Patentantes Kommunionanzug

Wie wir kurz vor Weihnachten erfuhren, wird unser Patenkind dieses Jahr zur Erstkommunion gehen. Angesichts der Tatsache, daß er zwar katholisch getauft wurde, aber seit der 1. Klasse den evangelischen Religionsunterricht besucht waren wir zwar etwas überrascht, aber ein Anlass für ein neues Kleidungsstück ist ja immer gut. 🙂

(Die Idee mit der Kommunion kam übrigens von der katholischen Gemeindereferentin, die meinte, er könne ja jetzt erst mal zur Kommunion gehen und sich später konfirmieren lassen, dann würde er von der Religion beider Eltern etwas mitbekommen. Angesichts der sonstigen Haltung der katholischen Kirche zum „Teilen“ ihrer Sakramente erschließt sich mir diese Logik nun nicht ganz, aber ich habe ja auch nur ein schlichtes, protestantisches Hirn. Vermutlich einfach zu straight… 😉 )

Fragt sich jetzt nur was? Schon letztes Jahr hatte ich etwas gesehen, was mir gefiel, wofür mir der Anlass fehlte. Butterick 4387 hatte es mir spontan angetan.

Glücklicherweise veranlasste mich ein Zwischenruf (Dank an Schoggi für das ehrlich entsetzte „Diese Gardine??!?“ zu einem intensiveren Blick und ich kam zu dem Urteil, daß mir zwar die „hüftverdeckenden“ Eigentschaften der Jacke gefallen, der Rest aber weniger. Insbesondere die Ärmel gar nicht. Da ich glücklicherweise auch noch keinen Stoff dafür gefunden hatte, konnte ich noch rechtzeitig beidrehen. uff

Dann bin ich erst mal in meine eigenen Schnitte abgetaucht. Die Stoffsucht habe ich ja im Griff, aber so ein netter Schnitt (gerade wenn er vielleicht im Sonderangebot ist), wer könnte dem widerstehen? Und Schnitte brauchen ja viel weniger Platz als Stoff. Oder so. 😀

Vogue SchnitteUnd da fand ich doch glatt zwei Kandidaten. An dem rechten Kostüm gefiel mir die Ausschnittlösung und als ich ihn mal als Sonderangebot sah, nahm ich ihn spontan mit. Ist schon eine Weile her, fürchte ich. An dem Hosenanzug links gefiel mir die außergewöhnlche Schnittführung und die geschlossene Ausschnittlösung. Ich konnte ihm vor zwei Jahren in den USA bei Mary Jo nicht widerstehen, zumal es gerade eine „alle Vogue Schnitte für $3,99“-Sonderaktion gab. Eigentlich hatte ich ihn auch im gleichen Jahr noch nähen wollen, aber der Stoff den ich hatte und den ich auch unbedingt verwenden wollte war zu steif und vor allem nicht genug.

Also überlegte ich wieder hin und her, befragte Freunde, überlegte weiter,… und der Hosenanzug hat gewonnen. Auch wenn die Kommunion am weißen Sonntag stattfindet und Ostern dieses Jahr relativ spät ist… Hose und geschlossener Ausschnitt könnten sich strategisch als vorteilhaft erweisen. Ich friere ungern. 😀

Nächste Hürde ist bekanntlich der Stoffkauf. Da es für den Frühling sein soll, wollte ich etwas helles. Aber kein gelb, kein grün, weil mir das absolut nicht steht. Auch kein pastellrosa oder blau, das passt nicht zu dem Schnitt. Lieber sollte es ein neutraler Ton sein, der zu vielem passt, so daß ich möglichst viele meiner Oberteile dazu kombinieren kann. Und vielleicht zur Abwechslung mal nicht schon wieder rot und auch nicht wieder türkis.

