Aktueller Nadelblick Juni 2017 (Eine Kurzgeschichte.)

Fresh from the needles June 2017 (A Short Story.)

Auch wenn ich nicht dazu gekommen bin, Photos zu zeigen (oder auch nur welche zu machen), in den letzten zwei Monaten sind einige Projekte fertig geworden. So gibt es im Moment nur wenige laufende Projekte.

I didn’t have to the time to show pictures (or even taking some), but in the last months I could finish several projects. So I have only few running projects at the moment.

FlickwäscheWas das Nähen betrifft, ist große Langeweile angesagt… der Schlafanzug will geflickt werden. (Das ist dann aber auch das letzte Teil des Stapels.)

Sewingwise great boredom. A pyjama needs some meding. (But that is the last piece for now.)

braune SockeDie Obdachlosensocken vom April sind fertig, danach habe ich ein paar niedliche Socken für mich gestrickt. Jetzt sind wieder Herrensocken für unsere Socken für Obdachlose Aktion in Arbeit. Hier habe ich ein braunes Farberlaufsgarn „Aktiv“ von Super Garne in Arbeit.

The socks for homeless from April have been finfished and I made a pair of cute summer socks for myself. Now the next pair of men’s socks for our socks for the homeless campaign are on my needles. I am using a variegated sock yarn called „Aktiv“ by Super Garne in brown.

grauer Lace SchalMein Lace Schal hat auch gute Fortschritte gemacht. Ich bin mit dem langen Mittelteil fertig und habe mit dem „Endteil“ angefangen. Ich will versuchen, vor dem Urlaub damit fertig zu werden, damit ich dann ein neues Projekt mitnehmen kann. Mal sehen, ob das klappt…

Nice progress also with my lace shawl. I finished the long and boring middle part and started the „finishing“ stretch. I’ll try to finish it before my holiday, so I can take a fresh project then. Let’s see if that works…

zwei BücherWas auch nicht wirklich vorwärts geht ist meine Nachtlektüre… Zeitschriften ja, bei Büchern reicht die Zeit nur selten. Was schade ist.  Vielleicht finde ich da im Urlaub auch etwas Zeit.

Not much progress readingwise… journals yes, but time for books is quite rare. Which is quite a pity. Maybe here also I’ll have more time in my holidays.

 

Aktueller Nadelblick Dezember 2016

Fresh from the needles December 2016

Ein spannendes Nähprojekt gibt es inzwischen nicht zu vermelden. Zum einen bin ich mit der Advents- und Weihnachtsvorbereitung gut beschäftigt, zum anderen kann ich seit etwa vier Wochen nicht mehr gut an meine Nähmaschine, weil die Pakete von der Mützen für Obdachlose Aktion davor stehen. Am Wochenende werde ich die mal in einen Koffer umschichten und am Montag werden sie an das Diakonische Werk in Köln übergeben.

There is no interesting sewing project right now. Once I am quite well occupied with Christmas preparation, but also I can hardly reach my sewing machine since about four weeks ago, because there are the parcels from the Knitting hats for the homeless campaign stored in front of it. This weekend I will stuff them into a big suitcase so I can bring them to the Diakonisches Werk in Cologne who will distribute them.
Stopfwäsche
Was ich allerdings getan habe, so lange die Maschine noch zugänglich war: Meine Stopfwäsche abarbeiten. So ist aus dem anfänglichen Gebirge dieser doch recht handhabbare Haufen geworden.

What I did as long as I could reach my machine was working on the clothes for repair. It had started as a mountain and I am down to a relatively small heap by now.
Socken
Aktuell habe ich die Weihnachtssocken für meinen Bruder fast fertig. Das Motiv ist aus dem Fornication Deer Chart von Anne Rutten übernommen, die Wolle ist Crelando „Anika“, vulgo Lidl Wolle.

I am nearly finished with my brotheres Christmas socks. The chart is Fornication Deer Chart by Anne Rutten. Wool is „Anika“ by Crelando.
Stricktuch Trillian
Nachdem die Socken nur noch zu vernähen sind (und das besser auf der Couch passiert als in der Bahn) habe ich mir das Trillian Tuch erneut vorgenommen, so daß hier das erste Knäuel fast verstrickt ist. Ich muß dann man mit meinem Hitchhiker vergleichen, ob mir die Größe reicht, oder ich das zweite noch anfange. (Das ist definitv ein Nachteil der Anleitungen von Martina Behm: Dadurch, daß die immer für Wollmeise ausgelegt sind, wo die Knäuel mit 150g kommen, passt es bei allen anderen Garnen dann schlechter.)

