Baby-Christmas

Da ich vor Weihnachten so am Sticken und dann auch am Rumstöbern in den Stick-Shops war, fiel ich quasi über dieses ITH Motiv bei Embroidery Library.

Mit meinem Patensohn hatte ich eigentlich besprochen, dass sein Sohn noch kein Geschenk bekommt, weil der eh genug hat und das mit sechs Monaten noch nicht zu schätzen weiß, aber so ein kleines Teilchen für die Eltern, durfte dann doch mit rein.

Die Stickmaschine war noch aufgebaut, den Cord hatte ich in meinen Resten (und nur noch kleine Stücke davon) und das Garn ist von Alterfil, wo ich vor zwei Jahren oder so mal je ein Miniking Stickgarn in „Weihnachtsrot“ und „Weihnachtsgrün“ (meine Definition) bestellt hatte. In der Vermutung, dass ich diese Farben über die Jahre öfter brauchen werde.

Bei dem Stick habe ich dann wenigstens verstanden, warum man eine Schneidevorlage für oben und eine für unten hat, das muß ja spiegelverkehrt sein. (Ja, man könnte es auch einfach drehen… aber gut.) Da meine „Lebkuchensterne“ ja symmetrisch waren, war mir das da nicht so klar gewesen.

Stickvlies hatte ich mein aktuelles Reißvlies verwendet, das etwas papierartig und aus Baumwolle ist. Das kam bei der Stichdichte am Rand tatsächlich an seine Grenzen… aber die Stickerei fiel gerade so nicht raus. Obenauf hatte ich hier eine Lage wasserlösliches Vlies gelegt und ich würde sagen, es war eine gute Idee, denn die Buchstaben kommen auf dem eher flauschigen Cord gut raus.

Das Aufhängband hatte ich noch, könnte mal von Butlers gewesen sein. War jedenfalls ein Rest, der noch genau reichte.

Das kleine Geschenk kam jedenfalls gut an und ich bekam „Beweisphotos“, dass es am Christbaum hing. (Jetzt muß ich es mir nur merken, falls es mal ein Geschwisterchen gibt, muß ich andere Farben nehmen, schätze ich…)

Weihnachtskarten aus dem Rahmen

Also eigentlich „im Rahmen“, denn das war meine erste in the hoop (ITH) Datei.

Bei Emblibrary fand ich verzierte „Lebkuchen“ auf Filz gestickt. Da mir mehrere Motive gefallen haben, habe ich gleich den ganzen Designpack gekauft. Und mir den Stern in der kleineren Größe ausgesucht, damit ich ihn auf Kartenrohlinge kleben kann (und alles trotzdem noch in einen Standardumschlag passt).

Deswegen war ich in Paris auch Filz suchen… eigentlich wollte ich dickeren, weil ich dachte, damit das am Baum auch gut hängt… zum Glück gab es keinen dickeren in passender Farbe, denn erst als ich damit anfing, sah ich, dass der gedoppelt wird, die Rückseite also nur die Umrandung als „Verzierung“ hat. Was zugegebenermaßen „logischer“ ist, Lebkuchenherzen und Co werden ja auch nur vorne verziert.

Stickgarn hatte ich mit Gütermann Sulky angefangen und als das aus war mit Ackermann weiter gemacht. Gestickt wurde alles problemlos und seit ich die gelbe Unterfadenkapsel zum Sticken habe, muss ich auch am Oberfaden nichts mehr korrigieren.

Was ich dann lernte war, dass so ein ITH ganz schön aufwendig ist.

Zuerst braucht man nämlich ein Stickprogramm, denn zum Zuschnitt benötigt man eine Papierschablone, die in die Stickdatei integriert ist. Ich habe inkstitch genommen, das funktionierte an sich gut, nur kann ich mit dem Stickprogramm die Position im Druck nicht anpassen. Da mein Drucker nicht ganz randlos druckt, sind nicht alle Linien vorhanden. Außerdem verbraucht es jede Menge Papier, weil man das Motiv auch nur einmal pro Seite drucken kann. Und dann hat man zwei Druckdateien, eine für oben, eine für unten. Die in diesem Fall aber identisch sind. Und eigentlich soll man für jeden Stern eine neue Datei drucken, die dann auf Filz kleben und Papier mit Filz ausschneiden.

Fand ich jetzt doch eine ziemliche Ressourcenschlacht und ein pdf für den Papierausdruck wäre einfacher. Nicht jeder will erst mal mit einem Stickprogramm rumspielen.