Als Material etwas nicht zu dünnes, durchaus festes. Grobe Seide hat was, andererseits reiben sich da die Hosenbeine bei meinen eher runderen Schenkeln auch schnell durch. Und will den Hosenanzug schon auch zur Arbeit anziehen, ein Anlass und danach Schrank hängen muß auch nicht sein. Leinen vielleicht…?

Ach ja, da ich 4,50 Meter davon brauche wäre ein Preis von weniger als 50 EUR pro Meter auch gut… (Futter, Einlage und sonstige Kurzwaren kommen ja auch noch dazu.)

Also wieder ein Zug durch die Stoffgeschäfte… viel angeguckt, ans Gesicht gehalten, ab und an aufs Preisschild geguckt (Nein, 100 EUR pro Meter gibt mein Geldbeutel defintiv nicht her.)… natürlich haben alle Geschäfte vor allem noch Winterstoffen oder blitzdünne geblümte Frühlingsstoffe oder vor allem Karnevalsstoffe… Wie immer, natürlich nie das, was ich gerade brauche.

StoffarbeTja, und letztlich gefiel mir dann dieser Canvas von BBG am besten. Die Farbe stand mir von allem was auch nur halbwegs in Frage kam am besten:

Tja… ich werde die Jacke vermutlich rot abfüttern, und die Nähte mit rotem Stickgarn absteppen. Und mir das eine oder andere rote Oberteil dazu nähen…. :o)

Dafür lag der Stoff angesichts des „Januar-Ladenrabattes für vor Ort Kunden“ bei deutlich unter 10 EUR pro Meter und ist, da Baumwolle, auch problemlos waschbar.

Die erste Hürde hat er auch schon genommen, er hat die Wäsche ohne Brüche überstanden und ließ sich gut bügeln. Sicherheitshalber hatte ich ja 5 Meter gekauft, denn man weiß ja nie, wie sehr Baumwolle eingeht, aber er ist praktisch nicht eingegangen. Wenn ich Glück habe, kann ich den Rock auch noch dazu nähen!

Für den Hosenschnitt werde ich allerdings erst mal eine Probehose nähen… der hat die Abnäher an einer sehr ungewohnten Stelle, da muß ich erst mal sehen, wie ich das angepasst bekomme…?

Politikerseele in Norm gegossen

Manchmal leisten sich unsere gewählten Volksvertreter ja so Dinge, da frage ich mich dann, wie deren Gehirne denn so ticken. (Na gut, wenn ich mich im Internet oder im Leben so umsehe…. die Frage stelle ich mir wahrlich nicht nur bei Politikern…)

Wir erinnern uns: Da zahlen Firmen (z.B. Stromkonzerne) Reisen an exotische Orte, mal mit Privatflugzeugen, ein anderes Mal vielleicht „all inclusive“ (auch die Nachtbegleiterinnen…) und wenn es in die Presse kommt ist das Geheule groß. Wie hätten die armen Menschen denn erkennen können, daß so eine Firma vielleicht eine Gegenleistung für ein derartiges Geschenk erwarten könnte? Ja wie käme man denn dazu, ihnen da Beeinflussbarkeit zu unterstellen? Schließlich entspricht das ja der allgemeinen Lebenserfahrung, daß wir ständig große Geschenke bekommen und niemand mehr als ein „Dankeschön“ oder „Vergelt“s Gott“ dafür erwartet! (Ach… geht euch nicht so? Tja, mir auch nicht…)

Doch solche -Auswüchse- Versehen gilt es selbstverständlich zu verhindern und da hatte doch jetzt ein Landrat aus NRW eine glänzende Idee: Eine Ethik müßte her! So als Leitlinie, damit die armen Kerle nicht mehr versehentlich was falsch machen. (Und was hatten sie dann eigentlich bislang….? ) Ja, gute Idee, Ethik so im Handeln, doch das hat was. Auch bei Politikern.

Doch damit nicht genug, der Gesetzgeber, der Normgeber, solle diese Ethik festlegen.

