Grade noch gut gegangen

Nearly gone wrong

TascheneingriffJa, manchmal nähe ich auch noch…

Zum Beispiel die Jeans für dich ich vor zwei Monaten oder so den Stoff schon gekauft habe. Die Anleitung lese ich natürlich nicht, zumal sie bei echten Kappnähten ohnehin nicht funktioniert, deswegen notiere ich mir auch alles wichtige auf der Schnittkopie. Die Nahtzugabe natürlich nicht, die ist doch bei Butterick durchweg 1,5 cm. Und Standards muß man ja nicht aufschreiben.

Sometimes I am sewing…

Like the Jeans I bought the fabric about two months ago. I don’t read the instructions, I know how to construct jeans plus the original instructions don’t work for flat felled seams. So I’m writing everything important directly on my copy of the pattern. Not the seam allowance, of course, that is always 1,5cm with Butterick, so I don’t have to put it down.

Was mir aber beim Annähen des Taschenbeutels an den Eingriff komisch vor kam war, daß beide Paßmarken innerhalb der Nahtzugabe lagen. Schon irgendwie komisch…? Also gucke ich doch mal in die Anleitung, bevor ich die Nahtzugabe zurückschneide.

On the other hand… when I was sewing the pockets to the fronts I thought it odd that all those marks were inside the seam allowance. Strange…? So I checked the instructions before I cut back the seam allowance.

Und siehe da… am Tascheneingriff ist nur ein Zentimeter Nahtzugabe vorgesehen. Dann verläuft die Naht auch durch die Paßzeichen… Anleitung Lesen bringt doch was. Und jetzt trenne ich die innere Naht wieder auf…

And surprise, surprise… the pockets have only 1 cm seam allowance. The the seam goes through the marks… Reading the instructions sometimes is not completely useless. Not I’m going to rip the inner seam…

Noch ein Projektfortschrittsverhinderer

Another obstacle to the progress of my own projects

BabystramplerWarum meine eigenen Projekte nicht vorwärts gehen ist gar nicht so schwer zu beantworten, da kommen immer wieder Geschenke dazwischen…

Auch wenn diese klein und süß sind, brauchen sie doch eine Menge Zeit: den Schnitt konstruieren und zeichnen, nähen, feststellen daß ich eine bunte Sammlung verschiedener Druckknöpfe habe, die zwar fast gleich aussehen, aber leider doch nicht zusammenpassen, improvisieren,…

Aber pünktlich zum Sommerbeginn wurde der Babystrampler fertig und wurde auf die Reise geschickt. (Wo er nach der Ankunft sofort in den Koffer gepackt wurde und jetzt mit Baby im Urlaub ist.)

Babystrampler von hintenThe question why there is no progress in my own projects is not hard to answer: There are always gifts to make.

And even though those are tiny and cute they take time to make: Thinking about a design, constructing the basic pattern, drawing the pattern as used in the end, finding out, that I have a zillion of snaps that look nearly alike but come from different companies and do therefore NOT match, improvise something else…

But the summer romper was finished for the first hot days and is on it’s way to a new baby. (Where it was recieved with joy and went directly in the luggage to go to holiday with baby.)

Wenn jemand auch so einen Anzug nähen möchte, dann laßt mir doch bitte euere Email-Adresse im Kommentar. Ich habe den Schnitt mit einer Kurzanleitung in ein pdf gepackt. Ich hätte aber gerne Feedback, ob der überhaupt paßt, bevor ich ihn hochlade. Ich nähe ja immer nur als Geschenk und sehe daher das Ergebnis nicht unbedingt am Kind…. (Und bevor ich nach der gleichen Schnittbasis noch mehr Mist produziere… ) Die Größe ist für Kinder mit 3 Monaten oder 64cm

If you want to make that romper please leave your email in the comment. I scanned the pattern and made it in a pdf. (But only short sewing instructions in German, so you should know how to sew a romper.) Since I am sewing babyclothes only as gifts I hardly ever see the result on the baby. So I’d like to know if it works, before I go on using my own block and basic pattern any further…. (I do not want to produce useless things….) The size is for Babies aged 3 month or 64cm height.