The socks need mostly the ends woven in which is better done at home than on a train, so I got the Trillian scarf out of hibernation. I’ve nearly finished the first skein, I think I will compare the size with my hitchhiker and then decide, if I start the second one or not. (The biggest disadvantage of the patterns by Martina Behm. She is writing it all for „Wollmeise“, who comes in 150g skeins. So it does not match all other „standard sized“ yarns.)
Striktunika
Bis auf den Hüftknochen reicht mir inwzischen meine Stricktunika. Ich komme zwar nur selten zum Stricken, aber sie wächst schnell. Nur kann ich im Moment das sechste Knäuel rot nicht finden, also werde ich etwas zeitiger als mir lieb ist auf braun umstellen. 🙁 Von den Proportionen her hätte ich gerne mehr rot gehabt. Naja… Außerdem werde ich die Zunahmen jetzt etwas forcieren, damit ich zum Saum hin noch etwas Weite gewinne.

What grew nicely is my knitted tunic. It has reached my high hip. I do not have time to knit on it very often, but it grows well. Only problem right now is, that I can’t find the 6th red ball… so I will have to switch to brown sooner then I wanted to. The proportion would have been nicer with more red. Well… And I will have to make fewer rows between the rows where stitches get added, I wanted to have a bit more width at the bottom.
Lace Schal
Ein etwas ungewöhnliches Garn habe ich für mein nächstes Lace Projekt gewählt. Es ist relativ fein ausgesppnnenes Jakobschaf, was von natur aus diese „bunte“ Färbung mitbringt. Es ist aber viel rauher als Lace Garne normalerweise. Ich bin schon gespannt, wie am Ende die Textur wird. Die Anleitung kommt aus Victorian Lace Today und es ist der „Knitted Veil in Pyrenees Wool“.

Maybe a bit unusual is the yarn I’ve chosen for my next lace project. It’s a relatively fine spun Jacob sheep, which brings this multitude of natural hues. It is much rougher than lace yarns normally are so I am really curious to see what the texture will be in the end. The pattern is from Victorian Lace Today and it’s the „Knitted Veil in Pyrenees Wool“.
Bücher
Zum Abschluss noch ein Blick auf die Nachttischlektüre. „The Children’s Book“ wird mich wohl noch eine Weile begleiten, denn es ist so ergiebig, ich es erhofft hatte. Nur mein Zeitbudget gibt das gerade nicht her. Und dann blättere ich momentan gerade gerne in einer Geschichte zum Thema Handschuhe. Auch sehr spannend.

The last view goes to the books on my night stand. „The Children’s Book“ will accompany me for a while because it has as much content as I had hoped for. Just my spare time does not have the same content. And then I am browsing from time to time the sides of a history of Gloves. Very interesting also.

Flucht nach vorne

Taking the bull by the horns

Die Geschichte begann letzten Herbst mit einer Serie von Löchern. Zuerst war ein Loch in der Straße, da bin ich reingetreten und danach hatte ich ein Loch in der Hose und eines im Knie. Nicht das erste Mal im Leben, aber das Loch in der Hose hat mich geärgert. Zwar war sie nur von C&A und nicht wirklich teuer, aber neu. Noch nie gewaschen. Und sie gefiel mir von der Farbe her und so. Und das Loch war mitten auf dem Knie, vorne wirklich sehr, sehr gut sichbar.

gestopfte Hose The story started last autumn with a series of holes. First there was a hole in the street, I stepped into it and then there were more holes, in my pants and in my knee. Not the first time in my life, but this time I was really annoyed about the hole in the trousers. They were nothing special, just from C&A and not expensive either, but new. Not even washed once. And I had liked the color. The hole was in the front, directly on the knee and really very, very well visible.

Also machen wir halt ein Designerstück aus der Hose… zuerst aber mal (mit Stickrahmen und versenktem Transporteur) das Loch gestopft.

Okay… then we make a designer piece. First darning the hole. (Feed dogs lowered and using a hoop.

Spitzenborte auf HoseUnd da das aktuelle Trendbarometer gerade auf Spitze steht, habe ich mir eine Spitzenborte besorgt, etwas dunkler als die Hose. (Genau der gleiche Farbton wäre perfekt gewesen… aber es paßt halt nicht immer.) Da ich auch nicht groß was auftrennen wollte, habe ich sie in eine Kurve gelegt, die über das Loch geht und oben im Tascheneingriff endet. So mußte ich nur in der Tasche ein bißchen von Hand am Taschenbeutel nähen. Am Saum habe ich ziemlich weit nach innen umgeschlagen, damit die Borte auch am Umschlag gut aussieht.

