch nicht begeistern… Wie schafft Burda es eigentlich, daß das Kurzgrößen-Modell der gleichen Frau paßt wie die anderen Sachen… 😛 Dann wieder passende Accessoires edel in Szene gesetzt. Die transparente Handtasche aus Folie hat ja was… würde allerdings mit meiner üblichen „Beladung“ nicht mehr gut aussehen, ich kenne mich ja. 😀 Und ob es mir gefiele, wenn jeder meinen Lieblingslippenstift sehen und die Kreditkarte lesen kann? Trotzdem witzig.

Als „highlight“ darf ein breiter Gürtel die Taille von sogenannten (C-, D-, E-,… ? außer Paris Hilton habe ich noch keinen der Namen jemals gelesen… ) Prominenten betonen. Sagt wenigstens der Text. Leider hat die Textredaktion offensichtlich vergessen mit der Bildredaktion zu kommunizieren (oder umgekehrt) denn was die Bilder deutlich zeigen ist, daß wer keine ausgebrägte Taille hat, diese auch durch einen breiten Gürtel nicht bekommt. Eher im Gegenteil. (Taille entsteht dadurch, daß die Hüfte breiter ist…. ohne gibt es keine Sanduhr-Figur.) Aber irgendwann kommen bestimmt auch wieder Gürtel für die Hüfte, da sind die abgebildeten Damen dann wieder fein raus, denn dafür braucht man sehr schmale Hüften. :o)

Die Männermode, mit der diese Ausgabe mal wieder glänzt, darf diesmal nicht alleine stehen, sondern wird dem Partner-Thema „marine-look“ untergeordnet. Die Jeans 131 mit den vorverlegten Seitennähten gefällt mir in der Tat gut. Ich könnte ja doch mal einen anderen Schnitt für mein Herzblatt verwenden… Und mal ein Polo-Shirt als Basisschnitt ist auch eine gute Idee. Blusenjacke 103 gefällt mir für mich. Ach so. Das ist 101 mit anderem Ausschnitt… gg

Ah ja, wenn am Ende der Segeltour noch Geld übrig ist, kann man dem Trend „Goldrausch“ folgen. Ich mag Goldschmuck, aber der ist mir zu plump klobig. Preise stehen sicherheitshalber auch schon keine dabei. Aber Louis Vuito, Cartier oder Dior und „Preise auf Anfrage“ lassen zumindest Vermutungen zu. Hm… die Kette aus gehämmertem Gold… da könnte ich schon eher schwach werden. „SKREIN“ als Firma kenne ich zwar nicht, aber ich fürchte auch da wird es kein „Mitnahmepreis“ für ein Accessoire für einen oder zwei Sommer sein….

„stars & style“, ich sag ja, Lifestyle… immerhin, Kati Witt geht als echte Prominente durch. Bißchen Text, paar Bilder… (Wie das Abendkleid zeigt macht schwarz übrigens nicht automatisch schlank… das Kleid ist dramatisch, aber zumindest in der Pose kreiert es Hüften die die Eiskünstlerin sooo ausgeprägt nicht hat. Zumindest wenn man den anderen Bildern glauben darf.)

Ah ja, die Abteilung „modeberatung“ ist geblieben. Allerdings ausschlißlich mit Kaufmode. Öh… ja…? Was ist der Sinn? Hey, die Schuhe zur Variante „modisch“ sind ganz mein Fall. Ja klar, Peter Kaiser… Eh eine meiner Lieblingsmarken. Und da ich sie dann trage, bis sie auseinanderfallen (nehme ich an, mein ältestes Paar ist etwa zehn Jahre alt und lebt noch) ist der Preis dann auch in Ordnung.