Edit: Hier gibt es schon eine andere fertige Variante zu sehen.

Aus dem Blogarchiv

Juli 2006

Juli 2007

Schon wieder ein so überraschend produktiver Monat…

Juli 2008

Nähcafé in Paris: Sweatshop

Sewing Café in Paris: Sweatshop

„Wie ist das Nähcafé in Paris?“ frage mich jemand. Nähcafé? In Paris? Kann ja wohl nicht sein, daß ich das nicht kenne… Also lies ich mir noch ein paar Hinweise geben, fand die Adresse…. hm, die Straße kenne ich, da ist eines meiner Lieblingslokale um die Ecke. Da war aber doch nie…?

„How is the Sewing Café in Paris?“ someone asked. Sewing Café? In Paris? Without me knowing about it? No… So I asked some more details, found the address… well, I know the street, one of my favorite restaurants is not far. But there never was…?

Sweatshop in ParisAlso bin ich losgezogen und siehe da, es gibt den Laden. Eher schlicht, aber gleichzeitig anziehend. Viel Vintage-Flair und ein Pulli mit interessantem Design im Fenster.

Und nichts verdeckt den Blick auf das kreative Chaos im Inneren. (Naja, weniger Chaos, mehr gestopfte Kreativität.)

So I went, searched and found the shop. Simple design from the outside, but attracting the same time. A lot of vintage style and a knit sweater with artful design in the window.

And nothing hides the creative chaos inside. (Well, not so much chaos, more stuffed with creativity.)

ZuschneidetischIm Zentrum des Raumes steht ein großer und hoher Zuschneidetisch. Mein Traum…

Hier am Tisch sitzt übrigens auch Martena Duss, eine der Gründerinnen. Wir haben uns dann schnell auf Deutsch unterhalten, denn Martena kommt aus der Schweiz. (Ihre Partnerin aus Österreich, aber die war an dem Tag nicht da.)

In the center of the room a big cutting table, my dream…

At the table seated was Martena Duss, one of the shop owners. We quickly switched our conversation to German, because she comes from Switzerland (but speaks also English well). And the second owner comes from Austria.

MaschinenparkIns gemütliche Vintage Ambiente passen auch die Singermaschinen im selbern Stil. Aber sie sind brandneu. 🙂

Auch eine Overlock steht zur Verfügung, zwei Maschinen mit vielen Zierstiche und natürlich eine Bügelanlage. (Wirklich wichtig zum Nähen!) Es gibt nämlich noch einen zweiten Raum im Hintergrund, wenn man an der Kaffeemaschine vorbei geht. Schließlich muß auch noch für die gemütlichen Sofas und Sessel Platz sein. Und die vielen Materialien, die sich überall befinden. Scheren, Nähgarn, Maßbänder, Schneiderwinkel,… was man so braucht ist vorhanden und kann benutzt werden. Und wer so gar nichts dabei hat kann auch Materialsets mit Anleitung für kleine ganz entzückende Projekte kaufen.

The Singer sewing machines fit well into the vintage atmosphere. But they are brand new. 🙂

But there is also a serger, machines with a lot of decorative stitches and of course a good pressing equipment. (So important for great sewing results!) Because there is a second room behind the coffee machine. The comfy sofas and seats need room also as does all the sewing stuff like scissors, curves, tape measures, sewing thread,… what you need is there and you can use it. And if you come completely unprepared because you just felt an immediate urge to sew something you can buy extremely cute kits that include material and instructions.