The trend forcasts say „lace“, so I got some lace, a bit darker than the pants. (Same color would have been perfect… but well, you take what you get.) I did not want to open any seams, so I positioned the lace in a way it goes over the hole and then ends in the pocket. That way I only had to attach the lace by hand inside the pocket. The hem is turned up a bit, so I folded the lace about 8 cm to the inside, so it looks good on the cuffs also.

Rückseite der Hose mit SpitzeDamit es dann auf dem anderen Bein nicht so nackt aussieht, habe ich da auch Spitze aufgenäht, aber hinten. Wieder siegte die Faulheit, die Spitze läuft so in den Tascheneingriff des Vorderteils, daß sie da sichtbar vorspitzt. Und oben waren ein paar Handstiche fällt.

I decided then I wanted more lace, so I’ve sewn another curve on the other leg, but on the back. Again lazy, so the curve goes into the pocket on the front, in a way the lece remains visible beneath the pocket opening. Some handstitchs again on the top.

Jetzt geht sie modisch gepimpt und als absolutes Einzelstück in die Saison. 🙂

Now absolutely up to date and a real designer piece for this season. 🙂

Maschenmeditation…

Stitch Meditation…

… klingt besser als Stopfen.

… sounds better than darning.

StopfsticheMein Bruder hat mal wieder Socken mit Löchern abgeliefert. Und da es deutlich einfacher ist, die „fast Löcher“ zu verstärken als richtige Löcher zu stopfen habe ich auch alle dünnen Stellen verstärkt.

My brother gave me some socks for darning. And since it is much easier to strengthen „nearly holes“ than darning real holes, I took my chance to strengthen all thin patches.

Die Socken im Bild hat er schon 2007 bekommen. Allerdings stopfe ich die auch schon zum zweiten mal, das erste Mal kam schnell, aber die damals verstärkten Stellen halten noch. Die Edelweiß-Socken haben hingegen gut zwei Jahre gehalten. Nicht gerade die tollste Haltberkeit für Sockengarn. Aber ich habe jetzt eine gute Vorstellung davon, wo mein Bruder Socken typischerweise durch läuft und werde mal sehen, ob mir da für die Zukunft eine sinnvolle Verstärkung einfällt.

The socks in the pic were from 2007. But those I had already repeared shortly afterwards giving them to him. Though the patches I had strengthened then last well. The Edelweiss socks kept a bit more than two years. Not to great performance for sock yarn. But with all that long time repairwork I got a good idea where my brother stresses his socks most. My next challenge will be to find a good way to make exactely those parts stronger while knitting. 

Häkelsocken reparieren

Fixing crocheted socks

2009 bekam mein jüngster Bruder diese Häkelsocken in der Hoffnung, sie würden sich stabiler erweisen als die gestrickten. Nun, dem war nicht so, schon seit Frühjahr 2010 lagen auch diese in meiner Stopfkiste. Kürzlich habe ich sie mir endlich vorgenommen.

2009 my youngest brother got those crocheted socks for Christmas and I was hoping they would last longer than the knitted ones. Well, the weren’t and until spring 2010 those sat in my collection of things that need fixing. Now finally I managed to work on them.

durchgelaufene HäkelsockeNun war mein Bruder der Ansicht, kaputt seien sie, weil er den Schaft aufgerissen hatte. Das war auch der Fall, aber ein Blick auf die Sohlen sagte mir, daß nur den Schaft zu reparieren nicht viel Sinn machen würde.

Aber wie repariert man eine Häkelsocke?

My brother thought the damage was the leg part he had torn. That was true but one glimpse of the soles told me that repairing the leg only wouldn’t make any sense at all.

But how to darn a crocheted sock?

reparierte HäkelsockeKurzum… genauso wie eine gestrickte, mit Maschenstich.

Ich hatte noch von der grauen Wolle und habe dann von Innen eine Schicht Maschenstiche über die gehäkelten Maschen gelegt. Dabei habe ich versucht, auch mit jedem Stich ein paar Fasern der Ursprungssocke mit zu erwischen, damit das Ganze stabil bleibt, auch wenn die äußere Schicht demnächst die ersten Löcher bekommt. (Und da hängt einiges nur noch an ein paar Fasern.

Im Bild sieht man links die Innenseite mit den Maschenstichen und rechts die Socke von außen. Die Reparatur ist nicht unsichtbar, aber der Häkelcharakter bleibt erhalten.

Well, I did the same as for knitted socks, kitchener stitch.

I still had a good deal of the gray yarn left and I worked kitchener stitches from the left side, woven into each other but also catching a loop or some fibers from the original sock with each stitch. I hope that will stabilize the sock when the original stitches will finally break. (Which is not far ahead.)