„gaucho“ mit Weste ist das nächste Thema. Da hätten wir dann schon zwei Dinge, die mich eingeschränkt bis gar nicht ansprechen. Die Rüschen-Puffärmelbluse wäre zwar bis Gr. 46 drin aber noch habe ich mich mit den Puffärmeln nicht angefreundet. (Wobei die einem natürlich einige Passformprobleme bei dicken Oberarmen abnehmen… ) Und wie das Wickelshirt sitzen würde, wenn die Trägern mehr als Körbchengröße AA hat wäre auch eine interessante Frage. Mit weniger häßlichen Falten, nehme ich an? Und das ganze dann mit Stoffe, die aussehen, als seien sie irgendwann in den 70ern in der Kleiderkammer abgegeben worden. Ich weiß, ist „vintage“ und wieder in. Rock 105 gefällt mir. Sieht auch nicht mehr im geringsten nach „Wildwest“ aus… wobei ich ihn trotzdem säumen würde, wie sieht den Stickereibatist sonst nach der ersten Wäsche aus? Und am Ende des Sommers ist er auf mini-kurz aufgeribbelt… 😛 Und warum dürfen Sandalen mit Keilabsatz eigentlich nicht mehr so heißen, sondern müssen mit dem englischen Wort bezeichnet werden? Zumal ich bei Wedges ja eh mehr an fritierte Kartoffelstücke denke… gg

„mode-ideen“… egal wie sie es nennen, aber einen Taschenschnitt finde ich gut. Werde ich zwar vermutlich nie nähen, weil man sich ja gerade Taschneschnite so einfach selber entwerfen kann… aber als Anregung immer prima. Und bei den aktuellen Preisen von Handtaschen geht die hier locker als 400 EUR Modell durch. Und so viel dürfte sie nicht mal kosten, wenn man gutes Leder nimmt.

Windsor ist diesmal „exclusiv-design“. Der Schnitt ist schon im Heft und was mir auch gut gefällt ist, daß zuerst die Designer vorgestellt werden und das Modell danach kommt. Das finde ich einfach logischer als andersherum. Das Kostüm selber reißt mich jetzt allerdings nicht vom Hocker. Sehr klassisch… zurückhaltend… dafür tragbar, wenn man einen Bürojob hat.

Die ebenfalls neue Sparte „internet“ wärmt nur auf, was Userinnen von burdamode.com eh schon kennen. Für alle anderen gibt es Mini-Infoschnipsel. Die sollen wohl eher der Werbung für den Webauftritt dienen als echter Information, aber irgendwie muß das Heft wohl voll werden.

Der Maßschnitt fällt diesmal ganz klar in die Kategorie „nicht schön, aber selten“. Hoffe ich wenigstens, denn mehr davon muß ich nicht haben. Ausgefranste Bermudas zur Gürteljacke in oliv. Und dann mit hochhackigen, aus drei Riemchen bestehenden, fragilen Sandalen kombiniert. Sieht mehr nach Bundeswehr als nach Safari aus. (Also früher…. als Bundeswehrsachen noch oliv waren. Ich habe da einen Overall zum Streichen, Renovieren und Auto waschen… aber dabei ist mir dann auch egal wie ich aussehe.)

Oh, „Safari“ verfolgt mich bis zu „plus aktuell“. Von Olsen blue mal wieder. Die Stoffe können mich schon mal gar nicht begeistern. Der applizierte „Pflatschen“ auf dem Wickelkleid auch nicht. Genausowenig wie die roh abgeschnittenen Kannten des Ausschnittbelegs. Blazer, langer Rock… nicht walla-walla aber auch wieder mal typische Molli-Mode. Twinset und Trägertop wären nett… aber für die gibt es keine Anleitung. Wobei die Trägerdekoration kann man sich an ein anderes Shirt selber machen… Idee speicher Die Hose 134 mit den Längsbiesen schon eher… Biesenfuß habe ich ja… Beim Longhemd 133 bin ich echt gespalten… Einerseits gefällt es mir, andererseits fürchte ich bei breitem Po ist es in den Proportionen extrem ungünstig. Es sieht schon am Modell nicht wirklich gut aus und das ist noch nicht wirklich dick und sicher optimal proportioniert…

„kreative Köpfe“ ist wieder nur zum Gucken, nicht zum Nachmachen. Eine Taschnedesignerin wird vorgestellt. Und noch wichtiger… ihre Werke. Mir gefallen diese Einblicke. Und alles was ich sehe, regt auch mich wieder zu neuen Ideen an.