Gearbeitet wird mit wasserlöslichem Sprühkleber, das habe ich gemacht, um das Papier auf den Filz zu kleben. Und den Filzstern auf die Umrisse auf dem Stickvlies zu kleben, habe ich dann einfach Prittstift genommen. Geht auch und saut weniger rum.

Wenn man dann den Stern ausgeschnitten hat, muß man erst mal Umrisse auf das Stickvlies sticken, dann den Rahmen raus, den Filzstern so genau wie möglich auf die Umrisse legen (zumindest etwas kleben hilft, bei den ersten Versuchen hatte ich es nur gelegt, ohne zu befestigen, da verrutschen die Spitzen doch teilweise) und alles wieder in die Stickmaschine. (Laut Anleitung sollte man den Umriss mit einer dickeren Nadel sticken und dann auch die Nadel wechseln, das habe ich nach dem dritten Stern gelassen.) Dann wird der Umriss zur Befestigung genäht, dann startet man den Stickvorgang für das Motiv, wenn der durch ist, holt man den Rahmen raus, klebt den Aufhänger und den Stern für die Unterseite unten auf das Stickvlies, wechselt den Unterfaden von Stickunterfaden zu Stickfaden (bleibt ja sichtbar), stickt den Umriss durch alle Lagen und dann muss man nur noch das Stickvlies ausreißen (das geht dann ohne größere Probleme) und ist „schon“ fertig.

Durch die viele Schritte, wo man aktiv was tun muss, kann man auch nicht wirklich gut weg und was anderes machen…

Aber ich habe elf Sterne, den ersten habe ich als Christbaumanhänger für mich behalten, die anderen sind mit Tesa (am Aufhänger) auf Doppelkarten geklebt und werden als Weihnachtskarten verschickt.

Da mir die Motive gut gefallen, werden in den nächsten Jahren sicher noch welche kommen. Filz habe ich auch noch üppig. Aber so ganz unaufwendig ist das nicht, mit dem ITH. Gerade bei den Umrissen fragt man sich schon, ob man das nicht mit der Nähmaschine genauso schnell gemacht hätte…

Weihnachtskarten 2024

Weihnachtskarten zu sticken ist ja in Summe, ich gebe es zu, einfacher als sie anderweitig zu basteln. (Also wenn Basteln nicht bedeutet, drei Fertigmotive auf eine Karte zu kleben.) Und sticken auf Papier hat auch für „Unwissende“ immer einen hohen Wow-Effekt.

Also gab es 2024 wieder gestickte Weihnachtskarten.

Ich hatte immer gehofft, bei Urban Threads käme da mal noch was nach, tat es jedoch nicht. Dadurch, dass der Account jetzt aber auch bei Embroidery Library funktioniert, habe ich ab und an bei denen mal (wieder) gestöbert und festgestellt, dass es dort inzwischen auch einige hübsche Designs gibt. (Ich war auf der Seite mal vor… wahrscheinlich zehn oder mehr Jahren, als ich selber noch keine Stickmaschine hatte und fand die meisten Designs eher gruselig. Also…. nicht nach meinem Geschmack. Und hatte das dann abgehakt.)

Und dann wurde es diese Krippenszene. Die zumindest nur begrenzt kitschig ist.

Als Material (erkennt man nicht so gut) hatte ich noch Klappkarten mit etwas irisierender Oberfläche, die mal für was ganz anderes gekauft worden waren. Gestickt mit dem, was da war und farblich passte. (Und durchaus dem Ziel, den einen oder anderen Fadenrest mal aufzubrauchen. Letzteres hat geklappt, deswegen unterschiedliche Blau- und Rottöne.

Gestickt hat es meistens gut, nur bei zwei Karten schlaufte es. Bei einer ein bisschen, bei der nächsten massiv. Aus… nicht wirklich erkennbaren Gründen. (Geputzt, geölt… ist klar. aber nichts zu sehen.) Und danach lief es wieder gut. Ich wollte die Karten nicht wegwerfen, deswegen habe ich die Schlaufen soweit möglich nach hinten gezogen (bei mehrfach gestickten Linien nicht ganz einfach und glückt auch nicht immer). Die Rückseite muss sowieso mit Gegenpapier beklebt werden (eines davon hatte auch üble Fadenkotze auf der Rückseite)

Und es sind Weihnachtskarten. Zum einmaligen Gebrauch. Kein dauerhafter Deko Gegenstand.

Und es wird in den nächsten Jahren mehr geben, ich habe mir nämlich den ganzen Designpack gekauft, weil mir die meisten der Designs draus gefallen. 🙂