The picture show a repaired sock from the inside on the left and from the outside on the right. It is not an invisible repair, but it keeps the look of a crocheted sock.

Allerdings war es ziemlich zeitaufwendig und hat eine Menge Material gekostet, so daß ich durchaus überlegt habe, einfach neue zu stricken oder zu häkeln. Aber die wären dann wieder an der gleichen Stelle durchgelaufen und würden auch mehr Zeit und Material kosten. Deswegen bekamen diese dann erst mal eine Sohlenverstärkung.

It took quite some time and also yarn to repair the socks, so I had considered to make new ones instead. But those would be walked through at the same spot soon and in the end they would require more time and yarn. So I decided to strengthen the sole at least once.

Jeans stopfen: Innere Beinnaht

durchgescheuerte StelleMit durchgescheuerten Beinnähten hat eigentlich (fast) jede Frau zu kämpfen. (O-beinige und magersüchtige Modelfiguren ausgenommen. Und vielleicht noch extrem Zierliche mit einer Körpergröße unter 1,55 m 😉 )

Mehr Rundungen machen das Problem natürlich nicht besser, ich gestehe es. :o)

Andererseits kann gerade an dieser Stelle ein rechtzeitiges Eingreifen die Lebensdauer einer Hose mehr als spürbar verlängern. Und so lange man nicht die Beine spreizt, ist die Stopfstelle sogar unsichtbar und kann deswegen auch schnell durchgeführt werden.

Gestopft Hier ist ein Beispiel für eine Scheuerstelle knapp neben der inneren Beinnaht.

Der Stoff ist fast durch, aber noch nicht ganz.

Wie auch beim Hosenbode bügle ich auf der linken Seite Vlieseline unter, G785 oder alles andere was weich ist und die Stelle stabilisiert.

(Auskühlen lassen nicht vergessen!)

Tja… und dann einfach mit dem genähten Zickzackstich einmal längs nähen. Die Stichlänge sollte nicht zu eng sein, weil die Stiche sonst das Gewebe mehr beschädigen als stützen.

Loch auf der Naht

Und die feinstmögliche Nadel nehmen, die durchkommt, also nicht unbedingt die Jeansnadel. Ich nehme auch gerne die Titan-Sticknadeln von Organ dafür.

Die andere „beliebte“ Stelle für Scheuerstellen ist genau auf der Nahtzugabe der inneren Beinnähte.

Das hat sogar einen Vorteil, nämlich daß man die Stelle gar nicht extra verstärken muß, sondern die Nahtzugabe selber als Verstärkung mit eingenäht wird.

Allerdings gibt es auch einen Nachteil, denn je nach dem wie breit die Nahtzugabe ist, wird sie von der Maschine kaum transportiert. (Wenn die hohe Nahtzugabe nämlich genau zwischen den Transporterzähnchen liegt.

Also bietet sich freies Sticken mit versenktem Transporteur an.

Jedoch bekommt man die dicke Naht auch nicht gut in den Stickring gespannt. (Keine Ahnung, ob es mit den Holzstickrahmen besser geht… ich könnte es mir aber vorstellen.)

Ist aber auch gar nicht nötig.

Ich versenke den Transporteur, benutze den Stick-/Stopffuß und lege einfach los. Das geht tatsächlich auch ohne Stickring, denn der Stoff ist ja steif und fest.

Wie bei den meisten anderen Jeansflickereien suche ich mir einen passenden Faden und arbeite dann in Schrägrichtung, zwischen den „Rippen“ der Köperbindung.

freies Stopfen in RippenrichtungWas, wie das letzte Bild zeigt, ja auch gut funktioniert.

Direkt auf der Beinnaht bilden sich bei mir eher runde Löcher, als längliche Schadstellen, deswegen ist die modifizierte Technik für kleine Löcher geeignet.

Wer eher lange „Reibestellen“ hat, benutzt auch auf der Nahtzugabe besser den dreigeteilten Zickzack-Stich.

Trotz der ganzen Flickereien ist meine Lieblingsjeans allerdings nicht mehr lange zu retten.

Es wird also demnächst vermutlich einen Bericht über das Schnitt abnehmen von einer Hose geben. :o)

I own exactely two pair of blue jeans. That I bought in Pittsburgh in 2003. As the label of my favourite pair from „Lee“ is completely washed out I cannot read neither the size nor the type and I cannot replace them without going to the States. Which I’m not intending to do in the next years. So I learned a lot about repairing jeans.

Here I show two methods of repairing the inner leg seams.