??? Wie meinen??? Ich meine, selbst die Ärzte als Berufsgruppe schaffen es, sich ihre ethischen Grundsätze über ihre Standesvertretung selber zu geben. Mal abgesehen von so popeligen „Normalbürgern“ die mit ihren ganz privaten ethischen Grundsätzen prima über die Runden kommen, ohne anderen auf die Zehen zu treten.

Und gab es da, so irgendwann früher, bei den alten Griechen oder Römern (meine früheren Lateinlehrer mögen mir Ungenauigkeiten verzeihen…) nicht die Vorstellung, als Staatsmänner, als Politiker, wären besonders herausragende Menschen geeignet, solche, die sich durch ihr „gutes“ Handeln auszeichneten?

Ein lange Weg zum Politiker, der jemanden sucht, der ihm seine Ethik in eine (am besten DiN) Norm gießt. Damit er wieder weiß, was richtig und falsch ist.

Aber mal ganz ehrlich: Wer schon mit den Grundanforderungen seines Berufes scheitert… sollte sich vielleicht einfach eine andere Tätigkeit suchen. Wo das mit der Ethik und den Regeln ein bißchen einfacher ist.

Aber wahrscheinlich… bin ich zu anspruchsvoll.

Mitdenkerinnen

… und das bei einem städtischen Verkehrsbetrieb!

Ich stehe in Stuttgart vor dem Schalter, ausgerüstet mit allem, was man für ein Wochenticket braucht: Ausweis, Paßbild,… für eine Woche Stuttgart zwar etwas viel Aufwand, einen Paß für eine einzige Wertmarke auszustellen, aber es ist billiger. Für mich zumindest.

Und was sagt die nette Dame?

Ob ich nur eine Woche in Stuttgart wäre. Ja? Nein, dann bräuchte sie kein Passbild und reicht mir einen „Ersatzausweis“, der ist ohne Bild gültig.

Tja, die Schwaben wissen, wie man „sei Sach zammehält“.

Nur warum sie mir die englische Ausgabe des Netzplanes gegeben hat erschließt sich mir jetzt nicht ganz… aber Hochdeutsch… ist ja auch nur eine Fremdsprache. 😉

Zu viel, immer zu viel…

.. packe ich ein.

Diesmal geht es für fünf Tage auf eine Fortbildung nach Süddeutschland. (Wird bestimmt kalt, bibber, ich war letztes Jahr um die Jahreszeit schon mal da… ) Ich habe ja nur mein Cabin-Bag und einen Rucksack als Handgepäck, da geht nicht so wahnsinnig viel rein.

Und trotzdem… eigentlich habe ich immer mindestens ein Shirt, einen Pulli oder eine Hose dabei, die ich ungetragen aber dafür zerknittert wieder nach Hause bringe.

Und jedes Mal denke ich mir danach: Nimm weniger mit!

Aber wenn ich wirklich mal ohne Wechselhose fahre, und sei es nur für eine Nacht… dann kleckere ich sie mir ganz bestimmt voll… 😎

Street-Basketball

Basketballspieler, das weiß jeder, sind lange, meist schlaksige Kerle, die in kurzen und immer etwas zu weit aussehenden Hosen über ein Spielfeld rennen und ständig orangene Bälle in Körbe werfen.

Wenn sie auf der Straße spielen, dann tragen sie oft noch Käppis auf dem Kopf, coole Sonnenbrillen und rennen über Asphalt. Und werfen dabei orangene Bälle in Körbe.

Der Herr gestern hingegen war von eher stämmiger Statur, trug eine leuchtend orangene Hose mit Reflexstreifen und was er warf war blau.

Nichtsdestotrotz landete der Müllsack aus einer Entfernung von zweieinhalb Autolängen in hohem Bogen zielsicher in der Öffnung des Müllautos. Respekt!