WolleAber man kann nicht nur einfach kommen und für 6 EUR die Stunde die Maschinen benutzen, es gibt auch Kurse. Nähkurse, Workshops (im Juli mit einer Stilistin aus den Ateliers von Sonia Rykiel), Kurse für Kinder und Strickkurse. Im Sommer sogar Kombinationen aus Sprachkurs und Strick- bzw. Nähkurs.

You can just come in and use the machines for 6 EUR/h, but there are also classes you can take. Sewing classes, workshops (in July there is one with a stylist from the ateliers of Sonia Rykiel), classes for kids and knitting classes. Over the summer you can even have combinations of language class and creative workshops.

SchokoladeFür Stärkung ist auch gesorgt. Neben der Kaffeemaschine gibt es Bionade und jede Menge lecker Süßes.

And it’s not only a sweatshop, it’s also a sweetshop. 😉 So you can have coffee, but also other tasty stuff for your sweet tooth.

KuchenthekeSelbstgemacht ist auch der Kuchen, den man kaufen kann. Den habe ich getestet und er war extrem lecker…

Homemade is also the cake. Very tasty, I did test it…

Dank Sofa, Kaffee und Kuchen konnte ich auch mein Herzblatt lange genug ruhig halten, um mich in Ruhe umzusehen und Bilder zu machen. Sehr praktisch. *g* Und 5 EUR für Kuchen und einen Espresso sind in Paris ein guter Preis. Wer also nur in kreativer Umgebung seinen Kaffe trinken (und vielleicht die Stricknadeln auspacken) will ist hier auch an einem guten Ort.

Thanks to sofa, coffee and cake DH was happy long enough to give me the time to study everything and take the pics. Very good. 🙂 And 5 EUR for cake and espresso are a very fair price for Paris, so if you want nothing more than to sit down in creative surroundings (and maybe get out your knitting) then that’s the place to go.

Wir hatten übrigens einen ruhigen Tag erwischt, sagte Martena und besonders am Wochenende ist viel los. (Und trotzdem waren wir nicht die einzigen im Laden als wir kamen und als wir gingen kamen schon die nächsten.) Was mich auch nicht wundert, denn wer in Paris hat schon Platz für eine Nähmaschine und noch weniger eine großen Zuschneidetisch aufzustellen? Und statt sich alleine mit einer lumpigen Maschine abzuquälen kann man in der Gemeinschaft und ggf. mit Hilfestellung viel mehr Spaß haben. 🙂

We came at a quiet day said Martena and especially at the weekends a lot of sewers are gathering there. (And even on that quiet day there were people in when we came and others arrived before we left.) I am not really surprised, because Paris appartments are usually tiny and there is no room to store sewing machines or all the stuff that comes with it. Not to took about a big cutting table. And instead of suffering in front of a lousy and cheap machine alone at home you use decent material and have fun with others. And get even some help.

Adresse: Sweatshop, 13, rue Lucien Sampaix, 75010 Paris.

Öffnungszeiten und das Kursprogramm findet man immer aktuell auf der Webseite:

Opening hours and workshop calendar are an the website:

www.sweatshopparis.com

Zuwachs…

Growth…

Buch..diesmal für mein Bücherregal (das nicht weniger überquillt wie meine Stoffkisten).

Mein Bruder hat mir dieses interessante Buch geschenkt. Nachdem ich ja schon Bücher über die englische Perspektive auf die Maßschneiderei für Herren habe, befaßt sich das hier (soweit ich es bisher angelesen habe) mit der Herrenschneiderei auf Wiener Art.

Und auch wenn der Titel anderes andeutet, Bilder sind eher rar, der Text ist bislang voll mit Information und wenig Unterhaltung.

Gefällt mir. 🙂

… this time for my bookshelf which is as bursting as my fabric storage.

I got a present from my brother, this very interesting book. I already do have books about the british (and american) view on bespoken suits so this book about suitmaking from a Viennese point of view is a very good complement. (As far as I can say this after having read parts of the first chapter.)

The cover shows a lot of pics, but inside it’s mostly text, high density of information, few entertainment.