But one of these days (weeks/ months) I will have to copy the pattern from my favourite jeans, because they are nearly beyond any mending and reparing…

Hosenboden stützen mit der Stopffunktion

Stichauswahl Bernina virtuosa 160Da ich nach wie vor nur zwei Jeans besitze, sind diese natürlich mehr oder weniger eine Dauerbaustelle. (Und eine „ich bin Unterwegs“-Zeit ist perfekt, mal schon länger geschriebene Beiträge zu veröffentlichen…;-)

Zum Nähen fehlt mir die Zeit (okay, ich nähe ständig interessantere Projekte…), zum Kaufen die Lust. Erstens weil in meiner Größe die Auswahl doch mager ist, zweitens weil ich nicht wirklich bereit bin, für Jeans viel Geld auszugeben. Das sind Arbeitshosen, keine Nobelteile. (Also…. für mich.) Die beiden die ich habe, habe ich auch von einem USA-Trip vor einigen Jahren mitgebracht… das stimmt das Preis-Leistungsverhältnis für mein Gefühl einfach mehr. :o)

Nun gut… also repariere ich die beiden.

Und wenn der Hosenboden mal wieder durchgewetzt ist, gibt es noch eine schnelle Flicktechnik, bei der mir die Nähemaschine gewaltig helfen kann.

Die hat nämlich einen Stopfstich. (siehe roter Kringel auf dem Bild.) Der besteht darin, daß die Maschine die Nadelposition ganz nach links schiebt, dann eine Strecke vorwärts näht (wie weit, muß man ihr „mitteilen“), dann die Nadel um eine Position nach rechts verschiebt, geradeaus rückwärts näht, die Nadel um eine weitere Position nach rechts verschiebt, wieder geradeaus vorwärts näht…. usw. usw. bis die Nadel ganz rechts angekommen ist.

Nicht die schönste Reparaturtechnik, aber schnell und einfach.

Und wenn man es geschickt macht, dann bekommt man den Hosenboden so doch recht unauffällig wieder dicht. *g*

Stopfstich großlächig in Aktion

Am Besten ist diese Technik einzusetzen, wenn der Stoff zwar schon mürbe und „transparent“ geworden ist, aber noch kein wirkliches Loch hat.

Dann ist er noch stabil genug, um ohne Stickrahmen zu arbeiten und man kann so auch vergleichsweise große Flächen „stützen“.

Zuerst wird wieder Vlieseline auf die linke Stoffseite gebügelt. G785 ist dafür nach wie vor mein Favorit.

Ein passender Oberfaden wird gewählt, oder auch gleich zwei und durch die 90er Universalnadel gefädelt.

Zum Einsatz kommt der „Universalfuß“.

Ja und dann einfach aufsetzen und die Maschine nähen lassen.

Mit dem gleichen Trick wie beim letzten Mal: schräg zur eigentlichen Stoffbindung, aber in Richtung der Köper-Rippen.

Die roten Pünktchen zeigen noch mal die Richtung, denn wenn die Garnfarbe halbwegs passt, dann verschmilzt die Stopfstelle tatsächlich recht gut mit dem Stoff.

gestopfte Stelle von links

Man muß nur darauf achten, daß die Stopferei an einer Stelle anfängt, wo das Gewebe noch stabil genug ist und auch in „gutem“ Gewebe aufhört.

Der Spruch „wehret den Anfängen“ gilt also auch hier.

Aufpassen muß man, wenn man zu nah an eine Naht kommt, hier transportiert die Maschine eventuell automatisch nicht mehr weiter und man muß entweder an diesen Stellen jeweils „unterstützen“ oder man wählt dann direkt an der Naht eine andere Stopftechnik.

Von der Breite her ist die Stopffunktion natürlich durch die Breite des Stichloches limitiert. Einmal alle Nadelpositionen durch ergibt einen Fläche in der Breite des Stichloches.

Wobei ich da etwas mogle und beim Richtungswechsel den Stoff etwas schiebe, damit die Nadel im nächsten „Rippental“ landet, nicht obedrauf. Deswegen sieht es auf der linken Seite auch etwas ungleichmäßig aus.

Und wenn die Breite dann immer noch nicht reicht, dann setzt man einfach nach einem Durchlauf frisch an und wiederholt die ganze Prozedur. (Ich habe im Bild auch zwei Durchläufe verwendet.)

Auch das hält in alter Hose nicht für die Ewigkeit… aber bis zur nächsten Wäsche. :o)

As I’m traveling a lot in the moment, I’m publishing things I’ve written quite some time ago. So this one is still without an English version. But the pics show quite well, I think, what I’m doing: reparing the back of blue jeans just before there is a real hole…)

Jeans stopfen (kleine Löcher), Teil 2

Jetzt kommt wieder der Stickrahmen an die Reihe.