(Trotzdem konnte ich mir den Gedanken nicht verkneifen, wie es ausgesehen hätte, wenn der Sack nicht so gut zugeknotet gewesen wäre. 😉 )

Rituale und Tapetenwechsel

Kaum bin ich mal ein paar Tage auf Familienbesuch und ohne Internet (ich könnte ja, aber es muß eigentlich nicht sein…), schon sieht das Blog ganz anders aus. Tuxedo hat wohl keinen Weihnachtsurlaub gemacht. 😉 Also mache ich jetzt auch mal Tapetenwechsel und probiere mal andere Layouts aus. Mal sehen, wo das Blog am Ende ankommt….

Die Kommentarfunktion mußte ich übrigens deaktivieren, weil Kommentare schon vollgespammt wurden. Mal sehen, ob sich das gibt, wenn es eine Weile nicht mehr geht…

Mit der Sylvesterfeier und dem neuen Jahr sind ja viele Rituale verknüpft, von Bleigießen bis Sekttrinken. Allerdings habe ich mich heute einem anderen Ritual gewidmet: Dem Friseurbesuch.

Dieser läuft, inklusive des Gesprächs mit der schneidenden Fachkraft (die wechselnd ist, da ich zu einem Kettenfriseur gehe), nämlich auch immer gleich ab. Beim Blick auf meine gesplissten Haare kommt die immer gleiche Frage: „Tragen sie die Haare immer mit Haarspange/ Haargummi?“ (Je nach dem was an dem Tag gerade die, ebenfalls wie immer dringend frisierbedürftigen Strähnen, notdürftig in Form hält.) Und wenn ich an der Stelle nicht gut aufpasse, dann kommen die nächsten zehn Minuten die immer gleichen guten Ratschläge, wie ich Spliss vermeiden könnte und danach weitere zehn Minuten eifriges Anpreisen der Haarkuren und Spülungen der jeweiligen Firma.

Die armen Frauen können ja nichts dafür… aber ich weiß, daß meine Haare eigentlich zu fein sind, um sie länger als sagen wir streichholzkurz zu tragen (wenn sie splissfrei sein sollen). Und ich weiß, daß Kuren und Spülungen dem noch etwas entgegen wirken könn(t)en. Wenn ich die Zeit hätte, es anzuwenden. („Oh, schon kurz nach Mitternacht? *gähn* Jetzt aber ganz schnell Duschen und ist Bett.“) Oder drandenken würde. :o) Also lebe ich halt mit dem Spliss. Und den rituellen Gesprächen mit Friseurinnen. 😉

Saisonmarketing

Dezember. Dunkle Nacht senkt sich bereits über den Nachmittag. In allen Schaufenster glitWerbungzern Lämpchen, ihr Licht spiegelt sich in goldenen Sternen und gläsernen Kugeln. Leuchtgirlande strahlen ihr warmes Licht über die Einkaufsstraßen, umschwebt von kessen Engeln und behäbigen Weihnachtsmännern. Die Luft ist kalt, selbst ins Rheintal verirren sich einzelne Schneeflocken.

Durch die Gassen eilen Menschen mit roten Nasen und Wangen. Das Gesicht eingerahmt von wollenen Mützen und flauschigen Schals eilen sie den Weihnachtsmärkten zu, um ihre Finger an Glühweintassen und Punschgläsern zu wärmen.

Und dann das:

Pariser Mode dans la rue

Wenn ich in Paris bin, dann gucke ich mir natürlich auch an, was die Mode dort aktuell zu bieten hat. Aber nicht nur in den Schaufenstern und Läden (gerade bei den großen Ketten und Marken unterscheidet sich das Angebot ohnehin nicht so sehr von Land zu Land), sondern auch auf der Straße, in der Metro,… einfach was die Menschen gerade tragen.

Das erste was mir diesmal auffiel war: So viel Jeans war nie!