I like it. 🙂

Schlafanzughose selbst konstruiert

Construct your sleep legging

Zum Motivationsmonat im Februar hatte ich mir ja einen Schlafanzug genäht. Über das Oberteil hatte ich ja schon geschrieben. Die Hose ist natürlich weniger interessant. Außer dafür, daß ich den Schnitt selber gemacht habe.

Schlafanzughose In February I had made new sleepwear. I’ve been writing about the top. The leggings are naturally less interesting except for the fact that I constructed the pattern myself.

War nicht schwer. Und falls es jemand auch mal ausprobieren will: Hier ist die Schritt für Schritt Konstruktionsanleitung für Schlafleggings. Es sind die Maße für Gr. 50 (Hüftumfang 122cm) angegeben und eine Anleitung, wie man seinen eigenen Hüftumfang einfließen lassen kann. Damit sollte man ungefähr im Bereich Gr. 46 – 54 einen brauchbaren Schnitt hinbekommen. Das Ergebnis ist als eine etwas erweiterte Legging gedacht, also körpernah, aber nicht „Presswurst“.

Achtung! Es ist eine vereinfachte Konstruktion, die eben nur das Hüftmaß als eigenes nutzt, daher wird beim ersten Mal wahrscheinlich kein perfekter Maßschnitt rauskommen!

Aber zum einen geht es um eine Schlafanzughose, die kann man auch anziehen, wenn sie nicht exakt paßt. Und auch Jersey verzeiht einiges.

Also für den ersten Versuch nicht gleich den Lieblingsjersey nehmen, sondern erst mal testen und dann passend ändern.

Und falls es jemand ausprobiert: Erzählt mir, wie es geworden ist!

I made step by step instructions how to construct the pattern for the sleep legging (in plus size). Body hugging, but not tight. The instructions in the pdf have a lot of pictures, but they are only in German. I can make a translation on demand, but since that takes a lot of time I will only do it if someone really uses it. 🙂

Sari wird Sommerkleid

Saree turns summer dress

Von der Indienreise 2007 hatte ich mir ja zwei Ikat-Saris mitgebracht. Und die sollten nicht nur herumliegen, sondern tragbar werden. Für mich. Und in Europa.

Daß gerade Maxi-Kleider im Ethno-Style in Mode sind kommt mir da gerade gelegen. Eigentlich sollte das Kleid zum Urlaub letztes Jahr schon fertig sein, das hat natürlich nicht ganz geklappt, aber dafür ist es dieses Jahr schon vor dem Sommer fertig. 🙂

From my voyage to India I had brought two Ikat sarees. And I wanted to use them, wear them. In Europe.

That fashion says „Maxi dress“ and „ethno style“ is just perfect for that. I had intended to take the dress do holiday last year but I didn’t finish in time, so it went into hibernation. But now I took it out and it is finished before summer is there. 🙂

Ich will das Kleid zwar tragen, aber gleichzeitig wollte ich so wenig Stoff wie mögliche zerschneiden, schließlich hatte sich da jemand beim Weben viel Mühe gegeben. Also war die Idee, den Pallu zu einem knappen Oberteil zu zerschneiden und den Rest des Saris in einem Rock unterzubringen.

Den Schnitt für das Oberteil fand ich in einer Burda-Plus, von einem Anna Scholz Abendkleid habe ich mir sozusagen das Oberteil geklaut und aus meinem bewährten blau gestreiften Probestoff (der somit auch aufgebraucht ist) zugeschnitten. Dann durfte Frau mhs die nötigen Paßformänderungen abstecken und die Position der Träger bestimmen.

I wanted a wearable dress but my intention was also to cut the fabric as few as possible. So the idea was to cut up the pallu in a tight top and use the rest of the saree length for the skirt.