Ein einfacher Stickring aus Metallklammer und Kunststoffring, etwa 11cm im Durchmesser. (Es gibt die Dinger in verschiedenen Größen und je nach Lage des Lochs und Größe des Kleidungsstückes ist eine andere Größe geeignet. Glücklicherweise sind sie auch nicht teuer. :o) )

Die Hose wird mit der rechten Seite nach oben auf dem Kunststoffring gelegt, die Metallklammer klemmt den Stoff ein.

Eigentlich hätte ich das Loch gerne in der Mitte des Rings, aber die Naht läßt es nicht zu. Der Platz genügt aber, um den Stoff zu führen, zumal der Stickfuß je nicht viel Platz benötigt.

An der Maschine wird der Transporteur versenkt (oder abgedeckt, je nach Modell), die Stichlänge stellt man auf Null, aber wenn man das vergißt ist es nicht schlimm, der Transporteur ist ja versenkt.

Wer die Sockenstopfanleitung noch erinnert weiß, es wird wieder einen Übung im Freihandstopfen. 😉

freihand stopfen Als Nadel verwende ich eine 90er Sticknadel von Organ, eine normale 90er Universalnadel geht aber auch. Da der Stoff allerdings schon mürbe ist, versuche ich möglichst stoffschonend zu arbeiten und da ist die spitze Sticknadel ideal.

Eine Jeansnadel würde ich nur verwenden, wenn die anderen beiden Optionen versagen sollten. (Jeans ist ja nicht gleich Jeans und kann sehr unterschiedlich dick und steif sein.)

Außerdem hat die Sticknadel ein etwas größeres Öhr, was sich gut damit verträgt, daß ich mit zwei Oberfäden arbeite. Dadurch treffe ich die Farbe besser und die Stopferei wird dichter und stabiler.

Die beiden Garnröllchen kommen auf die beiden Halter der Maschine und werden dann wie ein Faden gemeinsam eingefädelt. Meist muß die Oberfadenspannung dann etwas gelockert werden.

Der Unterfaden bleibt einfach.

Stickfuß dran, nicht vergessen den Nähfußhebel abzusenken (vergisst man leicht…) und losnähen. Die Hand führt wieder den Rahmen, je schneller ich den Stickring bewege, desto länger werden die Stiche.

Der Trick: Ich nähen schräg, also entlang der „Rippen“ der Köperbindung. (So wie die rotgepunktete Linie das auch zeigt.)

entlang der Rippen gestopft Hier bildet die Stopferei also nicht das ursprüngliche Gewebe nach, wie das beim Stopfen normalerweise der Fall ist, sondern verläuft schräg zur Webrichtung.

Dadurch werden die Stiche optisch unauffälliger.

Ich beginne meine Stopferei im intakten Gewebe und arbeite mich in den „Tälern“ der Köperbindung entlang.

Die Stiche enden ganz unregelmäßig im intakten Gewebe, auch das macht die Stopfstelle hinterher unauffälliger und es verhindert, daß das Gewebe quasi perforiert wird und genau entlang der „Stopfkante“ um so schneller verschleißt.

Wichtig ist hier auch wieder, am Ende einer Stichreihe nicht einfach in die andere Richtung zu nähen, sondern einen Stich quer zu machen. Durch die Köperreihen ist das relativ einfach, man näht in einem „Tal“ hin, sticht quer ins nächste und näht in dem zurück.

gestopftes Loch von der UnterseiteÜber die eigentliche Lochstelle kann man auch zweimal drüberstopfen, wenn sie beim ersten Mal noch nicht gut genug überdeckt ist.

Die letzten beiden Bilder zeigen die fertige Stopfstelle.

Einmal von der rechten Seite (der Blitz der Kamera lässt den Nähfaden etwas stärker glänzen als es in der Wirklichkeit der Fall ist).

Und einmal von der linken Seite, wo man den Stichverlauf noch mal gut erkennt.

Zuletzt schneide ich zuerst die Fäden auf der rechten Seite ab, dann ziehe ich an den Unterfäden, so daß die Fadenenden auf die linke Seite rutschen und dann scheide ich die Fäden auf der linken Seite ab.

Auch diese Reparatur ist fix gemacht (zumindest wenn man mal etwas Übung hat) .

Nicht für die Ewigkeit… aber zumindest bis zur nächsten Wäsche.

Dann muß vielleicht die nächste Stopfstelle dazu. Wie schon gesagt… das ganze Gewebe ist schon etwas weich und mürbe.