Waren Jeans bislang Kleindungsstücke, die man in Paris an Menschen jenseits der 16 kaum sah (Touristen ausgenommen) scheinen die blauen Beinkleider die Pariser in diesem Herbst im Sturm erobert zu haben. Als wolle man die letzten zehn Jahre nachholen, sind eigentlich alle Jeans-Trends gleichzeitig vertreten: knackeng an Hüfte und Po geschmiegt oder „Mama, meine Windel muß mal wieder gewechselt werden“-weit an der Hüfte baumelnd. Schmal bis zum Knöchel oder mit Schlag, verziert mit Taschen, mit Stickerei oder glitzernden Pailletten oder durch Ausbleichungen strukturiert. Wobei es offensichtlich kein Gesetz ist, daß Bluejeans nur entlang der „natürlichen“ Falten ausgebleicht werden dürfen…. ich bekomme da gerade ein paar Phantasien, die mit billigen Pinseln und chlorhaltigem Kloreiniger zu tun haben… 😀 (An den Füßen trägt man zur Jeans übrigens keinesfalls Turnschuhe. High-Heels oder Stiefel schon eher.)

Den Hals schützt man hingegen mit einem dicken, möglichst füllig gewickelten Schal. (Dafür nehme ich natürlich meine Spiralschals… ;-)) Wenn nicht gleich ein ebenfalls voluminöser Rollkragen diese Rolle übernimmt. Wobei Schals und Tücher in Paris eigentlich immer „passende“ Accessoires sind. Wer also lieber ein Seidentuch um den Hals schlingt, liegt ebenfalls richtig. Und sollte es um den Hals zu warm dafür sein, kann man es auch lässig um den Henkel der Handtasche winden oder sonstwie dekorativ und unauffällig aber doch gut zu sehen auf die Tasche legen.

Den Rock lässt sich die Pariserin ebenfalls nicht vermiesen, auch nicht durch Nässe und Kälte. Knieumspielt bleibt eine beliebte Länge, aber auch wadenlang ist „erlaubt“. Ganz selten sieht mans auch in kurz, aber nur an jungen Mädchen. Die Französin ist da im Alltag eher konservativ. Wichtig ist: Der Saum muß weit sein. Eingesetzte Godets helfen, aber auch angekrauste Röcke oder gar Stufenröcke habe ich gesehen, oft mit einem Folkloretouch: Samt oder gewebte Blumenborten sorgen für diesen Eindruck. Aber auch an Jacken und Mänteln sah ich immer wieder derartige Anklänge. Keine Brachialfolklore, nur ganz dezente Noten. (Buntes Leinen mit schwarzem Samtband… ich glaube, ich brauche Samtband… *g*)

Ein Trend der mich hingegen nach wie vor kalt lässt, sind die nach außen gedrehten, fransenden Nähte. Vor allem an Sweatshirts. Da werde ich mich wohl nie mit anfreunden. Andererseits… an diesem weiten Minirock auch Glencheck sah es ja gut aus, sogar in meinen Augen…

Bleibt eigentlich nur noch die Frage, wo ich eigentlich die Zeit hernehme, die Ideen für mich umzusetzen. :o) Immerhin habe ich heute schon gebacken, auch was Sinnvolles…

Hasenjagd

oder Naturkunde für Anfänger.

Es war einmal ein schöner Urlaubstag in Frankreich zu dessen Ausklang wir mit einem französischen Freund auf einer französischen Terrasse an einem französischen Kanal saßen und uns französisches Essen schmecken ließen. Das Gespräch drehte sich, wie könnte es in Frankreich anders sein, ums Essen und um Wein.

HaseUnd nach einigen Volten kamen auch kulinarische Kulturunterschiede auf den Tisch, etwa daß Kaninchen in Frankreich eine gesuchte Delikatesse ist, wohingegen es in Deutschland in vielen Gegenden als arme-Leute-Essen ver- oder zumindest nicht beachtet wird. Wohingegen Hase als Wild in beiden Kulturen geschätzt wird. An der Stelle fiel unserem Freund ganz spontan auf, daß er noch nie Hase gegessen hatte. (Der Hase auf dem Bild stammt aus Ottmar Hörls „großem Hasenstück“, einer modernen Interpretation von Dürers Bild „junger Feldhase sitzend“ oder so, wenn ich mich recht erinnere.)