For the upper part I took a Anna Scholz dress from one of my Burda Plus. I cut the pattern about 10 lower than my waist and made a test version from my blue-white striped test fabric. (Which is used up by now.) Then Frau mhs helped me to fit the bustier and to determine the position of the carriers.

Rockansatz bestimmenDa ich den Stoff so wenig wie möglich schneiden wollte habe ich dann mal geguckt, ob ich die Webkanten auch gleich als Saum benutzen könnte.

Und siehe da, wenn man den Rockteil direkt unter der Brust ansetzt, dann geht das auch. (Diese Linie haben wir dann auch gleich auf den Probestoff gemalt.)

Since I wanted to cut as few as possible so I checked whether I could use the selvedge as hem.

And yes, if I started the skirt part directly under the bust this works. (So we painted this line directly on the test fabric also.)

Der Sari ist sehr fein, also nicht geeignet, um ein enges Bustier daraus zu nähen. Also habe ich das Bustier aus einer festen Leinen-Baumwollmischung genäht, von der ich noch einen Rest hatte.

Dann hieß es falten… ungefähr fünf Meter Stoff mußten auf Unterbrustweite gebracht werden. Bei der Faltentiefe habe ich mich am Muster orientiert, das sieht besser aus, als wenn die Falten zwar gleich tief sind, aber dafür das kleine Bordürenmuster an der Webkante nicht sauber aufeinander liegt. Ich mußte auch nur vier mal neu stecken und neu falten, bis es paßte.

Maxikleid aus SariThe fabric of the saree is very thin so you cannot make a fitted top from it. So I made the top from a linen-cotton blend I still had in my stash. (Remenant from an earlier project.)

Then a lot of folding. 5m of fabric had to be brought to my underbust measurement. I decided to match the pattern of the selvedge rather than making the folds exactly the same width and depth. I had only to fold end (re)pin four times until I had it right.

Der Rock wurde dann einfach links auf rechts auf das Leinen-Bustier genäht.

Danach habe ich noch ein Oberteil aus dem Pallu genäht und die beiden Bustiers an der Oberkante verstürzt. (Träger zwischenfassen war etwas fummelig, aber möglich.)

Die untere Kante des Oberteils bleibt dabei frei und verdeckt den Rockansatz. Auch hier habe ich die Webkante des Stoffes als Saum benutzt.

Maxidress aus SariThen I did simply sew the skirt to the linen top, left side of skirt on right side of the linen.

After that I had to cut into the pallu and make it a top. Both tops were sewn and turned on the upper edge. (Sewing in the carriers was a bit tricky, but makeable.)

The lower part of the top remains free and is not sewn to the skirt. I’ve again used the selvedge as hem.

Da ich einige Schritte von Hand machen mußte, war es doch relativ aufwendig, aber das Ergebnis gefällt mir gut. Es ist viel Weite im Rock und es wird an heißen Sommertagen angenehm zu tragen sein.

Die müssen jetzt nur noch kommen, denn als Frau mhs die Photos gemacht hat, hatte es ungefähr 10°C… Das mußte dann schnell gehen. 😉

Since I had to handsew quite a bit making the dress took a bit of time, but I like the result. The skirt is wide and it will be comfortable to wear on hot summer days.

Now I’m just waiting for the heat, because when Frau mhs made the pics it was about 10°C… pics had to be taken quickly. 😉

Aus dem Blogarchiv

Und wieder mal ein Rückblick, was habe ich 2007 getan, um Zeit für all das zu finden?

Looking back… what did I do in 2007 to have time for all that?

Juni 2006:

Juni 2007:

Juni 2008:

Verliernix, die Tasche

Verliernix, the purse

Verliernix-TaschenEin Geburtstag, zwei Mädchen, zwei Taschen.

Und damit die jungen Damen ihre Handys, Labellos und Taschentücher nicht so leicht verlieren gibt es für jede ein Verliernix.