Aber für die Lieblingsjeans ist einem doch fast nichts zu mühsam. 😉

Jeans stopfen (kleine Löcher), Teil 1

Nach einem Urlaub stehen ja gerne mal widerliche Kleinarbeiten an… die Lieblingsjeans (okay, ich habe eh nur zwei…), bei der ich leider auch nicht mehr weiß, welches Modell es war und die daher nicht mehr beschaffbar ist, ist zwischen den Beinen zum Hinterteil hin doch schon recht dünn.

Loch in Jeans

Beziehungsweise, um ganz ehrlich zu sein… sie hat den Punkt „recht dünn“ bereits unterschritten, ein Teil der Gewebefäden ist komplett durchgescheuert.

Es wird also dringend Zeit, etwas zu unternehmen. Denn in diesem Zustand kann man das sich bildende Loch noch relativ unauffällig stopfen. Sind mal alle Gewebefäden weg, dann hilft eigentlich nur ein Flicken. (Was bei Kinderjeans sehr nett aussehen kann… aber aus dem Alter und der Kleidergröße bin ich raus. *g* )

Es gilt also auch hier, wehret den Anfängen….

Die Position der „Schadstelle“ hat den Vorteil, daß sie bei der getragenen Hose zwischen den Beinen liegt und daher nicht wirklich sichtbar ist.

Nahaufnahme

So sieht das Ganze dann aus der Nähe aus.

Wichtig ist, daß die weißen Fäden noch bestehen und nur die blauen Fäden durchgewetzt sind.

(Ich kann mir nur nie merken, welches bei Jeans jetzt die Kettfäden und die Schußfäden sind… Ich glaube, die blauen sind die Kettfäden, aber festlegen möchte ich mich da jetzt nicht. *g*

Vliseline aufbügeln

Zuerst drehe ich die Hose auf links und bügle einen großzügigen Flecken Vlieseline auf.

Ich benutze hier die ganz feine G785 (in „haut“ war sie gerade da, aber dieser Farbton ist tatsächlich der unauffälligste.

Obwohl sie so fein ist, ist sie doch, da Kunstfaser, erstaunlich scheuerfest. Und weil sie so fein und weich ist, macht sie die Hose auch nicht steif, was zwischen den Beinen auch sehr unbequem sein kann.

(Ich denke, H180 sollte auch gehen, wenn man die gerade zur Hand hat. Die ist nur unwesentlich steifer. Aber das ist Geschmackssache. Ich finde die G785 auch etwas beständiger gegen Reibung, obwohl sie feiner ist. Aber wie gesagt… ausprobieren.)

Ich bügle sie immer trocken und mit hoher Temperatur (Baumwolle, fast am Übergang zu Leinen) auf, lege aber dafür ein dünnes Tuch zwischen Bügelsohle und Einlage.

Ganz wichtig ist, die Einlage danach glatt liegend sehr, sehr gut Auskühlen zu lassen, damit sie wirklich gut klebt. Denn an der Stelle ist der Hosenstoff ja sehr „bewegt“ und belastet. Das mit dem „glatt liegend“ ist bei einer Hose an der Stelle nicht einfach, aber es geht.

Nähfaden

Anschließend geht es an die Wahl des passenden Fadens.

Ich nehme einfach Polyesternähgarn, das ich ohnehin habe, und lege die Fäden mal über den Stoff. (Im Bild Alterfil, Gütermann und ein No-Name-Röllchen, das ich mal irgendwoher geerbt habe.)

Man kann auch mit doppeltem Faden durch die Nadel nähen, dann hat man die Möglichkeit, zwei Töne zu „mischen“, wodurch der Farbton eventuell noch besser passt.

Da man die Stelle zwischen den Beinen ohnehin bei der getragenen Hose nicht mehr sieht, ist es aber auch nicht schlimm, wenn der Farbton nicht exakt passt.

Im Prinzip kann man auch Baumwollnäh- oder Stickgarn nehmen, auch Viscosestickgarne könnte man im Prinzip benutzen, allerdings ist Viscose glänzend und weniger stabil, so daß die Reparatur nicht von Dauer wäre.

Ähnlich das Problem bei Baumwollgarnen. Die passen zwar „im Prinzip“ besser zum Baumwollstoff der Jeans, sind aber weniger stabil als Polyestergarne. Mit Polyestergarn gestopft hält die Stopfstelle oft länger als der Stoff drumeherum. Und zumindest diese Stelle muß ich nicht mehr stopfen, bevor die Hose ganz auseinanderfällt. *gg*

Socken stopfen mit der Nähmaschine, Teil 2

Socke stopfen

Als nächstes kommt eine Übung im frei geführten Nähen.