Dem versprach ich bei nächster Gelegenheit abzuhelfen. So ganz dunkel hatte ich noch im Kopf, daß Wild etwas mit „Jagdsaison“ zu tun hat und diese eher in der kalte Jahreszeit stattfindet. Da unser Freund seinen Besuch für Ende November angekündigt hatte, machte ich mich also vor zwei Wochen auf die Suche nach einem Hasen. Denn wann der so ganz genau Jagdsaison hat ist mir nun nicht geläufig, ich gestehe es und ich wollte nicht zu viel versprechen.

Mein Weg führte also in die Lebensmittel- und Feinkostabteilung eines großen Kaufhauses und ich trug an der Fleischtheke mein Begehr vor. Ob es denn derzeit frische Hasen gebe. Die Antwort der Verkäuferin erstaunte mich dann etwas, Hasen, so erfuhr ich, gebe es doch das ganze Jahr. Ach ja? Natürlich, da hinten, eingepackt, sagte sie und führte mich an eine Kühlvitrine.

Um mir dort ein Kaninchen unter die Nase zu halten.

KaninchenLiebe Frau, sprach ich, dies ist ein Kaninchen. Was ich suche ist aber ein Hase. Sie wissen schon, das Tier mit den langen Ohren. Das Säugetier mit den langen und kräftigen Hinterbeinen, das als Einzelgänger im freien Feld lebt und dessen Jungetiere von Geburt an Nestflüchter sind.

Kaninchen hingegen, in manchen Gegenden auch Stallhase genannt, haben kürzere Ohren. Wenn sie nicht im Stall sondern in der Natur leben, dann tun sie dies in Rudeln in unterirdischen Bauten, wo sie auch ihren erst einmal nackten und blinden Jungtiere groß ziehen.

Kulinarisch besteht der größte Unterschied darin, daß die Hasenkeule, wie schon erwähnt, sehr kräftig ist und daher ein wunderbares Portionsstück abgibt. Und daß man sie, wie anderes Wild auch, besser ein paar Tage vor der Zubereitung beizt. Weswegen meine Hasenkeulen (aus Frankreich, laut Packungsaufschrift) auch seit Mittwoch in einer Mischung aus Rotwein (französischem, versteht sich ;-), Minervois, um genau zu sein), Rotweinesseig (auch französisch, von Carrefour 😀 ) sowie Wacholderbeeren und Lorbeerblatt im Kühlschrank vor sich hin mariniert.

Denn zur Ehrenrettung der Verkäuferin sei gesagt, daß sie mich am Mittwoch wiedererkannte und mir erklärte, sie habe ihren Chef gefragt und der habe ihr den Unterschied auch erklärt. Und sie habe etwas dazu gelernt. Und ich bekam meine Hasenkeulen. 🙂

Und wer noch mehr über Hasen und Kaninchen wissen will, kann bei Wikipedia nachlesen. 😉

Erste Schritte

Tja, ich scheine wohl ein Blog zu haben.

Um was es wohl gehen wird? Bestimmt auch mal um Nähen und Mode. Aber bestimmt auch um Paris. Denn da bin ich sehr gerne (nur nicht oft genug). Auch auf der Jagd nach Adressen von Stoffgeschäften und anderen interessanten Adressen. Und Dingen… *g*

Detail aus dem Grand Palais

Und weil ich schon bei meinem Lieblingsthema wäre, gleich ein passendes Bild dazu (hoffe ich). Ganz fertig ist die Renovierung des Grand Palais noch nicht, aber anläßlich einer Ausstellung konnte man rein. Und nicht nur die wiedererrichtete Glaskuppel bewundern, sondern auch Details der „Innenausstattung“.