Warum Verliernix? Selbst wenn man vergisst, den Knopf an der Tasche zu schließen, klappt die obere Kante automatisch um und die Tasche ist zu. (Auch nützlich für nicht ganz so junge Damen, die manchmal etwas geistesabwesend sind. Ich glaube, ich sollte mir auch eine nähen… 😉 )

One birthday, two girls, two purses.

And to prevent the young ladies to loose their mobiles, lipgloss or other stuff they got a „Verliernix“ („Loosenothing“) each.

Why that name? Well, if you forget to close the button the upper part will just turn on its own and automatically close the bag. (This is also useful for not so young ladies who are sometimes absentmindedly. Should make one for myself also…)

PerlendetailDie Taschen kann man aus ganz beliebigen Stoffen nähen und auch gut alle möglichen Dekotechniken ausprobieren, betüddeln, besticken,… oder eben einfach nur einen bunten Stoff verwenden.

Die eine Version habe ich aus Jeans und einem afrikanischen Batikstoff genäht. Chenilletechnik kam hier zum Einsatz. Und die obere Kante ist mit Roccailles und einer großen gläsernen Fischperle verziert.

You can use any material for that bag. Just a colorful print or try embroidery, application, any surface design you ever wanted to try. It’s small scale, so great for trying something new.

One version was made from jeans and african batik fabric. I use my chenille cutter and decorated the border with seed beads and a big glass bead in fish shape.

Tasche mit YoyosDie zweite Tasche ist ebenfalls aus Jeans, diesmal ist das Futter aus afrikanischem WAX-Stoff und außerdem habe ich mal mit Yoyos rumgespielt. eine tolle Technik, sie verbraucht außerdem viel Stoff. Und dann dürfen sich noch zwei Bienen-Knöpfe drauf tummeln. 🙂

The second bag uses another scrap of jeans and african WAX fabric for the lining. And I tried yoyos. That was a fun technique which also uses a lot of fabric. Two bee buttons join the yoyos.

Die Tasche ist supereinfach zu nähen und wenn man sie nicht betüddelt, sondern aus einem bunten Stoff näht, dann ist sie in einer guten Stunde fertig. Und kann auch von Anfängern genäht werden.

Es gibt nämlich eine superausführliche und reich bebilderte Anleitung für Verliernix für alle, die sie auch gerne nachnähen  wollen. 🙂

(Wie immer, Copyright bei mir, Verwendung für persönlichen und nicht-kommerziellen Gebrauch erlaubt, alles andere nur nach schriftlicher Genehmigung.)

Vogue V8562, Very Easy Vogue (Jacke)

Diesen Schnitte hatte ich mir mal gekauft, weil ich das mit dem Kimonoärmel mal ausprobieren wollte. Außerdem versprach „Very Easy Vogue“ ein schnelles und einfaches Projekt, das dennoch ein bißchen schicker aussieht, als eine „normale“ simple Jacke.

Jacke VogueAls ich dann einen passenden Schnitt für die bestickte Seide suchte, nämlich einen der möglichst wenig Teilungsnähte hat, sprang mich der wieder an. Und angesichts meines straffen Zeitplanes erschienen mir die vier Nähte, die man dafür braucht auch sehr attraktiv.

(English Review is on Pattern Review as usual.)

Trotzdem war ein Probeteil Pflicht, denn zum einen hätte ich die Seide nicht nachkaufen können, zum anderen habe ich seit den 80er Jahren keine Kimonoärmel mehr gehabt und war doch eher ratlos, wie ich da eine FBA durchführen sollte. Andererseits weckten die Angaben zum Umfang des Kleidungsstückes an Brust und Hüfte die Hoffnung, daß es möglicherweise ohne große Änderungen gehen könnte.

Laut Größentabelle bräuchte ich 22 an der Brust und 24 an der Hüfte, normaerweise mache ich eine 20 mit FBA und gehe dann an der Hüfte auf 22 oder 24 raus, je nach dem. Also habe ich mir den Schnitt mal mutig in Größe 20 kopiert.