Die „Mode-Düfte“ kann ich gleich mal überblättern. Zum einen bin ich auf die meisten Parfums eh allergisch, zum anderen hat sich mir nie erschlossen, was bei Düften die Bilder des Flacons bringen sollen. Ich kaufe sie wenn doch „nach Nase“ und nicht als Deko-Objekte. Oder?

Ah ja.. und passend geschminkt wird quietsch-türkis auf die Lider. Der „Kriegsbemalungs“-Look der 80er hat uns also auch wieder. (Mal für eine Diskonacht als bewußt künstlicher Look ja okay… aber im Alltag? Bis 16 und ab 78 wieder… gg)

Medizin und Wellness werden wieder überblättert… Medizinischen Rat würde ich ohnehin lieber beim Fachmann suchen, nicht beim Modejournalisten. (Ich frage mich gerade, ob das keine Haftungsprobleme geben kann, wenn solche Tips in Zeitschriften mal nach hinten los gehen?)

Reisebericht… au ja! Marrakesch war ich zwar noch nicht, aber schöne bunte, „textile“ Bilder… die machen Lust auf einen Ausflug in die Souks. Da bitte mehr von!

Überraschung! Nach dem ganzen Lifestyle kommt noch mal Mode. Ja richtig, für Kinder war noch gar nichts drin. Die Liegelind Sachen finde ich sehr alltagstauglich, also nicht ausgeflippt oder auffällig, eher zurückhaltend, aber sie leben durch kleine Details. Was sie vermutlich relativ aufwendig zu nähen macht. 😀

„Szene im April“? Ah ja, wieder Lifestyle… ein buntes Potpurris über Bücher, Ausstellungen, Kino, Shows… ohne erkennbares Konzept bunt in einen Topf geworfen. (Bezahltes Product-Placement oder einfach Zufallsauswahl? Wir werden es nie erfahren.) Aber wer in der „richtigen“ Stadt wohnt mag einen Veranstaltungstipp mitnehmen. Sonst… Prädikat „eher nutzloser Seitenfüller“. Auch nicht besonders liebevoll aufgemacht oder gestaltet.

Iiiieh! Was ist denn das? Wie peinlich! Horoskope… Oder soll das der Beitrag für die „Generation 50+“ sein? Obwohl… sowas hat ja meine Oma schon nicht gelesen… Ne, das geht ja nun gar nicht. Lifestyle okay… aber dann bitte nicht so was aus dem Niveau „50 Cent-Illustrierte“. 🙁 Könnte ich die Rezeptsparte wieder haben? Die war ansprechender….

Und wo ist eigentlich der Deko-Teil? Auch weg. Aber… stattdessen „living“, ein Einblick in eine echte Wohnung. Einer Innenarchitektin zwar… aber warum nicht beim Fachmann gucken? Und letztlich für mich inspieriernder als künstliche „das können sie alles kaufen“-Interieurs aus dem Studio. Genau so wie gezeigt möchte ich ja eh nicht wohnen, es muß ja in erster Linie zu mir und meiner Wohnung passen, aber ich nehme mir da gerne Anregungen mit. (Auch wenn ich mich immer frage, ob bei solchen Leuten immer so aufgeräumt ist und wo die eigentlich ihren Stauraum haben. Oder haben die weder Hobbies noch Bücher?)

Eigentlich wollte ich heute endlich mal kürzer schreiben als sonst… ich zweifle allerdings am Gelingen dieses Unterfangens. :o) Wenn ich aufhöre, burda als Nähzeitung zu betrachten gefällt mir das Konzept der „neuen“ Burda in vielen Punkten gut. Mal sehen, was davon langfristig bleibt und ob die größten Peinlichkeiten in den nächsten Ausgaben noch verschwinden…