(Eine überhaupt sehr praktische Sache, auch fürs freie Sticken ohne Stickmaschine und viele Quilttechniken… Man kann das freie Führen üben und es ist nicht schlimm, wenn die ersten Versuche nur mäßig gleichmäßig werden. Für die Socke wird es allemal reichen.)

Der Transporteur der Maschine muß versenkt werden (oder abgedeckt, je nach Modell), man darf aber nicht vergessen, den Nähfuß zu senken, auch wenn der Stopffuß dann trotzdem das Nähgut nicht berührt. Auch wenn man (mangels Stopffuß) ganz ohne Nähfuß arbeitet muß der Hebel für den Nähfuß unten sein. Sonst greift die Fadenspannung nicht.

Ich habe für diese Socken den Oberfaden in grau gewählt, den Unterfaden in schwarz. Beide werden (weil ja nur Loch darunter ist) sichtbar bleiben und man hat so die Möglichkeit mit zwei verschiedenen Nähgarnen die Farbe besser anzugleichen.

Was für einen Faden man nimmt ist mehr oder weniger egal. Er muß sich halt auf der Nähmaschine gut vernähen lassen. (Betonung auf „gut“, denn da die Stiche ja „leer“ genäht werden, über dem Loch, sind Garne, die „gerade so mit Müh und Not“ auf der Maschine laufe und leicht reißen oder Schlaufen bilden nicht geeignet.) Ich nehme meistens ganz normales Polyesternähgarn, aber auch Stickgarn kann man nehmen. Es muß nur halbwegs Reiß- und scheuerfest sein. Beilaufgarn zum Stricken (um auf die Frage zurückzukommen) dürfte zu dick sein und auch nicht reißfest und glatt genug. Probiert habe ich es aber noch nicht. Das müßte ich ja erst mal auf Spulen fädeln…

Dann näht man langsam los und bewegt dabei den Stickrahmen. (Der Transporteur ist ja versenkt, bewege ich den Stickrahmen nicht, nähe ich auf der Stelle.) Das ist am Anfang schwierig, aber man bekommt schnell heraus, wie schnell man nähen und im Verhältnis dazu den Stoff bewegen darf, damit es weder Schlaufen gibt noch der Faden reißt.

Socken stopfen, Detail

Die erste Reihe über das Loch nähe ich quasi „längs“ zu den Strickmaschen. Mein Eindruck ist, daß man so die Maschen gleich gut einfängt und weiterem Wachsen des Loches oder gar Laufmaschen vorbeugt.

Man näht also in Reihen, vor und zurück, über das Loch. Dadurch bilden sich Fäden, die das Loch überspannen und gut im intakten Gestrick verankert sind.

Wichtig sind zwei Dinge:

Einmal nicht einfach vor nähen und dann direkt zurück, sondern immer einen winzige Stich quer. Sonst reißt der Stoff leicht an den „Wendepunkten“ aus, weil die Belastung zu hoch wird.

Zum anderen nicht immer in gleicher Entfernung vom Loch wenden. Die Stopfstelle ist unauffälliger und gleichzeitig flacher und bequemer, wenn man die Wendestellen mal näher am Loch verlaufen lässt, mal mehrere Stiche ins Gestrick hineinführt.

Ich hoffe, man erkennt das auf dem Bild ungefähr. Die blauen Punkte zeigen die Ausmaße des Loches, die roten Punkte sind die „Wendepunkte“.

Socke stopfen

Mit der gleichen Technik nähe ich jetzt eine Reihe quer über die bereits gespannten Fäden (bzw. „Leerstiche“).

Am Anfang habe ich dabei den Stickrahmen gedreht, weil mir die Bewegung „vorne-hinten“ leichter viel, als das führen von links nach rechts und umgekehrt. Inzwischen schiebe ich den Rahmen einfach quer.

Wie man das macht ist aber Geschmackssache, wie es einem leichter fällt.

Auch hier sollten die Stichreihen sauber nebeneinanderliegen, dicht, aber nicht zu eng.

Socke stopfen

Die Wendepunkte werden wieder genauso unregelmäßig im umliegenden Gestrick verankert.

Fertig?

Nein, eine letzte Runde kommt noch.

Wieder längs, wie die erste Reihe.

Allerdings höre ich diesmal genau an den Rändern des (ursprünglichen) Loches auf. So wird das Loch gut überdeckt, die Stopfstelle wird aber nicht allzudick.

gestopfte Socke

Voila, fertig.

Nur noch die Fäden abschneiden und die Socke ist wieder bereit für den Einsatz.

Gedauert hat das Stopfen nur wenige Minuten (Bei der ersten Socke war es allerdings noch viel länger… :o) ), das Schreiben dieses Eintrags hingegen viel, viel länger…