Auf meine üblichen Längenänderungen oberhalb der Taille habe ich auch verzichtet, die Teile sind gerade, der Gürtel verläuft ohnehin deutlich überhalb der Taille und irgendwie dachte ich, es könnte ohne gehen.

ProbejackeDa ich außerdem mal wieder eine neue Frühjahrsjacke brauchen konnte habe ich mir als Probeteil dann einen bestickten Polytaft aus meiner Truhe geholt. (Den hat mir Kristina mal geschenkt, weil ihn ihre Tochter doch nicht wollte oder so.)

Ein näherer Blick auf die Anleitung zeigte mir dann, daß ich da doch einiges ändern müßte, die Verarbeitung wirkt ein wenig so, als hätte jemand nach Erstellung des Schnittes alle potentiellen Schwierigkeiten aus der Anleitung gestrichen.

So gibt es keinerlei Einlagen. Daß das nicht recht funktionieren kann, wenn man einen stehenden Kragen haben will, wie der Umschlag des Schnittmusters zeigt, war mir ziemlich klar. Nicht so gut gefällt mir auch, daß der Tunnel für den Taillengurt einfach durch steppen durch Futter und Oberstoff erzeugt wird. Das ist einfach (wobei durchaus die Gefahr besteht, daß man dabei alles verzieht, so viel zum Thema Anfängerschnitt), sieht aber nicht so schön aus. Und einfach ein großes Knopfloch um den Gürtel durchzuziehen… einfach ja, aber nicht so schön. Diese Sachen wurden also geändert. (Daß auch das Paßzeichen für die Schulter nur auf einem der Teile vorhanden war und kein Gegenstück hatte fiel für mich auch nicht ins Gewicht, aber es macht das Leben des Nähanfängers nicht einfacher.)

Ich habe mich, weil ich es auch ein wenig wärmer haben wollte, entschlossen die Vorderteile und Rückenteile mit dünnem Volumenvlies zu doppeln. Da ich nicht mehr so viel von einer Sorte hatte, haben die Vorderteile eine andere Sorte als die Rückenteile. Fällt aber nicht auf. Damit man das Volumenvlies nicht durch die Gürtellöcher sieht habe ich einen Streifen Futterstoff von Rechts festgesteppt und erst danach kam das Volumenvlies. Und die Öffnungen für das Taillenband wurden als Paspelknopflöcher gemacht. Das sieht doch besser aus.

Als Futter habe ich mein bewährtes Venezia genommen und wie in der Anleitung angegeben mit der Maschine verstürzt. Warum große Druckknöpfe von Hand annähen (und zwar so, daß man sie nicht auf der rechten Stoffseite sieht) einfacher als ein normales Knopfloch ist weiß ich nicht, aber bei „Easy“ Schnitten ist das derzeit „in“. Also kamen noch Drücker von Prym drauf.

Von der Paßform war ich dann auch recht zufrieden. Der Gürtel verläuft bei mir etwas oberhalb der Taillenlinie, bei Leuten mit normalem Oberkörper dürfte es aber schon deutlich Empirelinie sein. (Das sieht man auf dem Schnitt, auf der Zeichnung auf dem Umschlag ist das aber nicht so deutlich zu erkennen.)

Die Verarbeitung machte mich noch nicht ganz glücklich. Man sieht das Futter an dem weiten Kragen und außerdem war es trotz des Volumenvlieses doch noch recht weich und hatte die Tendenz, etwas in sich zusammenzufallen.

Also gab es für die endgültige Jacke noch ein paar Änderungen: Die Jacke ist komplett mit Wollwatteline unterlegt. (Hat einen schöneren „Fall“ als Volumenvlies) Ich habe am Saum 4cm Saumzugabe angeschnitten, habe für Kragen und vordere Kante Belege gezeichnet und an den Ärmelsäumen ebenfalls einen Saumbeleg gearbeitet. (Hierfür habe ich je einen breiten Schrägstreifen aus dem Oberstoff geschnitten.)

Die Vorderteil- und Kragenbelege wurden mit Seidenorganza gedoppelt, ebenfalls habe ich je einen Streifen Seidenorganza von Hand auf Saum und Ärmelsaum genäht.

Durch die vielen Änderungen und die Watteline mußte ich die Rehenfolge des Nähens komplett verändern, sprich die Anleitung war damit ziemlich hinfällig. Ich habe zuerst die gepaspelten Öffnungen für die Schleife in die Vorderteile genäht, dann die hintere Mittelnaht geschlossen und dann die Seitennähte. Anschließend kam ein Streifen Futterstoff auf die linke Seite um den Tunnel für den Gürtel zu bilden. Auch die Saumverstärkung aus Organza kam auf die Säume.

An der Watteline wird ebenfalls die hintere Mittelnaht geschlossen (von Hand und auf Stoß), dann ebenso die Seitennähte in der Watteline. Danach konnte ich die Wattelinie an der vorderen Kante und der Krangenkanten feststeppen und die Schulter/Ärmelnaht schließen. Diesmal durch alle Stofflagen. Dann den zusammengenähten Beleg an vorderer Kante und Kragen verstürzen, die Säume von Hand annähen und das Futter (wieder Venezia von Rieckmann-Kurzwaren) von Hand einstaffieren. (Und der Vollständigkeit halber: Die bestickte Seide war von Sacré Coupons in Paris und der Faden natürlich AlterfilS 120 von Alterfil.)

Dann nur noch die Druckknöpfe in dem schönen Bronzeton (von Plissee Becker in Köln) so aufgenäht, daß sie durch die Watteline aber nicht den Oberstoff gehen und den Gürtel einziehen. Letzterer war das Einzige, was ich tatsächlich nach Anleitung genäht habe. (Wenn man eine schöne Schleife binden will, dann sollte man überlegen, auch den Gürtel etwas mit Einlage zu verstärken.)

Jacke Vogue V8562Mit den Ergebnis bin ich so sehr zufrieden.

Die Jacke fällt elegant und ist nicht steif, bringt den Stoff gut zur Geltung und ist gleichzeitig nicht zu formell. Ich kann damit also sicher auch mal eine Jeans etwas aufpeppen.

Und obwohl ich zuerst etwas Zweifel wegen der Form hatte gefällt sie mir jetzt auch für meine Größe. Die hohe Taillenlinie kommt mir sogar entgegen, denn Emprie sitzt bei mir ja immer nur ein bißchen oberhalb der Taille.

Durch die Watteline ist sie auch angenehm warm ohne schwitzig zu sein. Die helle Probejacke habe ich auch schon einige Male getragen und trotz der dünnen Vlieseinlage ist auch diese überraschend mollig. Nur wären lange Handschuhe oder Stulpen an kalten Tagen noch praktisch… (Ein Lace-Projekt….?)

Allerdings war es wirklich viel (Hand)Arbeit, die nötig war, damit die Jacke auch so edel wurde. „Schnell“ war die Jacke nicht und wenn man sie so „easy“ näht wie in der Anleitung beschrieben, dann dürte sie nicht so schön werden. Zumindest eine Lage Vlieseline am Kragen sollte man auf alle Fälle anbringen.

Zum empfehlen ist der Schnitt für Anfänger nur eingeschränkt. Zumindest ein bißchen Vlieseline sollte man einarbeiten. Aber wenn man weniger pingelig ist als ich und einen dickeren Stoff nimmt dann kann es wohl auch eine schnelle und einfache Jacke werden.

Ob ich den Schnitt noch mal verwenden werde weiß ich nicht recht, ich habe schon zwei Varianten. Wobei… in bodenlang als Morgenmantel…? (Dann aber wieder in der „einfacheren“ Variane wie die Testjacke…)